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Was tun, wenn der Stiefsohn die eigene Tochter schlägt?

Stiefsohn schlaegt die Tochter

Mein Mann hat aus der ersten Ehe zwei Kinder mitgebracht. Einen siebenjährigen Jungen und ein 12jähriges Mädchen. Die Kinder leben seit der Trennung bei uns, sie waren damals acht und drei. Beide haben mich von Anfang an gut akzeptiert und ich bin ihre Bonusmutter. Der Kleine erzählt immer, dass er zwei Mamas hat 🙂  Eigentlich hat im großen und ganzen alles gut geklappt, wenn man mal davon absieht, dass beide Kinder erstmal viel Zuwendung brauchten. Aber nun habe ich mitbekommen, dass mein Stiefsohn meine kleine Tochter schlägt und weiß keinen Rat mehr.

Beide Kinder haben Entwicklungsschwierigkeiten

Die Große hat eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, auditive Wahrnehmungsstörung und irgendwas mit der Raumlage. Das blieb, bis ich die Kinder kennengelernt habe, völlig unentdeckt und wurde daher erst spät mit Logopädie behandelt. Es hat sehr viel Zeit und Zuwendung gefordert, die Große so stabil in der Schriftsprache zu machen und ihr ein gewisses Ordnungssystem beizubringen. Kleinigkeiten wie Hausaufgaben aufschreiben usw. mussten konsequent geübt werde. Ich habe viel mit ihr für Arbeiten gelernt und ihr Lernstrategien beigebracht. Das lief quasi die letzten vier Jahre so.

Ich selbst habe Deutsch und Geschichte auf Lehramt studiert bis kurz vorm 1. Sraatsexamen- muss nur noch meine Prüfungen ablegen, bin also quasi vom Fach. Ich bin so müde von dieser Zeit und war mir so sicher, dass der Kleine mir keine Sorgen in der schule bereiten würde, weil ich ihn immer so auf „Zack“ empfunden habe. Obwohl ich mich Zuhause permanent wegen Kleinigkeiten mit ihm streiten musste wie: Klospülung, Haare kämmen, Zähne putzen, Wäsche in Wäschebehälter, nicht einschlafen beim Anziehen usw. Allerdings dachte ich immer, dass das alles eine Phase ist und irgendwie normal. Obwohl er auch krasse Sachen gebracht hat. Er  hat neben das Klo gepinkelt, hat Klopapier gekaut und dieses dann an Wände geschmissen oder Papier, Radiergummis, Tapete oder sonstwas gegessen.

Seit letztem Herbst verändert sich mein Stiefsohn

Im September 2015 bekam ich meine Tochter, die unsere Patchworkfamilie gefühlsmäßig so richtig zu einer Familie werden lies. Die beiden Großen waren voller stolz auf ihre kleine Schwester. Im Sommer 2016 wurde der Kleine eingeschult und seit Oktober haben wir nur noch Probleme. Er schlägt andere Kinder, kommt mit seinen Aufgaben nicht hinterher, verweigert Aufgaben zu machen, ist permanent abgelenkt, benötigt immer eine Extraportion Aufmerksamkeit.

Mein Stiefsohn lügt permanent, er war es nie oder es war immer ganz anders! Er steht erst dann zu seinem Mist, wenn es für ihn keinen Ausweg mehr gibt. Er hat häufig seine Hausaufgaben nicht in der Betreuung gemacht, usw. Wir feiern förmlich die Tage, wenn er keinen Eintrag in seinem Schulplaner hat! Wir sind mit den Lehrern im engen Kontakt und waren mit ihm bei einer Kinderpsychologin. Ergebnis: Kind normal intelligent, er soll weiter Logopädie machen. Da haben wir ihn dann auch noch hingeschleppt und er hat wohl auch mit der Raumlage und der Merkspanne Schwierigkeiten. Ihr Rat: Wir sollen den Druck rausnehmen und nicht versuchen alles zu lösen, wir würden das alles gut machen.

