Umgangsrecht – wer bestimmt?

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Dieses Thema enthält 11 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Miramar vor 3 Monate, 4 Wochen.

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  • #8025

    Miramar
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    puh, es ist ja so schön zu lesen, dass man nicht alleine ist.

    Ich (34) bin seit gut 9 Monaten wohl die offizielle Stiefmutter von zwei ganz süßen Mädchen (4&7) – sie hatten sich unglaublich schnell an mich gewöhnt und wir haben eine tolle Zeit wenn die Kinder hier sind. Ich hab mich anfangs zurück gehalten aber sie akzeptierten mich ohne weiteres, leider nur die beiden, die Mutter also Exfrau meines Freundes sieht das ganz anders.

    Nun weiss ich das es nicht einfach ist, als Mutter von der neuen Freundin des Vaters erzählt zu bekommen und ich bin mir sicher, dass viel einfach nur Eifersucht und Missgunst ist, schade dass die Größe das eigene Ego hinten anzustellen und das Wohl der Kinder nicht überwiegt, aber das ist wohl der Standard.

    Egal was sie versucht die Kinder von mir fernzuhalten, es funktioniert nicht. Schlimme Geschichten, Verbote, all das macht unsere Beziehung nur intensiver, dabei bin ich stets darauf bedacht, nicht schlecht über sie zu reden, sondern den Mädchen zu erklären, dass es manchmal einfach schwierige Situationen zwischen Erwachsenen gibt die sie einfach noch nicht verstehen können und aus meiner Sicht auch nicht sollten. Sie sollten bei der ohnehin schon schwierigen Lage einfach noch ihre Kindheit geniessen…

    Die Absprachen mit den Wochenenden klappen nur so semi gut, eigentlich ist sie ständig am längeren Hebel, plant einfach Sachen in den Ferien die nicht abgesprochen sind und wir (beide Vollzeitberufstätig) müssen uns dann mit den Resten arrangieren. Die Kinder wollen gerne öfter bei uns sein, das Wechselmodell kommt zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht in Frage, auch oder vor allem, weil es rechtlich wohl so ist, dass ich als neue Partnerin kein Umgangsrecht mit den Kindern habe?
    Und das ist meine konkrete Frage: Muss immer der Kindsvater anwesend sein oder wie bei uns, seine Eltern, also die Großeltern, damit die Kinder bei uns bleiben dürfen, oder darf ich, als meiner Meinung nach sehr verantwortungsvolle Person, die Kinder auch alleine beaufsichtigen wenn mein Partner z.B. arbeitet oder geschäftlich unterwegs ist und wir einfach die Regelmäßigkeit der Besuche darunter nicht leiden lassen wollen.

    Ich weiss dass die Kinder auch liebend gern bei mir blieben, das Verhältnis zur Mutter ist derzeit durch viele Dinge wohl sehr angegriffen, sie merkt leider gar nicht dass sie sich nur selber schadet in dem sie versucht das von den Kindern bereits akzeptierte Modell ständig zu torpedieren, so redet sie z.B. schlecht bei den Kindern über mich oder macht ihnen Vorwürfe.

    Naja, ich hätte soviel zu schreiben und werde es sicher auch noch tun, da ich ja jetzt weiss, dass ich nicht alleine bin auf der Welt 🙂

    Aber für den heutigen Abend wäre mir die Frage des Umgangs die entscheidende.

    Vielen Dank und schön dass es sowas wie diese Plattform gibt!

    Liebe Grüße

    Mira

  • #8027

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Hallo Mira,

    seid Ihr miteinander verheiratet? Nur dann ist man per Gesetz Stiefmutter. Aber wie auch immer. Hier entscheidet normalerweise der gesunde Menschenverstand, ob Du auch mal mit den Kindern allein sein kannst. Warum denn nicht? Du bist schließlich die neue Frau an der Seite ihres Vaters. Das hat auch die Exfrau zu akzeptieren.
    Akzeptanz dauert manchmal lange, manchmal gelingt es nie. Dann müsst Ihr Euch einfach darüber hinwegsetzen. Wir haben gerade wieder Stress mit den Eltern meines Mannes. Sie nehmen mich auch nach 5 Jahren nicht als Stiefmutter ihrer Enkelinnen an.

