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Dieses Thema enthält 0 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Viola wittrockiana vor 1 Monat.

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    Viola wittrockiana
    Teilnehmer

    Liebe Susanne, liebe Zweitfrauen, ForenmitgliederInnen, Exfrauen und alle, die hier (heimlich) mitlesen,

    ich habe dieses Forum neulich entdeckt und muss gestehen, dass ich noch nie meine Problematik gegoogelt habe.
    ich googel Rezepte und die Lottozahlen und sämtliche Informationen über Arthrose um Menschen mit dieser Problematik zu helfen. Aber auf die Idee mit Menschen in Kontakt zu treten, die in ähnlicher Form betroffen sind wie ich, fehlte mir der Selbstwert.

    Ich möchte schon lange ein Buch über das, was ich erlebt habe, schreiben, aber die Ex meines Mannes hat mir schon vor Jahren diesbezüglich mit Klagen gedroht und einen Ghostwriter kenne ich nicht.
    Dieses Forum ist die einzige Plattform, die ich kenne, der ich mich anvertraue und die mir einen Raum bietet für mein Innerstes einzustehen und Frauen und vielleicht auch Zweitmännern zu begegnen, denen es ähnlich geht.
    Ich hoffe ihr nehmt Euch die Zeit zum lesen.
    Es liegt mir am Herzen.

    Ich habe einen neuen Beitrag eröffnet, irgendwie hat es nirgends so recht gepasst, was ich sagen möchte, besser gesagt, es hätte zu so vielen Themen gepasst. Wenn ich unter ein älteres Thema schreibe, hat sich die Situation der Frau, die weiter oben geschrieben hat, längst verändert und alte Wunden wollte ich nicht aufreißen.
    Für einen neuen Beitrag ist das Thema so komplex, dass ich befürchte keine Antworten zu bekommen oder die Frage zu lesen, die ich mir selbst ständig stelle:“Warum hast Du das so lange mit Dir machen lassen!?“
    Ich fange jetzt an und versuche mich kurz zu halten.
    Ich bin eine Zweitfrau, mein Mann und ich sind seit 13 Jahren zusammen, seit 8 Jahren verheiratet und seine beiden Buben aus 1.Ehe sind heute 16 und 18 Jahre.
    Sie gehen beide noch zur Schule, wir wohnen ca. 30km entfernt, die Jungs bei ihrer Mutter.
    Die Exfrau macht bis heute Terror. Egal, ob das Geldforderungen sind, Verleumdung und Rufmord. Damit kann man umgehen, weil man weiß wer es sagt.
    Was mich sehr enttäuscht ist die gesamte Entwicklung der letzten ca. 3 Jahre.

    Ich “muss“ dazu sagen, dass ich nicht der Grund für die Trennung war. Man könnte das im Laufe der abartigsten Geschichten, die sich im Laufe der Jahre abspielten, durchaus meinen. Nein, er war 2 1/2 Jahre getrennt, ehe wir uns kennen lernten. Die komplette Bandbreite an Schlechtmachen, Telefon/sms-Terror, Kinder manipulieren, Freunde-Beeinflussung, Unterhaltsforderungen für sie, Rechtskostenbeihilfe, etc. war bis 2014 “normal“. Sie bekam nachehelichen Unterhalt, lies ihre Steuererklärung ins Minus rechnen, tat auf hilfebedürftig und war zur Gerichtsverhandlung abwesend, weil in Urlaub auf Bali, nebst Postkarte.
    Alles durchgemacht, alles ertragen. Ähnlich wie es hier in einigen Beiträgen nachzulesen ist.
    2015 flogen wir nach meiner 2.Fehlgeburt mit den Kindern in den Urlaub. Es war unser erster Urlaub mit Flug und sollte für die Kinder eine Überraschung werden. Die Mutter wusste Bescheid, wir erhielten von ihr die Pässe, holten sie ab, Gepäck für die Dauer des Urlaubs hatte sie gepackt, soweit so gut, wir freuten uns.
    Ergebnis: die Kinder wurden von ihr vorab informiert. Vom ersten Tag an, wir hatten noch nicht einmal den Flughafen erreicht, schrieb sie im Wechsel den Kindern auf ihre Handys, sie sei jetzt so allein, wie es denn sein könne, dass die Kinder ihr das antun, sie so sehr im Stich zu lassen. Das ging so weiter bis wir unser Hotelzimmer bezogen, erst dann brach der “Kleine“ in Tränen aus und wir erfuhren alles. Der Gong obendrauf: während wir noch im Urlaub waren, zeigte sie uns wegen Kindesentführung an. Das erfuhren wir dann als wir aus dem Urlaub zurück kamen beim Flughafenzoll. Man kann sich vorstellen, was das für eine Geschichte war. Dies erspare ich jetzt sowohl Euch als auch mir.

