Heirat-Steuerklassen-Kindesunterhalt

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Dieses Thema enthält 11 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Lini vor 1 Monat, 1 Woche.

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  • #8496

    Lini
    Teilnehmer

    Hallo zusammen !!!

    Ich habe nun viel gegoogelt aber leider habe ich außer vielen Diskussionen nichts gefunden was mir wirklich weiter hilft.
    Nun frage ich meine Mitvizemütter die verheiratet sind.
    Da mein Partner und ich nun bald fünf Jahre zusammen sind ( was bei dem Stress mit der Ex und Stiefkindern in den ersten Jahren einem Wunder gleicht ) haben wir mal laut über eine Heirat nachgedacht.
    Es wäre meine erste und hoffentlich letzte Hochzeit, deswegen habe ich keine Ahnung was die Steuerklassen betrifft. Bei uns verdient mein Partner mehr Geld als ich und somit wäre dann wohl die Steuerklassenaufteilung 3 für ihn und 5 für mich sinnvoll.
    Wenn er netto mehr raus bekommen würde, müsste er dann auch mehr Unterhalt zahlen obwohl ich weniger raus bekomme?
    Bleibt der Unterhaltsanspruch der Kinder gleich wenn wir beide die Steuerklasse vier nehmen würden?
    Falls der Unterhaltsanspruch der Kinder steigt, kann man diesen dann in Form eines Sparvertrages dem Kind zukommen lassen, anstatt der KM?
    Wir gönnen den Kindern natürlich etwas mehr Unterhalt aber leider hat mein Partner gerade erfahren, dass die KM die Sparkonten der Kinder leer geräumt hat, es waren mehrere tausend € drauf die mein Partner über mehrere Jahre für die Kinder angespart hatte.
    Wir möchten, dass wenn ich durch eine Heirat weniger bekomme und die Kinder mehr, dann dieses Geld auch tatsächlich bei den Kindern ankommt.
    Ich hoffe mein Text ist verständlich und meine Fragen auch 😉
    Ich freue mich auf Eure Antworten.
    Liebe Grüße
    Lini

  • #8497

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Hallo Lini,
    leider ist davon auszugehen, dass Dein Mann den Vorteil, den er aus der günstigeren Stkl. generiert, gleich an die Kimu weitergeben kann. Es zählt das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen, und das ist dann Dein Mann.

    Die Idee mit dem Spkto. hatten wir auch schon, weil die Kimu alles an sich rafft. Ist aber zwecklos…..wenn, dann solltet Ihr es so einrichten, dass Vater und Mutter nur gemeinschaftlich darüber verfügen können.

    Noch ein Rat: wie hoch war denn das Guthaben, das die Mutter verfügt hat? Banken sind nämlich bei Minderjährigenkonten angehalten, dass die Eltern nachweisen können, dass das abgehobene Geld auch tatsächlich den Kinder zu Gute kommt. Z.B. durch Rechnungen (neues Kinderzimmer, Sprachurlaub usw.).

    VG
    Donna

  • #8498

    Lini
    Teilnehmer

    Hallo Donna,

    es waren circa 3000€ die von der KM nach und nach abgehoben wurden.
    Angeblich für diverse Aktivitäten in den Schuhlferien. Komischerweise hat zeitgleich auch die Oma und mein Partner immer wieder Geld für diese Aktivitäten überwiesen. Die Kinder sagten:“ Mama sagte immer, dass sie alles bezahlt hat.“ Mal abgesehen von den Lügen der KM, ist es ärgerlich weil mein Partner das Geld den Kindern auszahlen wollte, wenn diese achtzehn Jahre alt werden.
    Nun muss er wieder bei null anfangen.

    Ich weiß auch gar nicht wie das prozentuale Verhältnis zwischen den Steuerklassen ist.
    Wenn man das alles gegeneinander aufrechnet, also mein Minus und das Plus meines Partners und das Plus für den Kindesunterhalts, macht man da Verlust oder rechnet sich das immernoch ein bisschen?

    • #8500

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Naja, ankommt auf Euer Gehalt an. Wenn Dein Mann, sagen wir mal 75.000 und Du 30.000 verdienst, dann lohnt es sich. Ist ein Rechenexempel.

      Das Geld werdet Ihr wohl abschreiben können. Schade.

  • #8657

    Lacalma
    Teilnehmer

    Naja, man muss ja nicht Steuerklassen wechseln – niemand kann dich dazu zwingen, weniger zu verdienen. Auch in einer Ehe ohne Kinder, mit eigenen Kindern etc. hat das Paar immer die Wahl zwischen 3/5 oder 4/4 – egal wie groß die Differenz ist. Nehmt einfach beide sie Stk.4 – dann bekommt ihr zwar monatlich zusammengerechnet etwas weniger -aber eben am Ende des Jahres eine Steuerrückerstattung, die größer ausfällt – am Ende kommt es immer aufs Gleiche heraus. Die wird dann zwar auf euch auch wieder aufgeteilt, aber eben nicht so offensichtlich wie bei der monatlichen Gehaltsabrechnung.

