Ich weiß nicht mehr weiter!

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Dieses Thema enthält 7 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Pinocchio vor 2 Tagen, 4 Stunden.

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  • #57417

    Sunshine13
    Teilnehmer

    Hallo,

    nachdem ich nun längere Zeit den Blog still verfolgt habe, habe ich mich entschlossen, selbst auch einmal einen Beitrag zu verfassen, da ich gerne eure Meinungen hören würde, und damit vielleicht auch einen anderen Blickwinkel auf meine eigene Situation bekomme.

    Ich bin seit knapp 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir kennen uns seit 4 ½ Jahren, damals war er noch verheiratet und ich in einer Beziehung. Ich habe eine 11 jährige Tochter und er hat eine Tochter (15) und einen Sohn (13). Als wir zusammen kamen, hatte er sich gerade erst von seiner Frau getrennt. Die Trennung verlief alles andere als vernünftig, sondern mit viel Streit, der durch die KM vor allem über die Kinder ausgetragen wurde. Inzwischen kommuniziert mein Freund nur noch per email mit der KM, alles andere ist nicht möglich.

    Am Anfang hat mein Freund bei mir gewohnt, und die Kinder sind – nachdem ich sie kennengelernt habe – alle zwei Wochen am Wochenende zu uns gekommen, und wir waren auch gemeinsam in Urlaub. Zunächst hatte ich den Eindruck, dass wir uns alle ganz gut verstehen, trotz der neuen und schwierigen Situation.
    Anfang letzten Jahres haben wir uns dann nach Rücksprache mit allen drei Kindern dazu entschlossen, in das Haus meines Freundes zu ziehen. Eine schwere Entscheidung für mich, da er dort zuvor mit seiner Ex und den Kindern gewohnt hat, aber er wollte gerne näher zu seinen Kindern, und da das Verhältnis zwischen mir und dem Vater meiner Tochter deutlich entspannter ist, habe ich letztendlich zugestimmt. Seine Ex wollte in dem Haus nicht bleiben (es gehört ihm, nicht beiden gemeinsam), sie ist auf eigenen Wunsch mit den Kindern in eine Wohnung im gleichen Ort gezogen. Nun wohnen wir seit letztem Sommer in seinem Haus, und seitdem wird die Situation immer schlimmer.

    Seine Kinder habe ich vor ca. 1,5 Jahren kennengelernt. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, habe versucht auf die Kinder zuzugehen, sie jedoch nicht zu überrennen. Die Situation war von Anfang an sehr problematisch, da die KM ihren ganzen Frust über das Ende ihrer Ehe auf die Kinder übertragen hat. Sie hat mit der Tochter alles besprochen, wie mit einer Freundin, und mit alles meine ich auch wirklich alles. Die Tochter ist seitdem der „Spitzel“ ihrer Mutter und berichtet absolut alles, was bei uns passiert, besprochen oder gemacht wird postwendend per WhatsApp an die KM. In regelmäßigen Abständen kommen dann auch emails der KM, in denen sie meinem Freund dann Vorhaltungen macht, und das Verhalten meiner Tochter und meines kritisiert und mitteilt, dass ihre Kinder darunter leiden. Zum Größten Teil sind das dann auch an den Haaren herbei gezogene Geschichten, die nicht ansatzweise der Wahrheit entsprechen.
    Jegliche Versuche meines Freundes mit der Tochter zu sprechen, und ihr zu erklären, dass sie damit aufhören soll, bleiben erfolglos. Der Sohn hat sich seit der Trennung hinter seiner Spielekonsole versteckt und spielt ohne Regeln und ohne Grenzen, oft bis tief in die Nacht. Trotzdem bekommt er zu Hause bei der KM scheinbar viel mit, und verhält sich auch entsprechend.

