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Stiefmama, Stiefoma, Stiefuroma

Stiefoma Stiefmutterblog Foto Les Anderson Stocksnap

Ich bin Stiefmutter, Stiefoma, und seit einigen Jahren auch Stiefuroma. Mein Rat an alle jungen Frauen – PASST AUF EUCH AUF. Hängt Euch nicht zu sehr hinein. Achtet auf Eure Bedürfnisse.

Stiefmutter, Stiefoma und Uroma

Seit 37 Jahren bin ich Stiefmutter, seit 28 Jahren Stiefgroßmutter und seit einigen Jahren auch Stiefurgroßmutter. Meine Stieftochter ist inzwischen 46 Jahre alt. Sie wohnte bei ihrer Mutter, die vor 13 Jahren verstarb. Die Tochter hat mit 18 geheiratet und selbst eine Tochter bekommen – meine Stiefenkelin. Deren Vater wurde straffällig, die Ehe mit meiner Stieftochter geschieden.

Stieftochter und Stiefenkeltochter, inzwischen 28, sind beide ohne Ausbildung, beide nicht berufstätig. Die Enkelin hat bereits 2 Söhne, und ist seit Jahren auf (unsere) finanzielle Zuwendung angewiesen. Mein Mann und ich sind inzwischen Rentner. Wir haben unsere gesamten Ersparnisse für die Urenkel ausgegeben. Jetzt ist nichts mehr übrig. Seit kein Geld mehr fließt, melden sich Tochter und Enkelin überhaupt nicht mehr, die Urenkel kriegen wir nicht zu sehen.

Wir waren nur als Zahlmeister gut

Mein Mann ist 75 Jahre alt und kränklich. Er leidet natürlich auch sehr unter der Situation.
Ich habe an der Enkelin und deren Söhnen mit aufrichtiger Liebe gehangen, als seien es meine eigenen. Auch die Stieftochter wurde von mir über 37 Jahre unterstützt und gefördert, soweit sie sich fördern ließ. Die bittere Erkenntnis: Tatsächlich wurde ich aber nur ausgenutzt und als Geldautomat betrachtet.

Mein Mann und ich führen eine gute Ehe, trotzdem hätte ich ihn nie niemals geheiratet, wenn ich annähernd geahnt hätte, wie das mit einem Stiefkind wird. Ich habe keine eigenen Kinder und wenn ich sehe, wie es meinem Mann ergeht, bin ich froh darüber.

Warnt die jungen Frauen!

Junge Frauen sollten viel, viel eindringlicher gewarnt werden. Die Gefahr ist groß, dem eigenen Leben zu schaden, das Opfer ist sinnlos. Man kann mit all der Zuwendung und all dem Geld nichts erreichen, wenn die andere Seite einen nur als Mittel zum Zweck sieht.

Ich kann nichts raten, außer keinen Mann mit Kind zu heiraten. Und das ist kein guter Rat, weil niemand so weit voraussehen kann. Man liebt den Partner und hat beste Absichten und glaubt, so was passiert nur anderen Leuten.

Auf jeden Fall sollte man das Stiefkind genauso wenig verwöhnen, wie man es beim eigenen Kind täte. Die Gefahr ist groß, dass man es besonders gut machen will und es darum übertreibt und es besonders schlecht macht. Nicht zu großzügig sein und niemals, auch nicht eine Sekunde, vergessen, dass man letztendlich als fremder Mensch betrachtet wird, dem kein Dank erwiesen wird und wenn man Pech hat, auch kein bisschen Respekt und Anerkennung.  Ich muss dabei aber sagen, dass es meinem Mann nicht besser ergeht, obwohl er der echte Vater bzw Opa und Uropa ist.

Allen Stiefmüttern jung und alt beste Grüße und alles Gute
Mareike aus Berlin


Bitte E-Mail mit Stichwort „Stiefoma“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.Foto: Stocksnap

6 Kommentare

  1. kerstin sagt

    Stichwort Grenzen setzen und an dir arbeiten. Gewöhnt dir an, nach zu fragen, wie etwas gemeint ist. Vielleicht ziehst du falsche Rückschlüsse, was derjenige sagen möchte. Drüber sprechen ist das Zauberwort!!
    Und wenn dir jemand richtig blöd kommt, dann setz Grenzen. „Ich verbitte mir diesen Ton, so redest du nicht mit mir….“ du musst klar machen, dass du so nicht mit dir reden lässt und du keinen Wert drauf legst, auf diese Weise zu kommunizieren. „Denkst du wirklich das deine Wortwahl und Lautstärke zur Situation passen? Ich halte es nicht für angemessen und verlasse jetzt die Situation.“ sag sowas mal jemanden, der bei dir nicht damit rechnet. Im ersten Moment ist derjenige vielleicht auch so verdutzt, dass er/ sie noch einen drauf legt. Dann gehst du und wiederholst ggf. Deine Worte.
    Das strengt das Gehirn anderer aber nachhaltig an. Alles Gute für dich.

