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Sind das Machtspielchen oder will sie zurück ins Nest?

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Endlich gibt es mal ein Forum, wo nicht gewertet wird … es ist ein Segen ! Ich habe viel herumgestöbert und .. wahrlich .. erfahren, ich bin mit dem ganzen Schlamassel NICHT allein.  Aber ich fange am besten mal von vorne an. Ich befürchte, die Exfrau meines Partners spielt Machtspielchen und will zurück in „die gute Stube“.

Unsere Geschichte

Nach fast zehn Jahren Ehe hat sich mein Partner vor ungefähr vier Jahren räumlich von seiner Frau getrennt. Die Scheidung ist eingereicht.  Sie wollte die Trennung, die Frau hatte im Urlaub die „große“ Liebe gefunden, und war mit der Tochter (jetzt zwölf Jahre) in eine nahegelegene Stadt umgezogen. Soweit .. so gut .. sollte man meinen. Mitnichten.

Die „Urlaubsliebe“ der Ex hielt nicht lange. Sie lebt jetzt alleine und suhlt sich in ihrer Opferrolle. Mein Partner hatte in den Jahren bevor wir uns kennengelernt haben übrigens  verschiedene Freundinnen. Das ist aus meiner Sicht auch völlig ok. Wir haben uns vor zwei Jahren kennen und lieben gelernt. Er ist wunderbar.

Als ich auf der Bildfläche erschien, wurde alles anders

Aber – Just ab dem Moment, wo ich auf der Bildschirmfläche angekündigt wurde, geht hier der Punk ab. Die Ex-Schwiegereltern versuchen über die Oma/Opa-Schiene zu stänkern. Sein Kind ist völlig im Loyalitätskonflikt mit der Mutter. „Ich will noch bleiben .. hier ist es lustig “. „Ich darf dich nicht drücken..“ … und .. und .. und …

Es zerreißt mir einfach immer das Herz, wenn der „kleine“ Mensch hier zwischen die Fronten gerät. Sie liebt ihre Mama, es will sie ja auch keiner ersetzen. Wieso auch? Aber wieso macht diese Frau ihrer Tochter das Ankommen bei ihrem Paps so schwer? Ist es Eifersucht, weil ich jetzt da bin oder sind das Machtspielchen?

Sie spielt Machtspielchen

Ein Gespräch mit ihr wäre, aus meiner Sicht, die einzige Möglichkeit, ihr zur vermitteln, dass niemand ihr Kind entfremden möchte. Aber – wie bei vielen hier – stellt die Mutter sich völlig quer. Diese ständigen Nadelstiche und Verleumdungen gehen mir echt so langsam auf den Keks und auf den Nerv. Für mich sind das Machtspielchen.

Jetzt – auf einmal – macht Sie einen auf „nett“ und zwar nur mit dem Vater. Natürlich mit spätabendlichen Mails. „Ich vermisse deine Wertschätzung“ … „Täte uns dreien ganz gut, wir sind doch deine Familie..“  „Wieso wurde ich nicht zu dem Fest eingeladen?“ .. … „Wollen wir bei einem gemeinsamen Essen besprechen, wie es weitergeht“… Bei mir läuten da jedenfalls Alarmglocken.

Eifersucht? Bei mir nicht

Ich weiß, was jetzt kommt, aber es ist definitiv  KEINE Eifersucht meinerseits da. Mein Partner steht wirklich wie ein Fels in der Brandung zu unserer Beziehung. Ich traue nur diesem Braten nicht. Nennt es „weibliche Intuition“, aber ich glaube, sie sieht ihre „Felle“ davon schwimmen. Dass die verschiedenen „Zuschüsse“ für den, doch recht teuren Lebensunterhalt wegfallen usw. usw. Oder schnöde ausgedrückt: Die letzte Türe geht zu. Sie versucht, mit allen Mitteln, nochmals ihren Fuß in seine Türe zu bekommen. Sie will zurück ins warme Nest.

