Kuckucksstiefmutter

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Dieses Thema enthält 7 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Fallen vor 3 Monate.

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  • #7685

    Lexa82
    Teilnehmer

    Hallo, ich hab jetzt schon das ganze Internet durchforstet und noch keine Seite gefunden, bei der ich ‚Gleichgesinnte‘ finde und mich austauschen kann. Vielleicht findet sich hier jemand. Kurz den Hintergrund meiner Situation: Ich (34) bin mit meinen Partner (29) knapp drei Jahre zusammen. Er war 6 Monate mit seiner Ex auseinander (nicht verheiratet), als wir uns kennenlernten. Seine Tochter war zu dem Zeitpunkt als ich sie kennen lernte 8 Monate alt. Die Kindsmutter hätte sich ziemlich schnell nach der Geburt von meinem Partner getrennt, ohne große Begründung. Wir bekamen dann mit, dass sie sehr viel feiert, ständig nachts unterwegs ist und das Kind zu Oma und sonstwo abgeschoben hat. Sie hat uns nie aufgeklärt, wo die Kleine abgeschoben wurde. Auch wir haben Sie viel gehabt – mehr als das Ungangsrecht (alle 14 Tage vorgab) Sie hatte auch ständig wechselnde Partner, von einigen erfuhren wir dann, dass sie mit dem Kind zu Hause saßen, während sie feiern war. Drogen (Christal Meth) konsumiert sie wohl schon während der Beziehung zu meinem Partner und bis heute. Die meiste Zeit lebte sie von Hartz IV, das heißt vom Unterhalt kam nichts beim Kind an, weil es mit dem Amt verrechnet wurde. Ich hab in der Zeit viel für die Kleine gekauft, da sie mir sehr leid tat. Das Jugendamt hat nur einen Hausbesuch auf unsere Bitte veranlasst, aber nichts weiter unternommen, da die Wohnung wohl okay war. Seit 2 Jahren hab ich nun die Verhütung abgesetzt und es ist nichts passiert. Bei mir ist laut Frauenarzt alles okay. Im Dez.’16 hat mein Partner dann einen Spermientest gemacht, der sehr negativ ausgefallen ist. Auf natürlichem Wege ist er nicht zeugungsfähig. Da kam natürlich schnell die Frage Auf, wo sein Kind her kommt. Das Gericht hat uns Recht gegeben und einen Vaterschaftstest angeordnet. Die Kindsmutter hat auch vor dem Richter noch gesagt, dass sie mit keinem anderen im Zeugungszeitraum geschlafen hätte. Jetzt haben wir es seit 1,5 Wochen schwarz auf weiß, dass er nicht der biologische Vater ist. Er ist sehr wütend , gekränkt und traurig. Ich stehe irgendwie hilflos daneben und bin leider auch Zielscheibe von Wutattacken und Gereiztheit. Klar geb ich ihm Zeit, klar bin ich da – aber für mich ist es auch nicht einfach. Sein Kind gehört auch zu meinem Leben und wir werden vielleicht nie die Chance auf ein eigenes haben. Die Kindsmutter verweigert jede Kommunikation und unterbindet den Kontakt zum Kind – trotz, dass er immer noch das Sorgerecht und Ungangsrecht hat. Sie geht nicht mehr ans Telefon, antwortet nicht auf Nachrichten. Hab meinem Partner geraten, trotz Anwältin, dass er sich auch nochmal ans Jugendamt wenden soll. Meine Frage ist, hat jemand Erfahrung mit Vaterschaftsanfechtungen, Beziehung zum Kuckuckskind? Wir wissen auch nicht, was die Kindsmutter dem Kind erzählt hat. Wir wollen auch gerne weiterhin Ungangsrecht, nur es soll alles sauber geklärt sein. Ich wäre dankbar um jede Idee und wo man sich noch Hilfe holen kann.

  • #7693

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Vielleicht könnte das Judendamt eine Hilfe anbieten oder ihr fragt beim Pflegeeltern Verein an, ob sie einen Fall in diese Richtung kennen und wie Eure Chancen stehen? Ihr seid ja rechtlich nicht verantwortlich für dieses Kind, aber ihr wart doch über eine sehr lange Zeit soziale Eltern! Das könnte eine Chance sein…

  • #7697

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Ich bin mir nicht sicher wie es rechtlich aussieht, aber sucht euch einen Anwalt, der auf solche Fälle spezialisiert ist. Soweit ich weiß, ist derjenige, der die Vaterschaft anerkannt hat, immer noch im Vorteil. Schwieriger wäre die Situation, wenn dein Partner der leibliche Vater wäre, aber ein anderer die Vaterschaft anerkannt hätte.

    Bitte lasst euch entsprechend von Profis beraten! Ich würde für den rechtlichen Aspekt auf jeden Fall zu einem spezialisierten Anwalt gehen. Das würde ich zuallererst machen. Ich würde meine Rechte und Pflichten kennen wollen.
    Für weitere Beratung, wie man mit der Situation umgeht, eventuell verschiedene Familienberatungsstellen aufsuchen.
    Zieht auch eine psychologische Betreuung für deinen Partner in Betracht. Das ist eine harte Geschichte, und er macht sicher gerade viel durch.

