Einzug der Tochter?

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Dieses Thema enthält 5 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Daka vor 7 Monate, 2 Wochen.

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  • #8561

    Minza
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben!

    Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben und erhoffe mir durch diesen Beitrag ein bisschen Klarheit in meine Situation zu bringen!

    Ich bin 26, Studentin und mit meinem Partner seit 3 1/2 Jahren zusammen. Wir haben eine gemeinsame zweijährige Tochter. Mein Partner bringt aus einer früheren Beziehung zwei Kinder(Sohn 5, Tochter 10) mit. Diese wohnen anderthalb Stunden von unserem Wohnort entfernt.
    Die Situation mit seinen Kindern ist schwierig. Die Eltern trennten sich als die Tochter ca. 2 Jahre alt war. Die Kindsmutter bekam relativ schnell ein weiteres Kind von einem anderen Mann. Nennen wir ihn Mann Nr. 2. Nachdem sie sich von diesem trennte, bandelte sie erneut mit meinem Freund an und wurde prompt wieder schwanger. Die beiden kamen allerdings nicht zusammen. Stattdessen lernte sie Mann Nr.3 kennen, der sowohl bei der Geburt des Sohnes dabei war und auch der Herzpapa des Sohnes ist, da er bis vor kurzem jedenfalls, mit ihm im Haushalt lebte. Mit ihm folgte dann auch noch ein weiteres Kind. Zur zeit ist die Kindsmutter alleinerziehend und in aktueller Trennung mit Mann Nr 3

    Wie ihr seht ist die Sachlage etwas kompliziert.
    Zu der Tochter hat mein Freund eine starke Beziehung. Sie kommt alle zwei Wochen am Wochenende.
    Der Sohn kam mit knapp drei Jahren, nur durch immensen Druck des Jugendamtes, ebenfalls alle zwei Wochen zu meinem Freund. So richtig fühlte er sich allerdings nie wohl. Er wollte bei der Abholung nie mit nzw nur zu Mann Nr. 3 und fragte am WE ständig nach, wann er wieder nach Hause könne. Seit knapp 4 Monaten kommt er jetzt gar nicht mehr, weil die Kindsmutter ihn erst nicht mehr zwingen wollte, weil sie dachte, sie könne ihm damit mehr Stabiliät geben. Jetzt allerdings ist es ihr wieder ein großes Anliegen, dass der Sohn mitkommt, da sie keine Unterstützung mehr von Mann Nr.3 erfährt und das WE gerne für sich haben möchte. Sie hat, naja sagen wir mal, eine etwas verschobene Wahrnehmung und sehr gewaltvolle pädagogische Herangehensweisen. Zur Zeit erpresst sie ihren Sohn emotional : von der Tochter haben wir erfahren, dass der Sohn seinen Herzpapa so lange nicht sehen darf, bis er lerne, dass er zu seinem biologischen Vater muss.

    Generell hat die Kindsmutter einen starken Kontrollwahn. Sie gibt den Ton an und alles was nicht so durchgeführt wird, trägt sie über die Kinder aus. So kommt es, dass beide Kinder sehr instrumentalisiert werden.
    Mein Freund und ich sind zb. vor ein paar Monaten in Urlaub gefahren. Ein Kinderwochenende musste deshalb verschoben werden. Da ihr das nicht passte, schürte sie Verlustängste in ihrer Tochter die dann weinend bei uns anrief und nicht verstand, warum sie nicht mitkönne.
    Solche Sachen passieren Monatlich, teilweise wöchentlich. Ich kanns nicht mehr hören, diesen ganzen Bullshit!
    Statt auf ihre Kinder zu reagieren und Ihnen zu versichern, dass sie geliebt werden, spielt sie mit deren Gefühlen um meinen Partner unter Druck zu setzen.

    Den Kindern fehlt es an Stabilität. Die Tochter hat massive Konzentrationsprobleme und schon seit der Grundschule Schwierigkeiten mitzukommen. Die Mutter zweifelte an Ihrer Intelligenz und machte IQ-Tests mit ihr. Auch vermutet die Kindsmutter ADHS und spielt mit dem Gedanken ihr Ritalin zu geben.
    Die Tochter wird aufgrund von Zeitmangel der Kindsmutter nicht gefördert, Sprich sie hat keinerlei Möglichkeit einem Hobby nachzugehen. Desweiteren übernimmt sie in ihrem Haushalt den Part eines Erziehungsbeauftragten. Wenn Sie bei uns ist, geht Sie automatisch in die Mutterrolle für ihre Halbschwester. Es ist für mich schwierig, sie daraus zu holen. Sie ist dann oft überfordert mit ihrer „freien Zeit“. Wichtig ist es für sie dann Aufgaben zu bekommen.

