Aktuelles Thema
Kommentare 40

Appell an alle Trennungsväter – So gelingt die zweite Beziehung

Appell_Trennungsvaeter

Ich war elf Jahre lang Stiefmutter. In der Trennungsphase wurde mein Mann plötzlich so gesprächig, wie ich ihn nie vorher erlebt hatte. Wahrscheinlich wollte er einige Sachen verarbeiten, indem er seine Sichtweise immer wieder hervorholte. Oder wollte er sich rechtfertigen? Waren das Unschuldsbeteuerungen? Oder Vorwürfe. Hier meine Gedanken dazu. Ein Appell an alle Trennungsväter, wie eine Beziehung besser gelingt.

Schlecht ist: „Du wusstest, dass ich Kinder habe“

Dieser Satz kam nicht nur von ihm, sondern von vielen Menschen, die mir nach der Trennung Vorwürfe machten. Viele kennen mich und meine Geschichte aus diesem Blog: Ich bin gescheitert! Ich wusste, dass er Kinder hat, klar. Ich habe alles getan für diese Kinder. Aber mich regt dieser Satz auf. Als ob das die Entschuldigung für jeden Mann schlechthin sei. Schuld am Scheitern hätten demzufolge nur wir Stiefmütter.  Liebe Freunde, liebe Menschheit draußen und mein lieber Noch-Ehemann: wenn man etwas weiß, heißt es nicht, dass man in der Praxis damit Erfahrungen hat.

Anhand meiner Geschichte kann ich das sehr gut beurteilen. Ich kenne mehrere Phasen. Erst war ich mit dem Mann und seinen zwei Kindern 5 Jahre zusammen. Dann heirateten wir, wodurch ich offiziell Frau an seiner Seite wurde. Dann wurde ich selbst Mutter und hatte meine Tochter in der einen Hand und seine zwei Kinder in der andern. In diesen Phasen haben sich sowohl die Kinder verändert, als auch wir als Erwachsenen. Das ist normal. Hätte ich jede Veränderung vorher berechnen können?

Mein Vorschlag wäre zu sagen: „Wir müssen alle Kompromisse machen“

Wenn eine Frau zu einem Mann mit Kindern JA ZU ALLEN UND ZU ALLEM gesagt hat, steckt dahinter eine heilige Liebe. Eine Liebe, die mehr Mut beweist als jede andere  Beziehungskonstellation. Das ist immer schon ein Kompromiss, weil kaum eine Frau sich einen Mann mit Kindern herbei wünscht.

Das heißt, dass man vieles wegen dieser Liebe in Kauf nimmt. Das heißt aber auch, dass man sich niemals die Wahrheit so richtig vorstellen kann, bevor man die Reise miteinander beginnt. Ein JA zu einem anderen Menschen heißt noch nicht, dass man alles kennt. Sondern dass man JA zu allen Schwierigkeiten sagt, die man in seiner Vorstellung hat. Eine Vorstellung, die ganz naiv, ganz blind vor der Liebe ist und ganz unerfahren mit dieser Konstellation.

Niemals darf es daher einen einseitigen Kompromiss geben. Es sollte immer ein von mehreren Seiten gemachter Kompromiss sein. OK?

Ein Kompromiss darf nie einseitig sein. Das zerstört den Frieden. Klick um zu Tweeten

Zu sagen: „Ich stehe zu meinen Kindern, egal was sie (gegen Dich) machen“ zerstört vieles…….

Dieser Satz macht den Nervenkrieg bereits vorab klar. Im Rückblick. Er bedeutet, dass man als Stiefmutter von vornherein verloren hat. Noch bevor es angefangen hat. Ich habe jetzt verstanden, dass ich nichts gewinnen konnte, weil sie immer dieses Privileg als Kinder hatten. Sie konnten sich jede Schandtat erlauben und wussten, dass ihr Vater dahinter stand. Sie hatten ihn sehr gut in der Hand, und konnten ihn sehr schön um den Finger wickeln.

Liebe Väter, ich verstehe mittlerweile Eure Unsicherheit oder Eure Angst. Nachdem man eine Familie zerbrechen sah, will man nicht noch mehr Herzen brechen. Darum geben viele von Euch den Kindern ein „Ja und Amen“. Immer. In jeder Situation. Damit gebt ihr aber leider die Kindererziehung komplett aus der Hand. Ihr gebt sie  an heranwachsende kleine Terroristen ab. Die Folge davon ist, dass ihr auch die zweite Familie nicht geradeaus fahren könnt, sondern die Karre erneut an die Wand fahrt.

Ein „Ich liebe meine Kinder bedingungslos, aber ich heiße nicht alles gut, was sie tun“ bietet dagegen Optionen zur gemeinsamen Veränderung

Ich habe einen Vorschlag, was haltet ihr davon: „Ich liebe meine Kinder bedingungslos, egal was sie sagen und machen. Aber ich werde nicht jede ihrer Taten unterstützen, sondern ich werde sie auch mal zurecht weisen“. Ich bin selber Mutter, und ich könnte nicht jeden Unfug von meiner Tochter einfach so ansehen, und ihr das Gefühl geben, egal was du machst, ist es gut und toll.

Meine Erziehungsdevise ist: Egal was für Sachen meine Tochter unternimmt, richtige oder falsche, werde ich sie immer lieben. Dennoch muss ich sie darauf hinweisen, wo die Richtschnur ist, wie man mit den Menschen umgeht, was man lieber nicht macht. Als Mutter muss ich sie auf den rechten Weg führen. Ich lenke Dich liebevoll, ich korrigiere liebevoll. Ich ermahne dich liebevoll. Ich werde nicht sehenden Auges zulassen, dass Du auf anderen Menschen herum trampelst. Aber ich werde auch nie aufhören Dich zu lieben. Ist es nicht besser, wenn man den Kindern diese Botschaft sendet?

Ich lenke Dich liebevoll, ich korrigiere liebevoll. Das wäre mein Vorschlag für Trennungsväter… Klick um zu Tweeten

Wieso sagst du nicht selbst, wenn Dir was nicht passt?

Wie oft musste ich mir das anhören? Liebe Trennungsväter, denkt ihr, dass wir Feiglinge sind, wenn wir nicht den Mund aufmachen vor Euren Kindern? Nein. Ihr seid es, die die Kommunikation zerstört. Weil ihr nicht korrigiert. Ich habe immer wieder versucht, Gespräche mit seinen Kindern zu führen. Ich habe versucht, vernünftig und liebevoll  zu einem Ziel zu gelangen. Aber wenn das entweder ignoriert, sofort belächelt oder fehlinterpretiert wird, beisst man sich irgendwann lieber auf die Zunge.

Es geht meistens so: Ihr dürft als Väter die brutalsten oder gruseligsten Kommentare auf dieser Welt machen. Aber wir Stiefmütter, auch wenn wir uns sehr zusammenreissen und alles sehr gemildert rübergeben, bekommen zu hören: Was hast du mir zu sagen, wer bist du denn? Papa weißt du, was DIE mir gesagt hat?

Bei uns war es so, dass ich vom Vater mitgeteilt bekam, was ich angeblich zu der Tochter oder dem Sohn gesagt hätte. Nichts davon hatte ich wirklich gesagt. Aber wenn die Kinder immer vor der Stiefmutter „in Schutz genommen werden“, wenn die ganze Zeit über ein Schonprogramm gefahren wird, kommt leider alles anders an, als man es gesagt hat. Um das zu vermeiden, hielt ich nach einer Zeit nur die Klappe, oder versuchte über den Vater die brennenden Themen ganz lieb mitzuteilen.

„Was habe ich denn damit zu tun?“ Ja, was wohl?

Am schlimmsten landet man dann in der Sackgasse, wenn der Vater sagt: Was habe ich denn damit zu tun ? Okay, ich frage euch jetzt alle: Was haben die Trennungsväter damit zu tun, was die eigenen Kinder veranstalten?????

Die Kinder werden aus Verzweiflung vieles ausprobieren, um die neue Frau- Stiefmutter- auch werdende Mutter von Eurer Seite fort zu treiben. Wenn Ihr da kein Stoppschild aufstellen wollt, dann ist das ok. Wenn Ihr Euch für Eure Kinder entscheidet, dann ist das ok. Aber dann macht das klar. Dann entscheidet euch für eine klare Seite, sagt, dass ihr NUR für eure Kinder da seid und keine Frau in euer Leben lasst.

Was müsst Ihr tun, wenn Ihr doch wieder eine Partnerin haben wollt?

