Ich mag das BK einfach nicht mehr…

Startseite Foren Kinder Ich mag das BK einfach nicht mehr…

Dieses Thema enthält 4 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Sommerflieder vor 2 Monate, 3 Wochen.

  • Autor
    Beiträge
  • #9623

    Simba
    Teilnehmer

    Mein Partner und ich sind seit fast drei Jahren ein Paar – er hat eine Tochter (13) aus einer früheren Beziehung (schon seit 10 Jahren getrennt), jedes 2. WE und einen Teil der Ferien ist sie bei uns – bisher bin ich auch eigentlich gut mit ihr klar gekommen, obwohl es natürlich dank Pubertät, nicht immer leicht ist.
    Ein viel größeres Problem sind aktuell die unterschiedlichen Ansichten von meinem Mann und der KM, da ein „gemeinsam am Strang ziehen“ in der aktuellen Situation natürlich von Nöten wäre.

    Leider scheitert jeder Versuch in gemeinsamen Gesprächen, sich auf einen gemeinsamen Erziehungsstil zu einigen, das wäre insbesondere mit Blick auf die Schule dringend nötig (der Wechsel auf die weiterführende Schule ging mit stetiger Notenverschlechterung einher und gipfelte kürzlich mit einer 6 in Mathe, die man durchaus hätte verhindern können). Jeder Vorschlag wird von der KM sofort als persönliche Kritik gewertet, sie schreit rum und fiel im Vier-Personen-Gespräch sogar ihrem eigenen Mann (also Stiefvater des BKs) ins Wort. Sie ist eigentlich kein schlechter Mensch, wirkt auf mich aber sehr infantil, kann überhaupt nicht mit Kritik umgehen und ist extrem egoistisch. So sagt sie ihrer Tochter zum Beispiel, sie habe überhaupt kein Geld für Mathe-Nachhilfe, kaufte sich aber zuletzt nach der Erhöhung des Kindergeldes ein neues Auto. Die Tochter ist natürlich inzwischen alt genug um solche Dinge selbst zu bemerken.

    Was mich jedoch am meisten trifft, und wofür ich sie am meisten hasse, ist, dass sie meinen Mann damals quasi ums Kind „betrogen“ hat – angeblich ein Versehen, aber sie lag ihm bereits jahrelang zuvor in den Ohren, sie wolle endlich ein Kind. Obwohl sie arbeitslos war, von Ordnung & Sauberkeit nicht viel hält, und auch mein Mann als Selbstständiger in einer schwierigen, existenzbedrohenden Situation steckte. Daher hätte er eigentlich Unterstützung statt weiterer Probleme gebraucht. Trotzdem wurde sie, nachdem sie ein Jahr zuvor schon mal eine Abtreibung hatte & meinem Mann hoch und heilig schwor, dass das nie wieder passieren würde, erneut „ aus Versehen“ schwanger.
    Natürlich ist mein Mann zu 50% Mitschuld an dem Kind- aber seinen eigenen Partner so zu hintergehen & das Vertrauen zu missbrauchen, finde ich extrem schlimm.
    Soviel zur KM und meiner Wut auf sie.

    Mein eigentliches Problem ist zur Zeit aber das BK, da sie immer älter wird und ihrer Mutter immer ähnlicher sieht – das hält mir vor Augen, dass seine Ex in Form ihrer Tochter immer Teil unseres Lebens sein wird – und darauf habe ich einfach keine Lust mehr.
    Zur Zeit kann ich dem BK nicht einmal in die Augen sehen, ich habe keine Lust irgendwas mit ihr und meinem Mann zu unternehmen. Ständig redet sie von sich oder Ihrer Mutter und ich hab einfach kein Interesse daran mir das anzuhören.
    Ich schäme mich für diese innere Abneigung gegen sie, vor allem, weil ich mir echt Mühe gegeben habe, sie zu akzeptieren & zu integrieren, aber plötzlich hasse ich sie. Manchmal wünsche ich mir aus tiefster Seele, dass es sie nicht gäbe. Auch wenn ich sie nicht so oft sehe, wie viele von euch ihr BK, die Wochenenden sind mir oft schon zu viel. Ich empfinde sie als störend, weil ich mir Mühe gebe, zum Beispiel gesund koche (sie hat schon gesundheitliche Probleme wg. falscher Ernährung & Bewegungsmangel) und sie klagt nur über das Essen & sortiert das bisschen Gemüse aus, obwohl ich dass ja nur zu ihrem Besten mache und weil die KM es an dieser Stelle leider versäumt hat, ihr z.B. gesunde Ernährung näher zu bringen. Sie wurde von der KM überhaupt nicht erzogen (Süßigkeiten, Chaos im Zimmer, keine Hausaufgabenkontrolle, etc. ) und im Moment fällt das alles meinem Mann und mir auf die Füße. Ich überlege ehrlich, aufzugeben, an den Besuchswochenenden nurnoch Pizza, Nudeln & Pommes anzubieten und mich gar nicht mehr um Erziehung und Schule zu scheren.
    Bei meinem Mann stelle ich inzwischen schon fest, dass er innerlich resigniert: Er selbst sagt, dass er an den Besuchswochenende ja sowieso nicht viel Einfluss habe. Trotzdem hat er sich persönlich für eine preiswerte Mathenachhilfe eingesetzt, die beide Eltern 50/50 zahlen, bemüht sich ab und an um Erziehung, hat aber auch einfach keine Lust mehr konsequent zu sein, wenn bei der KM ohnehin wieder alles anders läuft.
    Auf der anderen Seite habe ich natürlich Sorge, dass das irgendwann wieder zu uns zurück kommt – ich will nämlich nicht, dass sie in zehn Jahren bei uns vor der Türe steht, weil sie gar nichts gebacken bekommt, oder noch schlimmer, mit 14 bei uns wohnen will.

