Schwierige Situation – große Entfernung

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  julie79 vor 3 Monate, 1 Woche.

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  • #9160

    Schutzengel75
    Teilnehmer

    Hallo an alle. Ich bin ganz neu hier und freue mich dabei zu sein.
    Mein Name ist Julia, ich bin 43 Jahre alt und seit 9 Jahren in einer Beziehung mit meinem Lebensgefährten. Ich habe zwei Söhne aus erster Ehe, 16 und 14 Jahre alt. Mein Partner hat auch zwei Kinder 11 und 13 Jahre, die bei der Mutter leben. Trotz großer Entfernung 650 km möchte mein Partner seine Kinder regelmäßig sehen, nämlich einmal im Monat. Um den Umgang wahr nehmen zu können haben wir dort eine kleine Wohnung angemietet.
    Mein Partner ist sehr bemüht und schreibt täglich Nachrichten oder versucht anzurufen. Seine Kinder reagieren nur sehr sporadisch auf den Kontakt. Seine Exfrau hat vergangenes Jahr neu geheiratet und lebt die heile Familie. Wir freuen uns sehr, dass es den Kindern meines Partners gut geht, aber es tut mir jedesmal weh zu sehen wie seine Kinder ihren Papa behandeln. Ich weiß nicht was hier der richtige Weg ist. Mal eine Zeit lang in Ruhe lassen oder genau so weitermachen?
    Dann kommt noch dazu, dass seine Kinder an einem Umgangswochenende sich häufig frech verhalten und er aber nicht reagiert, weil er sie für sich an seinem Wochenende nicht noch schimpfen möchte. Das ganze Thema ist inzwischen so gereizt und wenn ein Umgangswochenende ansteht haben wir regelmäßig Streit. Ich sage warum rennst du so hinterher und er sagt das gehört sich so.
    Vielleicht bekomme ich ein paar Meinungen.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Julia

  • #9164

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Liebe Julia!

    Das Gefühl kenne ich. Ich frage mich auch oft, warum mein Mann der alten Familie hinterher rennt, wenn die Exfreundin ihn doch längst ausgetauscht hat, und mit dem neuen auf heile Familienwelt macht. Er und sein ihnen-nachlaufen stört deren Familienleben und verhindert, dass wir jemals eines haben werden.
    Er hat zum Glück selbst die Meinung, dass er kein normales Leben mehr hat, wenn er alle 2 Wochen hunderte Kilometer fahren muss. Außerdem macht seine Exfreundin ziemlich deutlich, dass sie ihn ersetzen will. Alles zusammen war ihm selber zu viel, und so hat er zum Glück diese Besuchsfahrten reduziert. Ich würde auch keine Familie gründen wollen mit einem der ständig zu seiner alten Familie hunderte Kilometer weit fährt, und mich entweder ständig mitschleppt oder ständig allein sitzen lässt.

    Fährst du denn zu diesen Wochenenden mit? Übernimmst du, gerade bei so einer großen Strecke, auch einen Teil der Fahrt? Und wenn ja, warum tust du dir das an, wenn die Kinder doch nur frech sind?

    Bei uns ist das Kind zwar nicht böse oder frech, aber es fing schon an, mit allen Mitteln um die Aufmerksamkeit meines Mannes zu kämpfen, wobei ich von beiden eiskalt fallen gelassen wurde. So weit fahren, um dann von allen Anwesenden wie Luft behandelt zu werden war mir dann auch zu doof.

    Du fragst nach dem richtigen Weg? Meine ganz persönliche Meinung ist, „wer nicht will, der hat schon“.
    Wenn sie die Besuche nicht wollen, sollen sie es sagen, dann kann dein Freund sie in Ruhe bei ihrer neuen Familie lassen. Sie sollten auch schon alt genug sein, um zu verstehen, welchen Aufwand der Mann für sie betreibt.