    Der Sohn, zeigt auffälliges Verhalten im Kindergarten. Seine Einschulung wird als problematisch eingestuft. Seit einem Jahr, darf er auf keine Kindergarten-Ausflüge mehr.
    Er hat ein starkes Aufmerksamkeitsbedürfnis.
    Zur Zeit hat er weder Kontakt zu seinem gewähltem Papa als zu seinem biologischem.

    Die Kinder gucken extrem viel Fernsehen, was man finde ich, sowohl in ihrem sprachlichem Ausdrucksvermögen sieht, als auch in der Art und Weise wie sie spielen. Beide wissen nicht sonderlich viel mit sich anzufangen, wenn sie nicht fernsehen.
    Tja…wir haben bei uns keinen Fernseher und möchten nicht, dass unsere Tochter mit ihren zwei Jahren schon Zugang zu solchen Medien bekommnt.
    Die Kinder meines Freundes müssen dann stark angeleitet werden um sich mit was anderem zu beschäftigen, weil sie sonst am laufenden Band streiten. Auch deshalb weil die Schwester den Bruder versucht zu erziehen.

    Mein Freund hat seit geraumer Zeit, das Gefühl, dass es seinen Kindern bei der Kindsmutter überhaupt nicht gut geht und möchte, da die Kommunikation überhaupt nicht mehr klappt, nun vor Gericht.
    Zum einen möchte er das gemeinsame Sorgerecht für seinen Sohn, um wichtige Entscheidungen mittreffen zu können. Zum anderen möchte er die Grundlagen schaffen, um seine Tochter zu uns zu holen.
    Er hat gerade die Zusage für einen neuen Job bekommen, der in ca 2-3 Monaten los geht.
    Es wird sehr wahrscheinlich sein, dass er viel mehr unterwegs ist. Zwei WE im Monat und ab und zu Geschäftsreisen sind wohl Rahmenbedingungen. Wir haben dennoch keine Ahnung wie unser Alltag dann aussehen wird.
    Mein Freund sagte mir, dass er deshalb von meiner Unterstützung abhängig sei und das auch von seiner Partnerin erwarte. Das ich dann Abstriche in meiner Freiheit machen müsse, wäre klar, aber die neue Familienkonstellation könne ja sehr bereichernd und schön für alle werden.
    Falls ich ihn nicht unterstützen wolle, würde er sich von mir trennen und in die Nähe seiner Mutter ziehen, da diese ihn auf jeden Fall unterstüzen würde.
    Da ich dann mit unserem gemeinsamen Kind dann alleine wäre, solle ich mir überlegen auch in diesen Ort zu ziehen, da auch meine Eltern dort wohnen, die dann wiederrum mich unterstützen könnten.

    ich war geschockt über diese Radikalität.
    Ich hab mich überhaupt nicht gesehen gefühlt.
    Mein Studium dass ich seit einem halben Jahr jetzt wieder aufgegriffen habe und meine kleinen neu gewonnenen Freiräume, dadurch, dass unsere Tochter kein kleines Baby mehr ist….
    Ich sehne mich danach, nach der Schwangerschaft und Mutterschaft nach mir zu gucken und habe Angst vor dieser Herausforderung, weil ich denke, dass dann kein Raum mehr für mich ist.
    Ich weiß nicht wie sehr ich bereit bin Ihn zu unterstützen und ob ich das als Partnerin denn muss?
    Ich habe Angst ihn als Partner und Vater meines Kindes zu verlieren, wenn ich es nicht tue.

    Meine Ängste darüber habe ich meinem Partner mitgeteilt.
    Er sagt, er würde mir nie solch eine Verantwortung geben, da ich keine enge emotionale Bindung zu seiner Tochter habe. Doch ich glaube ihm nicht.
    In der Vergangenheit hat er oft seine Verantwortung an mich übergeben, gerade in der Zeit als unser Kind noch sehr klein war. Ich war, als meine Tochter geboren wurde, oft mit seinen Kindern alleine weil er arbeiten musste. Nach einem Jahr war ich fix und fertig und habe einen Cut gemacht. Ich wollte, dass wir die Kinderwochenenden nicht mehr gemeinsam verbringen. Ich wollte vermeiden, dass seine Kinder meine negativen Gefühle ihnen gegenüber zu spüren bekommen.
    Das Modell fuhren wir ein halbes Jahr. Er war mit seinen Kindern an den jeweiligen We bei seiner Mutter.
    Nun sind wir seit einem Monat wieder dabei die Kinderwochenenden hier zu verbringen.
    Ich übe mich darin nicht in seine Verantwortung zu gehen, aber das ist schwierig.
    Ich wasche, koche und putze ja nicht nur für ein Kind und lass die Sachen der andern beiden links liegen.
    Die Anwesenheit der Tochter ist für mich auch gewöhnungsbedürftig. Es ist klar, dass sie ihre Berechtigung hat hier zu sein, um Zeit mit ihrem Vater zu verbringen. Trotzdem fühlt es sich für mich an, als wäre sie ein Eindringling.

