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Dieses Thema enthält 22 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Mercedes123 vor 5 Tagen, 5 Stunden.

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  • #8372

    Mercedes123
    Teilnehmer

    Ich hätte mal eine Frage nach einem Richtwert oder Möglichkeiten zur Lösung.

    Die Stieftochter eben 16 geworden, lebte letztes Jahr bei uns,davor bei der Mutter, welche ca 2 Autostunden entfernt lebt. Bei uns eckte sie mit unangemessenen Verhalten an. So ging sie letztes Jahr im Herbst zurück zur Mutter. Nachdem sie verzweifelt bat, zurückkommen zu dürfen, wechselte sie dieses Jahr zum Schulbeginn erneut in unseren Haushalt. Wieder haben wir dasselbe Problem. Nur, dass sie sich nun hinstellt und sagt, ich mag mich nicht ändern, ihr seid meine Dienstboten und zur Mutter gehe ich nicht mehr zurück.

    Mein Partner, mit dem ich einen gemeinsamen Sohn habe (2), ist unglaublich gutmütig und wendet das komplette Kindergeld und den Unterhalt alleine für die Unterbringung in einem Tagesinternat mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung UND Vorbereitung für die Schule auf, weil sie sonst das Musische Gymnasium nicht packen würde.

    Da sie nicht mehr zu Mutter zurückgeht, fordert sie nun eine eigene Wohnung(!)
    Das Studentenwohneim kommt nicht in Frage, da sie noch minderjährig ist.
    Da sie gar keine Grenzen kennt und sich nicht ändern will, sieht mein Verlobter keine andere Lösung, als eine WG zu gründen, in der Volljährige mit einziehen,(da sie nicht alleine leben darf) in der die Jugendliche gut aufgehoben sein soll. Kostenfaktor weitere 500 Euro monatlich.

    Jetzt frage ich mich, ist das der richtige Weg?
    Ich bin dafür, dass sie zur Mutter zurückgeht. In meinen Augen gibt es keine andere Lösung, bis sie volljährig ist. Eine Heimunterbringung ist auch nicht das Richtige. Unser Dachgeschoss können wir nicht ausbauen, das würden weitere tausende von Euro Ausgaben bedeuten.

    Seit Wochen sind wir ratlos, er ist beleidigt, weil ich nicht nachgebe, stellt sich aber mit der Stieftochter systemisch auf eine Ebene, und verhandelt von dort aus zu mir nach unten, auf die Stufe, auf die ich gestellt werde. Mich macht das wechselweise verzweifelt oder aggressiv, weil sich die Stieftochter dadurch gestärkt und bestätigt fühlt und ich hilflos dastehe, und mir Hass und alles mögliche unterstelt wird. Das Schlimmste- er erkennt es nicht.
    Wären wir eine Einheit, dann könnten sich alle Kinder an uns orientieren, und dann hätten wir den Salat nicht, aber hinterher ist man immer schlauer. XD

    Hat jemand eine ähnliche Situation? Ich muss noch eine Woche warten, bis uns zumindest aus Therapeutischer Sicht geholfen werden kann.

    Ein Königreich für eine Lösung…

  • #8378

    Seifenblasentanz
    Teilnehmer

    Hallo,

    versetz dich mal in die Lage deine Stieftochter!!

    Für mich klingt es so, als wäre Sie nirgendswo Willkommen.
    Muss ein schreckliches Gefühl sein!

    Das dein Verlobter zu seiner Tochter hält ist teilweise normal, er wird mitleid mit ihr haben und evet. ein schlechtes Gewissen.

    Vielleicht, gehst du und deine Stieftochter mal zu einen Therapeuten und arbeitet an eurer Bindung!!

    Versuch ihr eine Freundin zu sein, ich glaube eher, das Sie einen Mutterersatz möchte!!

    Auch wenn Kinder groß sind, wollen Sie eine Mutter, ein Zuhause wo sie hin könnnen.

    Und Internat, WG.. da weiß man gleich was aus Ihr wird! Ich glaube Sie bracuh Zeit und eine Hand die Sie hält….

  • #8379

    Mercedes123
    Teilnehmer

    Hallo Seifenblasentanz,

    ich habe vergessen zu erwähnen, dass mir bewusst ist, dass ich an diesem Problem komplett selbst Schuld bin, da ich einer der gutmütigen Menschen bin. Gutmütigkeit ist ein Teil von Liderlichkeit, und so habe ich es in der Vergangenheit versäumt Grenzen zu setzen.