  • #8661

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Lini,

    ich würde an eurer Stelle auch Steuerklasse 4/4 nehmen. Es zählt, wie schon gesagt wurde, das Nettoeinkommen vom Unterhaltspflichtigen.

    Das Geld ist für die monatlichen Ausgaben der Mutter gedacht, nicht zum sparen. Daher wird es wohl nicht funktionieren, einen Teil aufs Sparbuch zu legen.
    Die KM versucht bei uns jetzt auch laufend, dass er den Unterhalt auf das Sparbuch überweisen soll. Wir haben gesagt, sie soll das selbst machen. Nicht, dass ein Gericht das später anders sieht und er alles nachzahlen muss! (da kann man echt nie wissen).

    Mein Freund hat jetzt ein Sparbuch auf seinen Namen eröffnet, was die Kleine mal kriegen soll, wenn sie 18 ist (oder zum Führerschein, mal sehen). So kann die KM das Geld wenigstens nicht abräumen.
    Hat sie beim alten Sparbuch auch gemacht, allerdings waren das „nur“ 300€.

    Wenn ihr keinen Prozess am Hals haben wollt, müsst ihr das Geld wohl abschreiben. Und ich würde, an eurer Stelle, nichts mehr für Klassenfahrten o.ä. zahlen, wenn nicht sicher ist, dass es dort ankommt. Sowas ist ja auch vom Unterhalt zu bezahlen.

    Viele Grüße und alles Gute

  • #8665

    schwaelbchen
    Teilnehmer

    Hallo Lini. Den gleichen Fall hatten wir auch. Mein Mann hat zwei Kinder und ich eins mit in die Ehe gebracht. Wir hatten uns schon im Vorhinein schlau gemacht wie das ist wenn wir die Steuerklassen drei und fünf haben.
    Man findet im Internet darüber wenig, aber es gibt Gerichtsurteile die du nachlesen kannst. Und zwar darf bei dieser Konstellation wie es bei euch ist der Ehepartner wenn er arbeitet nicht benachteiligt sein. D.h., der Unterhalt für die Kinder muss fiktiv nach Steuerklasse vier berechnet werden. Anders wäre es, wenn du nicht arbeiten würdest. Damals habe ich aus Spaß Beim Jugendamt angerufen und mich erkundigt wie es berechnet wird. Die Sachbearbeiterin sagte mir: ganz normal nach drei und fünf. Dann habe ich zu ihr gesagt, dass bei der Heirat ja nur die Kinder meines Mannes bevorzugt würden und meinem Kind ein Nachteil entstehen. Da wurde sie stutzig und meinte dass ich Recht habe. Und genau deswegen gibt es dieses Gerichtsurteil beziehungsweise mehrere. Nur wissen die guten Sachbearbeiter darüber nicht Bescheid. Wir hatten dann die Sachbearbeiterin vom Jugendamt meiner Stiefkinder darauf aufmerksam gemacht und uns auf die Gerichtsurteile berufen. Sie hat danach 4/4 berechnet.

  • #8666

    schwaelbchen
    Teilnehmer
  • #8667

    schwaelbchen
    Teilnehmer
  • #8674

    Lini
    Teilnehmer

    Gott ist das Kompliziert.
    Ich habe mal gelesen, dass auch wenn man 4 und 4 wählt, der Mann aber automatisch
    zu höherem Unterhalt verpflichtet wird, da er ja die 3/5 Konstellation hätte wählen KÖNNEN.

    stimmt das ?

  • #8677

    schwaelbchen
    Teilnehmer

    Ihr braucht ja nicht 4/4 auf der Lohnsteuerkarte zu haben, die Sachbearbeiter vom Jugendamt sollen nur so berechnen als ob. Demnach hätte mein Mann 400 Euro weniger netto.
    Stell Dir vor Du hättest auch noch ein Kind mit in die Ehe gebracht, es würde beim Vater leben und Du müsstest KU zahlen. Dann hätte Dein Kind Pech weil Du die schlechte Steuerklasse hast, und die Kinder Deines Mannes würden ganz viel kriegen.
    So geht das nicht!
    Nur haben die auf dem Jugendamt eh keine Ahnung und denken nur von zwölf bis Mittag.
    Macht wenn es so weit ist ein Schreiben dass sie den Splittingvorteil außen vor lassen müssen und beruft euch auf die Urteile in den Links oben.
    Liebe Grüße

  • #8678

    Lini
    Teilnehmer

    Das ist ein Super Tipp, ich danke Dir sehr !!!!!!!!

    Ganz liebe Grüße an Euch alle !!!! :-*

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