    Einfach weiterleben und sich nicht unterkriegen lassen……

    Alles Liebe, Donna

  • #8031

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Miramar,

    während der Umgangszeit hat dein Mann die Verantwortung. Das heißt auch, dass er die Betreuung bzw. Aufsicht an dich abgeben kann. Die Mutter hat da – eigentlich – nichts zu sagen. Trotzdem ist es manchmal schwierig durchzusetzen. Bei uns ist es so, dass die KM es sogar heute noch nicht will, dass unser BK zu uns kommt wenn der Papa nicht da ist. Da kommt es vor, dass der Junge (mittlerweile 10, Trennung als er 1 Jahr alt war, ich kenne ihn seit er 3 ist) die Mutter bewusst anschwindelt, damit er trotzdem kommen darf. Ist gar nicht lange her, da war klar, dass Papa am Wochentagsumgang (wir haben zum Wochenende immer noch einen Tag in der anderen Woche) nicht da war und das haben wir unserem BK vorher gesagt und ihn gefragt ob er trotzdem kommen möchte. Ja klar, er will auf jeden Fall kommen auch wenn Papa nicht da ist. Der KM haben wir nichts davon gesagt, weil es sie letztendlich auch nichts angeht. Als er dann da war, fragte ich ihn, ob er Mama erzählt hat, dass Papa nicht da ist (Sie wusste dass er weggefahren ist, aber nicht genau wann er wiederkommt). „Na ja, sie hat gefragt und ich habe gesagt, dass Papa schon wieder da ist… sonst hätte ich ja nicht kommen dürfen.“ Ich meine, spricht doch Bände, oder?!
    Wir haben es letztlich einfach so gemacht ohne sie groß darüber zu informieren. Es ist allerdings auch eher die Ausnahme, dass mein Mann bei Umgängen nicht da ist.

    Ein paar Faktenfragen noch:
    Haben die beiden gemeinsames Sorgerecht? Gibt es eine gerichtlich festgelegte Umgangsregelung?
    Aus eigener Erfahrung kann ich leider nur sagen, es ist schwer ein Wechselmodell gegen den Willen der Mutter durchzukriegen (vielleicht jetzt „etwas leichter“ durch dieses eine Musterurteil). Eine schriftlich festgelegte Umgangsregelung hilft auf jeden Fall, auch für Ferien. Dann sind die Zeiten beim Vater klar festgelegt. Und wenn er dann bestimmt, dass du die Kinder abholst, dann ist das so. Da kann sie nichts gegen sagen. Umgekehrt hat der Vater ja auch keine Kontrolle bzw. Mitspracherecht wer die Kinder betreut wenn sie bei der Mutter sind.

    Ich hoffe das hilft dir schon mal ein bisschen…
    LG Daka.

  • #8035

    Miramar
    Teilnehmer

    Hallo Donna,
    hallo Daka,

    vielen lieben Dank für euren Input!

    Zu 1.: Nein wir sind nicht verheiratet, liiert, die Scheidung läuft aktuell noch und wird wohl (hoffentlich) dann bald auch amtlich aber wir wohnen seit einiger Zeit zusammen. Also im rechtlichen Sinne gelte ich dann wohl nicht als Stiefmutter, die Kinder formulieren es gerne als „Zweite Mama“.

    Es besteht geteiltes Sorgerecht, die Kinder sind alle 14 Tage am Wochenende bei uns und auch jeweils einen Nachmittag nach der Schule bis maximal 18 Uhr bei uns. Ähnlich wie bei dir Daka. Die KM möchte am liebsten den Umgang mit mir komplett unterbinden. In der ersten Zeit erschien es mir als wenn sie mich weg ignorierte (so nach dem Motto das ist nur eine Phase der fängt sich schon wieder), aber ich denke die Kinder erzählen halt mittlerweile viel von mir weil ich für sie zur Normalität geworden bin. Dadurch sind wohl auch schon unschöne Diskussionen zwischen den Kindern und der KM entstanden indem sie den Kindern Vorwürfe machte (dann bin ich halt nicht mehr eure Mama sondern die blöde…) oder ihnen vorschreiben wollte, dass sie mehr Distanz üben sollten, weil ich ja eigentlich eine Fremde wäre.

