Einseitiger Wunsch nach einer (zweiten) Familie

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Dieses Thema enthält 17 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  LillyChantilly vor 6 Tagen, 17 Stunden.

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  • #9894

    Lacrima
    Teilnehmer

    Hallo liebe Foren-Mitglieder,
    ich bin neu hier im Forum und kämpfe momentan sehr mit mir und meiner Beziehung und möchte euch um Erfahrungen und Hilfe bitten. Ich habe mir auch bereits psychotherapeutische Unterstützung gesucht, hoffe allerdings, auch von „Leidensgenossinnen“ lernen zu können.

    Ich bin seit knapp 2 Jahren mit meinem Partner zusammen, sein Sohn ist 3,5 Jahre alt. Mit seinem Sohn komme ich mittlerweile ganz gut klar, auch wenn er sehr anstrengend und absolut unselbstständig für sein Alter ist. Das Thema eigene Kinder war mir schon immer sehr wichtig und ich habe es auch frühzeitig angesprochen, um Klarheit über unsere Vorstellungen zu bekommen. Unser Altersunterschied (ich 29, er 41) spielt da natürlich auch eine Rolle. Wir waren uns beide einig, dass wir zusammen Kinder haben wollen.

    Mir ist es sehr wichtig, eigene Kinder mit ihm zu haben und ich kann es kaum erwarten damit loszulegen. (Leider höre ich ständig von allen mit denen ich darüber spreche: „Du bist doch noch jung und hast noch ganz viel Zeit!“ ) Mein Partner sieht nach eigener Aussage momentan allerdings „noch keinen Zeitpunkt“, wann er es sich vorstellen kann die Zweitfamilie in Angriff zu nehmen. Das führt häufig zu Streit zwischen uns. Einerseits sagt er mir, dass ich ihn sehr glücklich mache und er für immer mit mir zusammen sein will, andererseits bin ich nicht wichtig genug, meine Wünsche nach einer eigenen Familie ernst zu nehmen.

    Es belastet mich ungemein das „Nicht-Mein-Kind-Zimmer“ seines Sohnes in unserer Wohnung tagtäglich vor Augen zu haben, mich auf Spielplatzbesuchen mit ihm in der ganzen Elternmenge als Außenseiter zu fühlen und ständig die Belange eines Kindes, das nicht meines ist, mein Leben bestimmen zu lassen. Gefühlt ist momentan die gesamt Welt um mich herum schwanger oder hat ein Baby, nur mir bleibt es verwehrt.

    Dazu kommt eine starke Eifersucht auf die Ex-Freundin meines Partners. Wie im Blog „Eigenes Kind mit dem Partner der schon eines hat“ von Susi beschrieben, tut mir die Vorstellung weh, bei allem immer nur 2. Wahl zu sein. Es gab schon einmal eine Frau in seinem Leben, die ihm so wichtig war, dass er mit ihr eine Familie gründen wollte. Er hat schon zwei Mal (incl. Einer Fehlgeburt) die Nachricht „Wir sind schwanger“ gesagt bekommen. Er war schon einmal im Kreissaal dabei und hat das Wunder der Geburt erlebt. Wie könnte er nicht bei jedem unserer Erlebnisse die wir vielleicht haben an das erste Mal zurück denken? Das erste Mal ist immer etwas ganz besonderes. So einzigartig kann ein zweites Mal nicht sein…

    Diese Eifersucht nagt umso mehr an mir, je länger ich auf meine Zukunft warten muss. Mit ihr hat er all das gemacht, obwohl er nach eigenen Aussagen schon damals nicht glücklich war in der Beziehung. Sie war ihm wichtig genug, dass er insgesamt 12 Jahre eine Beziehung mit ihr geführt hat, obwohl er 11 Jahre davon zusehends unglücklicher geworden ist. Mit mir sei er glücklich, sagt er. Warum traut er sich dann nicht, mit mir einen Schritt weiter zu gehen?

    Ich weiß momentan nicht, wie ich mit all dem umgehen soll. Natürlich wusste ich, dass er ein Kind hat, als unsere Beziehung begann. Ich wusste nur nicht, wie schwerwiegend die Konsequenzen für mich sein würden. Woher auch. Ich liebe ihn sehr und fühle eine sehr besondere Verbindung zu ihm, die ich aus vorherigen Beziehungen so nicht kenne. Daher möchte ich auch für uns kämpfen, weil ich sonst auch befürchte, in einem neuen Partner Ersatz für ihn zu suchen und ihn nie finden werde.