    Sie war von Herzen willkommen. Alles stand ihr offen. Und das Tagesinternat ist von ihr angestrebt, weil sich dort gute Lehrer kümmern, die nochmals den Stoff mit den Schülern durchkauen. Sie liebt diese Stelle. Da sollte kein falscher Eindruck entstehen.

    Die Hand die sie hält, sollten mein Partner und ich bewerkstelligen können. ABer ich komme schonwieder aus einem Streitgespräch, den sie noch zusätzlich schürt. Ich bin wirklich verzweifelt.

  • #8383

    auchHier
    Teilnehmer

    Liebe Mercedes123,

    soweit ich weiß, darf man mit Zustimmung der Eltern ab 16 Jahren alleine wohnen.

  • #8386

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Mercedes,

    kannst du bitte mal etwas genauer beschreiben, was für Probleme es mit der Tochter genau gibt am besten an einigen konkreten Beispielen? Und vor allem wie du glaubst, dass sich das lösen lassen würde, wenn sie alleine wohnt?

    LG Daka.

  • #8390

    Mercedes123
    Teilnehmer

    Ja, also da ist einfach eine bestimmte respektlose Art, mit der sie mit mir umgeht. Sie stellt sich mit ihrem Verhalten in die Beziehungsebene von uns und gibt vor, was mein Partner und ich tun sollen. Doch das Schlimmste ist, dass wir uns immer einig sind, was die Erziehung meiner Jungs angeht, da sind wir beide streng, doch bei ihr geraten wir regelmäßig in Streit. Fehltritte ihrerseits sind immer sofort entschuldigt und meist noch mir sogar angelastet. Meine Jungs weise ich jeden Tag zurecht, und da rede ich mir nix schön.

    Ich habe einfach aufgehört, mich regelmäßig beleidigen zu lassen und fordere eben auch Respekt ein. Zumindest ein paar Grundregeln im Zusammenleben wären angebracht. Ich bin in allem Vorbild, das heisst, ich selbst versuche auch ordentlich zu sein, wenn ich von den andern in der Familie Ordnung verlange. Doch Sie kocht Abends für sich und räumt im Anschluss nicht auf. Ich soll dann am nächsten Morgen ihre eingebrannten Pfannen schrubben. Irgendwann bin ich sauer geworden. Doch der Vater gibt ihr Recht. Und da hörts dann bei mir auf. Das kann doch nicht wahr sein?

    Und dann damals, wir sind uns im Gang über den Weg gelaufen und sie stößt mich mit der Schulter an, ohne eine Miene zu verziehen.

    Oder letztens, sie hatte wieder einmal gekocht, Topf, Teller, Tasse, Glas, Besteck, Wasserflasche, alles stand in der Küche herum. Am Morgen begegneten wir uns genau an dieser Stelle. Sie ignoriert mich seit einiger Zeit, spricht mir nicht mehr und hatte sich in diesem Moment ein Brot gestrichen. Ich sagte auch nichts. Sie beobachtete, ob ich sie auch bemerkte, hob ihr benutztes Messer leicht an und warf es im Bogen elegant dazu auf den Geschirrstapel vom Vortag. Zufrieden drehte sie sich um und verließ das Haus.
    Der Vater entschuldigt alles und gibt mir die Schuld.
    Als die Jugendliche so reagierte, war mir sofort klar, dass das nur das Ergbnis einer verschobenen Systemischen Lage ist. Im Prinzip sind wir Eltern/ Stiefeltern mit“schuld“. Es kann nichts besseres dabei herauskommen. So oft ich um Verständnis bitte, der Vater versteht mich nicht. Und das heizt Verzweiflung in mir.
    Ich weiss doch, dass Frieden für alle gut ist. Und ich war so darum bemüht. Würden wir an einem Strang ziehen, könnten die Kinder sich an uns orientieren.

    In zwei Wochen fliege ich nach Indien- und lass die zwei mal alleine.

  • #8391

    Mercedes123
    Teilnehmer

    Danke, auchHier, das wusste ich nicht. Liebe Daka, ich weiss auch nicht, denn die Idee kam von ihr. Im Innersten weiss ich dass sie reif dazu ist, doch auch ich frage mich, inwieweit das nützt.

  • #8396

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Mercedes,

    Ich denke der Vater muss hier tatsächlich Mal einen arschtritt von der Tochter kriegen . Dies wird dann hoffentlich passieren wenn du im Urlaub bist. Dann muss er Töchterchen alles hintertragen und sich vermutlich pissig anmachen lassen.

