Siefkind möchte Mama sagen…?

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Dieses Thema enthält 8 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Sonnenkind vor 2 Monate, 3 Wochen.

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  • #9359

    Sonnenkind
    Teilnehmer

    Hallo liebe Community!

    Ich habe mich hier angemeldet, da ich gerne Rat und Erfahrungen hören würde.
    Kurz zu unserer Situation. Ich bin seit zwei Jahren mit meinem Partner zusammen. Wir kennen uns seit den Jugendtagen und sind beide noch Recht jung, er 26 und ich 25 Jahre alt. Er hat zwei wundervolle Töchter, drei und fünf Jahre alt. Die Mutter der Kinder hat einige psychische Probleme. Mit den Kindern hat sie versucht ihn bei sich zu halten. Die Trennung verlief hässlich. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht sowie das Sorgerecht haben beide. Die Kinder wohnen eine Woche bei uns und eine Woche bei ihr. Das ganze ist vors Gericht gegangen, da sie diese Regelung nicht wollte. Das Gericht entschied zu Gunsten meines Partners, die Mutter wurde dabei hart rangenommen und war starker Kritik ausgesetzt. Die Richterin machte ihr deutlich, dass sollte sie sich weiterhin so verhalten, die Kinder komplett zum Vater kämen. Die Mutter beschimpfte meinen Partner im Beisein der Kinder mehrmals, sie schrieb stark beleidigende Nachrichten und rastete wiederholt aus. Die älteste Tochter erinnert sich immer noch ein einen dieser Vorfälle, als die Mutter mich körperlich sowie verbal angegriffen hat während ich das ältere Kind auf dem Arm hatte. Zudem ließ sich die Mutter zu Aussagen herab wie „ich wollte die Kinder gar nicht haben“ oder nannte die Ältere ein „gestörtes Kind“. Jedenfalls ist das Verhältnis zwischen der Mutter und besonders dem älteren Mädchen stark vorbelastet. Ich hingegen habe eine sehr liebevolle Beziehung zu den Kind aufbauen können. Sie vertraut mir und hängt sehr an mir. Ich habe sie auch so sehr lieb, wie man ein Kind dass nicht das eigene ist lieben kann. Vor einem Jahr sagte das Mädchen schon, dass sie möchte dass ich ihre Mama bin. Mein Partner reagierte darauf ein wenig zu hart und erklärte ihr, dass ihre Mutter nun mal ihre Mutter sei. Sie weinte und sprach das dann noch paar Mal an, doch durch die Reaktion des Vaters hörte sie bald damit auf. Kurz dazu noch, ich finde es richtig, dass ihre Mutter ihre Mutter ist und ich möchte diese nicht ersetzen! Von meinem Partner hätte ich da nur etwas mehr Verständnis gewünscht, dass er einfühlsamer mit dem Kind spricht. Ich denke die Art und Weise auf der er kommuniziert hat, war für das Kind nicht optimal. Mir hat das auch sehr weh getan, dass da so ein wundervoller kleiner Mensch ist, der sich mich zur Mama wünscht und ich es einfach nicht sein kann und zudem machte es mich traurig, dass ihre eigene Mutter nicht die Mama für sie sein kann, die sie verdient. In letzter Zeit kommt dieses Mamathema wieder auf. Das Kind versucht durch undeutliche Aussprache, oder im Spiel mich Mama zu nennen. Wir haben ein Kätzchen bekommen, dessen „Mama“ ich bin und das Kind umschifft mit der Katze das Mama Thema. Also Nachdem Motto ich habe „Kätzchens Mama“ gesagt wobei das Kätzchen dann immer wieder in den Hintergrund tritt.

    Wie soll man damit umgehen? Wie kann ich es dem Kind einfach machen? Oder einfach vorerst ignorieren?

    Vielen Dank schon mal für eure Zeit!t

  • #9360

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo

    Ich würde euch raten das ihr euch zu dritt an einen Tisch setzt und das Thema mal ansprecht. Sodass die Tochter ihrem Papa ihre Gefühle auch erklären kann. Ihr könntet dann erklären das ihr keinesweg die Mutter ersetzen wollt den Mama bleibt Mama auch wenn sie nicht die tollste Mama ist.

