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Ich bin nicht Dein Feind – Brief an die Mutter meiner Bonuskinder

Bonuskinder

Seit Wochen versuche ich, irgendwie meine Worte zu Papier zu bekommen. Die folgenden mag ich, so stehen lassen. Die Rolle der Bonusmama ist in meinem Fall gar nicht so schwer. Meine Bonuskinder sind toll und wir haben uns sehr schnell lieb gewonnen. Die unsichere, eifersüchtige Mama ist meine Baustelle.

Ich bin genauso neu in der Situation wie Du

An dich als die Mutter meiner Bonuskinder gehen meine Worte, sie sollen einmal raus. Ich hab das Gefühl es einmal „laut“ ausgesprochen haben zu müssen. Da ich als BonusMama-NewBe diesen Blog regelmäßig verfolge und Anteil nehme, schreibe ich Dir auf diesem Weg.

„Liebe Mama meiner Bonuskinder, vor fast 2 Jahren bin ich in das Leben deines Exmannes und das deiner Kinder geschlittert. Ihr wart schon länger getrennt und die Kids waren grade dabei auszutesten wie es wäre, bei Papa zu wohnen. Von Anfang an wusste ich, dass es Kinder im Leben dieses Mannes gibt und das diese ihm sehr wichtig sind. Ich wusste auch, ich hab keine Chance bei ihm, wenn die Bonuskinder mich nicht mögen.

Du, die Ex, bist immer mit dabei

Woran ich gar nicht dachte, wovon ich keine Ahnung hatte: Die Ex wird immer präsent sein. Naiv wie ich war, dachte ich, es wird einen Weg geben, sich zu arrangieren. Ob ich die Idee hatte, dich eventuell als Freundin zu gewinnen? Nein! Soweit bin ich nicht gegangen. Aber einen freundlichen und fairen Umgang, den hätte ich mir gewünscht. Das funktioniert allerdings nicht, von deiner Seite aus noch weniger als von meiner.

Werte das bitte nicht als Vorwurf. Ich bin mir bewusst, dass es sich für dich sicher mehr als unangenehm anfühlt zu wissen, dass da eine fremde Frau mit dem Exmann und den beiden Kindern zusammen lebt. Die Kinder empfinden mich als ihre Bonusmama.

Du bist die Mama meiner Bonuskinder

Du beanspruchst den Namen Mama für dich. Was gerechtfertigt ist, denn du bist die leibliche Mama und ich lege für mich keinen Wert darauf, diesen Titel zu tragen. Ich will dir deine Kinder auch nicht wegnehmen. Ich weiß, du empfindest das ganz anders, dich macht es traurig, vielleicht unsicher, manches mal garantiert wütend.

Wie sich das anfühlen muss, dass die eigenen Kinder eine fremde Frau so sehr in ihr Herz schließen? Ich weiß es nicht. Ich weiß , wie es sich anfühlt Bonuskinder zu haben. Für mich sind diese Kinder eine Bereicherung. Ich lerne soviel durch sie, über sie, über mich, über Familie, über so vieles mehr. Vielleicht sind wir beide gar nicht so unterschiedlich.  Vielleicht haben wir ähnliche Ängste. Du bist eine leibliche Mama, die, egal was passiert, immer die leibliche Mama bleibt.

Wenn wir uns trennen bin ich raus, du bleibst für immer Mama

Ich bin die Bonusmama. Leibliche Kinder sind mir nicht vergönnt gewesen. Ich bin die, die wenn diese Beziehung zerbricht, raus ist! Raus aus dem Leben des Mannes und aus dem Leben der Kinder. Ich hätte dann all die Zeit mein Herz, meine Liebe und meine Energie verschenkt und investiert. Um was zu sein???? Eine Figur im Zug des Lebens der Kinder, sowie in seinem. Mehr nicht! Du hingegen wirst weiter präsent sein.

Hält mich das ab meine Bonuskinder und ihn zu lieben? Hält es mich ab, den Kindern wichtige Werte zu vermitteln? Gerade auch, weil sie das wollen? Sie wünschen sich, dass ich mich einbringe. Für sie sind wir Familie! Du bist auch ein Teil Familie, für die Kinder.

Sollte es mich abhalten?

Durch Hörensagen weiß ich du lässt kein gutes Haar an mir. Dadurch weiß ich, du bist neidisch und eifersüchtig. Ich weiß, die Kinder verteidigen mich oft. Ich weiß, die Kinder mögen nicht mehr gern zu dir und besonders dem Jungen geht’s mit der Situation gar nicht gut. Da besteht Redebedarf. Und ich wünsche den Kindern, dass sie die Möglichkeit haben, das zu klären.

Was ich auch weiß: Es macht mich für die Bonuskinder traurig, zu sehen wie du für dich deine Prioritäten setzt. Bedenke, deine Kinder bemerken es ebenfalls. Kinder sollten sich nicht für oder gegen Personen die sie lieben entscheiden. Kinder sollten lieben dürfen, wen sie lieben. Die Kinder lieben dich!!!

