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Dieses Thema enthält 7 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  diesanfte vor 6 Monate, 2 Wochen.

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  • #8828

    diesanfte
    Teilnehmer

    Hallo und Guten Abend,
    ja Unsicherheit, das ist wohl mein Thema und bin gerade froh dieses Forum gefunden zu haben. Es ist schon mal gut zu wissen, mit dem Thema Stiefmutter nicht allein zu sein, zumal man damit keine wirklichen Erfahrungen hat.

    Also hier meine Geschichte!
    In 2012 lernte ich meine jetzigen Lebenspartener kennen. Er gab an getrennt lebend zu sein. Die Kinder damals 13 und 11 Jahre alt, bei der Mutter lebend. Nach ca. einem Jahr bekam ich heraus, das er gar nicht getrennt war. Er hatte Angst die Liebe seiner Kinder zu verlieren. Bis dahin führten wir eine Ferrnbeziehung, er war jedes Wochenende bei mir, sowie an Weihnachten, Ostern und sonstige Feiertage. Also, für mich sehr schwierig nachzuvollziehen, das da etwas nicht stimmen sollte. Nun, als mich mein Gefühl doch nicht trügte, bekam ich es heraus und stellte ihn zur Wahl….entweder …oder!
    Dies nur als Erzählung, damit man auch die Kinder verstehen kann.

    Er trennte sich von seiner Frau und sie wurden auch sehr bald geschieden. Nach meinem Bekanntwerden wurden mir die Kinder recht schnell vorgestellt….es war schwierig.
    Ein Jahr später, das ist nun drei Jahre her sind wir zusammen gezogen. Seitdem sind seine Kinder, heute 18 und 16 Jahre recht regelmäßig bei uns. Die Ferien wurden bisher immer geteilt. Der Sohn, 16 Jahre hat seine Ablehnung mir gegenüber schon besser ablegen können, wie seine Schwester 18 Jahre alt.

    Die KM leidet wahrscheinlich unter einer Dissozialen Störung. Deswegen sind die Kinder aus meiner Sicht in ihren Entwicklungen ein paar Jahre zurück. Sie wissen nie, was sie richtig oder falsch machen, da sie Angst haben, es sowieso nicht recht zu machen, egal was sie tun oder lassen. Sie können keine Entscheidungen treffen…Standardantwort auf alles…Weiß ich nicht! Also hier ist von Seiten der KM eher von seelischer Gewalt auszugehen. Der KV hat von Beginn an seine Kinder immer beschützen wollen um wett zu machen, was die KM den Kindern antut.

    Nun zum Verhalten der Kinder bei uns oder auch meine Erwartungen im Zusammenleben!
    Sie waschen sich nicht, putzen keine Zähne, wechseln ihre Klamotten nicht, haben auf nichts irgendeine Achtsamkeit. Ich bin, wenn Sie da sind nur am nachräumen, nachputzen, kochen, waschen, bügeln. Ich mache all das, was die KM nicht macht. Was die Kinder alles nicht machen, trifft auch auf die KM zu….also sich nicht waschen, duschen ect.
    Ich bin mittlerweile echt fertig! Ich fühle mich sowas von ausgenutzt. Mein LP, den ich schon oft darauf angesprochen habe kann seinen Kindern gegenüber nichts verbindlich rüber bringen….sieht auch so vieles gar nicht. Will nur, das es den Kindern, wenn Sie bei uns sind, gut geht. Ich meine, wir haben es hier nicht mehr mit kleinen Kindern zu tun.

    Und selbstverständlich spricht die KM über mich und meinen LP schlecht. Ich bin nur die Tussi, die an allem Schuld ist.Dementsprechend gibt es natürlich auch Anprüche, die mit auf dem Weg gegeben werden. Zum Beispiel wird den Kindern gesagt, das ich ja die Wäsche machen könne und sie möchte immer wissen, was sie bei uns machen, was es zu essen gibt.Selbst Fotos mussten schon aus unserer Wohnung zur KM verschickt werden, mit der anschließenden Nachricht, das sie sich solche Tapten nicht leisten könne. Wenn mein LP Klamotten oder Schuhe gekauft hat, weil notwendig, dann wird sich auch beschwert, wenn es vom Unterhalt abgezogen wird. Er zahlt ja auch „nur“ einen ganzen Tausender jeden Monat und pünktlich. Wir wissen auch nicht, was sie mit dem Geld macht. Der Sohn verfügte bis vor kurzem über drei Pullover…DREI!!!
    Ja, und in Urlaub sollen wir auch mit ihnen fahren. URLAUB ist schon bei Ankunft bei uns! Es wird ja alles gemacht! Einen gemeinsamen Urlaub haben wir gemacht, ich brauche keinen zweiten für teuer Geld, wenn die Beiden nur auf Bude bleiben und sich in der Öffentlichkeit nicht zu benehmen wissen.

