Gebrauchter Mann mit Kindern

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Dieses Thema enthält 19 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Kara vor 6 Monate, 2 Wochen.

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  • #8832

    helene07
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    ich möchte eine Frage in den Raum stellen. Eine jede von uns hat sich in einen „gebrauchten“ Mann verliebt inkl. Kind(er). Warum eigentlich?

    Ich frage mich, was bei uns Frauen da los ist, warum wir immer und immer wieder von diesem Kümmergen überrollt werden, ohne auf unsere eigenen Bedürfnisse zu achten. Warum verschwinden sofort die eigenen Bedürfnisse und vielleicht auch die eigene Lebensplanung? Warum passt man sich sofort an und versucht, es dem Mann und den Kindern recht zu machen. Warum kann es nicht ein „Rechtmachen“ auf beiden Seiten geben?

    Das treibt mich um…

    Danke für eure Antworten

  • #8836

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Helene,

    das finde ich eine sehr gute Frage…bin gespannt auf die anderen Antworten.

    Bei mir war es anfangs glaube ich ein wenig der Wunsch nach einem eigenen Kind, den ich schon lange hatte, daher fühlte es sich für mich gut und richtig an mich auch um seinen Sohn zu kümmern. Ich wollte meinem Partner damit glaube ich auch ein stück weit zeigen, dass ich eine gute Mutter wäre…er war damals noch sehr zurückhaltend was das Thema weiteres Kind betraf und ich wollte ihn so einfach überzeugen, dass ich das toll machen würde und die richtige bin…Mittlerweile haben wir eine gemeinsame Tochter und der große gehört halt auch zur Familie…
    Wir sprechen uns aber auch viel ab und ich habe nicht das Gefühl, dass bei uns jemand zurückstecken muss.

    LG Daka.

  • #8838

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Hallo Helene,

    naja, ich habe mich eben verliebt. Dass er Kinder hat, wusste ich lange vorher, wir waren nämlich vor unserer Beziehung 7 Jahre lang Kollegen.

    Um ganz ehrlich zu sein, wäre er mir ohne Kinder natürlich lieber gewesen, aber es ist wie es ist. Meine Ideen und meine Lebensplanung habe ich aber nie aufgegeben. Dabei hilft mir, dass mein Mann uneingeschränkt hinter mir steht und meine Bedürfnisse vor die der Kinder stellt. Summarum kommen wir ganz gut mit der Situation zurecht. Die jüngere Tochter kommt regelmäßig zu uns und ist auch sehr gerne bei uns. Die Große lehnt mich ab und kommt inzwischen nicht mehr.

    Soviel zu der Situation bei mir.
    Dir einen schönen Tag,
    Donna

  • #8839

    helene07
    Teilnehmer

    Liebe Daka,

    auch deine Beiträge verfolge ich schon sehr lange; du bist ebenfalls sehr stark. Das finde ich im Übrigen von vielen Stiefmüttern hier. Was so manche Frauen so mitmachen müssen ist schon schlimm.
    Auch meine Geschichte ist von viel Kummer und Schmerz geprägt, ich werde diese auch einstellen, muss mir nur überlegen, wie ich die wesentlichen Dinge auf den Punkt bringe, denn ich bin schon seit 15 Jahren mit meinem LG zusammen. Es ist sehr schwierig, eine so lange Geschichte so zu kürzen, dass das Lesen nicht schwerfällt.

    Zu deiner Geschichte; ich finde es toll und ganz offensichtlich hast du einen Mann an deiner Seite, welche eben nicht jede Stepmuddi hat. Nämlich einen, welcher zu dir steht. Mir geht es eher so, dass ich nach hinten gestellt werde. Ganz offensichtlich geschieht dies nicht bewusst, jedoch aus dem Gedanken heraus, dass man die Trennungskinder um jeden Preis schützen muss. Damit werde ich immer wieder aufs Neue verletzt. Auch bei boshaften Verhalten erfolgt keine Konsequenz. Es gibt keinerlei Aufzeigen von Grenzen und ich leide.

    Ich finde es von einer Frau extrem mutig, sich für einen Mann mit Kinder(n) zu entscheiden. Das tut sie nur aus einem Grund, aus Liebe. Warum nehmen dies die meisten Männer als Selbstverständlichkeit an? Und umgekehrt sehen sie es nicht als selbstverständlich, die neue Partnerin zu schützen und ihr somit überhaupt einen Platz in dieser Familienkonstellation einzuräumen?

