Expartnerin versucht Kontakt zu mir zu verbieten

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Dieses Thema enthält 6 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Linzerin vor 1 Jahr.

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  • #6861

    Fruehlingssonne
    Teilnehmer

    Liebe Community,
    Seit einiger Zeit verfolge ich diesen Blog und bin sehr dankbar für den regen Austausch. Ich habe mich lange schwer getan, selbst einen Beitrag zu schreiben, aber ich hoffe auf diesem Weg jemanden zu finden der mir einen Rat geben kann oder seine Erfahrung mit mir teilen kann. Daher kurz und knapp zur Vorgeschichte.

    Seit zwei Jahren bin ich mit meinem Freund liiert, er bringt eine kleine Tochter (4 1/2) mit in die Beziehung. Wir wohnen inzwischen zusammen, haben keine eigenen Kinder, möchten diese aber gerne irgendwann haben. Es gab nie einen persönlichen Kontakt zwischen der KM und mir. Ich bin nicht der Trennungsgrund, aber sehr kurz nach Ende der Beziehung auf der Bildfläche erschienen.

    Es ist ein langer komplizierter Weg bisher, daher versuche ich mich kurz zu fassen.
    Von Anfang an war keine Kommunikation zwischen meinem Partner und seiner Frau möglich. Sie hat zunächst das Kind nur unregelmäßig an den vereinbarten Umgangsterminen (aktuell jedes 2. WE und 2 Tage im Monat mit Übernachtung) teilnehmen lassen. Daraufhin wandte sich mein Partner ans Familiengericht, um eine Regelung zu erreichen und um insgesamt mehr Umgang zu erreichen. Ich habe die Kleine vor einem Jahr kennen gelernt. Wir sind es langsam angegangen, aber mein Verhältnis zu seiner Tochter war von Anfang an fantastisch und unkompliziert. Wir spielten total gut zusammen, sie hat mich immer gefragt ob ich auch übernachten kann, ich habe sie mit ins Bett gebracht und sie hat mich immer Freundin genannt.
    Im Laufe der ganzen Anhörungen hat die KM irgendwann begonnen, härter Bandagen aufzuziehen. Sie hat gemeinsam mit ihrer Anwältin seitenlange Briefe ans Gericht verfasst, in denen mein Partner als Vater diskreditiert wurde. Sie hat die Vergangenheit umgeschrieben (Vater war nie da, Kind hat Vater nie gemocht) und mehrfach Strategiewechsel durchgeführt um ihm das Kind zu entziehen. Seit dem Sommer befindet sich das Kind meiner Meinung nach daher in einem starken Loyalitätskonflikt und wollte erstmals nicht mehr zum Vater, da Zuhause sowohl von der Mutter als auch von der Oma ausschließlich schlecht über den Vater und mich gesprochen wird. Es gab immer wieder Umgangsaussetzungen von mehreren Wochen. Der Vater durfte seine Tochter nicht einmal am Geburtstag anrufen. In ihrer Begründung liegt der Konflikt der Tochter jedoch nicht an einem Loyalitätskonflikt, sondern in einem gemeinsamen Urlaub zwischen Vater, Kind und mir im Mai begründet der ohne jegliche Probleme ablief. In diesem Urlaub hat seine Tochter jedoch zum ersten Mal zu mir gesagt, dass ihre Mama sagt, dass ich böse bin. Seit Juli letzten Jahres will das Kind teilweise nicht mehr zum Vater. Sie begründet dies mit einem „traumatischen Vorfall im Urlaub“, wir begründen es durch die Manipulation der Mutter in Vorbereitung auf einen neuen Termin beim Familiengericht. Als dieser nämlich schriftlich angekündigt wurde, begannen diese absurden Briefe der Anwältin die den Vater persönlich angreifen und in denen Lügen stehen. Kurz danach, (eben nicht kurz nach dem Urlaub) fing es an.
    Im November bei der letzten Anhörung wurde daraufhin ein psychologisches Gutachten angeordnet. Dies läuft zurzeit und wird voraussichtlich Ende April fertig gestellt. Im Rahmen dieses Gutachtens war die Psychologin auch bei uns zuhause um mein Verhältnis zum Kind zu beurteilen. Seit dem Beginn des Gutachtens ist es nämlich nicht mehr der schlechte Vater (dieser ist auf einmal wieder gut) sondern ich das Problem. Sie sagt dass Kind muss unter mit leiden, wünscht sich mehr Zeit alleine mit dem Vater (wahrscheinlich irrelevant zu erwähnen dass a) genug Zeit mit Vater und Kind bisher bestand, und b) das wir nie über den Kopf des Kindes hinweg Wochenenden geplant haben und das Kind bisher immer wollte, dass ich da bin).
    Die Psychologin hat unser Verhältnis ebenfalls als gut eingestuft, jedoch vor 2 Monaten dennoch vorgeschlagen, dass ich eine Zeit kein Kontakt zum Kind haben soll, um es von diesem Konflikt zu entlasten.
    Jetzt sind die zwei Monate rum, und die Kleine artikuliert laut und deutlich, dass sie mich nicht mag, weil Mama mich nicht mag. Sie sagt sie will mich nicht sehen, ich würde nie mit ihr spielen, sie mag meine Nase nicht etc.
    Die KM verlangt aktuell vor den Umgängen, dass mein Partner seine Tochter anruft, um ihr telefonisch zu versichern, dass ich am Wochenende nicht da bin. Also zieht einer von uns beiden aktuell am WE aus.
    Die KM hat seit Monaten erneut jegliche Beratungstermin und Mediationen abgesagt, sie lässt keinen anderern telefonischen oder persönlichen Kontakt zu. Auf die Frage hin, ob mein Partner sie im April eine Woche haben darf, sagte sie ja unter der Bedingung, dass ich nicht da bin, ansonsten nicht.
    Die Gutachterin, der Verfahrensbeistand des Kindes, das Jugendamt sagen alle im O-Ton, dass das Verhalten der Mutter nicht akzeptabel ist, und dass sie alle sehen, dass das Problem nicht zwischen Vater, Kind und mir liegt, sondern in der Bindungsintoleranz der Mutter und der Manipulation. Aber…. keiner hat eine Idee wie man an die Mutter rankommt, keiner hat einen Lösungsvorschlag. Sie sagen nur, dass man im Zweifelsfall eben das Kind zunächst aus der Schusslinie nehmen muss und die Regelung dann erstmal so beibehalten muss, bis das Gutachten fertig ist, bis der Gerichtstermin war, bis die Mediation einmal Früchte trägt.