    Habt ihr Erfahrungen, wie man lernt mit dieser Eifersucht umzugehen? Muss ich einfach seinem Prinzip „Die Zeit regelt das schon“ folgen und warten und warten und warten? Gibt es Wege ihm mehr Selbstbewusstsein in seiner Rolle als Patchwork-Vater zu geben, dass er nicht ständig das Gefühl hat, er würde seinem Kind nicht gerecht werden, was ihn übervorsichtig und extrem langsam in allen Entscheidungen macht?

    Danke für eure Ratschläge.

    Lacrima

  • #9895

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Hallo Lacrima!

    ich werde dir den gleichen Rat geben, wie dein Umfeld: „Du bist doch noch jung und hast noch Zeit“.
    Warum muss es ausgerechnet dieser Mann mit all seinen Altlasten sein? Mit 29 findest du noch leicht einen gleichaltrigen, wo du nicht diese Eifersuchtsgefühle durchleben musst.

    Die Ratschläge bei Susi gelten auch für dich.
    Du musst mit der Eifersucht umgehen lernen. Du musst es schaffen, die Ex als Ex und ihr Kind als ein vergangenes Erlebnis sehen. Du musst darauf vertrauen, dass es auch mit dir noch besonders wäre. Anders geht es nicht.

    Es hat keinen Sinn, sich einzureden, wie lange er in der anderen Beziehung unglücklich war, und sich so zu vergleichen. Das macht doch die gemeinsame Zeit der beiden nicht ungeschehen. Ein Abwerten der Ex und der Vergangenheit macht auch nicht dich oder eure Beziehung besser. Im Gegenteil. Du wirst zur verbitterten, krankhaft eifersüchtigen Furie, und das findet er sicher auch nicht attraktiv.

    Und der Vergleich, so wie du ihn formulierst, mit der Unterstellung, du seist ihm nicht wichtig genug, wenn er nicht mit dir auch sofort den nächsten Schritt geht, finde ich ganz schlimm. Du schießt dich damit nur selber ins Aus. Wenn er nachgibt, wird er sich irgendwann erpresst fühlen, sobald nicht mehr alles eitel Sonnenschein ist. Oder er wirft dir an den Kopf „Du bist schon genau wie sie.“ Oder am schlimmsten, er lässt sich von dir so lange unter Druck setzen, bis er nachgibt, und du endest genau wie sie, und die Beziehung geht kaputt, und er erzählt überall herum, wie lange er schon nicht mehr glücklich war.

    Auch in deinem Fall finde ich es gut, dass der Mann auf die Bremse steigt. Denn du bist tatsächlich noch jung. Du hast die Chance, an dieser Situation zu wachsen, mit deinen negativen Gefühlen umgehen zu lernen, das Kind und seine Existenz zu akzeptieren. Das ist alleine schon ein harter Kampf – ich weiß, wovon ich rede.

    Die einfachere Lösung wäre sicher, einen jüngeren zu suchen, der keine Vergangenheit hat, und zwar jetzt bevor mit Mitte Dreißig die Uhr tickt!

  • #9898

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Lacrima,

    du fragst: „Wie könnte er nicht bei jedem unserer Erlebnisse die wir vielleicht haben an das erste Mal zurück denken? Das erste Mal ist immer etwas ganz besonderes. So einzigartig kann ein zweites Mal nicht sein…“ Ganz ehrlich? Er ist ein Mann und die meisten Männer sind damit nicht so emotional verbunden wie wir Frauen. Und war nicht der erste Kuss mit deinem neuen Mann, auch etwas besonderes für dich, obwohl dein richtiger „erster“ Kuss sicherlich mit einem anderen Mann war??? Ich finde diesem „ersten Mal“ wird zuviel Bedeutung beigemessen.

    Aus Sicht deines Mannes will er warten, bis sich die Beziehung etwas mehr stabilisiert hat…das finde ich verständlich, schließlich möchte er nicht in 2 Jahren mit 2 Ex-Frauen und Besuchskindern da stehen… ich verstehe aber auch absolut deinen dringlichen Kinderwunsch, ich weiß wie man sich fühlt, wenn alle Schwanger sind nur man selbst nicht. Einen wirklichen Rat kann ich dir daher nicht geben.