    Soweit ich lesen konnte, betrifft dies nicht wenige Frauen hier im Forum. Deshalb liebe Daka, freue ich mich, dass du so einen Mann getroffen hast, welcher auf beide Seiten achtet.

    Liebe Grüße von Helene

  • #8840

    helene07
    Teilnehmer

    Liebe Donna,

    wow, es ist schon toll, dass auch du antwortest. Denn ich habe auch deine Beiträge verfolgt und schätze es auch sehr, dass du und Daka auf einen Hilferuf von anderen Steppmuddis sofort mit weisem Rat zur Stelle seid. Ihr seid ganz besondere Frauen, mir gefällt auch, dass ihr so selbstreflektiert seid. Ich habe manchmal Angst, es zu einseitig zu sehen und versuche immer auch zu reflektieren. Auf der anderen Seite will ich mir aber auch nicht Dinge schönreden…

    Danke dir für deinen Beitrag, toll!

    Liebe Grüße Helene

    • #8841

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Wie alt sind denn die Kinder Deines Mannes? Ich nehme mal an, wenn Ihr schon 15 Jahre lang ein Paar seid, sind sie erwachsen.

      Wieso wird da immernoch von armen Trennungskindern gesprochen? Wenn eine Scheidung erst kurz zurück liegt, verstehe ich natürlich, dass man da mehr auf Kinder eingeht. Aber bei ihnen sollte der Schmerz doch inzwischen verarbeitet sein.

      Außerdem hat neulich ein Forumsmitglied, ich weiß nicht mehr wer, geschrieben, weshalb die Bedürfnisse von Kindern wichtiger sein sollen, als die Erwachsener. Ich sehe das genauso. Du hast Dich aus Liebe für ihn entschieden. Er sollte diese Liebe doch ebenso erwidern. Mit welchen Argumenten gehen die Kinder ständig vor? Du nimmst den Kindern doch nichts weg. Vielleicht versuchst Du nochmal, ihm Deine Gefühle zu erklären. Eventuell versteht er es dann ja.
      Ich wünsche Dir viel Glück,
      Donna

  • #8842

    helene07
    Teilnehmer

    Liebe Donna,

    es ist ein sehr lange Geschichte und ich muss diese in eine Kurzform bringen, was nicht einfach ist. Und richtig; er hat vier Kinder, alle erwachsen.
    Momentan ist es bei mir so, als ob alles hochkommt, was sich in den letzten vielen Jahren so ereignet hat. Vieles habe ich geschluckt, manches nicht und so unendlich viele Gespräche eingefordert. Doch bei diesen Gesprächen kommt nichts bei raus. All das, was ich über meine Gefühle sage, kommt irgendwie nicht bei ihm an. Ob laut, ob leise oder ob wir uns nur noch anschweigen – so wie jetzt – es ändert sich nichts. Im übrigen suche ich immer allein das Gespräch, auch etwas, was mich so sehr verletzt. Natürlich weiß ich, dass solche Gespräche auch nicht einfach zu führen sind, sicherlich habe ich da auch manchmal nicht den richtigen Ton gefunden, da zu sehr verletzt. Doch das kann ich nicht von jedem Gespräch behaupten. Ich habe über meine Gefühle gesprochen, in der Ich-Form und versucht, ihn nicht anzugreifen. Ist sehr schwierig mit einem Mann, welcher Probleme lieber aussitzt.

    Liebe Grüße Helene

    • #8845

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Hast Du ihn mal gefragt, warum er mit Dir zusammen ist? Und was er von der Beziehung erwartet?

  • #8844

    helene07
    Teilnehmer

    Donna,
    wie kommst du eigentlich mit der Ablehnung der großen Tochter klar? Was ist mit deinen Verletzungen? Und gibt es damit nicht ein „Haar in der Suppe = in euer Beziehung“? Denn dein Mann wünscht sich doch sicherlich das der Kontakt mit allen Kindern gut ist…

    Fragen über Fragen…danke dir, dir ebenfalls noch einen schönen Tag!!!

    • #8847

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Ja, die große Tochter. Nun ja. Eine intakte Beziehung wäre natürlich zu begrüßen. Aber ich habe gelernt, dass man Menschen nicht ändern kann und habe es für mich akzeptiert. Mein Mann hat nur noch telefonisch und per WhatsApp (gelegentlich) Kontakt zu ihr.

