Die Vergangenheit sitzt mir im Nacken

Startseite Foren Allgemein Die Vergangenheit sitzt mir im Nacken

Schlagwörter: 

Dieses Thema enthält 24 Antworten und 12 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Kaktus258 vor 1 Woche, 5 Tagen.

  • Autor
    Beiträge
  • #9112

    Paulinchen
    Teilnehmer

    Hallo ihr Lieben,

    vor einiger Zeit bin ich auf dieses Forum gestoßen und war bisher nur stille Mitleserin. Doch das ändert sich wohl ab heute 🙂
    Ich würde euch gerne einmal meine Situation schildern und würde mich sehr über eure Nachrichten, Kommentare und Tipps freuen.
    Also… Vor zwei Jahren sind mein Freund und ich zusammen gekommen. Als wir uns kennenlernten, befand er sich noch in einer Ehe mit zwei Kindern (damals 4 + 6). Ich wusste von Anfang an, worauf ich mich einlassen würde. Dann ging auch alles recht zügig. Mein Freund trennte sich innerhalb von zwei Wochen nach unserem Kennenlernen. Wir nutzen die freie Zeit um uns besser kennen zu lernen und aus der Verliebtheit wurde Liebe.
    Zu Beginn unserer Beziehung hat seine Exfrau unwahrscheinlich viel Ärger gemacht. Das konnte ich verstehen, denn wer wird schon gerne verlassen. Wir haben diese Situation immer sehr gut meistern können und ich habe mir auch nicht viel aus ihren Versuchen, uns auseinader zu bringen, gemacht. Mein Freund ist in den ersten drei Monaten nach der Trennung drei mal die Woche zu seinen Kindern gefahren, damit die beiden die Situation so gut wie möglich verkraften können und wissen, dass Papa für beide da ist, auch wenn er nicht mehr in ihrem Zuhause wohnt. Das war zu dem Zeitpunkt auch alles kein Problem für mich und ich habe meinen Freund imemer sehr unterstütz. Ungefähr ein halbes Jahr nach unserem Kennenlernen lernte ich dann auch seine beiden Kinder kennen. Es sind wirklich zwei super nette Kinder, die mich auch sehr schnell in ihr Herz schlossen. Wir haben grundsätzliche ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Sie springen mir in die Arme, wenn sie zu uns kommen, sie sitzen auf meinem Schoß, wir spielen miteinader, es läuft alles sehr harmonisch ab. Die KM versucht nach wie vor die Situation kaputt zu machen, da sie nicht ertragen kann, dass die Kinder gerne Zeit mit meinem Freund und MIR zusammen verbringen. Ihr wäre es am liebsten, wenn die Kinder nur etwas mit ihrem Vater machen. Wir 4 verbringen Zeit miteinander, sofern es zeitlich für mich passt. Es ist nicht der Fall, dass wir nur zu viert Zeit verbrigen, die 3 verbringen auch viel Zeit alleine.
    Nach ca. 1 Jahr sind wir dann in unsere gemeinsame Wohnung gezogen. Es lief auch alles ganz wunderbar an. Nach kurzer Eingewöhnung kam die Regelung, dass die Kinder alle 14 Tage von Fr.-So. zu uns kommen, sowie ein Teil der Ferien. Weiterhin telefoniert mein Freund zwei Mal in der Woche mit seinen Kindern. Doch dann fingen die Probleme plötzlich an. Es begann damit, dass die KM versuchte unsere Zeit zu verwalten und stellte nur Forderungen, ich wurde beleidigt, schlecht vor den Kindern gemacht usw.. Mein Freund hat immer zu mir gestanden und auch immer alles zu unserem Vorteil geregelt. Er versucht wirklich alles, damit der Alltag bei uns reibunglos klappt und so schön wie möglich gestaltet werden kann. Klar gibt es auch mal Situationen, die hätte er besser mit mir absprechen sollen aber das ist nicht erwähnenswert, denn es waren Kleinigkeiten. Ich fing aber an, alles zu hinterfragen und fühlte mich von seiner Ex sehr bedrängt und eingehommen. Was mein Freund nicht an sich rangelassen hab, habe ich doppelt an mich rangelassen. Ich habe alles, was aus der Richtung der Ex kam so in mich hinein gefressen und eine Wut aufgebaut, dass ich teilweise schon unfair meinem Freund ggü wurde, obwohl dieser eigentlich immer richtig reagiert hat. Und genau hier liegt das Problem. Ich komme mittlerweile so schlecht mit der Situation klar, dass mein Freund zwei Kinder hat, schon einmal verheiratet war und mich die Vergangheit immer begleiten wird. Ich hatte zu Beginn unserer Beziehung keinerlei Probleme damit. Es ist auch nicht so, dass mein Freund mich links liegen lässt, wenn seine Kinder bei uns sind – ganz im Gegenteil. Ich bin immer diejenige, die aus einer Mücke einen Elefanten macht. Die Situationen mit seinen Kindern nerven mich teilweise so sehr und ich weiß noch nicht einmal warum. Selbst Telefonate sind für mich ein Dorn im Auge. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich mal so reagieren würde. Ist es vielleicht eine Art Eifersucht oder bin ich einfach nicht für diese Situation geschaffen? Vielleicht hat eine von euch schon ein Mal in der gleichen Situaution gesteckt und kann mir ein paar Tipps geben, wie ich einfach entspannter mit seiner Vergangenheit umgehen kann. Ich weiß, dass es meinen Freund nie ohne Kinder geben wird aber vielleicht gibt es einen Weg, damit ich besser damit zurecht komme. Ich möchte ungern einen voreiligen Entschluss treffen und mich einfach trennen, dafür ist mir mein Freund einfach zu wichtig und ich weiß, dass ich an mir arbeiten muss. Aber das ist so so schwer 🙁
    Ich freue mich über eure Nachrichten.
    Viele Grüße
    Paulina

  • #9113

    LillyChantilly
    Teilnehmer

    Liebe Paulina!

    Ja, ich kenne diese Gefühle, und du brauchst hier nichts schönreden und nicht die Kinder und den Mann gut reden.
    Es tut unglaublich weh, wenn der Mann, den man liebt, mit einer anderen eine Familie gegründet hat. Weil, so haben wir uns das nicht vorgestellt. Wir haben uns gedacht, wir treffen den richtigen, verlieben uns, (heiraten) und gründen eine Familie. In meinem Bild kommt da keine Altfamilie vor, und kein Ex-Kind und keine Exfreundin/-frau.
    Das Ex-Kind ist nicht mehr oder weniger schlimm als andere Kinder, und der Mann verhält sich in seiner Gegenwart nur mäßig schlechter mir gegenüber. Trotzdem ist die reine Existenz dieses Ex-Kindes ein Stachel. Es kann nichts dafür, und hat das nicht verdient; trotzdem, tut es weh, dass dieses Kind gibt.