    Objektiv sehe ich es so wie Lilly: Such dir einen Mann in deinem Alter, der im besten Fall eine unbelastete Vergangenheit und ebenfalls einen KiWu hat. Ist natürlich leichter gesagt als getan…

    Wie habe ich es gemacht? Als für mich die Wartezeit zu lang wurde, habe ich meinem Partner mitgeteilt, dass ich ab sofort die hormonelle Verhütung absetzen werde. Ich habe einen Kinderwunsch und möchte meinen Körper nicht länger mit Hormonen belasten. Wenn er (noch) kein Kind möchte, dann darf er sich von nun an selbst um die Verhütung kümmern, also z.B. Kondome benutzen… Bei uns hat es ab diesem Punkt nicht mehr lange gedauert bis ich schwanger wurde…denn Kondome sind nervig und immer rechtzeitig raus ziehen natürlich keine zuverlässige Verhütungsmethode…

    Alles gute für dich,
    LG Daka.

  • #9900

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Ich weiß, dass diese „Taktik“ hier schon öfter benutzt wurde, um den eigenen Kinderwunsch erfolgreich durchzudrücken. Aber ganz ehrlich, ich finde das schrecklich.

    Einseitig die Verhütung zu ändern ist nicht partnerschaftlich, sondern ein einfacher Erpressungsversuch. Wäre ich der Mann, wäre das für mich ein Trennungsgrund, mit der Ansage „Ich lasse mich doch nicht erpressen“

    Findet ihr dieses Vorgehen wirklich noch gemeinschaftlich, beziehungsfördernd, respektvoll dem Willen des anderen gegenüber? Es hat in meinen Augen eher was von Nötigung, Erpressung, den eigenen Willen auf Biegen und Brechen durchsetzen, und absolut respektlosen Umgang mit dem Menschen, den man „liebt“.

    Für mich wäre das so, als würde einen der Partner vor die vollendete Tatsache stellen, dass sein Kind jetzt einzieht, und dann noch sagen „wenns dir nicht passt, kannst du ja ausziehen“
    Obwohl man im Vorfeld dazu immer sagte „Kann ich mir schon vorstellen. Müssten wir dann drüber reden, wenn es so weit ist.“

    Ich finde, der korrekte Weg ist, miteinander zu sprechen, einen Zeitraum festzulegen, der für beide ok ist und an den sich der zögerliche Teil dann auch wirklich hält.

    Aber andererseits…vielleicht solltet ihr nicht auf mich hören. Mein integres Verhalten hat mich zu einer kinderlosen Mittdreißigerin gemacht, bei der es jetzt, wo sie endlich den richtigen Mann hat, der auch wirklich will, nicht klappt.
    Hätt ich nur mal doch irgendwem eins untergejubelt…vielleicht auch mit „Vorankündigung“

    • #9910

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Liebe Lilly,

      alles hat seinen Sinn. Sei nicht traurig darüber, wenn es nicht mehr klappen sollte. Obwohl Mitte 30 kein Beinbruch ist. Vielleicht soll es einfach nicht sein??
      Ich kenne meinen Mann nun schon seit 2004. Wir sind aber erst seit 2012 zusammen. Eine Familie hat er gegen seine Übezeugung mit der Ex gegründet. Ich hatte derweil einen anderen, der verheiratet war.
      Irgendwie alles Murks. Inzwischen bin ich weit über 40. ich habe drei FG hinter mir und den Kinderwunsch endgültig abgeschrieben. Auch wenn es schwer fällt, ist es langfristig vielleicht leichter, seinen Weg anzunehmen, so wie er ist.
      Ich wünsche Dir, dass es noch klappt. Warum nicht??

  • #9901

    Daka
    Teilnehmer

    Ich sehe es so: Verhütung ist eine Sache bei der BEIDE Partner die Verantwortung tragen. Warum soll ich als Frau die sich ein Kind wünscht jahrelang Hormone nehmen und meinen Körper damit belasten? Es gibt ja auch Fälle wo Frau die Hormone nicht verträgt und deshalb anderweitig verhütet werden muss.
    Ich jubele auch im übrigen jemandem ein Kind nur dann unter, wenn ich hinterlistig und ohne Ankündigung die hormonelle Verhütung absetze und das empfehle ich hier absolut nicht. Meine Empfehlung ist hier dem Mann die Verantwortung dafür zu übergeben. Wenn er denn wirklich kein Kind möchte, dann ist es ein leichtes für ihn, selbst entsprechend Sorge dafür zu tragen. Es ist leicht und bequem als Mann zu verhüten wenn Frau die Pille nimmt, Spirale hat etc. ist ja total praktisch, da muss man nichts tun und bleibt mit dem einen Kind was man hat.

    Ich habe das damals übrigens erst gemacht, nachdem der von uns festgelegte Zeitraum um war und „Mann“ weiter verlängern wollte…

    LG Daka.