      Tja, er wollte nie Kinder. Ich hatte schon den Wunsch, er wollte es mir auch recht machen. Letztendlich war er aber nicht davon überzeugt. Es hat nicht funktioniert mit dem Kinderkriegen. Inzwischen habe ich den Kinderwunsch abgehakt und bin trotzdem zufrieden. Das ist sozusagen das einzige Haar in der Suppe.

  • #8846

    helene07
    Teilnehmer

    Liebe Donna,
    diese Warum-Fragen habe ich sooft gestellt, allerdings eher in der Form warum er sich so verhält. Nicht warum er mit mir zusammen ist; diese Frage stelle ich mir auch…und werde sie ihm ebenfalls stellen. Und auch, was er von der Beziehung erwartet. So ungefähr kenne ich die Antwort schon; dass alle glücklich und zufrieden zusammenleben. Nur gibt es eben nicht diese heilige Welt, auch wenn ich mir anfänglich das Leben mit ihm und den Kindern so vorgestellt hatte. Doch die Wahrheit sieht eben immer anders aus, viele Probleme entstanden erst durch sein „Nichteingreifen“.

  • #8848

    helene07
    Teilnehmer

    Liebe Donna,
    danke für deine ehrliche Antwort. Dann hast du die Mutterrolle der Bonuskinder inne, wobei ein Bonuskind nichts mit dir zu tun haben will. Ich finde es großartig, wie du das machst. Denn, es sind nicht die eigenen Kinder und das macht schon einen Unterschied. Man kann Bonuskinder mögen ja tatsächlich sogar lieben und dennoch ist es ein anderes Gefühl. Dein Mann kann dir unglaublich dankbar sein und ganz offensichtlich schätzt er dies sehr. Super, dann hast du den richtigen Mann! Ich bin traurig, dass es mit deinem eigenen Kinderwunsch nicht geklappt hat, aber auch froh, dass du dich damit arrangiert hast. Auch hier gibt es einen wunden Punkt bei mir, diesen wirst du in meiner Geschichte lesen können.
    Sei kräftig umarmt, toll was du wuppst!!!

    • #8849

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Die Kinder haben eine Mutter. Ich bin aber sehr froh, dass die Kleine so gern zu mir kommt und mich uneingeschränkt akzeptiert. Hoffentlich ändert sich das nicht so schnell….

  • #8850

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Ich finde das auch eine sehr gute Frage. Warum nimmt an einen „gebrauchten“ Mann.Ich kann das so beantworten.

    Als ich meinen ersten SOhn erwartete,kam ich grade los von einer Gewaltbeziehung.Kurz vor Geburt waren endlich alle Gerichtssachen durch. Da dacht ich mir das erste mal,solltest du jemals wieder in eine Beziehung gehen,dann nimmst du nur einen mit Kind. Der weiß wenigstens was das heißt.

    Als ich meinen Mann dann kennenlernte und erfuhr das er älter war,dacht ich mir:Einer mit Kindern und Erfahrung,er steht fest im Leben und er weiß,was Kinder bedeuten.Niemals hät ich gedacht,eigentlich ein Wrack zu kriegen,welches ich Mühsam vorm Untergang bewahren muss. Und erstmal „ein studium über psychologie absolviere“ und dem Mann dann beibringen muss,wie einem kleinen Kind,das so kein weg aussieht. Den das er er eigentlich. Als STiefsohn 2 war,war er stolz drauf,wenn das Kind sich den TV um 23 uhr selber ausgemacht hat.Zu Essen gabs nur bei Oma.Zuhaus hatte er nur,milch,milschnitte und babybell. (er sieht natürlich ein das seine lebensweise auch falsch damals war und das stiefsohn wirklich gar keine grenzen auch bei ihm kannte)

    Dann bemerkte ich,das zwischen uns was besonderes ist. Der Anfang lief auch echt super. Die ersten ca. 2 Jahre waren schön wir alle verstanden uns und es gab selten Probleme.Dann fiel die rosa Brille weg und mir fiel immer mehr Sachen auf,die einfach so nicht stimmten. Und die andere dann auch auffielen. Und dann kam das worauf mich niemand vorbereitet hatte und ich nie hätte wissen können. Der ganze STress. Aber aus Liebe und Kampfgeist habe ich das alles auf mich genommen. Eventuell war auch etwas das Mamagen in mir geweckt,dem Stiefkind zumindest eine etwas bessere Mutter zu sein als die eigene,die wirklich nichts,nada,niente Interesse an dem Kind hat.