    Den Mann würde ich mal fragen, ob er diesen Aufwand für die Kinder betreibt oder für sich und sein Gewissen. Seine Meinung, dass es sich so gehöre, dass er hinterher rennt, sagt hier schon einiges aus.

    Für die ständigen Streitereien würde ich dir raten, um diese Wochenenden und die frechen Kinder einen weiten Bogen zu machen.
    Wer weiß, vielleicht wird ihm das ständige Herumfahren auch bald zu viel, wenn ihn dabei niemand mehr unterstützt?

  • #9165

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Julia,
    bei uns ist die Situation ähnlich und doch wieder komplett anders. Die Tochter meines Freundes ist 7 Jahre alt und wohnt 600 km entfernt. Wir haben dort keine eigene Wohnung und „hausen“ alle 4 Wochen bei seinen Eltern im Haus. Das finde ich total suboptimal, aber momentan ist keine eigene Wohnung möglich.
    Kontakt zwischen den Besuchswochenenden besteht sehr unregelmäßig. Manchmal ruft seine Tochter jeden Tag an, dann wieder die 4 Wochen gar nicht. Ich bin mir bei ihr aber nicht sicher, ob sie das überhaupt begreift und aktiv bei der Mutter einfordert oder ob die Mutter einfach mal ein paar Minuten ihre Ruhe möchte.
    Die Kleine ist deutlich zurück geblieben (keine Ahnung, wie sie die Schuleignungstest bestanden hat) und verhält sich mir gegenüber auch zunehmend daneben.

    Bei uns ist es allerdings so, dass mein Freund freiwillig die 600 km weggezogen ist – meinetwegen. Ich hätte auch in der alten Heimat einen Job gefunden, aber nicht bei meiner Traumfirma. Und so ist er mitgegangen (so hart es sich anhört, ich wäre auch ohne ihn gegangen).
    Wie ist das bei euch? Ist der Vater oder die Mutter so weit weggezogen?

    Außerdem wohnen in der Stadt noch meine Eltern. Da verbringe ich dann die Zeit, wenn ich die Kleine nicht mehr aushalte. Wenn meine Eltern nicht dort wohnen würden, würde ich allerdings ganz Zuhause bleiben.
    Wäre das denn ab und zu eine Option für dich? Vielleicht bleibt dein Mann auch mit Zuhause, wenn du nicht fahren möchtest 😉

    Ich hoffe, dass das mit seiner Tochter weniger wird, wenn wir zusammen Kinder haben. Zumindest würde ich denen dann die monatliche Fahrt nicht zumuten.

  • #9184

    julie79
    Teilnehmer

    Hallo Julia,

    Ich dachte immer, wir haben nen weiten Weg. 110 km einfach. Macht mit abholen und wieder heimfahren 440 km alle zwei Wochen.

    Ich finde es völlig normal dass Kinder in dem Alter ihr eigenes Ding machen. Wenn sie die Besuche nicht wollen oder schätzen, würde ich mich auch fragen, was das soll.

    Aber die Männer möchten das halt nicht. Meiner ist da genau so. Gut, bei uns ist das Kind knapp 6. Hat aber auch wenig Bock auf Umgang (wegen mir). Jedes WE ist ein Spießrutenlauf. Ich darf kein falsches Wort verlieren, dann heult das Kind rum, er will nicht bei uns bleiben weil er mich nicht mag etc.

    Und jedes WE wird dennoch mit der KM um die Zeit gefeilscht. Weil es so ist. Weil das Kind ihn braucht. Ich weiß in dem Alter ist das anders.

    Aber ich befürchte auch, dass wir den Zirkus noch 12 Jahre so mitmachen. Anrufen tut der Stiefsohn bei uns auch nie. Wenn mein Freund anruft geht er wenn überhaupt nur kurz ans Telefon.

    Ich glaub Männern ist das aus irgendeinem Grund ganz wichtig. Ich glaub sie fühlen sich schuldig.

    Nen Tip hab ich nicht wirklich. Ich hab es schon damit probiert, mich rauszunehmen. Hat aber auch nichts gebracht…

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