    Was du spürst ist definitiv Eifersucht. Und ich kann dir nur sagen, dass es nicht leichter wird. Es gibt Tage, da tut es mehr weh, und Tage, da tut es weniger weh. Bei uns ist es zum Glück so, dass die KM Besuche bei uns verbietet, und Kind noch nie bei uns war. Wenn mein Mann also zu diesem Kind fährt, fahre ich nicht mehr mit, und mache mir ein feines Wochenende nur für mich alleine.

    Meine Art, damit umzugehen, ist eine Vogel-Strauß-Taktik, und die ist sicher nicht gut und richtig, das weiß ich schon. Und bestimmt haben die anderen erwachsenere Tipps für dich. Und bevor sich hier wieder wer auf mich einschießt – ich brauche momentan keine Tipps. Ich fahre mit Ignorieren derzeit ganz gut – danke.

    Von mir gibt es für dich Paulina nur 2 Möglichkeiten:
    1.) Überlege dir gut, was mehr weh tut. Eine schnelle Trennung, oder jahrelang immer wieder mit dem Stachel konfrontiert zu werden. Wie alt bist du? Vielleicht hast du ja noch bessere Chancen einen passenden Mann für deine Träume zu finden? Wäre ich ein paar Jährchen jünger, hätte ich meinen Mann nie kennen gelernt, weil ich einen weiten Bogen um einen mit Kind gemacht hätte.

    2.) Nimm Abstand von seiner Vergangenheit. Sei nicht mehr da, wenn die Kinder kommen, und unternimm viel weniger mit ihnen. Das nimmt den Attacken der KM etwas Wind aus den Segeln, ist toll für die Kinder weil sie ihren Papa nicht mehr teilen müssen, und vor allem ist es toll für dich, weil du dir das nicht mehr anschauen musst.

  • #9114

    Paulinchen
    Teilnehmer

    Liebe LillyChantilly,

    vielen Dank für deine Antwort.
    Ich rede es definitiv nicht schön, es ist einfach Fakt, dass mein Freund soweit es möglich ist, alles dafür tut, damit wir qausi ein Leben „nur zu Zweit“ haben. Er bemüht sich in jeder Hinsicht und macht auch nicht wirklich etwas falsch. Und das seine Kinder alle 14 Tage kommen, sollte doch eigenltich nicht so dramatisch sein, dass man sich immer wieder aufregt… Das ist eine Zwickmpühle! Ich unternehme schon sehr viel alleine, wenn die Kinder hier sind und genieße dann meine Zeit mit Freunden, Hund, oder oder oder. Vielleicht sollte ich noch mehr an diesen Wochenende für mich machen und das wirklich mal alles außen vor lassen.
    Ich bin jetzt 31. Ich habe keine Angst davor, dass ich keinen Mann mehr finden würde, wenn ich mich trennen sollte aber das wäre nunmal der letzte Schritt, den ich eigentlich vermeiden möchte. Vielleicht ist manchmal eine Trennung der beste Ausweg aber dann würde ich es mir auch sehr einfach machen und die Flinte ins Korn werfen, ohne es doch mal mit Tipps und Hilfe zu versuchen. Es mag sein, dass es nicht besser wird, dass ich weiterhin diese Gefühle in mir habe und es dann letzlich doch auf eine Trennung hinausläuft – aber Versuch macht bekanntlich Klug.
    Warum hast du deinen Mann denn geheiratet, wenn du wusstest, dass es so schwer für dich ist? und wie alt bist du, wenn ich fragen darf.
    Liebe Grüße

    • #9115

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Vor allem was machst Du, liebes Paulinchen, wenn Du Dich trennen solltest und dann lernst Du wieder einen mit Kindern kennen? Die dann vielleicht obendrein Dir noch unsympathisch sind? Oder Du lernst gar keinen kennen, der Dir gefällt. Das Risiko würde ich nicht eingehen. Mir geht es übrigens genauso wie Dir. Mal besser, mal schlechter. Aber es ist wie es ist und mein Mann tut wirklich alles für mich. Die Kinder lösen sich nicht in Luft auf. Ich bin dennoch sehr glücklich.

      VG Donna

    • #9132

      LillyChantilly
      Teilnehmer

      Natürlich habe ich ihn geheiratet, weil ich ihn liebe – trotz allem. Und nein, wie schlimm es sich anfühlen kann, konnte ich nicht wissen.
      Richtig schlimm wurde es erst seit genau dieser Mann einen Kinderwunsch bei mir verstärkt hat. Ich war sonst eher immer abwartend, und auf den Richtigen wartend, und „irgendwann mal“. Aber nach ein paar Monaten mit ihm, wusste ich „den will ich heiraten und Kinder mit ihm haben“.
      Letzteres scheint mir aber verwehrt zu bleiben, und jetzt kämpfe ich immer und immer mehr damit, dass ich so doof war, und auf den Richtigen gewartet habe, und er eben nicht.
      Wäre ich nochmal 31, ich würde mich nicht mehr auf so einen Mann einlassen – auch ohne zu wissen, wie es sich anfühlt, und wie es ist, nur die Zweitfrau zu sein. Das wollte ich nie, und das war nicht meine Vorstellung von meiner Familie. Ich war auch am Anfang sehr vorsichtig, und wäre jederzeit gegangen, hätte es damals schon so weh getan. Aber wie gesagt, nachdem seine Exfreundin ja so weit weg gezogen ist, sind weder sie noch ihr Kind Teil des Alltags. Er hat das alles immer nur ganz kurz erwähnt, kaum darüber geredet. Und so wurde ich in der Illusion eingelullt, dass es ja gar nicht so schlimm ist, nur die Zweite zu sein.
      Ich bin jetzt 36, und ich überlege immer noch immer wieder, ob ich nicht einfach alles hinscheißen soll. Mir bleibt es wahrscheinlich ohnehin verwehrt, mit diesem Mann unsere Familie zu gründen, warum soll ich mich dann also auch nur mit den Gedanken an seine Exfamilie herumschlagen? Es ist wie ein Schlag in mein unfruchtbares Gesicht – jedes Mal aufs Neue wenn er zur alten Familie fährt, und ich ihm keine neue bieten kann.
      Aber ich liebe ihn eben trotz allem, und die alte Familie nimmt keinen Raum in unserem Alltag ein. Ich habe den Luxus, dass seine Exfreundin alles dafür tut, ihre kleine Familie vor ihrem Exfreund zu schützen, und den Kontakt minimal zu halten. Und manchmal bin ich ihr heimlich ganz dankbar dafür.

