Unterstellung Kindeswohlgefährdung

Startseite Foren Familienrecht Unterstellung Kindeswohlgefährdung

Dieses Thema enthält 3 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  herzdame vor 3 Wochen, 4 Tagen.

  • Autor
    Beiträge
  • #86052

    herzdame
    Teilnehmer

    Hallo Zusammen,
    vielleicht kann mir jemand helfen:
    Mein LG hat für seinen Sohn (5) das Teilsorgerecht beantragt. Früher war es ja so, dass die Mutter nur eine nicht-vorhandene Kommunikation nachweisen musste und schon wurde dem Vater die Teilsorge verwehrt. Nach dem neuen Gesetz soll es so sein, dass man eindeutig Kindeswohlgefährdung nachweisen musst, dass der Vater kein Sorgerecht bekommt.
    Also ist die KM nun zu einer Kinderpsychologin gerannt und hat sich einen Bericht schreiben lassen, dass der Sohn „keine Bindung und eine schlechte Beziehung zum Vater hat“, er sogar Angst habe zum Vater zu kommen und deswegen psychisch gestört sei, bzw. drastische Defizite habe, bzw. seine Entwicklung massiv eingeschränkt sei.
    Die Psychologin war nie bei uns, kennt den Vater nicht und hat den Sohn nie mit dem Vater gesehen. Alles was sie schreibt hat ihr nur die Mutter gesagt.
    Das Kind hat tatsächlich extreme Defizite und braucht dringend Förderung und auch eine Psychotherapie, allerdings wegen der schädigenden Manipulation durch die Mutter. Meinem LG ist das schon vor Jahren aufgefallen und er hat es immer wieder ans Jugendamt getragen, wurde aber immer ignoriert. Da in den letzten Jahren auch noch körperliche Vernachlässigungen hinzukamen und auch dies vom Jugendamt ignoriert wurde und mein Mann beschuldigt wurde damit einen „hocheskalierenden Elternkonflikt“ zu schüren, hat er nun Antrag auf geteiltes Sorgerecht gestellt, um sich besser kümmern zu können (Arztbesuche, Logopäde, Legastenietherapie, mit Erziehern sprechen ect.)
    Wie gesagt hat die Mutter, die hoch manipulativ, narzisstisch gestört und eine Lügnerin ist nun nicht nur das Jugendamt auf ihrer Seite (die haben ihren Bericht an das Gericht auf den Bericht der Psychologin basiert), sondern auch diese Psychologin. Wir glauben sie hat der Psychologin eingebläut, dass mein Mann ihr das Kind wegnehmen will und es schafft wenn sie ihr den Bericht nicht so schreibt.
    Im Grunde ist ihr Untersuchungsergebnis genau so, wie wir den Antrag im Schriftsatz, vor Monaten bereits begründet haben, allerdings empfiehlt sie am Schluss den Umgang einzuschränken und Übernachtungen zu streichen, auf Grund von Kindeswohlgefährdung, weil der Sohn nicht zum Vater will.

    Wir wissen, dass das eine Erpressungsversuch der Mutter ist „Nimmst Du Deinen Antrag auf Teilsorge nicht zurück, nehme ich Dir das Kind weg!“, aber wir wissen nicht mehr wie wir dagegen vorgehen sollen, denn sogar das Gericht scheint keinen Erfolg mehr einzuräumen!! Wir konnten bisher alle Lügen widerlegen und beweisen, dass die Mutter lügt. Wir haben dem Jugendamt sogar Fotos und Videomaterial zum Beweis der körperlichen Vernachlässigung vorgelegt (Verletzungen usw. von denen die Mutter sagte die hätte es nie gegeben und wir würden übertreiben!).
    Das Jugendamt war mehrfach bei der Mutter (zum Kaffeetrinken „der Sohn hat mir den Kaffee an den Tisch gebracht!!“ sagte die Sozialarbeiterin und war entzückt!), wir durften nur einmal im JA antanzen und haben keinen weiteren Termin erhalten und wurden auch nach dem Bericht der Psychologin nicht mehr gehört.
    Die Psychologin war, wie gesagt nie bei uns, hat den Vater nie gesehen oder dazu gehört und hat auch nie Vater und Sohn zusammen erlebt, geschweige denn den Wahrheitsgehalt der Aussagen geprüft und schreibt selbst dass das alles die Mutter erzählt hätte die selbst „unter der erdrückenden Situation leide“.