    Nun, in der Rückbetrachtung kann man sagen, dass immer dann, wenn die Kinder länger als an einem Besuchswochenende bei uns waren, der Terror vorprogrammiert war. So stand irgendwann der nächste Urlaub an. Sommer 2016, zu Hause, verständlich, und wieder war es der Kleine aus dem es ausbrach und er erzählte uns, dass er unter dem Druck der Mutter litt. Er musste Nachrichten der Mutter egal zu welcher Tages-und Nacht(!)zeit über sein Handy an meinen Mann weiterleiten. Sie kontrollierte Lesebestätigungen und später dann die blauen Haken bei Whatsapp über Screenshots. Ich erfuhr davon erst zu dem Zeitpunkt, was nicht gerade beziehungsfördernd war. Mein Mann sagt heute, er wollte mich schützen. Der Große hatte Abstand, steht über allem, weigerte sich erfolgreich bei dieser Nachrichten-Geschichte weiterzuleiten, bestätigte allerdings auch die Situation, die sein Bruder schilderte. Was er nicht tat durfte der kleine Bruder dann machen. Der Kleine musste auch in ihrem Bett mit schlafen weil sie sonst allein war, sie gesund pflegen, wenn sie krank war… Für den Großen war es auch nicht leicht, vor allem wenn es um die Schule ging, dann kam es vor, dass sie ihn auf Grund Mathe 3 nackt unter die Dusche stellte oder beim Friseur den Kopf rasieren lies. Auch das erfuhren wir erst dann. Die offizielle Version war, in der Schulklasse habe ein Junge der neben ihm saß Läuse gehabt. Das stimmte nicht. Aber er durfte nichts erzählen.
    Es war wie ein riesen Gullifass, dass sie auskippten, sobald sie länger als zwei Tage bei uns waren. Letztlich wollten beide von sich aus ein Gespräch beim Jugendamt und im Beisein ihres Papas. Wer ihnen den Hinweis als Möglichkeit zur Gegenwehr gab, ich weiß es nicht. Doch bis heute wirft sie den Jungs diesen Schritt als Verrat vor. Auch wenn alles gut sei, sagt der Große, fängt sie aus heoterem Himmel wieder an, “wisst ihr noch, als ihr mich zum Jugendamt geschleppt habt?“ eine Stimmung, die gerade noch gut war, war dann im Keller.
    Wie gesagt, so schildert es der Große.
    Ich hoffe es ist okay, wenn ich Großer und Kleiner sage. Es ist nicht wertend gemeint, aber sonst kann man es nicht verstehen und mit Namen bin ich mir sicher liest sie hier heimlich mit und ich hab nächste Woche Post vom Anwalt…

    Es ist schwer diese Komplexität so gerafft darzustellen, ich hoffe ihr könnt es halbwegs nachvollziehen, wenn ich versuche sämtliche meiner Gefühle und Gedanken aussen vor zu lassen.

    Dieses Gespräch mit den Eltern und Kindern sowie einzelne Gespräche der Kinder mit dem Jugendamt fanden im Herbst 2016 statt.
    Sie leugnete alles, spielte die Tränenkarte, die überforderte Mutter und unterm Strich blieb alles beim Alten. Hinterher hagelte es Nachrichten, wir seien nicht familienfähig, sie hat eine super Familie, bla bla…
    Es wurden klare Anrufzeiten mit ihr geregelt (an die sie sich bis heute nicht hält) und ihre Handynummer blockiert.

    Auch wenn sich für uns, was den Terror und Geldforderungen ihrerseits betrifft, nichts änderte, muss dieser Schritt der Kinder bewirkt haben, dass die Mutter sich im Umgang mit ihnen besserte.
    Zumindest gingen wir davon aus.
    Unwissend über den Maulkorb, den sie ihnen verpasste und Annehmlichkeiten wie materielle Besitztümer wie neue Kinderzimmer, pc, Tv, Handys, Spielkonsolen, mit denen sie die Kinder kaufte.
    Es war wie bei Monopoly “lasse alle Deine Zimmer renovieren“. Sie machte alles “neu“, nach dem Motto, wir sind eine Familie, ich tue alles für Euch, jetzt seid mir dankbar.

