Stieftochter möchte zu Vater ziehen – ich werde bei Entscheidung übergangen

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Dieses Thema enthält 10 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Sternchen85 vor 1 Monat, 1 Woche.

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  • #9498

    NalE
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich bin total verzweifelt und hoffe auf eure Hilfe.

    Erst einmal zu mir. Ich bin 29 Jahre alt und seit gut 6 Jahren mit meinem Partner zusammen. Seit letztem Jahr sind wir verheiratet und haben einen kleinen Sohn.
    Mein Mann hat aus einer früheren Beziehung eine 16 jährige Tochter. Unser Verhältnis war schon immer eine Berg- und Talfahrt, jedoch meist schwierig.

    Nun hat seine Tochter entschieden, sie möchte zu uns ziehen, da die Verhältnisse zu Hause wohl nicht mehr auszuhalten sind.

    Problem an derganzen Sache ist, dass meine Schwiegereltern ihr angeboten haben zu ihnen zu ziehen, jedoch ohne vorher mal mit uns gesprochen zu haben, was wäre, wenn sie zu uns ziehen möchte.
    Nun wird aber einfach entschieden, dass sie zu uns kommt, da das ja ihr Wunsch ist und ich / wir uns fügen müssen.

    Klar ist sie seine Tochter und gehört dazu, aber es ist eben schwierig. Wir haben nur zwei Kinderzimmer und mir wird jetzt von „fremden“ Personen die Entscheidung genommen, ob wir noch ein Kind bekommen oder nicht. Meine Schwiegermutter meinte nur, wenn noch ein Kind kommt könnten die Kleinen ja erstmal in ein Zimmer. Aber wann ist dann der Zeitpunkt wo das nicht mehr geht. Was ist dann mit seiner Tochter? Sagen wir dann sie muss ausziehen?

    Des Weiteren arbeitet mein Mann Schicht, das heißt ich wäre alle zwei Wochen mit den zwei Kindern alleine. Auch wenn es sich vlt. blöd anhört, aber ich sehe einfach nicht ein, dass ich das alleine aufgebürdet bekommen soll. In ist eben nicht meine Tochter.

    Mein Mann reagiert jetzt schon gereizt wenn ich das Thema anschneide da er sagt er könne nichts machen, da es eben seine Tochter sei.

    Wenn sie bei uns ist ist sie bisher nur auf „Urlaub“. Alles ist zu viel verlangt, nur um unseren Sohn kümmert sie sich. Ihn erdrückt sie mit ihrer Liebe, lässt ihm keine freie Minute und auch meinem Mann mit seinem Sohn keinen Raum. Immer und überall muss sie an ihm „kleben“.
    Meist waren mein Mann und ich froh, wenn zwei oder drei Ferienwohnung bzw. die regelmäßigen Wochenenden geschafft waren,da sie total schwierig (zickig, schnell beleidigt, extremst anhänglich, niemals für irgendetwas dankbar, nicht immer ehrlich, etc.) ist und nun soll sie für immer zu uns? 🙁

    Ihre Aussage wie sie sich ihre Freizeitplanung bei uns vorstellt war „couching“.

    Ich bin so aufgewühlt, dass wahrscheinlich alles total durcheinander geschrieben ist.

    Prinzipiell bin ich erst einmal dagegen, bin aber bereit, mit bestimmten Absprache mit der Tochter und den Schwiegereltern mich auf einige Probemonate einzulassen.

    Könnt ihr mir Tipps geben, was vorher alles abgeklärt / angesprochen werden muss außer z.B.

    – Betreuung nach Schule
    – Wochenend- / Urlaubsregelung
    – Haushaltsaufgaben
    – Freizeitgestaltung

    Vielen Dank schon mal.

  • #9501

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Liebe Nale,

    ich bin total bei Dir und kann Deinen Frust verstehen. So etwas gehört besprochen und kann nicht einfach über Deinen Kopf entschieden werden. Was sagt denn die Mutter dazu?
    Es ist unfassbar, dass man als Stiefmutter solche krassen Veränderungen einfach hinnehmen muss. Womöglich hat sich gar keiner Gedanken darüber gemacht, wie Du darüber denkst. Eine Stiefmutter muss das einfach schlucken und basta. Meine Schwiegermutter verwechselt mich auch manchmal mit einer Hausangestellten.