    Beide Kinder sind extrem zurückhaltend und schüchtern, nicht nur mir gegenüber, sondern generell zu „Fremden“. Ein „Hallo“ ist schon wirklich viel gesprochen. So ist es inzwischen ganz normal geworden, dass sie an den Papa-Wochenenden nur mit ihrem Vater sprechen, z.B. wenn wir am Tisch sitzen und etwas haben möchten, was direkt vor mir steht. Anfangs habe ich es den Kindern dann trotzdem gereicht, in der Hoffnung, dass sie irgendwann merken, dass sie auch mich fragen können, inzwischen lasse ich meinen Freund sich über den kompletten Tisch beugen… Der Sohn meines Freundes verlässt den Raum, wenn er mit mir alleine ist, und wartet z.B. auf der Treppe vor dem Gäste-WC, bis sein Vater fertig ist und wieder mit ins Wohnzimmer kommt. Bei Ausflügen weichen die beiden ihrem Vater nicht von der Seite, gehen auch nicht alleine spielen oder z.B. im Freizeitpark auf ein Fahrgeschäft; überall muss Papa mit. Man kann auch nicht sehen, dass sie Spaß an etwas haben, oder etwas schön finden. Sie zeigen das nicht, und sagen auch nichts. Wenn wir irgendwo sind, egal ob bei der Familie meines Freundes oder bei meiner Familie sitzen die beiden ebenfalls schweigend in der Ecke und reden kein Wort.

    Anfangs habe ich das darauf geschoben, dass sie unter der Trennung leiden, sich an ihren Vater klammern etc. Mein Freund, der ein schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber hat, hat zu Beginn auch versucht, die beiden liebevoll zu etwas mehr Selbstständigkeit zu erziehen, hat aber inzwischen keine Energie mehr dafür bzw. sieht keine Notwendigkeit mehr.

    Meine Tochter ist das komplette Gegenteil, aufgeweckt, lebendig, selbstbewusst und selbstständig – manchmal auch etwas zu viel von allem. 😉 Sie ist natürlich auch 7 Jahre als Einzelkind aufgewachsen, hat aber inzwischen bei ihrem Vater auch eine kleine Halbschwester, die sie über alles liebt. Sie hat sich anfangs sehr über ihre beiden großen „Geschwister“ gefreut, war an den Kinderwochenenden total aus dem Häuschen und konnte den Freitag abend nicht erwarten. Doch im Laufe der Zeit hat sie die Ablehnung der beiden deutlich zu spüren bekommen, so dass das Verhältnis auch sehr schwierig geworden ist. Der Sohn meines Freundes hat sie bis auf vereinzelte Ausnahmen komplett ignoriert oder sich über sie lustig gemacht, und die Tochter behandelt sie wie ein Spielzeug: wenn sie Lust zu spielen oder Langeweile hat, ist meine Tochter gut genug, und wenn sie dann keine Lust mehr hat, geht sie einfach und redet nicht mehr mit ihr, oder sie lässt sie einfach in ihrem Zimmer warten, ohne ihr zu sagen, dass sie nicht mehr wieder kommt.

    Hinzu kommt, dass meine Tochter ständig bei uns lebt und nur alle 14 Tage zu ihrem Vater geht, so dass sie knapp 10 Tage alleine ist, und dann für 2,5 Tage die beiden anderen dazu kommen. Auch das ist natürlich eine komplizierte Konstellation, und das dann auch noch in dem Haus, in dem die beiden älteren aufgewachsen sind.

    Ich muss ehrlich gestehen, dass die Kinderwochenenden und die Ferienzeiten, wenn die Kinder meines Freundes bei uns sind, für mich zum größten Teil unerträglich geworden sind. Ich bewege mich in dem Haus – das doch eigentlich für meine Tochter und mich ein Zuhause werden sollte – wie auf rohen Eiern. Ich fühle mich unwohl und in keinster Weise zu Hause. Mein Freund ist der Meinung, dass er die paar Tage mit seinen Kindern zu etwas ganz Besonderem machen muss, dass er sie verwöhnen und bedienen muss, und dass wir tolle Dinge unternehmen müssen. Und er ist dann genervt, wenn das nicht funktioniert und wir nicht die fröhliche, glückliche Familie sind, die wir uns anfangs gewünscht haben, und das Problem liegt in seinen Augen bei meiner Tochter, die sich unmöglich benimmt – wie er sagt. Wenn wir Ausflüge machen läuft sie ständig vor oder weg, sagt er, wenn wir ein Eis essen gehen, sagt sie dem Kellner Bescheid, wenn wir zahlen wollen, und Zuhause führt sie sich auf wie ein Platzhirsch, der sein Revier verteidigen muss. Seine Kinder schlafen bis 13 Uhr mittags, und sagen und machen ansonsten nichts. Vor allem die Tochter hat inzwischen mitbekommen, dass mein Freund ein Problem mit meiner Tochter hat und nutzt jede Gelegenheit, um sie bei ihm in die Pfanne zu hauen und schlecht zu machen.

