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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  TanjaKristina vor 3 Tagen, 2 Stunden.

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  • #9038

    TanjaKristina
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin neu hier und total glücklich das ich nicht allein bin. 🙂

    Ich bin 27 Jahre alt, mein Partner ist 37 und hat zwei Mädchen (8 und 11) aus seiner vorherigen Ehe.
    Wir leben seit ca. einem halben Jahr zusammen.

    Mit dem Mädchen verstehe ich mich gut, da gibt es bis auf Kleinigkeiten eigentlich keine Probleme. Wir kuscheln zusammen, spielen und lachen zusammen. Für die Älteste bin ich, dank Pupertät, auch sehr wichtig geworden um über Probleme zu reden. Mit der Mutter der Kinder habe ich keinerlei Kontakt und möchte dies auch nicht, da sie mich – obwohl sie mich nicht wirklich kennt – ständig beleidigt (Betthäschen, Tusse etc.). Aber das interessiert mich nicht wirklich.

    Mein Partner und ich arbeiten Vollzeit, ich studiere seit 3,5 Jahre noch am Wochenende und schreibe momentan meine Bachelorarbeit. Nach meinem Studium wollte ich eigentlich mehr reisen und viel Zeit für mich haben und Kinder – so gern ich sie auch habe – passen da nicht wirklich rein.

    Gerne möchte ich mit meinem Partner verreisen, das ich aber nicht tun kann, da sich eigentlich fast alles um die Kinder dreht. Sie sind jedes Wochenende bei uns und auch an einigen Tagen unter der Woche. Eigentlich kein Problem für mich, solange ich meine Freiheiten habe. Aber ich habe mittlerweile echt das Gefühl ich richte mein komplettes Leben nach den Kindern. Das fängt schon selbst beim Kochen an. Da die Kleinen nicht alles essen kann ich hier immer kreativ werden.

    Auch ist es in letzter Zeit immer selbstverständlicher geworden die Kinder überall mit zunehmen. Geburtstagsfeiern, Besuch von Freunden, Besuch bei meiner Familie die etwas weiter weg wohnt. Wenn ich sage ich möchte nur zusammen fahren, dann kommt es immer drauf an ob er die Kinder vermisst oder nicht. Ich finde es schön, dass er so ein guter Papa ist und seine Kinder über alles Liebt… aber ich habe das Gefühl ich bleibe komplett auf der Strecke. Zuhause bin ich halt da und wenn die Kinder da sind bin ich zur Animation da. Versteht mich nicht falsch, ich tue auch viel für die Mädchen. Das mache ich auch gerne. Habe den Kindern extra selbstgemachte Adventskalender gebastelt oder schlage extra Unternehmungen vor, die für die Kinder gedacht sind etc.

    Ich hatte mir überlegt mit meinem Partner, neben dem Urlaub mit den Kinder (2 Wochen im August), noch eine Woche oder ein Wochenende nach Italien zu reisen. Tja das geht nun leider nicht, da er gerade seinen kompletten Jahresurlaub nach den Ferien der Kinder geplant hat ohne dies mit mir abzusprechen.
    Und das obwohl ich schon tausend mal gebeten habe mit ihm allein in den Urlaub zu fahren.

    Ich bin momentan nicht wirklich glücklich. Mein Partner ist mir wirklich sehr wichtig und ich liebe ihn sehr. Aber ich möchte auch nicht ständig um die Aufmerksamkeit und das Verständnis von meinem Partner kämpfen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, wenn man geliebt wird. Und ich möchte auch keinen Konkurrenzkampf mit den Kindern anfangen. Natürlich verstehe ich, dass es meinen Partner nur im Paket gibt und ich nicht immer an erster Stelle stehen werde. Und eigentlich ist das Ok, aber irgendwie bin ich unglücklich mit der Situation und weiß nicht warum…

    Ich weiß auch nicht ob ich mir zu viele Gedanken mache und ob ich etwas falsch mache.
    Wie geht es euch bezüglich der Thema Urlaub, Aufmerksamkeit etc.?

    Liebe Grüße

  • #9039

    MaryLou
    Teilnehmer

    Hallo liebe Tanja Kristina,

    erst einmal du bist absolut nicht allein!

    Um eines vorab zu sagen, ich bin selber 25 Jahre alt und mein Partner ist 39. Er hat aus vorheriger Beziehung einen 6jährigen Sohn und bei uns ist genau die gleiche Konstellation wie bei dir. Mein Partner ist auch mindestens einmal die Woche bei dem Kleinen oder er bei uns. Und grundsätzlich jeden Sonntag und Montag ist er bei seinem Sohn (die Zwei trennen 200km).

    Ich verstehe dich vollkommen und es ist absolut richtig, dass du deine Freiheiten dir nimmst. Das siehst du auf jeden Fall, nach meiner Ansicht, schon einmal genau richtig. Es sind, auch wenn du die Kinder lieb hast, noch immer die Kinder deines Partners. Natürlich gehören Sie dazu, aber es sind nun mal nicht deine Kinder.