    Ich würde nun ein Gespräch zu dritt führen, in dem schriftlich festgehalten wird, welche Aufgaben sie im HH übernehmen MUSS und gleichzeitig auch, dass, sollte es nicht klappen, sie wieder ausziehen wird. Es kann nicht sein, dass sie sich zu Deinen Lasten ein bequemes Leben macht. Eine 16jährige muss nicht mehr betreut werden und sorgt in aller Regel selbst für ihre Freizeitgestaltung. Wenn Ihr am WE einen Ausflug plant, ist sie natürlich dabei, wenn sie denn möchte. Genauso sehe ich es mit Urlaub.
    Allerdings halte ich es für sehr wichtig, dass Du und Dein Mann auch regelmäßig Zeit zu zweit habt. Auch für Urlaub.

    Was das zweite Kind angeht, lass Dir da nicht zu früh graue Haare wachsen. Kommt Zeit, kommt Rat. Es gibt immer eine Lösung.

    Alles Liebe Dir,
    Donna

  • #9506

    NalE
    Teilnehmer

    Vielen Dank Donna, für deine lieben Worte. Das mit dem schriftlichen festhalten und der Zeit zu zweit werde ich auf jeden Fall versuchen durchzusetzen.

    Tja die Mutter, die weiß noch nichts davon. Sobald sie es erfährt, wird jedoch der Terror anfangen, da sie die Tochter so wie ich das sehe nur als Geldeinnahmequelle sieht und diese ja dann wegfallen würde.

    Das mit der Freizeitgestaltung wird bei ihr aber wohl ein Problem, da sie keinen Anschluss hat (was mich aber auch nicht wundern würde, da sie der egoistischste Mensch ist den ich jemand kennen gelernt habe). Zumindest hat sie in all den Jahren noch nie darum gebeten, sich mal mit jemandem treffen zu dürfen. Obwohl wir ihr angeboten haben, sie ins Kino, etc. zu fahren, falls sie sich mal mit Freunden verabreden möchte.
    Und wenn sie dann nur zu Hause rum hängt sehe ich das als sehr schwierig an.

    Urlaube sind auch noch so ein Thema.
    Nach dem Urlaub im letzten Jahr hatten wir uns eigentlich geschworen, sie nicht mehr mitzunehmen, da uns die Zeit und das Geld dafür echt zu schade sind. Wir konnten ihr nichts recht machen, sie hatte nur schlechte Laune, uns gegenüber einen Umgangston unter aller Sau, war nur motzig und zickig.

    Und das war gerade mal eine Woche und jetzt soll sie dauerhaft zu uns. Ich hab einfach Panik dass uns das alles über den Kopf steigt und im schlimmsten Fall unsere Ehe / Familie daran zerbricht.

    • #9507

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Wenn es so schlimm ist, dann ist meine erste Reaktion aus dem Bauch: Lehnt den Umzug ab. Das Mädchen hat ein Zuhause bei seiner Mutter. Sie sitzt ja schließlich nicht auf der Straße. Wenn mein Mann eine so unmögliche Tochter hätte, würde ich mich mit allen Mitteln gegen einen Einzug wehren.

  • #9513

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Nale,

    das ist genau der Punkt, vor dem ich richtig Angst habe. Ich könnte nicht mit seiner Tochter zusammen wohnen. Aktuell besteht das Risiko noch nicht, da sie erst 7 ist und, wie du auch schreibst, der Mutter würde die Einnahmequelle wegfallen. Also kann sie erst umziehen, wenn sie es selbst entscheiden darf.
    Aktuell lautet meine Meinung dazu (mein Freund weiß das auch), wenn sie zu ihm zieht, ziehe ich aus.

    Da ihr allerdings ein gemeinsames Kind habt, ist das natürlich nicht die erste Wahl. Ich finde es unmöglich, dass da über eure Köpfe entschieden wird.
    Ich glaube, deinem Mann ist das auch nicht so recht, wenn er sagt „er könne nichts machen, da es eben seine Tochter sei“. Ich würde auf jeden Fall mit den Schwiegereltern reden, das geht ja mal gar nicht. Und mich auch mit allen Mitteln gegen einen Einzug wehren.
    Wenn es gar nicht vermeidbar ist, dann würde ich auch ganz klare Regeln aufstellen. Und vor allem auch eine Art „vorläufiges Auszugsdatum“ festlegen, z.B. wenn sie mit der Ausbildung fertig ist oder spätestens mit 20 oder so.

