Gelassener werden im Urlaub mit Freund und Stiefkind

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Dieses Thema enthält 10 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Erdbeerella vor 5 Tagen, 4 Stunden.

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  • #7951

    Anie
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben, schon lange folge ich dem Blog als Leserin und bin froh zu wissen nicht mehr allein in der Situation zu sein. Heute morgen ist jedoch etwas passiert was mich veranlasst hier nun aktiv zu schreiben und um Rat zu fragen. Ich muss jedoch hier etwas ausholen um meine Situation zu schildern:

    Ich bin 30 Jahre alt und seit nun mehr ca. 3,5 Jahren (mit einem Jahr Pause) mit meinem Freund (40 Jahre alt) zusammen. Er hat einen Sohn der heute sechs Jahre alt ist. Ich kenne den kleinen schon seit er ca 4 Jahre alt war.

    Einer der Gründe, die zur Trennung damals geführt hatten, war die mir fehlende Unterstützung meines Freundes in einer schwierigen Lebenssituation, die damalige Wohnsituation meines Freundes (ich musste auf der Couch schlafen, während der Kleine am Wochenende da war) und dass wir nie am Wochenende Zeit zu zweit hatten, weil der Kleine immer da war. Diese Situation (und noch weitere haben letztendlich zur Trennung geführt). Seit Anfang des Jahres haben wir unserer Beziehung jedoch eine zweite Chane gegeben. Meine Lebenssituation hatte sich durch einen Jobwechsel geändert und auch so hatten sich viele der Probleme gelöst. Vielleicht sollte ich auch kurz erwähnen, dass wir nie gemeinsam zusammengewohnt haben. Jeder hatte immer seine eigenen Wohnung und dies ist auch heute noch so. Kurz zur Kindsmutter: ich habe sehr wenig Kontakt mit ihr, aber dieser ist gut und wir kommen alle gut miteinander aus. Es gab auch nie Probleme bzgl. Unterhalt, etc. zwischen meinem Freund und der Kindsmutter. Sie kommen auf einer sachlichen Ebene sehr gut miteinander klar.

    Während der Beziehungspause sind sowohl mein Freund als auch ich umgezogen, so dass uns nun ca. 100 km einfache Strecken trennen (davor haben wir ca. 15 Minuten entfernt gewohnt und uns auch unter der Woche häufig gesehen). Wir sehen uns nun also nur noch am Wochenende. Die Besuchswochenenden haben sich nun in einem zweiwöchigen Rhythmus eingependelt, so dass wir hier nun auch Zeit für uns haben. Der Kleine hat nun in der neuen Wohnung ein eigenes Zimmer, so dass sich die Schlafsituation ebenfalls geklärt hat. Mit dem Kleinen verstehe ich mich eigentlich auch sehr gut. Er sieht zwar vieles als Wettkampf, auch wer die meiste Zeit mit seinem Vater verbringt, aber da ich den beiden auch Zeit zu zweit gebe, ist die Beziehung mit ihm gut. Wir kuscheln auch und er möchte, dass ich häufig beim Fußballspielen oder so dabei bin. Also scheint alles auf einem guten Weg zu sein, wir hatten sogar geplant demnächst zusammenzuziehen.

