Sein Sohn steht auf einem Podest

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Pinocchio vor 1 Jahr, 5 Monate.

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  • #6434

    Regina67
    Teilnehmer

    Hallo, ich suche dringendst nach einem Rat. Und habe mich jetzt spontan hier angemeldet, in der Hoffnung, dass jemand meine Situation nachvollziehen kann!!?
    Seit über 4 Jahren bin ich mit meinem neuen Partner zusammen. Und wir werden im Juni heiraten. Unsere Beziehung ist sehr harmonisch und wir lieben uns sehr. Beide sind wir geschieden, ich bin kinderlos, er hat einen 18-jährigen Sohn. Seine Scheidung war im Gegensatz zu meiner wirklich heftig. Die Trennung war bereits als der Sohn 4 war. Und mein Partner zog damals nur ein paar 100m in ein 1-Zi Appartment. So verbrachte der Sohn fast jeden Tag und jede Ferien bei seinem Vater. Sie unternhamen viel. Und so haben beide ein sehr inniges Vater-Sohn-Verhältnis! Wenn sie sich nicht sehen, telefnoieren sie täglich. Aus Rücksicht auf seinen Sohn war seine Scheidung daher auch erst vor 4 Jahren.
    Das Mutter-Sohn -Verhältnis ist nicht immer einfach und ihr Verhalten auch meinem Partner gegenüber ist manchmal sehr demütigend.
    Ich habe seinen Sohn wirklich lieb gewonnen. Es ist ein toller junger Mann. Aber sein Vater ist seine einzige Bezugsperson. Richtige Freunde gibt es nicht.
    Viele Wochenenden, die der Sohn bei uns ist, und auch gemeinsame Unternehmungen sollten uns allen 3 ein Team-Gefühl geben.
    Nur ich habe das Gefühl nicht, im Gegenteil. Und genau das macht mich masslos traurig. Jedesmal, wenn der Sohn bei uns ist, ist mein Partner wie ausgewechselt. Ich bin dann einfach nicht mehr present. Egal welches Thema, er gibt seinem Sohn immer Recht, keine Kritik. Schuld haben immer die anderen. Wenn ich versuche mich an ihren Gesprächen zu beteiligen, wird gar nicht auf mich eingegangen. Ich sitze also also dann stumm dabei. Und die einzige Frage von sienem Sohn direkt an mich lautet:“Was gibt´s zum Essen?“ Natürlich habe ich schon oft mit meinem Partner darüber diskutiert und es sind auch Tränen geflossen (bei mir). Er kommt keinen Millimeter auf mich zu oder gibt mir mal Recht oder zeigt mir Verständnis. Sein Kommentar ist dann, dass ich mir das nur einbilde, und ich hätte ja fragen können… Das tat ich auch 2 mal oder 3 mal. Aber irgenwann hat man keine Lust mehr, wenn keine Reaktion kommt. Dann wächst in mir das Gefühl: du bist nicht wichtig… Und obwohl mein Partner mir mehrmals beteuert hatte, ich stehe bei ihm an erster Stelle… Das stimmt einfach nicht und ich will das auch nicht. Aber an gleicher Stelle wie sein Sohn würde ich mich wünschen. Denn wir wollen ja auch heiraten!! Und das ist nur dann, wenn der Sohn nicht present ist. Der Kommentar seine Sohnes zu seinem Vater zu unserer Hochzeit“ Willst du dir das nochmal antun?“….
    Bin ich überempfindlich?? Was soll ich tun?
    Lieben Dank vorab für jede Antwort!!!!

  • #6436

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Regina,

    ich kann gut verstehen wie du dich fühlst…und es tut mir leid, dass du das so erleben musst. Aber wenn der 18-jährige Sohn noch immer auf einem Podest steht, wirst du ihn dort vermutlich wohl auch nicht runterholen können… Dein zukünftiger Mann scheint das im übrigen nicht so zu sehen…denn ich vermute er meint das ernst, wenn er dir sagt du stehst an erster Stelle… Er merkt selbst nicht, dass er wie ausgewechselt ist, wenn der Sohn da ist und dass es für dich schwierig ist in die eingeschworene Zweier-Gemeinschaft rein zu kommen… (Sowas merkt man nicht, wenn man mittendrin ist, sondern nur wenn man außen vor steht – und selbst wenn du es ihm erklärst, wer selbst nie in der Lage war kann sich nur schwer da rein versetzen). Du schreibst, du hast seine Sohn wirklich lieb gewonnen und er ist ein toller junger Mann (ohne Freunde). Im nächsten Absatz schreibst du dann aber „Wenn ich versuche mich an ihren Gesprächen zu beteiligen, wird gar nicht auf mich eingegangen. Ich sitze also also dann stumm dabei. Und die einzige Frage von seinem Sohn direkt an mich lautet:“Was gibt´s zum Essen?““ Das passt für mich nicht gut zusammen… Hört sich für mich nicht nach einem tollen jungen Mann an, sondern eher nach mangelndem Respekt… Du bist die neue Frau des Papas, nicht mehr, nicht weniger. Allerdings bei einem 18-jährigen auch nicht komplett verwunderlich…er kennt es ja anders.

    Wenn er wie du schreibst, ein schlechtes Verhältnis zu seiner Mutter hat, dann hat er möglicherweise auch generell Probleme mit Frauen (?) oder auch Bindungen außerhalb der seines Vaters einzugehen?
    Was ich nicht ganz verstehe… hat er als er klein war, bei seiner Mutter gewohnt, war aber trotzdem ständig bei seinem Vater in der 1-Zimmer Wohnung?