Wenn Ihr nicht allein bleiben wollt, wenn Ihr wieder eine Partnerin an Eurer Seite haben möchtet, dann macht doch mal eine klare Ansage. Sowohl in Richtung Kinder als auch an die Exfrau. Vermittelt einfach, dass Ihr und die Partnerin eine Einheit seid. Damit schließt Ihr die Kinder nicht aus, ihr nehmt ihnen nur die Möglichkeit, zerstörerische Verantwortung über das Leben des Vaters zu übernehmen. Vermittelt, dass die Kinder weiterhin geliebt werden, auch alles ausprobieren dürfen, aber Ihr als Paar unerschütterlich seid. So zusammen geschweißt, dass kein Spielchen zwischen euch kommen wird. Damit hat man jede Lücke verschlossen, bei der die Kinder oder die Exfrau versuchen werden, Euch aus dem Gleichgewicht zu bringen.

 

Diese Aussage wird gleichzeitig der neuen Frau an eurer Seite den Rücken stärken. Sie wird einige Fiesheiten, oder Lügengeschichten, oder wie auch immer geartete Spielchen von der anderen Seite besser ertragen. Weil sie dann weiß, dass Ihr der Fels in der Brandung seid, der an ihrer Seite steht. Und nicht ein Schluck Wasser in der Kurve, der alles mit sich machen lässt.

Liebe Trennungsväter: Setzt Grenzen!

Sagt zu euren Exfrauen, dass ihre Regeln nur bei ihr gelten. Dass Ihr Euch in der neuen Beziehung doch für etwas anderes entschieden habt und zwar zur Recht. Die Ex hat sich nicht immer in jede Kleinigkeit/ Grossheit einzumischen oder gar mit zu entscheiden.

Sagt doch einfach mal STOP JETZT REICHT ES ABER, wenn die Ex oder Eure Kinder an der neuen Frau herumnörgeln. Macht Euch stark für Eure Partnerschaft. Am besten vor versammelter Mannschaft und zwar bevor es so weit kommt, dass die neue Frau sich auf der Toilette einschließt, weil sie die Traurigkeit kaschieren will, indem sie sich schichtweise Make-up auflegt.

Sowohl für mein Kind als auch für alle anderen Kinder gilt: Die Kinder haben nicht immer und überall mit zu mischen. Einige Themen gehen sie einfach nichts an. Die Kinder müssen als Kinder behandelt und geliebt werden. Sie müssen nicht wie Erwachsene bei jedem Thema Bescheid wissen, und Entscheidungsrecht haben.

Wir wollen nichts Böses

Liebe Trennungsväter, hier ist ein Blog für die Stiefmütter, aber wir leben in einer Konstellation zusammen. Wir haben weder was gegen Euch, noch gegen Eure Kinder. Wir kommen nicht zu Euch, weil wir die Kinder aus der Familie rauskicken wollen, sondern um miteinander Frieden und Geborgenheit zu finden. Dabei wollen wir Respekt geben und erleben, und die Achtung vor der eigenen Person nicht verlieren.

Es gibt zwei Kreise, die sich selbstständig entwickeln können und dürfen, ohne dass einer den anderen zerstört. Einer ist die Liebe zu Eurer Frau, die existiert für sich und wird damit Euer Wohlbefinden wie auch Eure Liebe zu den Kindern viel stärker machen können, wenn diese Liebe aus der reinsten Quelle kommt.

Der andere Kreis ist die Liebe zu den Kindern, der genauso unantastbar ist und nicht aus Eurem Leben wegzudenken ist. Beide Kreise dürfen gemeinsam existieren. Ich glaube an Euch, ich glaube an die Liebe. Dass man gemeinsam einen Weg finden kann und ich freue mich auf Eure Geschichten, in denen Ihr mir genau darüber berichtet. Macht es gut, weil es nicht zu Ende ist, wenn es schlecht war….. Ihr schafft es schon.

Eure Sabi


Bitte E-Mail mit Stichwort „Appell an alle Trennungsväter“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.Foto: Stocksnap

40 Kommentare

  1. Bianca sagt

    Liebe Susanne ich finde ihren Blog großartig. Es hilft mir ein wenig mit meiner Situation zurechtzukommen weil es auch andere Sichtweisen bietet. Ich habe vor 4 Jahren mein Mann kennengelernt da waren meineMädels 4 und 8 Jahre alt .er hat ein leiblicheneues Sohn damals 6 und eine Tochter die leider nicht seine leibliche ist auch 8 damals. Die kinder verstanden sich immer gut. Meine große brauchte etwas Zeit um mein mann sich auch anzuvertrauen. Jetzt sagen beide manchmal Papi ganz von allein wirhatten Tränen der Rührung in denorde Augen. Das hälteste ich Grad von meiner großen nicht erwartet beide sehr sensibel und schüchtern. Ich verstand mich mit seIhnen Mäusen auch gut. Sohn Typ Draufgänger Tochter sehr still kam aber oft kuscheln. Sohn auch. Nach 1 Jahr wolltenoch wir ein gemeinsames Kind und wurden schwanger mit zwillingsjuns. Wir zogen in sein Haus das er geerbt hatte nach der Trennung und renovierten. Plötzlich wurde alles sehr schwierig sein Sohn kaum zu bändigen von exfrau gesteuert. Sagte er selbst. Schwangerschaft war sehr anstrengend ex frau forderte sehr viel unangemessene Sachen. Wenn er dann mal sagte nein dann kamen kinder nicht oder waren im Krankenhaus. Sie fährt wegen eines wackelzahnes um 22 Uhr in die Notaufnahme. Wegen normalen Bauchweh die kinder beide waren in den 4 Jahren die wir zusammensind schon zusammengerechnet 9 mal über Nachtim Krankenhaus weil blinddarmentzündung angeblich und das Kind ja nicht mehr laufen hätte können. 2 mal musste besagtes kind nur ordentlich grosses Geschäft erledigen. Jetzt fährt sie ständigitale wegen nieren er müsste abgesichert mit 40 zur Dialyse usw erzählt horror Geschichten macht alle verrückt da ist aber nix dran der Arzt sagt so schlimm is es gar nicht und das was sie sagt hat er nicht sondern was banales was nur bisserl beobachtet werden muss. Noch schlimmer vor zwei Jahren hatte mein mann auch nicht gleich gesprungen als sie rief tag später hieß es der sohn wäre durch ein anderen 2 jahre älteren Jungen missbraucht worden. Mit dem er immer spielt. Aussagen alle widersprüchlich Sohn sollte daraufhin zur Kur war es aber nie. Dann vor etwas über einem Jahr mein mann hatte wieder öfter nein gesagt der Anruf er wäre von dem gleichen jungen vergewaltigt worden hätte Anzeige gemacht etc. Das soll am 1 April 16 passiert sein der anruf kam am 4 April kurz vor halb 3 als mein mann Geburtstag hatte was sie wusste gratulierte ihm auch .wenn 1 mal sowas passiert ist lass ich mein kind dich nicht mit dem Kind zusammen oder? Übrigens wieder4 verschiedenes Aussage selbst jugendamt glaubt das da nix dran ist die 4 familienhelferin ist Grad da. Dazwischen den Vorfällenwurde sein Sohn meiner Tochter der jüngeren grenzüberschreitent
    Was genau war will sie nicht sagen sagt bis heute sie darf es nicht egal was ich sage möchte auch nicht weiter bohren merk wenn ich das tun belastet sie es. Zu dem Zeitpunkt haben wir uns häuslich getrennt weil sein Sohn hier jedes we 4 bis 5 Stunden nur getrotzt hat und mein mann an ihm klebte. und ich mit allem alleinstand. Sobald aber besuch kam meist familie war er das liebste kind auf erden der kann dann sofort umschalten deswegen versteht seine familie das auch nicht haben genau 2 mal erlebt das ich zu ihm gesagt habe das geht aber nicht hör bitte auch und zack bin ich böese .an diesen we haben meine mädchen stark gelitten Wirversuchen es im Moment wieder sind bei ner Beratungsstelle aber ich weiß nicht ob es was wird vorallem wieder zusammenziehen möchte ich gar nicht aufgrund was war oder nicht war ist mir zu unsicher . Dazu kommt das seine Familie mir die schuld gibt zu ihm gezogen zu sein. Vorher waren meine Mädels willkommen jetzt nicht mehr weil ich ja die böse bin das wird anderen gegenüber so geäußert. Nur die zwillinge sind noch willkommen. Kennt das noch wer ? Wie würdet ihr mit der Situation umgehen? Bin tottraurig
    Liebe grüße Bianca

  2. steffi sagt

    Liebe Sabi,

    ich habe ihren Text nun sehr oft gelesen. Sie sprechen mir aus der Seele da meine Geschichte ihrer sehr ähnelt. Vielen Dank für Ihren Appell und für den tollen Beitrag!

  3. Trudi sagt

    Lieber Klaus, Du hast sowas von Recht! Danke für Dein Statement. Mir geht es sofort besser.

