Die Suche nach dem gemeinsamen Stück Leben

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Kara vor 1 Monat.

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  • #7168

    Winter2016
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    ich habe in meinem Freundeskreis einige „Stiefmütter“ und wir treffen uns regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen und Meinungen von Frauen in der gleichen Situation zu erhalten.
    Letzte Woche kam die Frage auf: „Was verbindet Dich und Dein Partner/Mann?“ „Wo ist das gemeinsame Stück Leben?“
    Als „Stiefmutter“ ist mal oft in der Situation, dass der Partner bereits durch seine Erfahrungen aus der Vergangenheit so gezeichnet ist, dass er kein weiteres Kind mag oder eine Hochzeit nicht denkbar ist. Die finanzielle Lage ist recht angespannt und der Aufbau von einem gemeisamen Stück Leben ist nur schwer möglich.
    Ein richtige Kennlernphase, so wie es ein „normales“ Paar erlebt, gab es meist nicht, da die Ex, das Kind, die Familie von der Ex eigentlich immer mitgemischt hat und man eher darauf bedacht war, es allen recht zu machen, anstatt die Zweisamkeit und das erste Verliebtsein zu genießen.
    Der nächste Schritt wäre eine gemeinsame Wohnung, aber werden wirklich die Bedürfnisse von „mir“ der neuen Partnerin berücksichtigt? Meist gibt man nach und nimmt im Kauf, dass alles zum Wohl seiner Vergangenheit geregelt wird und wir die Zukunft zu funktionieren haben.
    Normalerweise würde dann die Hochzeit und die Familienplanung folgen, aber wie schon geschrieben, kann sich nicht jeden Mann das noch ein zweites Mal leisten.
    Was verbindet also in so einer Beziehung (außer Gefühlen)?
    Gibt es wirklich etwas, was nur uns, also meinem Partner und mir gehört? Wenn man verreist, dann ist sein Kind immer präsent, es werden Bilder gemacht, es wird etwas gekauft, es wir telefoniert, es wird überlegt, ob der nächste Urlaub, nicht vielleicht auch dem Kind gefallen wird.
    Hat man ein gemeinsames Hobby, dann wird da so geplant, dass es ja zum Wohle des Kindes ist. An den Wochenenden kann man natürlich nicht seinem Hobby nachgehen oder halt nur mit Kind.

    Habt ihr euch schon mal überlegt, was euch verbindet, was euer Stück gemeinsames Leben ist?
    Bin gespannt, was ihr zu erzählen habt.
    Schönes Wochenende
    Winter2016

  • #7169

    Donnaserpente
    Teilnehmer

    Hallo Winter2016,

    mein Mann und ich führen ein sehr schönes gemeinsames Leben. Wir sind seit fünf Jahren zusammen und haben 2014 geheiratet. Seine beiden Töchter sind nun 12 und sieben Jahre alt und alle 14 Tage am WE bei uns. Trotzdem wird unser Leben auch dann nicht eingeschränkt. Wir gehen auch an diesen Tagen zu zweit joggen. Genau das würden wir bei Kindern, die bei uns lebten ja auch tun. Unsere Wohnung liegt ca. 20 km von dem Wohnort der Mädchen entfernt. Wir haben sie nach unseren Wünschen ausgesucht und eingerichtet. Urlaub machen wir meist zu zweit. Wenn wir die Kinder mitnehmen, dann verreisen wir eine Woche und zwar dorthin, wo wir es schön finden (finden die Kinder aber auch, z.B. Toscana). Wenn wir nicht zusammen verreisen, sind die Kinder eine Woche in den Sommerferien bei uns. Ich weiß, das ist im Vergleich zu vielen anderen hier im Forum wenig, mir aber recht und man hat ja auch nicht unbegrenzt Urlaub.
    Nein, das Leben meines Mannes dreht sich nicht in erster Linie um seine Töchter.

    Viele liebe Grüße,
    Donna

  • #7174

    Pinocchio
    Teilnehmer

    Hallo Winter..
    …eine harte Frage- für mich jedenfalls. Ich bedauere die unspontanität und Unromantik der Kennenlernen Zeit! Ich trauerte Jahre, weil ich mich von der Vorstellung Heirat und der Vorstellung „das erste gemeinsame Kind“ verabschieden musste. Wir haben zwar geheiratet, aber nur zivil. Wir haben irgendwann unromantisch und kalkuliert zu gemeinsamen Kindern „ja“ gesagt- obwohl: hier muss man sagen: ich wollte Kinder und hatte es durchgesetzt. Ich bin nicht stolz drauf, aber ich hätte die Beziehung sonst beendet. (Gesagt hab ichs ihm nicht)
    Ja, und die Ferien, die Hobbies, die Zukunftspläne… Werden dauernd übern Haufen geworfen: seit die Ex nix mehr zu sagen hat, direkt wegen den Kindern: da verliert eines die Stelle, will eines plötzlich beim Papa wohnen, steht eines plötzlich vor der Tür oder eben nicht und man sorgt sich… Und die Stieftochter bringt ihr Leben nicht recht auf die Beine. Ihre Mutter unterstützt sie. Ja warum wohl: der Papa, der bezahlt ja die Erstausbildung, da muss man diese ja nicht dringend baldlichst beginnen!
    Also liegt ein Eigenheim in weiter Ferne, man siehts schon kaum mehr!
    Nun, bevor die Exen in Freude aufjubeln: wisst ihr was? Das ist nicht nötig! Wir haben eine mini mietwohnung und sind hier ganz wohl. Unsere Ex hatte ein Eigenheim bewohnt (ihres damaligen LG), brauchte nicht 100% zu arbeiten (die Kinder waren in der Schule und sie hatte frei) jedes jahr mehrere teure Ferien, und ist heute trotz alledem nicht glücklich! Sie ist sogar unglücklich!
    Vielleicht ist sie neidisch, weil sie nicht mehr in dem Eigenheim wohnt und wir das noch vor uns haben könnten?

