Überfordert mit den Stiefkindern

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Dieses Thema enthält 14 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  olivia vor 5 Monate, 2 Wochen.

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  • #7565

    HopeV
    Teilnehmer

    Hallo Mädels,

    ich hab lang überlegt ob ich mein Problem hier schildere,
    aber ich komm alleine ohne Hilfe nicht mehr klar.

    Ich bin Stiefmutter von zwei Kindern im Alter von 8 und 6 Jahre
    und ich hab das Gefühl das es mir die Luft zum atem abschnürrt.
    Ich liebe die Kinder und mach wirklich viel mit den zwei,
    aber schon allein der Gedanke das wir die Kinder am Wochenende haben versetzt mir einen Stoß.
    Meine Freiheit ist dadurch beschränkt und irgendwie hab ich das Gefühl ich muss die Rolle
    der Stief-MUTTER einnehmen und solche Dinge übernehmen wie Weh-Wehchen behandeln, mit Erziehen, Pausenbrote schmieren….etc. Muss ich das?
    Ich hab ein so schlechtes Gewissen das ich so empfinge, aber
    ich kann es meinem Freundin nicht sagen….
    Ich bin überfordert mit den Kindern in jeder Hinsicht,
    aber geb mein aller bestes – das reicht aber nicht…

    Was sagt ihr dazu`???

  • #7567

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Hallo Hope!

    Wie oft und wie lange sind die Kinder denn bei euch?
    Du musst gar keine mütterliche Rolle einnehmen, und du musst auch keine dieser Dinge übernehmen. Wie lange bist du mit deinem Partner zusammen und wie lange kennst du die Kinder schon?
    Hast du das Gefühl, dass von dir erwartet wird, dass du diese Aufgaben übernimmst?

    Womit genau fühlst du dich überfordert?

  • #7570

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Hope,

    es hört sich so an, als stellst du dir selbst zu viele Anforderungen. Du möchtest gerne die perfekte Stiefmutter sein, gibst dabei aber dich selbst auf.
    Du musst kein Mutterersatz sein, sieh dich vielleicht eher als gute Freundin, das nimmt dir vielleicht den Druck… denn eine gute Freundin schmiert auch nur Butterbrote, wenn sie selbst Lust dazu hat und nicht weil sie sich dazu verpflichtet fühlt. Eine gute Freundin erzieht auch nicht, sagt aber wenn ihr etwas nicht gefällt, bzw. sie etwas nicht will.
    Mir scheint, du setzt dich selbst so sehr unter Druck (oder ist es dein Partner, der das von dir verlangt), dass es dir tatsächlich die Luft zum Atmen nimmt.
    Vielleicht kannst du an einem Kinderwochenende mal was alleine machen, einfach um zu sehen, die drei kommen auch ohne dich klar ohne zu verhungern oder an einem Wehwehchen zu Grunde zu gehen. Nimm dich raus um dich etwas zu entlasten…

    Wie steht dein Partner dazu? Hast du eine Erklärung, warum du dich selbst so unter Druck setzt? Es muss nicht alles perfekt sein, nur weil die Kinder da sind. Hast oder möchtest du denn selbst Kinder? Bei letzterem, könnte es vielleicht sein (reine Spekulation!), du willst deinem Partner zeigen, was du für eine gute Mutter wärst?

    Also mein Tipp: Versuche dir selbst den Druck zu nehmen indem du dich einfach mal ein bisschen zurück ziehst und was für dich selbst tust…

    LG Daka.

  • #7576

    Wilma
    Teilnehmer

    Liebe Hope!

    Ich fühle total mit Dir! Ich will mir einfach nicht mehr die Luft absperren lassen und wehre mich endlich auch mal -nach 6 Jahren Patchwork und 8 Jahren Beziehung mit täglichem Stiefsohn (tragischerweise Halbwaise, was zu lange zuviel abverlangte, eigene Gefühle und Werteempfindungen aus Mitgefühl zu unterdrücken, was gar nicht zuträglich war), und der jetzt mal so manche Gegenwehr mit über 15 „verkraften” muß, denn leider denkt er immer noch, es wäre selbstverständlich, dass er zuhause wie der goldene Prinz behandelt und hofiert wird und keine Aufgaben übrnehmen muss, so wie es die Weiber der Gegenseite immer noch tun, um teils eigenen verlorenen Kinderwunsch zu kompensieren.