Die Psychologin sah keine großen Probleme …

Der Kleine kennt Strukturen und er hat einfach Stress, den er abbaut, indem er Radiergummis frisst, Schulmaterialien kaputt macht usw. Dass er anderen Kindern weh tut sei nicht unvermittelt, er würde sich Dinge einfach länger behalten. Ein Beispiel: Ein Mädchen hat ihm zwei Tage vorher das Bein gestellt und deswegen würde er sie dann zwei Tage später schubsen. Naja, wir sollten nun Zeit ins Land gehen lassen und im Mai wieder kommen.

…. aber jetzt weiß ich, dass mein Stiefsohn meine Tochter schlägt

Heute war mein Stiefsohn bis um 17 Uhr bei einem Freund, es hat wohl alles prima geklappt. Er musste zuhause nur noch eine Aufgabe in Deutsch machen. Ich saß am Schreibtisch und da kam meine Tochter weinend an und hielt sich ihre Backe und rief den Namen ihres Bruders. Ich fragte sie was passiert sei und sie zeigte mir, dass ihr Bruder sie gehauen habe! Er redete sich raus, dass er nur sein Mäppchen nehmen wollte und dann mit seinen Arm gegen ihre Backe gekommen wäre. Keine Reue, nichts!

Ich war mir nicht sicher, was stimmte und sagte ihm, dass er sich entschuldigen müsse. Später, beim Abendessen, kam es nochmal zur Sprache als sein Vater zuhause war und ich erzählte, dass meine Tochter sehr wohl schon reden könne, wenn auch manchmal nur mit Gestik. Da fragte sein Vater ihn direkt, ob er ihr eine geknallt habe und er bejahte es.

Wie gehe ich damit um?

Dieses Ereignis macht mich so stinksauer und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Es gab vorher schon mal Situationen, wo die Große sagte, dass der Bub der Kleinen mit Absicht weh getan habe. Allerdings dachte ich, dass sie übertreibe, weil er z.b. im Spiel der Kleinen auf den Windelpopo gehauen hat. Jetzt denke ich mir natürlich meinen Teil

1) Wer weiß wie oft er solche Aktionen schon gebracht hat?
2) Ich könnte ich ihn in der Luft zerreißen für die Aktion heute Nachmittag.

Ich meine er kommt quasi völlig ausgelastet nach Hause und dann so eine Scheißaktion. Das schlimmste an alldem ist, dass alles an ihm abprallt! Jedes Gespräch, jedes Geschimpfe, natürlich auch Geschrei. Ich brauche dringend einen Rat, wie ich hier weitermachen soll.


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In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden. Foto: Stocksnap

 

19 Kommentare

  1. Lisa W. sagt

    Mein Stiefsohn hat eine Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung, eine Störung der Wahrnehmung, eine Hörminderung, eine schwere Artikulationsstörung und einen IQ im Grenzbereich zwischen Lern- und geistiger Behinderung mit Anteilen von ADS ohne (H). Ich habe eine leibliche Tochter, sie hat eine Lungenerkrankung (ähnlich der CF, aber ausschließlich auf die Lunge bezogen!) und einen Sohn der Autist ist und AD(H)!S hat. Wir sind eine normale Familie. Jedes Wochenende kommt noch ein Stiefkind, dass bis vor kurzem Leukämie hat, Asthma hat und starke Allergien. Wir haben also alle Hände voll zutun. Wenn es zu Situationen kommt, die unvorbereitet geschehen, flippt mein kleiner Stiefsohn auch aus und schlägt seine Schwester. Aber es bleibt nicht bei einmal zuschlagen. Er würde sie vermutlich schwer verletzen, ohne festhalten und Notfall Medikamenten. Sowas passiert aber nur noch einmal im Quartal von Anfangs mehrmals täglich nach der Herausnahme bei der Mutter. Ich denke, so Kinder brauchen Liebe und Zeit und begleitende Therapien. Für sie ist es einfach hart, in Konkurrenz zu stehen. Ich glaube, das ist der ganze Zauber dahinter. 🙂 fühl dich mal lieb umarmt…

