Erstes Treffen mit der Ex – nach einer schwierigen Zeit

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Dieses Thema enthält 5 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Daka vor 11 Monate, 1 Woche.

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  • #7371

    landis30
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    ich verfolge schon seit einiger Zeit diesen Blog. Besonders das Forum gefällt mir – denn hier geht es sehr niveauvoll zu. Eine tolle Möglichkeit des Austauschs. Nun möchte ich selbst mal einen Teil meiner Geschichte erzählen. Vielleicht hat ja die ein oder andere einen Tipp für mich.

    Vor etwa einem Jahr lernte ich meinen jetzigen Partner kennen. Er hatte sich gerade frisch getrennt, während ich noch mitten in der Trennung steckte. Wir mochten uns von der ersten Sekunde an, ließen uns aber Zeit, um nichts zu überstürzen und unsere Leben auf privater Ebene erst einmal zu ordnen. Inzwischen sind wir zusammen und sehr glücklich. Da wir bereits vor unserem Beziehungsstart intensiven Kontakt pflegten und einen festen Platz im Leben des anderen hatten, hat er mir seine kleine Tochter (2 Jahre jung) recht zügig vorgestellt als es zu einer festen Partnerschaft kam. Nachdem klar war, dass wir den Weg als Paar gehen, hat er seine Ex mit sehr viel Feingefühl darüber informiert – wir fanden beide, dass es nur fair wäre – nicht zuletzt, weil ich den Treffen mit seiner Tochter regelmäßig beiwohne und die Ex es zwangsläufig mitbekäme. Wir fanden es ethisch korrekt mit offenen Karten zu spielen. Der Stress, der zuvor schon auf ihn einprasselte, wurde nun extremer.

    Sie diktierte von Beginn an die Zeiten des Umgangs, beleidigte ihn und auch mich auf primitivste Weise, hat Verbote ausgesprochen (keine Fahrt mit dem Auto, keine Treffen mit Freunden und deren Kinder etc.) und hat inzwischen mehrere Male Umgangs- und auch Feiertage ohne triftigen Grund abgesagt. Eine Übernachtung schließt sie vollständig aus. Inzwischen gehen die beiden gemeinsam zu einer Familienberatung, da eine angemessene, respektvolle Kommunikation einfach unmöglich ist – wie die bisherigen Erfahrungen zeigen – und er die dauerhafte Entfremdung seines Kindes fürchtet. Ihr Verhalten und ihre Handlungen zeigen deutlich, dass sie die Verbindung zum Vater zu untergraben versucht. Ich verstehe sehr gut, dass man nach einer Trennung verletzt ist und dass es schmerzen kann, den Ex-Partner in einer neuen glücklichen Beziehung zu wissen. Jedoch handelt es sich hierbei um puren Egoismus und Missgunst. Diese Einordnung ist deutlich bei der Vorgeschichte der beiden. Es geht hier weniger um eine verlorene Liebe als mehr um narzisstisches Verhalten. Die Trennung vollzog sich ebenso nicht sehr respektvoll. Die Frau leidet leider unter vielen Zwängen – darunter auch Kontrollzwang, was wir inzwischen sehr stark zu spüren bekommen. Kurz gesagt: sie fährt Ego-Achterbahn und verliert völlig den Blick dafür, dass sie vor allem ihrem Kind schadet, das sichtbar unter diesem zu geringen Kontakt leidet! Sie fordert nun seit Wochen Zutritt zu seiner Wohnung, um sicherzugehen, dass es der Kleinen dort gut gehe. Bisher hatte er das nicht zugelassen – nach all den Beleidigungen und den dauerhaften Vorenthaltungen des Kindes, sah er keine Möglichkeit, sie in seine Wohnung zu lassen (es gibt auch keine Pflicht. Das Gesetz schützt in diesem Fall). Er bot ihr an, Fotos und Videos zuzusenden, doch das genügte ihr nicht. Er hat sich nun dazu entschlossen, sie – mit der Beratung im Rücken – einmal durch die Wohnung laufen zu lassen. Laut ihrer Aussage könne das Kind ab dann bei ihm auch übernachten – sie brauche die Kontrolle – hat sie selbst so bestätigt. Sie wird also demnächst vorbeikommen. Und ich werde auch dabei sein und ihr das erste Mal begegnen. Von Beginn an machte ich deutlich, dass ich bereit wäre, die Mutter irgendwann kennenzulernen, falls sie sich das wünscht, da ich verstehen kann, dass man als Mutter gern weiß, mit wem das Kind regelmäßig zusammen ist. Jedoch hat sie dies nie höflich als Wunsch formuliert, sondern lautstark gefordert, während sie kontinuierlich ausfallend wurde. Daher hatte ich bisher von einem Treffen abgesehen, da gegenseitiger Respekt für mich die Grundlage darstellt. Da mit der Beratung aber leichte Besserung einzutreten scheint, er sich kooperativ zeigen und ich ihn dabei unterstützen möchte, werde ich also dabei sein.