Was will Sie wirklich? Frieden? Das kann ich mir  beim besten Willen nicht vorstellen. Ich tippe auf Machtspielchen. Und darauf, dass sie meinen Partner zurück haben möchte. Ich wünsche der Frau, dass auch sie glücklich wird. Wirklich. Aber sie muss es selbst wollen und da habe ich so meine Zweifel. Wie soll ich reagieren? Essen findet statt und ist, meines Erachtens nach, auch ok und sinnvoll, aber wie bekomme ich die ganze Missachtung ihrerseits in eine für mich geordnete Bahn ????

Pola


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In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap, Mike Birdy

12 Kommentare

  1. polarhoernchen sagt

    Sooo … jetzt wollte ich mal erzählen … wie es so weiterging … es ist ja jetzt einige Zeit verflogen :o) …

    Die Ex hatte bzw. hat tiefliegende psychische Probleme … anders kann ich es nicht sagen ! oder wie würdet ihr einschätzen … dass jemand Zutritt in den Garten wünscht um sich … ab und zu Ableger zu holen … – sie ist halt so gern im Grünen … TSCHULDIGUNG … das ist doch KRANK !

    Oder Emails mit .. „mit deinem Verhalten zerstörst du unsere zarte Bande der Freundschaft“ … SORRY … da fällt sogar MEINEM Partner nix mehr dazu ein. Das mit dem Garten wurde von meinem LG sofort unterbunden …

    MEIN (bezogen auf Susi) heißt nicht … ich besitze ! … und Familie mit Ex war mal … Sie ist die Mama von der gemeinsamen Tochter – BASTA – und das war es. Das ist der Platz der ihr zusteht … und den macht ihr auch keiner streitig.

    Überhaupt … Elternebene … da ist so manche Ex … meilenweit entfernt. Habe selbst 2 Kids und kann hier so manche Antworten nicht so recht nachvollziehen. Ex ist EX ! Wieso soll/kann ich meinem Ex-Partner nicht sein Glück gönnen ? Alles andere ist doch … nicht erwachsen – egal was war.

    Mal abwarten … es bleibt spannend …

  2. Starchild sagt

    Liebe Pola

    Selbstverständlich sieht die Frau ihre Felle davon schwimmen, was denn auch sonst?! Sie will ihn nicht zurück. Bisher musste sie die Konkurrenz aber nicht wirklich ernst nehmen, aber dann kam Pola…

    Sieh es als Kompliment! Und hab etwas Mitgefühl, mit der armen Frau, deren verzweifelte einsame Vorstösse bei deinem Partner ja sowieso nur ins Leere laufen. Nerven würd’s mich auch. Aber es ist der übliche Machtkampf, quasi das letzte Aufbäumen und bulen darum, wer bei ihm wohl am längeren Hebel hockt! Mir wär’s ja peinlich, dir sicher auch? 😉

    Steh drüber, auch das wird sich irgendwann geben!

  3. Susi sagt

    Da ist einfach ein Familie . Ob es dir passt oder nicht. MEIN PARTNER – sehr besitzergreifend, oder ?
    Man kann nur aus allen Herzen heraus wünschen das diese Eltern , im Sinne ihrer Tochter, zusammen finden. Ein Kind hat ein Recht auf Familie und nicht so ein PatschWürg Mist.

    • leyla sagt

      „Mein Partner“ ist doch nicht besitzergreifend. Es ist ihr Partner. Genau das ist das Problem, dass stets von allen Seiten das in Frage gestellt wird. Stell dir die selbe Formulierung bei einem Paar vor, bei dem es keine Stieffamilie im Anhang gibt. Manchmal frage ich mich, ob wir noch im Mittelalter leben.