  2. Clara sagt

    Krass ausgedrückt: er könnte die Symptome einer „Störung des Sozialverhaltens“ haben. Mit anderen Worten: eine dissoziale Störung im Kindesalter. Ich glaube nicht, dass ihr mit Liebe und Verständnis und eieiediei weiterkommt. Klare Regeln – klare Konsequenzen, vorher bitte transparent machen, dass das Kind verstanden hat, was auf A folgt und warum. Umgekehrt positive Verstärkerliste, wenn er bestimmtes Verhalten unterlässt.
    Ein eigenes Klo als Lösung für vollgeschissene Toilettenschüsseln? Mit 7 kann man die Bürste gut in die Hand nehmen – wie wäre es, wenn er seine Hinterlassenschaften wegschrubben darf, statt mit einem eigenen Bad belohnt zu werden (wie viele Personen in eurem Haushalt haben das noch?!).

    Ermutigt ihn, sich verbal zu äussern, wenn er sich traurig oder gekränkt fühlt – fragt ihn häufiger nach seinen Gefühlen (bist du grade wütend, ärgerlich, allein, enttäuscht….brauchst du eine Umarmung?), damit er lernt, sich auszudrücken und seine Gefühle überhaupt zu erkennen.

    LG

  3. Stiefmutter sagt

    P.s. er ist nicht zurück. Er wurde von der kinderpsych. Getestet und er ist normal intelligent.

  4. Stiefmutter sagt

    @anonym:

    Ich weiß, dass es viele Jungs gibt, dir noch in die Hose machen und das es u.U. auch normal ist, habe ich auch schon gehört, weswegen wir ihn ja auch gar nicht deswegen schimpfen, sondern uns ja Gedanken machen.

    Wieso überschätze ich meinen bonussohn? Versuche doch bitte konkreter zu sein. Was ich hier schildere sind nur ein Bruchteil dessen, was sich seit Monaten immer mehr zuspitzt. Ich schildere hier Beispiele – dass ich negativ ihm gg eingestellt sein soll, wirkt sicherlich so auf dich, weil ich hier natürlich viele extreme darstelle….

    Und würde mich natürlich zur perfekten „bösen stiefmutter“ machen! Aber den Schuh ziehe ich mir nicht an! Ich tue mehr für meine Bonuskinder, als ihre leibliche Mutter je für sie getan hätte- vielleicht vor allem, weil ich ihre Bonusmutter bin und mich nicht damit abfinden möchte, dass es vielleicht doch eine Lösung für uns gibt.

    • Den Schuh brauchst du dir wirklich nicht anziehen!
      Du machst es gut und ich würde in deiner Situation auch durchdrehen! Ich hab zwei Kinder, und wenn MEIN älterer dem jüngern was tut, dreh ich auch durch.

      Mit 7 weiss man sehr wohl, dass man andern weh tut, wenn man sie haut!!

  5. Stiefmutter sagt

    Das haben wir uns auch schon gedacht und im Grunde schon beschlossen ihn die schule wechseln zu lassen.

    Jetzt vor den Ferien habe ich darauf bestanden, dass sein fach in der schule leer geräumt wird, um Zuhause mal zu schauen, wie er mit dem Kram zu Rande kommt. Was soll ich sagen, dass fach War mit sicherlich 30 losen blättern gefüllt, die in irgendwelche Mappen gehörten. Die Lehrerin sagte, dass sie das eigentlich noch mit ihm anheften wollte.

    Generell hat er große Konzentrationsschwierigkeiten und ist immer schnell abgelenkt. Das äußert sich natürlich auch massiv und vor allem in der schule.