    Wahrscheinlich müsste ich noch seitenweise schreiben um klar aufzuzeigen, dass die KM meiner Meinung nach nicht dem Kindeswohl folgend handelt, sondern weiterhin aus Wut und Rache agiert um ihn zu bestrafen und um mich endlich loszuwerden, aber ich glaube das sprengt den Rahmen, und im Grunde erzähle ich vermutlich die gleichen Geschichten über Schikanen, Lügen und falsche Anschuldigungen die jeder hier kennt. Ich will nicht gegen die Mutter hetzten, aber sie ist in meinen Augen krank. Sie lügt, sie glaubt an eigene Wahrheiten, sie schlägt wild um sich ohne Rücksicht auf Verluste. Nicht nur im Bezug auf das Kind, auch im Bezug auf das gemeinsame Eigentum.

    Mein Freund gibt aktuell der KM nach, ruft also seine Tochter an, sagt ihr dass ich nicht da bin und verbringt dann das WE bei den Gr0ßeltern oder in unserer gemeinsamen Wohnung wenn ich ausziehe. Sie hat ihn inzwischen komplett in der Hand. Sie sagt, entweder du rufst deine Tochter am Tag vorher an und versprichst ihr, das deine Freundin nicht da ist, oder sie kommt nicht mit dir mit. Das ist pure Erpressung, und er lässt sich darauf ein. Ich weiß nicht einmal ob ich von ihm erwarten kann oder will dass er es nicht tut. Er setzt die Priorität beim Kind, nicht bei mir und dem neuen Leben. Das verstehe ich irgendwo, weh tut es aber trotzdem. Er selbst ist ebenfalls verzweifelt und will glaubhaft die Beziehung zu mir nicht verlieren.

    Mir geht es mit dieser Situation zunehmend schlecht. Es war schwer genug, diese ganzen Konflikte an seiner Seite durchzustehen, nun bin ich aber ungewollt im Zentrum dieses Konflikts. Ich habe total Angst, dass mein Verhältnis zum Kind bereits jetzt zerstört ist, dass also aus Konflikt echt Abneigung entsteht.
    Ich habe keine Idee, wie und wann ich das Kind wieder sehen kann- a) ohne das es für das Kind und mich zum absoluten Fiasko wird und b) ohne dass der Umgang danach wieder für Wochen ausfällt.