  • #9902

    Lacrima
    Teilnehmer

    Hallo,

    vielen Dank für eure Antworten.

    Meinen Partner zu zwingen ist nicht mein Ziel, bei uns scheitert es daran, einen Zeitrahmen zu definieren. Er möchte mit allem erst abwarten und gucken, wie er sich fühlt und verkriecht sich hinter der Angst, dass das seinem Sohn ja unheilbaren Schaden zufügen würde.

    Ich stehe dann vor der Entscheidung, ihm so viel Zeit zu geben wie er braucht und darauf zu hoffen, dass er es auch wirklich ernst meint und nicht mit 45 sagt „jetzt bin ich eigentlich auch schon zu alt und es ist gerade alles etwas entspannter geworden“ ODER mich von ihm zu trennen obwohl ich ihn sehr liebe und mir ein Kind mit ihm wünsche. Beides nicht das was ich will.

    Der Großteil unseres Lebens läuft nach seinen, bzw. den Vorgaben seines Kindes und seiner Ex. Alles muss mit ihnen kompatibel sein. Es hat ein Jahr gedauert, bis ich das Kind kennenlernen durfte. Das zusammen wohnen genauso… Ich nehme Rücksicht, stelle alle meine Belange zurück und gebe ihm Zeit. Ist es dann zu viel von ihm verlangt, sich auf einenen Zeitraum der nicht erst in 2 Jahren beginnt festzulegen und sich dann auch daran zu halten?

  • #9903

    Erein
    Teilnehmer

    Liebe Lacrima,

    in einer Partnerschaft sollte man immer ein gemeinsames Ziel haben und Kompromisse schließen können. Wenn das nicht funktioniert, dann sollte man die Beziehung beenden. Dabei ist es unerheblich ob dein Freund Altlasten hat oder nicht. Ich bin 3 Jahre jünger als du und hatte davor eine 8 jährige Beziehung (Jugendliebe), die zerbrach auch am Kinderwunsch und die zu unterschiedlichsten Vorstellungen. Setzt dich in Ruhe mit deinem Freund zusammen und frage ihn nach seinen genauen Vorstellungen und Wünschen und sag wie du dich fühlst.
    Damit eine Beziehung funktioniert, muss man einen Kompromiss schließen mit dem beide gut leben können.

    Das Problem mit der „zweiten Wahl“ habe ich zeitweise auch. Aber nicht mehr so stark wie am Anfang.
    Wie oben schon mal gesagt, denken Männer nicht so emotional und mein Freund empfand die erste Geburt nicht so, denn er war bei seiner Ex auch nur „zweite Wahl“. (Sie hatte ein Kind in die Beziehung gebracht). Mein Freund sagte zu mir das wir beide davon profitieren können, da er sich „auskennt“ und mich somit viel besser unterstützen könnte, wenn es mal so weit ist.
    Versuche die Dinge positiv zu sehen. Ich weiß das es manchmal schwer ist, aber alles andere frisst uns doch nur auf.
    Das Kind von deinem Ex ist noch klein und braucht noch Unterstützung. Mein BK ist acht Jahre alt und ist in paar Jahren aus dem gröbsten raus. Dann kann man sich vollends auf die eigenen Kinder/Babys konzentrieren.

  • #9904

    Rilaahna
    Teilnehmer

    Hallo Lacrima,

    für mich liest sich das so heraus, dass deinem Partner eure Beziehung noch nicht „gut genug“ gefestigt vorkommt. Ihr seid ja auch erst seit knapp zwei Jahren zusammen. Er möchte einfach nichts überstürzen, ist für mich verständlich.
    Kläre mit ihm noch einmal in einer ruhigen Minute wie er WIRKLICH zu deinem Kinderwunsch steht. „Fordere“ eine ehrliche Antwort von ihm. Es gibt nämlich auch Männer, die einen nur hinhalten, im eigenen Freundeskreis erlebt.

    LG Rilaahna

  • #9905

    Lacrima
    Teilnehmer

    Das mit den Gesprächen ist bisher leider immer in Streit und ohne sinnvolles Ergebnis geendet. Ich hab auch schon vorgeschlagen, dass wir uns eine gemeinsame Beratung suchen, damit die Gespräche moderiert ablaufen. Fand er gut. Bisher hat er aber keinen einzigen Gedanken an ein „Wo“ oder „Wie“ oder die praktische Umsetzung verschwendet. Ich habe ihm auch schon gesagt, dass es mich ärgert, dass solche Aufgaben an mir hängen bleiben, weil es bei mir so ankommt, als wären ihm die Dinge egal. Mit seiner Ex hat er eine Beratung aufgesucht, um zu klären wie sie das mit dem Kind regeln. Für unsere Beziehung geht er den Schritt nicht. Das macht mich traurig und wütend.