    Zwischen meinem Freund und mir kommt es nun ständig zu Diskussionen und Streitereien, da ich die ganze Situation etwas anders sehe als er, und er in keiner Weise meinen Standpunkt verstehen kann. Dann wirft er mir vor, dass ich meine Tochter immer verteidige und anscheinend kein Platz für einen Mann an meiner Seite zu sein scheint. Dass das Verhalten seiner Kinder aber auch sehr schwierig ist, das ist für ihn kein Problem, sie sind ja nur alle zwei Wochen mal zwei Tage da, und in der kurzen Zeit kann er sie ja nicht erziehen. Dass es Dinge gibt, die mich im Verhalten seiner Kinder stören (nichts wegräumen, alles rumliegen lassen, das Badezimmer wie ein Saustall hinterlassen o.ä.) ist da nicht wichtig.
    Zusätzlich versucht er auch, sie so oft wie möglich in der Woche zu uns zu „locken“, indem er Radtouren vorschlägt, oder jetzt bei schönem Wetter eine Runde Schwimmen im Pool. Hierzu werde ich auch nicht gefragt, da es ja seine Kinder sind, und sie jederzeit bei uns willkommen sind. Ich werde natürlich auch immer empfindlicher, je länger diese problematische Situation anhält. Meine Tochter leidet ebenfalls und spricht immer öfter davon, dass sie wieder „nach Hause“ möchte. Sie vermisst ihre alte Umgebung, ihre Freundinnen und tut sich wider Erwarten schwer neuen Anschluss zu finden. Das hatte ich so nicht erwartet.

    Ich weiß mir langsam keinen Rat mehr! Ein Umzug kommt nicht wirklich in Frage, da meine Tochter dann wieder die Schule wechseln müsste und ich meine Arbeitsstelle. Außerdem hat mein Freund mir deutlich gesagt, dass – wenn ich mit meiner Tochter ausziehen würde – dann unsere Beziehung ebenfalls beendet wäre. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll!

    Danke für eure Kommentare!

    Liebe Grüße
    Sunshine13

  • #57725

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Hallo Sunshine,

    oh weh, bei Dir läuft alles schief, was schief laufen kann. Zunächst halte ich es für einen Fehler, zu ihm in das Haus gezogen zu sein. Damit bewegt Ihr alle Euch nicht auf neutralem Biden und die Kinder Deines Freundes verteidigen ihr Territorium. Also ganz ehrlich, wenn Du Deinem Freund wichtig bist, hört er Dir zumindest mal zu und versucht, eine Entscheidung zu finden, mit der alle leben können. Dazu gehört auch, die Kinder unter einen Hut zu bringen. Ich habe den Eindruck, Du ruderst allein gegen den Strom, was enorm schwierig ist und am Ende gibst Du auf, weil Dir die Kräfte verloren gehen.

    Wenn Dein Freund nicht dazu bereit ist, auch nur etwas auf Dich einzugehen, schätze ich Eure Zukunft eher schwierig ein.

    Alles Liebe,
    Donna

    • #63272

      Sunshine13
      Teilnehmer

      Liebe Donna,

      lieben Dank für deine Rückmeldung! Ja, so fühlt es sich an, als ob ich alleine gegen den Strom schwimme. Dass der Umzug in das Haus ein Fehler war, ist mir dann auch sehr schnell klar geworden, nur ist ein weiterer Umzug aus finanziellen Gründen schwierig. Außerdem möchte ich das meiner Tochter eigentlich nicht wieder zumuten, nur wenn ich wirklich keine andere Möglichkeit mehr sehe.