    Daher meine Bitte, meine Frage an euch. Hat jemand eine ähnliche Situation erlebt? Hat jemand irgendeinen Rat für mich, irgendeine Idee was zu tun ist? Ich sehe aktuell die Trennung als einzigen Ausweg.
    Liebe Grüße und danke

  • #6864

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Frühlingssonne,

    ich kenne deine Situation in ähnlicher Art und Weise. Bei uns war es allerdings so, dass die Ex meines Partners der Kleinen eingeredet hat, sie (also die Mutter) würde das ganze Wochenende weinend zu Huase sitzen.
    Bei uns hat sich das dann im Laufe der Zeit von selbst erledigt. Mein Partner und ich sind 600km weg gezogen. Seitdem kann er das Kind nur noch maximal einmal im Monat nehmen. Der Mutter ist wohl nun klar geworden, dass es doch recht anstrengend ist, das Kind jeden Tag bei sich zu haben. Es hat also von selbst aufgehört. Was nicht aufgehört hat sind die vierteljährlichen Anwaltschreiben bezüglich Unterhalt, aber das ist eine ganz andere Geschichte…

    An deiner Stelle würde ich zunächst das Ende des Verfahrens abwarten und bis dahin weitermachen wie bisher. Anschließend würde ich deinem Partner die Pistole auf die Brust setzen, schließlich wohnt ihr schon zusammen. Also entweder ihr verbringt die Wochenenden zu dritt oder du gehst. Die Mutter darf den Umgang mit dir übrigens ohnehin nicht verbieten. Wenn das Kind größer wird, wird es sich auch seine eigene Meinung bilden und dich bestimmt auch akzeptieren – egal, was die Mutter sagt.

    Ich wünsche euch alles Gute!

  • #6890

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Frühlingssonne,

    das ist heftig und zeigt leider mal wieder, wie wenig doch Gericht, JA, VB, Gutachter tun können bzw. tatsächlich tun. Wie du selsbt schreibst, alle sagen, „dass das Verhalten der Mutter nicht akzeptabel ist, und dass sie alle sehen, dass das Problem nicht zwischen Vater, Kind und mir liegt, sondern in der Bindungsintoleranz der Mutter und der Manipulation.“ Ja, aber offensichtlich wird nichts dagegen getan…die Gesetzeslage lässt das vermutlich auch nicht zu. Traurig, aber wahr.
    Wie Blackpearl schreibt, die KiMu kann den Umgang mit dir nicht verbieten, unterbindet ihn aber trotzdem gekonnt.
    Ein möglicher Vorschlag wäre, dass der Vater der Tochter wie vereinbart am Telefon sagt, dass du nicht da bist und du dann, wenn sie da ist trotzdem kommst. Das müsste der Vater der Tochter dann sagen. Natürlich nicht so ala „Ich weiß du willst nicht, dass Frühlingssonne kommt, aber sie kommt trotzdem“, sondern eher: „Weißt du, Schatz, Frühlingssonne ist mir unheimlich wichtig, daher möchte ich, dass wir es mal wieder probieren, dass sie auch hier ist, wenn du kommst. Du sagst, du möchtest nicht dass sie hier ist, aber ich möchte, dass wir es trotzdem probieren.“ Dann erstmal abwarten, was sie dazu sagt. Man könnte dann vielleicht noch dazu sagen, dass man das Mama ja erst einmal nicht erzählen muss. Ich vermute, sie spielt bei den Spielchen der Mutter mit (sprich: aufgrund von emotionaler Erpressung sagt sie genau das was sie sagen soll), wenn du dann aber da bist, wird alles gut sein. Müsst ihr halt überlegen, ob ihr das während des laufenden Verfahrens machen wollt. Aber mit dem Gutachten scheint sich das ja alles noch eine Weile hinzuziehen.

    Es muss schrecklich für dich sein, das mit anzusehen.
    Ich wünsche dir viel Kraft,
    LG Daka.