  4. Manuela Meister sagt

    @Kara

    Die Reaktion meines Sohnes ist nicht verwunderlich.
    Wir sind von seinem Vater quasi vor die Tür gesetzt worden.
    Kaum waren wir ausgezogen, zog seine Freundin mit ihren Kindern ein.
    Meinen Kindern wurden die Zimmer weggenommen und an ihre Kinder gegeben.
    Mein Sohn war damals 5. Meine Tochter 3. Dass die Beiden traumatisiert sind ist somit kaum ein Wunder.
    Die Zwei sind heute 8 und 6 und knabbern immer noch an der Sache. Sie dürfen ihre alten Kinderzimmer nicht betreten.
    Mein Sohn schläft im ehemaligen Gästezimmer, dass wie er sagt eine Rumpelkammer ist. Er müsse zwischen Umzugskartons schlafen. Dort gibt es nur ein Bett für ihn und sonst nichts.
    Ich hatte selber drei Stiefkinder aber so wie diese Frau mit meinen Kindern umgeht hätte ich die drei nie behandelt.

    • Kerstin sagt

      Sorry – irgendwie ist es es hier völlig verwirrend geworden, durch die ganzen Kommentare durchzusteigen. Habe weiter unten auch Bezug genommen.
      DAS eine finde ich sehr tragisch (mit den Zimmern wegnehmen und im Gästezimmer schlafen und Ex-Kinderzimmer nicht mehr betreten dürfen), aber das andere finde ich auch „bedenklich“. Diese heftige Reaktion, nur weil ein Mann zum Essen kommt. Wie ist euer Leben denn sonst?
      Ich hatte immer viele Freunde/Bekannte in meinem Leben. Es war oft einfach jemand da zum Essen oder zusammen sitzen, etwas unternehmen. Für meine Kinder war das „normal“ – nichts „bedrohliches“. Wie reagiert der Junge auf andere Bekannte? So exzessiv nur auf völlig Fremde?
      Ja, da will man natürlich Sicherheit und Beständigkeit vorleben und vermitteln. Das verstehe ich vollkommen. Ich habe grad nur die Befürchtung, dass du das zu sehr vermittelst und deswegen Außenstehende gleich als Bedrohung wahrgenommen werden könnten?? Ich weis nicht – ich kenne ja weder dich, noch euer Leben, noch euren Alltag. Ich stelle es mir auch einfach nur fürs Kind grausam vor. Und dann will man als Mutter noch mehr beschützen und achtet noch mehr drauf und das machts vielleicht noch schlimmer – du weist, wie ich meine.
      Dieses „Beschützer-Thema“ ist eigentlich einen ganz eigenen Thread wert, wenn ich so drüber nachdenke. Ich habe auch viele Dinge getan, um meine Kinder zu „beschützen“, aber dennoch so auf ganz andere Weise, wie ich das grad bei dir wahrnehme.

      • Manuela Meister sagt

        Liebe Kerstin,

        bevor ich auf alle Punkte eingehe.
        Wie alt waren Sie als sich Ihre Eltern getrennt haben?

  5. Anonym sagt

    Ich reg hier mal aus der Ferne zu folgendem Gedankenspiel an:
    Warum eigentlich glaubt die Stiefmutter dass die Trennung an ihr liegt, sucht ständig die Schuld bei sich?
    Ich glaub hier vielmehr, dass die erste Ehe bei diesem Mann aus genau denselben Gründen gescheitert ist – wie jetzt die zweite Ehe.
    Wer so denkt: „Was habe ich denn damit zu tun ? Okay, ich frage euch jetzt alle: Was haben die (Trennungs)väter damit zu tun, was die eigenen Kinder veranstalten?????“ Denkt als Vater so. Das macht eine gemeinsame verantwortungsvolle gleichberechtigte Elternschaft unmöglich, für Mütter genauso.

    • Manuela Meister sagt

      Ich glaube, die meisten Stiefmütter wäre ganz schön erstaunt wenn die mal herausfinden würden was ihre Traummänner im früheren Leben getrieben haben.
      Wenn ich mir überlege wie mein Ex meine Vorgängerin, die Mutter seiner großen Tochter dargestellt hat.
      Ich nachhinein war es interessant herauszufinden was wirklich abging.
      Dass die Frau sich somit so „seltsam“ verhielt wundert mich nicht mehr.
      In Anbetracht der Tatsache was er seiner Neuen gegenüber über mich erzählt muss die auch denken ich bin das total Monster.
      Hat aber auch nichts besseres zu tun als meinen Kindern und mir das Leben schwer zu machen.

  6. kerstin sagt

    Na, hier ist ja was los.
    Ich war 5 Jahre mit meinen Jungs alleinerziehend. Das war eine tolle und unkomplizierte Zeit, da der Vater der Zwillinge nie in unserem Leben eine Rolle spielte. Will sagen, es gab einfach kein Konfliktpotential. Eine ruhige und friedliche Zeit.
    Jetzt haben wir 10 gemeinsame Jahre mit Mann und seinen Kindern rum. Und es war mitunter die Hölle. Woran zum Großteil die Mutter seiner Kinder dran beteiligt war. 5 Jahre in denen er weder den Kindern, noch der Ex klare Grenzen setzte.
    Ohne diese Grenzen wären wir heute nicht verheiratet. Erst letzte Woche verdeutlichte er der Kindesmutter, dass er nicht mehr bereit ist mit ihr zu reden. Nix – 0, Niente.. Das war überfällig. 10 Jahre Kommunikation auf ganz billigem Niveau reichen, sein Maß ist voll. Ich hab mich schon lange komplett rausgezogen. Es war einfach so sinnlos. Er hat eingesehen, dass es sein Vergehen war, anfangs nur der spaßige Papa zu sein, wo es weder Regeln, noch Grenzen gibt, dafür Wunscherfüllung pur. Als er Grenzen setzen wollte, war das schon zu spät.

    Als Kind nimmt man nicht plötzlich jemanden ernst. Deswegen verstand ich auch nicht die These weiter oben, dass sich Kinder aus Verlustangst zwangsläufig benehmen und eigene sich so sicher fühlen, dass sie bei Mama die Sau raus lassen. Kann ich definitiv nicht unterschreiben.
    Ganz das Gegenteil – zum Glück.

    Ich hätte das Alleinerziehendenleben vorgezogen, wenn diese Tyrannei weiter geduldet worden wäre.
    Für meinen Gatten war es übrigens sehr hilfreich, nicht meine Stiefmutter Meinung in den Vordergrund zu stellen, sondern auch Meinungen von Freunden und Verwandten zu hören. Die fanden oft überraschend deutliche Worte, was seine und meine Zukunft anbelangt hätte, wenn er nicht auf Erziehung und Grenzen setzen gewechselt hätte.

    • Manuela Meister sagt

      Liebe Kerstin,
      wen hatten ihre Kinder außer ihnen?

      Wenn ihre Kinder sich bei Ihnen nicht getraut haben die Sau rauszulassen ist das eher kritisch zu sehen.
      Das ist zwar nur ein locker flockiger Artikel aber wenn man sich mit Familientherapeuten unterhält hört man genau das Gleiche.

      http://www.gofeminin.de/familie/warum-sind-kinder-zu-hause-so-anders-s2150504.html

      Bei uns ist es eher umgekehrt. Der Vater ist extrem streng. Ich bin deutlich lockerer.
      Mir vertrauen die Kinder. Wenn sie Mist bauen erzählen sie es mir. Ihrem Vater niemals. Zu groß ist die Angst vor ihm.
      Mein Ex ist im übrigen das erste Mal in seinem Leben Stiefelternteil, da seine Freundin drei Kinder hat.
      Er versagt auch hier wieder auf ganzer Linie, da er stur seine Regeln durchzieht.
      Nicht mehr lange und er hat nicht nur seine dritte Beziehung vergeigt auch seine Kinder hat er vergrault.
      Die haben jetzt schon keine Lust mehr hinzugehen.

      • Kerstin sagt

        Meine Kinder – damals Babys – hatten mich, Großeltern, Urgroßeltern, gute Freunde von mir, die regelmäßig auch mal als Bezugsperson aushelfen mussten.
        Also wir waren nicht mutterseelenallein von der Außenwelt abgeschnitten. 😉
        Trotzdem – sie waren immer „umgänglich“ – „ansprechbar“ und obwohl ich auch ziemlich „locker“ erziehe und erzogen habe, hätten sie es niemals getestet, sich irgendwie unangemessen mir gegenüber zu äußern, oder ähnliches. Wir unterhalten uns in einem normalen Ton und benutzen keine Fäkalsprache. Dieses Prinzip klappte auch in der Pubertät. (Natürlich mit dem typischen Türenknallen im Hintergrund – aber immerhin mit Verzicht auf Schimpfwörter oder anderen verbalen Äußerungen). Und auch immer objektiv genug, um zu erkenen, wie man sich definitiv NICHT benimmt.
        Und auch heute läuft es immer noch Hand in Hand, ala „ich tue etwas für dich (euch) und jetzt habe ich einen Wunsch (z.B. irgendwas zu erledigen/besorgen)“. Natürlich reißen sie sich auch nicht immer voller Euphorie drum, dass man gebraucht wird, aber mit der Einsicht, dass es grad nötig ist und ich mir etwas nicht aus purer Langeweile ausgesucht habe, um jemanden zu thyranisieren.

