Stiefmutter – ohne Kontakt zu den leiblichen Eltern

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Dieses Thema enthält 9 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Djane71 vor 22 Stunden, 6 Minuten.

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  • #9054

    Djane71
    Teilnehmer

    Bisher habe ich schon einiges gelesen, doch so einen Fall wie meinen habe ich noch nicht gefunden: Mein Partner hat 2 Kinder (17 und 15), ich eines (12) – alle drei Kinder leben kontinuierlich bei uns, da die leibliche Mutter meiner Stiefkinder bzw. der leibliches Vater meines Kindes kein Interesse an ihren Kindern zu haben scheinen. Wir leben nun schon 5 1/2 Jahre zusammen, aber seit der Pubertät wird es immer schwieriger. Wir haben also nicht das Problem der oder des Ex, die reinreden oder mitsprechen wollen, sondern eher der Akzeptanz meiner Person – als Stiefmutter. Das ist sehr belastend für mich als auch für die Beziehung. Nun wollte ich eigentlich nur mal schauen, ob es da draußen weitere solcher „Fälle“ gibt.

  • #9055

    ElaLuela
    Teilnehmer

    Hallo Diane,
    mein Bonuskind lebt bei seiner Mutter und jedes zweite WE bei uns und je nach Zeit und Lust auch mehrmals in der Woche…ist allerdings erst 7. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Akzeptanz von der Seite der Kinder direkt vom Verhalten ihres Vaters also deines Partners abhängt. Mein BK sieht jedes Mal, dass sein Vater also mein Partner ganz auf meiner Seite ist und einfach zu mit steht. Das heisst er hat null Chance uns auszuspielen. Wir halten zusammen egal was ist. Der Junge bekommt vermittelt, dass sein Papa mich respektiert und lieb hat und das wir zusammen gehören. Am Anfang hat er mal versucht (nicht aus Boshaftigleit sondern aus kindlicher Neugier) mich zu ignorieren oder eben versucht seinen Papa in Beschlag zu nehmen. Nun hat mein Partner zum Glück dagegen gehalten und seinem Sohn ruhig erklärt, dass ich jetzt dazu gehöre und er mich lieb hat. Und irgendwann war es gut. Einmal noch ganz am Anfang wollten wir an den See fahren und dann sagte der Kleine er möchte nicht, dass ich mitkomme. Dann hat mein Freund ihn einfach nach Hause zu seiner Mutter gebracht. Ich meine nur man darf sich ja nicht von so einem Kind rumkommandieren lassen oder schlecht behandeln lassen. Aber wie gesagt, alleine hätte ich keine Chance. Im Endeffekt wer bin ich??? Weder die Mutter noch die Tante noch ne Freundin….Wir Stiefmütter sind da voll auf unsere Partner / Männer angewiesen. Alleine sind wir machtlos.
    Was sagt denn dein Mann dazu? Oder wie genau behandeln dich seine Kinder?

    LG Ela

  • #9057

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Djane,

    ich muss da Ela leider ein wenig widersprechen. Ja, es ist generell schon wichtig, dass der Vater und die Stiefmutter zusammen halten. Andererseits müssen auch Kinder lernen, dass Erwachsene durchaus andere Standpunkte haben (mit 15 und 17 weiß man das sowieso).
    Allerdings führt auch das Zusammenhalten nicht automatisch dazu, dass die Kinder eine Frau als Stiefmutter akzeptieren und respektieren.
    Mein Bonuskind interessiert sich einen scheiß für meine Anweisungen. Sie weiß genau, dass Papa genau das gleiche sagen wird und trotzdem ignoriert sie meine Anweisungen komplett. Mein Freund hat schon hundertmal mit ihr gesprochen, aber es hat nichts gebracht.
    Also was will man machen?!

    Ich kann dir nur raten, dass ihr euch alle an einen Tisch setzt und das Ganze nochmal besprecht. In dem Alter sind sie ja in der Lage zu verstehen, dass du nun mal da bist und auch respektiert werden möchtest.
    Andererseits sind 15 und 17 Jahre ohnehin nicht einfach. In dem Alter möchte man doch am liebsten auf überhaupt keinen Erwachsenen mehr hören (müssen), oder? Ist denn ein Ende vielleicht schon in Sicht, also möchte der/die 17-jährige gleich mit 18 ausziehen?