  • #6898

    Linzerin
    Teilnehmer

    Liebe Frühlingssonne,

    deine Zeilen haben mich sehr berührt und weil ich in einer ähnlichen Situation bin,
    schreibe ich hier meine Erfahrungen – vielleicht kann dir irgendwas davon behilflich sein.
    Ich habe bereits unter „Exfrau zu Besuch“ und „Kontakt zur Exfrau“ berichtet, was sich bei mir alles so abspielt. In meinem Fall tat die Exfrau zunächst sehr auf „freundschaftlich“ – was sich abrupt zu Weihnachten änderte, als ich meine Bedürfnisse und Grenzen ins Spiel brachte. Seither ist die Frau ganz offensichtlich bitterböse auf mich. Dabei habe ich mich zu Weihnachten zwar klar – aber keineswegs beleidigend oder „böse“ abgegrenzt. Sie scheint das anders zu sehen – hat mich im Bekanntenkreis meines Mannes schlecht gemacht (das kam mir zufällig zu Ohren), auch bei meinem Mann über mich gejammert und jetzt ist eben die Tochter dran. Im Sommer hatte ich noch ein recht gutes Verhältnis zu der 8jährigen, aber seit ein paar Wochen meidet diese den Kontakt zu mir möglichst. Dieser Kontakt spielt sich hauptsächlich über Skype ab, weil die Mutter mit dem Kind 3000 km weg in ihre Heimat gezogen ist. So kommt es vor, dass die Tochter vom Vater fordert, ich möge doch „weggehen“ – bloß, weil sie hört, dass ich in der Nähe bin. Diese Ablehnung ist direkt von der Mutter übernommen, denn grundsätzlich mag mich das Mädchen – das bestätigt auch mein Mann. Die Exfrau wiederum beendet sofort das Skype-Gespräch, wenn sie mich in der Nähe „wähnt“ – betreibt also auch meinem Mann gegenüber direkten Kindesentzug, sobald das Gespräch nicht nach ihrer Nase verläuft. Das Kind alleine zum Gespräch zu haben, scheint schier unmöglich – die Mutter muss/will immer dabei sein.
    Ich war entsprechend frustriert und traurig die letzten Wochen. Ich habe alles Mögliche versucht – der Situation aus dem Weg gehen, das Mädchen einfach mit mir „konfrontieren“, zum Geburtstag was Nettes geschickt – und zuletzt habe ich überlegt, ob ich nicht doch der Mutter ein paar Zeilen schreiben soll mit der Bitte, sie möge doch diesen Loyalitätskonflikt ihrer Tochter zu beenden helfen.
    Gerade gestern hatte ich ein sehr erhellendes, liebevolles und verständnisvolles Gespräch mit meinem Mann, bei dem sich herausstellte, dass er die Situation auch klar durchschaut (worüber ich mir bis jetzt nicht ganz so sicher war!!) – und er eine gute Beziehung zwischen seiner Tochter und mir voll unterstützt – aber diese eben seitens der Mutter so blockiert wird.