    Du könntest aber auch mit deinem Partner sprechen da die Tochter den Wunsch ja selber äußert ,das man sich auf den Kompromiss einigt das es ihre Mama gibt und du halt Mama „Sonnenkind“(dein Name halt) bist. Dann kann die Tochter dich mit Mama S… anreden. Es tut der Tochter vermutlich auch sehr gut jemanden Mama nennen zu können der auch wirklich eine Mama grade für sie ist,vor allem wenn die richtige Mama momentan Probleme hat.

    Und wenn du kein Problem damit hast dann lasst sie einfach. Eventuell ist es auch nur eine kurze Phase in der sie dich Mama nennt und es geht wieder vorbei. Oder sie nimmt dich wirklich als Mama an,was dann auch ok wäre wenn es für dich ok ist.

    Rede mit deinem Partner wegen einer Lösung bzw das ihr sie lasst und dich Mama nennen lässt. Erklärt ihr einfach immer mal wieder kindgerecht aber das niemand die andere Mama ersetzen will.

  • #9363

    Gretje
    Teilnehmer

    Bei uns ist es so das der Sohn (3) von meinem Freund bei der KM und ihrem Lebensgefährten wohnt. Mein Stiefsohn ist nur einmal im Monat bei uns. Er hat zu uns allen Vieren ein gutes Verhältnis. Die Ausgangssituation ist ein andere als bei uns. Trotzdem kann das Thema auch bei uns auch auf. Er fing an seinen Stiefvater Papa zu nennen. Das hat meinem Freund natürlich sehr verletzt, allerdings hat er das nie dem Kind gezeigt. Er würde von seinem Sohn trozdem Papa genannt. Kurze Zeit später fing es dann an dass er auch mich mit Mama angesprochen hat. Ehrlich gesagt wussten wir auch nicht wirklich mit umzugehen. Da der kleine dann doch ab und zu verwirrt war zu wem er jetzt was sagen darf, es kam uns auch so vor als hätte er das Gefühl er dürfe seinen Stiefpapa bei uns nicht Papa nennen, haben wir uns doch überlegt dass wir mit dem Kind darüber reden müssten. Wir haben dann in Ruhe mit ihm geredet, dass wenn er das möchte zu mir Mama-Gretje sagen darf. Andersrum nennen wir seinen Stiefpapa auch Papa-XXX. Das haben wir auch mit der KM besprochen. Bei uns sind so Mama und Papa eben Mama und Papa. Ich glaube zwar nicht dass die KM es tatsächlich auch so handhabt, aber für uns war es in dem Moment die richtige Lösung. So hat der Junge nicht das Gefühl was verbotenes zu sagen und vielleicht sagt er dann in 2 Jahren nur noch Gretje. Das kann sich dann immer wieder ändern.

  • #9367

    Sonnenkind
    Teilnehmer

    Vielen Dank für Eure Antworten!
    Leider habe ich nicht den Eindruck, dass ich mit meinem Partner darüber reden kann beziehungsweise er mit seiner Tochter darüber sprechen kann/will. Er ist ein äußerst schwieriger Menschen und spricht nicht gerne über Gefühle. Er sagt, ich soll die Freundin der Töchter sein. Gleichzeitig erwartet er von mir, dass ich voll und ganz die Rolle der Mutter einnehme. Es ist ein Paradoxon. Ich soll von Nachts Aufstehen wenn ein Kind wein, bis Brote schmieren und mich komplett kümmern tatsächlich Alles übernehmen, gleichzeitig mich aber ja nicht als Mutter fühlen oder dem Kind direkt das so signalisieren. Ich habe eigentlich gar kein Problem damit, für nicht meine Kinder die Mama zu sein, da ich besonders zu der Großen eine sehr starke Bindung habe. Jedoch gibt er mir nicht die Freiheit, wäre ich nur die Freundin mich aus den Kindern rauszuhalten oder Mal zB nicht die Brote zu schmieren. Da es „meine Pflicht“ sei, dies zu tun. Zumindest vermittelt er mir das so. Diese Diskrepanz haben die Kinder auch schon einige Male gemerkt, was ich nicht gut finde. Ich weiß nicht ob es eine Lösung gibt, die ich nur zwischen dem Mädchen und mir aushandeln könnte? Oder das irgendwie klären ohne meinen Partner da mit einzubeziehen.