    Jedesmal wenn STiefkind mir Liebe zeigte,spürte ich die Konseuenz an dem Kind.Zu kleine Schuhe,zu kleine klamotten,keine Spielsachen,dreckige Sachen ach und vieles mehr.bis hin zu beleidigungen vom kind die natürlich nicht von der mutter kommen.*ironie*

    Warum ich dennoch das alles mitgemacht habe?Zum Teil aus Liebe,einen Teil Kampfteil und der andere war einfach Dummheit und Ignoranz.Ehrlich.Ich wollte nicht wahrhaben das es sowas gibt.Ich dachte Patchwork ist einfach,man setzt sich zusammen und klärt ungereimheiten.Klar gibs villeicht auch mal bisschen streit oder andere meinungen aber niemals nie hät ich gedacht,das ich so zum Ziel einer privatem fede werde. Wenn ich manchmal bei RTL so was sehe denk ich mir mittlerweile:Ach die habens ja noch gut.

    Ich hät auch nie gedacht,das ich,die immer stark war,immer ihr leben lang ihren platz verteidigt hat,eines morgens aufwacht und feststellen muss ,sie ist nicht mal die nummer 2,sondern sitzt irgendwo auf der ersatzbank. Wenn ihr versteht was ich meine. Und das nur,weil ich dachte,das Kind muss unbedingt immer an 1.Stelle stehen. Es hat fast 5 jahre gedauert,bis ich begriff das das gerade falsch ist. Wenn man eine Familie ist,stehen alle auf platz 2. Auf alle bedürfnisse muss geachtet werden.Aber kaum trenntman sich,wird das kind auf paltz nummer 1 gehoben und alle anderen stehen untern darunter?Nein so gehts nicht.

    Ich habe damals dem Fehler gemacht das ich dieses Spiel mitgemacht habe,aus Mitleid und dem Gefühl: Du musst doch aber,das arme Kind usw.

  • #8851

    helene07
    Teilnehmer

    Liebe Soulcolored,
    vielen lieben Dank für deine Antwort. Es tut so weh deine Zeilen zu lesen, denn ich erkenne mich darin wieder, wie ganz gewiss viele hier.
    Absolut ehrlich finde ich deine Antwort, dass ein Teil Liebe, ein Teil Kampfgeist (wer gibt schon gern bei Problemen auf?) sowie einem Teil Dummheit oder Naivität dabei ist. Damit hast du vollkommen recht…Zum Teil Dummheit kann man allerdings sagen, dass vorher von uns niemand die Erfahrung mit einem gebrauchten Mann inkl. Kinder gemacht hat. Denn dieser Teil passiert nur denen, welche sich mit dieser Thematik das 1. Mal auseinandersetzen müssen. Mit dem Wissen von heute würde sich wohl keine mehr von uns für so eine Beziehung entscheiden. Einfach weil Schwierigkeiten, Kummer und Sorgen vorprogrammiert sind, die man mit einem Mann, mit welchem man sich tatsächlich ein Leben neu aufbauen kann, nicht hätte. Viele der ehemaligen Steppmuddis, welche jahrzehntelange Erfahrungen vorweisen können, sagen ja zu den Neulingen: „Lauf weg soweit du kannst“. Die Liebe zu einem Mann kann noch so groß sein, wenn sie torpediert wird von außen, über Jahre, stirbt sie irgendwann.

  • #8852

    Rilaahna
    Teilnehmer

    Liebe Helene,

    auch ich habe mich in einen „gebrauchten“ Mann verliebt und das schon zum dritten Mal. Meinen jetzigen LP lernte ich kennen, da war ich Ü35. In diesem Alter ist es nun gar nicht mehr so leicht, einen Mann zu finden, der keine Vorgeschichte hat. Aber nach so einen habe ich auch nicht gesucht. Klar wäre es toll gewesen, gemeinsam alles NEU zu erleben, zum ersten Mal eine eigene Familie zu gründen. Aber wie hier schon so oft erwähnt: es ist wie es ist. Und ich kann mich wirklich glücklich schätzen, zu dem vermutlich sehr kleinen Kreis der Stiefmütter zu gehören, in welchem man als „Zweitfrau“ zumindest auf gleicher Ebene wie das Bonuskind steht, wenn nicht sogar an erster Stelle. Das macht wirklich vieles einfacher. Und ich würde mir hier für so viele Stiefmütter wünschen, sie hätten auch so einen charakterfesten Partner an ihrer Seite, welcher sich sein Leben nicht von der Ex und den Kindern dirigieren lässt. Denn in einer „normalen“ Familienkonstellation gibt das Kind in der Regel ja auch nicht den Ton an.