      Aber ich werde mir diese Möglichkeit trotzdem noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen.

      Ganz viele Grüße,
      Sunshine

  • #60415

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Sunshine,

    das klingt in der Tat sehr frustrierend und anstrengend und ich kann verstehen, wie es dir damit geht.

    Donna hat Recht, das mit dem Haus ist eventuell eine ungünstige Konstellation und nachdem Ihr die Entscheidung getroffen habt dort zu leben, jetzt vermutlich auch schwer zu ändern. Wie lebt ihr denn da? Wer hat ein eigenes Zimmer, wer lebt im den ehemaligen Zimmern deiner BKs? Habt ihr umgeräumt/umgebaut – hier viel zu verändern hilft vielleicht um klar zu machen, wer an erster Stelle jetzt hier lebt! Ich bin ein großer Fan von Veränderungen!

    Dir bleibt sonst momentan irgendwie nur, dich damit zu arrangieren. Die Kinder deines Partners müssen dich nicht mögen und du sie auch nicht. Dass sie dich regelrecht ignorieren ist ein Machtinstrument und sie wissen genau, dass sie dich damit verletzen. Solange du ihnen das zeigst, werden sie nicht damit aufhören.

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass 1,5 Jahre gar keine Zeit sind um ein Patchworkprojekt hinzubekommen. Damals war ich auch schwer in der Krise; langsam wird alles besser und entspannter aber am Ziel sind wir noch lange nicht und ich habe Zweifel, dass man sein Idealbild eine fröhlichen bunten Patchworkfamilie überhaupt erreichen kann.

    Was nicht geht ist, dass dein Partner nicht hinter dir steht. Am Tisch könnte er sagen: ‚Ich bin der falsche Ansprechpartner, überleg mal, wer am Tisch am schnellsten an das Salz rankommt und frag dann nochmal!‘ (Hat bei uns funktioniert, wir hatten 1:1 dasselbe Thema)

    Ansonsten kannst du überlegen, deine Haltung zu ändern. Statt dich zu ärgern, dass sie dich ignorieren, freu dich darüber! Genausogut könnten sie dich auch offensiv angehen und dich ‚bekämpfen‘, blöd anmachen oder so.

    Sie mögen dich offensichtlich nicht (aus nachvollziehbaren Gründen – dafür kann man prinzipiell Verständnis haben – mehr aber auch nicht) Ich habe mit der Zeit gelernt, mein BK zu ‚dulden‘. Es ist mir samt seiner Befindlichkeiten komplett egal – für all das ist ihr Vater zuständig.

    Dein Mann hat Recht: wenn die Kinder alle zwei Wochen für zwei Tage da sind, könnt Ihr sie nicht erziehen! Auch das lernt man mit der Zeit zu akzeptieren. Aber man kann und muss klare Grenzen setzen! Mein BK hatte neulich schlichtweg für eine Weile Hausverbot, weil ICH keine Lust mehr auf das Verhalten hatte (auch ich werde ignoriert – ist super, bleibt mir mehr Zeit für meine Kinder!) Selbst wenn es von mir etwas will, fragt es ihren Vater, der dann mich fragt (konkret ging es um Hilfe in Mathe, was sie nicht blickt; ich schon!) Ich habe ihm gesagt, wenn es mich selber direkt fragt, helfe ich gerne, sonst nicht. Der Schattem war dann doch zu groß zum Überspringen und die Klassenarbeit ging glatt in die Hose! Aber das ist nicht mein Problem!

    Dafür, dass für meinen Partner die Kinderwochenende etwas Besonderes sind, habe ich inziwschen Verständnis entwickelt, denn sie sind ja schon was besonderes, wenn man seine Kinder nur alle 14 Tage sieht – auch für die Väter ist es schwierig sich auf die Situation jedesmal wieder neu einzulassen, vor allem, wenn diese so angespannt ist. ABER: Weder ich noch meine Kinder machen diesen Zirkus noch mit. Wir unternehmen dann halt was anderes oder bleiben daheim.