    • #9908

      LillyChantilly
      Teilnehmer

      Puh, das alles klingt anstrengend. Nach nur „knappen 2 Jahren“ Beziehung schon Streit deswegen und Druck deinerseits, und die Überlegung zu Beratung…
      Das wird nichts mehr, wenn du dich nicht sofort ein bisschen zurück nimmst. Du wirst ihn anfangen zu nerven, und er wird dich fallen lassen. Bei der nächsten bist du dann die „Verrückte, die sofort ein Kind von mir wollte“
      Und dann auch schon wieder der Vergleich mit der Ex! Die waren da in einem moderierten Trennungsgespräch! Da geht man hin, wenn man nicht mehr miteinander reden kann.

  • #9906

    Erein
    Teilnehmer

    Wenn man immer erwartet das der andere was tut, dann kommt man nicht weit.
    Wer weiß ob nicht bei der Beratung beim Kind seine Ex die treibende Kraft war. Wenn es dir wichtig ist, dann suche doch schon Beratungsstellen aus, rufe an und mache einen Termin aus.
    Dann liegt es an ihn, ob er mitzieht oder nicht. Ich kann dich wirklich verstehen…aber auf stur stellen und wütend zu sein bringt dir nichts. Es zieht runter.
    Viele sind bei solchen Dingen etwas nachlässig und brauchen das man ihnen in den Arsch tritt 🙂

  • #9907

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Für mich liest sich der Fall hier aber auch, wie der wo der Mann auch nur für die Erstfamilie lebte, und Angst hatte, eine neue Beziehung könne „seiner Familie“ was wegnehmen.

    Wenn einer schon sagt, das könnte dem alten Kind „Schaden zufügen“…Lacrima…bitte sei da vorsichtig. Der wirkt, als sei er auch einfach wirklich noch nicht so weit, vielleicht auch noch ein bisschen in der Aufarbeitung dieser gescheiterten Familiengründung. Da sein Kind noch nicht mal 3 ist, wäre das ja verständlich.

    Auf keinen Fall würde ich da einen Erpressungsversuch in Richtung „Dann setz ich halt die Pille ab“ starten. Wie gesagt, ich halte davon generell nichts, und bei jemandem, der wirklich noch jung genug ist, und länger Zeit hat für den Kinderwunsch, hätte ich da gar kein Verständnis dafür.

    Ja, Daka, Verhütung sollte GEMEINSAME Sache sein. Aber in der Realität ist das einzige Gemeinsame daran bestenfalls die gemeinsame Entscheidung für eine Methode, und nicht mal das ist in den meisten Beziehungen so. Meistens fragt er doch irgendwann am Anfang mal, ob sie die Pille nimmt. Und wenn man sich zu dem Zeitpunkt gut genug kennt, und vertraut, bleibt ab da das Kondom weg.
    Der Mann muss dann vertrauen.

    Für den Mann gibts nun mal nur Kondome oder Vasektomie – dazwischen gibts nichts. Und gerade weil er so wenig Möglichkeiten hat, muss er sich darauf verlassen können, dass das was abgesprochen wurde, gilt. Für beide, und zwar solange bis was anderes abgesprochen wird. Einseitig zu sagen „Ich nehm die Pille nicht mehr, weil ich jetzt sofort ein Kind will“ finde ich unfair, eben gerade weil die Männer so wenige andere Möglichkeiten haben. Das ist so einseitig, über den Kopf des anderen entschieden, den Mann nicht für voll genommen, bevormundet und über den Tisch gezogen. Ob das jetzt mit oder ohne Ansage geschieht, macht für mich nicht mehr viel Unterschied.

    Das Argument mit den Hormonen wird dann auch immer gern gebracht. Aber es gibt auch zuverlässige Verhütungsmethoden ohne Hormone. Wenn man als Frau den Wunsch des Partners, noch zu warten respektiert, dann macht man eben das solange.
    Voraussetzung wäre für ein Aufschieben aber immer, dass nach der vereinbarten Zeit, eine fixe Entscheidung getroffen wird. Man merkt dann doch, ob man hingehalten wird oder ob die Bedenken echt sind.