    Bis auf Kleinigkeiten, die es sicherlich nicht nur in einer Patchworkfamilie gibt, komme ich mit meinem Bonuskind (12) auf freundschaftlicher Basis recht gut zurecht. Klar, manchmal nervt es mich auch, wenn aller 14 Tage das Wochenende „fremdbestimmt“ ist. Aber ich liebe nun mal meinen Partner.

    Allen Stiefmüttern, deren Zusammenleben im Patchwork eher ein „Kampf“ bedeutet, wünsche ich alles Gute. Ich bewundere euch für so viel Geduld. Ich hätte bei so manchen Geschichten hier schon lange alle Segel gestrichen!

    Liebe Grüße
    Rilaahna

  • #8853

    helene07
    Teilnehmer

    Liebe Rilaahna,

    toll, ich freue mich, dass du dieses Glück hast, einen solchen Mann kennengelernt zu haben. Davon bin ich anfangs auch ausgegangen, wurde aber schnell eines besseren belehrt. Ich frage mich, warum ich das so lange ausgehalten habe, rückblickend kann ich mich nur über mich selbst wundern. Vermutlich geht es mir hier wie den meisten Zweitfrauen, man möchte den Mann schützen und alles versuchen, auch in schwierigen Zeiten nicht sofort das Handtuch zu werfen. Auch ich bin eine gestandene Frau, habe mein Leben auch vor ihm allein im Griff gehabt. Du hast absolut recht, mit einem Mann an deiner Seite, der dich auf eine Stufe mit den Kindern setzt oder sogar noch darüber, wäre vieles einfacher gewesen und nicht so ausgeufert. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es Grenzen geben muss. Nur die lieben Papas sind derartig mit Schuldgefühlen beschäftigt, dass dann eher die neue Partnerin leiden muss und nicht die „lieben Kinderlein“. Und das Kinder eben nicht nur lieb sind, wissen wir glaube ich alle…

  • #8862

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Helene,

    die Frage wurde hier immer wieder gestellt und es gibt wohl keine „logische“ Antwort darauf. Was mich betrifft kann ich nur sagen, dass ich mich einfach in den Mann verliebt habe, dagegen lange gekämpft habe, eben weil er schon Kind hatte, aber die Gefühle einfach super stark waren. Ich hatte nie den Wunsch mich um sein Kind zu kümmern, es hat eine Mutter, die das gut macht (sie übertreibt eher etwas mit der Fürsorge) und einen Vater, der das gut macht (der inzwischen weniger übertreibt 🙂 ). Also bei mir gibt es insofern kein „Kümmergen“. Ganz im Gegenteil ich trat und trete immer wieder dafür ein, dass das Kind selbstständiger wird und rückblickend ist er das auch geworden und ich glaube, das wäre es ohne meinen Einfluss viel weniger.

    Ich habe auch meine Lebensplanung nicht aufgegeben. Allerdings gibt es Einschränkungen, die ich mir so sicher nie gewünscht habe. Aber seien wir ehrlich, die können auf vielfältige Weise in ein Leben kommen (durch Krankheit, pflegebedürftige Angehörige, berufsbedingt….).

    Ich war mir nie sicher ob ich Kinder will, schließlich entschied ich mich dagegen (das war erst nachdem ich schon mit meinem Partner zusammen war) und insofern finde ich es nicht optimal doch ein Kind in meinem Leben zu haben. Aber er wird immer größer (inzwischen 14) und damit die mit ihm verbundenen Einschränkungen immer weniger. Ich habe durch ihn auch viel über mich gelernt und es hat mich persönlich weitergebracht. Aber ja es ist so, dass die Patchwork-Situation gewisse Probleme irgendwie eingebaut dabei hat, insofern würde ich mich bewusst nicht mehr für diese Situation entscheiden. Erst die Erfahrung bringt die Erkenntnisse. Ich denke jeder von uns entscheidet sich aufgrund dessen was er/sie zu einem bestimmten Zeitpunkt weiß und glaubt und mit der Zeit wissen wir eben mehr. Dann ist es leicht rückblickend zu meinen, man hätte sich anders entscheiden müssen, aber so funktioniert doch das Leben nicht. Und wir haben doch alle die Möglichkeit immer wieder aufs Neue zu entscheiden, was wir vom Leben wollen und wie wir leben wollen. Jeder Tag birgt die Möglichkeit in sich das Leben zu verändern. Wenn dann eines Tages die Erkenntnis ist, so möchte ich das nicht mehr, dann ist es Zeit es zu ändern.