    Kennt jemand von euch auch diese Abneigung gegen sein BK? Wenn ja, habt ihr sie überwinden können? Wie?
    Was würdet ihr an meiner Stelle bzgl. Erziehung/Ordnung/Schule machen?

    Vielen Dank vorab für euer offenes Ohr und die Antworten 🙂

  • #9626

    Lilo
    Teilnehmer

    Hallo Simba,
    Mein Bonuskind ist erst 8 Jahre alt also ein Glück noch nicht in der Pubertät. Wir praktizieren allerdings ein Wechselmodell mit der KM, haben aber auch ähnliche Probleme, was Ernährung, Bewegung, schulische Pflichten etc betrifft.

    Ich würde an eurer Stelle dran bleiben und nicht aufgeben. Das kostet Nerven, Zeit (und auch Geld, wie z.B. für die Nachhilfe) aber ich glaube, dass es sich irgendwann auszahlen wird.

    Was das Kochen betrifft:
    Wir kochen auch täglich frisch und gesund und der Kleine meckert nur (bei der KM gibt es auch überwiegend Pizza, Nudeln oder Mc Donalds). Wir bieten ihm als Alternative immer Brot an. Das hat ganz gut geholfen. Brot mag er scheinbar noch weniger als unser Gekochtes.

    Zum Thema Schule:
    Dran bleiben, durchhalten, nicht aufgeben. Das wird sie euch vielleicht jetzt nicht danken aber später, wenn sie ihren Abschluss gemacht hat, bestimmt.

    Wegen deiner Gefühle brauchst du dich nicht schämen. Mir z.B. wurde hier im Forum der Tip gegeben mich mehr rauszuziehen und mehr an mich zu denken und um mich zu kümmern. Vielleicht brauchst du auch einfach Mal eine Auszeit von den Besuchswochenenden. Heißt ja nicht, dass du gleich ausziehen musst in der Zeit aber vielleicht tagsüber ein Treffen mit einer Freundin oder Sport einplanen und Abends dann zum gemeinsamen Abendbrot dazu stoßen. Vielleicht hilft etwas Abstand, wenn auch nur tagsüber für ein paar Stunden.

    Und(!) du bist schon fast drei Jahre „dabei“ und das heißt auch, dass du eine ganz starke Frau sein musst. Suche dir ein Ventil zum Dampf ablassen. Mir hilft dieses Forum, wenn auch erst seit wenigen Tagen, ganz gut. Und es hilft ungemein zu wissen, dass man nicht alleine ist.

  • #9640

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Simba

    Ich kenne nur zu gut deine Gefühle. Die innere Abneigung und das Gefühlschaos zwischen mögen und das Kind am liebsten verschwinden lassen.

    Mein Rat an dich ist : Nimm dich mehr raus. Diskutiere nicht mehr sinnlos um alles. Eigne dir eine innere Härte und Ignoranz.

    Mein Stiefsohn hat mich fast 2 Jahre lang unter aller Sau behandelt. Mich beleidigt, Terror gemacht vom feinsten etc.

    Oft habe ich hier mir Tat geholt oder mich einfach nur mal ausgeweint.

