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Bin ich wirklich die fiese Stiefmutter?

Ich habe das Buch „Du hast mir gar nichts zu sagen! Stiefmutter sein ist nichts für Feiglinge“ verschlungen. Endlich habe ich wieder Hoffnung, das ich doch nicht nur die fiese Stiefmutter bin, da ich viele von den Situationen am eigenen Leib nur zu gut kennengelernt habe. Ich verzweifle langsam und weiß einfach keinen Rat mehr. Verstehen tut meine Situation niemand richtig, außer ein Bekannter der selbst zwei Stiefkinder hat und ähnliches erlebt.

Ich war blauäugig

Ich bin mit meinem Mann nun seit ca. zehn Jahren zusammen und wir haben zwei kleine Kinder (1 und 2) zusammen. Er hat einen Sohn, der damals gerade drei Jahre alt geworden ist. Sein Sohn lebt schon immer bei uns. Die Mutter hatte die ersten Jahre keinerlei Kontakt zu dem Kind. Ich muss dazu sagen das die Frau erhebliche psychische Probleme hatte (Selbstmordversuch, Magersucht usw.). Ob sie immer noch in Behandlung ist weiß ich nicht.

Am Anfang bin ich ziemlich blauäugig in die Situation gegangen. Ich war wahrscheinlich auch zu jung, um zu verstehen was da alles auf mich zukommen wird. Ich habe mich von Anfang an um alles gekümmert, was so täglich angefallen ist. Haushalt, Wäsche, kochen usw. Tagsüber war der Junge bei seiner Oma, weil mein Mann damals bei seinen Eltern im Haus wohnte und auch arbeiten ging. Meine Schwiegermutter hat ein sehr gutes Verhältnis zu der Ex. Es war bereits in der Beziehung so, dass die Ex mit der Schwiegermutter ferngesehen hat und nicht in der Wohnung von meinem Mann war.

Die Ex kungelt mit meiner Schwiegermutter

Das Verhältnis zu meinem Stiefsohn war am Anfang gut.  Ich war auf jeder Kinder-Veranstaltung, habe beim Mütter-Turnier mitgespielt, alles damit der Junge nicht alleine ist. Weil seine Mutter ja keine Zeit hatte bzw. mit zwei Kindern nicht zurecht kam. Sie hat noch ein Kind von einem anderen Mann, mit dem sie auch nicht mehr zusammen ist. Erst seitdem seine Mutter wieder in unser Leben getreten ist, geht es ständig bergab.

Das Verhältnis von meiner Schwiegermutter zu mir ist schwierig. Sie hat mich als Eindringling, als fiese Stiefmutter, gesehen, der ihr zwei Söhne (Sohn und Enkelsohn) genommen hat. Jedenfalls kam es mir so vor. Sie interessiert sich nicht einmal für meine Kinder was natürlich nach außen hin ganz anders dargestellt wird. Vor ca. drei Wochen hat sie noch feierlich erklärt: „Nächste Woche hol ich euch“. Bis heute war sie noch nicht da. Gut, das meine Kinder das ganze noch nicht verstehen.

Der Sohn hat viele Probleme

Der Junge (nun zwölf Jahre) hatte schon immer Probleme. Angefangen im Kindergarten, Schule wo es häufig Raufereien, Streitereien usw. gab. Dieses Jahr hat er den Schiedsrichter extrem beleidigt, so dass er für vier Monate gesperrt wurde. Wenn man mit ihm redet schaltet er auf stur. Er hört nicht einmal zu. Sagt man ihm etwas belangloses wie „Training wurde verschoben“, hat er das fünf Minuten später vergessen. Fragt man ihn was ihm nicht passt dann sagt er nichts.

Den ganzen Tag sitzt er vor dem Handy, Nintendo, Fernseher oder sonst einem Zeug. Ich muss dazu sagen, dass die ganzen Geräte auf Druck meiner Schwiegermutter ziemlich früh gekauft wurden. Als wir noch im Haus von seinen Eltern gewohnt haben, gab es ständig Streitereien weil er sich runtergeschlichen hat und schon am Morgen ferngesehen hat und den ganzen Tag nicht hinausgegangen ist.