    Ihm wurde ich selbstverständlich von Anfang an märchengleich und äusserst realitätsnah als neue Mama verkauft komplett mit unrealistischen Erwartungshaltungen, denen ich jahrelang versucht habe, gerecht zu werden! (Unmöglich, wie ich mit externer Hilfe und Bestätigung aus diesem Blog erkannt habe)
    Ich glaube, mein Kontingent an Geduld und Bemühungen, so etwas wie eine Familie emotional auszugleichen ist aufgebraucht und ich hab zum ersten Mal endlich kein schlechtes Gewissen mehr für meine Gefühle! Mag sein, dass mein Bonuskind mein Agressorventil ist, denn bis heute empfinde ich absolut keinen Verdammten BONUS.
    Das ist aber nicht unbegründet, denn sein Verhalten – jetzt wird es auch besonders nett, weil ich meist der „Bad Cop” hier bin, da mein Mann da sehr gelassen mit umgeht. Gerne arbeiten geht, joggen, dann einkaufen, kurz gefühlt lieber verpisst, statt selbst mal Grenzen zu setzen oder an selbigen dranzubleiben. Ich hab deswegen oft nen Hals auf ihn. Partnerschaftlich ist er aber nun mal das Beste, was mir passieren konnte.
    Was man für die Männer nicht alles auf sich nimmt …

    Mir wurde hier geraten (meine gefühlte Absolution nach all der verlorenen Energie erteilt) Abstand zu gewinnen, es wie eine WG zu sehen, der Zug ist abgefahren. An MICH zu denken. Es nicht als MEINE Aufgabe zu sehen. Gemäß des jugendlichen Alters und großer Klappe mir gegenüber und dem Fakt, dass ich es satt habe, die Böse zu sein und Erziehung ein scheiß undankbares Verlustspiel ist, wenn zuviele Einflüsse von aussen mehr bewirken und es intern erschweren. So soll es sein!

    TIEEEEEEEEF EIN- UND AUSATMEN, MEIN Leben, wie hab ich Dich vermisst!

    • #7633

      HopeV
      Teilnehmer

      Du sprichst mir aus der Seele, danke für deinen tollen worte.
      Vllt ein paar Worte zu mir, ich mach mir vllt auch zu viel Druck denn ich kenne meine Rolle nicht wenn ich mein Partner frage dann bekommt ich keine Antwort, aber raus halten kann ich mich auch nicht weil ich Platz manchmal wenn ich da zu schau wie wenig Erziehung da rüber kommt und ich will irgendwann mal meine ruhe haben wie z.b vor kurzem:
      Wir gestalten den ganzen Tag mit Programm für die Kids unter der Bedingung das dass Bett gehen abends ohne Diskussion erfolgt…..Kinder im Bett…5 min später springen die im zimmer Rum….Da Platz ich einfach…Sein o-ton: reg dich nicht auf, du flippst immer gleich Aus
      Meines Erachtens berechtigt weil wir ne Abmachung hatten

      Ich stell derzeit unsere Beziehung komplett infrage,ich sags mal ganz offen durch diese Probleme ist bei mir der Ofen aus mit sex, ist das nachvollziehbar.

      Lg

      • #7634

        Wilma
        Teilnehmer

        Hallo Hope!

        Ja genau! KEINE eigene Rolle für diese Konstellation vorhanden und die GELASSENEN, manchmal eher erziehungstechnisch gleichgültigen Partner scheinen einfach abzuwarten, dass das Kind von allein am Besten konfliktfrei groß wird und sich das Ganze dann von selbst erledigt, weil es ja dann irgendwann mal auszieht …
        So denke ich manchmal auch ganz gerne, ich darf es ja eigentlich auch, weil es eben nicht mein Kind und MEINE Aufgabe ist, jedoch durchkreuzt mein Gewissen, mein Verantwortungsbewusstsein, mein weiblicher, mütterlicher Urinstinkt, die von mir gewählte Unterstützung des Partners und was weiß ich noch alles (insbesondere der Gedanke, wer soll sich denn sonst ins Kind reinversetzen oder Interesse zeigen, wie soll sich eigentlich der Junge fühlen, was ist, wenn er das Desinteresse spürt?) und eben genau der Druck, den Du Dir auch machst! Ich konnte noch nie gut so richtig „scheißegal” agieren. Spricht ja aber auch für uns! 😉
        Aber ich muss das lernen. Für MICH und daraus resultierend für die Anderen!