    Du schreibst: Mein Freund ist der Meinung, dass er die paar Tage mit seinen Kindern zu etwas ganz Besonderem machen muss, dass er sie verwöhnen und bedienen muss, und dass wir tolle Dinge unternehmen müssen.

    Merkst du was?! Nein, nicht IHR müsst!!! Sondern Du kannst, wenn du magst!

    Für mich hat das funktioniert, mich da komplett rauszunehmen. Aus der Verantwortung, aus der Organisation aus dem ganzen angespannten Dauergenerve! Lass deinen Partner auflaufen, je mehr er von seinen Kindern genervt ist, desto eher wird er etwas ändern. Momentan ist er von dir genervt und das belastet eure (!) Beziehung uaf Dauer.

    Das muss man für sich ein bisschen einüben, gelassen bleiben und es klappt auch nicht immer – irgendwann ist auch bei mir regelmäßig auch mal das Maß voll. Dann fahre ich mit meinen Kindern auch mal weg über’s Wochenende, was uns allen gut tut! Vor allem für uns als Paar! Es dreht sich nicht mehr so viel um das BK und dessen Befindlichkeiten sondern wieder mehr um uns!

    Gebt euch Zeit um ein paasendes Modell zu finden, das geht nicht so schnell, wie man sich das wünscht und schau, dass es für dich und deine beiden Mädels passt!

    Ganz viele Grüße Sommerflieder

    • #63341

      Sunshine13
      Teilnehmer

      Liebe Sommerflieder,

      ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort. Sie hat mir schon sehr geholfen, da du viele Punkte ansprichst und mir Mut gibst, Dinge zu ändern.

      Zum Thema Haus:
      Wie lebt ihr denn da? Wer hat ein eigenes Zimmer, wer lebt im den ehemaligen Zimmern deiner BKs? Habt ihr umgeräumt/umgebaut

      Ja, wir haben sehr viel verändert, komplett neues Bad, neue Böden, neue Küche, Tapete an die Wände etc. Das war mir wichtig, sonst hätte ich in diesem Haus nicht wohnen wollen. Die Zimmer sind auch komplett neu verteilt, jeder hat ein anderes Zimmer, alle ebenfalls mit neuen Böden und Tapete.

      Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass 1,5 Jahre gar keine Zeit sind um ein Patchworkprojekt hinzubekommen.

      Das ist mir durchaus bewusst. Die Frage ist dann in erster Linie, wie man die Zeit in irgendeiner Form erträglich machen kann, um nicht aufzugeben…

      Ansonsten kannst du überlegen, deine Haltung zu ändern.

      Ich denke, das ist genau der Punkt, an dem ich arbeiten muss. Da sich an der Situation nichts ändert und auch nichts ändern wird, wenn ich nichts ändere, werde ich das als erstes Ziel angehen. Vor allem muss ich eine gewisse Gleichgültigkeit aufbauen, damit ich mir nicht immer alles so zu Herzen nehme und bei mir die Schuld suche. Ich werde versuchen, mich auf meine Tochter und mich zu konzentrieren, und die anderen tatsächlich mal ein wenig links liegen lassen. Das wird meinem Freund nicht gefallen, aber damit wird er sich abfinden müssen.

      Es tut gut zu lesen, dass auch andere in der gleichen Situation waren, aber einen Weg gefunden haben, damit umzugehen, ohne aufgeben zu müssen. Darf ich fragen, wie alt deine Kinder und dein BK ist?

      Wenn man umgeben ist von „heilen“ Familien, und als einziger in so einer Situation ist, fühlt man sich oft allein und unverstanden. Zwischenzeitlich habe ich schon darüber nachgedacht, ob das Problem vielleicht wirklich nur bei mir liegt. Aber ich habe den Eindruck, dass wir einfach zu schnell zu viel wollten. Ich habe verstanden, dass das so nicht funktioniert, aber mein Freund hält noch immer daran fest und ist deshalb so unter Anspannung an den Kinderwochenenden oder in den Ferien. Vielleicht ist dann etwas Abstand wirklich der richtige Weg.