    Wie ist das denn mit dem Kochen? Beteiligt sich dein Partner dann auch? Selbst wenn du gerne kochst und dir Gedanken machst, wenn die Zwei nicht immer alles essen, sollte dies schon geteilte Aufgabe sein.

    Du bist 27 Jahre alt und hast nun bald dein Studium rum. Natürlich möchtest du rumreisen und das sollte dein Partner auch verstehen. Vor allem, möchtest du eine Woche oder gar ein Wochenende weg und das sollte wirklich machbar sein. Man möchte dann so etwas auch mit dem Partner erleben. Hattest du ihn nochmal darauf angesprochen?

    Bei uns ist es nun so, dass mein Partner sich „frei“ genommen hat über meinen Geburtstag und im Sommer fahren wir zu dritt für 2 Wochen in den Urlaub – aber er weiß auch und das werde ich auch durchsetzen, nächstes Jahr möchte ich eine größere Reise dann machen – ohne Kind. Und darauf solltest du auch bestehen, etwas Zweisamkeit ist wirklich so wichtig.

    Was ich dir zum Thema Aufmerksamkeit sagen kann ist, dass du es vielleicht ihm nach und nach zeigst oder sagst, durch offene Gespräche, wenn dich etwas zum Thema Aufmerksamkeit stört. Anders wird das wohl etwas schwer werden – meiner Erfahrung nach. Diesen Konkurrenzkampf kenne ich, auch wenn ich mir tausend mal einrede, es ist sein Kind, es gibt die zwei nur im Doppelpack.

    Aber ich habe gelernt, mir die Zeit für mich zu nehmen. Für mich, wenn es mir etwas zu viel wird und ich merke, ich werde unglücklich wegen irgendwelchen Situationen. Gönn dir solche Auszeiten, dreh nicht dein ganzes Leben um deinen Partner und seine Kinder, vor allem nicht, wenn du unglücklich bist. Mach diesen Fehler bitte auf keinen Fall.

    Ich wünsche dir alles Gute,

    MaryLou

  • #9042

    Kara
    Teilnehmer

    Hallo TanjaKristina,

    ganz ehrlich was für dich ok ist wäre für mich schon viel zu viel. Was will ich damit sagen: Ich denke du bist ohnehin schon sehr entgegenkommend. Insofern sollte das wenige das du dir wünscht wie ein kinderfreier gemeinsamer Urlaub, ein Besuch ohne Kinder, etwas bestimmtes zu essen/kochen etc. kein Problem sein.

    Ich weiß natürlich nicht wirklich warum du unglücklich bist, aber ein naheliegender Grund ist, dass deine Bedürfnisse offensichtlich nicht wahrgenommen und berücksichtigt werden.

    Damit das in Zukunft anders wird bist du gefragt. Ein wirklich liebevoller Mensch ist erstmals zu sich selbst liebevoll und wenn du zulässt, dass immer wieder deine Wünsche und Grenzen nicht berücksichtigt werden ist das gar nicht liebevoll und dann kommt zurecht das Unglücksgefühl auf. Also formuliere offen was du brauchst und mache deutlich was dir wichtig ist. Ich weiß nicht wie du deinen Wunsch nach einem Paarurlaub formuliert hast, aber es sollte schon deutlich werden, dass das nicht eine eventuell möglichweise schöne Sache wäre, sondern dass das für dich für eine gute Partnerschaft dazu gehört. Dass du das brauchst.

    Ich denke fast jeder hier kann berichten, dass es anfangs einfach Zeit kostet und viele Gespräche braucht, dem Partner klar zu machen, dass für uns die Kinder eben nicht denselben Stellenwert haben. Somit heißt ein Urlaub mit Kindern für uns nicht automatisch juhu mehr Zeit mit den Kindern, sondern bei vielen sogar uije soviel Zeit mit den Kindern. Dein Partner scheint außerdem ohnehin relativ viel Zeit mit seinen Kindern zu haben und ist somit weniger auf Urlaube angewiesen als viele andere geschiedene Väter. Und ganz abgesehen von der Patchwork-Situation ist es auch in einer normalen Kernfamilie durchaus gut, wenn die Eltern auch ohne Kinder verreisen, schließlich sind Eltern eben nicht nur Eltern sondern auch Partner. Und das lässt sich nunmal ganz anders ausleben wenn man nur zu zweit ist.

    Ach ja und was das Kochen/Essen betrifft: Warum kocht nicht dein Partner für seine Kinder und du isst worauf du Lust hast? Muss ja nicht immer so sein, aber das sollte doch auch möglich sein und auch hier zählen deine Bedürfnisse nicht weniger.

    Pass auf dich und deine Bedürfnisse auf. Es wäre doch schade, wenn du zurückblickst und erkennst, dass du auf dich nicht geachtet hast und deine Träume wie das Reisen nicht verwirklicht hast.