    Nun meine Frage: Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Wie war das erste Treffen mit der Ex bei euch? Ich vermute, dass sie sich sehr unwohl fühlen wird – nicht zuletzt, weil sie mich stark beleidigt hat. Ich plane mich freundlich aber distanziert zu verhalten. Habt ihr noch Tipps, wie ich mich dahingehend etwas beruhigen kann? Mir ist wirklich ganz mulmig, denn nach all den Vorfällen trete ich ihr nicht unbefangen entgegen. Ich sehe mich als seelisch und moralisch unterstützende Partnerin – grundsätzlich ist das aber ein Thema zwischen den beiden. Und ich fühle mich von ihr stark in den Konflikt mit hineingezogen (durch ihre ständigen Anspielungen auf mich. Sie hat ein ziemlich geringes Selbstwertgefühl und scheint sich sehr stark gedanklich mit mir auseinanderzusetzen). Mein Partner hingegen ist ganz wunderbar und überlässt mir die Entscheidung der Begegnung, da er mich schützen möchte und darauf achtet, dass ich nicht zwischen die Fronten gerate.

    Schon einmal vorab vielen Dank und herzliche Grüße!

  • #7378

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Landis,

    das hört sich sehr anstrengend an…aber ich sehe es als gutes Zeichen, dass sie ja offensichtlich noch willig ist bei einer Familienberatung mitzumachen, was mir zumindest zeigt, dass sie das Kind noch nicht komplett aus den Augen verloren hat und offensichtlich nur sonst nicht in der Lage ist selbst über ihren Schatten zu springen („unsere“ KM kann das leider nicht). Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber deine Worte sind teilweise sehr hart, vorwurfsvoll und enthalten viele Vermutungen. Was tatsächlich in dieser Frau vorgeht, weißt du nicht. Ich weiß, es ist schwer, da objektiv zu bleiben und das schaffe ich auch nicht immer. Trotzdem sollte man immer wieder versuchen, auch ihre Perspektive zu sehen. Was in der Beziehung zwischen den beiden vorgefallen ist, weißt du maximal aus seiner Perspektive, nicht aus ihrer. Zwei Personen können ein und dieselbe Situation einfach komplett unterschiedlich empfinden…
    Ich finde es gut, dass du deinen Partner unterstützen möchtest, und halte es auch für eine gute Idee, dass du dem Treffen beiwohnst, damit sie weiß, wer regelmäßig Kontakt mit ihrer Tochter hat. Wie du selbst schreibst, würde ich mich freundlich, aber distanziert verhalten. Das wäre aus meiner Sicht, freundlich grüßen und sich ansonsten im Hintergrund halten. Ansonsten versuche vielleicht vorher einfach, dich in ihre Lage zu versetzten und den Gram ihr gegenüber zu vergessen bzw. vernachlässigen. Sie ist eine sehr verletzte Person, du hast nichts damit zu tun…du bekommst ihren „Hass“ zwar ab, bist aber nicht Schuld. Vielleicht kannst du so etwas neutraler sein. Denn behalte im Hinterkopf, wenn du mit deinem Partner ein gemeinsames Leben aufbauen willst, so wird dich diese Person passiv immer begleiten…d.h. je besser ihr das jetzt hin bekommt, desto besser wird es später (und umgekehrt). Und da kommen von Geburtstag und Weihnachten mal abgesehen, so Dinge wie Einschulung, Jugendweihe die man nicht wirklich getrennt feiern kann…

    Ich drücke euch allen die Daumen für dieses Treffen. Und auch wenn sich das alles was sie tut bzw. getan hat, wirklich schlimm anhört, es ist ihr definitiv zu gute zu halten, dass sie bereit ist diese Familientherapie zu machen und dies wohl auch schon eine Weile durchhält. Das passiert freiwillig und man kann niemanden dazu zwingen, auch das Gericht nicht. So wurde uns das zumindest gesagt und ist bei uns auch so… sämtliche Gespräche und Angebote für Familientherapie und Mediator wurden abgeblockt. Kommunikation nur noch schriftlich per Brief oder SMS (selbst Email nicht mehr).

    LG Daka.