  • #9368

    Rilaahna
    Teilnehmer

    Hallo Sonnenkind,

    wenn es der Wunsch oder das Bedürfnis deiner Stieftochter ist, dich Mama zu nennen, dann gehe dem Wunsch doch nach. Klar bist du nicht ihre „richtige“ Mutter, aber für sie gefühlt schon. Du kümmerst dich um sie und sie merkt, dass sie von dir geliebt wird.

    Die Reaktion deines Freundes gegenüber seiner älteren Tochter war natürlich nicht gerade taktvoll. Aber Männer wissen halt manchmal mit so einer Situation nicht umzugehen.

    Doch auch für die Fünfjährige ist es nicht einfach. Ich stelle mir so Situationen im Kindergarten vor:
    Beispielsweise fragt ein Kind deine Bonustochter „Wo hast du das schöne Kleid her?“ Bonustocher: „Das hab ich von ‚Sonnenkind‘ bekommen.“ Kind: „Wer ist ‚Sonnenkind‘? Hast du keine Mama?“

    Verstehst du, was ich damit sagen möchte? Es ist wichtig, dass sie eine Mama hat, von der sie auch erzählen kann. Und du bist für sie nun mal auch eine Mama.

    Wenn es dir unangenehm ist, dass sie dich Mama nennen möchte, dann denkt euch doch einfach einen Fantasienamen aus, z.B. „Mamara“ oder eine Mischung aus Mama und deinem Vornamen. Oder wie es Soulcolored vorgeschlagen hat: Mama „Sonnenkind“. Aber keinesfalls würde ich ihr es ausreden.

    Die Story mit dem Kätzchen finde ich süß 😉

    LG Rilaahna

  • #9370

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Sonnenkind,

    wenn ich das lese, fällt mir vor allem auf: Du hast alle Pflichten, aber dein Partner gesteht dir (und seinen Kindern) keinerlei Rechte zu. Das Hauptproblem ist daher nicht das Kind, was Mama zu dir sagen möchte, sondern dein Partner. „Freundin“ der Kinder sein zu wollen/sollen finde ich gefährlich, denn eine Freundin hat andere „Zuständigkeiten“ als eine Erziehungsperson, in dem Fall Mama-Ersatz.
    Ich finde es enorm wichtig, dass du deinem Partner das alles möglichst vorwurfsfrei mitteilst. Das geht am ehesten, wenn du ihm sagst, wie du dich dabei fühlst und auch versuchst zu erklären, wie sich seine Tochter wohl fühlen mag – ohne direkt seinen Anteil dabei zu benennen. Dass sogar du nachts aufstehen musst, finde ich schon krass. Das habe ich NIE gemacht… Stullen schmieren, Wäsche waschen, kochen… ja und auch gerne. Aber nachts wenn er mal geweint hat (was zum Glück nicht oft vorkam) habe ich immer den Papa geschickt (wenn ich es vor ihm gehört habe, hab ich ihn dafür auch geweckt). Ich finde es aber bezeichnend, dass du das machst, was mir deutlich zeigt, dass du offensichtlich eine engere Bindung zu dem Kind hast, als er. Das ist vielleicht auch etwas, was ihn innerlich triggert. Früher war die Erziehung oft so, dass Gefühle zeigen total verpöhnt war und viele daraus einfach Gefühlskalte Erwachsene geworden sind, die eigene Gefühle nicht oder nur schwer zulassen und damit nicht umgehen können. Wahrscheinlich hätte dein Partner noch einiges aus seiner Kindheit aufzuarbeiten…
    Es gibt übrigens zwei tolle Bücher vom Gewünschtesten Wunschkind aller Zeiten, einmal für die Trotzphase (so ab. ca. 1 Jahr bis 4/5 Jahre empfehlenswert) und ganz neu eines für die Jahre 5-10, da habe ich schon in der ersten Hälfte einige „Aha“-Erlebnisse beim Lesen gehabt. Vielleicht wäre das was für dich.