    Es sind zurzeit einfach sehr viele Baustellen parallel und ich ich weiß überhaupt nicht, wie wir ihn wieder „beruhigen oder gefestigter“ bekommen. Ich weiß, es gibt immer ein Morgen – aber irgendwie ist es gerade eine ziemliche Belastungsprobe für unsere Familie.

    Seine ältere Schwester hat auch keinerlei Geduld mehr mit ihm uns ich habe permanent das Gefühl, dass man ihn irgendwie eine Aufgabe geben muss, damit er keinen Unsinn macht.

    Er ist auf vieles sehr neidisch und das nicht mal innerhalb der Familie. Er War letztens im Warteraum der Logopädin und mein Mann ging kurz raus zum telefonieren.

    Es saß ebenfalls im Warteraum eine Mutter Mut ihrem kind. Sie unterhielten sich darüber, dass sie hinterher ein Eis essen gehen können.

    Mein Bonussohn *j* sagte, etwas von wegen „Muschi-eis -hahaha“

    Mein Mann War fassungslos und sagte den ursprünglich geplanten Besuch zur Messe ab!

    Als ich mich mit *j* nochmals im ruhigen darüber unterhielt, weshalb er das sagte, kam heraus, dass er neidisch darauf war, dass sie Eis essen gehen.
    Er weiß, dass er was sehr „böses“ gesagt hat und wollte das auch ganz bewusst. Natürlich weiß er nicht, was es genau bedeutet. Dass habe ich ihm dann qzasi übersetzt.

    Es gibt da wirklich soviel….

  6. anonym sagt

    „2) Ich könnte ich ihn in der Luft zerreißen für die Aktion heute Nachmittag.
    Ich meine er kommt quasi völlig ausgelastet nach Hause und dann so eine Scheißaktion. Das schlimmste an alldem ist, dass alles an ihm abprallt! Jedes Gespräch, jedes Geschimpfe, natürlich auch Geschrei. Ich brauche dringend einen Rat, wie ich hier weitermachen soll. “

    Frage: wäre es dein Sohn, würdest du auch so denken?
    Falls nein halt dich raus und der leibliche Vater muss sich drum kümmern.

    Ich hab 4 Buben.
    Dass einer dem anderen (insbesondere mit 7) mal mit dem anderen wegen Streit rauft und dem ne Watschn gibt, passiert. Du regst dich viel zu viel auf. Das bringt gar nichts.
    Meine lügen auch IMMER. Das begann spätestens im Kindergarten. Weil man Nachteile hat, wenn man nicht lügt. Gerade in schwierigen Klassen und Schulen ist Lügen überlebenswichtig.

    Also sei auch hier bitte nachsichtiger.

    Der erste Ansatzpunkt „quasi völlig ausgelastet nach Hause und dann so eine Scheißaktion.“
    Genau deswegen vermutlich die Scheiss aktion. Weil er überlastet nach Hause kommt. Weil er dann die Schwester nicht erträgt.

    Mit Vorwürfen kommst du hier nicht weiter.
    Es gibt auch Kinder die „anders“ sind. Sowas ist genetisch. Und kommt bei Trennungsfamilien häufiger vor. Die Eltern trennen sich weil schon ein Elternteil so „anders“ ist, dass eine Familie mit dem nicht klappt.

    Auch selbst ist man nicht davor gefeit ein anderes Kind zu kriegen. Mit ADHS z.b. oder mehr.

    Überlegt wie ihr die Umstände bessern könnt.
    Lasst den 7 jährigen nicht alleine mit der kleinen Schwester. Beaufsichtige dein Kind! Dann kannst du rechtzeitig einschreiten, bevor es ne Watschn bekommt.

    Überlegt, wie ihr die Situation für den Buben entstressen könnt. DAss du so negativ über den denkst, wird der merken und das bessert die Situation nicht. Da behaupte ich, dass man als leibliche Mutter (mit einem wesentlich auffälligeren behinderten Kind) nicht so schnell so negativ denkt.
    Hier muss der Vater ran. Der hat diesen Vorteil, dass es sein Sohn ist.