    Ich würde dir auch den Tip geben gar nichts mehr im Bezug zur Tochter für sie zu machen sondern ihm alles überlassen. Wenn er meint das sie das Geschirr nicht wegräumen braucht dann soll er das absofort machen. DU machst das nicht mehr . Ebenso wenn es ums Wäsche waschen geht. Sie kriegt einen eigenen Wäschekorb und entweder wäscht sie allein ihre Wäsche oder er.

    Ich bin erschüttert das dein Partner anscheinend denkt das du das Hausmädchen für ihn und Töchterchen bist. Lass dich nicht dazu machen. Von dir gibt es gar nichts mehr weder Geld noch Fahrten iwohin etc. Bis dein Partner und sie dir den nötigen Respekt entgegen bringen.

    Wenn der Umzug in eine eigene Wohnung keine wirkliche Option ist dann stell deinem Partner Koffer hin und sag er soll dann mit ihr ins Hotel/Jugendherberge ziehen. Oder wenn es so weiter geht das du dann gehst?

    Dein Partner sollte sie auch klar zurechtweisen das sie beziehungssachsn von euch nichts angehen. Wenn er ihr keine klaren Grenzen setzen kann wird sie auch kein Respekt vor ihm haben. Eventuell nutzt du deine Abwesenheit im Urlaub um ihn ein Ultimatum zu stellen. Entweder er setzt endlich Regeln und sorgt dafür das sie sich dir angemessen über benimmt oder er muss die Koffer packen und mit ihr gehen Punkt. Und er soll nachdenken was er will in der Zeit. Hier könnte man auch 2 Wochen Mal eine absolute Funkstille machen das es keinen Kontakt auch keine Nachrichten zwischen euch gibt.

    Ich glaube ich hätte beiden schon längst die Koffer gepackt und sie rausgeschmissen

  • #8400

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Liebe Mercedes
    Gib DIR nicht die Schuld! Wenn schon, sind dein Verlobter und seine Ex „Schuld“. Sie haben das aus ihrem Kind gemacht! Du bist nicht ihre Mutter und hast keine Verpflichtung, sie zu lieben und schon gar nicht, dich für Versäumnisse der Eltern schuldig zu fühlen!

    Ich kann dir nachfühlen und bin einmal mehr froh, dass es bei uns letztes Jahr nicht soweit gekommen ist, dass die Stieftochter eingezogen wäre.

    Ich wünsche dir, dass dir der Urlaub gut tut und du lernst, ganz zu dir und deinen Kindern zu stehen.

  • #8401

    Pinocchio
    Teilnehmer

    @seifenblasentanz:
    Ob die Stieftochter sich abgeschoben fühlt oder ob sie bloss profitieren will, können wir aus der Ferne nicht beurteilen. Beispielsweise, meine Stieftochter wollte ausschliesslich profitieren. Das war natürlich zu Beginn nicht ganz klar, aber im Nachhinein und immer im Gespräch mit der Ex und anderen Beteiligten. (Sie versuchte ihre Oma ebenfalls gegen ihre Eltern auszuspielen. Das ging nur mit viel reden unter den Erwachsenen!)

    Ob sie nun ein armes Kind ist, oder nicht, es ist m.E. NICHT die Aufgabe der Stiefmutter, sich in das Kind einzufühlen! Das müssen die Eltern und wenn die das 16 Jahre lang nicht konnten, sollte da ein Psychologe ran. Die Frau des Vaters sollte/darf/muss nicht die Mutterrolle übernehmen bei einer 16 jährigen. Das käme ganz schlecht. Kein Teenie möchte eine zweite Mutter, eine reicht denen zum Überdruss! 😉 Auch wäre die leibliche Mutter wohl nicht so erfreut.

    Ablösung ist OK und normal im dem alter. Manchmal versuchen sie halt trotzdem noch zu profitieren. Praktisch, wenn man zwei Zuhause hat und die Eltern sich nicht gut absprechen…

  • #8403

    Mercedes123
    Teilnehmer

    Guten Morgen und vielen Dank, Soulcolored! In diese Richtung wird es gehen. Er will wirklich nicht, dass wir gehen. Alle Frauen-Mütter- Kindheime, alle Krisenwohnungen, Caritaseinrichtungen sind derzeit im Landkreis belegt, dass Wartezeiten von einem Jahr (!) bestehen *kreisch*, so bliebe mir um rasch zu gehen nur eins- bei der Obdachlosenstelle der Stadt melden. Er weiss das, und er weiss auch, dass wenn es sein müsste, ich wirklich gehe.