  4. Andrea9010 sagt

    Hallo,

    Lese hier gespannt mit . Bei mir geht es auch ums loslassen , obwohl ich hoffe das ich meinen Ex Freund wieder gewinnen kann. In einem Ratgeber, den Ich gefunden habe geht es um die Kontaktsperre. Man sollte also erstmal den Kontakt zum Ex abbrechen und dann daran arbeiten Ihn wieder zurück zu gewinnen. Allerdings ist es bei mir auch so , das er sehr viel Kontakt zu seiner Ex hat und ich mir nicht sicher bin ob ich ihm durch meine Kontaktsperre an seine Ex verliere. Ich habe sehr viel Angst davor. Auf der anderen Seite aber wieder auch Angst Ihn zu sehr unter Druck zu setzen :-/

  5. annette sagt

    Ich nehme nochmal Bezug auf einige Dinge, die ihr geschrieben habt:

    …dass es faszinierend sei, dass ich mich so zurück ziehen könne…
    Bei mir ist das nicht immer so gewesen und reine Überlebensstrategie gewesen (hat also weniger mit „können“, mehr mit „müssen“ zu tun).. Ich bin seit 14 Jahren mit meinem Partner zusammen – wir haben auch eine gemeinsame Tochter neben meiner großen Tochter und seinen 3 Kindern aus der Ehe. Meinem Erleben nach lebt die Ex-Frau meines Partners nach dem Motto „wer nicht für mich ist, ist gegen mich“. Da ich nach langer Zeit „Mitspielens“, um sie nicht „aufzubringen“, dann doch irgendwann meine Grenzen zog, hatte ich konsequenterweise dann eine „Feindin“. Ich weiß, dass es zu so etwas nicht zwingend 2 Personen braucht. Ich dachte bis dahin immer, man kann alles mit gutem Willen und Reden miteinander hinbekommen – vor allem, wenn die Kidner da mitten drin stecken. War ein Irrtum. Ich weiß, wie es sich anfühlt, über Jahre wie eine Aussätzige/Feindin beahndelt zu werden. Ich weiß, wie es sich anfühlt, zu sehen, zu erleben, wie die Kinder manipuliert werden, in den Loyalitätskonflikt getrieben werden. Und ich weiß, wie es sich anfühlt, nichts wirklich tun zu können.
    Mein Rat des Rückzugs hat nichts damit zu tun, irgendetwas bei der Ex-Frau zu bewirken. Er hat nur etwas damit zu tun, auf sich selbst zu achten, was einem gut tut. Dies kann (muss nicht!) Auswirkung (hoffentlich positive) auf gewisse Dynamiken im Umgang zwischen Ex und Mann haben, sollte aber nicht die eigentliche Motivation für Handeln sein.

    Und nochmal zu den abendlichen Nachrichten und den eigentlichen bzw. vermuteten Motiven der Ex: Klar darf mich das nerven…. Frage: Warum nervt es mich denn überhaupt? Ich habe festgestellt, dass mich in der Regel die Reaktion meines Partners nervt, der diesen Nachrichten soviel Raum gibt.
    Es hat sich ja ohnehin eingebürgert, dass das Handy immer nah bei liegt, Nachrichten sofort gelesen und möglichst auch beantwortet werden müssen….
    Mich persönlich würde es auch nerven, wenn andere Personen ständig ihren Raum von meinem Partner erhalten zu einer Zeit, wo ich mir seine Aufmerksamkeit wünsche.
    Warum nicht Abends das Handy weg legen und lautlos schalten – und die Paarzeit/Feierabend genießen?

    Die Motive der Ex-Frau können verschiedener Natur sein. Könnte tatsächlich sein, dass sie seine Aufmerksamkeit nur fürs Ego braucht – und ihn nicht wirklich zurück will. Oder ihn tatsächlich zurück will.
    Ja, auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir Frauen sensibler für die Motive zwischen den Zeilen sind als die Männer.
    Aber was passiert eigentlich, wenn der Mann das nicht sofort (oder gar nicht) schnallt? Warum ist unser Drang so groß, ihm behilflich zu sein „zu sehen“. Wer verliert was, wenn wir nicht eingreifen?
    Mal ehrlich….

  6. Kerstin sagt

    Ich denke mal, dass das eigentlich ein reines ausloten der Chancen darstellt.
    „Wenn ich wollen würde, würde ich ihn zurück bekommen???“

    Wir hatten und haben bei uns ja viele „kranke Phasen“ durch…… u.a. erinnere ich mich dran, wie sie demonstrativ bei einem Abholwochenende neue Reizwäsche „unauffällig“ aufs Sofa drapiert hatte (jo – mach ich auch immer so, mit 2 Kindern im Haus….).