Ich bin die fiese Stiefmutter

Als ich schwanger war und im Mutterschutz habe ich ihn einen Nachmittag hinausgeschickt um FREUNDE zu treffen. Also keine Strafe meines Erachtens. Es war ein wunderschöner Nachmittag und warm. Was war das anschließend für ein Drama! Ich konnte mir von meiner Schwiegermutter eine Predigt anhören, was ich für ein fiese Stiefmutter und böser Mensch ich sei, weil ich ihn weggeschickt habe. Dann habe ich auch noch am Weltspartag Geld auf sein Konto gebracht! Ich wurde beschimpft, als hätte ich es mir selbst genommen!

Ich hab s dann anders probiert und versucht, überhaupt nichts mehr zu sagen. Aber, das ist sicher auch mein Fehler, irgendwann platzt mir einfach der Kragen. Der Junge kommt heim, sitzt zehn Minuten auf der Toilette und spielt Handy, danach isst er ein paar Brocken, geht wieder rauf und den ganzen Nachmittag sieht man ihn nicht mehr, weil er wieder vor irgendeiner Kiste sitzt. Freunde kommen bei uns vielleicht zweimal das Jahr, wenn s hoch kommt. Er hat null Interesse an irgendwas. Einmal die Woche holt ihn seine Mutter bzw. Oma (mütterlicherseits) und von Samstag auf Sonntag ist er bei meiner Schwiegermutter. Diese hat sich neulich verplappert, dass er bei ihnen auch nichts anderes macht, als Handy zu spielen. Natürlich würde sie uns das nie direkt sagen. Der einzige Unterschied ist, dass er dort noch bis um Mitternacht aufbleiben darf.

Ich verzweifle langsam

Am Wochenende hat s mir dann endgültig gereicht. Er muss von der Schule aus nun jede Woche kochen. Am Wochenende hat er also eine Suppe gekocht, alles liegen und stehen lassen und sich auf den Boden von der Küche gesetzt und mit seinen Geschwistern gespielt. Als ich gesagt habe, dass er aufräumen solle, hat er wieder null gemacht. Bin dann sauer geworden und hab geschimpft, dass er stinkfaul sei. Er hat dann zu mir gesagt: „Bist du behindert oder was?“ Ich lass mir das nicht mehr länger gefallen. Ich bin raus und habe meinem Mann gesagt,  ich will nicht mehr. Ich komme mir wie der Trottel vom Dienst vor. Ich bin die fiese Stiefmutter. Ich kann alles machen und einkaufen für ihn, das er ja nicht benachteiligt wird der arme Junge und dafür soll ich mich noch von einem zwölfjährigen anmotzen lassen?!?!??!

Jetzt will er zur Mutter ziehen

Er sagte dann, dass er sowieso mit 14 zu seiner Mutter zieht. Zu der Frau, die ihm gerade versprochen hat mit ihm einen Ausflug zu machen und einen Tag vorher absagte, weil sie kein Geld hat. Zu der Frau, bei der er nicht mal schlafen kann. Sie lebt bei ihrer Mutter und einem rechtsradikalen Bruder der meinem Stiefsohn lauter Schwachsinn in den Kopf setzt.

Mein Mann versteht mich teilweise, aber weiß selbst nicht mehr weiter. Ich habe keine Ahnung was wir noch machen sollen. Ich habe meinem Mann eine Familientherapie vorgeschlagen aber davon ist er nicht begeistert. Mich nervt die ganze Situation. Ich komme mir in meinem eigenen Haus wie ein Eindringling vor, bin teilweise extrem genervt von der Situation und übertrage das dann auf meine Kinder. Die können wirklich überhaupt nichts dafür. Was soll ich den nur tun?!?! Mir steht das Wasser bis zum Hals. Vielleicht versteht mich jemand oder zeigt mir eine Lösung auf.

Vorab bereits vielen Dank, Kirsten


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14 Kommentare

  1. Kirsten sagt

    Hallo,

    vielen Dank für eure Kommentare. Ich denk öfter an euch und es baut mich wieder auf wenn ich total am Boden bin das ich nicht ganz allein bin mit dieser Situation. Wie es weitergehen wird weiß ich immer noch nicht. Die einzige Lösung ist, dass er wirklich auszieht oder er mit meinem Mann.

    Liebe Sabine,

    ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit. Mit drei Stiefkindern ist die Situation wahrscheinlich noch viel schlimmer wie bei mir. Ich drück dir ganz fest die Daumen das alles gut ausgeht.