    Mir ist klar, dass sie sich in ihrer Mutterrolle angegriffen fühlt, dass sie die Konkurrenz mit mir sieht, etc. Ich will das gar nicht, ich möchte weder Mama genannt werden, noch habe ich das Bedürfnis die Kinder irgendwie zu „locken oder zu verführen“ – es gibt bei mir Regeln, wir machen keine Highlightwochenenden mit MEGA EVENTS sondern versuchen eine Form von Alltag mit: im Garten spielen, kochen, backen und all sowas, damit sie wissen, dass sie hier bei uns auch eine absolute Daseinsberechtigung und ein Zuhause haben, auch wenn sie zeitlich nicht so häufig hier sind. Ich relativiere, wenn sie über die Mama schimpfen und versuche zu vermitteln und zu erklären. Aber ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich einfach sagen muss, es reicht mir! Vor allem weil die Kommunikation ausschliesslich über ihn läuft, wir, also KM und ich, kennen uns nicht. Und ihre Art und Weise ihm gegenüber ist einfach maximal unverschämt. Der Ton, der Text (Beleidigungen meiner Person inklusive) ich könnte jedesmal durchdrehen wenn ich ihn da tippen sehe und dann immer im Befehlston: Du hast, du musst, du sollst. Nichtmal ein Hallo oder Tschüss kriegt sie ihm gegenüber raus, wenn er die Kinder bringt oder holt… Und diverse 4 Augen Gespräche haben genau zu keinem Erfolg geführt. Es geht ständig nur ums Geld – dies bezahlen, das bezahlen… Den Klassiker die Kinder in alten, gammeligen zu kleinen Klamotten mit Sandalen im Winter vorbeizubringen, alles schon erlebt – und glaubt mir, da mangelt es nicht an den finanziellen Mitteln.

    Es gibt einen Vertrag von Anwälten aufgesetzt, den beide unterzeichnet haben, vornehmlich ging es hier um die Finanzen (mein Freund ist nicht gerade arm) sie hat einen ziemlich guten Schnitt dabei gemacht. Nur bzgl. der Kinder ist viel formuliert indem sich die Parteien „absprechen“ sollten. Aber sie tut es einfach nicht. Wir werden so gut wie nie informiert wie jetzt aktuell: es werden einfach Termine in den Ferien gebucht die uns gar keine andere Wahl lassen als das zu nehmen was übrig bleibt. Es wird von ihr bestimmt und es gibt keinerlei entgegenkommen. Wollen wir einen Termin mal tauschen, dann nimmt sie uns einen anderen weg oder stellt Bedingungen die nicht machbar sind. Ich finde es so traurig und es macht mich parallel so wütend.

    Die Kinder wollen unbedingt in den Ferien eine Woche zu uns, nur ist mein Freund auf Geschäftsreise 4 Tage (von der sie wusste), ich müsste mir frei nehmen, was ich gerne tue und sie würden liebend gerne bei mir bleiben auch alleine. Aber die KM will das natürlich nicht und mein Freund sagt, wir dürften das auch nicht, da wir keine rechtlich anerkannte offizielle Beziehung führen. Wären wir verlobt oder verheiratet wäre das was anderes (aber aus so einem Grund werde ich mich weder verloben, noch heiraten), daher müssten immer leibliche Verwandte da sein, sprich seine Eltern. Die wohnen aber 300 km entfernt und reisen immer mit mega Aufwand an. Er meint, die KM geht sonst zum Jugendamt, sagt dort ich wäre schlecht für die Kinder und im schlimmsten Fall würde er das Sorgerecht komplett verlieren. Ich kann das nicht begreifen, kann denn sowas in unserem Land wirklich passieren? Ich meine, es gibt genug Menschen die Au Pairs bezahlen oder Sitter oder Tagesmütter, dann müsste das doch auch illegal sein????

    Ich wünschte es wäre möglich sich an einen Tisch zu setzen und mal vernünftig zu reden, ich sehe wie sehr die Kinder leiden, ich möchte nicht dass sie sich genötigt fühlen ihre Mutter anzulügen nur damit sie dort keinen Ärger, Druck oder schlimmeres abkriegen. Ich mache mir wirklich schreckliche Sorgen, weil man ihnen die Zerrissenheit förmlich ansieht. Hinzu kommt dass sie beide mittlerweile wieder einnässen, das kann natürlich andere Ursachen haben, aber in dem ganzen Kontext erscheint mir ein Zusammenhang als wahrscheinlich…

    Puh es tut so gut, sich das mal alles von der Seele zu schreiben, ich bin auch kurz davor mich offiziell beraten zu lassen. Eigentlich wäre ich dafür eine Trennungsbetreuung für alle zu organisieren, aber das wollen weder KM noch der Vater… So bedauerlich, dass die Eitelkeit und das Ego immer allen so im Wege stehen.