    Im Juni 2017 fuhren mein Mann und ich ein paar Tage in den Urlaub.
    Es war Pfingsten, schönes Wetter, aber ich merkte mein Mann war komisch.
    Es dauerte zwei volle Tage bis er mir erzählte, dass ihm der Kleine wieder Nachrichten seiner Mutter über sein Handy an seinen Vater weiterleiten sollte.
    Geldforderungen, er kümmert sich nicht, sie muss alles alleine stemmen.

    Wir appellierten an ihn, der einzige, der ihr diese Grenze setzen muss, ist er selbst. Nein sagen, hinstehen oder auch die Chance wahrnehmen, wenn so etwas wieder vorkommt, zum Jugendamt zu gehen. Dies hat ihm damals auch die Dame vom JA geraten.
    Ende vom Lied?
    Wie sich herausstellte zeigte er diese Nachricht seiner Mutter und leitete sie ihr weiter. Sie hatte nicht sein Handy. Sondern er knickte ein.
    Wie wir aus diesem wahnsinnig erholsamen Kurzurlaub zurück waren, kam das JA auf meinen Mann zu und der Spuk begann von vorne. Weil der Vater sich nicht kümmert und wir schlecht über die Mutter gesprochen hätten, möchten die Kinder nun nicht mehr zu uns.
    Seither ist mein Vertrauen zu diesem Jungen dahin. Es wurde in keinster Weise schlecht gesprochen. Es ging lediglich darum ihm zu sagen sage “Nein“ oder geh zum Jugendamt. Ich möchte nichts mehr hören und sehen, es interessiert mich nicht mehr, wie es ihm gesundheitlich geht, noch wie das Verhältnis zur Mutter ist.
    Jegliche Versuche meines Mannes hier ein vernünftiges Verhältnis zwischen ihm und sich bzw. Ihm und uns herzustellen wurden im Keim erstickt.
    Von der Mutter in Watte gepackt hat er neuerdings Morbus Crohn und selbstverständlich muss für sämtliche Medikamente der Vater aufkommen.
    (Mein Mann kommt für alles auf, Handy zwei mal im Jahr kaputt, das Größte und Neueste wird ersetzt. Hose kaputt, Anruf Papa, Überweisung Geld für neue Hose.) Um das einzuflechten, mein Mann hat sämtliche Ärzte, Spezialisten gesprochen und jeder Arzt äußerste Bedenken hinsichtlich der Psyche des Kindes und der Zerissenheit, die er erlebt. Auch, dass die Ärzte der Mutter geraten haben, Situationen sachlich zu betrachten ohne ins Drama zu verfallen und zu übertreiben, wurden dadurch bekannt.
    Neulich wollte sie Geld von meinem Mann weil die Krankenversicherung “schräg mache“ (ihr Wortlaut).
    Wieso sind die überhaupt gemeinsam krankenversichert frage ich mich!?

    Das letzte mal sah ich den “Kleinen“ am Geburtstag seiner Oma im Herbst 2017, die Mutter meines Mannes, meine Schwiegermutter. Dort verlangte mein Mann von uns beiden, dass wir uns vertragen. Wir nahmen uns in die Arme, für mich war es aus der Welt, er heulte davor, währenddessen und danach und hörte nicht mehr auf, klagte über Magenschmerzen bis wir ihn nach Hause brachten.
    Erneut Vorwürfe der Mutter was wir mit ihm gemacht hätten, Notaufnahme im Krankenhaus, etc.