        Meine Kinder hatten sicher nie berechtigte „Verlustängste“ durchzustehen – weil sie einfach mich und andere Leute um sich herum hatten. Da war ja niemand, der plötzlich „ging“ und nicht mehr für sie da gewesen wäre. Der Vater war halt einfach nicht in ihrem Leben präsent als Bezugsperson. Und ich war immer präsent und für sie da. Ich glaube, wenn einer überhaupt die Idee hatte, dass sie mich vermissen könnten oder sich Sorgen machten, dann war ich das…. Und habe ihnen mit 3 Jahren die Uhr beigebracht, dass sie immer wussten, wann die Mama wieder da ist… Ich weis nicht, ob sie wirklich Sorge gehabt haben, ich könnte nicht wiederkommen. Geäußert haben sie das nie. Trotzdem war mir wichtig, dass sie wissen, dass ich wieder komme und eine schnelle Vorstellung davon bekamen, wann das sein wird.

        Von daher weis ich nicht, ob das manchmal (!! bei extrem kleinen Kindern) nicht auch alles etwas aufgebauscht ist, wenn ein Elternteil „plötzlich“ geht. Die Gatten-Kinder haben ihren Vater in der Woche nie gesehen. Am Samstag hat man mal gemeinsam einen Ausflug gemacht und gut. Sie waren bei der Trennung 1 und 3 Jahre alt. Bemerkt man da bewusst, dass jemand nicht mehr „da“ ist, der ja eh nie wirklich da war?????? Im meine, hier hatten sie ihn immern 72 Stunden alle 14 Tage am Stück greifbar – das ist deutlich mehr, als vorher. Ging es ihnen dadurch jetzt wirklich „schlechter“?? Warum sollten plötzlich Verlustängste aufgetaucht sein…… Bzw. warum tut man dann ein Leben lang so, als ob die armen Scheidungskinder ja quasi dazu verdammt sind, dass aus ihnen nichts werden kann. Ihr wisst schon – wegen der TRENNUNG….. hm………. Also ich finde, dass das wirklich auch mitunter als billige Ausrede für alles herhalten muss.

        Ich ziehe nicht mal in Erwägung, dass meine Kinder „so arm dran waren“, weil sie ja keinen „Vater“ hatten… Was manch einer ja gern spätestens als Ausrede nutzt, wenns irgendwie schwierig wird. Sie kannten es doch gar nicht anders… (und natürlich gab es trotzdem männliche Bezugspersonen ala Opa/Freunde/Bekannte). Niemals würde ich auch nur denken: „Schade, dass ihr keinen „richtigen Vater“ hattet – ihr armen!!!“ Das einzige was ich manchmal bedauere, dass ist, dass ich mich heute noch müde und erschöpft fühle, wenn ich an die ersten Monate zurück denke. Das ich gar nicht richtig „da“ war und das so wirklich „erlebt“ habe und irgendwie nicht genügend Erinnerungen habe. (Einer hat immer die Nacht zum Tage gemacht, so dass ich nur irgendwie minimalen Etappenschlaf hatte).

        Und dann gruselt es mich oft, wenn andere so eine lebenslängliche Entschuldigungsnummer draus machen, dass ihren Kindern so etwas „furchtbares“ Widerfahren ist – wie diese Trennung…. (Was meiner Meinung nur von den Eltern allein zu einer furchtbaren Sache werden kann, wenn man es einfach nicht menschlich auf die Reihe kriegt, die Dinge zu trennen).

      • Klaus sagt

        Es ziehen in den Vorstellungen der Kinder ja auch nicht die Großeltern oder bekannten Nachbarn ein, sondern ein Typ, den sie vorher noch nie gesehen oder näher kennengelernt haben.

        Da ist auch nichts aufgebauscht, wenn es da zu pathologischen Erscheinungen kommt. Kinder verarbeiten eine Trennung ganz unterschiedlich, mal mit mehr, mal mit weniger Folgen. Da können auch Urängste geweckt und weit bis ins Erwachsenenalter hineingetragen werden, dafür muß man nicht erst ein Schulkind werden. Es ist immer eine Frage des Einzelfalls, wo das auftritt, erkannt und ggf. behandelt werden muß. Andere Kinder verkraften eine Trennung vielleicht besser, wie schon beispielsweise genannt, wenn der andere Elternteil vor der Trennung ohnehin schon kaum präsent war.
        Mein 85jähriger Onkel meinte erst neulich, als sein Vater im 2. Weltkrieg eingezogen wurde und ein paar Jahre „weg“ war und keiner wußte, ob er lebend wiederkommen würde, da hätte er auch keine psychologische Unterstützung bekommen. Er sei aber gut damit zurecht gekommen. Seinen Klassenkameraden ging es ja auch nicht anders.
        Das meine Eltern sich getrennt haben, fand ich als Kind auch nicht wirklich so dramatisch, setzte aber unbewußt und lange unbemerkt Bindungsprobleme frei. Das ganze potenziert sich noch, wenn der Betreuungselternteil häufig wechselnde Partnerschaften hat und die familiäre Integration des Gegenparts als „Elternersatz“ regelmässig scheitert. Wer so etwas als Trennungskind selber miterlebt hat, hat ein vielleicht anderes Bedürfnis nach Schutz für die eigenen Kinder als jemand, der ein gesundes Urvertrauen mit in eine neue Beziehung bringt. Ich bin in zwei Haushalten aufgewachsen, in denen sich die „Eltern“ verkracht haben, ein Bruder zog schon als Teenager aus und eine Schwester landete wg. einer Behinderung in einem Heim. So war ich plötzlich ein „Einzelkind“. Ein Elternteil hatte ein langjähriges Suchtproblem und ich besuchte also lange Zeit eine Selbsthilfegruppe von Angehörigen. Eine Ehe habe ich selber vor die Wand gefahren. Ich habe es trotz aller persönlichen schlechten Erfahrungen versucht und bin dabei weit über meine Grenzen gegangen. Mehr kann ich mir heute nicht mehr zumuten. Das hat also aus Selbstschutz weniger mit den Kindern zu tun als mit mir selbst.
        Mir ist übrigens auch als Teenager aufgefallen, daß die Nummer mit dem „armen Scheidungswaisen“ nicht ewig zieht.
        Darum habe ich dann doch noch Abitur und Lehre gemacht und ein Studium angefangen. Heute arbeite ich für einen der größten internationalen IT-Konzerne. Das erfüllt einen zwar einigermaßen und macht den Tag nicht so lang, aber trotzdem bin ich wegen der Nachfahrenversorgung fast bis zum Renteneintrittsalter pleite. Letzte Woche erst habe ich wieder turnusmässig beim Jobcenter wg. Aufstockung vorgesprochen.

        Im Ergebnis bin ich aber nicht völlig verbittert, eher abgeklärter. Je länger die Trennung zurückliegt, je besser geht es mir.
        Mit dem materiellen Mangel habe ich mich als ehemaliger Immobilienbesitzer und Gutverdiener im Laufe der Zeit gut arrangieren können. Für Frauen, die einen potentiellen Versorger suchen, ist man an dieser Stelle natürlich totaler Aussatz, aber das kratzt mich heute auch nicht mehr.
        Ich bin kein schrulliger Sonderling, ich habe familiären Rückhalt, einen großen Bekannten- und Freundeskreis, einen verantwortungsvollen Job mit Publikumsverkehr und bin ehrenamtlich tätig.

        Die Vorstellung, daß ich mich wieder mit jemandem über ganz banale Fragen der Haushaltsführung oder über verschiedene Erziehungsstile auseinandersetzen müsste, reizt mich überhaupt nicht. Von der Problematik, die Kinder da zu integrieren, will ich gar nicht erst anfangen. Da steht man als Umgangsonkel auf ganz dünnem Boden. Von der „Take it or leave it“-Methode gegenüber Partner oder Kindern halte ich auch nichts.
        In partnerschaftlichen Angelegenheiten habe ich einfach keine Lust mehr auf Kompromisse, wenn die Familie involviert ist. Ich bin Vater, ich bin schon Familie. Für den verbleibenden Rest meiner Elternschaft übernehme ich Verantwortung und fange keine neue an. Unsere Kinder sind keine Terroristen. Sie werden von außerhalb regelmäßig für ihre konstant guten schulischen Leistungen und ihr vorbildliches Sozialverhalten gelobt.
        Die Kinder lernen auch hier ihre Grenzen, oh ja. Aber sie lernen auch, (überschaubare) Risiken einzugehen und mutig zu sein. Ohne, daß dies zwischen den Eltern groß diskutierter Konsens geworden wäre.