  • #9116

    Paulinchen
    Teilnehmer

    Donna, lieben Dank für deine Antwort.
    Ich gebe dir vollkommen recht, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass ich wieder jemanden mit Kind/ern kennen lernen könnte. Ich möchte nur lernen, die Situation etwas entspannter hinzunehmen und nicht durch diese Vergangenheit meinen Freund aus den Augen verlieren und ihn in eine falsche Ecke stellen.
    Donna, wie meisterst du denn die Situationen mit den Kindern und der Ex? Sind die Kinder deines Mannes regelmäßig bei euch? Und habt ihr selber auch Kinder?
    Liebe Grüße
    Paulina

    • #9130

      Donnaserpente
      Teilnehmer

      Ich glaube, dafür gibt es keine allgemeingültige Empfehlung. Der Tenor kommt mir sehr bekannt vor. Mal verdränge ich, mal werde ich mir klar, dass ich in der eindeutig komfortableren Situation bin als die Exfrau. Summasummarum überwiegen bei mir die Pros, weil ich mir keinen anderen Mann für mich vorstellen kann.
      Gemeinsame Kinder haben wir keine, weil es einfach nicht geklappt hat.
      Zur Zeit kommt die 13jährige gar nicht und die 8jährige alle 14 Tage, mal ohne und mal mit Übernachtung, was mir sehr gelegen kommt.

  • #9117

    ElaLuela
    Teilnehmer

    Hallo liebe Paulina, die Gefühle kenne ich nun zu gut 🙁 Am Anfang genau wie bei dir alles super gelaufen. Es kam so schleichend und plötzlich so stark, dass ich das Gefühl hatte ich ersticke gleich. So weh haben diese Eifersucht und Enttäuschung getan. Am Anfang ist man zu verliebt….dann fällt einem die Rosa Brille und man ist plötzlich in einer ernüchternden Realität. Wo der Traummann nun mal schön „die Einzige“ bereits geheiratet hat und Kind mit ihr gezeugt hat….das ist nicht leicht. Mein Freund tut auch nichts „falsch“ , was mich noch wütender macht. So kann ich ihn irgendwie nicht verlassen. Und nein, mit der Zeit wird es nicht besser. Mal mehr mal weniger tut es weh. Auch keine Psychotherapie kann dies wegtherapieren . Nützt alles nichts.
    Ich bin 36. Ich kam mit 33 mit meinem Freund zusammen. Aus heutiger Sicht hätte ich es nie im Leben mehr gemacht. Wäre ich jetzt 31, hätte ich meinen Koffer längst gepackt…..
    Ich habe auch lange versucht seine Vergangenheit zu ignorieren. Har nur kurz geholfen danach kam es noch stärker. Meine Psychotherapeutin sagt ich müsse es so akzeptieren…..
    Das Kind verschwindet nicht und es gibt kein Ex Kind. Kind ist Kind. Mein Freund wird sich immer und immer um dieses kümmern. Die Ex Frau verschwindet nicht, die giftet im Hintergrund rum. Manchmal habe ich das Gefühl als hätte er bereits „Familie “ um die er sich kümmern „muss“. Denn dieses Kind gehört zu Mutter genauso wie zum Vater. Und ich bin der Meinung, dass so ein Kind zwei Menschen auf immer und ewig verbindet, weil sie eben gemeinsam das Sorgerecht teilen.
    Also fühle ich mich manchmal sehr alleine….und ja ich überlege mir ernsthaft ob ich das auf Dauer aushalten kann. Es wird sich zeigen.
    LG Ela

  • #9121

    Samo
    Teilnehmer

    So, jetzt klappt es bei mir auch mit dem Antworten im Forum 🙂

    Ich bin in einer ähnlichen, wenn nicht sogar gleichen Situation.
    Das Kind meines Mannes habe ich nach einem Jahr Beziehung kennengelernt, da haben wir auch schon gemeinsam gewohnt. Die darauffolgenden Jahren standen immer unter dem Schatten der Ex und ihren Attacken mir und meinem Mann gegenüber. Ich sollte die Wohnung verlassen, wenn sein Kind kam, ich sollte bei keinen Aktivitäten dabei sein etc. Am Anfang hatte ich für die Frau echt noch Verständnis. Mittlerweile (7 Jahre später) gibt sie Ruhe und bindet ihn stark an sein Kind. Zu allen Terminen soll er nun mit bzw. darf er nun mit. Ich bin nach wie vor ausgeschlossen, was mich nicht weiter stört. Ich habe überhaupt keine Lust neben der Kuh zu stehen. Mein Mann würde es auch nicht zulassen, da er nicht möchte, dass im Nachhinein seine Tochter dafür bestraft wird.

    Doch mittlerweile ist in mir etwas passiert. Seine Tochter ist super! Keine Frage. Und dennoch, ich hasse sie dafür, dass sie geboren wurde und bestrafe mein Mann dafür, dass er sie liebt. Ich kenne mich so nicht. So will ich auch nicht sein. Ich möchte die Situation aber nicht mehr. Ich überlege, die Wochenende wo anders zu verbringen, wenn sie kommt. Sehe aber wiederum nicht ein, warum ich mich aus meinem Leben verpissen soll. Ja, ich könnte mich trennen, bzw. mich scheiden lassen. Dafür ist mir mein Mann allerdings zu wichtig..anscheinend ist er mir aber nicht wichtig genug, um die Situation zu meistern. Ich will sie auch nicht meistern. Ich sehe nicht mehr ein, am Wochenende das Bespaßungsprogramm zu liefern bzw. die Tage auszuhalten und ansonsten nichts mit dem Kind zu tun haben zu dürfen. Und das will ich mittlerweile auch nicht mehr. Ich möchte wirklich, dass sie nicht mehr kommt. Ich schäme mich so. Ich schäme mich vor mir selbst….

    …und da steh ich nun, ich armer Thor und bin so schlau wie je zuvor…

  • #9122

    ElaLuela
    Teilnehmer

    Hallo Samo, schämen brauchst Du Dich nicht. Es ist keine Bösartigkeit, die aus Dir spricht sondern Jahrelange Bemühungen die Situation zu meistern Verständnis zu zeigen zu reflektieren etc. Die negativen Gefühle versuchen wir Stiefmütter zu unterdrücken….denn so darf man ja nicht fühlen. Es soll ja dem Kind und allen gut gehen. Wer sorgt aber dafür, dass es uns geht? Am Ende entsteht oft der pure Hass und Enttäuschung.
    Ich mag mein Bonuskind und würde nie von meinem Freund verlangen dass es sich nicht kümmert. Ich würde lieber gehen.
    Hier im Forum hat mal Daka (die bereits selber mit ihrem Partner ein Kind hat) geschrieben, dass man sich im Zweifellsfall für sein Kind entscheiden würde. Schweren Herzens natürlich aber dennoch. Liegt in der Natur der Sache. Ich weiss es auch, ohne dass es mir mein Freund jemals gesagt hat. In seinem Leben gibt es bereits jemanden, der „wichtiger“ ist, jemanden der seinen Schutz und und Vorsorge braucht und dem es ja auch zusteht. Bitte nicht falsch verstehen….dass ich jetzt dem Kind seinen Vater wegnehmen möchte. So ist es nicht. Aber es wurmt mich dass es dieses Kind gibt und dass mein Freund sich im Zweifellsfall dafür entscheidet….und das dieses Kind nicht von mir ist. Es tut einfach weh es zu wissen, dass es meinen Mann brechen wird, wenn dem Kind was zustößt etc. Es ist einfach das Gefühl dass etwas Fremdes einen immensen Einfluss auf mein Leben mit meinem Partner hat….