    Wir haben Beide jetzt gerade seit dem 1. Weihnachtsfeiertag bei uns gehabt. Die Tochter ist seit gestern wieder in ihrer Ausbildung und der Sohn ist aktuell seit gestern krank. Und „natürlich“ muss er dann auch bei uns bleiben. Mir ist das langsam zuviel. Ich bin freiberuflich, selbständig tätig und muss mein Geld auch verdienen und kann mich nicht um alles kümmern. DESWEGEN habe ich meinem LP heute auch mitgeleilt, das ich das so nicht weiter mitmache.

    Soll heißen, das die Kinder in den Ferien nur zu uns kommen können, wenn er auch Urlaub hat. Ich übernehme das nicht mehr allein. Es sind nicht meine Kinder, sie werden es nie sein und ICH bin für deren Betreuung nicht verantwortlich. Hat sein Sohn morgen wieder nicht geduscht und müffelt die ganze Wohnung voll, werde ich ihn zu seiner Mutter fahren. Ich räume auch nichts mehr auf und nach, ich gebe meinem LP einen Hinweis dazu und dann muss er sich endlich verbindlich und erzieherisch zeigen.Ich habe ihm gesagt, das er mich unterstützen muss, sonst gehe ich/wir unter!

    Nun habe ich drei Jahre aus meiner Sicht alles getan, was ich konnte….mehr kann und will ich nicht. Nun muss ich mir Selbstschutz anlegen…meine Nerven machen das nicht mehr lange mit. Es gäbe noch viel, viel zu erzählen! Aber ich glaube, das ist nun zum Anfang auch genug. Wichtig vielleicht noch, ich bin 6 Jahre älter als mein LP und habe einen auch einen bereits 30-jährige Sohn. Mein Sohn und mein LP verstehen sich seit der ersten Begegnung sehr gut.

    Meine Frage zu meiner Geschichte….bin ich zu hart?
    Ich danke für Antworten und Anregungen.

    Viele Grüße
    diesanfte

  • #8829

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Hallo Du Sanfte,

    im Prinzip hast Du Dir Deine Fragen schon selbst beantwortet. Das ist eine gute Einstellung, bleibe dahingehend konsequent.

    Und nein, Du bist nicht zu hart. Wie Du selbst erkannt hast, ist es nicht Deine Aufgabe, alles hinter den Kindern Deines Mannes herzuräumen.

    Alles Liebe Dir,
    Donna

  • #8830

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Ich schliesse mich Donna da an. Du hast deine eigenen Grenzen erkannt und das ist gut so. Zu hart bist du keinesfalls. Zieh es aber auch konsequent durch. Fahre die Kinder nicht mehr. Wäsche nicht mehr ihre Wäsche usw. Soll dein Partner die Aufgabe machen den das ist nämlich seine. Wobei er sich die Frage stellen sollte wo der Fehler liegt, wenn 16 und 18 Jahre sich nicht mal selber waschen können,geschweige den versorgen. Will er ihnen mit 30 auch noch alles machen.? Will er wenn er selber 80/90 Jahre alt ist, seinen Kindern immer noch zu Diensten sein??

    Stell getrennte Wäschekörbe auf. Einen für die Kinder und deinen Mann einen für dich. Seine und die der Kinder kann er selber waschen. Müffelt einer,nicht dein Problem aber derjenige darf so dann in nicht mit am Tisch sitzen. Koch dir dein eigenes Essen und Putz nur das weg was du auch dreckig machst. Nimm dich an den Tagen wo sie da sind komplett raus. Mach was mit Freunden oder arbeite etc.

