Vater will Tochter verbieten, sie "Papa" zu nennen

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Dieses Thema enthält 5 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  unmumsymum vor 6 Monate, 3 Wochen.

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  • #8759

    unmumsymum
    Teilnehmer

    Hallo! Bisher habe ich immer nur mitgelesen, doch nun habe ich mal eine Frage, die mir auf der Seele brennt.

    Die Tochter (13) meines Mannes kommt normalerweise alle zwei Wochen zu Besuch. Auf Grund des Alters (Freunde, Veranstaltungen etc. werden wichtiger) und entsprechender, ich nenne es mal „Bemühungen“ ihrer Mutter fallen einige Wochenenden auch einfach mal aus ohne Ersatz. Über die Weihnachtstage werden wir die Tochter dieses Jahr gar nicht sehen, da sie trotz Nachfragen keine Ambitionen zeigte, herzukommen und auch durch gezieltes Nachfragen klar wurde, dass sie nicht will, es aber nicht sagen möchte. In den letzten Jahren wurde aus einer Übernachtung am Weihnachtsfeiertag ein einziger Tag bis hin zu einigen Stunden am Nachmittag, in denen sie lediglich ihre Geschenke auspacken und zum nächsten Happening wollte. Dieses Jahr sehen wir sie also gar nicht. So viel ganz grob zur Situation.

    Vor einigen Jahren erfuhr mein Mann durch einen blöden Zufall, dass er bei seiner Tochter zu Hause von der Mutter nur noch beim Vornamen genannt wird. Der neue Partner hingegen wird von Anbeginn sowohl von Mutter als auch Tochter „Papa“ genannt. Mein Mann war wohlgemerkt immer da und nie von der Bildfläche verschwunden, was das ganze evtl. noch nachvollziehbar machen könnte. Er hat sich viele Jahre um mehr Kontakt bemüht, der aber erst von der Mutter händeringend abgewehrt wurde, und was mittlerweile von der Tochter auf Grund des fortgeschrittenen Alters fortgeführt wird. Sei es, dass sie die Schuld auf ihre Mutter schiebt oder ihre Mutter sich Termine ausdenkt, die dann offensichtlich nicht stattfinden. – So weit, so schlecht!

    Nun ist seine Tochter ja im WhatsApp-Alter, wo oft Status gepostet werden. Vor einigen Tagen entdeckte mein Mann dann darin einige Versionen in ihrem Status, aus denen klar hervorging, dass sie ihren Stiefvater auch öffentlich als ihren „Vater“ anerkennt (so ein komisches Spiel, bei dem die soundsovielten Buchstaben der Eltern eingesetzt werden müssen). Jedenfalls ist er jetzt, auch auf Grund der fehlenden Besuche und Ambitionen sowie der Situation im Allgemeinen, wie schon u. A. eingangs erklärt, wieder schwer verletzt und will ihr beim nächsten Besuch sagen, sie soll ihn nicht mehr „Papa“ nennen. Ich habe das erstmal so hingenommen, sehe es allerdings kritisch. Er macht jedoch immer mehr dicht bei diesem Thema und ich weiß gerade nicht, wie ich ihn besänftigen könnte. Andererseits muss ich gestehen, dass ich mir manchmal einen Knall zwischen den Beiden wünsche in der Hoffnung, dass mal einige Sachen, auch von seiner Tochter, ausgesprochen werden und es danach vielleicht besser wird zwischen den Beiden.

    Wie seht Ihr das?

  • #8760

    Minja
    Teilnehmer

    Hallo, das ist ja wirklich sehr verletzend für Deinen Mann. Ich kann verstehen dass er super gekränkt ist. Ich würde Ihm aber trotzdem nicht raten seiner Tochter zu sagen dass Sie Ihn nicht mehr Papa nennen soll… auch wenn es schwer fällt weil man ja seinen Unmut rauslassen will. Ich würde Sie direkt darauf ansprechen und einfach ehrlich sagen dass man darüber sehr traurig ist und so versuchen ins Gespräch zu kommen.
    Alles andere kann glaub ich zu einem großen Streit führen oder zu noch mehr Verletzungen. 🙁 13 ist ja eh ein schwieriges Alter. vielleicht oder hoffentlich ist das nur eine Phase hormoneller Verwirrtheit. 😏
    Wie ist das Verhältnis denn wenn Sie sonst zu Besuch ist? Eher kühl oder herzlich?
    LG Minja

  • #8762

    unmumsymum
    Teilnehmer

    Hallo Minja!