        Jaja, wenn man sich das desinteressierte, Verhalten des Mannes manchmal genau betrachtet, kann ich die Unlust im partnerschaftlichen Bereich total verstehen! Wie oft ich vor meinem Partner da leider auch mal den Respekt, wegen diesem ignoranten Erziehungsstil und dem darauf auf mich abgewälzten Stress (den ich mir dann mache) verloren habe … Ist eben nicht sexy oder männlich, so ne väterliche, sich drückende Tröte …

        Ist auf jeden Fall wichtig, dass man dann stark PRO Beziehung und Zweisamkeit gegensteuert, wenn man an der Partnerschaft festhalten möchte. Ich hatte -als bei uns die letzten Jahre absolutes Chaos herrschte- ganz oft gedacht, ich will das nicht mehr! Ich will nur noch weg! Da musste ganz dringend dann Zweisamkeit ausserhalb des Alltags her und KEINE Erziehungsgespräche!! Mal raus aus der Situation!! Asap! (Wenn möglich) Kann ich nur raten!!
        Irgendwann hat sich mein Hals auf meinen Mann dann auch wieder gelegt. Aber ich hatte echt Schiß, dass es nicht mehr dazu kommt…

        Und ich muss auch ein bisschen zugeben, dass seine gelassenere Scheißegal-Taktik sogar manchmal gar nicht so ganz falsch war! Auf jeden Fall hat er nicht soviel Energie und Nerven wie ich verloren, als wir mit dem Jungen ein paar harte Jahre mit verschiedenen nervenaufreibenden Aktionen durchleben mussten! (Wo ich mich heute frage, wie ich das nur ausgehalten hab.) Am Ende hat es sich aber tatsächlich von allein erledigt, mit dem Ergebnis: mein Mann konnte durchgehend ganz normal denn Alltag leben und ich ging auf dem Zahnfleisch und hatte kaum noch Energie, weil ich die Welt retten wollte! Und das will ich nun auch nicht mehr so. Das macht einen nur kaputt!
        Fazit, allein aus eigenem, energetisch wichtigem Selbsterhaltungstrieb:
        Wie ich ganz oben schon geschrieben habe: Ich denke mehr an MICH! Ich versuche, mich einfach mehr rauszuhalten. Bin ich entspannter, sind alle entspannter. Klappt das? Manchmal besser, manchmal gar nicht, aber ich arbeite dran!!!!

        Du findest für Dich auch den Weg! Vergiss DICH nicht! Auf jeden Fall fühlen soooo viele ähnlich wie Du und wir sitzen alle im selben Boot und sind NICHT allein mit diesen Gefühlen und Erfahrungen! ALLES WIRD GUT oder eben BESSER! Und irgendwann ziehen sie doch TATSÄCHLICH aus (hoffe ich doch ;-))

        • #7636

          HopeV
          Teilnehmer

          Oh gott Wilma du findest die richtigen Worte die ich manchmal in der Schilderung nicht finde 🙂 das tut soooo gut.

          Ich kann nicht mehr ich hab heute mit meiner Schwiegermutter darüber gesprochen, sie hat mir von Anfang an gesagt bist du dir sicher das du einen Mann mit zwei Kinder willst und ja ich war mir sicher doch jetzt hab ich das Gefühl das ich gar nichts mehr fühle gegenüber meinem partner außer Wut.
          Wir waren mal so verliebt haben alles durchgestanden eine Scheidung, Fernbeziehung, aber wir werden an den Kindern scheitern und solangsam ist mir so manches von seiner ex frau logisch warum, weshalb, wieso. Das fällt mir wie schuppen von den Augen

        • #7649

          Wilma
          Teilnehmer

          Liebe Hope! Das tut mir leid und ich fühle in Deiner Verzweiflung mit Dir.
          Habt Ihr nicht die Möglichkeit auch mal RAUS aus der Situation zu kommen? Zu zweit wenigstens ein WE wegfahren? Und absolutes Tabu ist Erziehungsgesprächmist?
          Seid mal wieder Mann und Frau, oder vielleicht im Moment gefühlt, zwei gute Bekannte. Vielleicht merkst Du dann, wenn er das mitmacht, ob Deine Gefühle gerade auch unter dem ganzen Misthaufen verschüttet sind und der Mann-Mensch an sich doch nich Dein Herz etwas berührt? NUR Schönes machen! Entspannt und keinen Streit anzetteln. Auch wenn es auf der Zunge nur so brutzelt!!! 😉
          Was sagte denn Deine Schwiegermutter dazu? Konnte sie Verständnis für Dich aufbringen?
          Kann sie Euch evtl. helfen und Euch mal den Rücken freihalten?