    Danke Pinocchio, da hast du Glück gehabt, wobei ich mir vorstellen kann dass, wenn es gut läuft, es eine Bereicherung für alle sein kann. Mein Patenkind (18) lebt mit ihrem Partner ebenfalls bei uns im Haus, haben eine Ebene für sich, benutzen unsere Küche, Gemeinschaftsräume ebenfalls – und da klappt es reibungslos! Ich bin wirklich froh,dass ich auch etwas positives vorzuweisen habe, denn ich habe schon echt an meinem Verstand gezweifelt.

    Irgendwie kann ich das mit dem Profitieren auch nachvollziehen, der junge Mensch schaut halt auch, wo er bleibt, dafür habe ich auch Verständnis.

    Mit der Mutter kam ich immer sehr gut klar, doch diese baut mit ihrem Mann nun die 3. oder 4. Apotheke aus und hat keine Lust auf Probleme.
    Ihr Vorschlag: Ich soll sie „in Ruhe“ lassen :-O und sie als WG Mitglied behandeln.
    Bis jetzt habe ich das nicht getan (in Ruhe liess ich sie – hilfe!), denn würde ich sie als solches behandeln, hätte dies schon zum Auschluss aus der „WG“ geführt und ich hätte sie auf Whatsapp gegenblockiert ….

    Danke, danke für das Feedback, das hilft mir meim mich sortieren, nicht ungerecht werden, nicht verzweifeln.

    Was haltet ihr von dem WG Gedanken? Irgendwie tu ich ich schwer…

  • #8405

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Der WG Gedanke ist ja nicht schlecht aber wird es bei euch funktionieren?Wie du schon sagtest,wäre es wirklich eine WG hät man sie schon raus geworfen. Allerdings könnte man es ja zu teilen so umsetzen. Das sie ihr eigenes Geschirr kriegt und ihre eigene Ecke. Macht sie nicht sauber ist es ihr Problem an euer Geschirr braucht sie dann nicht zu gehen. Ebenso Wäsche waschen,ihr Zimmer saugen und Aufräumen. Evt ein Haushaltsplan das sie 1mal die Woche das Klo Putzen muss.

    Aber da muss dann auch der Papa mitziehen und konsequent sein. Er muss ihr auch klar machen das sie dich so nicht zu behandeln hat. Ansonsten muss sie gehen oder du gehst. Es muss ja kein Frauenhaud oder sonstiges sein. Evt findest du auch für ein paar Tage Unterschlupf bei deinen Eltern oder einer Freundin. Das er Mal drüber nachdenken kann was da schiefläuft.

    Oder sie muss zurück zur Mutter auch wenn diese nicht will. Was man aber verstehen kann wenn sie sich dort auch so benimmt?

    Ich glaub bei dem Verhalten kannst du sie eigentlich nur als „Gast“ sehen und dieser hat sich zu benehmen.

  • #8428

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Die Idee mit der WG finde ich sehr problematisch! Wer haftet, wenn es Probleme gibt? Die 18-jährigen Mitbewohner? Überträgt man denen auf diese Art die Erziehungsverantwortung weil man selbst hilflos ist? Und wer meldet den Eltern, wenn sie Mist baut? Oder in seltsame Kreise abrutscht? Nein, als Elternteil würde ich diese diversen Risiken nicht eingehen.

  • #8435

    Mercedes123
    Teilnehmer

    ja, das alles geht mir auch im Kopf um, aber der Vater betont ja, wie selbständig sein Mädchen ist, wie gut sie in der Schule wäre, und ihr einziges Ziel, das Abi. Und wegen dem Ärger mit mir ist sie unglücklich und ihre Mutter ist unglücklich und alles mein Verschulden.
    Lasst sie scheitern, oder wieder irgendeine Internetsucht bekommen, wie vor 2 Jahren, dann ginge das auch noch auf mein Konto…

    Es ist so schade, dass er langsam Vorbehalte gegen mich entwickelt, sowas wie Misstrauen.

    Ich fühle mich langsam wie ein Monster.

    Letztens habe ich den letzten Versuch unternommen, noch irgendwie verstanden zu werden. Wer bin ich, habe ich gefragt. Bin ich denn irgendwer? Egal, welche Lebenslage, es gab nie irgendwelche Zweifel aneinander. Und wir haben schon einiges schreckliches, wirklich schreckliches hinter uns. Warum muss ich mich überhaupt rechtfertigen, frage ich mich. Ich weiss doch, dass wir alle in einem Boot sitzen und ich würde niemals jemanden schaden wollen. Der Zustand ist wie Erbrechen, das nicht mehr enden möchte.