    • #9225

      Djane71
      Teilnehmer

      Danke für Dein Verständnis. Inzwischen habe ich auch das Buch von Susanne gelesen und weiß, dass es eben nicht unbedingt an mir liegt. Aber mit „alter“ angesprochen zu werden und ständig angezickt, das muss ich mir ja auch nicht gefallen lassen …
      In der Tat zieht der 17-jährige nächste Woche aus, das hat aber andere Hintergründe, da der selbst ein großes Päckchen zu tragen hat.
      Vielleicht gelingt es uns danach, uns regelmäßig an einen Tisch zu setzen, das wurde mir auch von der Diakonie geraten – eine Art Familienkonferenz machen. Nötig wäre es, denn ich weiß nicht, wie lange mein Atem noch ist …

  • #9058

    Daka
    Teilnehmer

    Hallo Djane,

    mich interessiert, wie denn der Alltag bei euch abläuft. Wie äußert sich die „Nicht-Akzeptanz“ dir gegenüber und wie steht dein Partner dazu? Ist das schon immer so, oder erst seit der Pubertät?
    Haben die Kinder gar keinen Kontakt mehr zur Mutter und vor allem, warum und wie lange schon nicht? Ich als Mutter kann mir jedenfalls überhaupt nicht vorstellen keinen Kontakt zu meinem Kind zu haben 🙁
    Wie ist das Verhältnis der drei Kinder untereinander, wie eure Wohnsituation?
    Ich denke, dass sind alles Faktoren die da rein spielen… also vielleicht magst du ja ein bisschen ausführlicher berichten…

    Ach so, ich selbst bin nicht in der Situation. Wir haben ein klassisches BK und er akzeptiert mich weitestgehend und hört auch im großen und Ganzen auf das was ich sage. Er ist aber auch erst 10, daher könnte da schon auch noch was kommen. Da wir uns aber kennen seit er drei ist, hoffe ich aber, dass genug Vertrauen aufgebaut ist, dass er mir nicht irgendwann ein „Du hast mir gar nichts zu sagen“ an den Kopf wirft.

    LG Daka.

    • #9226

      Djane71
      Teilnehmer

      Hallo Daka,
      die Nicht-Akezptanz äußert sich darin, dass ich auch nach normalen Antworten oder Sätzen blöd angemacht werde. Kontakt haben sie zu der Mutter nur ab und zu telefonisch. Das Alter spielt sicherlich eine große Rolle, aber Bonuskind oder Stiefmutter hin oder her, ich hätte mir früher nie erlaubt, in der Art und Weise mit meiner Mutter zu sprechen.
      LG

  • #9061

    Djane71
    Teilnehmer

    Hallo und Danke für Eure Antworten,
    da wir wohl unterschiedliche Einstellungen zur Erziehung haben und das die Kinder natürlich merken, hat mein Partner zwar anfangs immer „versucht“ hinter mir zu stehen. Wenn es aber nun Stress gibt, dann sagt er manchmal, dass er es hätte gar nicht zulassen sollen, dass „meine Regeln“ durchgesetzt werden. Wie z.B. dass es am Essenstisch beim Essen kein Handy gibt. Nun wird ständig eben dieses gezückt – ich ärgere mich, sag dann aber nix dazu, denn ansonsten verschwinden die Pubertiere in ihren Zimmern.
    Es ist auch so, dass mein Sohn zusammen geschrien wird, wenn er unterbricht – seine Tochter aber setzt sich mitten im Gespräch zu uns an den Tisch mit ihren Schulunterlagen und unterbricht quasi. Spreche ich aber diesen Unterschied an, muss ich mir anhören, dass er froh ist, wenn sie überhaupt einmal kommt und sich hier hinsetzt …
    Wenn er morgens nicht aufsteht, dann sitzen die Stieftochter und ich am Tisch und haben uns nichts zu sagen. Für mich ist das sehr grausam. Aber spreche ich das an, muss ich mir immer anhören, dass ich ja selbst schuld daran bin, da ich die „Großen“ immer anders behandelt habe und strenger war. Da kann ich nur sagen, dass ich nun einmal nicht bestimmen kann, wen ich liebe und mich nerven die oft.
    LG,
    Djane