    Jetzt müssen wir nicht nur beweisen, dass alles was die Mutter gesagt hat erstunken und erlogen ist, sondern, dass die Mutter das Kind, in vielerlei Hinsicht vernachlässigt.

    Wer hat Erfahrungen? Wer kann mir einen Rat geben? Danke, schon mal!

  • #86587

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Herzdame,

    wow, das ist echt heftig. Unglaublich, dass das JA da nichts tut.

    Also erstmal, ist es schon oft noch so, dass es Gerichte gibt die die gemeinsame Sorge ablehnen, wenn die Kommunikation der Eltern arg gestört ist, weil das dann ja auch dem Kindeswohl schadet (ist die Begründung). Ja, ich weiß, das Gesetzt wurde eigens dafür gemacht, damit die Mütter KOMMUNIZIEREN müssen, ABER in der Realitität wird dies leider oft nicht umgesetzt. Wäre ich Richter, würde ich die alleinige Sorge in solch einem Fall dem Vater geben, denn dann würde die Mutter ganz plötzlich sicher kooperieren wollen und können…

    Was euren konkreten Fall betrifft, auf keinen Fall würde ich an eurer Stelle den Antrag zurückziehen. Habt ihr einen guten Anwalt? Das Schreiben der Psychologin sollte vor Gericht nicht als Beweis gelten… insbesondere wenn sogar drin steht, dass das die Mutter alles erzählt hat.
    Das Kind bekommt einen Verfahrensbeistand (also quasi Anwalt fürs Kind) beiseite gestellt und der spricht Normalerweise nicht nur mit dem Kind sondern auch mit den Eltern (beiden!). Zudem würde ich dann ggf. ein unabhängiges Gutachten fordern. Und zum JA, vielleicht sollte man eine Beschwerde an den/die Vorgesetzten der entsprechenden MitarbeiterInnen in Erwägung ziehen, dass die Bedenken des Vaters nicht ernst genommen werden – insbesondere wenn ihr konkrete Beweise habt!

    Also,
    1. Guten Anwalt nehmen, allein könnt ihr das nicht stemmen bei den Vorwürfen
    2. Beweise sammeln, dokumentieren
    3. Ggf. Beschwerde beim JA Vorgesetzten…

    Was ist denn euer Eindruck? Ist der Junge gerne bei euch? Wie oft ist er momentan da?

    Wir haben das übrigens durch, wenn auch bei weitem nicht in eurem Ausmass. Die KiMu hat zwar einige komische Ansichten und Erziehungsmethoden, aber im großen und ganzen kümmert sie sich trotzdem sehr gut und er ist alles in allem sehr gut entwickelt und psychisch „unauffällig“ um es mal so zu sagen. Mein Mann hat damals nachdem das neue Gesetz raus kam auch das gemeinsame Sorgerecht beantragt. Ihre erste Reaktion darauf war dann erstmal eine Überprüfung seiner Finanzen beim JA und darauf folgend eine Erhöhung des monatlichen Unterhaltes und die Forderung eines Unterhaltstitels… soviel dazu. Er hat das gemeinsame Sorgerecht dann bekommen (sie haben sich geeinigt) leider mit dem Zusatz, dass der Lebensmittelpunkt bei ihr verbleibt (ein Fehler im Nachhinein betrachtet!!!). Darauf hin hat sie dann auch versucht, den Umgang zu kürzen (mit der Begründung vorher war ja nur zum Test und er kommt ja dann in die Schule), obwohl die Verfahrensbeiständin gesagt hatte, dass der Umgang so wie er ist sehr gut ist und auch so bleiben sollte. Es gab dann in der Folge also noch ein von ihr initiiertes Umgangsverfahren wo der Umgang neu festgelegt wurde (vorher lief das über Absprache). Ihren deutlich reduzierten Umgang (nur alle 14 Tage, weniger als die Hälfte aller Ferien) hat sie nicht durchbekommen, wir aber unseren gewünschten Umgang auch nicht. Am Ende war es weniger als vorher aber deutlich mehr als sie wollte und vor allem alle Ferien wirklich hälftig geteilt und Feiertage etc. geregelt. Ist schon gut, weil man sich da jetzt doch gut drauf verlassen und gut planen kann.