  • #9515

    Daka
    Teilnehmer

    Puh, das ist eine schwierige Situation. Ich glaube grundsätzlich viele Teenies haben Probleme mit ihren Eltern und wenn dann der mögliche Ausweg zu einem anderen Elternteil gegeben ist, wird schnell gesagt: „Dann ziehe ich eben zu Papa“.
    Müsste sie denn dann auch die Schule wechseln oder wohnt ihr recht dicht beisammen? Wenn ihr dicht beisammen wohnt, könnte man sich ja vielleicht auch auf ein Wechselmodell einigen für eine Probezeit? Dann kann von BEIDEN Seiten entschieden werden, ob es so weiter läuft, zurück zu Wochenend-Umgang oder sie komplett zu euch zieht. Ich denke, sie kann das derzeit noch gar nicht einschätzen was es bedeutet bei euch zu wohnen.
    Von dem was du schreibst, scheint sie selbst aber „einige“ Probleme zu haben. Du schreibst immer wieder sie ist egoistisch, zickig, bockig etc. Wenn du mal überlegst, wann du selbst dich mal so verhältst, wird dir vermutlich bewusst, dass das ein Hilfeschrei ist… vielleicht wird sie in der Schule gemobbt, und ja vielleicht hat sie wirklich keine Freunde. Aber bestimmt nicht, weil sie keine will, sondern weil sie vielleicht wirklich in der Vergangenheit ein paar Fehler gemacht hat und sie nun keiner mag. Keine Freunde zu haben gehört m.E. zu den schlimmsten Dingen die einem im Leben so passieren können. Ich hatte mal eine Phase wo ich mich mit meinen Freundinnen gestritten hatte (weiß selbst nicht mehr warum) und sie mich plötzlich nicht mehr mochten, da war glaub ich auch ein wenig Mobbing einer beliebten Schülerin dabei und das waren so ca. 2-4 Wochen. Ich habe mich einfach nur schrecklich gefühlt und habe wirklich darüber nachgedacht, mein Leben zu beenden. Was ich damit sagen will, ich glaube die Tochter braucht einfach etwas mehr Verständnis und Angenommen werden, also geliebt werden so wie sie ist. Deswegen ist sie vielleicht auch so vernarrt in ihren kleinen Bruder, weil dieser sie noch genau so nimmt, wie sie ist, weil er die ganzen Vorurteile nicht hat. Das muss natürlich nicht von dir kommen, wenn du es nicht kannst, aber von deinem Mann und ihrer Mutter… wenn du magst, lies mal die Familienkonferenz von Thomas Gordon, das könnte dir in einigen Punkten die Augen öffnen.

    Was ich nicht ganz verstehe, die Schwiegereltern haben ihr angeboten zu Sich zu ziehen? Und dann entschieden, dass sie zu Euch zieht, weil sie das gerne so möchte??? Das finde ich in der Tat recht übergriffig…

    Wie steht denn dein Mann zu der ganzen Geschichte? Ich denke es müsste da im Vorfeld auch erstmal ein Gespräch mit der Mutter geben…

    LG Daka.

  • #9517

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Liebe Nale

    Keine Panik, noch ist nichts entschieden! Wir hatten den Fall auch. Ich fühlte mich schrecklich, mein Mann überglücklich! Ich dachte, ich müsste nun entweder mit Stieftochter unter einem Dach leben oder meinen kleinen Kindern den Vater „weg zunehmen“, also mich zu trennen mit zwei kleinen Kindern, eines davon hätte sich nie an eine gemeinsame Zeit mit Papa erinnern können, da es zu klein war. Jetzt wäre es genug alt. Dann fragte mein Mann seine Ex wegen dem Geld (Unterhaltszahlungen) das somit nicht mehr zu bezahlen wäre und da war der Spuk vorbei. Stieftochter blieb bei Mama.

  • #9518

    Josi
    Teilnehmer

    Hallo Nale,nun will ich dir mal schreiben.Denn mir ist genau das passiert,was dir so Angst macht und ich kann darum ziemlich gut beurteilen was da auf dich zurollt.Die Mutter meines Stiefsohnes stellte diesen im Alter von zehn Jahren vor unsere Tür.Das ist nun sechs Jahre her.Sie kümmert sich mal mehr,mal weniger und auch mal ein Jahr garnicht um ihr Kind.Ich bin älter als du und meine Kinder sind erwachsen.Eigentlich war für mich das Thema Kinder erledigt.Dann kam ich mit meinem jetzigen Mann zusammen.Da gabs noch einen zehnjährigen Sohn,ein sogenannten Nachzügler.Er lebte erst bei der Mutti,dann im Wechselmodell und dann von heute auf morgen bei uns.Mich hat damals niemand gefragt,ob ich das will oder schaffe,bin ja auch berufstätig.Mich fragt bis heute niemand danach.Der Bub ist jetzt 16 Jahre alt,sein bester Freund ist die Playstation,einen im wirklichen Leben gibt es kaum.Er ist sehr schwierig in all seinem Benehmen und es ist Vieles sehr schwer.Der Vater arbeitet Schichten und fast alles bleibt an mir hängen.Seine Mutter schafft es am WE nicht mal,seine Tageswäsche zu waschen.Der Vater arbeitet viel und verwechselt es,dass der Jungen nicht meiner ist.Vielleicht spielt bei mir auch das Gefühl verrückt,es ist nicht mein Kind,ich habe ihn nicht geprägt,er ist vollkommen anders und ich komme schwer damit klar.Da du ein eigenes Kind hast,wirst auch du die unterschiedlichen Gefühle kennen lernen.Darum rate ich dir,versuche wirklich alles um den Umzug zu verhindern,denn es ist schwerer als du dir nur im Entferntesten vorstellen kannst.Ich habe keine Wahl gehabt,denn zum Sprechen kamen wir nicht,er war einfach da und es stellte sich nur die Frage,Papa oder Heim,Mutter war nicht verfügbar.Alles Gute und viel Kraft,Josi

