"Stief"tochter kennenlernen

Startseite Foren Kinder "Stief"tochter kennenlernen

Schlagwörter: 

Dieses Thema enthält 8 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Donnaserpente vor 3 Monate, 3 Wochen.

  • Autor
    Beiträge
  • #8015

    Mariex2
    Teilnehmer

    Hallo zusammen!

    ich verfolge seit mehreren Wochen die Unterhaltungen hier im Forum und habe mich jetzt entschieden bei euch erfahrenen Stiefmüttern mal um Rat zu fragen.

    Ich selbst bin 24 Jahre alt und seit etwas über einem halben Jahr mit meinem Freund zusammen.
    Mein Freund ist bereits 31 Jahre und hat eine kleine Tochter mit seiner Exfrau.

    Die Lütte wird jetzt Anfang Oktober 3 Jahre alt und verbringt jedes 2. Wochenende mit ihrem Papa.
    Da die Kindsmutter nach der Trennung wieder in die 2 Stunden entfernte Heimatstadt gezogen ist (wo auch die Eltern meines Freundes leben), fährt mein Freund im Moment noch alle 2 Wochen die 2 Stunden zu seiner Tochter und wohnt dann mit ihr bei seiner Mutter.

    Naajaaa…das waren jetzt mal die Rahmenwerte der Situation 😉

    Jetzt kommt mein eigentliches Anliegen:
    Dieses Wochenende ist es so weit: Wir fahren in seine Heimatstadt, besuchen seine Eltern UND ich lerne seine Tochter kennen.
    Ich bin total aufgeregt und habe panische Angst, dass sie mich nicht mag.

    Dieses Wochenende ist auch extra nicht ihr Papa-Wochenende und wir haben sie „nur“ am Sonntagnachmittag und wollen mit ihr schwimmen gehen, weil sie das so gerne macht.

    Jetzt meine Frage:
    Muss ich irgendwas beachten, hat jemand gute Tipps oder beruhigende Worte für mich?

    Ich bin für alle Antworten dankbar!

    Liebe Grüße
    Marie

  • #8017

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Marie,

    zunächst einmal ist es sehr gut, dass die Tochter erst knapp 3 Jahre alt ist. So junge Kinder sind meistens nämlich noch nicht eifersüchtig und kommen nicht auf die Idee du könntest ihnen den Papa wegnehmen. Das ist bei älteren Kindern immer das größte Problem.
    Auch halte ich es für „gut“, dass sich das Kind wohl nur wenig bis gar nicht an die Zeit erinnern kann, wo Mama und Papa noch zusammen waren. Gerade ältere Kinder wünschen sich immer, dass die Eltern wieder zusammen kommen und sie wieder eine Familie sind.

    Lass ihr Zeit dich zu „beschnuppern“, also sag erstmal nur deinen Namen und dass du dich freust sie kennen zu lernen. Lass sie von sich aus kommen. Wenn sie extrovertiert ist, wird sie dich bestimmt schnell ausfragen. Ist sie schüchtern, wird sie hingegen nicht mögen, wenn du sie ausfragst. 😉

    Ich hatte vor dem ersten Treffen auch Bedenken. Auch die Tochter meines Freundes war damals 3 Jahre alt. Es gab überhaupt keine Probleme, alle Sorgen waren umsonst. Allerdings kannte ich da seine Eltern schon und musste nicht alle neuen Leute an einem Wochenende kennenlernen.
    Gut finde ich übrigens, dass ihr nicht übertreibt und sie erstmal nur ein paar Stunden habt.