    Alles Gute
    Kara

  • #9043

    Lacalma
    Teilnehmer

    Hallo TanjaKristina,

    jedes Wochenende und einige Tage in der Woche – das hört sich ja nach Wechselmodell an (als quasi 50/50 – Betreuung)? Hat er die Kinder jedes Wochenende dann Samstag UND Sonntag ? Denn jedes 2. Wochenende, oder aber abwechselnd Samstag und Sonntag wäre wohl deutlich fairer – dann können beide Eltern ihre Freizeit mal ohne Kinder verbringen. Man sollte sich schon auch kinderfreie Zeit einplanen und auch nicht von einem neuen Partner gleich den kompletten Einsatz verlangen, da fehlt deinem Partner wohl noch ein wenig die Balance! Das kann man eventuell auch in Ruhe besprechen.

    Wir regeln den Urlaub so: 3 Wochen im Jahr nehmen wir seine Kinder in den Urlaubszeiten, 2 Wochen im Sommer und eine an Weihnachten …. da sind wir auch meist unterwegs, außer Weihnachten direkt. Darüberhinaus machen wir 1 Woche im Jahr traditionell nur mit unseren gemeinsamen Kindern Urlaub, zusätzlich 4 Tage-1 Woche nur mein Mann und ich – so sind alle zufrieden 🙂 Ich weiß, dass manche Männer ihren gesamten Urlaub für die Kinder einsetzen, finde das auch ok – aber wenn eben noch eine Familie da ist und da auch Interessen zu wahren sind, wie bei uns – finde ich die Einteilung so auch gut. Mein Mann hat auch nur diese 5 Wochen im Jahr Urlaub, und die schneidet er sich schon aus den Rippen.

    Wir haben die Kinder sonst jedes 2. Wochenende und ab und zu spontan oder nach Absprache bzw. zu Familienfesten dazwischen.

    Was natürlich ein großer Unterschied ist: du bist ja noch keine Mutter. Ich finde gerade als Nicht-Mutter mit einem Vater ist das gar nicht so einfach – man HÄTTE ja eigentlich noch alle Freiheiten, aber viele Frauen mit Vätern geben diese quasi aus „Nettigkeit“ ihrem Partner gegenüber komplett auf, ohne aber, dass sie das Zurückzubekommen, was man als Elternteil eben bekommt: Bindung/Liebe vom eigenen Kind. Wenn man selbst auch Mutter ist, hat man vielmehr schon diesen „Elternrythmus“ – ob dann noch ein oder zwei Kinder mehr, fällt dann auch schon nicht mehr ins Gewicht, es dreht sich ja eh fast alles ums Kind. Ich finde unsere Regelung insgesamt perfekt für uns und ich glaube die Kinder sind auch recht zufrieden.

    Du musst jetzt schauen, wie du trotz Partnerschaft mit einem Vater noch die positiven Seiten der Nicht-Elternschaft, wie Freiheit etc. nutzen kannst. Ich denke, da sind auf ALLEN Seiten Kompromisse nötig, nicht nur von deiner Seite aus.

    Viele Grüße
    Lacalma

  • #9219

    TanjaKristina
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    Tausend Dank für eure lieben Antworten. Leider kann ich erst jetzt schreiben da ich vor lauter Stress eine Gürtelrose im Gesicht hatte und im Krankenhaus war :-/

    Vielen Dank für euren Rat bezüglich Urlaub. Den habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Wir fahren nun auch zu zweit nach Prag. Ich habe mit ihm gesprochen und er versteht mich und ihm war es nicht bewusst. Ich habe das Gefühl er achtet nun mehr drauf und akzeptiert, wenn es mir einfach zu viel mit den Kindern wird.

    Es war kam zwar zu einer kleinen Diskussion mit seiner kleinsten (8 Jahre), warum wir sie nicht mitnehmen wollen nach Prag und das wäre doch total unfair von uns. Das liegt größtenteils aber wahrscheinlich auch daran, dass die Kinder bei ihrer Mutter nicht glücklich sind.

    Nach dem ganzen Stress mit meiner Abschlussarbeit habe ich mir fest vorgenommen zeit für mich zu nehmen.

    Hatte auch viel Zeit nachzudenken warum ich nicht ganz glücklich bin.
    Liegt wahrscheinlich daran, dass es Probleme mit der Mutter der Kinder gibt. Und allgemein die Situation mit der den Mädls momentan anstrengend. Eine in der Pubertät und die andere sehr motzig und wegen allem eingeschnappt. Und ständige Streitereien zwischen den Kindern, bei denen die kleine teils aggressiv reagiert. Und ich bin extrem gegen aggressives und egoistisches Verhalten.

    Die Kindsmutter zieht mich immer indirekt in Konflikte rein obwohl ich keinen Kontakt zu ihr habe und einfach die neue bin. Sehr kompliziert zu erklären. Hier muss ich noch persönlich für mich einen Weg finden wie ich mit den beiden Situationen klar komme.

    Ganz Liebe Grüße

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