    DANKE nochmal für eure Beiträge!

    Mira

    • #8036

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hallo Mira,

      Dein Text kommt mir sehr bekannt vor. Auch ich habe dreckige und zu kleine Klamotten an den Kindern erlebt, ebenso wurde ein gemeinsames Gespräch abgelehnt usw. usf. Ich bin es inzwischen auch echt leid.

      Zu Deiner wichtigsten Frage kann ich Dir nur raten, das bei einem Anwalt zu klären. M. E. hat Daka recht und Dein Freund kann Dich dazu bevollmächtigen, die Kinder zu betreuen, auch ohne Trauschein. Aber im Zweifel fragt lieber einen Experten.

      Alles Liebe,
      Donna

  • #8043

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Mira,

    wenn die Eltern nicht miteinander reden wollen (und können), kannst du leider wenig bewirken. Zum Reden zwingen bringt niemandem was. Unsere KiMu verweigert leider auch vehement alle Gespräche. Eine feste Umgangsregelung vor allem für die Ferien bietet sich an, weil so alle gut im Voraus planen können. Wenn damals die Anwälte was geschrieben haben, vielleicht lässt sich das auch für den Umgang nochmal verschriftlichen – da es mit den Absprachen ja nicht klappt. Empfehlen könnte ich, dass ihr vorher schon mal schriftliche eine Art Umgangsvereinbarung aufsetzt (da gibt es Muster im Internet) und diese dann mit ihr und ggf. den Anwälten ODER Jugendamt (die machen sowas auch) besprecht. Als Tipp: Schreibt deutlich mehr Umgang rein als ihr tatsächlich mindestens wollt, damit noch etwas Verhandlungsspielraum bleibt.

    Mal als Vergleich unsere Regelung:
    14-tägig von Donnerstag bis Sonntag (wobei wir sehr gerne bis Montagfrüh hätten und ich das auch besser finde für die Kinder)
    14 tägig Donnerstag bis 18.00
    3 Wochen Sommerferien
    1 Woche Herbstferien
    Weihnachten: Heilig Abend und 25.12. ist er bei ihr und 26.12. und 27.12. bei uns. Von Ferienbeginn bis zum 24.12. 10.00 ist er immer bei uns (da hat sie zugestimmt weil sie unbedingt den Heilig Abend bei ihr haben wollte) und die zweite Ferienhälfte inklusive Silvester wechselt jährlich.
    Winterferien (1 Woche) immer jährlich im Wechsel
    1 Woche Osterferien (Ostersonntag bei ihr, ab Ostermontag bei uns)

    Bei Geburtstagen von Geschwistern und Elternteilen ist er immer vor bis 19.00 da. Sein Geburtstag wird – natürlich (:-() bei der KiMu gefeiert. Wir dürfen dann nachfeiern.

    Das klappt im großen und ganzen recht gut, einfach weil es vernünftig und schriftlich festgelegt ist. Leider sind Ausnahmen quasi unmöglich, also zum Beispiel jetzt verlängern wegen 3. Oktober ist aus ihrer Sicht einfach nicht drin.

    Wenn der Vater von einer Woche 4 Tage nicht da ist verstehe ich die Bedenken da schon. Und es ist nicht möglich, dass sie eine andere Ferienwoche zu euch kommen oder der Vater die Dienstreise verschriebt? Verstehe ich es richtig, die Mutter hat den anderen Ferienteil verplant, obwohl sie wusste, dass er in der einen Woche 4 Tage nicht kann? Das wäre dann echt berechnend…
    Also ich habe mal einen Nachmittag oder auch Nacht oder Abend abgedeckt, aber komplette Ferien oder auch 4 Tage würde ich wohl eher nicht übernehmen. Mein Freund war das eine Jahr mal im KH in den Osterferien, da hätte ich ihn zwar in den geplanten Urlaub mitnehmen können (den ich mit unserer Tochter trotzdem gemacht habe), wollte ich aber nicht. Zudem die KiMu sicherlich auch nicht zugestimmt hätte. Für mich war da klar, wenn der Vater nicht verfügbar ist, bleibt er bei der Mutter, es sei denn sie hat wirklich keine Zeit und hätte mich gebeten, ihn mitzunehmen.