    Irgendwann hatte ich dann die Schnauze voll und habe das Kind so behandelt wie es mich behandelt. Habe nicht mehr Hallo gesagt. Keine Klamotten gekauft. Wenn ich gekocht habe hab ich etwas gekocht und hingestellt entweder ass er oder nicht Punkt. Habe aber nichts mehr dazu gesagt wie :Ess doch bitte mal Gemüse oder ISS doch bitte alles auf oder probier doch wenigstens. Ich habe ihn auch dabei ignoriert. Habe mit meinem Mann und Sohn geredet und ihn gar nicht in iwelche Gespräche integriert. Wenn das Essen fertig war und er hat nichts gegessen habe ich wortlos abgeräumt.

    So ging das mehrere Monate. Und es hat Erfolg gezeigt denn er könnte sehen wie gut er es eigentlich hatte bei uns und was er sich verspielt hät!

    Die innere Abneigung die du spürst ist ein Zeichen von deinem Körper. Und darauf solltest du dringend hören. Dein Körper sagt es reicht. Du machst dir Stress für nichts und Tag und Nacht Sorgen. Nimm doch mehr raus.

    Der Vater ist hier in der Pflicht wenn sie ein ernährungsproblem hat kann er doch mit ihr einen Kochkurs besuchen und gemeinsam Sport machen. Oder er soll kochen.

    Es liegt an ihm. Wenn er nichts macht dann ist es sehr schade aber du brauchst dir diese Verantwortung nicht reinziehen.

    Die Grundregeln sollten bei euch beide durchsetzen wie zb Wäsche nicht rum liegen lassen oder nach dem Klo Hände waschen.

    Aber bei allem anderen zieh dich ehrlich raus und nimm dir mehr Zeit für dich. Je entspannter du bist und je mehr Ignoranz du dir anlegst desto weniger wird die Abneigung.

    Dein Mann hat denk ich nicht resegniert ich glaube eher er ruht sich auf dir aus. Denn du machst ja alles. Somit hat er weniger Arbeit er muss dir nur noch ab und zu beipflichten und das war’s. Du machst eigentlich seine Arbeit. Nicht nur die KM hat da was verpasst sondern dein Mann auch. Auch wenn es nur 3 Tage sogesehen sind,er muss seinem Kind Ernährung ebenso beibringen. An den Wochenenden sollte er dann kochen vill auch gemeinsam mit der Tochter.

  • #9642

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Simba,

    ich kenne solche Gefühle wie du sie beschreibst sehr gut. Ich würde auch sagen, dass ich anfangs das BK mochte, auch jetzt verstehen wir uns rein von außen betrachtet gut, doch ich mag ihn im Grunde immer weniger in meiner Nähe haben. Mir wäre es am liebsten mein Partner hätte eine eigene Wohnung und würde dort seinen Sohn treffen (er möchte das jedoch nicht und es wäre auch finanziell schwierig). Und mir wäre es auch viel lieber es gäbe ihn nicht. Ich denke dieser Wunsch ist vielen hier nicht fremd. Ich kann aber nicht sagen, warum es mich derzeit so viel mehr stört. Vielleicht weil ich anfangs dachte, dass wir uns doch irgendwann näher kommen, ich aber inzwischen merke, dass das nichts wird, weil der Sohn von seiner Persönlichkeit her einfach nicht mein Fall ist.

    Ich nehme mich fast gänzlich raus, treffe mich an Besuchstagen mit Freunden, Verwandten und für die Spezialwünsche beim Essen ist mein Freund zuständig. Der Sohn hat gesundheitliche Probleme, sollte sich anders ernähren, das weiß der Vater auch, aber setzt es nur sehr bescheiden durch. Ich möchte mich nicht mehr darüber aufregen und denke einfach, wenn er und seine Ex sein Kind vermurksen wollen, dann bitte. Mehr als darauf hinweisen kann ich nicht. Denn ganz sicher werde ich ihm nicht seine Verantwortung abnehmen. Das solltest du auch nicht machen. Koche das was du essen möchtest und wenn das Kind das nicht möchte, ist der Vater zuständig oder auch das Kind selbst. Eine 13jährige sollte sich zum Beispiel ein Brot oder ähnliches selbst machen können.