    LG
    Kirsten

  2. Sabine sagt

    Hallo Kirsten,
    Ich bin in einer sehr ähnlichen Situation .Auch meine Stiefkinder leben bei uns , nur dass es drei Jungs sind und auch deren Mutter ist psychokrank uns hat sich vier Jahre nicht blicken lassen . Sie ist ebenfalls wieder aufgetaucht , weil sie schwer krank ist jetzt und seitdem ist alles sehr schwierig geworden.
    Was Handy und Spielekonsolen angeht haben wir hier Zeiten , abends wird der Kram dann auch zu ner bestimmten Uhrzeit ausgemacht .
    Den Kommentar „wir leben im Jahr 20 16 und nicht in Bullerbü “ finde ich skurril. Den ganzen Tag mit dem Handy im Haus hocken ist ungesund . Wir haben die Jungs im Sportverein angemeldet und die gehen durchaus raus und treffen dort auch Freunde .

    Eine Familientherapie hatte ich auch schon vorgeschlagen , will mein mann genauso nicht wie deiner .Männern fällt es oft super schwer sich damit auseinander zu setzen , außerdem sind sie diejenigen sie zwischen zwei Stühlen sitzen .

    Von dem Gedanken , sie wollen zu der Mutter, die dieses und jenes gemacht hat , versuche ich mich gerade zu verabschieden. Ich bin damit auch null klar gekommen dass sie wieder da ist. Bin auch immer überall hin Schulveranstaltungen , Fußball, sie haben mich Mama genannt und sind dann mit wehenden Fahnen und offenen Armen zur Mutter, die sie vier Jahre im Stich gelassen hat. Naja , es bleibt die Mutter , egal was die Stiefmutter tut . Es ist eine sehr undankbare Rolle, weil man quasi gar nichts zurückbekommen, egal wie man sich anstrengt. Ich habe auch schon oft zu meinem Mann gesagt,dass ich nicht mehr will , hab mir jetzt eine bestimmte Frist gesetzt , um mit der Situation klar zu kommen , schaffe ich das nicht , werde ich gehen.
    LG
    Sabine

  3. kerstin sagt

    Ganz ehrlich, dein Mann muss mal lernen Grenzen zu setzen und das zuerst bei der Mutter. „Das ist mein Kind und meine Frau und ich erziehen es so, wie wir es für richtig halten!“

    Und auch du kannst einfach durch Konsequenzen erziehen. Küche eingesaut? Tja, da kannst ja schlecht drin kochen. Dann musst du mit den Kleinen halt auswärts essen, er kann das ja mit seinem Vater klären.
    Im übrigen putzt und wäschst du für keinen, der dich beleidigt.
    Kram fliegt rum und nervt!? Leg doch alles auf seinem Bett ab. Wenn dir dein Mann daraufhin blöd kommt: Hallo, du warst so nett und hast alles aufgesammelt und dort abgelegt, damit er sieht, dass es noch wegzuräumen ist….
    Tja, wer mir blöd kommt, der muss einfach nur mit Konsequenzen leben. Da musst nicht erziehen, nur deutlich zeigen: so lass ich mich nicht behandeln. Und das ist ja wohl dein gutes Recht.

  4. Traurig, wie oft es so abläuft. Eine Frau zerstört das Vertrauen der Männer in alle neuen Beziehungen und diese zerbrechen dann. Solange die Stiefmutter für das Bonuskind da ist, sind alle zufrieden, sobald sie mit den Anforderungen auch nur ein kleines bisschen überfordert ist und um Entlastung der Aufgaben bittet, wird sie von keinem mehr gehört… Ist Überforderung ein Delikt? Anders gefragt: ist die Stiefmutter für das Wohlergehen des Kindes allein verantwortlich?
    Die Erste hat den Vorteil, dass sie einen unbeschwerten Mann antrifft. Was macht sie? Sein Vertrauen zerstören. Bestimmt nicht absichtlich, aber ist es vielleicht in der Natur so angelegt, dass somit der Ersten die volle Unterstützung für die Aufzucht der Brut gegeben wird und den nächsten weit weniger Unterstützung zuteil werden? Liebe Evolution: wir wären eigentlich bereits einen Schritt weiter! Liebe Evolution, gib den Männern mehr Kraft, und lass die Stiefmutter mehr Vertrauen von ihrem gebrauchten Mann bekommen.