    Also wieder Funkstille.
    Eines Abends im Februar, ich war nicht zu Hause, rief die Exfrau auf dem Festnetz meinen Mann an und sagte sie habe zwei Informationen für ihn.
    Sie teilte meinem Mann mit, der Kleine sei nun schwul und die Freundin des Großen zieht demnächst bei ihnen ein.
    Die Eltern der Freundin nähmen Drogen, das Kind müsse da raus, der Antrag auf Unterhalt und Kindergeld für sie von den Eltern habe sie bereits gestellt. Geldeinnahmequelle Nr.2.
    Wir kannten die Freundin des Großen bereits, denn an den Besuchswochenenden kam sie hin und wieder mit, wenn sie nicht bei ihren Eltern war.
    Alles war bis zu dem Zeitpunkt für meinen Mann in Ordnung und für mich ebenfalls. Das Mädchen ist minderjährig, sie sagte immer, die Eltern wüssten wo sie sei. Vorgestellt wurden wir nie.
    Ich sagte dann, dass ich eine schriftliche Erlaubnis der Eltern sehen möchte, solange sie minderjährig ist (und mit der Gewissheit, zu was die Ex fähig ist) seitdem kam sie nicht mehr mit. Mein Mann erklärte ihr auf Grund der Taten der Exfrau, welche Dimensionen es bei ihr oftmals aus dem Nichts erreichen kann. Zum Glück ist sie nicht blöd und wir warten nun bis sie volljährig ist, damit sie mitkommen kann, wenn der Große zu Besuch kommt.

    Zum Thema Homosexualität des Kleinen:
    Da wir in unserem Freundeskreis ein paar schwule Freunde bzw. Paare aus meinem ursprünglichen Bekanntenkreis haben, war das auch für meinen Mann nichts schlimmes oder neues, er hat es locker gesehen.
    Er freute sich sogar für seinen Sohn, denn es war ein Zeichen dafür, dass er endlich für seine Bedürfnisse einstand. Das erklärte er auch im Telefonat der Exfrau.
    Die Exfrau hingegen äußerste Bedenken und dass es von enormer Wichtigkeit sei, dass wir dem tolerant gegenüber stehen. Erneut bekräftige mein Mann, dass es in der heutigen Zeit kein Problem sei sich zu outen und in dieser Zeit ging es gerade durch die Medien, dass Homosexuelle Paare nun auch heiraten dürfen. Das war der Mutter alles neu.
    Sie wollte, dass mein Mann Bescheid weiß und mein Mann “mal“ ein Gespräch mit ihm suchen solle “von Mann zu Mann“… damit er ihm selbst erzählen könne, was ihn bewegt.
    Mein Mann stimmte zu, alles war “okay“.
    So beendeten sie das Gespräch.
    Wie gesagt, ich war nicht dabei.

    Ich kürze wieder ab. Es passierte nichts.
    Wie oben erwähnt, die Freundin kam nicht mehr mit, es gab nur noch Besuche bei Oma, meiner Schwiegermutter.
    Bei den ganzen Treffen zwischenzeitlich sagte der Kleine nichts und mein Mann bohrte auch nicht nach, denn sowas zu erzählen muss von ihm selbst kommen.
    Als bei einem weiteren Treffen der Kinder mit meinem Mann bei der Oma das Thema Sexualität aus einem komplett anderen Zusammenhang angeschnitten wurde, sprach mein Mann später mit ihm, als er die Kinder wieder nach Hause brachte. Ohne Oma, ohne den Bruder. Nur die zwei.

    Im Gespräch stellte sich heraus, die Mutter sagte dem Kleinen, dass sie den Vater bereits vorab informiert habe, er (der Vater) es nicht gut fände, dass sein Sohn schwul sei und verlangt habe, dass der Kleine es beim nächsten Treffen in der Runde, vor der Familie erzählen sollte.

    Man glaubt es nicht, wenn es einem nicht so widerfahren wäre.
    Erklärt aber dann auch warum der Sohn meinem Mann die ganze Zeit nichts sagte und nichts sagen wollte.
    Die beiden klärten die Lage, mein Mann erzählte ihm, wie das ganze ablief, wie seine und meine Einstellung zur Homosexualität ist und sorgte so für die nötige Transparenz, wie sich die Dinge wahrheitsgemäß und beweisbar abgespielt haben.
    Noch am selben Abend, in der Nacht und am nächsten Morgen hagelte es beleidigende, drohende und niederträchtige Nachrichten von der Mutter über das Handy des Sohnes an meinen Mann und an mich sowie Sprachnachrichten auf unserem Anrufbeantworter, bis keine Aufnahme mehr möglich war.