    Ich denke am meisten würde euch eine wirklich festgelegte Regelung helfen. Das ist für alle lange im Voraus planbar und Verschiebungen gibt es dann einfach nicht.

    Liebe Grüße,
    Daka.

  • #8051

    Josi
    Teilnehmer

    Hallo Mira,nur mal eine kleine Empfehlung von mir.Geht wegen dem Umgang nicht vor Gericht,auch ein Beschluss wird nichts ändern.Man kann sein Recht zwar durchdrücken,aber das geht auf Kosten der Kinder.Bei uns war es umgekehrt.Das Kind wohnt beim Papa,die Mutter kümmert sich mal,mal nicht.Irgendetwas planen geht nicht,da sie immer etwas kurzfristig ändert.Auch ein Gerichtsbeschluss änderte daran nichts.Uns wurde sogar von der Richterin auf eine Beschwerde hin gesagt,dass der Beschluss eine Empfehlung ist und man die Mutter nicht zwingen kann,sich um ihr Kind zu kümmern.Wenn die Kinder bei euch sind,kann dir dein Lebensgefährte die Aufsicht übertragen.In den ersten Jahren,als der Bub zu uns kam,waren wir auch nicht verheiratet und ich war oft mit dem Bub alleine.Da hab ich natürlich beim JA nachgefagt.Die Mutter kann das nicht verbieten.Exfrauen können der Horror sein,lass dich nicht unterkriegen,l.G.Jana

    • #8052

      LillyChantilly
      Teilnehmer

      Ich finde das bedenklich, hier Leuten zu raten, ihr Recht nicht einzufordern!
      Und die Argumentation „es ändert nichts, aber geht auf Kosten der Kinder“ ist doch auch nicht schlüssig. Wenn sich doch nichts ändert, inwiefern schadet das den Kindern?
      Es schadet Kindern nie, wenn beide Elternteile sich um sie bemühen, und ein Umgangsbeschluss ist im Sinne der Kinder. Denn es sind sie, die das Recht auf beide Eltern haben! Das hat nichts mit „sein Recht durchdrücken“ zu tun, sondern damit, für das Recht der Kinder aufzustehen.
      Wer es nicht mal versucht auf diesem Weg, hat schon verloren. Es nicht zu versuchen, mit der Begründung „bringt eh nichts“ ist feige!
      Natürlich ist es die Realität, dass Gerichtsbeschlüsse nicht eingehalten werden. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass sie unverbindlich sind. Wenn man einen Beschluss mit Rechtsmitteln in der Hand hat, kann man ihn durchsetzen; in manchen Fällen mit Ordnungsgeldern oder Beugehaft. Ohne Beschluss kann man(n) nur herumsitzen und jammern, wie ungerecht die Welt ist.
      Ich würde auf jeden Fall versuchen, eine schriftliche Vereinbarung zu erwirken, die mehr aussagt als „nach Absprache“. Denn die Absprache scheint in diesem Fall ja nicht zu klappen. Die Vereinbarung zuerst zwischen KM und KV versuchen. Wenn das nicht klappt, dann mit Hilfe von außen (Mediation, Beratungsstellen, moderiertes Gespräch), dann Jugendamt, und zu letzt – wenn alles nichts hilft – mit einem guten Anwalt vor Gericht!