    Mein Ruf als liebe nette Person, die eher schüchtern ist, lustig, verspielt, kreativ, sinnlich, verrückt und immer freundlich und angepasst, die sich immer für alles entschuldigt, die die Kraft hatte, sich immer um andere zu sorgen, ist dahin. Im Bekanntenkreis bin ich jetzt die böse Stiefmutter.
    Die, die ihre Familienprobleme nicht gebacken bekommt.

    Das Lachen ist mir längst vergangen, ich stehe vor dem 5. Herzbruch, dennoch gibt es für mich kein zurück mehr. Ich mag mich nicht mehr ausnutzen und beleidigen lassen. Und ich werde in Zukunft zweimal nachdenken, ehe ich wieder „hier! Klar helf ich dir!“ rufe.

    Danke, dass es dieses Forum gibt, hier wird man am Boden gehalten, hier sind so viele vernünftige, kluge und logische Beiträge, die es einem leichter machen, die Situation zu lösen.

  • #8450

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Liebe Mercedes
    Das tut mir ja sehr leid. Es scheint, als gehe es dir wirklich gerade sehr schlecht und du weisst nicht mehr ein und aus..
    Lass die Bekannten doch reden! Die wollen nur selber nichts damit zu tun haben! Eine Schuldige zu finden ist immer einfach. Und Mütter sind nunmal schnell als Schuldige ausgemacht. Stiefmutter auch.
    Bist du möglicherweise nervös wegen der bevorstehenden Reise und deshalb so verletzt? Weil sensibler als sonst? Lass dich nicht runter machen! Die haben doch keine Ahnung. Dass das Verhalten deines Verlobten sehr enttäuschend für dich ist, verstehe ich. Wenn du jedoch zum 5. Mal Herzbruch hast, dann weisst du auch, dass du gestärkt daraus hervorgehen kannst und es dich nur weiterbringen kann. Nimm das (sehr enttäuschende ) Verhalten deines Verlobten als Chance, dich selbst zuvreflektieren und deine Wünsche zu erspüren und glücklich zu sein. Bisher hat er dich getäuscht und du hast dich in ihm getäuscht. Nicht zurück schauen, nicht denken: oh wie war ich dumm o.a. sondern: Gratuliere dir selber, dass du JETZT erkannt hast! Wer er ist und viel wichtiger: wer du bist! Gut Mut!

  • #203108

    Mercedes123
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben!
    Eben habe ich meinen Beitrag vom November 17 gefunden. Eure verständnisvollen und fundierten, gut durchdachten Beiträge trösten mich sehr. Ich gebe einfach alles, doch ich bin in einer Maschinerie deren Gesetzmäßigkeiten ich mich ausgeliefert fühle und von denen ich bislang nichts wusste.
    Und es hat sich nichts verbessert. Im Gegenteil, mein Verlobter ist stark gealtert, er ist grau und faltig geworden, und ich bin seit dem krank geworden, erst kürzlich wieder gesund,Imunsysthem.

    Dummerweise führen sich jetzt meine Jungs unmöglich auf (9 und 7) Sie sind Tagträumer,faul und vergesslich. Es gibt seit einiger Zeit stündlich heftigste Auseinandersetzungen zwischen ihnen und dem Stiefvater, sowohl zwischen ihm und mir, wir reiben uns auf an dem Thema. Irgendwie war mir schon klar, dass ein Auszug der Stieftochter zwar Ruhe fürs Erste verschafft, aber dennoch die Grundprobleme nicht lösen kann.
    Sie zog Anfang des Jahres in Untermiete zu ihrer Besten Freundin welche einen wirklich guten Einfluss auf sie hat, der Grundcharakter bleibt natürlich trotzdem bestehen. Die Vermieterin möchte aber plötzlich hundert Euro mehr, ich kann mir schon denken, dass sie das Geld auch wirklich braucht.Die Stieftochter hat einen luxuriösen Lebenstil, muss alles haben und alles vereinnahmen.
    Die Stieftochter lehnt ab und sagt, der Kühlschrank bei denen wär immer leer, die Vermieterin würde das Geld unberechtigt verlangen und der Vater glaubt ihr das… Obendrein haben sie mir schon angekündigt, dass die Stieftochter 16 unbedingt den Führerschein machen will, und ich mit schauen soll, wie sie das in den Ferien jetzt erreicht. Der Vater hat deswegen schon ein drittes Auto gekauft, damit der Teenie dann auch fahren kann. Ich kann bald nicht mehr, es gibt nirgendwo Hilfe,das Geld ist alle, es gibt kein Verständnis und ich bin sehr verzweifelt.
    Ich bin in einer Zwickmühle, wo ich weder nach vorn, noch nach hinten kann. Hätten wir nicht noch gemeinsam einen Sohn, mittlerweile 2,5 wäre ich längst über alle Berge.
    Ich habe das Gefühl, mein Stand in der Familie ist einfach ein schlechter, da ich einfach nur eine „Freundin“ für den Vater bin. Er versucht mich zwar immer vom Gegenteil zu überzeugen, dazu ist er aber zu defensiv. Ich fühle mich wie eine 80 jährige, fette alte Ehefrau, die „fertig“ ist. Ich bin also nicht einmal „Stiefmutter“ laut Gesetz habe ich heute festgestellt, bisschen Recherche im Internet und einen Bericht der Welt über Stiefmütter gelesen.
    Es gibt glaub ich nur noch eins. Die Trennung.