    Da war der Punkt bei meinem Mann erreicht, dass er nicht mehr konnte.
    Wer ist jetzt hier eigentlich noch normal?
    Er stoppte sämtliche Annehmlichkeiten, die der Kleine undankend in Kauf nahm (Amazon prime, Handyrechnung, Etc).
    Sofort kam, als dieser merkte, Filme (auch die Bezahlbaren) gehen nicht mehr plötzlich per Knopfdruck, Telefonieren mit Handy geht nicht mehr stundenlang, kamen dann von ihm Nachrichten wie u.a. “Was soll das???“
    Es braucht lange, m.E.n. zu lange, bis mein Mann in die Gänge kommt, aber wenn, dann ist -so dachte ich- Schluss.
    Das war im Frühjahr diesen Jahres.
    Beim kurz darauf folgenden Geburtstag meines Mannes eine kurze lieblose Nachricht des “Kleinen“ und ein Telefonat mit dem Großen.
    Seither kommt nurnoch der Große mit zur Oma. Der Kleine hat eine neue Handynummer, wir sind gesperrt.
    Heute sehe ich zufällig auf dem Kontoauszug einen Dauerauftrag mit dem Betreff “Führerschein …“ (Name vom Kleinen).
    Nach all dem Terror was war, nach all diesen Intrigen, Denk- und Verhaltensweisen, bei denen mir schwindlig geworden ist, weil ich es nicht glauben konnte, macht mein Mann einen Dauerauftrag für den Führerschein dieses Kindes.
    Nicht falsch verstehen, ich bin Bankerin, verdiene gut, erhalte mir meine Unabhängigkeit und ziehe klare Grenzen.
    Nein, mir geht’s hier einfach um das, was hier geschieht. Mit jedem Einzelnen und wo die Reise hinführt.
    Und ich möchte nicht sagen wie es mir geht. Erfahrene Zweitfrauen können sich das denken. Dann wäre das hier eine noch längere Email. Es geht hier nicht um mich. Es geht mir um das Vertrauen, den Respekt, Charaktere und Verhaltensweisen, die so nicht sein dürfen und für die es scheinbar Freiheiten gibt.
    Ich bin heute knapp 40. An eigene Kinder denke ich nicht mehr. Auch, weil sich meine Sicht auf meinen Mann verändert hat.
    Vielmehr möchte ich aber keiner Seele Leben schenken, die diese Abgründe dann ertragen müsste.
    Was ist meine Aussage hier?
    Ich habe keine. Ich habe auch keine Fragen. Ich bin einfach leer. Es ist so ernüchternd wie ein Besuch am Roulett-Tisch, wenn man das Gefühl hat, Haus und Hof verspielt zu haben.
    Ich habe so losgelassen, versteht ihr.
    Viele Außenstehende sagen “Du hast gewusst, auf was Du Dich einlässt.“ Dieser Satz ist so … traurigmachend. Weil niemand versteht, dass man ja, wusste, worauf man sich einlässt, aber nein, nicht wissen konnte, wie tief das gehen kann, worauf man sich einlässt. Welche Abgründe an Neid, Missgunst und Tyrannei man zu ertragen hat.
    Niemand glaubt einem. Mehr noch, wird einem ein großer Erfindungsgeist nachgesagt. Ich habe alles dokumentiert und archiviert. Auch die Sprachnachrichten. Und wenn ich nicht längst Drohungen der Exfrau bekommen hätte, auf meine Aussage, man sollte darüber ein Buch schreiben, ich hätte es längst geschrieben.
    Ich weiß aus dem eigenen Freundeskreis, Exfrauen können sich wunderbar mit Kind(ern) und Exmann arrangieren. Sie sind nicht alle Hexen. Aber oftmals erhalten sie durch solche Erfahrungen noch den Ansporn in die selbe Presche
    Zu schlagen. Die Möglichkeiten wecken Begehrlichkeiten. Vielleicht habe ich auch deshalb so lange stillschweigend alles geduldet und nicht darüber gesprochen.
    Aber das Fass ist voll.
    Neulich sagte mir eine Zahnärztin, die über mangelnde Fachkräfte klagte, auf meine Frage “Warum sie nicht bestehendes Personal aufstocke?“ entschieden “Nein!!“ mit der Begründung, dann müsse der Exmann der Mitarbeiterin weniger Unterhalt bezahlen.
    In dieser Welt leben wir!