    • #9125

      Samo
      Teilnehmer

      Danke 🙂 Du bist die erste, die mich für meine Gefühle nicht verurteilt. Ich glaube, dass ist auch mit eins der Probleme. Das man nicht frei darüber sprechen kann, weil die Blicke der Anderen nicht auszuhalten sind.
      Es ist genau wie du beschreibst…wenn es hart auf hart kommt, würde mich mein Mann für oder wegen dem Kind einer anderen verlassen. Es tut weh! Und es hindert mich daran, eine normale und vertrauensvolle Beziehung zu ihm zu halten. Im Endeffekt weiß ich…wenn die Ex es über das Kind argumentiert, bin ich weg. Der Unterschied ist aber doch: mit mir gestaltet er sein Leben, mit mir teilt und lebt er seine Träume, mit mir geht er abends ins Bett…nicht mit seiner Tochter. Und es tut weh, eine Vergangenheit leben zu müssen, die nicht meine ist!!! Es ist genau wie Du sagst: Etwas Fremdes bestimmt mein Leben!!! Und parallel hasse ich mich dafür, dass ich das Kind mittlerweile nicht mehr akzeptieren kann… Von mir wird gefordert, wird verlangt….zurück bekomme ich nichts…Ich glaube, der Punkt an dem ich gebrochen bin, war eine spezielle Situation: Ich habe mich bis dato super meinem Stiefkind gegenüber verhalten (was nicht einfach war)…wenn sie da war, war mein Mann so gut wie abgeschrieben…sie wollte immer etwas mit mir machen, an meinem Leben teilnehmen. Dann war wieder ein Wochenende wo sie bei uns ist. Mein Mann hatte eine berufliche Veranstaltung und konnte Freitag abends nicht. Er rief seine Tochter an und sagte ihr, dass er nicht da sei, ich aber die Zeit mit ihr verbringen würde. Ihre Antwort war: Wenn Du eh nicht da bist, können wir das Wochenende verschieben, dann brauche ich auch nicht zu kommen. Ab da gab es glaub ich bei mir den Bruch. Freunde sagen: Nimm dich nicht so wichtig! Es hat weh getan und seitdem kommt das Problem, was ich jahrelang versucht habe wegzudenken täglich nach oben. Und es äußert sich durch Hass.
      Es ist genau wie Du sagst: Etwas Fremdes bestimmt mein Leben – belohnt werde ich dafür aber nicht…sondern durchgehend bestraft!

  • #9124

    Sommerflieder
    Teilnehmer

    Liebes Paulinchen,

    wir können hier vermutlich alle ein Lied davon singen, denn es ergeht uns vermutlich allen hin und wieder so. Mal mehr, mal weniger…

    Trotzdem, bei allem, was du schreibst hast du doch einen tollen Mann, der zu dir steht und dessen Loyalität du hast. Darum habe ich z.B. lange kämpfen müssen – kaum schnippte seine Ex oder Kind mit den Fingern, war ich anfangs abgemeldet.

    Inzwischen gehe ich recht gelassen damit um, das war nicht immer so und diese Eifersucht kenne ich auch sehr gut. Wie einige hier schon geschrieben haben: Du kannst es nicht ändern und sich an Dingen aufzureiben, die man nicht ändern kann, machen auf Dauer unglücklich. Mit zunehmendem Alter findest du keinen Partner mehr, der nicht auf die eine oder andere Art ‚Altlasten‘ hat. Der eine hat Kinder, der andere hat keine und auch dafür gibt es dann oft gute Gründe. Dein Freund scheint sich zu kümmern, um dich, um seinen Nachwuchs und er scheint sich von seiner Ex auch nicht manipulieren zu lassen. Kinder werden groß und irgendwann kommen sie nicht mehr so oft und schneller, als man denkt, sind Sie erwachsen…

    Freu dich an den ganzen tollen Dingen und das was du nicht ändern kannst, solltest du gelassen betrachten. Ich habe eine ganz Weile dazu gebraucht das so zu akzeptieren, bestimmt 2 1/2 Jahre – seit ich das geschafft habe ist wirklich alles entspannt. Wenn du dich wie ein Pitbull darin verbeißt, wirst du unglücklich.

    Du schreibst nichts darüber: Wie sieht es bei dir mit einem Kinderwunsch aus?

    Drücke dir die Daumen, dass sich das alles lösen lässt!

    • #9141

      Paulinchen
      Teilnehmer

      Hallo Sommerflieder,

      danke für deine Antwort.
      Ja, du hast Recht, ich habe wirklich einen ganz tollen Mann an meiner Seite. Wenn doch dieses eine kleine (große) Manko nicht wäre. Aber es ist jetzt, wie es ist und ich möchte ihn bzw. uns nicht einfach aufgeben.
      Danke für deinen Hinweis, dass ich mich nicht wie ein Pitbull festbeißen soll, sondern die Angelegenheit entspannter sehe und mehr die schönen Dinge in den Vordergrund schieben, die wir beide gemeinsam erleben. Das wird mich wahrscheinlich wirklich entspannter machen und der Fokus geht wieder mehr in die Richtung, dass ich doch eine wichtige Rolle im Leben und im Herzen meines Freundes einnehme und bei mir nicht nur negative Gedanken aufkommen.
      Ja, der Kinderwunsch ist auch bei mir vorhanden, nicht im Moment aber über kurz oder lang möchte ich gerne meine eigene kleine Familie gründen.

      Viele liebe Grüße
      Paulina

  • #9126

    Kara
    Teilnehmer

    Liebes Paulinchen,

    ich denke es stimmt nicht, dass du gewusst hast worauf du dich einlässt, denn jetzt fühlt es sich ja ganz anders an als gedacht. So erging es fast allen hier, wenn man die Einträge durchgeht. (Fast) niemand von uns wusste was diese Situation wirklich bedeutet, denn dann hätten es sehr viele von uns gleich wieder gelassen. Ich erwähne das deshalb, weil es oft – als meiner Meinung nach völlig schwachsinniges – Argument kommt, wir hätten ja gewusst worauf wir uns einlassen. NEIN, haben wir nicht! Gut nun ist es wie es ist, auch bei dir.