    • #220560

      Pinocchio
      Teilnehmer

      Liebe Mercedes
      Deine Jungs rebellieren mit ihrem („faulen“) Verhalten gegen die Missstände in der Patchwork Familie. Ihr hattet kaum Zeit zu verarbeiten. In kurzer Zeit neuer Stiefvater, Baby, weite Reise inein fremdes Land. Das gilt es zu verarbeiten! Auch für DICH! Nimm dir das! Es steht dir zu. Nimm deine Jungs und den Kleinen und geht mal weg in die Berge oder sonstwo ihr zur Ruhe kommen könnt. Ohne dich gleich vom Vater des Jüngsten zu trennen. Sag ihm, du habest ein Angebot bekommen und nimmst den Kleinen mit. Musst ja nix von den Grossen sagen, wenn er so eifersüchtig auf diebeiden reagiert. Dann lass die Jungs sich zuerst so richtig austoben und führt dann Gespräche. Vielleicht können sie dir sagen, wie es ihnen geht. Wenn nicht, dann gib ihnen noch Zeit. Aber sag ihnen, dass du mit dem Mann zusammen sein willst und sie dann nicht einfach tun können was die wollen. Sie müssen sich auch einfügen in die Familie. Wenn du nicht mit ihn zusammen sein willst, natürlich nicht. Finde das für dich heraus, in der Ruhe.

      • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Tagen, 13 Stunden von  Pinocchio.
  • #220910

    Mercedes123
    Teilnehmer

    Vielen Dank liebe Picocchio! ♥

    Natürlich predige ich den ganzen Tag, dass die Kinder sich fügen müssen, es ist mir so arg, dass sie dennoch „entgleiten“ zum Teil bin ich wirklich ratlos.

    Jetzt war der Partner drei Tage weg, ich hab Trotzdem Magenschmerzen wenn ich ihn sehe, kann die ganze Energie grad nicht ertragen, denn wir beide hätten untereinander weniger bis gar keine Probleme, doch das mit seiner Tochter kommt ja dazu. Und da fordert er und fordert er(andererseits habe ich aber auch Verständnis dass er verzweifelt ist, aber die ganze Verwandtschaft von ihm sagt, er soll aufhören, die Kinder so zu beschimpfen).

    Ich habe die Zeit genutzt und habe mit den Jungs intensiv gearbeitet, ich war im Freizeitland mit ihnen, Eisessen, Spazieren, wir lernen wie man arbeitet Waschbecken putzen usw, wir arbeiten mit Schüsslersalzen (3 ist gegen Wutausbrüche und unschlüssiges Verhalten, 4 gegen Trägheit und Unzufriedenheit 2 gegen Existenzängste usw) und jeden Tag meditiere ich mit den Jungs, wir singen sogar und sie werden immer zufriedener. Ich hoffe, das bleibt so und festigt sich. Ansonsten wir waren schon bei der Familienhilfe, der Caritas, beim Familienstellen, der heilpädagogischen Praxis, der Seelsorge und bei zwei Schamanen, aber keiner konnte uns helfen.

