Echtes Wechselmodell und trotzdem Unterhaltsforderungen der Exfreundin

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Susi Sorglos vor 1 Jahr, 3 Monate.

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  • #5572

    Joji
    Teilnehmer

    Hallo,
    Ich suche Rat und Erfahrungswerte bezüglich dem echten Wechselmodell und Unterhaltsforderungen der Kindesmutter.

    Zu uns:
    Mein Freund und ich sind seit fast einem Jahr zusammen und leben seit ca zwei Monaten auch zusammen. Er hat einen kleinen Sohn, vier Jahre alt, der die Hälfte der Zeit bei uns und die andere Hälfte der Zeit bei seiner Mutter lebt. Zwei Tage unter der Woche verbringt er bei uns, die anderen beiden Tage bei der Mutter und die Wochenenden sind von Freitag, nach dem Kindergarten, bis montags morgens, wenn er wieder zum Kindergarten muss, geteilt. Er hat bei uns natürlich auch sein eigenes Kinderzimmer.
    Bevor ich auf der Bildfläche erschien lief die Kommunikation und die Einigungen wohl sehr gut, allerdings ließ er der Kindesmutter damals auch, weil sie aus gesundheitlichen Gründen beruflich reduzieren musste, monatlich finanzielle Unterstützung zukommen, damit sie und der gemeinsame Sohn in ihrem gewohnten Umfeld bleiben konnten und nicht in eine kleiner Wohnung ziehen mussten. Auch für den Kindergarten kam er allein auf und das Kindergeld bekam auch komplett die Kindesmutter.
    Als sie wieder vollständig genesen war und wieder ihren gewohnten stellenumfang arbeiten konnte bat er sie um ein Gespräch um die finanziellen Gewohnheiten neu zu sortieren. Er wollte, logischerweise, nun nicht mehr allein für alles aufkommen. Das würde von ihr ignoriert, bzw abgeblockt. Es folgte auf den Wunsch darüber zu sprechen einfach keine Reaktion. So vergingen mehrere Monate. Er folgten noch weitere Aufforderung seitens meines Freundes, doch bitte darüber zu sprechen. Irgendwann stellte er dann die Forderungen, nach vorheriger Ankündigung, ein und machte einen Termin mit dem Sozialrathaus aus, um berechnen zu lassen was er denn eigentlich der Kindesmutter zahlen müsse, denn er will das alles seine Richtigkeit hat. Er bot auch der Kindesmutter an bei diesen Beratungsgesprächen mitzukommen, was sie nach anfänglichem Zögern auch tat.
    Bei den Gesprächen mit dem Sozialrathaus erzählt die Mutter dann allerdings, dass wir kein echtes Wechselmodell hätten und das sie sowieso gern hätte, dass das Kind hauptsächlich bei ihr wohnt.
    Einige Wochen später flatterte ein Schreiben einer Rechtsanwältin in unseren Briefkasten, in dem mein Freund aufgefordert wird seiner Exfreundin den vollen Kindunterhalt zu zahlen, ,ist der Begründung, der Lebensmittelpunkt des Sohnes liege eindeutig bei der Kindesmutter. Das ist natürlich nicht der Fall.

    Hat jemand von euch einen ähnlichen Fall erlebt? Ich gehe davon aus, dass es bei uns vor Gericht enden wird. Hat jemand von euch Erfahrungswerte, die er mit mir austauschen kann?

    Liebe Grüße
    Joji

  • #5574

    Esistjuli
    Teilnehmer

    Autsch :-\
    Es ist oft so, dass sobald der Unterhalt für das Kind wegfallen soll, das Kind plötzlich nur noch zur Mutter soll und entsprechende Anträge gestellt werden.

    Fakt ist, dass bei einem echten Wechselmodell sich der Bedarf des Kindes an den Einkommen der Eltern bemisst. Sprich: es werden beide Einkommen zusammen gerechnet und daraus der Bedarf gerechnet wird. Da kann es durchaus sein, dass ein Elternteil mit dem höherem Einkommen doch noch einen Ausgleich an den anderen Elternteil als Ausgleich zahlen muss.