        Das Rollenmodell, was die Kinder von uns Eltern kennen und das wir bis zur Trennung gelebt haben, hat sich nicht geändert. Warum auch? Ist ja ganz in Sinne des Gesetzgebers und der ständigen Rechtsprechung. Einer zahlt, der andere betreut.

      • Kerstin sagt

        Danke für deine Antwort, Klaus!
        Ja, selbstverständlich ist es immer eine Einzelfall-Sache, da gebe ich dir vollkommen Recht. Es spielen ja unheimlich viele Faktoren mit rein. Ob die Kinder im ihnen bekannten Umfeld bleiben, ob sie Eltern überhaupt jemals als „Paar“ wahrgenommen haben und bereits ein Gefühl entwickeln konnten ala: „Wir 3 (oder mehr) gehören ZUSAMMEN. Taucht plötzlich jemand Neues im Leben auf, der vorher nicht da war, usw. und so fort.
        Wie alt waren deine Kinder bei der offiziellen Trennung (Auszug)?
        Wie auch immer – dein Beispiel beweist aber auch „meine Theorie“, dass „Scheidungs-Kinder“ nicht zwangsläufig dazu verdammt sind, dass ihr Leben und sämtliche künftige Beziehungen zwangsläufig scheitern müssen.
        Darf ich fragen, ob deine Ex-Frau einen neuen Mann an ihrer Seite hat? Wie alt die Kinder zu dem Zeitpunkt waren?

        Ja – du scheidest leider aus als potentieller Versorger für eine weitere Frau (+ggf. Kinder). Ich finde deine bewusste Entscheidung auch wirklicht ganz toll, dass du das definitiv ausschließt. Wobei ich jetzt sagen muss – eine Frau, die spontan „abspringt“, wenn sie von der finanziellen bzw. familiären Situation erfährt – na ja – weis ich nicht, ob man die wirklich braucht…… Dann kann es mit den Gefühlen auch nicht wirklich weit her gewesen sein, bzw. hatte man offensichtlich andere Prioritäten an seine Zukunft gesetzt.
        Meinen Mann lernte ich wirklich durch puren Zufall kennen. 2 Jahre lang betrieben wir nur small-talk und ich muss ehrlich sagen: Ich suchte weder jemanden (ich bin und war durchaus in der Lage uns allein zu versorgen), noch fand ich es sonderlich anziehend, dass es da ein Kind gibt (und Nr. 2 unterwegs war). Na ja – manchmal spielt das Leben halt anders und ich wusste in etwa, was das zu bedeuten hat. Also ausschließen würde ich definitiv nichts so zu 100 Prozent…..
        (Wenn morgen die Vorstandsvorsitzende vor dir steht und dich unheimlich attraktiv findet und dir erzählt, dass sie genügend eigenes Geld hat – wer weis, was dann wird ;-). Vielleicht legt so ein Typ Frau auch keinen Wert als „Stiefmutter“ zu fungieren….). Also da würde ich mir keinen Kopf machen, ob dein Leben wirklich so verlaufen wird, wie du es jetzt grade so sieht.

        Zustimmen muss ich dir natürlich – der Staat findet das alles so richtig perfekt… Einer ist der Betreuende und der andere der Zahler…. Sobald du irgendwas hast – haste nix mehr. Du darfst nichts „haben“ und somit wird einer potentiell neuen Familie gleich mal die Grundlage entzogen (wenn man sich eben auf das Einkommen des Mannes verlassen wollte).
        Hm…. weis ich nicht…. wir sind beide wirklich viel am Arbeiten… (Gestern 21.30 Uhr Feierabend – der Tag begann wie immer um 5 Uhr). Von daher kann man halt überwiegend nur „klagen“, dass es eben mitunter super vieeel Arbeit ist und sich ärgern, dass viel Geld einfach so über den Thresen geschoben wird, wo Frau Mama überhaupt nichts für die Kinder von finanziert und sich ein eher ruhiges Leben macht… Das allein ist böse genug – wenn man sieht, dass offensichtlich nicht genügend Geld in die Kinder investiert wird, für die das ja angedacht ist. Noch härter, wenn ich mir ausrechne, wieviel ich in meine Kinder allmonatlich Stecke (ein Bruchteil der Summe X, die sie hätte) und die aber halt ordentlich, sauber, gepflegt zur Schule gehen und nicht so aussehen, als wenn sie die letzten 3 Jahre keinen Friseur gesehen hätten…. Das ist das wirklich BITTERE – dass das Geld offensichtlich für vieles genutzt wird, aber eben nicht zweckmäßig seinen Ursprungs-Sinn erfüllt (und das interessiert auch keinen Menschen auf dieser Welt).

    • Manuela Meister sagt

      Liebe Kerstin,

      noch eine Anmerkung. Sie schreiben selber die Zeit mit ihren Jungs war unkompliziert. Der Vater hielt sich aus allem heraus und sie haben alles allein gestemmt. Es musste nicht dauernd irgendwas abgestimmt werden. Es gab keine Stiefmutter, die an ihren Kindern herum nörgelte. Sie mussten ihre Kinder nicht alle paar Tage abgeben und bekamen diese völlig von der Rolle zurück.
      Mein Ex hatte eine Zeitlang den Umgang ausgesetzt. Es tat mir in der Tat für meine Kinder leid. Zu erst…
      Bis ich sah wie entspannt meine Kinder in der Zeit waren. Ich war total entspannt. Auch wenn ich nun von 30/31 Tagen im Monat alles stemmen musste und nicht 2x2Tage mal so etwas wie Freizeit hatte. (Nicht wirklich Freizeit, da ich an diesen Tagen immer zusätzlich gearbeitet habe um unsere Kasse aufzubessern aber Kinderfreie Zeit).
      Ich vermisse diese Zeit tatsächlich. Unser Leben war um so vieles unkomplizierter als es das ist wenn sie ihren Vater sehen.
      Die Kinder sind so was von frustriert weil sie sich nicht einfach mal mit Freunden verabreden können. „Nee, an dem SA kann ich nicht, da muss ich zu meinem Vater“ .
      Ich bin genervt von der ständigen Klamottenpackerei. 2x im Monat muss ich quasi „Urlaubskoffer“ packen.
      Meine Mutter war selber alleinerziehend und sie sagt es war hart alles allein zu stemmen aber mit mir tauschen wollte sie nicht. Sie sagte mal zu mir dieses hin und her hätte sie wohl auch verrückt gemacht. Ich selber bin heute auch dankbar, dass ich keinen Kontakt zu meinem Vater hatte und mich nicht so zerreißen musste.

    • Manuela Meister sagt

      Liebe Kerstin,

      noch eine Anmerkung zu Ihrer Zeit als AE.
      Sie schreiben selber wie unkompliziert es war weil sich der Vater aus allem heraus hielt.
      Sie haben allein erzogen. Es galten Ihre Regeln. Niemand hat Ihnen überall herein geredet.
      Sie mussten sich nicht dauernd wg irgendwas abstimmen. Es gab keine Stiefmutter die an Ihren Kindern herum genörgelt hat. Sie mussten Ihre Kinder nicht immer wieder abgeben um sie völlig von der Rolle zurück zu bekommen.
      Mein Ex hat eine Zeitlang den Umgang ausgesetzt. Mir tat das erst leid für meine Kinder.
      Bis ich sah wie gut es ihnen damit ging. Die Kinder waren so entspannt in der Zeit. Ich war entspannt in der Zeit.
      Obwohl ich nun 30/31 Tage im Monat alles allein stemmen musste war es doch einfacher. Die 2x2Tage, die ich sonst Kinderfrei Zeit hatte waren anstrengender als nun alles allein zu machen denn es entfiel das 2-3Tage andauernde wieder auf die Reihe bringen der Kinder nach diesen 2 Tagen.
      Ich vermisse diese Zeit. Die Kinder ebenfalls. Sie sind oft frustriert weil sie sich nicht einfach mal eben verabreden können „Nee, da kann ich nicht, da muss ich zu meinem Vater!“ höre ich sie oft mit genervter Stimme sagen.
      Sie wollen einfach mit ihren Freunden spielen können stattdessen müssen sie sich schon organisieren.
      Mich nervt es 2x im Monat quasi Urlaubsgepäck packen zu müssen. Regelmäßig gute Kleidung ruiniert zurück zu bekommen da es dem Vater egal ist in welcher Kleidung die Kinder auf dem Spielplatz gehen.
      Meine Mutter war selber alleinerziehend. Es gab keinen Kontakt zum Vater. Ich bin heute dankbar dafür denn ich musste mich nie so zerreißen wie meine Kinder es tun müssen. Selbst meine Mutter sagt, dass sie mich nicht beneidet. Sie hätte dieses hin und her und diese ständige Einmischerei Dritter auch verrückt gemacht.