    Ich mag nicht daran denken, wie es in 10 Jahren ist, wenn die Söhne (noch) studieren, mein Mann brav alles zahlt und die Exfrau Befehle erteilt.
    Er hat immer gesagt, wenn er sich wehrt, trägt sie es auf dem Rücken der Kinder aus.
    Da frage ich mich, was ist das denn, was sie seit Jahren macht!?
    “Wenn Du/ihr nicht, dann … !“
    Macht:Ohnmacht
    Wo leben wir eigentlich?
    Eine Anekdote noch, ich habe neulich für eine betagte ältere und verwitwete Dame in unserem Dorf eine Putzhilfe gesucht, die Haushalt/Garten auf Vordermann hält und im Winter gelegentlich der Frau die Hofeinfahrt schippt, damit die Sozialstation anfahren kann.
    Kurze Zeit später erhielt mein Mann ein Schreiben von dem Anwalt seiner Exfrau, da er nun Eigenheim besitze und eine Putzkraft suche, solle er sein Eigenkapital sowie mögliche Darlehen offen legen, um die Unterhaltszahlungen anzupassen. Soviel dazu. Nach zwei Tagen kam ein kleinlautes Schreiben, wie sehr man sich doch freue, dass der Exmann sämtlichen Zahlungen regelmäßig nachkommt.
    Irgendjemand muss ihr da mal die Neidbrille abgezogen haben.
    In unserem heutigen Rechtsstaat werden alleinerziehende Mütter mit samthandschuhen angefasst, Exmänner ausgesaugt und für dumm verkauft, Zweitfrauen hintenangestellt und ihre Leistung nicht gewertschätzt.
    Das ist mein Eindruck nach 13 Jahren Ehe und Beziehung als Zweitfrau.
    Ich weiß, ich komme aus diesen Niederungen nur raus, wenn ich die Reißleine ziehe und Menschen, die offensichtlich nicht hinter mir stehen, wie ich hinter ihnen, die Grenzen klar und deutlich setze.
    Aber ich möchte an die Frauen und vielleicht gibt es auch Zweitmänner appellieren, dass man sich selbst schützen muss und wachsam sein muss, trotz aller Verliebtheit, dass man sich immer Gewahr sein muss in welcher Situation man sich befindet.
    Es sollte so etwas wie einen Schutz geben, wie es einen Verbraucherschutz gibt.
    Wahrscheinlich sind nicht alle Menschen so stark wie ich.
    Bitte liebe Susanne, liebe wohlgesinnte Frauen, Zweitfrauen und Exfrauen, wenn Euch so viel an den Kindern und ihrer Stimme liegt, gebt ihnen die Chance sich zu befreien. Sie sind nicht alleine. Und sie verdienen es, gehört zu werden.
    Ich war beim Jugendamt und wurde freundlich auf die ausschließliche Korrespondenz der Eltern hingewiesen.
    Die Damen dort sind sehr nett. Nie habe ich den Hauch einer Differenzierung gespürt. Kindersache ist Elternsache und das ist auch gut so. Ich war beim Kinderschutzbund und bei ProFamilia. Ich befragte neutrale Personen und die eigenen Familienangehörigen.
    Niemand möchte in meiner Rolle stecken.
    Das ist die heutige Zeit. Und ich verstehe jeden Einzelnen.
    Ich brauche kein Mitleid. Ich möchte keinen Zuspruch. Alles, was ich unterm Strich sagen möchte, ist, dass in diesem Land was Gerechtigkeit betrifft eine neue Sichtweise zu verstehen geben möchte. Schaut auf die Fäden an den Marionetten und durchtrennt sie.
    Ich habe einen Märtyrer-Namen. Aber das heißt für mich nicht, dass ich nun die Rolle rückwärts aus dem Fenster mache um mir dadurch Gehör zu verschaffen.
    Ich habe mehr gesehen als mir lieb ist und ich möchte, dass das was ich erlebt habe als Mahnmal dient, für jene die narzisstisch agieren und jene, die ihre Opferrolle erkannt haben.
    Versucht zu reden, schafft Transparenz und seid ehrlich zu Euch selbst.
    Wenn ihr merkt, diese leise Stimme in Euch, die Euch sagt, das ist jetzt aber unfair was ICH mache, hört auf sie und lasst es bleiben. Folgt Euren liebevollen Werten des Herzens und gestaltet Euren Kids eine gesunde Zukunft zum Wohle des Ganzen.

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