  • #9524

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Liebe Nale
    Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen: die erste Familie geht zumindest im Streitfall mit dem Mann/Vater immer vor. Deshalb rede nicht schlecht über die Stieftochter, vor deinem Mann. Lass dich hier über sie aus, wenn du das Bedürfnis dazu hast- was verständlich ist! (Sie zerstreut dir gerade die Familie.)

    Warte ab, denn so wie ich das sehe, wird sich alles zu deinen Gunsten wenden.

  • #9581

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Nale,

    ich kann dich voll und ganz verstehen und auch ich hätte das große Grauen, wenn die Tocher meines Partners plötzlich hier wohnen wollte.
    Dass das über deinen Kopf hinweg entschieden werden soll ist absolut inakzeptabel. Was sind denn die Probleme, die die junge Dame mit ihrer Mutter hat? Prinzipiell sieht das Gras ja auf der anderen Seite (bei Papas Familie) gerne auch mal grüner aus, als das zu Hause – vor allem in dem Alter. Hat sie bei euch mehr Freiheiten, mehr Geld, eigenes Zimmer – oder meint sie gar, euch besser ‚im Griff‘ zu haben…?

    Ich würde darüber nachdenken, das beim Jugendamt zu besprechen. Schließlich soll sich der Lebensmittelpunkz einer Minderjährigen stark verändern und eine Mitarbeiterin vom JA kann alle Konsequenzen aufzeigen, die diese Entscheidung mit sich bringt. Es handelt sich auch um eine neutrale Position, die da eingenommen wird und du kannst auch nochmal klar machen, dass du Bedenken hast oder auch ganz klar sagen, dass da das nicht möchtest! Eventuell kannst du dir da auch erstmal alleine Rat holen – muss auch erstmal keiner wissen, wenn du dir Informationen einholst, welche Rechte und Pflichten DU dabei hast!

    Liebe Grüße
    Sommerflieder

  • #34222

    Sternchen85
    Teilnehmer

    Hallo
    Ich bin neu hier und weiß nicht ob du mitbekommst das ich dir geschrieben habe.
    Ich verstehe dich und deine Ängste und Sorgen.
    Ich bin seit 4 Jahren mit meinem Mann zusammen. Ich habe 2 Kinder mitgebracht und er eine Tochter und wir haben mittlerweile ein gemeinsames Kind. Am Anfang war es prima, seine Tochter ( sie hätte null Manieren könnte nicht mal bitte und danke sagen) war jedes zweite we bei uns und ab und zu in den Ferien. Die Zeit war überschaubar. Vor 1,5 Jahren hat seine ex die Wohnung verloren und wir sollten das Kind für 2 Wochen nehmen, jeden Tag das Kind 25 km in die Schule gefahren und wieder abgeholt dann. Aus diesen 2 Wochen wurden 2 Monate und dann kam sie damit her nimm du das Kind. Ohne mit uns zu besprechen oder sonst wsd. Damit hst alles angefangen, das Kind lebt nun seit 1,5 Jahren bei uns und man muss jeden Tag was sagen. Die Mutter nimmt sie alle 14 Tage und das war’s. Sie lernt mit dem Kind nichts und jetzt es auch gegen uns auf. Fast jeden Tag ist bei uns irgendwas wegen ihr. Und die anderen Kinder kriegen das alles mit. Ich habe irgend wie immer noch die Hoffnung das sie zurück zu ihrer Mutter geht. Weil hier sein will sie nicht weil hier Herrchen regeln und bei ihrer Mutter darf sie machen was sie will.

    Aber mit 16 Jahren noch zu euch ziehen das braucht es auch nicht mehr finde ich. Unklar es ist seine Tochter aber ihr solltet die Entscheidung treffen und nicjt andere für euch.
    Kopf hoch

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