    Es ist definitiv ein langer Weg, aber ich würde hier nicht aufgeben, insbesondere wenn ihr von Kindeswohlgefährdung von ihrer Seite ausgeht. Ggf. sollte da sogar ein Antrag auf Alleinsorge in Erwägung gezogen werden, wenn es wirklich so schlimm ist. Aber wie gesagt, lasst euch da durch einen guten Anwalt beraten. Vielleicht könnt ihr auch nochmal zum Kinderschutzbund wenn das JA weiterhin so stur gegen euch ist und euch kein Gehör und keinen Glauben schenkt?

    Ich drücke die Daumen und halte uns auf dem Laufenden.
    LG Daka.

  • #90110

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Herzdame,

    das hört sich wirklich mies an. Habt ihr schon einen guten Anwalt? Gebt lieber ein paar Euro mehr aus, das kann schon viel ausmachen. Mein Freund hatte am Anfang leider eine ganz schlechte Anwältin und die war zum Überfluss auch noch mit der Anwältin der Gegenseite befreundet.

    Wenn das wirklich so katastrophal ist, würde ich auch versuchen, dass der Junge zu deinem Partner kommt. Ich weiß nicht, ob du das wollen würdest, aber so kann doch nichts aus ihm werden. Alternativ würde ich auf das Wechselmodell gehen. Am besten lasst ihr auch bei der Gelegenheit gleich den Unterhalt gerichtlich festlegen, dann gibt es da schon mal weniger Reibungspunkte.

    Viele Grüße

  • #107028

    herzdame
    Teilnehmer

    Vielen Dank für eure Nachrichten und Tipps. Zum Kinderschutzbund werde ich definitiv zu einem Beratungsgespräch gehen.
    Wir haben aber heute beschlossen den Antrag zurück zu ziehen. Unser Anwalt hatte heute bei dem gleichen Richter einen ähnlichen Fall, dessen Gegebenheiten wohl noch ein bisschen schlimmer waren und die Diakonie sogar aussagte, dass das Kind psychisch gestört sei und die Mutter Erziehungsunfähig und man dringend dem Vater das Sorgerecht übertragen sollte. Doch der Richter entschied zugunsten der Mutter. Scheinbar hat das System in diesem Amtsgericht. Kommt die Mutter nicht mit der Nadel im Arm und der Crackpfeife im Mund in den Gerichtssaal hat man als Vater keine Chance.
    Beim Jugendamt gilt das Gleiche, bzw. darf die Mutter auch so erscheinen solange es Kaffee und Kuchen gibt und beim „angekündigten Besuch alles in Ordnung ist“ und die Kinder total „entspannt“ wirken.
    Wir haben uns nun entschieden, das Kind nicht länger der Manipulation der Mutter auszusetzen (sie wird jetzt keine Energie mehr in ihn setzen)und ihr nicht die Gelegenheit zu geben ihn so fertig zu machen, dass er tatsächlich sagt er würde nicht mehr zum Vater wollen. Wir wissen, dass er gerne bei uns ist und, dass er seinen Papa liebt. Er fühlt sich bei uns sehr wohl und ist bei uns sehr entspannt und ausgeglichen. Er soll seine Zeit bei uns genießen und, wenn er alt genug ist soll er selbst sagen wo er hin will. Natürlich wird die körperliche und emotionale Vernachlässigung weiter gehen und wahrscheinlich wird er mehr und mehr egal sein je älter er wird, aber in diesem System haben die Väter die sich kümmern wollen keine Chance und das „Kindeswohl“ ist nur ein Farce die von narzisstischen Müttern ausgenutzt wird, um sich am Ex zu rächen, weil sie zu dumm sind ein eigenes Leben zu führen und mit ihren Problemen klar zu kommen.

    Die Sozialarbeiterin wird auch ihr „Fett weg bekommen“.

    Viel Erfolg allen Vätern und viel Kraft allen Stiefmamas. Wenn ihr die Gelegenheit habt setzt ein Zeichen, dass es irgendwann vielleicht einmal gerechter zugeht und unsere Institutionen nicht mehr derart willkürlich und subjektiv handeln können.

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.