    Wird schon gut gehen, habt Spaß! Erfahrungsgemäß kommen die Probleme mit der Zeit…

    • #8018

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hallo Marie, hallo Blackpearl!

      ich kann Deine Aufregung verstehen. Vor dem ersten Treffen mit den Töchtern meines Mannes war ich auch sehr nervös. Ich habe mich gefühlt, wie vor einem Bewerbungsgespräch. Die Kleine war da 2,5 und die Große fast 8. Die gemeinsame Zeit zu viert war immer sehr harmonisch. Probleme gab es nie.
      Wir haben uns wirklich gewundert, wie gut die beiden die Scheidung weggesteckt haben.
      Soweit, so gut. Nun sind 5 Jahre ins Land gezogen und jetzt ist leider die Prophezeiung von Dir, Blackpearl, eingetreten. Die Große hat sich vor ca. 6 Wochen entschieden, gar nicht mehr zu uns zu kommen und geht mit ihrem Vater hart ins Gericht. Mich akzeptiert sie gar nicht mehr. Morgen wollte mein Mann eigentlich die Kleine abholen. Gestern Abend rief sie an, um ihm unverblümt mitzuteilen, dass sie auch nicht mehr kommen werde. Sie war total unverschämt und will, dass er wieder bei ihnen wohnt. Als er ihr erklärt hat, dass sie das vergessen kann, hat sie ihm am Telefon gesagt, dass er ja gar nicht ihr richtiger Vater sei. Ja, sie hat ihn richtig fertig gemacht. Sie ist erst 7!

      Eine mögliche Erklärung für das Verhalten der Kinder mag sein, dass die Mutter keine Lust hat, den Kindern etwas beizubringen, nicht nur geistig. Sondern auch zwischenmenschliche Umgangsformen, Körperhygiene usw. Ich bin die einzige, die mal gelegentlich darauf hinweist. Abends Gesicht waschen vor dem Schlafengehen, Hände waschen, Verwendung korrekter Grammatik, etc. pp. Mein Mann versucht, etwas Allgemeinbildung zu vermitteln. Das sind die Kinder nicht gewohnt. Bei ihrer Mutter benehmen sie sich wie Gäste in einem Hotel. Uns scheint, dass es ihnen hier zu anstrengend ist. Da legen sie sich bei ihrer Mutter (die IMMER nett ist) lieber in die Hängematte.

      Ich bin sehr traurig über die aktuelle Entwicklung. Leider steht man dem relativ machtlos gegenüber und kann im Grunde nur abwarten, dass die Spannungen sich wieder lösen.

      Viele Grüße an Euch,
      Donna

  • #8021

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Liebe Marie,

    ich kann mich noch gut an mein erstes Treffen erinnern, das ist knapp ein Jahr her. Ich war auch extrem nervös. Bei mir gab es das Problem, dass ich mir emotional sehr schwer tue damit, dass er die Kleinen überhaupt hat und es mein Wunsch war, sie kennen zu lernen – nicht aus Interesse, sondern in der Hoffnung, es würde mich emotional irgendwie weiter bringen. (Hat es auch, aber es gibt Rückschläge.) Außerdem war die Gelegenheit gerade ideal, da seine Familie gerade auf Besuch war.

    Ich bin überhaupt nicht auf die Kleinen zugegangen. Ich war einfach da und wurde zuerst auch ignoriert, denn Großeltern, Tante und Cousine waren viel interessanter als dieses unbekannte Mensch da. Nach einer Weile reisten die dann ab und wir waren alleine mit den zweien. Da lag dann auch mehr Fokus auf mich – der Große hat mich sofort ins Herz geschlossen, an der Hand genommen, alles mögliche erzählt, und beim Abschied wollte er, dass ich immer mitkomme („das müssen wir Mama erzählen, dass wir jetzt zu viert sind!“) Die Kleine hat mich ignoriert, zeigte aber ein viel weniger schüchternes Verhalten als sonst bei Fremden. Nach ein paar Treffen war auch ich ihre „Freundin“. Und das alles obwohl sie heftige Szenen zwischen ihren Eltern mitbekommen haben, und als Folge auch schon zu meinem Freund Sachen gesagt haben wie „Du musst deine Freundin verlassen und zurück kommen!“. Vermutlich haben sie diese mütterlichen Vorwürfe wegen einer „anderen Frau“ und meine Person einfach nicht emotional miteinander verknüpft. (An dieser Stelle möchte ich gern klarstellen, dass ich nicht der Trennungsgrund war.)