    Und Eifersüchtig wird der Bub auch sein, weil er ja seit 3 Jahren in eurem haushalt ist. Auch das solltet ihr beachten.

    • Stiefmutter sagt

      Natürlich würde ich so denken! Wieso soll ich es angebracht oder normal finden, wenn ein f
      7-jähriger ein 1-jähriges Kind eine ohrfeige gibt. Das würde ich nicht mal unter völlig fremden Kindern akzeptieren oder normalisieren. In jedem von uns steckt ein Hemmnis, anderen Kindern oder anderen Personen, die wesentlich kleiner,schwächer oder in körperlicher weise unterlegen sind , diese nicht körperlich zu attackieren. Und das ist letztlich für mich auch der Kern des Problems, dass ihm dieses Gefühl gerade zu fehlen scheint.

      Was ist das denn bitte für eine Aussage:

      „Beaufsichtige dein Kind? Soll ich den Buben in seinem Zimmer einsperren und meine Tochter darf sich nicht frei in der wohnung bewegen und im Wohnzimmer z.b. ihre puppe holen? Alle Türen stehen offen und es befinden sich die Räume unmittelbar nebeneinander….

      Das mit dem negativ Denken…ist ein ziemlich gemeiner Vorwurf und bestimmt nicht gerechtfertigt. Auch eine leibliche Mutter kommt bei diesen Belastungen an ihre Grenzen! Was man hier liest sind schließlich nur Auszüge und natürlich Emotional behaftet.

      Klar ist er eifersüchtig, auf alles und jeden, aber das war er schon immer und bei jedem anderem Kind, ob leibl. oder nicht würde man sagen, dass beste was ihm passieren kann, sind weitere Geschwister. Es regelt sich dann schon mit der Zeit….was soll ich da beachten?

      Soll ich meine kinder, weniger lieben, weniger körperkontakt geben, nicht stillen oder ihn anfangen zu stillen?

      Natürlich ist die Bindung zu einem leiblichen Kind eine völlig andere, dass heißt aber nicht, dass ich ihm bisher keine gute Bonusmutter gewesen bin. Vor schuleintritt War er ja körperlich nicht aggressiv – klar hat er mal aus Wut eine Tür geknallt – aber dass ist doch auch mal normal.

      Es gab vielleicht Anzeichen, dass er mit seiner Wut nicht immer so recht umgehen ksnn- aber welches Kind kann das schon. Es gibt erwachsene, die das nicht können – da bin ich weiß Gott nicht darauf gekommen, dass es bei ihm dann in der schule so eskaliert.

      Das Problem mit dem negativ-denken hat er zurzeit an allen Ecken, weshalb ja auch versucht wird sein positives verhalten zu bestärken und das „schlechte“ zu ignorieren, was aber auch nach Aussage nicht immer geht.

      Weil wir ihm ja sehr wohl sagen sollen, wenn er schlägt, Schimpfwörter benutzt oder lügt, dass das nicht in Ordnung ist.

      Und da er dies leider oft macht, vergeht glaube -kein tag- an dem irgendwas von dem obigen nicht angesprochen wird.

      Und das sind manchmal sooo doofe Sachen….und dann gibt es sehr häufig nur die aussage:

      „Bitte, Lüge jetzt nicht. Wir wissen, dass es anders ist/war und lass es jetzt gut sein.“ Da wird gar kein großes Fass mehr aufgemacht..

      Wir sind nämlich auch müde und reagieren nur noch bei krasseren sachen.

  7. Susanne Petermann sagt

    Per Mail:
    Hi

    Stellenweise kommt mir dein Bericht sehr bekannt vor.