    Ich kann hier aufschreiben, was mir in so einem überaus unangenehmen Konflikt wichtig erscheint – und was mir hilft und geholfen hat:
    * Austausch mit anderen Stiefmüttern in diesem Blog. Das hat mir zu Weihnachten im Konflikt mit
    der Exfrau regelrecht „das Leben gerettet“
    * Eine gute Freundin, die in meinem Fall (auch) eine gute Freundin meines Mannes ist, aber auch
    die Exfrau kennt – und mir immer wieder hilft, die komplizierte Persönlichkeitsstruktur der
    Exfrau zu sehen – und nicht alles persönlich zu nehmen. Es hilft einfach, von jemand
    Außenstehendem zu hören: Nein, du bist keine böse Hexe und wir wissen das!
    * Rückzug auf mich selbst. Dann mache ich etwas, was mir Freude macht. Gebe mir selber eine
    Belohnung – und führe mir selber alle anderen Lebensbereiche vor Augen, die „in Ordnung“ sind.
    Ich bin nicht nur „dieses Problem“.
    * Drei Schritte zurück vom Kind!!! Zu Beginn war ich sehr bemüht, alles „richtig“ zu machen und
    möglichst den Gepflogenheiten und Anweisungen der Mutter zu folgen. Das ging so weit, dass ich
    dachte, die (viel zu strengen) Tischmanieren kopieren zu müssen. Damit ist jetzt Schluss. Ich
    habe bereits mit meinem Mann abgesprochen, dass ich keine „Erziehungsaufgaben“ mehr übernehme –
    jedenfalls nicht solche, die mir eigentlich zuwider sind. Was ich allerdings von dem Mädchen
    fordere, ist, dass sie mir gegenüber respektvoll ist. Darin unterstützt mich auch mein Partner.
    Vor wenigen Tagen hat er auch seine Tochter zurecht gewiesen, dass es nicht angeht, dass sie
    mich „aus dem Zimmer“ haben will.
    * Und damit komme ich zum für mich allerwichtigsten Punkt: Ich brauche die unbedingte
    Unterstützung meines Mannes! Zu wissen, dass er das Spiel der Exfrau durchschaut und das
    Dilemma seines Kindes erkennt – ist für mich das Um und Auf. Das ist mir gestern bewusst
    geworden, als er mir offen seine Sicht der Dinge erklärte. (Mein Mann ist diesbezüglich sehr
    verschlossen, sodass ich lange Zeit dachte, er würde auch mich allmählich mehr und mehr als
    „böse Hexe“ sehen.)
    Was ich dir also raten kann – so es überhaupt einen Rat gibt – ist, das Gespräch mit deinem Mann zu suchen. Wenn er Verständnis dafür zeigt, wie verletzend es ist, derart ausgeschlossen zu werden, ja, wie unmöglich das überhaupt ist – dann wird für dich der Weg gangbarer. Dann hält man/frau manches aus, dann lässt sich über vieles hinwegsehen. Aber, wenn wir in dieser Situation uns gänzlich allein und ausgeschlossen fühlen – dann kann es einfach nicht gut gehen.
    Auch ich habe wochenlang die Trennung in Erwägung gezogen. Weil mir klar war, dass ich mir das so „nicht geben werde“ mit meinen 48 Jahren. Aber jetzt, wo ich wieder die Loyalität meines Mannes spüre, möchte ich mit ihm weiterhin zusammen sein.
    Ich für mich kann sagen, dass es NICHT in Frage kommt, mich immer zu vertschüssen, sobald das Kind auftaucht. Ich sehe das als glatte Erpressung, bei der ich nicht mitspiele. In den Ferien wird das Mädchen wieder drei Wochen da sein. Eine Woche machen wir etwas gemeinsam, eine Woche soll es ganz allein mit dem Papa sein, eine Woche wird es mehr mit den Cousinen und Tanten verbringen. Damit wird ihr gezeigt, dass sie nicht der Mittelpunkt der Welt ist – und alle weichen müssen, wenn sie erscheint. Die Schlüsselfigur ist da aber der Vater. Für ihn muss klar sein, dass er dieses Entweder-Oder-Spiel nicht mitspielt. Ich wiederum habe für mich selber klargestellt, dass ich nicht von dem Kontakt zum Mädchen abhängig bin. Wenn sie nicht mit mir will – bitte sehr – aber ich werde mich auch nicht verstecken.
    Was die Mutter angeht, bin ich ganz und gar davon abgekommen, von mir aus (eventuell schriftlich) Kontakt zu suchen. Ganz einfach deswegen, weil ich mir sicher bin, dass es nichts bringen wird. Die spult ihren Film ab – und alles was ich tue, wird gegen mich verwendet. Sie hat eine erklärte Feindin und damit ist ihr Leben in dieser Hinsicht offenbar leichter und erklärlich.
    Aber ich steige – so weit es mir irgendwie möglich ist – aus diesem Film aus. Im Gegensatz zu dir habe ich diesbezüglich den Vorteil, dass die Mutter eben so weit entfernt wohnt. (Allerdings rückt sie mir per Skype alle paar Tage auf sehr unerwünschte Weise recht nahe)