    Wie bei dir gingen die meisten von uns – so auch ich – zuerst sehr offen in die Situation. Auch bei mir war das Kind meines Freundes offen, also auch das nicht das Problem. ABER es passieren dann nach und nach jede Menge Dinge, die typisch für die Patchwork-Situation sind und leider kaum verhindert werden können, ob das im konkreten Fall heißt die Ex ist mühsam oder die Kinder sind mühsam oder dass sich der Mann irgendwie fragwürdig verhält (z.B. wenn die Kinder da sind) oder die Schwiegereltern oder was anderes ist im Grunde egal. Der Lack ist ab! Plötzlich wird einem so richtig klar, in dieser Beziehung lebt IMMER die Vergangenheit mit (in Form des Kindes, der Ex usw.). Das ist einfach nicht das was man sich für eine neue Beziehung wünscht.
    Und falls man selbst keine Kinder hat (wie ich), ist da noch diese andere belastende Dimension ein Leben mit Kind führen zu müssen, obwohl man sich nie für dieses Kind entschieden hat und in meinem Fall überhaupt keine Kinder möchte.
    Und es ist einfach seltsam diese enge Beziehung zwischen Vater und Kind zu erleben, zu der man eigentlich nicht dazugehört. In einer herkömmlichen Familie hätte man diese Verbindung zum Kind ebenso und dann wäre das natürlich kein Thema. Aber bei uns gibt es keine automatische Verbindung. (Ich habe den Eindruck jene die die Kinder schon sehr jung kennen lernen, habe eher die Chance eine starke Verbindung zu entwickeln.) Und ja es ist irgendwie scheiße, dass da ein lebender Beweis der Verbindung zur Ex rumläuft. Und diesen Schock gilt es dann erstmals zu verdauen. Ich glaube da bist du gerade…

    Tja und dann muss man entscheiden ob man die Situation wirklich akzeptiert. Schafft man das nicht, wird es ein ewiger Kampf. Ob man das kann, hängt meiner Meinung sehr stark vom Verhalten des Vaters ab und davon ob man sich selbst genug gut kennt, um zu verstehen, was einem daran warum stört und verletzt und davon welche Sichtweise man einnehmen möchte.
    Wie will man das Kind sehen? Will man darauf fokussieren, dass es für die Verbindung zur Ex steht? Oft gab es nicht mal eine wirkliche Verbindung zur ihr. Wollen wir uns denn Kopf darüber zerbrechen, ob der Vater sich in irgendeinem fiktiven Zweifelsfall für das Kind entscheiden würde? Ich kenne Väter die sich für eine Frau und gegen Kinder entschieden haben, das mag moralisch fragwürdig sein, aber das ist die Realität.
    Und die Realität ist auch, dass Kinder erwachsen werden und ihr eigenes Leben leben. Und nein die Eltern sind nicht für ewig durch das Kind verbunden. Sie sind jeweils mit dem Kind (biologisch)verbunden, nicht mehr und nicht weniger. Die Eltern meiner Freundin haben seit der Scheidung nur mehr ein einziges Mal ein „Hallo“ ausgetauscht (auf der Hochzeit der Schwester), was für eine Verbindung soll das sein??? Und auch durch Enkel hat sich nichts geändert. Ich selbst habe zu meinen Stiefvätern (ja zu dem Ex meiner Mutter genauso wie zu ihrem aktuellen Partner) eine weitaus engere Beziehung als zu meinem biologischen Vater.
    Natürlich gibt es auch Frauen und Männer die Beziehungen aufgeben, weil sie meinen das diene den Kindern. Aber das können ja wohl nicht die Partner sein, die wir haben wollen.
    Zu sagen, ein Mann wird sich im Zweifelsfall für sein Kind oder ein Kind im Zweifelsfall für seinen biologischen Elternteil entscheiden, mag ich vielen Fällen stimmen, aber eben in anderen Fällen nicht. Es gibt nicht die eine Wahrheit, das Leben zeigt, es gibt sehr viele unterschiedliche Fälle.

    Ich denke im Endeffekt hängt es vor allem davon ab, wie wir die Situation sehen wollen und wie wir zu uns selbst stehen, ob wir die Patchwork-Situation leben können und vor allem leben wollen. Sie ist aufgrund der Konstellation herausfordender als klassische Familien. Wenn wir selbst davon überzeugt sind genauso so wichtig wie die Kinder zu sein und diese Stellung auch zu verdienen, dann leben wir gut mir der Situation, wenn wir ständig daran zweifeln dann sicher nicht.
    Und ich finde wir haben alle das Recht das ganze ab und zu so richtig scheiße zu finden, weil manchmal nervt es einfach nur 🙂

    Liebe Grüße
    Kara

  • #9127

    Samo
    Teilnehmer

    Hallo Kara,

    ja, natürlich werden die Kinder erwachsen und leben ihr eigenes Leben. Aber unabhängig davon..man baut sich mit seinem Partner etwas gemeinsam auf…und am Ende, wenn es ums Erbe geht, muss man eventuell Haus und Hof (ich übertreibe mit Absicht) verkaufen, um das Kind einer anderen auszubezahlen. Das Problem ist meiner Ansicht nach nicht damit erledigt, ob man eine Patchwork Familie leben kann oder nicht…. Leider!

    • #9133

      Kara
      Teilnehmer

      Liebe Samo, so muss es aber nicht kommen, wenn man vorsorgt. Für mich ist keine Option ein Haus mit meinem Partner zu haben, wenn nicht geregelt ist wie es nach seinem Tod ablaufen würde. Entweder er muss bereits zu Lebzeiten für den Erbanteil seines Kindes vorsorgen oder im Grundbuch stehe nur ich. Es gibt immer Lösungen wenn man sie sehen will. Wenn der Partner nicht mitzieht, dann muss man eben entscheiden, was man selbst möchte und danach handeln.

      Und ganz ehrlich auch dabei geht es im Grunde wieder nur um die Einstellung. Denn auch in Familien ohne Stiefkinder kommt es zu Streitigkeiten beim Erbe. Da geht es doch immer darum, was finde ich steht mir zu und was steht dem anderen zu. Du könntest ja auch sagen, ich zahle das Kind des Mannes den geliebt habe und das er geliebt hat aus (und nicht das Kind einer anderen). Für eine Bekannte war absolut klar, dass sie das Haus verlässt nach dem Tod ihres Lebensgefährten, damit seine Tochter darüber verfügen kann. Aber nicht weil die Tochter das verlangt hätte, sondern sie wollte das so. Also was für dich das quasi das Horrorszenario ist, ist für andere kein Problem. D.h. nicht dass deine Sichtweise nicht verständlich ist, aber es ist eben trotzdem nur eine Art das zu sehen. Ich kann das auch absolut nachvollziehen, denn auch ich verspüre keine Verbindung zu meinem Stiefsohn und auch ich habe nicht vor ihm etwas zu vererben. Der langjährige Lebensgefährte meiner Mutter, würde mir hingegen obwohl er inzwischen schon Jahre von meiner Mutter getrennt ist, sehr gerne etwas vererben.

  • #9128

    Pumpkin
    Teilnehmer

    Liebes Paulinchen,

    puh, da sind viele negative Töne im Forum! Und ich kann es verstehen. Auch ich leide darunter, dass mein Partner sich bereits mit einer anderen fortgepflanzt hat, und ich höchstens zweite Frau, oder eine Mutter seiner Kinder, sein werde. Es tut weh. Ich bin 27 und hätte sicher jede Möglichkeit, einen passenden Partner ohne solche Altlasten zu finden. Aber gleichzeitig kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine Person geben soll, in die ich mich so Hals über Kopf verlieben könnte und danach auch ohne rosarote Brille eine so harmonische Beziehung führen könnte. Mein Partner gehört zu mir und ich bleibe. Egal, wie sehr es manchmal ins Herz sticht.