    Mein Sohn war bis zum Schuleintritt recht unauffällig, doch plötzlich
    durfte ich mich jeden TAg mit anderen Eltern auseinander setzen, weil er
    deren Kinder geschlagen, geschupst etc. hatte.

    Bei ihm Wurde eine Form von ADHS diagnostiziert. Er hat eine niedrige
    Reizschwelle und neigt dadurch zu Aggressivität. Seine Klassenkameraden
    hatte das dann auch noch mit bekommen, dass man ihn leicht ärgern kann
    und er dann ausrastet und das gegen ihn verwendet.

    Wir haben ihn dann zurück stufen lassen in die vorschule, die Lehrerin
    dort hat viel Druck raus genommen, zusätzlich bekam er Tabletten. Viele
    Erwachsene können mit Ihrer Wut nicht umgehen, ein Kind dann erst noch
    viel weniger.

    An deiner Stelle würde ich mit eine zweite Meinung von einem anderen
    Psychologen holen.

    LG und viel Kraft

    Martina

    • Stiefmutter sagt

      Die Überlegung hatten wir auch schon mit dem zurückstufen, allerdings ist er dafür wiederum zu gut. Er sagt, dass ihm die aufgaben einfach keinen Spaß machen und beschließt dann, sie halt gar nicht zu machen. Er möchte einfach nur mit den Kindern in der schule spielen….also wie im Kindergarten.

      Mit der zweiten Meinung warten wir noch mal, bis wir im Mai das Gespräch hatten.

      Seine Mitschüler in der Schule sind ja auch nicht ohne, er wird ja auch geärgert oder auch geohrfeigt, allerdings beschwert er sich nicht Zuhause oder bei den Lehrern darüber. Seine Toleranzschwelle ist da schlicht größer.

  8. annette sagt

    Ich würde mir überlegen, was WIR tun könnten, wenn UNSER Sohn UNSERE Tochter schlägt.

    Wenn die 3 Kinder sich als Geschwister sehen sollen können/dürfen und auch wirklich alle bei euch leben, dann könnt ihr das nur von dem Blickwinkel her betrachten (auch wenn es gefühlsmäßig nicht so ist).

    Und sorry, an einen 7-Jährigen kommst du mit Gesprächen/Geschimpfe und Geschrei nicht heran. Ich glaube auch nicht, dass es das ist, was ihm fehlt.

    „Liebe mich am meisten, wenn ich es am wenigsten „verdiene“ – denn dann brauche ich deine Liebe am meisten“ – fällt mir dazu ein.

    Und eine Frage: wo ist emotional dein Mann angesiedelt? Du bist doch nicht allein zuständig…allerdings schreibst du so…
    Und wo ist die Mutter?
    Der kleine Mann hat ganz offensichtlich Sorgen, seelische Not – die bekommt er mit dem Verstand nicht gelöst.

    Ich würde mir erst mal – gemeinsam mit meinem Mann! – eine Beratung vor Ort zur Gesamtsituation holen. Ich habe hier bei uns vor Ort mit der Erziehungsberatung sehr gute Erfahrungen gemacht, weiß aber natürlich auch, dass das immer personenabhängig ist. Ein Versuch wäre es mir wert.

    Und noch etwas: Vom Fach sein – das kann gut sein, wenn es um fachliche/strukturelle Themen geht. Vergiss nicht, dass es innerhalb einer Familie aber um Emotionen geht, um Liebe, Nähe, Zugewandtheit, sich Einlassen….da geht’s um Menschsein…

    • Stiefmutter sagt

      Hallo, mein Mann ist weiß auch nicht mehr weiter, er sieht natürlich vieles auch etwas „ruhiger“.

      Er führt auch immer wieder Gespräche mit ihm, hält sich jedoch auch zurück, wenn der Bub schon seinen Vortrag bekommen hat. Einmal reicht bzw er versucht es nochmals in kuschelgesprächen zu thematisieren.