    Das was du gesagt hast ist schon richtig sie können nur dann Kommen wenn er auch da ist. Ansonsten nicht

  • #8833

    Daka
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich bin wahrlich schockiert über das was du schreibst. 16 und 18-jährige Kinder (also beinahe Erwachsene) die sich nicht waschen können? Auch hier sehe ich das Problem ehrlich gesagt nicht nur bei der Mutter, deiner Schilderung nach, hat der Vater ja bis die Kinder 14 und 12 waren (wenn ich jetzt richtig gerechnet habe) noch mit ihnen zusammen gewohnt und hätte ja durchaus Einfluss darauf nehmen können, was sie lernen. Und auch mit 14 und 12 sollte man sich ja wohl schon alleine waschen können. Meine Tochter macht das mit 5 größtenteils selbst und beim 10-jährigen BK ist es für uns selbstverständlich, dass er sich alleine wäscht, was er auch tut seit er 6 oder 7 ist. Beim Haarewaschen bekommt er hin und wieder noch Hilfe, müsste meiner Meinung nach aber auch nicht sein, würde er auch alleine hinbekommen.
    Was ich damit sagen will, auch von Seiten deines Mannes scheint da vieles mächtig schief gelaufen zu sein, was jetzt vermutlich schwer gerade zu biegen ist.

    Ich finde dich jedenfalls auch nicht zu hart. Es ist nicht deine Aufgabe hinter seinen 16 und 18-jährigen Kindern hinterher zu putzen etc. und auch nicht, sich um sie zu kümmern, wenn der Vater nicht da ist. Ich meine normalerweise können Kinder in dem Alter ja auch schon gut allein zu Hause bleiben, auch wenn sie „normal“ krank (z.B. erkältet) sind. Somit schließe ich mich den Aussagen und Tipps von Donna und Soulcolored an…

    Viel Glück und tue wieder mehr nur für dich,
    LG Daka.

  • #8835

    diesanfte
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,
    herzlichen Dank für eure Gedanken, die mir helfen.
    Die Unreinlichkeit der Kinder liegt tatsächlich bei der KM, die sich auch nicht ordentlich wäscht und frische Klamotten anzieht. Arbeitskollegen von ihr führen sogar eine Liste, wieviel Tage die mit den selben Klamotten auf Arbeit kommt. Also, wo sollen Sie es gelernt haben. Der KV war/ist beruflich schon immer sehr eingespannt auch zeitweise mit Zweitwohnung wegen zu großer Entfernung. Natürchlich hat er da auch viel verpasst. Ich denke, er wollte die Zwei aus seiner Sicht zu sehr beschützen, da sie mit der verbalen Gewalt der KM eh schon einen Schaden weg haben.
    Sein Motto war wohl, die haben mit der Mutter schon so einen Stress, also mache ich dann wenigstens keinen noch oben drauf. Auf den richtigen Weg hat er sie damit nicht gebracht, soviel ist klar.

    Ich werde sowas von konsequent dran bleiben:-)

    Viele Grüße von der Sanften

  • #8863

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Sanfte,

    also erstmals nein du bist sicher nicht zu hart, du hast deine Grenzen erkannt und ziehst die entsprechenden Konsequenzen. Das ist nur zu verständlich.

    Aber nun zu deinem Partner: So wie er dir jetzt die Verantwortung übergeben hat, hat er das auch bei seiner Exfrau gemacht. Sie mag Probleme haben und somit einiges nicht gut lösen, aber er ist für seine Kinder genauso verantwortlich. Er war beruflich eingespannt…naja das hätte er wohl ändern müssen, wenn er sieht dass sich seine damalige Frau nicht ausreichend um die Kinder kümmern kann. Und er hätte doch wohl genug Gelegenheiten gehabt den Kindern Körperhygiene und anderes beizubringen. Auch jetzt ist er verantwortlich für seine Kinder und nicht du. Wenn er ihnen nicht beibringt selbst zu handeln muss eben er ihre Wäsche waschen, hinter ihnen herräumen, für sie kochen usw. Ich an deiner Stelle würde mich da sehr herausnehmen, denn ich glaube nicht, dass dein Freund sonst die Verantwortung selbst übernimmt. Und genau das hat er auch seinen Kindern beigebracht, nämlich keine Verantwortung zu übernehmen. Das ist doch im Grunde ein wirkliches Drama, wenn fast Erwachsene offensichtlich so wenig selbstständig sind und ihr eigenes Leben nicht regeln können.