    Ich versuche die Eifersucht gegenüber seinen Kindern zu ergründen.
    Sicherlich gibt es keine vergangene Beziehung in der ich so viel über mich gelernt habe, wie in dieser. Ich denke, dass solch negative Gefühle da sind, weil sie auf etwas hinweisen, was gesehen werden möchte. Es könnte eine Chance sein, sich wahrhaftig mit sich selbst auseinanderzusetzen.
    Das klingt wunderbar, doch an der Umsetzung hapert es gewaltig.

    Mein Partner hat in den letzten Monaten oft davon gesprochen, ob es nicht eine Option wäre, dass wir uns räumlich trennen. Wir streiten viel und es gibt viele Baustellen, die nicht ohne weiteres zu beseitigen sind. Jetzt hat sich für mich eine solche Option aufgetan. Ich hab das Angebot in eine schöne, kleine Wohnung zu ziehen, 400 m von der jetzigen wohnung entfernt.
    Wir hätten dann also zwei Haushalte. Mir gefällt diese Idee, weil ich mich danach sehne zur Ruhe zu kommen. Mein Freund ist nun, nach seiner Job-Zusage, dagegen. Er befürchtet nun, wir würden uns von einander entfernen. Wahrscheinlich sieht er auch, dass ich ihn dann schlechter unterstützen könne.

    Ihr lieben Ratgebenden! Wie beurteilt ihr meine Lage? Hat jemand von euch Tipps wie ich mich im Bezug auf den eventuellen Einzug der Tochter verhalten soll?
    Hat jemand Erfahrungen im getrennt Wohnen aber Zusammensein?

    Herzliche Grüße
    Minza

  • #8562

    Blackpearl
    Teilnehmer

    Hallo Minza,

    ich habe leider gar nicht so viel zu deiner Situation beizutragen, trotzdem möchte ich dir antworten.
    Ich kann mir vorstellen, wie schwer das Ganze ist. Er hat nicht nur 2 Kinder aus früherer Beziehung, sondern auch noch eine extrem komplizierte Konstellation.
    Ich kann gut verstehen, warum du dich da raus halten möchtest und kann deinen Wunsch auszuziehen sehr gut nachvollziehen.

    Kann es sein, dass ihr in eurer Wohnung auch zu wenig Platz für alle habt? Hat denn jeder einen Rückzugsort?
    Darf ich fragen, wie alt dein Partner ist?

    Mein Freund hat auch schon mal darüber nachgedacht, seine Tochter zu uns zu holen. Ich kann sein Bedürfnis verstehen und ich sehe ja auch, wie vernachlässigt das Kind ist, aber das wäre für mich nichts. Ich würde dann auch ausziehen, die Nerven mit dem Kind habe ich nicht.

    Ob die Beziehung bei getrennten Wohnungen funktioniert, weiß ich nicht. Ich stelle es mir schon schwer vor.

    • #8563

      Pinocchio
      Teilnehmer

      Liebe Minza
      Du schreibst, jetzt, NACH seinem Jobangebot, befürchtet er dass getrennte Wohnungen nicht gut für Eure BEZIEHUNG seien, aber vorher, als euer Kind Baby war, seine Kinder er alleine betreuen musste, wollte er dass du ausziehst und es wäre gut für die Beziehung gewesen…hmmmm… Nimm ihn beim Wort! Beim vorherigen!
      Du bist noch jung, du musst dich nicht für seine Kinder Opfern.