    Nun hatten wir die Wochen alle drei das erste Mal gemeinsam Urlaub und am Anfang lief auch alles gut. Wir haben viel unternommen und zu Beginn war es auch kein Problem „zurückzustecken“. Aber ab Mitte der Woche hat es begonnen, dass der Kleine mir ziemlich auf die Nerven ging. Er „klebte“ die ganze Woche an seinem Vater, wenn wir auf der Couch saßen, haben die beiden gekuschelt und ich saß wie das dritte Rad am Wagen daneben. Zähneputzen abends ging nur mit Papa zusammen und es gab jedesmal ein Geheule, weil wir nicht gleichzeitig mit ihm ins Bett gingen sondern erst später. Morgens kam er dann immer zu uns ins Bett um noch mit seinem Vater zu kuscheln. Er wurde auch immer anstrengender, was selbst sein Vater sagte. Wenn irgendwas war, waren alle anderen Schuld nur er nicht. Anfangs störte mich das alles wirklich nicht, nur irgendwann wurde es mir zu viel. Ich ertrug die Gegenwart von dem Kleinen nicht mehr und habe mich immer mehr zurückgezogen. Saß dann im Schlafzimmer meines Freundes und habe da gelesen oder ferngesehen während die beiden im Wohnzimmer saßen oder gemeinsam gespielt haben. Meinem Freund ist das natürlich aufgefallen und hat mich darauf angesprochen. Wir haben darüber geredet, dass ich eben auch Zeit für mich brauche und ich mich wie das dritte Rad am Wagen fühle. Er konnte die Situation nicht wirklich verstehen und meinte, dass ich anstrengend sei. Versuchte aber auch auf mich einzugehen. Mir war das aber einfach alles bereits zu viel. Er ist mit dem Kleinen dann auch mal allein ins Kino gegangen (auf mein Anraten hin) und ich dachte, dass er vielleicht dadurch nicht mehr so sehr an seinem Vater „klebt“. Aber Fehlanzeige. Als ich dann Ender der Woche mit seinem Vater auf der Couch saß und kuschelte, hat er gleich angefangen zu heulen dass „er erst so wenig mit seinem Vater gekuschelt hatte“ und ich ja dauernd mit seinem Vater kuschel. Ich hab es am Anfang versucht zu ignorieren, bin dann aber irgendwann doch genervt aufgestanden und habe mich ins Schlafzimmer zurückgezogen und ihm das Feld überlassen.

    Heute morgen ist er dann auch wieder ins Bett gekommen, jedoch nicht nur für ein paar Minuten sondern um 5:30 Uhr. Ich konnte ab da nicht mehr schlafen, weil es mir einfach zu eng war und bin dann auf die Couch gegangen um dann da weiter zu schlafen. Was dann aber auch nicht wirklich möglich war. Um acht sind die beiden dann lautstark aufgestanden obwohl ich noch döste. Der Kleine ist auch gleich ins Wohnzimmer gestürmt, worauf ich genervt und nicht wirklich nett reagiert habe und den Kleinen angefahren habe. Mein Freund war total sauer und auch allgemein enttäuscht wie die Woche verlaufen ist. Mir ist bewusst, dass mein Verhalten heute morgen und das Gesagte absolut nicht in Ordnung war. Ich habe mich auch bei meinem Freund und dem Kleinen entschuldigt, auch dafür dass ich dir letzten Tage anstrengend war, aber ich bin nun mit meinem Freund trotzdem im Streit und mit der halb geklärten Sache auseinander gegangen.

    Ich habe immer gedacht, dass ich den Kleinen mag und die Woche kein Problem sein wird, da die Wochenenden ja eigentlich immer harmonisch verlaufen sind. Aber anscheinend habe ich mich da selber total falsch eingeschätzt. Wahrscheinlich bin ich auch davon ausgegangen mehr Zeit mit meinem Freund verbringen zu können, was dann aber nicht möglich war, weil der Kleine alle Aufmerksamkeit beansprucht hat.

    Ich frage mich nun, wie ich einfach gelassener werden kann, wenn ich wieder längere Zeit mit dem Kleinen verbringen werde/muss. Ein paar Tage ging es ja gut, da habe ich auch keine Probleme, dass sich dann alles um ihn dreht. Er wird dieses Jahr eingeschult, so dass mein Freund ihn in den Ferien öfter haben wird und auch so dann nicht mehr viel „Exclusiv-Urlaub“ für uns zwei zur Verfügung hat. Und außerdem sind da ja noch die Pläne, dass ich mit meinem Freund zusammenziehe…

    Habt ihr hier Tipps für mich?