    Schütze deinen Freund nicht länger, ich glaube es ist längst an der Zeit, dass er die Verantwortung für seine Kinder übernimmt.

    Dir alles Gute,
    Kara

  • #8864

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Liebe Sanfte,

    ich möchte mich meinen Vorposterinnen anschließen: Nimm dich raus, wenn die Kleinen Dreck machen, drück den Lappen deinem Partner in die Hand, etc. So wie du es auch selbst vorschlägst.

    Aber, etwas fällt mir auf: Dein ursprünglicher Post ist im Ton ein wenig harsch, sodass ich mir Sorgen mache, wie du deine neue neue Einstellung rüberbringen möchtest. Wahrscheinlich ist es nur die Gemütslage, in der du das geschrieben hast, aber es klingt für mich doch nach „ihr könnt mich mal ich mach gar nichts mehr“. Bitte suche zuerst das Gespräch mit deinem Partner und erkläre ihm ruhig, sachlich und ohne Vorwürfe gegenüber irgendjemandem, dass und warum du keinen „Kinderdreck“ mehr putzen und keine „Kinderwäsche“ mehr waschen wirst. Gib aber nicht nach, wenn er versucht, dich umzustimmen!

    Das mit den Fotos von der Wohnung an die Ex finde ich übrigens ganz schlimm. Das würde ich sofort zu unterbinden versuchen.

    Alles Gute,
    Pumpkin

  • #8877

    diesanfte
    Teilnehmer

    Liebe Kara und Pumpkin,
    Danke an euch für eure Worte. Ja,mein LP hat soviel nicht „gesehen“ oder hat es nicht sehen wollen. Erst durch mich hat er es überhaupt erst mitgekriegt, was da alles schief gelaufen ist. Manchmal wünschte ich mir einen Führerschein für Erziehung. Ausbaden müssen es eh die Kinder in ihrem Erwachsenenleben.
    Kara, du hast mir aus dem Herzen gesprochen, danke dafür. Und Pumpkin, wegen der harschen Art….ich kann eher sehr verbindlich rüber kommen, ich bin es auch, wenns drauf ankommt. Schreien z.Bsp. gehört nicht zu meinem Repartuar. Ich hasse so etwas.
    Werte und Achtsamkeit im zwischenmenschlichen, das ist mir sehr wichtig. So bin ich halt erzogen.
    Seine Kinder sind einfach nicht „erzogen“ worden. Keine Werte, also weitergeben, was darf man, was nicht, was gehört sich, was nicht. Auf andere achten, helfen…von alleine kommt da nichts. Ich fordere es mir jetzt einfach ein. Funktioniert sogar.
    Jemand hier im Forum hatte vor kurzem von der Machtlosigkeit geschrieben, nämlich an der Erziehung nicht mitwirken gekonnt zu haben. Und ich meine, genau das ist der Punkt. Wir kommen alle aus unterschiedlichen Leben und haben unsere Vorstellungen und jetzt heißt es, mit den Leben der anderen Kinder incl. Ex irgendwie klar zu kommen.
    Ein ganz schöner Spagat, den ich Anfangs so nicht eingeschätzt hätte. Ich denke, das geht jedem Beteiligten so.
    Zur Zeit führen wir täglich Gespräche, er macht dann schon mal einen beleidigten Eindruck, was ich ihm auch sage und erkläre, das es keine Vorwürfe sind, sondern mein Ziel ist es, das er seine Kinder beobachtet und darüber erkennt, welche Defizite es gibt. Nur so kann er ins handeln kommen. Vielleicht kann man den Kindern, wenn auch spät, noch einen Schliff fürs Leben mitgeben.

    Ich werde weiter dran bleiben, mich mehr zurück nehmen und mehr fordern, um mich selbst auch zu entlasten.

    Liebe Grüße
    die Sanfte

    PS: ich bin für diesen Austausch hier sehr dankbar😉

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