      Zum Thema getrennte Wohnungen: wenns finanziell drinne liegt, warum nicht? Ich kenne Paare, denen es danach richtig gut ging. Wenn es ihm allerdings nur um Erpressung geht („wenn du ausziehst, trennen wir uns“), dann ist ja eh besser, dass diese Beziehung ein Ende hat. Du hast bestimmt Angst, wegen dem gemeinsamen Kind. Das kann ich gut verstehen!! Auch ich hab solche Ängste.. Darüber können wir vielleicht ein andermal schreiben.
      Was ich unbedingt noch dir schreiben wollte: ER versucht dich ebenfalls zu erpressen, mit der Aussage, „wenn du nicht mitmachst, ziehe ich zu meiner Mama“. Es scheint also als ob die Ex nur sein Spiegel ist? Wenn du an dir arbeiten möchtest, dann eher in diese Richtung: warum habe ich mit diesem Thema zu tun? Es kann auch sein, dass es nichts mit dir zu tun hat! Wir denken nur immer, dass es doch etwas sein soll. Muss aber nicht.
      Viel Glück

  • #8565

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Hallo Minza ich schliesse mich da Pinochhio an. Was er macht ist Erpressung und er denkt nicht mal an dich oder euer Kind. Wenn seine Tochter bei ihm leben soll dann soll er sie holen aber bitte auch dann die Verantwortung und die Organisation übernehmen. Ich kann dir sagen nämlich das sollte die Tochter bei euch einziehen,du zu 90% dann nach ihr richten wirst. Er wird arbeiten und du darfst von Schule bis Betreuung alles machen und wirst kein freies Wochenende mehr haben geschweige den villeicht mal Zeit als Paar. Willst du Das?ich denke nicht und ich würde dir raten wenn es finanziell passt dann nimm diese Wohnung. Allein um dich und dein Kind zu schützen.

    Und du solltest ihm nahe legen das so keine Liebe aussieht. Weisst du warum er jetzt nicht mehr getrennte Wohnungen will? Weil er sonst alles machen muss

  • #8568

    Soulcolored
    Teilnehmer

    Achja getrennte Wohnungen können sehr gut klappen auch wenn man zusammen ist. Mein Mann und ich haben 2 Jahre getrennte Wohnungen gehabt trotz Kinder und wir waren zusammen. Es hat sehr gut geklappt und war sehr entspannt.jeder hätte sein Reich zum zurück ziehen und ich hatte nicht dauernd Stiefsohn um mich herum. Auch die Absprachen haben besser geklappt

  • #8587

    Daka
    Teilnehmer

    Hallo Minza,

    Wow: „Falls ich ihn nicht unterstützen wolle, würde er sich von mir trennen und in die Nähe seiner Mutter ziehen, da diese ihn auf jeden Fall unterstüzen würde.
    Da ich dann mit unserem gemeinsamen Kind dann alleine wäre, solle ich mir überlegen auch in diesen Ort zu ziehen, da auch meine Eltern dort wohnen, die dann wiederrum mich unterstützen könnten.“

    Das meint er doch nicht ernst? Du sollst ihn mit seiner Tochter unterstützen und wenn du das nicht tust, dann verlässt er dafür Dich und eure gemeinsame Tochter??? UND damit du dann genug Unterstützung von deinen Eltern bekommen kannst, zieh doch gefälligst dann dort hin. Denn mit ihm kannst du offensichtlich nicht rechnen.

    Meine Meinung, zieh mit deiner Tochter in die kleine Wohnung und gucke wie sich eure Beziehung weiter entwickelt. Entweder er merkt dann dass du (und eure Tochter) ihm fehlt und ihr findet irgendwann wieder einen Weg zusammen oder eine Trennung ist räumlich schon erfolgt und macht das drumherum dann einfacher. Parallel versuche dein Studium zu beenden und dir eigene Standbeine auch finanziell aufzubauen.

    Was das zu sich holen der großen Tochter betrifft, ist denke ich nicht so einfach wie er sich das vorstellt…wenn sie immer bei der Mutter gewohnt hat, muss es schon gravierende Gründe geben, dass das geändert wird (Nennt sich „Kontinuitätsprinzip“ in der Fachsprache. Durften wir uns auch anhören als wir und BK mehr Umgang wollten). Zu viel Fernsehen reicht da jedenfalls nicht aus. Zumal die Mutter ja wenig arbeitet und er viel. Wie soll er denn begründen, dass sein Tochter zu ihm soll, wenn dann auch immer niemand da ist und sich auch die Großeltern (oder Du) kümmern? Ich denke also, die Angst, dass die Tochter bald bei euch einzieht ist zwar grundsätzlich berechtigt, aber ich denke von der Konstellation die du beschreibst, wird das nicht passieren. Zumal sie ja dann auch die Schule wechseln müsste etc.

    Ich denke im übrigen so wie Pinocchio, er und die KiMu sind sich gar nicht so unähnlich, mit emotionaler Erpressung versuchen sie ihre Wünsche durch zubringen. Und lass mich raten, um eure Tochter kümmerst du dich auch so ca. 99:1 oder vielleicht 95:5???

    Fühl dich gedrückt,
    LG Daka.

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