      • „Nee, kann ich nicht muss zum Vater“ genau so erlebt bei den Stiefkindern.
        Dies wollte die Ex so. Ich hab mich dann durchgesetzt damit die Kinder dann kommen konnten, wann SIE wollten. Seit da gings besser bei uns (Vater und Stiefmutter)

    • Manuela Meister sagt

      Sorry, hier ist was mit den Kommentaren schief gegangen. Erst wurde etwas nicht veröffentlich. Dann plötzlich doch während ich neu schrieb. Nicht wundern, dass hier nun ähnliche Texte doppelt sind

    • Klaus sagt

      Hallo Kerstin.

      „Wie alt waren deine Kinder bei der offiziellen Trennung (Auszug)?“

      Das älteste Kind war 9 und das jüngste nur ein paar Wochen alt.

      „Wie auch immer – dein Beispiel beweist aber auch „meine Theorie“, dass „Scheidungs-Kinder“ nicht zwangsläufig dazu verdammt sind, dass ihr Leben und sämtliche künftige Beziehungen zwangsläufig scheitern müssen.“

      Im Gegenteil. Bei Trennungskindern findet man sogar realtiv häufig spätere Karrieristen, die sich fehlende Anerkennung im Elternaus eben im Beruf wiederholen. Beziehungstechnisch geht es aber meistens dann doch in die Grütze.

      „Darf ich fragen, ob deine Ex-Frau einen neuen Mann an ihrer Seite hat? Wie alt die Kinder zu dem Zeitpunkt waren? “

      Sie lebt seit ca. 2,5 Jahren wieder mit einem Mann zusammen, eine frühere Schulhofbekanntschaft. Letztes Jahr haben sie geheiratet und noch ein Kind zusammen bekommen. Ein äußerst glückliches Gefüge. Die Kinder haben einen sehr engagierten Stiefvater. Der brachte auch noch ein Umgangskind mit in die Ehe.
      Die Kinder waren zu dem Zeitpunkt zwischen 13 und 4 Jahren alt. Besonders schwer gefallen ist das Leben im Patchwork der ältesten Tochter und dem ältesten Sohn, damals 7 Jahre alt. Beide hatten Probleme mit der „neuen Dominanz“ im Haus. Heute finde beide den Stiefvater „cool“.
      Ich höre aber auch von lautstarken Auseinandersetzungen zwischen den frischgebackenen Eheleuten.
      Er scheint ein ziemlich dominanter Typ zu sein. Ich kann und will da aber nichts hineininterpretieren.
      Die Kinder machen auf mich zur Zeit jedenfalls, anders als noch vor zwei Jahren, einen ziemlich ausgeglichenen und zufriedenen Eindruck.

      „Also da würde ich mir keinen Kopf machen, ob dein Leben wirklich so verlaufen wird, wie du es jetzt grade so sieht“

      Also ich bin zwar pleite, aber nicht hässlich. Ich habe keine Probleme, Frauen kennenzulernen. Es schreckt die meisten aber ab, möglicherweise selber die Versorgerrolle übernehmen zu müssen, also quasi in Sippenhaftung genommen zu werden. Man kennt das ja, Zusammenleben mit neuem Partner, Absenkung des unterhaltsrechtlichen Selbstbehalts usw. etc…
      Die wirtschaftlichen Überlegungen dominieren da so ziemlich alles, was ich bisher erlebt habe.
      Damen, welche die erste Hürde noch sportlich nehmen, fühlen sich aber nach etwas Überlegung dann doch mit einem Vater eine Mehrkindfamilie als Partner überfordert. Ich kann’s nicht übel nehmen.
      Die Damen, die dann noch am Ball sind, denen sind dann 23% Prozent Betreuungsanteil meinerseits aber wieder zuviel. Schliesslich haben sie selber ggf. Kinder, die sehr gerne mitbetreut werden dürfen. Oder sie finden es unverständlich, das ich meinen Jahresurlaub für die Kinderbetreung fast vollständig verbrauche.
      Man will ja gemeinsame kindfreie Urlaube verleben. Sowas müssten die mal einem alleinerziehenden Vater erzählen, das gäbe aber ein grosses Hallo! Oder wie es ein anderer Vater jüngst in einem Elternforum formulierte:
      „Genauso ergeht es einer Frau, die zickt, weil ich beim Umgang meiner Ex über den Weg laufe, wir gemeinsam zu Elterngespräche/-abende gehen in die Schule gehen, usw.
      Muss sie halt warten, bis das Kind erwachsen ist und sein eigenes Leben führt. Für Elternschaft gibt es (für mich) keinen Ausschalter. “
      Naja, aber letztlich habe ich auch gar nicht vor, mir das diktieren zu lassen oder Komprimisse darüber auszuhandeln.
      Das Beispiel mit der Vorstandsvorsitzenden ist zwar ein reizvoller Gedanke, aber da plane ich langfristig doch eher realistisch. Aber ich habe auch Frauen kennengelernt, die sich mit meinen familiären Verhältnissen arrangieren können. Daher kann ich also sowohl Partner als auch Vater sein, ohne alles in einen Topf werfen zu müssen.

      „Das ist das wirklich BITTERE – dass das Geld offensichtlich für vieles genutzt wird, aber eben nicht zweckmäßig seinen Ursprungs-Sinn erfüllt“

      Darüber mache ich mir keine Gedanken mehr, weil das auch nichts ändern würde. Wenn die Kinder hier mit kaputten Schuhen oder abgerissenen Klamotten aufschlagen, dann bekommen sie eben neue Sachen. Bei der Kleidung Second hand natürlich, ich bin ja nicht mehr Rockefeller. Manchmal ist auch ein Friseurbesuch dringend notwendig. Die paar Euro für das Haareschneiden gebe ich gerne aus, anstatt mir darüber ein Magengeschwür zu ärgern oder mit der Mutter den Dritten Weltkrieg anzufangen. Es ist ist in meinem Fall ja auch nicht so, daß die Mutter den Unterhalt vollständig in teure Smartphones und Schminkutensilien umsetzen würde. Wenn es denn so wäre, wäre das tatsächlich bitter, aber mehr für die Kinder als für mich, denn auf eine zweckbezogene Verwendung des Kindesunterhalts gibt es ohnehin keinen Rechtsanspruch. Bei Dingen, die man nicht ändern kann, hilft nur Gelassenheit.

  7. Klaus sagt

    Dieser anekdotische Bericht bestätigt mir als Trennungsvater einmal wieder, daß ich keine Stiefmutter für unsere Kinder haben möchte. Ich bin auch als Trennungskind groß geworden. Eine erfüllte Partnerschaft kann ich auch ohne diese ganzen ermüdenden Konflikte und Auseinandersetzungen haben. Auch ohne weitere, gemeinsame Kinder und ohne gemeinsamen Haushalt. Kein Durchgangslager für wechselnde Partnerschaften und Beziehungspersonen für die Kinder. Keine familiär verunsicherte Kinder. Kontinuität leben. Ich halte Patchworken in beide Richtungen einfach für unzumutbar, man hinterlässt schlimmstenfalls nur noch mehr verbrannte Erde. Dabei bin ich nicht mal Fatalist. Natürlich kenne ich auch die schönen Seiten daran. Ich habe aber natürlich dennoch Respekt vor allen engagierten Patchworkern und auch für Frau Petermann, die an diesem Platz eine Bresche für Stiefeltern schlagen möchte.

    • Manuela Meister sagt

      Lieber Klaus,
      wie gut ich Dich verstehe. Viele können nicht nachvollziehen, dass ich mit meinen Kindern lieber allein lebe aber ich hab von Patchwork so dermaßen die Nase voll. Selber Trennungskind, 2x Stiefmutter gewesen. Nun selber alleinerziehend.
      Meine Kinder sind froh wenigstens bei Mama einen Ort zu haben der sich für sie sicher anfühlt. Wo sich niemand einmischt den sie als Fremdkörper empfinden. Sie wissen es gibt einen Mann in MEINEM Leben mit dem ich hin und wieder was unternehme aber dass dieser nicht Teil ihres Lebens ist und sein muss.
      Ich hatte nie vor mit ihm zusammen zu leben aber noch mehr hat mich die Reaktion meines Sohnes bestätigt, der völlig panisch wurde als der besagte Mann mal bei uns zum Essen war.
      Völlige Panik, dass er bei uns einziehen würde. Meine Zwei sind schon völlig traumatisiert durch die Trennung und wie eiskalt ihr Vater das durchgezogen hat.
      Noch eine Beziehung im Leben meiner Kinder und ich könnte die Beiden gleich beim Therapeuten anmelden.