  2. Wilms sagt

    Liebe Mareike,
    Es ist schlimm was du hier schilderst und aus deiner Sicht Es ist eine Seite der Schilderung.
    Würde gerne auch die andere Seite hören.
    Selber bin ich ,Mittlerweile 56 Jahre ,bei meiner Stiefoma aufgewachsen. Grund meine Mutter hat mich mit 15 Jahren bekommen und dann zu ihrer Stiefmutter also meine Stiefoma gegeben.
    Meine Stiefoma hatte auch keine eigenen Kinder und hat mit als ihr eigenes angesehen.ok sie hat gut für mich gesorgt und mich auch verwöhnt Wenn es nicht so lief wie sie es wollte hat meine Oma immer über meine Mutter geschimpft was es für eine Mutter ist wie Pflizchen usw. Oder das meine Mutter mich abgegeben hat oder nicht im Krankenhaus besucht hat wenn ich mal was hatte usw
    Ich wusste schon was meine Mutter getan hat man muss das doch nicht so oft wiederholen und mir nicht ständig vorhalten wer für mich sorgt usw und sich meine Mutter nicht um mich gekümmert hat und was sie für eine ist.
    Ich hab mir das als 1 Jähriges baby nicht so ausgesucht.
    Wegen diesen ständigen Vorhaltungen meiner Mutter gegenüber konnte ich auch nicht so die Dankbarkeit und liebe zeigen und fühlen für das was sie alles getan hat.
    Hatte sie nicht drum gebeten.
    Das ist leider bis heute so geblieben bei mir wenn mir einer was gibt oder hilft und es mir dann vorhält flipp ich schon noch manchmal aus.Bin bis heute nicht so richtig beziehungsfähig und zieh in der letzten Zeit oft Frauen an die mich beschimpfen und runtermachen.
    Mann sollte immer beide Seiten hören.
    Wer hat Tipps oder kann mir Adressen oder so nennen die helfen können.
    Liebe Grüße Norbert

    • kerstin sagt

      Lieber Norbert, die Antwort über dir ist eigentlich für dich gedacht! Leider nicht dort gelandet, wo sie sollte,

    • Manuela Meister sagt

      Danke für Deine Antwort Norbert.
      Leider vergessen viele dass es zwei Seiten gibt.
      Wenn so viel schief läuft kann man sich nicht als armes Opfer hinstellen und alle Schuld dem Kind geben.
      In der Familie ist offensichtlich sehr viel schief gegangen wenn die Kinder nicht mal Kontakt zum Vater wollen.
      Dass ich den Kontakt zu meinem abgelehnt habe hat er sich auch ganz allein eingebrockt.

  3. Kinder sind keine Firmen, in die man investiert, damit sie einmal Rendite bringen. Im Gegenteil, gibt man Geld, baut man nur eine Erwartungshaltung auf, die früher oder später zwangläufig enttäuscht werden muss.

    Das ist genau die Tragik des leider gesellschaftsprägenden Familienrechts, das sich ganz einseitig auf maximale Unterhaltszahlungen konzentriert. Das, was Elternschaft eigentlich ausmacht und absolut unersetzlich ist, nämlich die persönliche Beziehung, persönliche Erziehung, Erfahren von Nähe und Liebe, all diese Dinge, das wird dem gnadenlos untergeordnet oder de facto ignoriert. Unterhalt ist in wenigen Wochen fix und gründlich ausgeurteilt und sofort nachdem der Beschluss vorliegt kann mit aller Härte in Lohn, Vermögen, Konten, Fahrzeug, Immobilie gepfändet werden. Wer auch nur mal eine Umgangsregelung beantragt hat kennt den Kontrast dazu und wer es mal gewagt hat, gleichwertiges Elternsein einzufordern, kennt einen noch schärferen Kontrast dazu.

    In Eurem Fall ist offenbar noch weit mehr schiefgelaufen wie versenktes Geld. Heirat mit 18, einen Straftäter, keine Ausbildung, das klingt nach einem ziemlich instabilen Menschen, der nicht reif und nicht bei Verstand ist, schlecht erzogen in schlechtem Umfeld.

    Hoffentlich bezahlt ihr nichts mehr. Nachdem sie ja allesamt lange kassiert haben, sorgt im Testament dafür, dass wenigstens mit dem Erbe etwas sinnvolles passiert.

  4. Daka sagt

    Liebe Mareike,

    danke für diesen Bericht. Es tut mir sehr leid, dass du (ihr) soviel gegeben hast und am Ende nichts mehr zurück kommt. Ich glaube trotzdem, und bin überzeugt, dass es nicht immer so laufen und enden muss und wird…

    Alles gute für dich und deinen Mann!
    LG Daka.

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