    Übrigens das mit dem Besuchswochenenden und dem wenigen Einfluss sagt meiner auch, und auch wenn es zu einem gewissen Grad stimmt, ist es meiner Meinung nach eine billige Ausrede. Bei uns kommt das BK auch unter der Woche und ist je nach Monat dann doch 30-40% der Zeit bei uns. Mit den Ferien sieht es bei Euch vielleicht auch gar nicht so anders aus. Also ich denke die Männer könnten sehr viel Einfluss nehmen, es ist aber natürlich mühsam der konsequente Papi zu sein und auch mal was durchzusetzen. Ach ja bei uns heißt es dann ich sehe die wunderbaren Fortschritte nicht, weil ich nicht bereit bin zu feiern, wenn das Kind einmal ein Kleidungsstück aufhängt….was für eine Entwicklung für einen 14jährigen. hahaha 🙂

    Du brauchst dich auf jeden Fall nicht für deine Gefühle schämen, denn Gefühle wollen einem etwas sagen, also hör hin und versuche auch zu hören, was dir helfen könnte. Ich versuche das auch gerade wieder intensiver 😉

    LG Kara

  • #9644

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebe Simba,

    gut kann ich deine Gefühle nachvollziehen und du hast hier von engagier dich weiterhin bis zieh dich raus viele Ideen bekommen.

    Du hast viele Jahre lang dein Bestes gegeben, versucht zu helfen und etwas zu bewegen – nun, es scheint nicht zu funktionieren und deshalb solltest du überlegen, ob du hier weiterhin Kraft und Nerven investieren möchtest, oder diese vielleicht anderswo besser eingesetzt werden können – z.B. für dich!

    Was einen gemeinsamen Erziehungsstil der getrennten Eltern angeht, bin ich der Meinung, dass das manchmal überbewertet wird. Schön, wenn das klappt, wenn nicht können Kinder gut verstehen und damit umgehen, wenn es bei Mama anders läuft als bei Papa – sie lernen unterschiedliche Lebensmodelle kennen und das kann das Leben nur bereichern (erkennen werden sie das aber vermutlich erst viel später).

    Wir haben die Situation hier auch, dass sich das BK, samt der KM, unter aller S… benehmen. Mir wurde es zu dumm und ich habe genau die Dinge durchgezogen, die Soulcolored und Kara schon angeregt haben. Vor allem habe ich mir meinen Partner geschnappt und ihn klipp und klar vor die Wahl gestellt, hier Abhilfe zu schaffen oder eben die Konsequenzen zu ziehen. Das BK war dann auch einige Zeit nicht mehr hier, oder ich bin mit meinen Kids solange übers Wochenende oder in den Ferien alleine weggefahren.

    Ich kann dir aus eigener Erfahrung nur raten, dich besser abzugrenzen. Das ist nicht dein Kind, du bist nicht in der Verantwortung, weder für die Ernährung, noch für die schulischen Leistungen und es ist ganz bestimmt auch nicht deine Aufgabe über so Dinge wie Nachhilfe, Gemüse oder Kleidung nachzudenken! Auch wenn es schwer ist hier hilflos zuzuschauen, eine klare neutrale Haltung, indem du aber konsequent dein Ding machst, ist möglicherweise das einzige, hier noch etwas bewegen kann. (da bin ich voll und ganz bei dir, Kara!)

    Das sind so Dinge wie: gegessen wird, was auf den Tisch kommt (und das mit dem Vollkornbrot habe ich auch schon erfolgreich angewendet!) – wenn sie Hilfe bei den Hausaufgaben braucht, kann sie danach fragen (biete ihr das ggf. so an und dann misch dich nicht mehr ein) – Kleidung, ja, schlimm und peinlich, wenn das BK mit einem zusammen rumläuft, dass man einfach nur noch im Boden versinken möchte… (da hilft nur ‚aushalten‘) … solange die eigenen Kinder aber ordentlich angezogen sind, fällt das Außenstehenden auch positiv auf (auch wenn es sie nichts angeht)

    Ich hasse mein BK bisweilen auch, dennoch bin ich inzwischen zum Schluss gekommen, dass es so starke Gefühle übehaupt nicht verdient! Es ist mir einfach in gewisser Weise egal geworden – Schule, Kleidung, Ernährung, Entwicklungsverzögerungen… – egal! Nicht meine Verantwortung!

    Nicht egal ist mir, wenn es sich hier nicht benimmt, nicht den Tisch abräumen hilft, keine Klobürste benutzt, meine Kinder als leibeigenen Hofstaat betrachtet etc. Das sage ich dann meinem Partner und der hat es gefälligst zu regeln!

    Was das angeht, habe ich, vor gar nich allzu langer Zeit – als das Fass übervoll war – auch nicht lange diskutiert, sondern ihm eine klare Ansage gemacht! Ja, ich habe dabei die Beziehung und meinen Partner dabei zu verlieren riskiert – aber das war es mir wert, statt hier noch jahrelang den Affen machen zu müssen; jetzt weiß ich woran ich bin und meine BK-Familie auch!

    Und, denk immer d’ran: irgendwann sind sie ‚aus dem Haus‘!
    Lg Sommerflieder

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.