    Lacrima, auch das möchte ich dir raten. Hab Verständnis, dass seine letzte Familiengründung noch nicht so lange her ist, dass es zwischen euch noch nicht genug gefestigt ist für ihn. Mach keinen Druck.
    Er braucht die Zeit die er braucht. Das kannst du nicht beschleunigen.
    Du kannst ihm aber sagen, dass dein Kinderwunsch stark ist, und dass du in spätestens einem Jahr nochmal über das Thema reden willst. Gib euch beiden die Zeit, bist doch wirklich noch jung.
    Und achte wirklich gut darauf, wie sich das mit dem schlechten Gewissen entwickelt. Es kann tatsächlich sein, dass er momentan noch gar nicht entschieden hat, ob er überhaupt wieder eine Familiengründung riskiert, dass er das anfangs gesagt hat, und vielleicht sogar wollte, dass aber jetzt das schlechte Gewissen größer wird. Das kannst du nur mit der Zeit rausfinden.

    Auf gar keinen Fall solltest du deinen Kinderwunsch im Alleingang umsetzen. Mit einem eigenen Kind kannst du das alte nicht loswerden – wurde in letzter Zeit hier doch öfter schon geraten.

  • #9911

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Lilly,

    zu deiner Aussage „Aber es gibt auch zuverlässige Verhütungsmethoden ohne Hormone“ wüsste ich ja gerne mal welche du da konkret meinst… annähernd sicher ist aus meiner Sicht dann nur noch die Kupferspirale (und da liest man auch allzu oft von Kindern die trotz Spirale entstanden sind) und einer Frau mit Kinderwunsch würde ich persönlich nicht dazu raten. Kondome sind richtig angewendet ein sicheres Verhütungsmittel dass Mann auch zur Verhütung einer SS nutzen kann. Und nachweislich machen die Hormone vielen Frauen Probleme. Egal ob in Form der Pille oder Hormonspirale. Ja, es mag sein, dass es ein generelles Problem ist, dass Männer kaum andere Möglichkeiten haben, aber die die sie haben können sie doch auch nutzen. Es ist sicher nicht die erste Wahl den Partner vor vollendete Tatsachen zu stellen und das habe ich so auch nicht von heute auf morgen gemacht. Manche Männer brauchen halt auch einfach den kleinen „Schubs“ in die richtige Richtung. Ich war damals 33 und für mich kam es nicht in Frage noch viel länger zu warten. Wir waren zu dem Zeitpunkt allerdings auch schon 3 Jahre zusammen und hatten eine gefestigte Beziehung. Ich habe beim letzten Rezept gesagt, dass ich mir danach kein neues holen werde und auch dann als es soweit war nochmal gesagt, dass ich jetzt nicht mehr verhüte. Bei der 2. SS lief es ähnlich ab… mit dem Unterschied, dass er nach der 1. FG dann plötzlich auch unbedingt wollte und nichts unversucht hat, dass ich wieder Schwanger werde… da war der Umschwung von „ich bin mir nicht sicher ob ich will“ zu „ich will unbedingt“ sehr deutlich.
    Aber ich gebe euch natürlich recht, im konkreten Fall ist das momentan sicher der falsche Weg. Deswegen habe ich ja auch geschrieben, ich habe das damals so gelöst. Ich stimme dir voll zu, dass das ganz sicher keinen allgemein gültige und sehr gute Handlungsoption ist.

    Generell ist das Thema ja sowieso sehr emotional und hoch explosiv… ich meine die Frage habe ich mir schon oft gestellt: Wessen Wunsch wiegt denn mehr, der nach einem gemeinsamen Kind oder der nach keinem Kind mehr? Wer muss zurück stecken? Lacrima steckt an allen Enden zurück und darf hier nicht mal eine konkrete Aussage von ihrem Partner erwarten? Ich finde doch. Nach 2 Jahren sollte man sich zumindest zu einer Aussage durchringen können. Es sei denn die Antwort ist nein und er will das nicht zugeben um sie an sich zu binden. Das wäre aber ebenso gemein wie einfach die Pille abzusetzen.

    Es tut mir sehr leid, dass es bei euch nicht klappen will… mit Mitte 30 ist aber grundsätzlich noch Luft nach oben… ich werde im September 40 und kurz davor kommt nun endlich mein 2. Kind, was auch ein etwas längerer Weg war…Ich drücke euch jedenfalls die Daumen, dass es doch noch klappt!!! Und ob es nun wirklich am Alter liegt ist fraglich… vielleicht hättet ihr auch mit 30 schon Probleme gehabt, wer weiß das schon.