      Ich werde am nächsten Kinderwochenende versuchen, meine guten Vorsätze in die Tat umzusetzen, und ich danke dir von Herzen für deine Worte!

      Liebe Grüße,
      Sunshine

      • #68593

        Pinocchio
        Teilnehmer

        Liebe sunshine

        Ich denke, Abstand nehmen gestaltet sich schwierig, weil dein Partner so sehr fest hält. Er muss lernen,loszulassen. Kann jedoch sein, dass dies erst geschieht, wenn sie erwachsen sind.
        Trotzdem ist es wichtig, Abstand zu nehmen. Ich möchte dir raten, es nicht allzu sehr und nicht zu oft mit deinem Partner zu besprechen, da er sich sonst ganz dagegen sperrt.Trotzdem im Gespräch bleiben. Ein schwieriges Unterfangen, da er ja auch seinen Beitrag leistet und du dahingehend nichts tun kannst.
        Ich hab es damals so kommuniziert: ich brauche Abstand zu deinen Kindern, damit ich mich wieder neu und frisch ihnen öffnen kann. Das wurde akzeptiert, weil die Stimmung zuvor sehr schlecht war. Auf unbestimmte Zeit!
        Es ist wichtig dass du auseinander halten kannst: wo ist es seine Baustelle? Und diese Bürde nicht auf dich nehmen. Auch nicht mit gut gemeinten Tipps an seine Adresse. Er muss selber in Not kommen und daraus lernen. (Bsp: Kinder lassen alles liehen, Stiefmutter räumt hinterher. Wenn sie das nicht mehr tut, wird es ihnfrüher oder später stören und er MUSS etwas ändern- VON SICH AUS- das ist der Trick! ;-))

        Zum Thema Umzug: Nimm die Sorgen deiner Tochter ernst. Vermutlich hat sie tatsächlich Probleme in der Schule und mit Freunden. Manchmal muss man einsehen, dass man einen Fehler gemacht hat. Dass es eine Einbahnstraße war. Ich will dich nicht zum Umzug überreden. Das weisst nur du alleine. Aber nicht nur die Patchwork Probleme anschauen sondern ob es deiner Tochter hier am neuen Ort gut oder nicht gut geht. Vielleicht fragst du deinen Ex oder die Stiefmutter deiner Tochter, ob die Tochter etwas erzähkt hat?

        Die Aussage von deinem Freund, dass dann die Beziehung ferig ist- ignorieren!! Das ist emotionale Erpressung und geht nicht.

        • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Tagen, 3 Stunden von  Pinocchio.
        • #72134

          Sunshine13
          Teilnehmer

          Liebe Pinocchio,

          danke für deine Antwort und deinen Rat.
          Ja, ich werde versuchen mich rauszunehmen. Ich denke, mein Freund muss bestimmte Dinge wirklich selbst merken. Und das geht nur, wenn ich Abstand nehme.

          Was meine Tochter angeht, glaube ich schon, dass es ihr grundsätzlich am neuen Wohnort gut geht, aber dass die Situation mit den beiden BKs und meinem Freund sie belastet und sie dadurch Heimweh hat. Ich werde mich ab sofort versuchen, auf sie und mich zu konzentrieren, vor allem an den Kinderwochenenden etwas mit ihr machen oder unternehmen. Und ich hoffe, dass sie dann wieder das fröhliche, ausgeglichene Mädchen wird, dass sie war.

          Ganz ehrlich, wenn ich keinen anderen Ausweg sehe, wenn ich merke, dass meine Tochter zu sehr leidet, werde ich wieder zurück ziehen, und wenn mein Freund die Beziehung dann beendet, dann ist das sehr, sehr traurig, aber nicht zu ändern.

          Liebe Grüße,
          Sunshine

        • #72628

          Pinocchio
          Teilnehmer

          Liebe sunshine
          Ja, das wäre sehr traurig, aber ohne jetzt deinen Freund zu kennen- ich glaube nicht, dass er das tun würde! Das war vermutlich eine verzweifelte Äusserung, weil er dich eben nicht verlieren will.

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