          Hast Du gute Freundinnen? Kannst Du raus und mit ihnen was unternehmen, wenn es Dir zu eng und ätzend wird? Zieh Dich öfter aus der Situation, die Dich achlecht fühlen lässt und wütend macht! Das stärkt das eigene Befinden und lässt einen nicht so in die Ecke gedrängt und auswegslos fühlen, finde ich. Vielleicht sieht Dein Partner auch, was er da eigentlich für ein Glück hat, dass Du sein Gepäck freiwillig mit auf Dich genommen hast! Wenn Du dann ab und an Deine eigene Schiene fährst, um Dich aufrecht zu erhalten und NICHT selbstverständlich verfügbar bist, um Dir auf DEINEM völlig legitimen Werte- und Wohlbefinden rumtrampeln zu lassen, kann er Deinen Wert vielleicht erkennen.

          Ich wünsche es Dir sehr!!
          JEDER hat es unbedingt verdient, ein schönes Leben zu führen, keiner sollte in einer Gemeinschaft unausgeglichen den anderen zuliebe ein- oder zurückstecken, ob für kleine oder große Leute! Ich finde, sobald es vermehrt an die Substanz geht, ist es schon zu weit gegangen! Alles Liebe von mir!!!

  • #7577

    Wilma
    Teilnehmer

    Immer dieses ausartende blahblah über die eigene Gefühlswelt 😉 ich wollte DIR auf jeden Fall noch ganz ganz viel Kraft, Mut und eine gute Landkarte für DEINEN Weg wünschen!!!! 🙂 alles Liebe!

  • #7639

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Was für ein wunderbarer Satz:
    „Ich glaube, mein Kontingent an Geduld und Bemühungen, so etwas wie eine Familie emotional auszugleichen, ist aufgebraucht und ich hab zum ersten Mal endlich kein schlechtes Gewissen mehr für meine Gefühle!“

    Das ist DER Stiefmutter- Satz! Den solltest du Susanne Petermann schreiben mit der Bitte, ihn auf der Homepage zu veröffentlichen als Leitsatz für die meisten Stiefmütter!

    Warum setzen wir uns ein? Warum stellen wir so freigebig unsere Bedürfnisse zurück, schieben alles auf, um ein Ziel zu erreichen, welches WIR niemals erreichen können! Sogar Jahre später denken wir noch- zumindest ich- dass wir nur besonders lieb und bedürfnisfrei sein müssten und alle komplexen, nicht durch uns verschuldeten Probleme würden sich in Luft auflösen! Wie viele Stiefmütter, musste auch ich aufgerüttelt werden von aussen, um zu merken, in was für einem Rad ich trete. Ich wurde gefragt: wenn deine Strategie *Selbstaufgabe* ist, warum hat sie bisher nicht gefruchtet? Hmmmm…

    „Schlechtes Gewissen für meine Gefühle“: das fällt mir schwer. Wir wissen ja alle, dass *sich ärgern* nichts mit *nicht mehr lieben* oder dergleichen zu tun hat, aber bei den Stiefkindern bekommen wir (oder ich) ein schlechtes Gewissen, wenn wir es wagen uns zu ärgern.

    • #7650

      Wilma
      Teilnehmer

      Liebe Pinocchio!!