  • #7701

    Lexa82
    Teilnehmer

    Vielen Dank für eure Anregungen. Anwalt ist schon eingeschaltet, Jugenamt seit heute und einen Psychologen hat er zum Glück schon seit ein paar Monaten, der ihn begleitet. Mal schauen, wie alles für uns weiter läuft. Anwältin räumt ihm gute Chancen ein, dass er Umgangsrecht bekommt, allerdings Sorgerecht verliert. Aber damit können wir leben, Hauptsache wir sehen die Kleine überhaupt noch. Ich dachte echt bis jetzt so was kommt nur in schlechten Filmen vor.

  • #7736

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Lexa,

    wow, das ist echt heftig. Wie alt ist denn die Kleine mittlerweile?
    Ich kann mir vorstellen, wie hilflos ihr euch fühlt, dabei zuzusehen, wie die kleine bei der Mutter aufwächst und nichts dagegen tun zu können… mit Verlust des Sorgerechts wird euer Einfluss wohl noch geringer werden…und selbst wenn ihr ein Umgangsrecht bekommt, hat die Mutter leider genügend Möglichkeiten die Tochter negativ zu beeinflussen, dass sie irgendwann nicht mehr kommen mag…
    Auf jeden Fall ist es gut, dass ihr Anwalt, JA und auch einen Psychologen an Eurer Seite habt… ich wünsche euch ganz viel Kraft für die kommende Zeit!!!

    LG Daka.

  • #7787

    Lexa82
    Teilnehmer

    Hallo Daka, vielen Dank für deine Nachricht, es klingt vielleicht komisch, aber mir tut es im Moment sehr gut, wenn auch ich hier Anteilnahme von anderen bekomme, denn zu Hause muss ich mich aktuell ganz weit hinten mit meinen Gefühlen anstellen, da es ja in erster Linie um die Tochter (übrigens 3, J.) Geht und dann um meinen Partner, der natürlich der Mithauptleidende ist… trotzdem ist es echt krass, dass selbst in so einer Situation die Stiefmutter stiefmütterlich behandelt wird, da fragt nämlich fast niemand, wie es ihr damit geht… Es wird sogar eher noch die Kindsmutter verteidigt, dass die es vielleicht ja auch nicht wusste oder die sich jetzt vielleicht schämt und nicht weiß mit der Situation umzugehen… Ich kann nur sagen, dass ich mich nur noch wundere, was ich alles so in letzter Zeit zu hören bekommen hab.

    • #7790

      Daka
      Teilnehmer

      Liebe Lexa,

      ohhh man, das tut mir leid zu lesen, dass so viele unsensibel reagieren und auf deinen Gefühlen herum trampeln. Es ist mir unbegreiflich, wie sich Leute von außen eine Meinung bilden können.
      Ja, ne klar, die arme Mutter konnte ja nicht wissen, dass der Vater zeugungsunfähig ist… ABER sie wird ja wohl sehr wohl wissen, dass sie im Zeugungszeitraum auch noch Sex mit einem anderen Mann hatte. Sie wird ja wohl kaum unter KO-Tropfen schwanger geworden sein. Wer die KiMu da verteidigt, den würde ich recht schnell aus meinem Freundeskreis aussortieren.
      Ich finde solche Situationen sind sowieso immer ein guter Zeitpunkt mal auszusortieren mit wem man weiterhin befreundet sein will…
      Fühl dich ganz doll gedrückt und schreibe mir gerne, wenn es auf der Seele drückt… schreib auch gern eine PN, dann schicke ich dir meine Mail-Adresse…
      LG Daka.

  • #7970

    Fallen
    Teilnehmer

    Hallo Lexa,

    ich bin nicht in derselben Situation wie du, aber das was du erlebst steht uns vermutlich bald bevor.
    Mein Partner hat eine 6jährige Tochter. Die Kindsmutter hat quasi schon „zugegeben“ das es nicht sein Kind ist. Ich bin mir allerdings nicht sicher, weil die beiden sich sehr ähnlich sehen.
    Ich hatte mich also intensiv mit dem Thema Vaterschaftstest etc zusammengesetzt. Mein Mann hat erst vor kurzem die Vaterschaft anerkannt, weil die Mutter bei der Geburt keine Angabe gemacht hat wer der Vater ist. Nun geht es um einen Vaterschaftstest. Was ich gelesen habe ist, dass sobald der Vaterschaftstest nicht im privatem Rahmen, sondern gerichtlich angeordnet wird und der Test fällt so aus das der eingetragene Vater nicht der leibliche Vater ist, wird er sofort als Vater ausgetragen.
    Wie war das denn bei euch? Wurde es gerichtlich „durchgeprügelt“ oder hat sie dem Vaterschaftstest zugestimmt? Würde mich mal intressieren. Ist er als Vater noch eingetragen?
    Ich drück dir ganz fest die Daumen und wünsch euch allen ganz viel Kraft. Die Kleine scheint viel druchmachen zu müssen mit ihren jungen Jahren und ich kenn das Gefühl der Machtlosigkeit…
    Fühl dich gedrückt

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