      • Liebe Manuela,
        wenn der Sohn panisch reagiert nur weil ein Mann zum Essen zu Besuch kommt, würde ich schon jetzt ernsthaft daran denken den Sohn durch eine Therapie oder Ähnliches zu unterstützen.
        Ich kenne das Alter des Sohnes nichts, aber warum schon ein Essen eine solche Panik auslöst ist doch sehr fraglich.
        Natürlich hat jeder das Recht sich gegen eine Beziehung bzw. ein Patchwork-Leben zu entscheiden, aber ein panisches Kind ist dafür wie ich finde die falsche Entscheidungsgrundlage. Da sollte man doch lieber hinterfragen, warum das Kind panisch reagiert und ihm helfen seine Ängste zu überwinden, auch wenn du derzeit ohnehin keinen Zusammenleben oder Ähnliches planst.

  8. Manuela Meister sagt

    Liebe Südstern,
    da ich selber weiß was es heißt ein schwer krankes Kind zu haben welches einen nachts nicht schlafen lässt weiß ich wie anstrengend das ist.
    Allerdings ist es nun mal so dass das Leben mit Geschwistern anders ist.
    Gerade das genannte Alter. DAS ist Familienleben und das ist nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen wir haben uns immer lieb und nehmen Rücksicht.
    Der Vater meiner Kinder hat uns verlassen da er keinen Bock auf ein krankes Kind hatte.
    So kanns gehen. Der Traummann, der immer so auf die böse Ex geschimpft hat, wie fies sie ihn behandelt hat und es noch tut war zack kein Traummann mehr und schon gar kein Traumvater.
    Ich hoffe Ihnen bleiben solche Erfahrungen erspart.
    Das hat nichts mit flapsig zu tun.

    • Südstern sagt

      Oh das tut mir leid. Aber gerade dann würde ich einen solchen Kommentar nicht absetzen …. ich bin auch ein scheidungskind, habe noch 3 jüngere Geschwister und kann mich daher in scheidungskind sehr gut hineinfühlen. Ich bin es trotzdem auch aus meiner eigenen Kindheit gewohnt dass wenn jemand in der Familie krank ist Rücksicht genommen wird und nicht am Abend mit über 20 Jahren dann rabatz gemacht wird. Wären es Kleinkinder haette ich das nicht geschrieben. Viel Kraft und mehr Ruhe und Gelassenheit wünsche ich dir

  9. Manuela Meister sagt

    Liebe Susanne, ich kann mich nicht entsinnen etwas respektloses geschrieben zu haben. Dies ist schlicht die Realität wenn man mehrere Kinder hat. Ich habe mir hier einige Beiträge durchgelesen und bin teilweise entsetzt auf welch hohem Ross manche hier sitzen und wie wenig sie in der Lage sind sich in Trennungskinder hineinzuversetzen.
    Ich bin selber Trennungskind, war 2x Stiefmutter und bin nun Alleinerziehend mit zwei Kindern.
    Die Patchwork-Welt ist mir somit nicht fremd. Ganz im Gegenteil. Ich bin hineingeboren worden.
    Mit ein Grund weshalb ich AE bleibe da ich meinen eigenen Kindern noch einen weiteren Stiefelternteil ersparen möchte.

    • Susanne Petermann sagt

      Sie werfen anderen Überheblichkeit vor, behaupten, andere würden auf einem hohen Ross sitzen, wollen Ihren Kindern dabei ein Stiefelternteil ersparen. Für mich klingt das nicht nach Respekt für die Stiefmütter in diesem Forum. Hier läuft keiner in den Schuhen des anderen und darum ist auch keiner weiser oder wissender als der andere. Jeder hat die Chance von Erfahrungen der anderen zu profitieren, niemand muss sich die Erfahrungen der anderen vorwerfen lassen.

      • Manuela Meister sagt

        Liebe Susanne,
        ich habe meine Gründe wenn ich meinen Kindern einen weiteren Stiefelternteil ersparen möchte.
        Die zwei leiden schon genug unter der derzeitigen Situation.
        Ich selber fand es schrecklich einen Stiefvater zu haben.
        Leider habe ich auch gelernt wie austauschbar Beziehungen zwischen Männern und Frauen sind.
        Ich könnte meinen Kindern ja nicht garantieren, dass der nächste Mann in meinem Leben auch bleibt.
        Und dann? Kommt der Nächste? und noch ein nächster?
        Wie viele sollen Männer und auch Frauen sollen meine Kinder denn erleben?
        Die große Tochter meines Ex erlebt nun schon die dritte Frau an der Seite ihres Vaters.
        Den dritten Mann an der Seite ihrer Mutter.
        Der Therapeut, der mal mit ihr zu tun hat wird sich freuen.
        Im Bekanntenkreis gerade erst erlebt.
        Die Dame ist schon etwas älter. Die Kinder sind groß aber sie können es bis heute nicht verkraften, dass es immer wieder neue Partner im Leben der Mutter gab.
        Man muss sich schon der Verantwortung bewusst sein, die man da auf sich nimmt.
        „Mein Alltag ist ihre Kindheit“
        Daran erinnere mich immer wieder. Wenigstens der Teil ihrer Kindheit den sie bei mir verbringen soll ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

  10. Pingback: Bloglieblinge Februar 2017

  11. Maria sagt

    Liebe Sabi,
    Du hast alles gesagt was gesagt werden muss. Ich hoffe, dass viele Trennungsväter das auch beherzigen.
    Für dich persönlich tut mir es Leid und wünsche dir alle Kraft liebe und Glück der Welt!!

  12. Manuela Meister sagt

    Hallo Frau Petermann,

    Sie schreiben in Ihrem Profil, dass Sie 3Fache Stiefmutter sind.
    Wie viele eigene Kinder haben Sie?
    Sind Sie selber Stiefkind?
    Sind Ihre Eltern getrennt?
    Das wäre sicher interessant zu wissen.

    Beste Grüße

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Manuela, darüber habe ich auf dem Blog schon mehrfach geschrieben. Lesen Sie sich gerne einmal durch.

    • Bärbel sagt

      Hallo,

      leider wurde auch mein Text nicht in das Kommentar übernommen.

      Ich bin froh einen Mann gefunden zu haben, der mit mir gemeinsam neue Regeln und ein neues Leben definiert hat – auch vor seinen Kindern. Er liebt seine Kinder auch bedingungslos – aber er nimmt nicht alles hin was von der Seite der Kinder kommt. Er hat drei Kinder, ein Zwillingspärchen mit 14 und die große Tochter mit 16 Jahren. Auch sind sie schon in einem Alter, wo man sehr wohl ein normales Miteinander erwarten kann.

      Bei uns läuft es anders ab als zu Hause bei der Mutter. Wir haben fixe Abläufe, es ist eher ruhig (oder langweilig *g*) und gerade das tut dem entwicklungsverzögerten Sohn sehr gut. Bei uns ist er ruhig, nett, hört auf das was man ihm sagt – zu Hause fängt er noch öfter eine „Watsche“ ab und zertrümmerte sein altes Zimmer vor lauter Wut. Auch gibt es bei uns kein kiffen, was bei der Mutter sehr wohl toleriert wird. Kehrseite der Medaille der „coolen Mama“ – drei „nicht genügend“ im Halbjahreszeugnis der großen Tochter und ein eindeutiges Drogenproblem bzw. Borderlinesyndrom. Aber da die Mutter genauso war in der Pubertät, wird das alles heruntergespielt. Nur wenns brennt, dann wird mein Verlobter hinzugezogen.

      Auch wir sind zu einer Einheit vor den Kindern geworden. Sein Wochenende, sein „Business“ und das verteidigt er auch wehement vor der Ex-Frau. Mir gegenüber sind die Kinder freundlich und respektvoll. Wenn mir was nicht passt, sag ich es demjenigen direkt, aber freundlich. Sie wissen einfach, dass es zwei verschiedene Welten sind und leben mittlerweile gut damit.

      Im September erwarten wir unser erstes gemeinsames Kind und die Nachricht wurde von den Drei auch positiv bzw. neutral (Pubertät halt) aufgenommen. Daher denke ich mein Verlobter (und im weiteren Sinne auch ich) haben nicht so viel falsch gemacht.

      Ich würde mir wünschen, dass mehr Trennungsväter befreit sind vom schlechten Gewissen, die Vergangenheit abhacken und nach vorne sehen. Ich muss hier auch erwähnen, die Ex hat Gott sei Dank ihr eigenes Leben, freut sich bzg. Nachwuchs für uns und legt uns auch keine Steine in den Weg.