      Lieben Dank für die Blumen! Es freut mich, dass ich auch Dein Gefühl mit meinem Satz angesprochen habe. 🙂
      Für meinen Teil denke ich, dass das schlechte Gewissen und das Aufreiben bei mir zZ viel eher in die Tonne wandert, aus dem Grund, dass mein Stiefsohn jetzt schon 15 einhalb ist. Je älter er wird (und zum Glück einige Synapsen zusammengefunden haben) und je mehr er sich sein (zukünftiges) Erwachsensein mit Diskussionen und anderen typisch pubertären Machtspielchen erkämpfen möchte und mein Mann scheinbar immer gelassener wird, desto eher sehe ich auch die bevorzugte und fürsorgliche Sonderbehandlung, die man vorher versuchte aus sich herauszupressen als non existent. Letztens zockte er zB am Anfang der Ferien den ganzen Tag und erwartete abends spontan noch, dass ich ihm was zu essen mache. Ich sagte ihm, ich bin keine Mutter, ich MUSS das nicht machen! Da war er baff. Alle Omas und Tante mögen dafür auch noch gerne mitten in der Nacht aufstehn, schließlich ist er dadurch bis heute zu bequem sich mal ein Brot selber zu schmieren, mir doch egal!
      Bei mir lernt er eben, dass es bei mir nicht funktioniert. Und die kleinen/großen Scheißerchen sind doch superclever, wissen sie doch schon so früh wie möglich, bei wem und wie sie Ihren Opportunismus anbringen müssen. Bei mir klappt das nicht mehr. Was nicht heißen soll, dass ich mich gar nicht mehr kümmere. Doch! Aber eben so, wie ich es für richtig halte und in Hinsicht auf mir sehr wichtige GEMEINSCHAFTLICHKEIT!
      Mir spukt zZ tatsächlich dauernd der Satz meiner Mutter im Kopf herum: „Ich bin nicht Eure Putzfrau!” Haha, alles kriegt man zurück und wiederholt sich! 😉

      Noch ein kleiner alberner, für mich aber sehr hilfreicher Tipp: Damit ich mich manchmal nicht so endlos eingeengt, ausgeliefert, hilflos oder gefangen in dem ganzen Konstrukt fühle (wenn es wieder mal so richtig ätzend ist) habe ich mir eine Countdown-App installiert, die zB die Tage bis zum Schulanfang runterrechnet. 😉 das ist befreiend!
      Ich überlege, ob ich das auch bis zum 18. Geburtstag mache! Höhö

  • #7656

    Kara
    Teilnehmer

    Haha, habe herzlich gelacht über deine Beschreibungen liebe Wilma.

    Und du sprichst so etwas wichtiges an. Man muss einfach seine eigenen Grenzen wahrnehmen und verteidigen, sonst brennt man aus. Wir sind nicht verantwortlich für diese Kinder, auch wenn es natürlich vor allem für Vollzeitstiefmütter weit schwieriger ist sich abzugrenzen.

    Ich habe mich anfangs auch zu sehr nach den (angenommenen) Bedürfnissen meines Stiefsohns gerichtet, wollte das alles reibungslos verläuft und nur ja keiner sagen kann, ich bemühe mich nicht. Völlig blödsinnig, es war danach viel schwieriger wieder meine Grenzen zu ziehen und meine Bedürfnisse zu artikulieren. Ich habe inzwischen überhaupt kein schlechtes Gewissen mehr was meine Gefühle gegenüber dem Sohn meines Partners betrifft. Gefühle wollen einem etwas mitteilen, man muss sich von ihnen nicht überwältigen lassen, aber ignorieren ist nie eine gute Idee und sich dafür schämen auch nicht. Sollte dich liebe Hope jemand für deine Gefühle verurteilen, hat derjenige einfach keine Ahnung wie sich deine Situation anfühlt.

    Alles Liebe
    Kara

    • #7659

      Wilma
      Teilnehmer

      Liebe Kara!

      Ich stimme Dir absolut zu, mit dem was Du schreibst, dass Verurteiler keine Ahnung von unserem Gefühlsleben haben. Deswegen finde ich es gerade so toll, dass es hier UNSER Boot gibt, mit dem wir gemeinsam durch die (unberechenbaren) Wogen der stiefmütterlichen Gefühlswelt schippern und gegenseitig unterstützen können …