  5. Eva Daberger sagt

    Hallo, also ehrlich gesagt, ist es definitiv nichts anormales, dass dein Stiefsohn viel auf dem Handy spielt und nicht rausgehen mag. Er ist zwölf und wir leben im Jahr 2016 und nicht in Bullerbü. Ich weiss, du hast noch zwei kleine Kinder, und da hat man noch andere Ansprüche. Aber ich habe drei Söhne, keine Stiefsöhne, und muss was die Beschäftigung angeht ähnliches erleben. Den Jungen einfach rauszuschicken, um Freunde zu treffen, finde ich skurril. Wo sind denn bitte heute noch Kinder bzw. Jugendliche draussen unterwegs??? Wenn ich will, dass mein Neunjähriger sich draussen aufhält, dann muss ich mitgehen und etwas mit ihm machen. Übrigens könnte auch die Küchenszene von meinem Grossen stammen, für mich hat das nichts mit der Thematik Stiefkinder/ böse lieblose Mutter/ fiese Stiefmutter zu tun.

    • Habe den Kommentar erst jetzt gesehen.
      Ich finde auch, dass du keine fiese Stiefmutter bist. Dass Eva die Begriffe:
      Thematik Stiefkinder, fiese Stiefmutter, lieblose Mutter in einem Satz bringt, zeigt für mich schön auf, dass Kinder in dem Alter auch für Mütter schwierig sind! Nur der Unterschied ist folgender: Als Mutter erlebe ich mein Kind von Anfang an. Ich liebe es, weil ich mich neun Monate drauf gefreut habe! Man kann von einer Stiefmutter nicht dasselbe erwarten! Diese Liebe auf ein unbekanntes Objekt, das man sofort in sein Herz schließt, wenn man es sieht und für das man wirklich bereit ist, alles in seinem Leben hinten anzustellen, bloss weil es dieses etwas ist, das man mit dem Mann, den man liebt(e), gezeugt hat, und das man als vages Gefühl im Bauch gespürt hat, diese Liebe ist da und gibt der Mutter die nötige Kraft, das Kind auch zu lieben, bzw „durch zu bringen“, wenn es sich abscheulich verhält.
      Ich hab selber auch Kinder und ich bin Stiefmutter, liebe auch die Stiefkinder. Bei Kindern ist es dasselbe: ihre Mutter lieben sie bedingungslos, die Stiefmutter nicht.

    • Liebe Eva,

      in Ansätzen stimme ich dir zu, da viele Eltern es bequemer finden mit größeren Kindern erst gar nicht raus zugehen und die Kinder vor Handy, Fernseher oder Computerspielen absetzen, gibt es tatsächlich kaum noch Kinder die freiwillig rausgehen, auch weil es eben wenige Kinder gibt mit denen man sich dann treffen könnte… So wie früher, dass man einfach losgezogen ist, bei seinen Freunden klingelt und fragt ob sie „runter“ (haben früher im Neubau gewohnt) oder „raus“ kommen gibt es wohl nur noch wenig. Aber das Problem ist ja zum Teil auch Hausgemacht, man überbehütet seine Kinder, lässt sie ja gar nicht mehr alleine raus und hat sie am liebsten die meiste Zeit unter Beobachtung…wie sollen sie da auf die Idee kommen, alleine rauszugehen und ihre Freunde zu besuchen. Auch leben die meisten Eltern ihren Kindern leider auch keinen Verantwortungsvollen Umgang mit Smartphone, Fernseher und Co vor, insofern: wie sollen sie es dann besser wissen?!
      Aber ja, ich stimme dir zu, es gibt sicherlich Eltern die diese Probleme auch als Nicht-Stiefmütter haben, aber dann sind sie mehr oder weniger selbst „verantwortlich“ dafür… Als Stiefmutter muss man nehmen was man kriegt – mit allen Macken und möglichen „Vorschäden“…und dann damit irgendwie klar kommen. Ich finde es nicht zu viel verlangt, dafür Unterstützung und Verständnis vom Vater zu fordern. Das wäre das mindeste was er tun kann!
      LG Daka.

  6. Kirsten sagt

    Hallo,
    vielen Dank für die Zuschriften. Ich hab gerade wieder einen Heulkrampf hinter mir. Die Situation ist so auswegslos. Gestern abend habe ich wieder mit meinem Mann über ihn gestritten. Auf der einen Seite schimpft er weil sein Sohn nichts macht und auf der anderen Seite lässt er alles durchgehen weil er nicht immer der böse sein will.