    @lacrima, ansonsten gebe ich wiederum Erein recht, wenn du dieses Gespräch willst liegt es auch an dir das wo und wann zu bestimmen… er hat zugestimmt mitzukommen, das ist ein erster Schritt, jetzt mach du die Termine und dann kann er zeigen, dass er es Ernst meint. Halte uns gerne auf dem Laufenden wie es weiter geht.

    Liebe Grüße,
    Daka.

    • #9913

      LillyChantilly
      Teilnehmer

      Liebe Daka!

      Es ist schön, wenn das bei dir sogar zweimal geklappt hat.
      Zu den Verhütungsmethoden: die Kuperspirale hat einen Pearlindex von 0,9-3 die Kupferkette ähnlich-sogar niederer. Also, dieses „immer wieder“ wo du von Spiralenbabies gelesen hast, waren höchstens 3 von 100 Anwenderinnen.
      NFP hat sogar einen Pearl Index von 0,4 – also durchaus vergleichbar mit der Pille. Ich empfehle http://www.mynfp.de
      Kondome, als einzige „männliche“ Verhütungsmethode haben einen 10 mal schlechteren Pearlindex (2-12). So viel zu deiner Meinung, sie seien sicher!
      Der Pearlindex geht allerdings von korrekter Anwendung aus…was ja die meisten Männer in einer Partnerschaft auch tun.

      Einseitig die abgesprochene Methode zu ändern könnte ich mir nie vorstellen. Ich würde das nicht machen, und wäre es umgekehrt würde ich es mir nicht bieten lassen. Für mich ist das Erpressung, und ein Aufzwingen des eigenen Tempos.
      Wie wäre es denn umgekehrt? Wenn der Mann einen stärkeren Kinderwunsch hätte, und sagen würde „Ich schlafe nicht mehr mit dir, bis du die Pille absetzt.“ oder „Ich weigere mich, ein Kondom zu verwenden, weil ICH will ja ein Kind“

      Und danke übrigens…sehr aufbauend, dass ich vielleicht mit 30 auch schon Probleme gehabt hätte. Mir geht es damit richtig schlecht. Und ich hätte mir nie gedacht, dass gerade ich meine Weiblichkeit anzweifle, weil mein Körper das, wofür er als Körper von der Natur gemacht wurde, nicht kann. Eigentlich kann ich über die ganze Verhütungstheroie, und die angeblich hunderten Spiralenbabies nur müde lachen…vielleicht sollte ich mir eine Spirale legen lassen, wenn das doch so oft zu einer Schwangerschaft führt…pfff

      • #9917

        Daka
        Teilnehmer

        Liebe Lilly,

        es tut mir leid, dass ich dich mit meinen Worten verletzt habe, das war ganz sicher nicht meine Absicht. Auch wenn das nichts wieder gut macht und auch an deiner Lage leider nichts ändert, mit meiner Aussage wollte ich „eigentlich“ sagen, dass du dich nicht darüber ärgern sollst, es nicht früher versucht zu haben, weil es eben nicht zwangsweise mit dem Alter zu tun haben muss. Jetzt wird mir aber auch klar, dass diese Aussage dumm und herzlos war. Es tut mir wirklcih von Herzen leid. Insbesondere weil ich dieses Gefühl des „Versagens“ bzw. nicht so funktionieren des eigenen Körpers kenne, vor dieser SS hatte ich innerhalb von 10 Monaten 3 FG und nur in einem Fall konnte eine wahrscheinliche Ursache festgestellt werden. Versuche die Hoffnung nicht aufzugeben, manchmal geschehen doch noch Wunder mit denen man nicht rechnet.

        Was die Kupferspirale und Kupferkette betrifft mag es stimmen, dass sie einen höheren Pearl Index hat, aber sie sind nun mal invasiv und greifen eben auch sehr stark in den weiblichen Zyklus ein, sicher nicht bei allen, aber bei vielen Frauen. Das wäre für mich anstatt der Pille niemals in Frage gekommen. Und auch wenn sich das mittlerweile geändert hat, wurden Kupferspiralen lange nur für Frauen die bereits ein Kind haben empfohlen. Ich habe mich mit der Thematik durchaus auseinandergesetzt, weil ich nach den 3 FG eigentlich mit dem Thema abgeschlossen hatte aber keine Hormone mehr nehmen wollte und es war dann mein Partner, der sagte lass uns noch etwas warten und es nochmal probieren.