    Herzlichen Dank für Deine Antwort. Ich werde es nochmal so vorschlagen, wie Du sagst. Bisher habe ich die Gefühlsschiene ausgeschlossen, denn ich hatte solche Äußerungen immer mit „emotionaler Erpressung“ in Verbindung gebracht.

    Das Verhältnis zwischen den Beiden ist mittlerweile sehr abgekühlt. Einerseits durch teilweise 6-8 Wochen null Kontakt. Entweder, weil Wochenenden ausfallen und der Vater es in der Zwischenzeit vermeidet, der Tochter zu schreiben, da diese Chats von der Mutter gelesen werden. Anrufe werden nicht beantwortet und viele Stunden oder gar erst Tage später mit einem „Was wolltest Du denn?“ per Nachricht beantwortet. Andererseits, weil die Tochter unsere bisherigen Angebote, dass sie IMMER willkommen sei, auch unter der Woche, nicht wahrnahm und dann an den wenigen Wochenenden, die sie hier ist, quasi auf und an ihrem Vater klebt. Das geht seiner Aussage nach nicht „in seinen Kopf rein“, dass sie dann so aufdringlich ist.

    Liebe Grüße

  • #8770

    Kiki
    Teilnehmer

    Hallo,

    Ich schließe mich Minja an, er sollte nicht von seiner Tochter verlangen ihn nicht mehr Papa zu nennen.
    Bei uns ist es so das die KM einen „Neuen“ hat seitdem sie meinen Mann damals rausgeworfen hat. Da war die Tochter 1 1/2. Dieser wurde und wird von ihr und mittlerweile auch der Tochter überall als Papa hingestellt. Von meinem Mann wird dort auch nur von Papa X gesprochen. Das ging jetzt sogar so weit das sie meinem Mann gesagt er wäre nicht ihr Vater das wäre der Stiefvater. (Also schon etwas weiter wie bei euch)

    Wir haben uns dann auch mit einer Psychologin kurzgeschlossen wie wir damit umgehen sollen (Diese kennt die Situation, da letztes Jahr ein Familiengutachten dort erstellt worden ist.) Sie hat gesagt es ist vollkommen normal das wenn die Kinder mit einem dauerhaft präsenten Stiefelternteil aufwachsen, dieser irgendwann auch (in diesem Fall) Papa gerufen wird, da er ja die Rolle des „sozialen Vaters“ eingenommen hat. Dies ersetzt aber in keinem Fall die Position des leiblichen Vaters. Und das vorstellen gegenüber anderen erfolgt weitestgehend zunächst um der Mutter zu gefallen (Stichwort Verlustängste…..) und später weil es immer schon so gemacht wurde und man niemanden enttäuschen will. Bei uns ging das so weit das kein Außenstehender mehr wusste von wem die Tochter denn spricht wenn sie vom Papa redet.

    Ruft sie ihn denn noch Papa wenn sie bei euch ist?
    Bei uns spricht sie vom Stiefvater nur mit dem Vornamen und meinen Mann spricht sie gar nicht direkt an, wenn dann aber mit Papa… (Loyalitätskonflikt pur….😒)

    Liebe Grüße
    Kiki

  • #8771

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Meine Stiefkinder haben sowohl ihren biologischen, sowie ihren sozialen Vater Papa+Vorname genannt und (vermutlich beide) einfach mit Papa gerufen, sowie Kosenamen wie Dad/Daddy, zumindest den biologischen Vater.
    Seit der Trennung der Ex mit Stiefvater nennen sie den nur noch beim Vornamen, ihren biologischen Vater jedoch immer noch „Papa“.

  • #8774

    unmumsymum
    Teilnehmer

    Liebe Kiki,
    liebe Pinocchio,

    herzlichen Dank auch für Eure Antworten!

    Kiki, die Aussage der Psychologin ist sehr interessant und irgendwie auch beruhigend. Kommt auf jeden Fall auf die Argumentationsliste 😉

    Die Tochter meines Mannes nennt ihn Papa, wenn sie hier ist oder (mit anderen aus unserer Familie) über ihn spricht. Wenn sie über ihren Stiefvater spricht, mal beim Vornamen, mal Papa (eher nur, wenn sie mir was erzählt).

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