    Am Anfang gab es bei mir auch die rosarote Brille, in dem mich das alles nicht gestört hat. Dass er noch bei seiner Ex gewohnt hat. Dass es bis zur Scheidung noch Jahre dauern würde. Nach drei Monaten kam dann bei mir er große Gefühlsausbruch. Monatelang habe ich viel geweint, gelitten, ihm viele böse Sachen gesagt („Wie blöd warst du eigentlich?“, „Kannst du die nicht einfach wieder zurückstecken, wo sie hergekommen sind?“). Wir haben nicht einmal den Namen der Kleinen verwendet, wenn wir über sie gesprochen haben. Aber was mir geholfen hat, war, irgendwann zu mir selbst und auch zu ihm zu sagen: Das bringt uns nicht auseinander. Vielleicht trennen wir uns wegen etwas anderem, aber dieses Thema, diese meine Eifersucht, davon lasse ich mir diese Beziehung nicht zerstören. Und wenn es weh tut, verdammt weh, das ist es mir wert.

    Kennen gelernt habe ich die Kleinen nach einem knappen Jahr. Nachdem ich ein Jahr damit verbracht hatte, ihre Existenz zu verfluchen, wurden diese abstrakten Gestalten plötzlich konkrete Menschen – die mich auf der Stelle ins Herz schlossen. Und ich sie auch, zumindest ein bisschen. Das war ein Gefühlschaos pur, die Kleinen zu mögen und mir gleichzeitig zu wünschen, der Erdboden würde sie und jede Erinnerung an sie verschlucken. Seit da stelle ich fest, dass ich die negativen Gefühle fast nur dann habe, wenn ich die Kleinen nicht sehe. Dann sind sie irgendwelche bedeutungsschwangeren Figuren, die die Verbindung zu seiner Ex ins unermessliche aufblähen und meinen Traum von meiner ganz eigenen Familie, den ich nie hatte, zerstören. Wenn ich sie sehe, sind sie einfach kleine Kinder (und ich habe Kinder immer gehasst), die zwar meistens einfach nur nerven, aber die ich trotzdem gern habe. Außerdem schmeicheln sie meinem Ego, weil sie mir sehr stark zeigen, wie lieb sie mich haben. Da ist mein Partner dann sogar ein bisschen eifersüchtig. So haben wir ein kleines Eifersuchtsdreieck – er ist auf mich eifersüchtig, weil die Kinder mich anscheinend mehr mögen als ihn obwohl das sicher gar nicht stimmt, ich bin auf die Kinder eifersüchtig, weil ich mir ein tiefgreifendes Band zwischen ihnen und meinem Parter einbilde das er gar nicht wahrnimmt, und sie sind auf ihn eifersüchtig, weil er viel mehr Zeit mit mir verbringen darf als sie.
    Trotzdem, obwohl ich die Kleinen gern habe, wünsche ich mir, es gäbe sie nicht. Und ich habe das Recht, so zu denken und so zu fühlen. Und mein Partner muss das akzeptieren (tut er auch). Und dasselbe gilt für dich.

    Was möchte ich dir also raten? Zum einen möchte ich den Rat von LillyChantilly und anderen relativieren. Manche fühlen sich besser dabei, wenn sie die Kleinen nicht sehen. Aus den Augen, aus dem Sinn, oder so. Mir geht es besser, wenn ich sie sehe. Weil sie dann einfach nur kleine Menschen sind und nicht das, was ich ihnen sonst zuschreibe.

    Ansonsten, akzeptiere deine Gefühle. Du kannst den Mann lieben und die Kinder hassen. Entgegen dem, was man sonst so hört, sind sie eben kein Teil von ihm. Du musst sie nicht mögen, es ist okay. Du darfst dir wünschen, er hätte doch dieses eine Mal ein Kondom verwendet. Du darfst dir sogar wünschen, die Ex hätte lauter Fehlgeburten gehabt. Die Gedanken sind frei, und so sind die inneren Wünsche. Aber schwelge nicht in ihnen, das macht dich nur unglücklich. Akzeptiere, dass du diese Wünsche und Gefühle hast, nimm sie an als Teil von dir, und mache weiter mit deinem Leben, wie du es für richtig hältst.

    Betrachte deine Beziehung ohne rosarote Brille. Ist es „nur Liebe“? Die kommt auch mit jemand anderem. Seid ihr aber ein funktionierendes Team, das gegenseitigen tiefen Respekt voreinander hat, unterstützt ihr euch gegenseitig, macht euch gegenseitig zu den Menschen, die ihr allein gern wärt? Und so klingt es schon ein bisschen, was du über ihn schreibst. Dann sieh deine Gefühle als Aufgabe, das es gemeinsam zu bewältigen gilt.

    Ich glaube mittlerweile übrigens daran, dass es besser wird mit der Zeit mit den Gefühlen. Es wurde bei mir schon viel besser. Ich glaube aber nicht, dass es je wirklich gut wird. Aber kein Partner ist perfekt, und auch keine Beziehung. Irgendetwas stört immer.

    Alles Liebe,
    Pumpkin

    • #9142

      Paulinchen
      Teilnehmer

      Liebe Pumpkin,

      ich bin sehr dankbar für deine Worte. Nicht, weil ich es mir dadurch schön reden möchte, sondern, weil ich merke, dass es doch irgendwie funktionieren kann und nicht alles gleich schwarzgesehen werden muss. Es wird zwar noch ein weiter Weg sein aber ich bin bereit, nichts unversucht zu lassen.
      Ich habe die gleiche Situation, wie du sie oben beschrieben hast. Im gesamten Alltag sind wir wirklich ein ganz wunderbares Team, welches sich Gegenseitig unwahrscheinlich den Rücken stärkt und immer füreinander da ist- egal welche Situation. Und wenn man einmal Revue passieren lässt, welche Steine uns bisher in den Weg gelegt worden, haben wir schon einen großen Meilenstein hinter uns gelassen. Auch ohne rosarote Brille sind dieser Mann und unsere Beziehung grundsätzlich das, was ich immer wollte.
      Mit den Kindern ist es ebenfalls die gleiche Situation. Wenn sie erstmal hier sind, dann ist es auch gar nicht mehr so schlimm, es nagt eigentlich immer nur an mir, wenn sie nicht da sind. Wahrscheinlich ändert das auch einfach die Zeit. Sie werden älter und bekommen eigenen Interessen und wie bereits geschrieben wurde, vergeht die Zeit, in der sie klein sind bekanntlich schneller, als gedacht.
      Es ist schön zu lesen, dass es nicht nur mir so ergeht und ich bin gerade sehr glücklich darüber, dass ich mich doch mal getraut habe in diesem Forum aktiv zu werden.
      Und dir liebe Pumpkin danke ich ganz dolle für deine aufmunternden und hilfreichen Worte.