    Ich kann ihn schon verstehen. Für ihn ist die Situation nicht leicht. Ist immerhin sein Sohn und seine Mutter meckert auch rum wenn er ihn bestraft. Ich schimpf dann auch wieder und sag ihm dann meine Meinung. Ich will mich da nicht ausnehmen.

    Mein Stiefsohn hat übrigens keine Strafe für sein Verhalten gegenüber mir bekommen. Im Gegenteil. Wird immer schlimmer. Sagen darf ich nichts. Habs meinen Mann gestern erst wieder gesagt. Was soll er den tun? war die Aussage.

    Zu meiner Schwiegetmutter geht er regelmäßig am Wochenende. Dort macht er aber auch nichts anderes als das bei uns nur das er da das essen, ob ihrs glaubt oder nicht, mundgerecht hingetragen bekommt. Dort wird er im Gegensatz zu uns auch gelobt das er so toll ist. Nach dem Zeitungsbericht wurde er auch noch geschützt das die übertreiben und er gar nichts dafür kann, obwohl das richtig war was im Artikel stand.

    Wenn du ihm den Umgang mit der Schwiegermutter verbietest dann hat Alex wieder Ärger mit ihr und die Frau kann böse werden. Mein Mann mag keine Konflikte und geht denen grundsätzlich aus dem Weg.

    Mein Vorschlag mit Therapie wurde gekont ignoriert.

    Ich denke das es besser wäre wenn er ganz zur Schwiegermutter zieht. Ich schäme mich für den Gedanken weil mein Mann mir das sicher vorwerfen wird. Entweder mein Stiefsohn geht oder ich mit den Kindern.

    Aber ob es dann besser wird?!?

    Zu deiner Frage. Ja ich bin immer Vollzeit in die Arbeit gegangen. Hab nebenbei meine und seine Wohnung gemacht und die Mutterpflichten übetmommen und am Wochenende eine Weiternildung gemacht. Momentan bin ich zu Hause aber schon auf jobsuche weil ich wg meinen mann in einen anderen Lankreis gezogen bin und die Strecke mit den Kindern zu weit ist zum pendeln.
    LG

    • Liebe Kirsten,
      das klingt alles nicht gut.
      Ein Mann der Konflikten aus dem Weg geht, sie aber dadurch immer größer werden lässt, Erziehung ohne Konsequenz, weil er nicht der Böse sein will und auch noch eine Schwiegermutter, die ihren unnötigen Senf dazu gibt.
      Es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht. Und ja, auch dein Mann hat es nicht leicht, aber er muss auch Willen zur Veränderung zeigen und endlich Verantwortung übernehmen. Was er tun soll? Das ist einfach und du hast den Vorschlag längst gebracht: Da er selbst keine Ideen hat, wie er sich seinem Sohn gegenüber richtig verhalten soll, muss er sich von außen beraten lassen, z.B. durch eine Therapie. Einfach alles laufen lassen und gleichzeitig schimpfen wie es läuft, kann nicht die Lösung sein. Schimpfen ohne Konsequenzen hat meiner Erfahrung nach noch nie Wirkung gezeigt.
      Ich finde außerdem, dass dein Mann es nie hätte zulassen dürfen, dass du alles machst. Sich gegenseitig helfen, natürlich, aber dass du damals sogar seinen und deinen Haushalt gemacht hast und noch das fremde Kind betreut? Also das geht gar nicht. Um Himmels Willen, warum opferst du dich so auf? Seien wir ehrlich, gedankt wird einem das nicht und glücklich macht es einen auch nicht. Es führt nur dazu, dass man irgendwann nicht mehr kann.
      Du kannst zwar die anderen nicht ändern, aber du kannst dein Verhalten und deine Einstellung ändern. Du kannst stolz sein, was du alles bewältigt hast, aber du solltest auch erkennen, wo deine Grenzen sind und was nicht mehr geht. Und das deutlich zeigen. Ob zu gehen der richtige Weg ist, weiß ich nicht, aber vielleicht musst du ausdrücken, dass es inzwischen soweit ist, dass du bereit bist zu gehen, um deinem Mann endlich begreiflich zu machen, wie es schlimm die Situation derzeit für dich ist und wie ernst die Lage ist.
      Ich verstehe, dass du denkst dein Stiefsohn ist das Hauptproblem, ich denke aber, dass vielmehr das Verhalten deines Mannes die Probleme macht. Nicht nur, dass er seinen Sohn keine Grenzen aufzeigt, auch seine Mutter darf sich überall einmischen, er lässt zu, dass sie eure Kinder vernachlässigt usw. Er verhält sich nicht loyal dir gegenüber, während du für ihn scheinbar alles machst.
      Ich an deiner Stelle würde also den Ernst der Lage betonen, weiter auf Hilfe von außerhalb beharren (du könntest einfach einen Therapie- oder Beratungstermin vereinbaren und deinen Mann dann den Termin nennen) und das eigene Verhalten ändern (z.B. was der Sohn rumliegen lässt, liegen lassen, etwas mit deinen Kindern unternehmen, anstatt für alle zu kochen, etwas nur für dich machen usw.).
      Alles Liebe!