    Was das Mama sagen betrifft, finde ich die Gedanken und Vorschläge der anderen hier sehr gut. Mama S (Name) zum Beispiel. Und letztlich ist es doch auch so, dass Kinder die im Wochenwechsel bei beiden Elternteilen wohnen, haben schon irgendwie auch zwei Mütter und zwei Väter (wenn die Mama auch einen neuen Partner hat), auch wenn natürlich nur „2 leibliche“ dabei sind… ihr das Auszureden bzw. zu verbieten untergräbt ihre Meinung und auch Gefühle…und das wird sich ganz sicher eher negativ auf ihre Psyche auswirken…

    Liebe Grüße und viel Glück beim Gespräch… vielleicht machst du dir vorher ein paar Notizen…versuche wirklich aufzuschreiben, was dein Anteil, deine Gefühle dabei sind und wie DU es empfindest, wie dein Partner sich verhält.

    Habt bzw. wollt ihr denn noch gemeinsame Kinder?
    LG Daka.

  • #9444

    Sonnenkind
    Teilnehmer

    Ja, ich sehe meinen Partner da auch mehr als Störfaktor an, als die Tatsache des Mama-nennens. Mich würde es in der Tat nicht stören, wenn sie Mama sagen würde. Die Beziehung zwischen dem Kind und mir ist auch so, wie ich sie zu meinem eigenem Kind aufbauen möchte. Mit viel Liebe, Verständnis und dem „auf mich kannst du dich verlassen“-Gefühl. Ich habe selbst eine wundervolle Mama und fand es bereits als Kind großartig, wie sie mit mir umgegangen ist. Das vermittel ich nun weiter.

    Leider sehe ich kaum Chancen auf eine ehrliche Absprache mit meinem Partner. Er ist für so was einfach nicht gemacht. Er wird Dinge sagen wie: „Keiner hat dich gebeten, dich um MEINE Kinder zu kümmern“ oder „dann lass es halt, ich kann es auch selbst“. Er wird mir nicht dieses Mama zugestehen. Er wird patzig und dumm (ja tatsächlich das passende Wort) werden und wir werden uns streiten. Viele Dinge gehe ich mittlerweile von hinten an. Ich spreche nicht mit ihm darüber, sondern lasse Prozesse einschleichen, sodass er am Ende eh nichts mehr gegen machen kann.

    Ich möchte meinen Partner nicht als den letzten Miesepeter darstellen! Natürlich werden in diesem Kontext nur die negativen Aspekte Erwähnung finden. Aber er ist absolut nicht für solche Situationen gemacht. Oftmals verhält er sich kindisch, unbesonnen und verharrt auf (blöden) Meinungen bis ihm a. jemand Drittes vom Gegenteil überzeugt oder b. er an echten Beispielen sieht dass er Unrecht hatte. Die Schwierigkeiten denen wir als Paar uns gegenübergestellt sehen, sind durch die Kinder natürlich nicht die Norm und was soll man sagen…er meints halt gut und mittlerweile bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass bei ihm in dieser Thematik schweigen besser ist als versuchen zu kommuniezieren/ Streit des Jahrhunderts vom Zaun brechen…

    Er ist im Moment bei der Lebensberatung. Die Mutter der Kinder soll dadurch lernen mit ihm zu kommunizieren, Anordnung vom Gericht. Der Mitarbeiter der Lb bekräftigt meinen Partner in der Freundinnen-Thematik, zu meinem Nachteil. Denn mein Freund rückt dann noch weniger von seiner Meinung ab. Der gute Mensch von der Beratung weiß natürlich nicht, dass wir mit der Freundinnenthematik mehr als durch sind…

    Wir haben keine gemeinsamen Kinder. Geplant ist noch mindestens ein weiteres Kind, aber erst nachdem ich mein Studium abgeschlossen habe und gearbeitet habe, also in drei bis fünf Jahren.

  • #9452

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Sonnenkind,

    du schreibst „Viele Dinge gehe ich mittlerweile von hinten an. Ich spreche nicht mit ihm darüber, sondern lasse Prozesse einschleichen, sodass er am Ende eh nichts mehr gegen machen kann.“ Schade, dass es so sein muss, aber im Moment wohl die beste Lösung für euch alle, insbesondere auch das Kind…

    Ich drücke die Daumen, dass ihr dauerhaft trotzdem einen gemeinsamen Weg findet und es auch schafft über diese Probleme zu reden…

    Liebe Grüße,
    Daka.

  • #9468

    Sonnenkind
    Teilnehmer

    Danke Daka! Ja, schade finde ich das auch. Leider im Moment nicht änderbar.

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