  • #7952

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Liebe Ani,ich kann das vollkommen nachvollziehen. Obwohl mein Stiefkind etwas heftiger zusätzlich ist aber deine Gefühle kann ich nachempfinden. Mir ging es nicht anders. Man steckt sehr viel zurück und wenn man sich dann mal erlaubt auch seine Bedürfnisse nach Nähe zu stillen gehts los. Das Gefühl ein drittes Rad zu sein, sogar etwas eifersüchtig zu sein kennen ich.

    Normalerweise schlägt man ja vor,kuschelr sich einfach zu dritt dann auf der Couch aber aus Erfahrung weiß ich,das ist nicht das selbe und meistens lassen die Stiefkind er sowas ja auch gar nicht zu. Ich Grenze mich mittlerweile davon ab und habe meinem Mann gesagt das ich so nichts mehr mit ihm machen werde.Wir wollten spazieren gehen und während ich mit meinem Sohn hinten an ging weil wir nicht so schnell waren rannte mein Mann förmlich mit seinem Sohn Hand in Hand voraus,erklärte ihm alles und wir standen verletzt hinten an. Oder sobald ich Hand ind Hand ging mit meinem Mann kam sofort sein Sohn an und wollte das er mit kommt. Jedesmal. Häufig steht er dann auch da und glotzt uns richtig an nur weil wir uns mal einen Kuss geben. Zack hat man eben schnell keine Lust mehr.

    Ich finde auch nicht das du dich hättest entschuldigen müssen. Dein Partner hätte dafür sorgen müssen das sie beide leise aufstehen und evt erstmal gucken ob du wach bist. Da hätten sie Rücksicht nehmen können. Mein Stiefsohn darf bei uns aus gewissen Umständen nicht mehr ins Bett. Mein Mann kann gerne mit ihm in seinem Bett schlafen aber meine Kinder und ich brauchen den schlaf. Und das haben wir nicht wenn Stiefsohn mit bei uns schläft. Es wird gesabbelt,getreten,geschnauft und non stop papa umarmt. Letzte Nacht stand Stiefsohn auch 5 mal vor unserem Bett uns ich habe ihn und meinen Mann jedesmal rübergeschickt ,mein Mann versuchte zwar mit der Tour :er ist so müde kann er nicht hier….. Aber ich bleib da standhaft. Ich habe mit meinem Mann gesprochen wo meine Grenzen sind und was ich nicht will und das ist auch das er dafür zu sorgen hat das sein Sohn sonntags morgens nicht durch dreht. Oder das er leise durchs Wohnzimmer geht wenn wir da schlafen sollten.

    Das du nicht immer daneben sitzt und dir das antust ist klar und dein Freund sollte Verständnis dafür haben ebenso das du mal was für dich machst ist vollkommen OK. Wenn ich dir einen tip geben darf,wartet mit dem zusammenziehen noch mindestens ein Jahr. Oder macht in eurem Urlaub probewohnen zusammen. Ihr seid erst wieder „frisch“ zusammen und lernt euch eigentlich nochmal komplett neu kennen.

    Dein Freund muss da auch klare Grenzen ziehen zB wie du sagst das er Theater macht nur weil ihr länger aufbleibt. Das müssen Kinder halt lernen auch das es nichts schlimmes ist sondern euer Bedürfniss. Mein Stiefsohn ist da genauso wir bleiben aber da standhaft, um 19 Uhr gehts ins Bett mein Mann bleibt maximal 30min bei ihm,schläft er dann nicht, geht mein Mann mein Stiefsohn muss aber im Bett bleiben. Hörspiel läuft nebenbei. Fertig. Denn dann ist einfache unsere Zeit.