        Und ich möchte auch nochmal klar stellen, dass ich nicht aus einer Laune heraus und unabgesprochen die Verhütung gewechselt habe. Wir haben immer über den KiWu gesprochen und mein Partner hat diesen auch nie komplett abgelehnt, aber er hat, wie man das gerne immer wieder liest das Thema immer wieder rausgezögert. Das war beim ersten Kind schon so und auch als es ums zweite (für ihn dritte) ging. Es wäre für mich akzeptabel gewesen, wenn er mir klipp und klar gesagt hätte, er will kein Kind mehr. Aber seine Aussagen waren immer, „Ja kann ich mir schon nochmal vorstellen, nur jetzt noch nicht“. Ich habe nach der Geburt von meiner Tochter gut 4 Jahre (!!!) gewartet bis ich den Weg des Absetzens der hormonellen Verhütung gegangen bin u.a. weil ich die Hormone wirklich nicht mehr gut vertragen habe. Ich habe ihm auch vorgeschlagen, dass er zur Vasektomie geht, damit das Thema vom Tisch ist. Das wollte er aber auch nicht…Und hätte er mir zu dem Zeitpunkt gesagt, ich möchte nicht mehr und ich habe ja fast gefleht, dass er das sagt damit ich für mich mit dem Thema abschließen kann, dann hätte ich durchaus auch über die Kupferspirale nachgedacht. Ich wollte am liebsten schon ein halbes Jahr nach Geburt unserer Tochter nochmal Schwanger werden und da habe ich seine Meinung sowohl akzeptiert als auch meinerseits aktiv (hormonell) verhütet. Ich möchte hier nur nochmal darlegen, dass ich nicht das hinterlistige Biest bin, was seinem Partner zweimal ein Kind untergeschoben hat (wie es im übrigen seine Ex getan hat), sondern dass dem absetzen der Hormonellen Verhütung eine lange Phase von Gesprächen etc. vorausgegangen ist und dass manche Männer nun mal schwer „Ja“ zu dem Thema sagen können und dann diesen kleinen Schubs einfach benötigen. Dass das im Fall von Lacrima sicherlich anders ist, habe ich bereits geschrieben.

        Ich habe im weiteren Freundeskreis gerade den Fall, dass eine Bekannte die ein großes Kind (10) hat, mit einem neuen (Ex-)Partner (der bereits ein Kind 5 hatte) nach sehr kurzer Beziehung (nur wenige Monate) noch zwei (!!!) weitere Kinder in sehr kurzem Abstand bekommen hat. Nun ist diese Beziehung gescheitert, was leider nicht wirklich überraschend ist….nun steht sie da, Alleinerziehend mit 3 Kindern und einem Ex der mit den jüngeren Kids nicht wirklich was anfangen kann (sie hat sich von Anfang an um alles allein gekümmert). DAS wäre für mich niemals in Frage gekommen, egal wie stark mein Kinderwunsch war. Mir war es wichtig, dass unsere Beziehung stabil ist, denn sonst wird es aus meiner Sicht wirklich schwierig und am Ende steht man alleine da und die Kinder sind mittendrin.

        Liebe Lilly, es tut mir wirklich leid, dass ich dich verletzt habe und ich wünsche dir von Herzen, dass sich dein Wunsch noch erfüllen wird!

        LG Daka.

        • #9920

          LillyChantilly
          Teilnehmer

          Liebe Daka!

          Danke für dein Worte, die Erklärung wie es gemeint war, und deine aufrichtige Entschuldigung. Ich nehme das gerne an!

          Ich möchte mich auch entschuldigen, falls ich dir das Gefühl gegeben habe, dich für ein „hinterlistiges Biest“ zu halten. Das tue ich sicher nicht. In eurem Fall hat das so funktioniert, und das bestimmt auch, weil du deinen Mann zu dem Zeitpunkt schon gut genug kanntest.

          Ich finde es aber nicht unproblematisch, dein Beispiel als Rat zu erteilen, wir wissen nicht, wie gefestigt diese Beziehungen sind, wie gut sich die beiden gegenseitig einschätzen können, wie der Mann auf so eine Ansage reagiert. Dass einer nur diesen letzten Schubser braucht, wie bei euch, ist nicht selbstverständlich, und das so umzusetzen könnte komplett daneben gehen, in einer anderen Situation mit anderen Menschen.

          Ich habe versucht, zu schildern, wie ich mich bei so einer Ansage fühlen würde, und wollte dir nichts böses unterstellen.

          Schönes Wochenende…für mich wirds das erste nach langer Zeit mit Stiefkind…
          lg
          Lilly

  • #9912

    Lacrima
    Teilnehmer

    Danke für all eure hilfreichen Nachrichten. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.
    Ich wünsche euch allen alles Gute.

    Liebe Grüße,
    Lacrima

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