  • #9066

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Djane,

    das hört sich wirklich anstrengend an. Ich habe das Gefühl, sowohl dein Mann wirft dir vor mit seinen Kindern strenger zu sein als mit deinem, wie auch du wirfst ihm vor, er sei strenger mit deinem Sohn als mit seinen Kindern.
    Ich vermute, ihr seid Kommunikationsmäßig schon beim absoluten Tief angekommen… Vorwürfe, Demütigungen… von allen Seiten. Keiner redet mehr, keiner fühlt sich angenommen und so ist das Zusammenleben ein Albtraum. Wenn du Muße hast, dich damit auseinander zu setzen, kann ich dir sehr die Familienkonferenz von Thomas Gordon ans Herz legen. Ich habe da sehr viel über Kommunikation gelernt, insbesondere was man daran alles so falsch machen kann und was das dann für Reaktionen hervorruft. Damit meine ich z.B. Sätze wie „Boah, IMMER habt ihr das Handy am Tisch“ (auch wenn du dir das mittlerweile verkneifst) führen zwangsweise zum Abbruch der Kommunikation und entweder „Verteidigung“ oder „Flucht“ ala, „Oh, die Alte ist wieder nur am meckern, da geh ich lieber in mein Zimmer“. Aber auch wenn du nichts sagst, werden sie merken, dass dir das nicht passt. Und das, wie ich finde zu Recht. Eine gemeinsame Mahlzeit lang sollte man ohne Handy auskommen können. Gordon setzt darauf, die Kinder darin zu unterstützen eigene Lösungen zu finden und verhindert die sogenannten „Kommunikationssperren“. Für euch konkret heißt das, die Probleme die dich enorm belasten, sollten angesprochen werden. Also würde ich mir die Kinder mal einzeln oder gemeinsam beiseite nehmen und das Thema ansprechen. Also z.B. „XY, Ich habe da ein Problem und möchte gerne mal mit dir darüber sprechen. Wann passt es dir?“ alternativ „passt es dir jetzt“ (wenn man vorher einen günstigen Moment gesucht hat). Dann könnte man sagen: „Mir ist unser gemeinsames Abendessen sehr wichtig. Ich möchte mich beim Essen gerne über den Tag unterhalten und mich interessiert, was ihr erlebt habt. Ich ärgere mich sehr, wenn dann beim Essen die Handys rausgeholt werden und kein normales Gespräch mehr möglich ist. Ich habe jetzt schon lange nichts mehr dazu gesagt, aber ich ärgere mich jedes Mal wenn ihr das Handy rausholt innerlich sehr doll. Das ist dir vielleicht auch schon aufgefallen, dass ich dann schlechte Laune bekomme“. Dann werden natürlich Gegenargumente kommen wie „aber ich muss mit QZ in Kontakt bleiben, weil ich sonst …“. Das könnte man dann erstmal hinnehmen und mit aktivem Zuhören reagieren. Also z.B. „Du hast Angst / du machst dir Sorgen, dass QZ sauer auf dich ist, wenn du nicht sofort antwortest“. Daraus sollte sich dann ein Gespräch zum Thema ergeben. Wichtig ist deine Rückmeldung durch das aktive Zuhören, welche zeigt, du verstehst was gesagt wird und hörst wirklich zu. Wie oft ist es so, dass wir nur nebenbei „hmm“, und „ja ja“ sagen… und am Ende könnt ihr vielleicht einen Kompromiss finden. In dem Zusammenhang könntet ihr auch einfach ein paar Familienregeln einführen (dann mit allen zusammen an einen Tisch setzen und erstmal „brainstorming“ machen. Was ist wem wichtig…und am Ende werden Regeln festgelegt, wo alle zustimmen. Das kann man auch bezüglich zu erledigender Arbeiten im Haushalt machen).
    Was das morgens am Tisch sitzen betrifft, wie reagierst du denn dann? Oder generell, wie redet ihr morgens miteinander? Nicht jeder ist ein Morgens-Gerne Reder. Ich z.B. schweige morgens auch gerne vor mich hin und will noch keine tiefgründigen Gespräche führen. Vielleicht geht ihr das einfach auch so? Und dann ist ja eure Beziehung zueinander auch gerade etwas belastet, daher will sie vielleicht auch tatsächlich einfach nicht mit dir reden. Vielleicht fangt ihr ganz langsam an. Sag ihr freundlich guten Morgen. Wenn dann ein Grummeln zurückkommt könntest du sagen „Oh, du bist wohl noch ganz schön müde“. Damit nimmst du sie als Person, die vielleicht morgens schlechte Laune hat an und vielleicht ebnet ihr das den Weg für ein vernünftiges Gespräch. Aber selbst wenn nicht, dann wird die Stimmung so morgens besser sein. Schweigen per se finde ich nicht schlimm, wenn beide trotzdem freundlich miteinander umgehen.
    Das sind jetzt nur mal ein paar Beispiele, im Buch findest du noch viel mehr davon. Wenn dich das also interessiert, kann ich persönlich es sehr empfehlen. Es wird dir auch in der Kommunikation mit deinem Sohn und auch Partner helfen.
    Und auch mit deinem Partner würde ich ein solches Gespräch führen, ihm sagen, was dir wichtig ist und warum. Als Ich-Botschaften… und ganz wichtig: Bei solchen Gesprächen immer sagen „Ich möchte mit dir reden (weil mir was auf dem Herzen liegt z.B.)“ anstatt „Wir müssen reden“. Das ist ein himmelweiter Unterschied und wird auch die Gesprächseröffung erleichtern.