      Herzliche Grüße
      Pauline

  • #9129

    AmyFarrahFowler
    Teilnehmer

    Pumpkin,
    Was du da schreibst ist bei uns genauso! Ich musste schmunzeln:) ist auch beruhigend so etwas zu lesen!
    Ich bin ebenfalls auf dieses ominöse „Band“ zwischen Vater und Sohn eifersüchtig, denn im Alltag hab ich sonst wenig Grund dazu.
    Sein Sohn mag mich und akzeptiert mich und dennoch hab ich so meine Schwierigkeiten manchmal mit der Gesamtsituation. Gar nicht auszudenken wir es wäre, würde er mich nicht akzeptieren!!

    Ich denke es gibt genau zwei Möglichkeiten (zumindest für mich ist es so):

    1. Diese Gefühle zu akzeptieren… Sofern diese „aushaltbar“ sind und lernen damit zu leben

    2. Trennen wenn diese das Leben so sehr einschränken, dass man sich selbst kaum erkennt. Denn dann tut man niemanden einen Gefallen, am Festhalten der Beziehung.

  • #9135

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Liebe Paulinchen
    Ich hab, bei so vielen Antworten nun erst die ersten zwei Reaktionen gelesen, also entschuldige bitte Überschneidungen oder bereits bereinigte Themen!

    Zu deinem Eingangspost möchte ich folgendes sagen:

    Wir haben auch eine Ex, die sich im Recht fühlt(e). Leider war mein Mann oft zuwenig streng ihr gegenüber.

    Die Ex hat keinerlei Recht, über Eure Freizeit zu bestimmen!!!
    So etwas ist übergriffig, und nicht förderlich zum Wohl des Kindes. Sie sollte ihre Motive überdenken. Vermutlich ist sie voller Eifersucht, weil dich ihre Kinder mögen. Lasst ihr bitte keinen Raum für Spiele, die einen Keil zwischen dich und die Kinder schlagen.

    Ich vermute, dass du gegenüber der Ex Schuldgefühle hast. Diese äussern sich jetzt als Wut auf die Kinder und Freund (und dich). Sie will nicht, dass ihr ein gutes Verhältnis habt und du hälst dich brav dran, aus dem oben bereits erwähnten schlechten gewissen. Lass das nicht zu, sei kein verlängerter Arm ihrer Eifersucht. („Zuerst nimmt sie mir den Mann, dann die Kinder“) Als Mutter geht es meist noch knapp, wenn eine Neue den Mann „wegnimmt“, aber wenn dann die Kinder beginnen von dieser Neuen zu schwärmen, ist das für manche Mütter ein rites Tuch! Und da sie die “ Betrogenen “ sind oder ganz einfach: „schliesslich die Mama“, fühlen sie sich im Recht und brauchen sich über Eifersucht o.a. keine Gedanken zu machen. Lass dir die gute Beziehung zu den Kindern nicht kaputt machen, bleib freundlich und gerecht!

    Und vielleicht sagst du der Ex mal bei einGespröch oder nebenbei, dass du ihr die Kinder nicht nehmen willst, sondern nur ein gutes Verhältnis anstrebst. Oder dein Freund sagt es ihr. Dass das doch im Interesse der Kinder ist!!

    Viel Glück

  • #9143

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Ihr Lieben..

    Da hat es ja gute Ansätze. M.E. sind die Themen „Kinderwunsch“, „Lebensentwurf Familie zu zweit- als Paar ohne Kinder“ und „Familienwunsch“ nicht zu missachten! Es sind unsere Lebensentwürfe! Unser Mann/Freund/LP hat einen anderen Lebensentwurf gestartet oder: er ist rein geschlittert und hat nunmal keine andere Wahl. Vielleicht hätte er sich was anderes vorgestellt.

    Es gilt nicht, diese zwei Entwürfe gegeneinander auszuwerten. Es gilt, die Überschneidungen zu finden und allenfalls Kompromisse einzugehen. Es gilt klar zu sein gegenüber dem Partner und deine eigene Vorstellung darzulegen, erzählen wie du dir dein Leben vorgestellt hast ohne von ihm zu verlangen, dass er etwas andern sollte an seinem Leben, denn er kann da nichts mehr ändern. Die Kinder sind nunmal da und er ist Vater. Und man kann ihn fragen, wie er sich sein Leben erträumt hatte. So entsteht Gespräch an Stelle von Gegeneinander.

    Ich fand die Aussage: ‚du darfst ihr auch lauter Fehlgeburten gewünscht haben‘ für mich erholsam. Ich selber hatte Fehlgeburten und jedesmal löste es Wut auf ihn und seine Familie aus..

  • #9229

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Hallo Paulinchen,

    ich bin beim Stöbern im Forum über deinen Beitrag gestolpert. Ich bin froh, dass du und viele andere danach geschrieben haben, weil es mir ganz genauso geht.
    Meine bisherige Beziehung ist deiner, Paulinchen, sehr ähnlich, ich bin an der Trennung nicht ganz unschuldig gewesen, dann war eigentlich auch das Kind (Junge, Grundschulalter) kein Problem. Wir verstehen uns ganz gut, nach anfänglichem Ablehnen seinerseits. Wenn das Kind da ist, bin ich von Seiten meines Partners nicht abgeschrieben (mittlerweile zumindest, anfangs sah das noch anders aus). Er telefoniert mehrmals die Woche mit dem Nachwuchs (im Moment mit halbwegs geregelten Zeiten, auch das auf meinen Wunsch), ich verzieh mich dann… Wenn das Kind hier ist, ruft die Ex ständig an, damit hab ich deutlich weniger Probleme, als wenn Vater mit Kind telefoniert. Der regelmäßige Kontakt zur Kindesmutter wegen organisatorischer Dinge nervt, aber damit komme ich klar bzw. das haben wir von Anfang an so gehandhabt, dass ich damit keine großen Schwierigkeiten hatte.

    Jemand hat hier geschrieben, dass etwas Fremdes einen riesigen Einfluss auf das Leben als Paar hat- so fühle ich mich auch. Jedes zweite Wochenende ist weg, zusätzlich zum Kind ist es in meinem Fall so, dass auch die Großeltern/Onkel und Tanten unbedingt das Kind sehen müssen und auch eingeplant werden müssen.