    Ich kann dir versichern, dass du mit dem „Hexenstempel“ nicht alleine bist.
    Ich weiß, wie weh es tut und wiesehr es auch das Selbstvertrauen erschüttern kann, wenn man eine derartige Ablehnung erlebt. Dennoch: Mittlerweile ist es mir „wurscht“ ob dieses Kind mich mag oder nicht. Am Wochenende (oder wie bei mir in den Ferien) auf Reisen zu gehen, nur um den Kontakt wie vom Kind erwünscht zu vermeiden – das kommt für mich nicht in Frage.
    Da wäre dann auch die Trennung angesagt.
    Ich wünsche dir gute Nerven und alles, alles Gute – und allem voran die Unterstützung deines Mannes. Er müsste ein Einsehen haben, dass er dich verliert, wenn er es nur dem Mädchen (und der Ex) recht machen will. Ich habe das übrigens meinem Mann ganz deutlich gesagt: Das kannst du ruhig so machen – dich einmal von der Ex und dann vom Kind tyrannisieren lassen. Mich verlierst du und in ein paar Jahren stehst du ganz alleine da und kannst alleine alt werden… Ich habe noch die erschrockenen Augen vor mir! Nicht, dass ich ihn hiermit erpressen wollte – ich habe ihm vor Augen geführt, dass er die Unterstützung, die er auch für sein Leben wünscht, eben sicher nicht von seiner Ex oder von seinem Kind bekommen kann.
    Mein Mann war nicht bereit, einen Therapeuten aufzusuchen (das hatte ich mir sehr gewünscht), aber ich merke, dass er angefangen hat, innerlich an sich zu arbeiten. Und das tut mir sehr wohl.
    Ahja, noch zwei Dinge:
    Ich habe in den Wochen bevor er so offensichtlich seine Loyalität zum Ausdruck brachte, ganz bewusst den Fokus auf die „Ressourcen“ in unserer Beziehung gelegt. Ich habe es mir selber verboten, sauer (auf die Ex/die Situation) zu sein und alles das gestärkt, was uns Freude macht, uns gut tut etc… Ich habe ihm oft und oft Feed-back gegeben, wenn er sehr bemüht und lieb war.
    Nicht aus Kalkül – sondern weil ich mir selber das Überleben in der Beziehung sichern wollte, weil mir die Beziehung zu schade für einen Abbruch war.
    Und: Der Wendepunkt schien tatsächlich da gewesen zu sein, als mein Mann merkte, wie die Exfrau gegen mich gemein agiert. Als ich den Beweis bringen konnte, wie sie mich bei anderen schlecht macht – da fing er an, mir Glauben zu schenken. Denn zuvor hatte sie sehr geschickt ihm gegenüber immer die Verständnisvolle, Leidende gespielt, was insofern leicht möglich war, weil sie mit ihm in seiner Muttersprache kommunizieren kann (welche ich erst lerne…).

    Liebe Frühlingssonne, das war jetzt gewiss viel – aber vielleicht ist irgendwas „Brauchbares“ für dich dabei.
    Alles Liebe, fühle dich umarmt!

  • #6901

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Linzerin (und Frühlingssonne),

    interessiert habe ich deinen Bericht gelesen, wie es bei euch weiterging. Es ist schon traurig, dass die Mutter da einen so krassen Einfluss auf die Tochter hat. Aber was soll sie auch machen, muss ja tagtäglich mit ihr auskommen, da macht sie dann lieber was sie sagt…aber es freut mich, dass nun endlich auch dein Mann wieder hinter dir steht. Ich bin gespannt wie euer Sommer wird…

    Was ich hier ergänzen wollte, was mir persönlich noch sehr hilft: Der Mutter einen Brief/Nachricht schreiben und ihr all die schlimmen Sachen, die man empfindet und von ihr denkt vorwerfen. Lasst euren Gefühlen, der Ironie freien Lauf. Den Brief sollte man dann natürlich lieber nicht abschicken, ABER es tut unheimlich gut ihr das gesagt/geschrieben zu haben, auch wenn sie es nie bekommt. Denn, seien wir doch mal ehrlich – ob sie da liest oder nicht, es wird NICHTS bei ihr ankommen und helfen wird es auch nicht. Man selbst hat sich aber von den negativen Gefühlen befreit, kann das Thema abhaken und weitermachen.

    Ansonsten hilft mir auch der Austausch im Blog, andere Probleme lesen und dabei vielleicht festzustellen: SCHLIMMER GEHT IMMER und vielleicht ist doch nicht ALLES schlecht.

    LG Daka.

  • #6902

    Linzerin
    Teilnehmer

    Ja, Daka – danke noch für diesen Zusatz! Das habe ich nämlich auch gemacht: Briefe geschrieben, die nicht abgesendet wurden! Immer, wenn wieder so eine schlaflose Nacht kam, habe ich die Gedanken verschriftlicht… und danach wars wieder besser! Vielen Dank für deine Anteilnahme auch an meiner Geschichte! Ja – der nächste große Schritt werden die drei Sommerwochen werden…mal sehen. Mein Mann hat mir jedenfalls für April zwei gemeinsame Urlaubswochen zugesichert, eine weitere während das Mädchen da ist – und dann nochmals zwei Wochen nach ihrem Besuch. Ich finde das sehr schön von ihm, denn er musste auch arbeitsmäßig Einiges dafür umstellen.
    Das wäre auch noch ein weiterer Tipp: Nicht aufhören, das Gute, Erfreuliche, Bestärkende überhaupt für möglich zu halten.

  • #6997

    Linzerin
    Teilnehmer

    Liebe Frühlingssonne,
    wie geht es denn mittlerweile bei dir/euch?
    Weißt du schon, in welche Richtung sich dein Weg bahnt, was die nächsten Schritte sein werden?
    Ich würde mich freuen, von dir zu hören! Viele liebe Grüße!

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