    Dein Freund müsste sich jetzt auch im Hinblick auf die Einschulung klar werden, ob er das Wechselmodell aufrecht erhalten kann und will. Dann sollte er sich einen guten Anwalt suchen, um den jetzigen Status aufrecht zu erhalten.

    Wie lange wird das Wechselmodell denn schon gelebt?

  • #5577

    Joji
    Teilnehmer

    Hallo!
    Das Wechselmodell ist seit der Trennung vor zweieinhalb Jahren ausgemacht und wird seitdem auch so gelebt. Der Kleine ist jetzt vier. Wir werden in jedem Fall gemeinsam dafür Sorgen, dass es auch in Zukunft weiterhin so laufen kann, das ist uns sehr wichtig.
    Es geht auch nicht darum, dass er den Ausgleich zwischen den Gehältern nicht zahlen will, genau aus diesem Grund war er ja bei der Beratung (damit er den Ausgleich kennt und weiß was er zahlen muss, anhand der Gehälter und auf Basis des wechselmodells), eben um genau ausrechnen zu lassen was er denn gesetzlich verpflichtend zahlen muss. Das wurde jedoch von der KM boykottiert, indem sie plötzlich behauptete es gäbe kein Wechselmodell und der Lebensmittelpunkt des Kindes läge ganz eindeutig bei ihr.

    Kann denn ein jahrelang bestehender Status einfach geändert werden? Die beiden Teilen sich das Sorgerecht…

    LG
    Joji

  • #5594

    Daka
    Teilnehmer

    Liebe Joji,

    Ist der Umgang irgendwo schriftlich festgehalten (Elternvererinbarung) oder gar gerichtlich festgelegt? Ist der Sohn auch beim Vater gemeldet (Zweitwohnsitz)? Bei gemeinsamen Sorgerecht, kann der jahrelang bestehende Status eigentlich nicht einfach geändert werden. Eigentlich, weil viele Mütter das halt trotzdem einfach tun indem sie den Umgang blockieren.
    Wenn ihr was schriftliches habt, was den 50% Umgang belegt, dann lasst berechnen was er verpflichtet ist zu zahlen und zahlt dann genau das, nicht mehr und nicht weniger. Dann kann sie ja klagen, dass sie mehr haben will und muss das dann entsprechend begründen. Briefe vom Anwalt sollten einschüchtern. Ob sie dann wirklich den Schritt einer Klage geht, steht ja in den Sternen. Wichtig ist dabei zu wissen, dass in einer Klage auf Unterhalt erstmal NICHT der Umgang oder das Sorgerecht verhandelt wird sondern eben nur der Unterhalt. Das heißt, in dieser Klage kann sie dann nicht sagen, dass sie ja eh will, dass der Junge mehr bei ihr ist.

    Wenn der Umgang nicht schriftlich festgelegt ist, wird es unter Umständen schwieriger.

    Alles in allem kann ich euch aber einen Tipp mitgeben. Lieber weiterhin Unterhalt zahlen (auch wenn dieser unberechtigt ist!), als auf die gemeinsame – viele – Zeit mit dem Kind verzichten. Wenn das Wechselmodell erstmal weg ist und ihr nur noch Wochenendumgang habt, ist es schwer wieder zum Wechselmodell zurückzukommen. Lasst euch nicht von Anwaltsschreiben unter Druck setzen. Wenn sie wirklich was durchsetzen will, muss SIE entsprechende Anträge vor Gericht stellen und ihr könnt dann reagieren.

    Viel Glück!

  • #5812

    Susi Sorglos
    Teilnehmer

    Hallo,

    wir haben vor 4 Wochen die Unterlagen beim JA abgegeben und angegeben das es das WM ist, was die KM allerdings abstreitet. Wie lange müssen wir auf Unterlagen warten? Es ist noch nix da.

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