Ich bin nicht Dein Feind!

Bitte … ich bin nicht der Feind! Ich habe dir nichts weggenommen und habe es auch nicht vor. Wir müssen keine Freundinnen werden, das möchte ich auch nicht. Nur bitte erkenne: Ich bin nicht der Feind.“ Liebe Grüße S.


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In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap, Mika Matin

4 Kommentare

  1. Crazymum sagt

    Jetzt sitze ich hier und mir laufen die Tränen … JA! Bitte, darf ich diesen Brief kopieren? Ich unterschreibe jedes einzelne Wort darin!
    Aber ich bin auch selbst leibliche Mutter … und NIE, NIE, NIE möchte ich meine Kinder in die Lage bringen, die oben über die KM bschrieben steht. Aber meinen BK geht es auch so! Neulich sagte mir der Ältere im Vertrauen:“ Wenn der Kleine jetzt komisch wird … er kann nichts dafür!“
    Als meine Tochter mir eines Tages sagte: „Mama, jetzt hab ich Papas Freundin zum Abschied umarmt! Eigentlich wollte ich nicht, aber Papa hat sich gefreut!“ – da habe ich mein Kind umarmt und ihr gesagt, dass es doch schön ist, wenn sie sich alle gut verstehen ud ich dafür keine Entschuldigung brauche und ich mich sehr darüber freue, wenn sich die Situation entspannt!
    Die Bonusmutter meiner leiblichen Kinder hat sich allerdings nach der Hochzeit in die tatsächlich böse Stiefmutter verwandelt – die Quittung dafür musste sie aber nicht von mir bekommen – das haben die Kinder selber besorgt! Meine Kinder haben leider dadurch ihren Bezug zum Vater verloren – total traurig; denn wir haben ja nun mal alle nur einen leiblichen Vater und eine leibliche Mutter!
    Ich wünschte die KM meiner BK könnte verstehen, dass ich nur zusätzlich als Bereicherung des Lebens ihrer Kinder da bin und eine andere Position habe als Sie! So wie ich nie gegen ihre Position als Mutter kämpfen würde, möchte ich, dass sie endlich versteht, das sie meine besondere Stellung im Leben ihrer Söhne auch nicht einnehmen kann, und nur sich und ihren Kindern schadet, wenn sie sich nicht ändert!

  2. Stepmum69 (Susanne) sagt

    Ja, auch mir sprichst Du aus der Seele. Ich war am überlegen, ähnliche Zeilen zu formulieren und den Brief tatsächlich an die Kindsmutter zu senden, aber ich weiß, dass dieser ungelesen in den Papierkorb wandern würde. Leider! Was sind das für Mütter die meinen im vermeintlichen Wohl des Kindes zu handeln, aber tatsächlich das Kind aus den Augen verlieren und reinster Egoismus und vermeintliche Rache sie handeln und sprechen lässt? Sind wir nicht alle erwachsene Menschen und sollten diese es nicht schaffen miteinander zu kommunizieren? Einseitig wird da leider nichts passieren und deswegen bleibt uns Bonusmamas leider oft nichts anderes übrig als unseren Unmut, Frust und Traurigkeit öffentlich, aber Anonym, im WWW kund zu tun, denn sonst würden wir daran zerbrechen. Danke das es solch eine Seite wie stiefmutterblog.de gibt!

  3. Schattenblume sagt

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich wünschte die Muttet meines Bonuskindes würde diese Zeilen lesen und endlich aufwachen. Es würde mich interessieren wie die Geschichte bei euch ausging. Im Grunde wollen wir doch alle, dass es den Kindern gut geht. Die meisten KM haben doch schon alles. Oder eben das, was viele von uns nie haben werden können. Auch ich bin eine Person non grata. Es ist oft so verletztend und demütigend, beispielsweise, nicht mal im Auto sitzen zu dürfen, wenn der kleine abgeholt wird. Man wird verachtet, schlecht gemacht und gehasst. Dabei kennt man sich teilweise nicht einmal. Aber auch ich möchte der Mutter meines Bonusschützlings nichts böses. Im Gegenteil. Ich bin ihr so dankbar, dass ich dieses wunderbare Kind einen Teil seines Lebens begleiten darf. Letztendlich schaden diese Mütter mit ihrem Verhalten nur denen, die nichts damit zu tun haben sollten- ihren Kindern……

    • Liebe Schattenblume,
      Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende.
      Und ich denke, solange ich ein Teil dieser Familie bin, wird es auch zu keinem kommen.

      Ich denke,ich hab für mich einen Weg gefunden, mit ihr umzugehen.
      Das ist ein : Guter Tag – Guten Weg! Umgang.
      Ich gehe ihr aus dem Weg wenn ich kann und halte mich ansonsten zurück.
      Das sie sich damit unwohl fühlt weiß ich.
      Auch mir wäre es anders lieber.
      Nur brauche ich diese Grenze auch für mich! Und durch diverse Aktionen bin ich aktuell nicht bereit sie zu öffnen.

      Lg S.

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