    Ich habe ihm Screenshots von Berichten der Welt, dass Stiefmütter am meisten zu Depressionen neigen, dass Stiefväter am liebsten hätten, dass die Stiefmütter am Besten alles alleine regeln, damit sie sich diesen Emotionsgebade zwischen Kind und Frau entziehen können und dass der Vater eine Schlüsselfunktion hat, bei der im Idealfall alle ihrem Platz zugewiesen bekommen können, doch kommt er damit nicht klar, weil der den Fakten nicht ins Auge sehen will. Vielmehr will er mir seine Gedanken, die er in den Vordergrund stellt, anzeigen und die Situation an dieser Stelle festhalten.

    Auch geht mir immer der Beitrag einer sehr gelassenen, desillusionierten und patenten Stiefmutter hier im Forum im Kopf um und daran zu denken tut mir sehr gut. Sie empfahl inhaltlich einfach aussteigen, den Vater sich von den eigenen Kindern nerven lassen. Soweit war ich auch schonmal, allerdings habe ich das damals falsch angepackt. Ich hatte mich damals total zurückgezogen und daher mein „Revier“ nicht verteidigt, was zur Folge hatte, dass doch Tatsächlich das BK das Zepter an sich riß.
    So musste ich den Geburtstag des BK im Keller verbringen, während die Kindsmutter der Vater und sie zum Essen gingen und im Anschluss in unserem Haus feierten. Irgendwann hab ich gemerkt, so gehts auch nicht. Und stellte mich von da an auf die Hinterfüße.
    Das Revier verteidigen war total anstrengend, so veränderte das BK einfach u.a. selbständig die Anordnung meiner Küche. Ich änderte es so schnell konnte sie gar nicht guggen wieder und stellte somit auch symbolisch meine Ordnung wieder her. Es begann eine schwere Zeit.
    Da ich von da an immer präsent war, (obwohl ich lieber verschwunden wäre) und vorrauschauend organisatorisches beachtete, gab sie langsam auf. Dennoch blieb es anstrengend.
    „Anstrengendes Dauergenerve“ nannte die o.g. Stiefmutter diesen schwierigen Umgang.
    Ich finde sicher noch einen geradlinigen Weg, um ich selbst zu sein.

    Dennoch könnte ich verzweifeln, da das BK eine Chance bei uns hatte, sich aufführte
    (fast schon übertrieben respektlos, Luxusansprüche, sich alles zu eigen machte, heimlich meine Kosmetik benutzte, überall ihre Finger drin hatte und nur alles vom Besten sein musste- Frischkäse muss von Almette sein. Teures Obst, da nimmt man gleich eine ganze Kralle Bananen in die Schule und ein Kilo Kirschen für 6 Euro sind im Nu Geschichte und nur diese Sorte von Toast. Achja und Eiswürfel, die muss man jede Stunde geräuschvoll aus der Gefriere klopfen und die Behälter jedesmal aufwändig in der Spülmaschine waschen. u.v.m… Heute noch kostet sie z.B ein Wasser bei Tisch bei uns, verzieht blasiert und angeekelt das Gesicht und sagt: Das Wasser ist ekelhaft!)und sich nicht im geringsten normal verhalten konnte und zurück zur Mutter musste.
    Sie heulte und bettelte und bekam die zweite Chance, die sie schon nach zwei Monaten vergeigte und nach weiteren 6 Monaten wieder rausflog.
    Und jetzt verlangt der Vater, dass sie zum dritten Mal hier einziehen soll und schimpft gleichzeitig meine Söhne „Schweine“ wenn sie was falsch machen oder mit schmutzigen Socken aufs Sofa gehen, packt sie hart am Arm, wenn sie wieder faul waren, zieht sie am Ohr, wenn sie etwas falsch gemacht oder vergessen haben. Dabei dreht es mir den Magen um. Ich schaffte es aber nicht, dass sie einfach das Bad nach dem Duschen aufräumen usw.
    Der einzige Wunsch den ich hatte war, das BK genauso zur Ordnung zu rufen, sie dazu bewegen, sich in der Gemeinschaft einzufügen, aber genau das hat er nicht getan.

    Jetzt stehen die Sommerferien vor der Tür. Der Teenie braucht mit 16 Führerschein (hat gut geerbt und zahlt den lässig selber),jetzt heisst es, sie muss in den Sommerferien hier sein, damit sie den in dieser Zeit fertig kriegt. Und dann soll sie wieder hier einziehen. Puhh.
    Ich könnte die glatten Wände hochgehen. Eigentlich halte ich es keinen Tag mehr hier aus.
    Wahrscheinlich sitze ich hier nur, weil das Geld alle ist und ich nicht weiss, was ich tun soll.
    Und so reiten wir immer weiter rein.