      Fast nie hatte ich mich hilfloser und unverstandener gefühlt, MEINE Gefühlslage meinem nächsten Umfeld klarzumachen! Meine eigene Mutter sagte nur, du wusstest doch, auf was Du Dich eingelassen hast. Nach acht Jahren bringt sie schon mehr Verständnis für mich auf (auch wenn ich mir bis jetzt noch unerfüllte Enkelkommentare reinziehen „muss”).
      Und immer dieses Gefühl, man wäre etwas hysterisch oder sogar egoistisch, wahnsinnig und herzlos, wenn man mal entgegen der glorifiziert-verblendeten Vorstellungen der perfektesten Frauen des Universums handelte oder gar EIGENE Wünsche äusserte, die nichts mit dem Wohlbefinden des einzigen Kindes der Familie zu tun hatte.
      (Ich verreise manchmal gerne kurz, auch allein oder mit Freundinnen und das ziehe ich stur durch, mein Mann ist da zum Glück ein toller Unterstützer, der mir da keine Steine oder mißgünstiges Meckern in den Weg legt und mich sogar ermutigt weil es mir gut tut, denn durch seinen Job und Sohn ist er eben nicht sehr flexibel.)
      Oder ich bin gern (ich glaube sogar, manchmal flüchtender Weise) unterwegs und networke oder treffe Menschen. (Aber ich bin auch viel Zeit daheim und drehe manchmal durch. Teilweise arbeite ich im Homeoffice.)
      Was wollte ich jetzt damit eigentlich sagen?
      Achja, von der stark eingreifenden, familiären, weiblichen Seite meines Mannes (die ich mir grad wieder sehr heißrede, wenn ich darüber nachdenke): absolutes Unverständnis. Da ist die Tochter (Schwägerin) die exakte Ausgabe der Mutter, aber noch kontrollsüchtiger und involvierender mit IHREN einzig wahren Vorstellungen, die nur sie vorgibt. Umgekehrt sollte man mal wagen, IHR was vorzugeben. Und mein Mann lässt sie. Ich lass sie auch, auch wenn ich empfinde, es ist absolut nicht richtig, aber was soll ich da noch tun? Es von der bequemen Seite sehen! Wenn sie meint, sich unbedingt um seinen schulischen Alltag kümmern zu müssen und ihre verpasste eigene Kindererfahrung ausleben muss … Bitte! Kann ich nichts mehr ändern. Dem Neffen scheint es ja nicht zu schaden, ausser dass er ihr anstrengenden Ansichten kopiert und allein beim Essen meckert und alles am Liebsten nur vom Feinsten und handgepflückt vom Bauern haben möchte.
      Mir sollte besser NIE jemand mal sagen, ich hätte nicht versucht, die Dinge unsere Pseudo-Familie zu dritt hinzubekommen!! DANN red ich aber mal Klartext! Da mach ich mir dann gern Feinde, aber wenigstens bin ich dann authentisch!

      Wenn es nach mir ginge, könnten wir von mir aus zu dritt mal eben ca 1500km auswandern. Da würde es mit allem bestimmt besser klappen, denn nur drei Meinungen würden berücksichtigt werden müssen! Achja…. Nie wieder Selbstmitleid!!

      Heute wurde ich jedenfalls nochmal bestätigt in meiner neuen Einstellung, viel mehr an MICH zu denken und mich nicht aufzureiben und vermeintlich bei allem mitmischen zu müssen:
      Nämlich, egal was ich versuchte zu verhindern, zu erziehen, wieviel Nerven ich verloren habe und manchmal sogar meinem Mann so lange in den Ohren gelegen habe, bis er auch endlich mal reagierte, mir wieder viel zuviel Panik geschoben habe, vor Sorge NIX zu tun, am Ende heißt es dann sowieso immer dankbar: „… wenn der Papa das und das nicht getan hätte …”
      Mein inneres Kind möchte dann einfach nur noch das Spielbrett durch die Luft schleudern und beleidigt abziehen. Aber so isses nun mal, man muß auch gönnen können und Hauptsache es ist eine Art von Beziehung zwischen beiden da und für Sohnemann ist der Papa immer toll, trotz gelegentlicher Hahnenkämpfe, die ja auch sein müssen …

      Wieder keine Lorbeeren bekommen trotz ausserordentlichen Anstrengungen 😛

      Irgendwie frage ich mich manchmal, wenn ich versuche den nächsten Hahnenkampf oder irgend etwas anderes zu schlichten oder mal Tacheles rede, ob es eigentlich irgendeinen Wert hat und es jemanden gibt in dieser herrlich perfekten Familie, der auch MICH mal verteidigt und dem Jungen zB erklärt, warum ich manches tue oder versucht Verständnis für mich zu vermitteln …