    • #7618

      MarieWeigel
      Teilnehmer

      Hallo, nur mal kurz: ich hatte selbst das Treffen mit der Ex angesteuert vor 2 Wochen, die nur haesslich ueber mich sprach. Es hat zu meiner Verwunderung exzellent geklappt. Alle in der Familie dachten, wir wuerden streiten.

      Details, falls du diese wissen moechtest dazu, schreibe ich dir sehr gerne in den kommenden Tagen. Dann gib mir ein kurzes Zeichen. Denn deine Einstellung und Ausstrahlungist hier wichtig.
      Alles Gute und keine Angst.
      GLG Marie

      • #7738

        Daka
        Teilnehmer

        Liebe Marie,

        ich war im Urlaub und kann daher jetzt erst antworten. Details finde ich immer spannend :-).

        LG Daka.

  • #7382

    landis30
    Teilnehmer

    Hallo Daka,

    vielen Dank für deine Worte! Es tut gut sich auszutauschen – vor allem unter dem Aspekt, dass viele von uns ähnliche Situation durchleben.

    Zu meinen harten Worten: Ich stimme dir zu. Ich versuche mich in ihre Lage zu versetzen und kann einige ihrer Ängste auch verstehen. Was mich einfach wütend macht (und da greifen dann die Emotionen), ist, dass wirklich viele Verhaltensweisen egoistisch anmuten. Letztlich finden ihrerseits Unterstellungen statt, die nicht der Realität entsprechen und ganz offensichtlich bewusst implementiert werden – beispielweise der Vorwurf, er würde sein Kind nicht ordentlich versorgen. Das ist definitiv nicht der Fall – er ist liebevoll und hat immer ein Auge auf seine Kleine. Und das ist, was mich sehr daran stört. Es werden plötzlich Realitäten erfunden, was den ganzen Prozess erschwert. Aber selbstverständlich möchte ich mir auch nicht anmaßen die vergangene Beziehung der beiden zu beurteilen. Letztlich passt die Beschreibung der Beziehung sehr zum jetzigen Verhältnis und zum gegenwärtigen Verhalten. Das macht es natürlich umso schwieriger für mich, ihr Verständnis entgegenzubringen, vor allem, wenn es sich um Unwahrheiten handelt. Nichts desto trotz: Ich habe Verständnis dafür, dass sie mich grundsätzlich kennenlernen möchte, wenn auch die Art und Weise bislang sehr unangemessen war. Seit der Beratung habe ich auch grundsätzlich ein besseres Gefühl, da auch sie ein paar Schritte nach vorn macht. Ich hoffe einfach so sehr, dass es durch die Beratung langfristig entspannter wird und sie sich auch hinsichtlich meiner Person etwas beruhigt. Nicht zuletzt ist mein jetziger Partner jemand, mit dem ich auf Augenhöhe bin und mit dem ich in dieselbe Richtung blicke. Es wäre schön, wenn sie mich akzeptiert, damit es auch dauerhaft unproblematischer läuft. Vielleicht hilft das Treffen ja sogar etwas. Danke für deine Worte. Es hilft so sehr, eine Meinung von außen, und damit eine etwas objektivere, zu hören. 🙂

  • #7619

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Hallo Landis!

    Ich würde mir das Treffen ganz ehrlich gesagt nicht antun. Du hast schon eine vorgefasste Meinung zu ihr, und findest hier harte Worte für sie. Du hast eine Wut auf sie, weil sie egoistisch handelt, und weil du Manipulationen von ihr vermutest. Sie ist die Ex, über deren Beziehung du nur einseitig Informationen hast. Natürlich kannst du dieser Person nicht mehr neutral und offen entgegen treten.

    Das ist keine guten Ausgangslage für ein Kennenlernen. Und, mal ganz ehrlich, was gibt dir ein Treffen für dich? Was hast du davon diese Frau zu treffen? Was hat das Kind davon?

    Ich kenne die KM auch nicht. Und ich will sie gar nicht kennen lernen. Ich stand ihr einmal gegenüber bei einer Abholung, und sie hat nur geschimpft und gelästert und geätzt. Und nachdem ich mich nicht in die Streiterei einmischen wollte (im Gegensatz zu ihrem Neuen), dachte sie vermutlich, ich sei ein bisschen dämlich, wie ein stummer Fisch…ich aber gut zugehört, und das Gedächtnisprotokoll mit ihren brandheißen Aussagen unserem Anwalt übergeben.

    Ich habe auch eine schlechte, vorgefasste Meinung über diese Person. Und nur über meine Leiche würde ich sie in unser Haus lassen.

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