      Es geht mir nicht darum, dass er meine leibliche Tochter schlägt – es Nacht mich stinksauer, dass er mit 7 1/2 keine Grenze zu spüren scheknt, ein 20 Monate altes Kleinkind zu ohrfeigen! Dass macht mich so sauer! Er schämt sich nicht mal dafür, ebenso wenig, wenn er anderen Kindern in der schule weh tut. Er weiß, dass man das nicht tut, hat aber keinerlei Bezug dazu, wie weh er anderen Kindern tut. Mir fehlt da einfach diese natürliche Hemmschwelle, die in jedem von uns instinktiv verankert ist.

      Hilfe wollten wir ja schon und hatten ja gedacht, dass die Therapeutin uns weiterhilft. Sie hat uns ganz klar davon abgeraten mit dem Bub weitere Therapien oder ähnliches zu mschen, weil wir z.b. auch beim Urologen waren, um abzuklären, warum er häufig nicht auf’s Klo geht. Er macht sich dann z.b. tröpfelnd in die Hose….wollten sicher sein, dass er das auch merkt. Antwort vom Urologen wann das aufhört:“dann wenn er das möchte und das man da eine verhaltenstherapie für machen könne“.

      Zum vom Fach….War schlicht auf die Schule und die lernstrategien der großen bezogen. Dass innerhalb der Familie Emotionen eine große Rolle spielen ist normal, weswegen ja auch die große bei der Logopädin ist und zeitweise externe Nachhilfe bekam.

      • anonym sagt

        du überschätzt einen 7 Jährigen Buben hier gewaltig.
        Du hattest vielleicht mit der Tochter Glück.

        Bei Buben kommt das „dass er mit 7 1/2 keine Grenze zu spüren scheknt,“ eher so mit 12-14 Jahren und auch dann manchmal nicht.

        mein 7 Jähriger macht genauso noch in die Hose, wenn er schlimm Stress hat oder ihn was sehr belastet. Kinderazt sagte, das sei völlig normal, muss muss als Eltern versuchen die Belastungssituationen zu mildern.

        Ich merk nur, wie negativ du über den denkst. Würd ich über meinen Sohn so denken, würd der vermutlich regelmäßig in die Hose pieseln.
        Sorry, aber als Lehrerin solltest du wissen, dass eine Anforderungen an einen 7 Jährigen (Der ev. zurück ist) viel zu überzogen sind.

  9. Fräulein Holle sagt

    Wow das ist wirklich harter Tobak. Erst einmal ein riesen Kompliment an dich! Ich habe auch einen Vollzeit-Stiefsohn der nicht so ganz einfach ist und viel Aufmerksamkeit bedarf und kann mir ungefähr vorstellen wie viel Kraft du für all das brauchtest! Wahnsinn, wirklich!

    Zu deinem Problem. Mein Bauchgefühl sagt mir dass er vielleicht mehr Aufmerksamkeit braucht. Also positive Aufmerksamkeit, ohne Therapie, üben und meckern. Vielleicht hilft es wenn du (oder ihr) regelmäßig mit ihm allein etwas unternimmst, vielleicht sogar über Nacht wegfährst damit er eine bessere Bindung zu dir aufbauen kann und dadurch vielleicht deine Kritik mehr an sich ran lässt. Es klingt so als würde er so häufig kritisiert dass er einfach zu macht?! Wir hatten das auch und haben uns dann entschlossen erst einmal keine Therapie, Gespräche, üben etc. mehr zu machen sondern ihn einfach sein zu lassen wie er ist (aber er ist noch im KiGa und Aggression ist natürlich auch ausgenommen!). Aber wir versuchen nur noch ganz wenig zu meckern und nur wenns wirklich sein muss damit er das dann auch ernst nimmt. Und wenn du etwas allein mit ihm machst nimmt ihm das vllt das Gefühl die kleine Schwester beneiden zu müssen?

    Mein Bauchtip. Wünsche dir ganz viel Kraft!