  7. Liebe Kirsten,
    du schreibst du kommst dir „wie der Trottel vom Dienst vor“. Um es hart aber ehrlich zu sagen, ich fürchte der warst du jahrelang auch und es ist schwer diese Rolle wieder loszuwerden. Nachdem was du erzählst, hast du wie so viele Frauen ganz viele Aufgaben übernommen, die eigentlich die Aufgaben des Vaters gewesen wären bzw. der leiblichen Mutter, die ja diese offenbar leider nicht übernahm.
    Hast du damals nicht gearbeitet? Wenn doch, warum hast du den kompletten Haushalt erledigt?
    Ich nehme an jetzt bist wegen deiner eigenen Kinder zuhause, aber ich finde dennoch nicht, dass DU für alles zuständig bist und die Probleme deines Stiefsohnes lösen musst. Lass dir nicht alles aufladen. Du bist sicher nicht die Böse, aber ich denke du hast zu wenig auf deine Bedürfnisse geachtet, dich in eine Rolle drängen lassen. Dein Mann sollte Verantwortung für sein Kind übernehmen und als dein Partner ebenfalls Haushaltspflichten übernehmen. Wenn sein Sohn die Küche verwüstet, dann auf dich nicht hört, dann soll dein Mann sie wieder aufräumen oder eben seinem Kind klar machen, dass das so nicht geht. Offenbar war er ja bei dieser Situation sogar in der Nähe. Wie erzieht dein Mann seinen Sohn? Gibt es Konsequenzen wenn er seine Pflichten nicht erfüllt? Da du offenbar die meiste Zeit mit dem Sohn alleine bist, muss klar sein, dass auch du Konsequenzen ziehen darfst und auch das Sagen hast. Nur Pflichten aber keine Rechte geht nicht! Wenn dein Mann dich da nicht entsprechend unterstützt, musst du eben für dich Konsequenzen ziehen und bestimmtes für den Sohn und auch deinen Mann nicht mehr machen.
    Die Therapie ist sicher eine gute Idee. Du solltest deinem Mann klarmachen, dass du nicht mehr kannst und Hilfe brauchst. Wenn er keine besseren Vorschläge hat, dann wird er wohl mitmachen müssen, denn ich würde sagen sonst stellst du deine Pflichterfüllung ein, denn ich hoffe, du hast inzwischen erkannt, du bist sicher NICHT der Trottel vom Dienst. Du hast weit mehr gegeben als man verlangen kann.
    Tritt endlich für dich ein, ich wünsche dir viel Kraft
    Kara

  8. Hallo!
    Diese ältere Frau (die Mutter deines Mannes) ist machtgeil, m. A. nach. Dummerweise kannst du das deinem Mann nicht sagen, weil es seine Mutter ist und es ihn deshalb verletzen würde, da er ja ein Teil von ihr ist und deshalb verteidigen wir unsere Eltern immer!
    Aber du solltest ihm sagen können, dass du nicht mehr im selben Haus mit deiner Schwiegermutter wohnen möchtest. Such einen geeigneten Moment ohne dass eines der Kinder stört, um es zu besprechen. Wenn er darauf empfindlich reagiert, hat er selber ein großes Problem mit Grenzüberschreitungen.
    Sag ihm, dass du müde bist, dass du die kraft für die Kinder brauchst. Sag ihm, dass du so enttäuscht bist, wenn du merkst, dass alle deine Bemühungen um den Stiefsohn im Sand verlaufen, weil seine Mutter ihn gegen gesetzt erzieht. Mach keine Schuldzuweisungen a la: sie mache das absichtlich, auch wenn es so ist.
    Zum Stiefsohn: auch wenns momentan nicht so aussieht; ich glaube, er weiss schon, dass du diejenige bist, auf die er setzen will. Seine Großmutter ist halt der bequemere Weg. Kinder merken jedoch schon, wer ihnen wirklich gut tut.
    Gefährlich finde ich diese Wochenenden, an denen von Seiten der Schwiegermutter gegen dich, bzw deine Erziehung runter gemacht wird. Ich hoffe, sie beeinflusst ihn nicht zu fest! Kinder lassen sich ja leider schon beeinflussen. Warum geht er am W.e. zu ihr obwohl sie ja „nur“ die Großmutter ist. Er sollte eher zur Mutter seiner Mutter gehen dürfen, um jene Seite seiner Herkunft kennen zu lernen, fäbde ich.