    Nun- Gemeinsames Stück Leben?
    Ja, doch, wir haben mittlerweile gemeinsame Erinnerungen, gemeinsame Sprüche, haben sogar ein gemeinsames Wochenendhobby finden können. Haben gemeinsame Lieblings Restaurants, in welchen die Kinder nie waren. Gemeinsame Filme.
    Ja, es gibt das gemeinsame Stück Leben schon, aber es dauert eine ganze Weile und viel Geduld, bis man das hat, was frisch verliebte sonst relativ schnell haben: Erinnerung an schöne Momente zu zweit.

  • #7175

    Daka
    Teilnehmer

    Hallo Ihr Lieben,

    unser gemeinsames Stück Leben ist definitiv unsere gemeinsame Tochter. Wenn unser Großer nicht da ist, unternehmen wir auch was zu dritt als „kleine“ Familie.
    Da unsere Beziehung anfangs lange nicht offiziell war und keiner von wusste, weder Ex noch Kind, haben wir viele gemeinsame Erinnerungen an diese Zeit die wir eben auch bewusst zu zweit hatten. Bevor unsere Tochter kam und bevor es feste Urlaubsregelungen gab, hatten wir auch sehr schöne Urlaube nur zu zweit. Mittlerweile fahren wir länger nur noch zu viert weg, was für mich aber kein Grund zum jammern oder beschweren ist, wir sind auch zu viert eine Familie und haben bisher wunderschöne Urlaube und gemeinsame Zeit verbracht.
    Wir beiden nehmen uns auch hin und wieder bewusst Auszeiten, das heißt wir fahren mal zu zweit ein Wochenende weg (da nehmen wir dann natürlich eins wo unser BK sowieso nicht da ist und unsere Tochter geht dann z.B. zu Oma/Opa), aber auch jeweils einzeln gehen wir unseren Hobbies nach und sind dann dafür auch mal ein Wochenende nicht zu Hause.

    Da wir nicht von Anfang an auf „gemeinsame“ Familie gemacht haben und wir erst nach und nach zusammen gewachsen sind haben wir also definitiv noch ein gemeinsames Stück Leben und das genieße ich sehr.

    LG Daka.

  • #7177

    Kara
    Teilnehmer

    Hallo Winter,

    das ist eine sehr interessante Frage.
    Ich fand und finde es in dieser Beziehung viel schwieriger das Gemeinsame zu finden als in vorangegangenen Beziehungen (die ohne Kind waren) bzw. Gemeinsames zu erleben, das einem nur als Paar gehört. Die schon existierende Beziehung zum Kind ist normalerweise so eng und auch präsent, dass daneben die anfangs noch junge Beziehung ohne gemeinsame Erfahrungen nicht recht ankommt. Man stelle sich vor ein frisch verliebtes Paar fährt in Urlaub und der Partner schreibt und telefoniert dauernd mit einem Freund oder der Mutter, erwähnt wie gut das doch dem/Freund der Mutter gefallen würde usw. Das wäre wohl für die meisten ein Nogo, aber bei einem Kind akzeptiert man das. Fühlt es sich deshalb besser an? Na, ich weiß nicht. Zusätzlich noch die ebenfalls dauerpräsente Exbeziehung. Ich habe anfangs total unterschätzt welche Belastung durch diese Konstellation entsteht.
    Und ja wie du erwähnst die meisten der Männer haben neben dem Kind auch schon eine Heirat erlebt, also gemeinsam etwas derartiges zum ersten Mal zu erleben, spielt es auch nicht mehr. Ich möchte keine Kinder und daher wird uns auch nie ein gemeinsames Kind verbinden.
    Was verbindet uns also? Außer den Gefühlen, die ich entscheidend finde (inklusive Sexualität), auch weil ich weiß, dass es eine Liebe und Nähe ist, die er zuvor so nicht erlebt hat, ist es wohl der gemeinsame Alltag, gemeinsame Erlebnisse, Wünsche.
    Und nein ich nehme nicht in Kauf, dass alles zum Wohle seiner Vergangenheit geregelt wird. Die Gegenwart zählt, da gibt es meine Bedürfnisse, die meines Partners und die seines Kindes, hier muss man sich um ein Gleichgewicht bemühen. D.h. für mich u.a. dass mein Partner und ich exklusive Zeit verbringen, aber auch das Vater und Kind diese Zeit gerne haben können.

    Liebe Grüße
    Kara

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