    Viel Glück, LG Daka.

    • #9227

      Djane71
      Teilnehmer

      Hallo nochmal,
      das mit dem Buch werde ich in der Tat mal ausprobieren.
      Hier ein paar Kommentare: Ja, es ist auch sehr anstrengend. Selbst im Urlaub (nur mit meinem Sohn) war es nicht wirklich schön … und ich habe schon auch bald gar keine Lust mehr. Eben fuhr mein Partner zum Einkaufen und als ich mitbekommen habe, dass die Tochter mitgeht, war ich froh, dass es mir nicht so gut geht … Das ist blöd, das weiß ich
      Das mit dem Ansprechen habe ich bereits versucht – zwar zunächst nur über What’s App, weil ich einfach inzwischen auch Angst vor Zurückweisung habe – aber es kam NULL zurück.
      Die Sache mit dem Handy ist meist beim Abendessen nicht so, aber beim Frühstück und da ist der Vater meist eh noch im Bett und die Tochter und ich schweigen uns an. Ich weiß, das ist alles nicht gut, aber mir fehlt die Energie für ein erzwungenes Gespräch. Das betrifft übrigens nur mich, denn mit ihrem Vater würde sie reden.
      Die Regeln im Haus und auch die Arbeitsaufteilung haben wir schon längst, bedingt durch Unterstützung vom Jugendamt für den Großen. Leider hilft es nicht viel, wenn die Konsequenzen nicht konsequent sind. Jetzt aber, da mein Sohn ins Alter kommt und mehr mit dem Handy machen will und als jüngster (so meine eigene Erfahrung) eh am ehesten am meisten darf, wird er ständig gestritzt. So mein Eindruck.
      Liebe Grüße

  • #9069

    ElaLuela
    Teilnehmer

    Hallo Djane, also ich verstehe Dich ganz gut. Ich mag mein BK und es ist nett. Aber manchmal nervts einfach. Eigene Kinder nerven wahrscheinlich auch. Aber man liebt sie ja und dann ist es viel einfacher alles zu ertragen. Wie oft schauen wir fremde Kinder an und denken, boah sind sie ungezogen, geht ja gar nicht was sie da treiben…..Das sagt ja auch mein Feund oft so zu den anderen Kindern. Wenn aber seins am Tisch sitzt und Quatsch macht dann ist es plötzlich süss und niedlich. Für ihn aber nicht für mich. Keine Ahnung, wenn mein BK jeden Tag wäre, würde ich glaube ich durchdrehen.
    Was ich aber für mich beschlossen habe. egal was ist, ich behandle das Kind mit Respekt und bin offen. Und so läuft es okay. Kann aber gut sein, dass er mich irgendwann ablehnt. Kommt mir manchmal wie ein Überraschungsei oder eine Wundertüte vor….man weiss nie was rauskommt.
    Was aber nicht geht, dass dein Partner dein Kind schimpft während er seine verhätschelt. Das geht nicht. Natürlich kannst du nicht von ihm erwarten, dass er dein Kind liebt. Aber er soll es mit Respekt behandeln.
    Und ich sehe es so wie Daka, dass es manchmal richtig gut tut, sich Hilfe zu holen. So ein Mediator oder ähnliches.
    Wünsche dir alles Gute.

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