      Man weiß es nicht! Wahrscheinlich bin ich mittlerweile einfach schon paranoid, weil zuviele Menschen von aussen in „unserem” Heim mitspielen und scheinbar schon immer selbstverständlich Bestimmungsrecht bekommen hatten, dass ich einfach zuviel denke, empfinde und mir einbilde, ich MÜSSTE mich auf alle einstellen …

      STOPP!! Sage ich mir jetzt wieder, SCHREIE ich ganz laut (im Kopf), bevor ich wieder ein Gefühl der Verzweiflung und Fluchtgedanken bekomme.
      Alles gut! Ich denk an mich!!! Und an Euch!!

  • #7660

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Wilma,

    du hast aber auch eine sagen wir mal spezielle Konstellation. Ich finde es bewunderswert wie du das meisterst.

    Ich empfinde es übrigens inzwischen in keinster Weise als negativ wenn mich jemand als egoistisch bezeichnet, ich bin stolz darauf auf mich zu achten. Ich selbst weiß, dass ich durchaus auch die Bedürfnisse der anderen mitdenke, also ohnehin nicht nur eigennützig handle, aber seien wir doch mal ehrlich, wer wenn nicht wir selbst achtet wirklich auf uns, wer außer wir selbst kann überhaupt wissen, was wir wirklich brauchen.

    Ich kenne übrigens solche Menschen, die nicht verstehen können, wie man sich Freiheiten nehmen kann und nicht das Kind in den Mittelpunkt stellt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es diejenigen doch nur aufregt, weil sie sich in ihren Glaubenssätzen gefangen fühlen und selbst gern die Freiheit hätten ihren Bedürfnissen zu folgen.

    Bleib dabei auf dich zu hören,
    LG

  • #8281

    olivia
    Teilnehmer

    Hallo liebe Hope,
    Ich kann dein Problem so gut verstehen und ehrlich gesagt bin ich erstaunt wie viele Frauen es gibt mit einem ähnlichen Problem wie ich. Ich bin neu im Forum, habe die Seite erst vor ein paar Tagen entdeckt. Ich bin seit 2,5 Jahren mit einem Mann liiert der 2 Kinder im Alter von 10 und 14 Jahren hat. Ich habe die Kinder nach 3 Wöchiger Beziehung kennengelernt.Am Anfang dachte ich auch ich müsste alles geben und ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen. Inzwischen bin ich derart ausgepowert,frustriert und am Ende meiner Kräfte. Seine Kinder sind jede Woche an 2 Tagen bei uns, da wir im Schichtdienst arbeiten, also an jedem freien Tag den wir von der Arbeit haben. Somit bleibt für uns kaum bis keine Zeit für Zweisamkeit. Trotzdem zählt mein Freund den vollen Satz an Unterhalt obwohl wir für sehr viele Dinge zusätzlich aufkommen müssen. Die Kinder werden,insbesondere die 10 jährige Tochter wird von ihrer Mutter für ihren persönlichen Groll den sie auf mich und meinen Freund hegt, ständig manipuliert und instrumentalisiert. Diesen über trägt sie auf mich. Das bedeutet ständig Stress sei wenns darum geht ins zu Bett müssen oder Körperpflege. Auch wird der Vater ständig beschäftigt und in Beschlag genommen, wir können uns noch nicht mal umarmen ohne dass sie dazwischen funkt. Der Sohn ist unkompliziert. Das abendliche Zubettgeh Ritual wird bis ins aus erste ausgereizt, bis zu 18 mal hintereinander Gute Nacht sagen usw. Ich fühle mich wie eine Ersatzmutti und abends soll ich dann Vamp sein. Das funktioniert nicht weil ich dann so erschöpft bin, dass ich einfach keine Kraft habe. Wir können auf keine Party oder mal was essen gehen oder Freunde besuchen. Entweder die Kinder sind dabei und lassen sich nicht ins Bett schicken oder wir sind zu Hause. Ich bin 38 Jahre. Das kanns doch nicht gewesen sein. Kinder möchte er auch noch weil könne er sich nicht leisten. Seit April wohnen wir zusammen und ich über lege wieder auszuziehen, weil ich keine Luft mehr Kriege. Habe jeden Tag den Konflikt mit gehen oder bleiben.

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