    Wenn ich also einen Tipp hätte, dann den folgenden: Lass seine Eltern dabei sein beim Treffen. So liegt weniger Fokus auf dir. Geh nicht auf die Kleine zu, sondern lass sie dich entdecken. Wenn sie schüchtern ist, braucht es vielleicht relativ lange, aber ich denke, abwarten ist besser als sich aufdrängen.

    Wir sind gespannt zu hören, wie es gelaufen ist!

    Liebe Grüße,
    Pumpkin

  • #8022

    Kate
    Teilnehmer

    Hallo Marie,

    meine Tipps sind:
    1. Sei du selbst – immer!
    2. Nimm dich etwas zurück
    3. Gib ihr Zeit.
    4. Nimm es nicht persönlich, wenn sie mehr Zeit mit ihrem Vater fordert. (Auf welche Weise auch immer, bei mir war es damals das Dazwischendrängeln, wenn ich meinen Freund geküsst habe und ihm sehr nahe war. TEilweise hat der Junge auch gehauen.)

    Viel Spaß!

  • #8029

    Mariex2
    Teilnehmer

    Hallo zusammen!
    Aufgrund kleiner technischer Probleme kann ich mich leider erst jetzt für eure guten Ratschläge und beruhigenden Worte bedanken.
    Vielen Dank!
    Es hat mir sehr geholfen und es hat alles wunderbar geklappt.
    Die Kleine hat sich total gefreut mich kennenzulernen und ist alles andere als schüchtern.
    Sie hat pausenlos mit mir gesprochen und mich total oft mit meinem Namen angesprochen (da hatte ich leichte Bedenken, weil wir leider den gleichen Namen haben und das für eine 3-jährige ja komisch sein könnte).
    Aber es lief alles ohne Probleme. Ich war viel interessanter als der Papa und wurde in alle ihre Spiele und Geschichten miteingebunden. Und Eifersucht gab es tatsächlich auch überhaupt nicht.
    Irgendwann fragte sie dann, ob ich ihre Freundin bin. Da war es dann endgültig um mich geschehen.
    Und zum Abschied habe ich dann einen Kuss und eine ganz lange Umarmung bekommen.

    Ich bin total erleichtert und freue mich schon aufs nächste Treffen 🙂

    Lieben Gruß
    Marie

    • #8030

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Freu Dich, dass es so gut gelaufen ist. Aber bedenke, dass das Kind jetzt natürlich erst einmal neugierig ist und Dich total spannend findet. Anfangs wollte die ältere Tochter meines Mannes immer bei mir bleiben. Diese anfängliche Euphorie wird sich vermutlich irgendwann legen und sei dann nicht allzu enttäuscht. Darum genieße die Zeit jetzt.

      Alles Liebe, Donna

  • #8073

    Mariex2
    Teilnehmer

    Vielen Dank für deinen Hinweis!
    Mir ist grundsätzlich bewusst, dass sich ihr Verhalten ändern kann und wird.
    Ich rechne sogar fest damit, dass sie mich auch irgendwann mal nicht mag.
    Aber dass eine gegenseitige Sympathie schon mal grundsätzlich vorhanden ist, finde ich ziemlich toll.
    Und ich hoffe, dass ich durch die Tatsache, dass wir uns leider nicht sehr häufig sehen können (nur alle 14 Tage Papa-Wochenende, an denen ich dank Schichtdienst meistens arbeiten muss), noch etwas länger spannend bin 😉

    Vielen Dank für eure guten Ratschläge!

    • #8074

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Genau, Du hast Deinen Freund ja nicht ohne Grund zum Partner gewählt. Dann sind einem ja auch meistens die Kinder sympathisch.

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.