  9. Liebe Kirsten,

    nein, du bist nicht die böse Stiefmutter!!! Es ist nur verdammt schwer, einem 12-jährigen die Sucht nach Fernsehen, Computerspielen etc. wieder „auszutreiben“, da ihn das vermutlich schon nachhaltig geschädigt hat. Dass er zu seiner Mutter ziehen will halte ich für eine „normale“ Reaktion wenn es zu Hause nicht so läuft wie er es sich vorstellt…denn er hofft, dass es dort anders bzw. besser wird. Ihm fehlt der Weitblick zu sehen, dass das wohl nicht der Fall sein wird.
    Familientherapie halte ich für eine gute Idee und für den Sohn am besten noch eine „Einzeltherapie“ mit Suchtberatung…
    Schnelle Hilfe und Ideen findest du in der „Familienkonferenz“ von Thomas Gordon und die „neuropsychologischen Grundlagen“ des kindlichen Gehirns wunderbar erklärt (als Grundlage um zu verstehen, warum dein Stiefsohn jetzt so ist wie er ist!) findest du in dem wunderschönen Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Der entspannte Weg durch Trotzphasen“. Beide Bücher sollten auch absolut hilfreich sein, für deine beiden kleinen Mäuse!!!
    Ich wünsche dir viel Kraft und vergiss nicht, dein Stiefsohn ist nicht von „Natur“ aus böse, sondern durch seine bisherigen Erfahrungen offensichtlich einfach nicht in der Lage emphatisch zu sein…
    Liebe Grüße,
    Daka.

  10. Kirsten sagt

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich werd deinen Rat versuchen umzusetzen. Es ist nicht so einfach. Mein Mann ist den ganzen Tag nicht da und kommt erst spät nach Hause. Mir fehlt einfach nur noch die Kraft und die Hoffnung das es besser wird. Ich befinde mich im Krieg mit einem 12jährigen so lächerlich es sich auch anhört.

    Auf der einen Seite erwartet mein Mann das ich ihn erzieh und auf der anderen Seite soll ich nichts sagen. Die Vorwürfe kenn ich nur zu genüge.

    Danke!

  11. Hallo,nein du bist nicht die böse Stiefmutter.Egal was du tust,eines muss dir gewiss sein als Vollzeitstiefmutter,es ist immer falsch.Bei mir ist es zwar bei Weitem nicht so krass,aber auch hier lebt der Junge,inzwischen 14 ,beim Vater und mir.Zuständig für alles bin ich und tue das seit 4,5 Jahren.Ich versuche auch eine gewisse Stabilität ins Leben von uns allen zu bringen,nur leider wirft die Mutter immer alles wieder um.Mal kümmert sie sich regelmäßig ,mal lange Zeit gar nicht.Im Versprechen ist sie groß,im halten ganz klein.Trotzdem bin immer ich die Böse und Mama die Liebe,sie hats ja so schwer und uns gehts so gut.Inzwischen habe ich mich damit abgefunden,tue meine sogenannten Pflichten,aber emotional halte ich mich zurück,nehme mir auch mal wieder Zeit für mich und denke immer öfter,auch wenns falsch ist,was solls,ist nicht dein Kind.Wenns die Eltern nicht geregelt bekommen sich anständig um ihn zu bemühen,dann soll das so sein.Und oh Wunder,seitdem gehts mir besser und der Junge hat einen anderen,besseren Umgang mit mir.Ich wünsche dir viel Kraft und vergiss dich nie selber

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