    Auch mit dem Geheule wegen kuscheln. Ich hätte das einmal ordentlich erklärt,evt einen Gegenvorschlag gemacht wie vorm zu Bett gehen darfst du mit papa noch 30 min kuscheln aber wir haben wenn das Theater nicht aufgehört hat, ihn ins Bett gesetzt und wenn er sich beruhigt hatte konnte er rauskommen und wir haben es nochmal brredet.

    Dein Partner und du ihr dürft euch nicht auf die Wettkampfschiene einlassen. Ihr seid die Erwachsenen und habt das sagen. Man kann Kompromisse machen aber es gibt keinen Gewinner und Verlierer . Er muss seinen papa nicht erkämpfen.

    Für den nächsten Urlaub solltet ihr euch klare regeln aufschreiben was ihr wollt. ZB das an einem abend euer paarabend ist ohne wenn und aber. Oder du an 2 Abenden nur was für dich machst etc. Und das sich jeder versucht daran zu halten.

  • #7957

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Anie,

    wo habt ihr denn den Urlaub gemacht, bei deinem Freund in der Wohnung?

    Auch hier scheint mir das Hauptproblem zu sein, dass das Kind nicht weiß, dass auch Erwachsene Bedürfnisse haben und nicht immer nur die Bedürfnisse des Kindes vorgehen. Das Kindern beizuringen ist ein harter Kampf (auch bei den eigenen!!!) und hört auch nie auf. Meine Tochter (fast 5) kennt das eigentlich ganz gut und trotzdem hat sie so Phasen, wo sie mir erklären will, ich MUSS jetzt auch sofort ins Bett gehen, weil sie jetzt ins Bett geht. Oder, dass ich abends nicht weggehen soll. Ich mache das dann trotzdem, auch wenn sie Rotz und Wasser heult (und es mir in der Seele weh tut sie so zurück zulassen). Aber ich kann mir ja von ihr nicht mein Leben diktieren lassen. Klar gibt es Momente wo sie mit entscheiden darf und auch ihre Meinung zählt, aber das gilt halt nicht für alles. Und wenn ich abends weggehen will, dann tue ich das eben. Meist beruhigt sie sich spätestens nach 5 Minuten wieder.

    Und das mit dem Rücksicht nehmen, DAS muss dein Freund ihm beibringen. Ihm erklären, dass du vielleicht noch schläfst und er deshalb leise sein soll. Schlimm genug, dass er dich aus deinem Bett vertrieben hat, aber dich dann auch noch zu wecken…viel mehr als die fehlende Rücksicht des Kindes würde mich da die fehlende Rücksicht deines Freundes ärgern. Ich kann jedenfalls nachvollziehen, dass du da ungehalten warst. Das war authentisch und m.E. auch nicht übertrieben. Eine schöne Reaktion wäre zum Beispiel gewesen, wenn sie sich leise aus dem Haus geschlichen hätten um Brötchen zu holen und Frühstück zu machen.

    Entschuldige dich nicht dafür, dass du anstrengend warst, es war wohl für euch alle anstrengend. Sage deinem Freund vielmehr, was du dir zukünftig wünschst. Ohne Vorwürfe und ohne „Du hast dies und das“. Als Ich-Botschaft, am besten mit Begründung. Mit dem Sohn kannst du mit 6 Jahren ja auch schon vernünftig reden. Erkläre ihm wie es dir damit geht. „Ich konnte nicht mehr schlafen, als du zu uns ins Bett gekommen bist. Ich bin dann auf die Couch gegangen um dort in Ruhe weiterschlafen zu können. Ich habe Urlaub und möchte mich erholen, ausschlafen, weil ich schon sonst immer früh aufstehen muss. Ich habe mich sehr geärgert, dass ihr ins Wohnzimmer gekommen seid und ich nicht mehr weiterschlafen konnte“.
    Wenn du gerne liest, dann lese doch mal die Familienkonferenz von Thomas Gordon, da steht ganz gut beschrieben, wie du deine eigenen Bedürfnisse besser äußern kannst.