    Einen Tipp hab ich nicht, ich hadere selber mal mehr mal weniger mit der Situation. Meinem Partner kann ich keinen Vorwurf machen nur weil er nicht aus dem Leben seines Kindes verschwinden will.
    Ich versuche die Telefonate nicht mitzukriegen und unternehme an den Kinderwochenenden etwas für mich bzw. teile die Zeit in Zeit zu dritt und Zeit alleine. Phasenweise komme ich ganz gut mit der Situation klar, das sind die Lichtblicke, die mir Hoffnung für die Zukunft geben. Dann gibt es wieder Tage, an denen ich das Kind nicht aus dem Kopf kriege und das schlaucht… Momentan bleibe ich, weil ich DIESEM Mann will und wir einfach zusammen funktionieren und es eben diese Phasen gibt, wo alles „gut“ ist.
    Solche Geschichten wie vo Sommerflieder kommen da gerade recht- erst schwierig und dann läufts doch besser.
    Kara, schön beschrieben, da erkenne ich mich auch wieder…

    Dazu kommt noch, dass ich immer wieder ein ziemlich schlechtes Gewissen habe, weil mein Partner natürlich merkt, dass ich mit der Situation nicht glücklich bin, er aber auch nichts ändern will/kann (was ich zum Großteil nachvollziehen kann). Er versteht mich halbwegs, was schonmal viel Wert ist, aber das belastet ihn natürlich auch… Ich versuche, viel mit mir selber auszumachen, aber das klappt nicht immer. Daher meine Frage: Wie viel von den negativen Gefühlen besprecht ihr mit dem Partner?

    Es ist gut, wenn man liest, dass man nicht alleine ist. In meinem Umfeld habe ich niemanden in einer ähnlichen Situation und von Außenstehenden gibt es meist wenig Verständnis.

    Und manchmal muss man sich glaube ich wirklich vor Augen halten, dass auch in „normalen“ Paarbeziehungen ohne Kind genug Probleme zu meistern sind und auch da nicht immer eitel Sonnenschein ist.

  • #9230

    ElaLuela
    Teilnehmer

    Hallo Kaktus, Du hast natürlich Recht. Auch in normalen Beziehungen gibt es Probleme. Bloss es ist ein Riesenunterschied, ob man sich über das „schlechte Wetter“ oder „wo geht man heute essen“ streitet oder über das Kind und die Exfrau. Das schlechte Wetter vergeht und es strahlt mal wieder die Sonne. Das Kind bleibt für immer.
    In meiner vorherigen Beziehung gab es auch Auseinandersetzungen aber nichts im Vergleich zu dem wie ich es aktuell habe.
    Natürlich sage ich meinem Freund, wie ich es fühle…im großen und ganzen. Aber ALLES sagen wäre irgendwie auch gemein. Denn am schönsten würde ich es finden, wenn das Kind verschwindet. Oder wenn die Exfrau einen aus dem Ausland heiratet und in die Ferne zieht und am besten den Umgang unterbindet. Aber das sind nur Träume…..Und ich weiss, dass es für das Kind nicht gut ist. Aber das sind eben meine Gefühle und die bleiben, egal was ich dagegen unternehme ;(

  • #9298

    asmodina
    Teilnehmer

    Irgendwie tut es gut mir Eure ganzen Beiträge durchzulesen – man fühlt sich plötzlich „richtig“.
    Diese Eifersucht…
    ich glaub, ich werd für mich nie den passenden Konsens dazu finden.
    1. weil ich weiß, dass es das Kind eigentlich nicht geben sollte.
    2. weil man da nur aus wirtschaftlichen Gründen geheiratet hat.
    Mein großes Problem – das ganze hat meinem Partner so zugesetzt, dass er
    1. definitiv keine Kinder mehr will
    2. eigentlich NIE mehr heiraten will
    Ergo – ich muss seine Vergangenheit ausbaden und der Hass hier ist so enorm groß, dass ich an manchen Tagen platzen könnte.
    Kinder will ich ja eigentlich selber keine mehr – bin mit meinem beschäftigt genug, hab Spaß an meinem Job und mit 36 auch keine Lust mehr nochmal mein Leben für Jahre an den Nagel zu hängen. Nur manchmal hege ich heimlich den Wunsch, dass es eigentlich doch schön gewesen wäre… und dann trifft einen der Schlag, wenn der Partner dann bei seinem „nein“ bleibt. Aber ich will es ja gar nicht in die Realität umsetzen- ich hätt in ihm nur nen tollen Papa gesehen. Warum geht es ihm da nicht genauso wie mir?
    Aber dass er mir sein „nein“ bzgl. einer Hochzeit dermaßen entgegengeschmettert hat, dashab ich noch nicht verdaut.
    Da heiratet man Eine, die man gar nicht liebt und nach nur kurzer Zeit geschwängert hat und man eigentlich keine Kinder will und DIE, die man dann liebt, der tritt man so auf die Füße.

    Irgendwie ist es schwer einen Tipp zu geben. Zwar kennen wir alle DIESES Gefühl, aber es sind unterschiedliche Personen, Situationen und unterschiedliche Charaktere.

    Der eine mag es aushalten, der andere schafft es zu lernen damit zu leben…

    Ich hab mir mittlerweilen eine zeitliche Grenze gesetzt. Es kann nicht sein, dass ich hier ständig schauen muss, dass alles in trockenen Tücher ist – und teilweise hat ich bei unseren Diskussionen nicht mal die Kraft mehr für mein eigenes Kind!
    Eines ist klar – wenn das bei mir Zukunft haben soll, muss sich was ändern. Mein Lebensgefährte weiß das und sieht es auch ein. Es ist nur die Frage, ob er es schafft, sich vom Zauberbann der Ex zu lösen (sie packt ihn immer an den Eiern, die ihm am meisten weh tun und er sieht das immer nur zum Wohle seines Kindes und hinterfrag rein gar nichts!) und es schafft endlich mal hinzuschauen und zu reagieren. Ich hab alles ausfesprochen, was es meinerseits zu sagen gab, hab ihm Lösungsvorschläge geboten und ich weiß, dass es nicht von heut auf morgen anders ist, was 10 Jahre lang so praktiziert wurde. Er weiß auch, dass ich ihm nicht im Weg stehe, wenn ER selbst so weitermachen möchte. Mir geht es hier nicht um zwanghafte Veränderung. Ich weiß nur, dass ich SO nicht mehr kann und er hat jetzt die Wahl. Weiter wie bisher ohne mich, oder mit mir mit Veränderung. Ich bin auch ein Mensch mit Bedürfnissen und habe mich jahrelang schon meinem Ex-Mann untergeordnet. Da mach ich dich nach all dem Trennungskampf nicht genaus SO weiter! Auch nixht auf liebevolle Art und Weise!

  • #9862

    Kaktus258
    Teilnehmer

    Hallo,

    da ich jetzt rausgekriegt habe, wie ich hier wieder antworten kann, möchte ich gerne mal nachfragen:

    Paulinchen, wie siehts bei dir aus?
    Und bei allen anderen?

    Ich hatte die letzten Wochen meine Eifersucht/ mein Unwohlsein über das vorhandene Kind recht gut im Griff, auch die Kinderwochenenden waren okay.
    In der letzten Woche waren dann wieder 3-4 Kleinigkeiten, die ich unter der Woche noch verdrängt habe und die mir jetzt am ersten freien Tag echt nachhängen. Grrr, ich hasse es!

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.