      Alles Liebe,
      Bärbel

      • Manuela Meister sagt

        Liebe Bärbel,
        bei solchen Beiträgen denke ich an meine eigene Zeit als Stiefmutter.
        Ich war 2x in dieser Rolle.
        Ich war damals genauso überheblich und dachte „Boah! Die ist so unfähig! Wir haben tolle fixe Abläufe und alles im Griff!.
        Nun bin ich selber Alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und wenn ich an diese Zeit denke, schüttelt es mich.
        Heute weiß ich wie verdammt schwer das ist alles zu wuppen ist und ich schäme mich in Grund und Boden für meine Überheblichkeit von damals.
        Ich war allerdings auch Stiefkind.
        Daher weiß ich aus eigener Erfahrung wie angewidert man von einem Stiefelternteil sein kann.
        Ein Stachel im Fleisch den man einfach nicht los wird.
        Und was das “ Bei uns benimmt er sich“ anbetrifft. Natürlich! Was soll das Kind denn sonst tun? Riskieren auch noch den Kontakt zu verlieren wenn es nicht spurt? Kinder hören im übrigen bei Menschen bei denen sie sich nicht sicher fühlen immer besser als bei der eigenen Mutter. Denn Mama ist der sichere Hafen!
        Sie werden das auch noch lernen wenn sie selber Mutter sind.
        Hoffentlich kommen Sie dann nie in die Lage ihr Kind alle paar Tage abgeben zu müssen.
        Wie schmerzlich das ist würden sie dann erst nachvollziehen können.
        Im Übrigen zeigen viele Männer erst das wahre Gesicht wenn ein gemeinsames Kind kommt.
        Die schmerzliche Erfahrung musste ich auch machen.
        Der Traummann entpuppte sich als Alptraum und ich konnte verstehen, warum meine Vorgängerin das Weite gesucht hatte.
        Alles Gute

      • Bärbel sagt

        @Manuela Meister:

        Ich bin weder überheblich noch glaube ich dass ich Superwoman bin. Ich habe lediglich die Abläufe geschildert und dass mein Verlobter das gut hinkriegt und hinter mir steht und wir bzw. ich ein gutes Verhältnis mit den Kindern habe(n). Kein schlechtes Gewisse und kein „parenting out of guilty“. Und wer schon mehr Beiträge von mir gelesen hat, weiß, dass es am Anfang kein Zuckerschlecken war..

        Und wer bitte sagt, dass SIE das Weite gesucht hat? 😉 ich denke, ohne hier die genauen Hintergründe zu kennen, würde ich den Ball mal schön flach halten! Das sind vielleicht IHRE Erfahrungen, die Sie solche Kommentare losschießen lassen.

        Dass die Ex unfähig ist, habe ich auch in keinem Satz erwähnt, ich habe nur gesagt sie ist die „coole“ Mama. Und alleine ist sie nebst Tagesmutter, eigener Mutter und Großtante im eigenen Haushalt sicher nicht *lach*. Angewidert ist von mir auch sicherlich keiner, vielleicht sprechen Sie hier wieder aus eigener Erfahrung mit ihren ehemaligen Stiefkindern? Ich glaube, Sie sind mit ihrem Gram hier eindeutig im falschen Forum 😉

        LG Bärbel

  13. Susanne Petermann sagt

    Per Mail:
    Liebe Susanne,
    Leider erscheint mein Kommentar nicht.
    Zum Glück habe ich den Text kopiert.
    Kannst Du ihn bitte für mich hinzufügen?
    Ich danke Dir.

    Hallo Ihr Lieben alle,
    ich kenne diese beschriebenen Situation auch zu gut. Jetzt schon seit 19 Jahren. Wie ich das aushalte? Manchmal weiß ich selbst nicht. Durch die Liebe meines Partners. Bestimmt deshalb. Er steht zu mir, das spüre ich – trotzdem ist es manchmal sehr schwierig. Wir haben die beiden gemeinsam erzogen. Seit dem 3. und 5. Lebensjahr. Heute sind sie erwachsen. Alles was schief gelaufen ist, ist meine Schuld. Die elenden Lügen, die über mich erzählt werden, sind unerträglich. Das belastet auch unsere Beziehung immer wieder. Ansonsten könnte das Leben zu zweit mittlerweile sehr schön sein. Wir haben uns damals schweren Herzens gegen eigene weitere Kinder entschieden. Das war nicht leicht, aber heute bin ich sehr froh darüber. Unsere Liebe wäre zerstört worden. Da bin ich mir heute sicher. Ich wünsche Euch allen viel Kraft weiter zu machen. Sabi, danke für Deinen Beitrag – viel Glück für die Zukunft. Eure Josi

  14. Jenny sagt

    Ich bin sehr dankbar das mein Lebensgefährte wirklich hinter mir steht und mich beschützt und verteidigt. Von Anfang an war klar das ich seine Frau bin und egal was geschehen mag es auch bleiben werde. – hört sich sehr romantisch an wenn ich es selber lese 😊.
    Wir bilden eine Einheit- wir zwei ! Wir integrieren seine Kinder in unser Leben und nicht andersrum. Und ich glaube das ist auch eine Schlüsselpunkt. Viele Trennungsväter gestalten ihr Leben nach den Kinder.
    Aber ich denke das es falsch ist. Irgendwann kommt der Punkt an dem sich die kleinen abnabeln werden und selbstständig ihr Leben leben werden. Wo wir nur noch Zuschauer und Ratgeber sein dürfen. Auf diese Einsicht baut sich unsere Beziehung auf. Natürlich gebe ich seinen Mädels sehr viel Freiraum mit ihrem Papa. Dennoch fordere ich auch meine Zeit mit ihm – auch wenn die Ladys bei uns sind, und natürlich fordern Sie Mädels auch Zeit mit mir allein. Wir haben es eigentlich sehr harmonisch, weil wir unser gemeinsames Leben leben und für uns war es die beste Entscheidung das so zu handhaben…..

    Ich wünsche allen sehr viel Glück und Kraft um euren Weg zu finden, ich hoffe eure Reise lohnt sich …

  15. Südstern sagt

    Der Text könnte von mir sein genau meine Gedanken u genau das was sich hier seit Jahren zugetragen hat u weiterhin zuträgt obwohl die Kinder aus erster Ehe nun alle erwachsen sind und unsre gemeinsame kleine Tochter noch keine 3 Jahre alt ist. Genau das sage ich seit Jahren zu meinem Mann aber er bekommt es nicht hin …. und zwar genau so ! „Sag du selbst wenn dir was nicht passt“ u im Nachsatz „immer soll ich der buhmann sein“ dabei bin es dann immer ich oder ich sage eben nichts dann werden aber meine Grenzen überrannt …. ich habe dann die Kinder aus dem Haus vergrault wenn ich sage die kleine ist krank ich bin krank wir müssen nun schlafen u unten dann extra laut Musik gemacht wird Türen geknallt usw …..

    • Manuela Meister sagt

      Lieber Südstern, Sie sollten sich ein zweites Kind anschaffen 😉 Mit nur einem Kind lässt es sich leicht sagen „Wir müssen schlafen weil wir krank sind“ etc. Mit einem zweiten oder sogar dritten Kind wüssten sie, dass das gar nicht mehr möglich ist.

      • Susanne Petermann sagt

        Liebe Manuela,
        hier ist nicht Facebook. Hier gehen die Kommentatoren respektvoll miteinander um. Das bedeutet, dass man versucht, Verständnis für den anderen aufzubringen und nicht Vorwürfe oder Vorhaltungen parat hat.
        Eigene Erfahrungen sind immer anders als die Erfahrungen der anderen Menschen. Deswegen sind sie nicht weniger richtig oder wichtig.

      • Südstern sagt

        Huch das finde ich nun doch einen etwas merkwürdigen Kommentar …. so lange man die Hintergründe nicht kennt. Im Grunde sollte man auf solch einen einfach gar nicht reagieren haette aber zur Folge dass von Ihnen wieder ein derartiger an jemand anderen gerichtet wird. Grundsätzlich bin ich der Auffassung dass wenn ein Kleinkind im Haus lebt und die gescchwister egal ob halb oder richtige Geschwister da sind welche 16 , 21, und 20 Jahre älter sind diese abends Rücksicht nehmen auf denjenigen der im Bett liegt und schlafen muss. Wenn dann zwei Personen krank sind könnte man meinen dass man in dem Alter dann von sich aus auf die Idee kommt entweder leise zu sein oder eben dann nach Hause zu gehen und ein anderes mal wieder zu kommen. Hinzu kommt dass die Situation hier ohnehin eine spezielle ist da unsere kleinste gemeinsame Tochter eine Regulationsstörung hat und Stunden braucht um zur Ruhe zu kommen und egal ob gesund oder krank nachts zig mal aufwacht und auch hier nicht zur Ruhe kommen kann. Also bitte Vorsicht mit solch flapsigen Kommentaren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.