    Wie du entspannter werden kannst? Rede viel mit deinem Freund und klärt die Dinge gleich und nicht erst wenn sich vieles summiert hat und es dann zum „Totalausraster“ kommt. Vielleicht kannst du ja auch mal was mit dem Sohn alleine machen? Eis essen, Kino oder so? Auch ich würde, wie Soulcolored empfehlen mit dem Zusammenziehen noch zu warten. Die Beziehung scheint mir dafür noch zu instabil und eine dann evtl. nötige Trennung wäre dann noch schwieriger. Lasst euch Zeit und guckt wie es sich entwickelt.

    Liebe Grüße,
    Daka.

  • #7960

    Erdbeerella
    Teilnehmer

    Hallo,
    Auch ich habe gerade drei Wochen mit meinen Freund und seinem Sohn hinter mir. Gestern war ich auch schon sehr froh als wir ihn abends Heim fuhren 🙂 und das obwohl wir die Zeit ohne größere Katastrophen überstanden haben. Wir hatten natürlich auch Knatsch und Stress und da habe ich meinen Freund auch gesagt dass mich selten sein Sohn stresst sondern seine Reaktionen auf manche Dinge. Also im Grunde will ich das gleiche sagen wie Daka: dein Freund muss seinem Sohn gegenüber so auftreten, dass es dir damit auch noch gut geht!

    Mir hilft gelassener zu werden, indem ich versuche nicht zu impulsiv zu handeln…erst durchschnaufen und dann reagieren. Und manchmal ist das blöde Gefühl von allein weg, oder zumindest kleiner.

    LG

  • #7962

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Anie,

    wie kann man gelassener werden? Oh mein Gott wie oft habe ich mir diese Frage gestellt 🙂 Ich kenne das nur zu gut was du beschreibst. Zuerst ist noch alles gut, man versteht sich, kann zurückstecken, aber dann irgendwann wird es einfach zu viel.

    Genauso ging es mir als mein Stiefsohn nach einer Woche gemeinsamen Urlaub, kurz darauf noch eine Woche bei uns verbrachte. Mein Partner hatte frei, ich war arbeiten und dennoch war mir seine Anwesenheit nach 4 Tagen einfach zuviel.

    Ich denke es wäre sehr wichtig, dass für deinen Partner deine Bedürfnisse nicht weniger zählen. Wenn man das Gefühl hat, der andere erkennt bzw. respektiert, dass es schon etwas zuviel wird, ist schon viel gewonnen. Das hat bei uns in der besagten Woche leider auch nicht geklappt und umso schlimmer empfand ich dann die Situation. Leider habe ich es da aber verabsäumt rechtzeitig zu formulieren, dass es mir zuviel wird und eher im Nachhinein gemeckert, dass es mir zuviel war. Das bringt leider nichts außer Frustation.