    • Stiefmutter sagt

      Das mit dem weniger meckern versuchen wir zurzeit, weswegen z.b. konfliktsituationen wie Badezimmer beschmutzen, keine klospülung betätigen so gelöst wueden, dass er sein eigenes Bad bekam.

      Er hat nun in seinem Zimmer einen eigenen wäschebehälter, weil er es ja nicht geschafft hat die Wäsche direkt vor seine Zimmertür in den Behälter zu werfen. Ergebnis: er benutzt den wäschebehälter nicht, weil er dachte, er soll ihn nur benutzen, wenn er keine Lust habe vor die Tür zu gehen. Ist auch okay für mich, Hauptsache die schmutzwäsche landet in irgendeinem Behälter. 🙂

      Nur gibt es halt immer wieder heftige Aktionen, die nicht unkommentiert bleiben können:

      1. Lügen
      2. Arbeitsverweigerung
      3. Schimpfwörter (macht er z.b. auch erst seit schuleintritt)
      4. Kinder schlagen

      Letzte Woche rief er im kunstunterricht „mein Pimmel ist eine Gitarre“ sollen wir sowie unkommentiert lassen?

      Auf der Hochzeit meiner Schwester sagte er zu dem Bruder meines Schwagers „f**** deine Mutter“

      Das sind weiß Gott alles dinge, die er aus der schule mitbringt und sehr genau weiß, dass man solche Sachen nicht sagt, wenn er auch nicht genau weiß, was sie bedeuten.

      Achso….und zur Mutter: sie setzt keine Grenzen, sagt zwar ja das sie es nache, aber am we gibt es Süßigkeiten, Fernsehen und alles was Spaß macht ohne Grenzen, weil sie sich das We mit den Kindern nicht verderben möchte oder es einfach sehr viel lockerer sieht.

      Empfehlung der Psychologin…Gespräche helfen da wenig, locker sehen, die Kinder sterben nicht daran oder nehmen schaden. Einfach vorstellen, sie seien am we bei den Großeltern.

      • Fräulein Holle sagt

        Also ich glaub ihr braucht echt eine Psychologin die EUCH ernst nimmt! Wenn die Mutter keine Grenzen setzt und dein Mann das auch lockerer sieht kämpfst du ja quasi allein. Das geht nicht. Und natürlich nehmen die Kinder Schaden wenn Sie da so und da so erzogen werden! Ohne halbwegs klare Linie wächst eine Unsicherheit heran die sie dann irgendwie kompensieren. Das haben wir auch und unser kleiner sieht seine Mutter alle drei-vier Monate mal.
        Und klar die von dir genannten Verhaltensweisen natürlich nicht unkommentiert bleiben! Also Ausdrücke und so. Wobei? Vielleicht macht er es wegen der Aufmerksamkeit? Dann ist ignorieren vllt gar nicht so schlecht (wenn es nicht gerade auf einer Hochzeit ist natürlich). Vielleicht ist er in der Schule auch unterfordert und die Lehrerin sollte ihm vllt mal testweise schwerere Aufgaben geben oder so damit er da nicht auf blöde Gedanken kommt?

      • anonym sagt

        Vielleicht tut ihm die Schule gar nicht gut. Geh da mal nachsehen. Unauffällig, was da ab geht. und ob das noch ok ist oder eher nicht.

        Erklär ihm, dass er sich vor allen lächerlich macht, wenn er „„mein Pimmel ist eine Gitarre““ sagt. frag ihn ob er das will.
        Du schreibst ja selbst, dass diese Schimpfworte erst seit Schule anfangen und ich vermute das mit der Lügerei auch. Und wenn er dann noch ständig im Hort ist, da sind eh immer die schwierigsten Kinder am längstn, dann lernt er halt dort Sitten, die nicht eure sind und ihr müsstet überlegne ob ihr ihn besser selbst betreut oder was anderes findet.

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