    Aber ich bin innerlich schon stärker geworden. Die Tatsache kein Einzelfall zu sein, lässt mich ruhig werden. Ich gehe jetzt oft in die Stille um Kraft zu tanken, schau auf mich und sorge für mich.
    Irgendein Weg wird sich auftun.

    Danke, dass es euch gibt.

  • #220981

    AmyFarrahFowler
    Teilnehmer

    Nach dem Lesen von deinem Text stelle ich mir nur eine Frage: warum lässt du es zu, das er so mit deinen Jungs umgeht?

    Was die Tochter angeht: solange der Vater dieses Verhalten nicht unterbindet, wird es nicht ändern. Er ist der Schlüssel zur Veränderung.

  • #221230

    Mercedes123
    Teilnehmer

    AmyFarrahFowler, weil ich es selbst nicht geschafft habe, die Kinder so zu erziehen, dass sie dem Stiefvater kein Ärgernis sind. Sie waren oft wütend, bekämpften sich gegenseitig und hatten mit Rangkämpfen zu tun. Wir hatten verschiedene Vorgehensweisen in der Erziehung ausprobiert, aber nichts hat funktioniert. So war dies das traurige Ergebnis.
    Ich ändere das jetzt in dem ich klarmache, dass ich mich um alles was die Jungs angeht kümmere, sie machen halt viele Fehler, aber sie sind gutherzig und treu und lieben ihn trotzdem. Das hab ich gesehen, wie sie ihn begrüßten, als er wieder nach Hause kam.

    Da sprichst du mir aus der Seele, mittlerweile bin ich davon überzeugt.

    • #222411

      Pinocchio
      Teilnehmer

      Ich meinte nicht: unterordnen
      Ich meinte: einordnen

      Das ist ein frappanter Unterschied.

      Auch deine BK soll sich nicht unterordnen müssen. Aber diese Frage stellt sich wohl kaum;

      Deine Kinder dürfen nicht sich selbst sein, weil sie dem Stiefvater nicht in den Kram passen. Gut, dann stell dir mal vor, wie sie sein müssten damit sie für ihn durchgehen? Wie müssten sie dann sein? Wie müssten sie sich verhalten? Könntest du damit leben?
      Wut, Trauer, Rangkämpfe, all das gehört zum Leben eines Kindes dazu. Ich habe den Eindruck, dass ihr deine Söhne extrem überwacht und versucht zu verbiegen. Sie können nicht Mädchen werden. Sie brauchen Freiraum, in welchem sie beide sich raufen dürfen. Vielleicht können sie das noch bei ihrem Vater, aber stell dir die arme Stiefmutter dort vor, wenn sie all das, was bei euch kaputt gemacht wird, auffangen muss? Die wird dich nicht mögen.

      Was mir auffällt: du machst Therapien mit deinen Kindern, aber du bist selber in einer Beziehung, die Magenschmerzen verursacht. Es wäre bestimmt interessant für dich, wenn du in einer Therapie o.ä. entdecken könntest, warum es für dich von Vorteil ist, unter Magenschmerzen zu leiden? Was führte zu dieser Einstellung, dass du leiden musst in einer Beziehung? Wo wurde die Weiche dazu gelegt?
      Diese Frage gilt ein bisschen für uns alle!!

      • #222617

        Pinocchio
        Teilnehmer

        Liebe Mercedes,
        wenn ich meinen Beitrag durchlese, tönt es so, als möchte ich dich angreifen. Dem ist aber nicht so. Bin bloss gestresst mit meinen eigenen Jungs.
        Ich versuchte nur aufzuzeigen, dass mein Eindruck ist, dass du dir viel gefallen lässt.
        Entschuldige bitte meine Tonart!

  • #222633

    Mercedes123
    Teilnehmer

    Alles in bester Ordnung, Pinocchio, man merkt wie feinfühlig und erfahren du bist und ich kann nur versichern, du hast die Wahrheit passend ausgedrückt! Auf gar keinen Fall müsstest du dich für deinen Ton entschuldigen, ich habe den eben gelesen und du hast Recht und sprichst mir aus der tiefsten Seele. Ja, einordnen, niemals unterordnen sollte sie sich. Ich bin kein Mensch zum unterordnen, da müsste man die Leute ja verbiegen, nene, das ist nicht meins.
    Ich hab jetzt jemanden entdeckt, der das nochmal Systhemisch aufbauen möchte. Hoffentlich nicht schon zu spät. Wow, ich bin so beeindruckt, wie korrekt ihr seid und so mitfühlend. DANKE von Herzen dafür! ♥

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