    Ich mache sehr viel für mich wenn der Sohn da ist, das hilft mir am besten die Zeit bzw. seine Anwesenheit nicht als Belastung zu empfinden. Lachen mit Freundinnen, endlich ein paar nervige Dinge erledigen oder ein gutes Buch lesen usw. helfen sehr. Das hast du ja auch versucht und das sollte dein Freund respektieren. Auch wenn es schwer ist, müssen unsere Partner akzeptieren, dass für uns die Besuchszeit keine pure Freude ist, sondern zuweilen genau das Gegenteil. Solange dein Partner dir in diesem Punkt kein Verständnis entgegenbringt (so klingt es für mich deiner Beschreibung nach) kann meiner Meinung nach eine solche Beziehung nicht klappen.
    Mein Partner versteht inzwischen, dass es für uns alle mehr bringt, wenn ich diese Zeit für mich nutze und nur teilweise Unternehmungen mitmache. Das war aber auch kein leichter Weg, sondern hat viele Gespräche erfordert. Wie es sich für dich am besten anfühlt, kannst nur du wissen. Ich finde es bringt nichts sich zu Gemeinsamkeit zu zwingen.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum du dich entschuldigt hast, dass du anstrengend warst. Du hattest den berechtigten Wunsch nach etwas Ruhe und auch Zweisamkeit in deinem Urlaub, daran ist nichts verwerfliches. Genauso wie nichts verwerfliches daran ist, dass der Sohn Nähe zu seinem Vater sucht. Eurer beider Bedürfnisse sind wichtig, die des Kindes zählen aber nicht automatisch mehr (auch wenn das manche gerne so behaupten und leben). Ich glaube es verschlimmert die Situation, wenn wir unsere Gefühle verurteilen. Ich kenne das, man denkt z.B. war ja eigentlich nichts, warum regt mich das so auf, ist ja nur das Kind usw. ABER unsere Gefühle zählen genauso und sie bahnen sich unerbittlich den Weg, wenn wir sie ignorieren. Also besser wahrnehmen und akzeptieren und wenn es Sinn macht auch frühzeitig artikulieren (z.B. auch dass du es nicht magst, wenn er zu euch ins Bett kommt oder was immer deine Grenzen überschreitet).

    Ich würde mir auf jeden Fall Zeit lassen mit dem Zusammenziehen. So hast du noch einen Rückzugsort und ihr könnt weiter prüfen wie gut es mit Euch klappt. Ich bin mir nicht sicher ob nicht die Grundprobleme, die zu eurer ersten Trennung geführt haben, weiterhin bestehen? Es scheint auf jeden Fall so als würden deine Bedürfnisse zu wenig zählen.

    Liebe Grüße
    Kara

  • #7965

    Anie
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure lieben Worte und Tipps. Im Nachhinein ist mir nun bewusst, dass mein Freund und ich vorher mehr über die jeweiligen Wünsche für die Woche Urlaub hätten sprechen sollen (@soulcolored: Danke für den Tipp!) Wir sind wahrscheinlich davon ausgegangen, dass alles so wird wie an den Wochenenden. Jedoch sind zwei Tage einfach eine andere Hausnummer als ganze sieben Tage.

    Letztendlich habt ihr mir alle bestätigt, worüber ich mir schon selber häufig Gedanken gemacht habe: ich glaube meinem Freund ist nicht bewusst, dass ich auch Bedürfnisse habe und diese jedoch nicht immer mit denen seines Sohnes vereinbar sind. Er genießt es uns beide um sich zu haben, für ihn ist das Luxuszeit. Seine Bedürfnisse sind dadurch erfüllt. Er versteht aber nicht,dass dies eben nicht für mich gilt und ist der Meinung, dass ich mich selber ausschließe und findet das anstrengend. Mir zeigt dies, dass ich eindeutig mehr für mich und meine Gefühle und Bedürfnisse einstehen und vorallem diese auch früh genug ansprechen muss, nicht erst bevor es kurz vorm Eskalieren steht. Nur so gebe ich auch meinem Freund die Möglichkeit etwas zu ändern und ich hoffe, dass er auch irgendwann dann das Verständnis dafür bekommt und vielleicht sogar von selbst merkt, dass es für mich zu viel wird.

    Ich werde mir auch auf alle Fälle nochmals Gedanken über das Zusammenziehen machen. Da wir in einer Gegend leben, in der eine passende neue Wohnung einem Lotteriegewinn gleicht, wird das alles sowieso noch etwas Zeit dauern.