    Dir wünsche ich alles Gute und viel Kraft
    Kara

  • #8865

    helene07
    Teilnehmer

    Liebe Kara,

    danke dir für deine ehrliche Antwort. Und ja, du hast sicherlich recht, dass es auch gut gehen kann. Aus meiner Sicht trägt hier der Kindsvater einen entscheidenden Anteil, doch die meisten wissen das leider nicht. Im optimalen Fall steht der Partner voll zu dir, weiß dass es schwer ist für die neue Partnerin mit der neuen Lebenssituation umzugehen. Er versucht dann, zu vermitteln und im Fall von Angriffen, sich schützend vor die neue Partnerin zu stellen. Natürlich nur, wenn der Angriff ungerechtfertigt ist. Das ist meine Frage; wie steht dein Mann zu dir?
    Aus meiner Sicht kann es nur dann gelingen, alles andere ist zum Scheitern verurteilt. Und das weiß man leider von Anfang an nicht, man kann einfach nicht vorhersehen, was auf einen zukommt, wenn man sich für einen Mann mit Kindern entscheidet. Normalerweise denkt eine jede von uns, mit Liebe wird man alles wuppen. Weil Liebe viel tragen kann. Die Wahrheit ist jedoch, dass diese manchmal nicht allein ausreicht. An welcher Stelle stehst du also?

    Mit lieben Grüßen
    Helene

  • #8866

    Kara
    Teilnehmer

    Liebe Helene,

    laut Aussage meines Freundes an gleicher Stelle wie sein Kind. Das war immer seine Aussage von Beginn an. Hinter dem Kind zu kommen wäre für mich auch keine Basis für eine Beziehung.
    Dennoch ist es natürlich Anschauungssache was das in der jeweiligen Situation heißt (ist natürlich klarer, wenn eine Person automatisch an 1. Stelle steht). Aber und das finde ich absolut entscheidend, es gibt kein automatisches Zurückstellen meiner Bedürfnisse hinter jene des Kindes.

    Das heißt nicht, dass ich mich nicht zwischendurch benachteiligt oder zurückgestellt gefühlt habe oder dass ich mal das Gefühl habe meine Bedürfnisse kommen zu kurz. Ich denke, dass wir Stiefmütter ohnehin für viele Situationen Verständnis haben, aber manchmal bewertet man eine Situation eben anders. Vielleicht weil es nicht das eigene Kind ist, vielleicht weil es der Blick von außen ist oder einfach aufgrund unserer eigenen (anderen) Erfahrungen und Bedürfnisse.
    Ich musste allerdings auch erst selbst verstehen, was mich stört und warum, das war nicht immer offensichtlich. Ich habe auf jeden Fall meine negativen Gefühle immer wieder zum Thema gemacht (manchmal geschickter, anfangs leider oft zu vorwurfsvoll) und somit ein Problembewusstsein geschaffen. Denn das hat ihm definitiv gefehlt, gerade weil seine Exfrau zum „ich stelle alle meine Bedürfnisse für das Kind zurück“-Typ gehört. Und leider auch weil viele „Freunde“/Bekannte mit Kindern, dann so tolle Ratschläge geben, wie „sie hat ja gewusst, dass du ein Kind hast.“ oder „na klar geht das Kind vor“ etc.. Wie schon oft hier erwähnt, hat so gut wie keine von uns gewusst was auf sie zukommt, sonst hätten wir wohl dankend abgelehnt und zweitens muss Kinder zu haben doch nicht bedeuten den Partner immer in die 2. Reihe zu stellen. Damit wird Kindern auch eine falsche Weltsicht vermittelt, denn sie sind nicht der Mittelpunkt des Universums und andere Menschen haben eben auch Bedürfnisse, auch Eltern.

    Und ja diese Konflikte auszutragen ist mühsam und wie weiter oben geschrieben würde ich mir das kein zweites Mal antun, aber wenn man sich selbst wichtig ist, trägt man sie aus. Und du hast absolut Recht es liegt viel am Kindsvater aber eben viel auch an einem selbst. Und entweder findet man dann einen gemeinsamen Weg oder eben nicht.

    Liebe Grüße
    Kara

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