    Was kannst du tun? Weglaufen wäre die erste Idee… oder aber du schaffst es deinen Partner davon zu überzeugen, dass sein Sohn (und evtl. auch er selbst) vielleicht Hilfe brauchen könnten… Es wird aber möglicherweise schwer, dass deinem Partner zu vermitteln, ohne dass er sich auf den Schlips getreten fühlt…

    Wo wohnt denn der Sohn eigentlich derzeit? Hat er schon seine eigene Wohnung oder wohnt er noch bei der Mutter? Wie oft ist er denn an den Wochenenden bei euch?

    Vielleicht könnt ihr einen Mittelweg finden… wenn er am Wochenende da ist, macht ihr 1. Sachen zu dritt – und dann solltest du auch darauf bestehen, gesehen und beachtet zu werden; und sie 2. auch Sachen nur zu zweit, in ihrer „alten“ Gemeinschaft… in dieser Zeit kannst du dann wiederum was für dich selbst tun, lesen, Sauna, Wellness, Freunde treffen – also Dinge dir dir gut tun…

    Der Sohn ist ihm sehr wichtig und auch wenn das mit steigendem Alter an Gewicht verlieren wird, so wird es immer sein Sohn bleiben…hinzu kommen möglicherweise Probleme mit Ausbildung/Studium, Enkelkindern etc. pp… Probleme, die dir ohne Kind eigentlich erspart geblieben wären… Ist also die Frage, ob du damit leben kannst oder nicht…

    Generell solltest du es vielleicht vermeiden Vorwürfe zu machen, sondern aus deiner Perspektive reden. Also nicht beleidigt „Ihr beachtet mich gar nicht“, sondern „Ich fühle mich von Euch nicht gesehen, habe das Gefühl, dass meine Worte nicht gehört werden“… „Ich wünsche mir, dass ihr mir zuhört, wenn ich was zu sagen habe“.

    Ich hoffe das hilft dir wenigstens ein bisschen.
    LG Daka.

  • #6443

    Regina67
    Teilnehmer

    Liebe Daka,
    Vielen lieben Dank und ja, das hilft mir doch! 🙂
    Der Sohn war und ist wohnhaft bei der Mutter. Seit September ist er in einer Ausbildung und daher unter der Woche weg von Zuhause. Er erlernt den gleichen Beruf wie sein Vater.
    Um schon den beiden so viel Zeit wie möglich zu geben, lasse ich ihnen die Zeit. D.h., dass mein Partner durch seinen Dienstplan nicht jedes Wochenende frei hat und dann beide einem gemeinsamen Hobby nachgehen. Und über das und die Ausbilung/Beruf natürlich intensiv sich austauschen. Was ich ja auch gut finde. Nur ich bin doch auch noch da,oder?
    Aber wie Du geschrieben hast, für den Sohn bin ich nur die Frau an Vater´s Seite. Und mein Partner hat noch NIE seinem Sohn gesagt, er hat für ihn keine Zeit, weil er mit mir was vor hat… Wird er sicher auch nicht tun, um seinen Sohn nicht zu enttäuschen.

    Deine Ratschläge nehme ich gerne an und werde versuchen sie umzusetzen!

    Lieben Dank
    Regina

  • #6463

    Liebe Regina, ich stimme Daka zu. Dein Mann sieht bestimmt gar nicht, was er macht. Ich persönlich habe oft die Erfahrung gemacht, dass Männer optische Typen sind. Sie müssen etwas selbst sehen, eher merken sie es nicht. Nun kannst du entweder eine Kamera aufstellen und euch alle filmen oder ihm das gleiche Bild in anderer Besetzung zeigen. Du holst dir eine Freundin/ Deine Mutter, mit der du das ganz genauso machst. Er wird sich dabei unwohl fühlen. Eine dritte Möglichkeit ist eine Familienaufstellung. Die kann man übrigens mit Mensch-ärgere-dich-nicht Figuren auch am eigenen Küchentisch machen. Das bietet sich aber nur dann an, wenn man so etwas vorher schon einmal gemacht hat.

  • #6594

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Hallo Regina

    Ich schließt mich den anderen Meinungen an und möchte noch eine Frage einwerfen. Zuerst der Hintergrund zu meiner Frage:
    Mein Stiefsohn meinte er müsse seine Mutter unterstützen. Das Verhältnis hatte sich umgekehrt. Betreuende Person muss in jeder Hinsicht der Elternteil gegenüber dem Kind solange bleiben, bis der Elternteil zum Kind wird (im hohen Alter). In jeder Hinsicht: auch emotional! Eltern, die sich scheiden lassen, gehen sicher eine schwere Zeit durch. Um sich anzulehnen brauchen sie andere Erwachsene, nicht ihre Kinder. Bei dir bestand diese Möglichkeit, eher Gefahr(!), nicht, da du kinderlos bist. Es kann auch sein, dass der Junge sich den Eltern verpflichtet fühlte und sie unterstützen wollte und dass er dadurch seine eigene Entwicklung vernachlässigte! Es liegt am Vater, dies zu bemerken und dieses enge Verhältnis weiten, zugunsten der Entwicklung des Sohnes.
    Hier meine Frage : weiss, fühlt und versteht der Sohn, dass es dem Papa gut geht und er nicht (mehr) für ihn sorgen muss?

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