    Um die noch offenen Fragen von euch zu beantworten:

    @ Daka: Ja, wir haben „Urlaub“ in der Wohnung von meinem Freund gemacht. Wir waren natürlich auch häufig unterwegs (Wildpark, Erlebnisbad, Fußballspielen, etc.). Es war aber auch als eine Art erste Probe für das Zusammenziehen gedacht. Ich werde mir das vorgeschlagene Buch von dir auf alle Fälle besorgen und lesen. Danke. 🙂

    @ Kara: Ich hoffe wirklich, dass mein Freund irgendwann das selbe Verständnis für mich und meine Bedürfnisse hat wie dein Partner und auch die Vorteile darin sieht, wenn ich bspw. Zeit für mich haben möchte. Er verbringt die Zeit dann mit seinem Sohn alleine (dies tut auch dem Kleinen bestimmt gut) und ich kann in der Zeit für mich sein und wieder Kraft sammeln, Dinge (wieder) zu Dritt zu unternehmen. Denn manchmal ist es mit den beiden auch richtig lustig und ich verbringe dann gerne Zeit mit ihnen, nur halt nicht 24 Stunden, 7 Tage in der Woche. Und ja du hast leider Recht, viele Probleme die damals zur Trennung führten, haben wir lösen können, aber leider (noch) nicht alle, da wir das eine leider nicht wirklich selber beeinflussen können, weil es nicht in der Person von uns beiden liegt.

    Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend. Liebe Grüße Anie

    • #8008

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hallo zusammen,

      bei der Gelegenheit: wie regelt Ihr das mit den Kosten, wenn Ihr mit Mann und Stiefkindern in den Urlaub fahrt?

      • #8009

        Daka
        Teilnehmer

        Hallo Donna,

        meist ist es eine Mischung… jeder zahlt was gerade anfällt. Wobei z.B. für den Skiurlaub mein Mann das Hotel für uns alle und Skipass sowie Ausrüstung für seinen Sohn bezahlt hat. Alles in allem kommen wir am Ende meist so auf 50:50 für den gesamten Urlaub (also uns alle, inklusive sein Sohn), mit der Tendenz, dass mein Mann etwas mehr zahlt… und das ist für mich absolut okay so. Ach so, und wenn mein Mann mit seinem Sohn irgendwelche „Extrawürste“ brät (war im Sommer z.B. Klettern mit Guide) dann zahlt er das natürlich selbst.

        Wie ist es denn bei euch, bzw. wie hättest du es gerne?

        LG Daka.

        • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Tagen, 6 Stunden von  Daka.
      • #8011

        Kara
        Teilnehmer

        Hallo,
        mein Freund zahlt bei der Unterkunft 2/3 also seinen Anteil sowie den Anteil für seinen Sohn. Bei Ausflügen oder ähnlichem, das pro Person bezahlt werden muss, übernimmt mein Freund ebenfalls die Kosten für sich und seinen Sohn.
        Beim Essen wechseln wir uns ab, mit der Tendenz, dass mein Freund öfter zahlt und ich ihm dann meinen Anteil gebe oder etwas für ihn kaufe, ähnlich machen wir das auch bei Eintritten. „Extrawürste“ für den Sohn werden natürlich auch von ihm übernommen.
        LG Kara

        • #8012

          Donnaserpente
          Teilnehmer

          Hallo Ihr beiden,

          so ähnlich machen wir es auch. Die Unterkunft zahlt mein Mann, ich lade zum Essen ein und Einkäufe für das Ferienhaus gehen zu Lasten unseres gemeinsamen Kontos. Ich finde es bei der Konstellation auch in Ordnung, dass er etwas mehr zahlt. Flugreisen machen wir mit den Kindern keine, sondern fahren mit dem Firmenwagen in den Urlaub, was das Budget nochmal schont.

  • #8013

    Erdbeerella
    Teilnehmer

    So ähnlich wie bei uns…Wir haben ein gemeinsames Konto und jeder noch sein eigenes. Mein Freund zahlt 1/3 mehr, zum Beispiel im Urlaub. Ansonsten zahlt er oft bei Aktivitäten für alle drei…dafür übernimm ich dann mal wieder was ( auch mit für seinen Sohn)
    Ich hasse es wenn man alles Centgenau berechnet… 🙂

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