    • #8053

      Daka
      Teilnehmer

      Liebe Josi,

      ich finde, eure Situation ist nicht vergleichbar mit dieser hier. Denn es ist etwas anderes als der Umgangsberechtigte den Umgang einzufordern als in eurem Fall wo ihr offensichtlich mit Wohnsitz bei euch durchsetzen wolltet, dass die Mutter den festgelegten Umgang auch durchführt.
      Bei uns hat die schriftliche Festlegung eines geregelten Umgangs viele Probleme gelöst. Bei uns halten sich zu 99% alle an diese Regelung und somit gibt es zumindest in der Hinsicht keine Diskussion mehr. Vorher hieß es zum Beispiel, nein mehr als 10 Tage dürft ihr nicht wegfahren. Das reicht. Jetzt haben wir 3 Wochen im Sommer und auch wenn ihr das stinkt, sie nimmt es hin. Für uns alle macht es unser sowieso schon kompliziertes Leben planbarer. Wir wissen schon ein Jahr im Voraus, welche Wochenenden und welche Wochen in den Ferien er bei uns ist. Und auch er (10) weiß das und kann sich drauf einstellen. Ja, manchmal wünschen wir uns etwas mehr Flexibilität (z.B. mal tauschen aufgrund einer Veranstaltung wo er gerne mit uns hin möchte), aber das ist mit der KiMu einfach nicht drin und so ist
      halt klar: Entweder selbst umplanen oder damit leben, dass er nicht mitkommt.
      In Miras Fall habe ich ja nicht empfohlen sofort vor Gericht zu gehen. Das sollte IMMER erst der letzte Schritt sein. Aber fürs finanzielle gibt es ja auch eine schriftliche Vereinbarung mit den Anwälten und so könnte man das ja dann auch für den Umgang regeln. Oder man holt sich halt die Unterstützung vom Jugendamt.
      Und vielleicht kann man das dann auch im Rahmen der Scheidung gleich mitregeln lassen. Das wäre vermutlich am einfachsten…

      LG Daka.

  • #8057

    Josi
    Teilnehmer

    Liebe Daka,liebe Lilly,ich möchte euch noch antworten um klar zu stellen,dass es immer nur um das Wohl des Kindes ging.Es ist nicht einfach,von heute auf morgen Stiefmuuter eines damals 10jährigen Jungen zu werden.Die Mutter stellte das Kind ab und ging.Dem Jungen hat natürlich die Mutter gefehlt.Darum haben wir mit Hilfe vom JA versucht,wenigstens eine ordentliche Regelung zum Umgang zu finden.Es wurde mehrere Male etwas nieder geschrieben,die Mutter unterschrieb immer alles,hielt sich aber an Nichts.Könnt ihr euch vorstellen,wie so ein Leben aussieht?Nach eurem Schreiben sicherlich nicht.Man kann absolut nichts planen,nicht mit und nicht ohne Kind,denn die Mutter hatte immer genau dann etwas Anderes im Sinn und setzte das auch durch.Wir gaben immetr nach,wenn sie den Jungen sehen wollte,hatten wir nie etwas dagegen,auch wenn anderes geplant war,eben weil der Junge beide Eltern brauchte.Wir haben wirklich alles versucht,damit das Kind,aber auch wir,etwas zur Ruhe kommen,immer Fehlanzeige.All das führte beim Kind zu Störungen,er ist psychologischer Behandlung um mit all dem klar zu kommen,klar zukommen,dass ihn seine Mutter mal will und dann wieder Monate lang nicht.Plötzlich stellte sie vor Gericht einen Antrag auf Umgang.Wir wussten nicht was wir sagen sollten,dachten aber,na gut,nun kanns nur besser werden.Der Umgang wurde festgesetzt,kostet übrigens ne schöne Stange Geld,und gehalten hat sie sich ganze 6 Monate daran.Dann war sie wieder mal für fast 1 Jahr untergetaucht,meldete sich nur sporadisch.aber auch da haben wir immer wieder nachgegeben,wenn sie das Kind sehen wollte.Umgang kann man beidseitig durchsetzen lassen,es wird entweder ein Ordnungsgeld verhängt,oder das Kind wird polizeilich zugeführt.Aber will man das dem Kind antun?Ich denke nicht.Nun könnt ihr selbst urteilen,wie ihr euch verhalten würdet.Ich habe übrigens selbst 2 Kinder die allerdings schon erwachsen sind.Kindererziehung war für mich abgeschlossen.Aber wenn ich damals nicht ja gesagt hätte zu dem Jungen,wäre ins Heim gekommen,so wie seine Brüder(Kinder aus einer anderen Beziehung der Mutter)zuvorDenn die Mutter war lange ganz verschwunden und der Vater hat im Schichtsystem gearbeitet.Das Alles leiste ich seit 6 Jahren.Josi

    • #8058

      LillyChantilly
      Teilnehmer

      Josi, deine Geschichte ist doch mit dem Fall von Miramar gar nicht vergleichbar – wie auch Daka schon gesagt hat.

      Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen – Umgang aus Sicht eines Elternteils, der darum kämpft, dass sich der andere für sein Kind interessiert vs. Umgang bei einem Elternteil umzusetzen, der/die das verweigern will.

      Niemand urteilt hier und niemand sagt, dass es einfach ist. Die wenigsten von uns können sich eure Situation vorstellen, denn die meisten von uns stehen auf der anderen Seite. Auf der Seite eines Elternteils, der gerne mehr für seine Kinder machen würde, aber dem es von allen Seiten schwer gemacht wird. Das ist auch der Grund, warum du das nicht vergleichen kannst, und warum der Ratschlag, nichts zu tun mMn falsch ist.

  • #8059

    Miramar
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    wow, noch mehr Input! 🙂 DANKESEHR!

    Also bei uns sieht die Lösung jetzt vorerst so aus: Wir holen die zwei Zwerge in den HF für eine Woche zu uns, der Papa macht in der Zeit seine Geschäftsreise, die sich definitiv nicht verschieben lässt aber dafür kommen Oma und Opa wieder her, die sehen die Kids ja nun auch nicht so oft (300 km Entfernung) und ich hab damit die Rückendeckung. Auch wenn es sich wohl so gestaltet, dass mein Freund mir die Aufsichtspflicht offiziell übertragen würde, ich möchte der KM geraden kein weiteres Futter für Eskalationen geben – immerhin steht hoffentlich bald der Scheidungstermin!

    Ich denke es ist immer schwierig wenn man in eine derart „vorbelastete“ Beziehung einsteigt. Mir war klar, dass es was ganz anderes wird als ich bisher mit meinen Freunden erlebt habe. Die waren alle unverheiratet, ungeschieden, kinderlos… Ich hab mir aber vielleicht in meiner Naivität gewünscht, dass die Erwachsenen das schon machen werden – und die Kinder davon wenig mitbekommen… Tja, das ist leider nicht der Fall – leider kriegen die Kinder viel mehr mit als sie sollten und sie verhalten sich in so vielen Situationen soviel erwachsener…

    Liebe Josi, ich glaube dass das alles nicht einfach war/ist wenn die KM sich immer mal wieder überlegt Teil im Leben des Kindes zu sein… Wie zerrissen man sich fühlen muss, irgendwo dem Kind die Liebe zu geben die es braucht und nicht verletzt zu sein, wenn man wieder einen Schritt zurück machen muss, ihn auffangen wenn der Termin doch wieder kurzfristig geplatzt ist oder umplanen weil der Urlaub zu zweit wegen ihrer Unzuverlässigkeit platzt. Du hast meinen vollen Respekt, für die mentale Stärke die so eine Situation erfordert.

    Ich freue mich hier ein wirkliches Forum gefunden zu haben, in dem man sich austauschen kann und ganz offen auch einfach mal ausheulen… Meine Familie ist mit der Situation selber etwas überfordert, meine Freunde sowieso, alle sagen zwar immer „WOW wie du das machst und wie lieb dich die Mäuse haben – das muss doch toll sein…“ Aber sehen leider nicht was da alles so dahinter steckt, wie sehr es einen auch einfach mal zerreisst – manchmal mag ich einfach laut schreien weil ich mich so machtlos fühle und irgendwo auch immer das Gefühl habe, mich zurück halten zu müssen. Um dem KV das Leben nicht auch noch schwer zu machen, weil er ja schon genug um die Ohren hat, um nicht nur Vorwurfsvoll zu sein, geduldiger mit allem weil ggf. die Zeit es richten wird… Aber es ist manchmal so verdammt schwer und nervig und leider auch beziehungsbelastend… Und am Ende bin ich auch nur ein Mensch…

    Wir werden nun die Zeit abwarten bis die Scheidung offiziell ist und hoffen dass sich dann die Absprachen bessern. Für das nächste Jahr legen wir unsere Zeiten in den HF mit den Kindern gemeinsam fest, es bleibt bei allen 2 Wochen am WE und unter der Woche einen Nachmittag, Ferien 50/50 aber wenn wir jetzt schon 12 Monate planen, dann kann man sich auch komplett besser drauf einstellen…

    Danke nochmal von Herzen und bleibt weiter so tapfer!

    Eure Miramar

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