    Sie wird ihn nicht zurück haben wollen, aber vor den Freundinnen macht sich das viel besser, wenn man sagen kann, dass man den kleinen Ex-Wurm jederzeit hätte zurück bekommen können, aber natürlich WILL man den ja gar nicht mehr…. Tja, da hat er halt Pech und muss mit seiner „neuen“ Freundin ja wohl oder übel vorlieb nehmen….. Da steht man doch in einem ganz anderen Licht da….

  7. Daniela sagt

    Liebe Annette,

    Ich glaube, wir liegen mit unseren Meinungen gar nicht so weit auseinander.
    In der Tat habe ich Pola’s Situation kein bisschen auf mich bezogen. Ich hege keine diesbezüglichen Ängste – im Gegenteil hätte ich mir damals sogar mehr, bessere Kommunikation zwischen Ex und meinem Mann gewünscht, damit die Kinder es einfacher gehabt hätten. Was meinen Kommentar betrifft, so habe ich einfach versucht, mich in Pola’s Situation und ihre Gedankengänge zu versetzen.

    Ich hatte Dich fälschlicherweise so verstanden, dass Pola sich vor der Ex „verstecken“ sollte (meintest Du ja gar nicht so extrem), um die Ex nicht zu provozieren bzw keine Projektionsfläche zu bieten. Leider habe ich aber festgestellt, dass man noch so unsichtbar sein kann, ja – der Ex noch niemals begegnet sein muss – und trotzdem wird gestichelt und negativ geredet, notfalls mit frei erfundenen Dingen. Ich dachte immer, dass zum Streiten 2 gehören, aber erstaunlicherweise stimmt das nicht immer. Insofern muss selbst ein völliges Zurücknehmen nicht unbedingt helfen.

    Klar soll Pola den Beiden ihren Freiraum für die Klärung geben – hatte ich ja auch geschrieben. Und natürlich nicht wie eine Klette in jeder anderen Situation an ihrem Mann hängen oder ihm dahingehend Vorschriften machen. Komisch, dass Du das bei mir herausgelesen hast.

    Nein, sie muss für sich situativ den besten Weg finden, ab wann sie sich eher ausgegrenzt fühlt, nicht dabei zu sein, und wann es ihr damit besser geht. Sie muss aber auch ein Stück weit lernen, immun gegen verletzende Äußerungen zu werden, sich nicht jeden Schuh anzuziehen.

    Grundsätzlich und pauschal jeden Kontakt zu vermeiden oder sich nicht mehr zu trauen, sich mit dem Partner in der Öffentlichkeit zu zeigen, könnte der Ex das Gefühl vermitteln, dass sie Erfolg damit hat, Pola so langsam aus der Partnerschaft oder der Familie zu verdrängen – mal überspitzt ausgedrückt, noch kann davon ja nicht die Rede sein. Aber wie gesagt, ein völliges Abtauchen hattest Du ja gar nicht gemeint. Kurz und gut: Es darf einfach nicht krampfig werden für Pola.

    Wieviel ihr Partner mit der Dame redet – seine Sache, ja. Ich weiss schließlich nicht, in welcher Intensität und Häufigkeit diese Aussprachen überhaupt stattfinden. Und wer will schon alle belastenden, inhaltlichen Details wissen?! Keiner.
    Wenn aber die wenige Zeit der gemeinsamen Abende oder Aktivitäten zunehmend darunter leiden würden, weil der Partner so in Beschlag genommen wird, betrifft es Pola durchaus. Eventuell versucht die Ex ja, auf diesem Wege einfach wieder mehr Zeit mit Pola’s Partner zu verbringen.
    Wie Pola und ihr Mann damit umgehen, steht auf einem anderen Blatt. Ich finde da auch, dass die Initiative von ihm selber gefragt ist und er dafür sorgen sollte, dass alles im Rahmen bleibt. Pola sollte jedoch mögliche Befürchtungen ihrerseits oder aufkommende Sorgen nicht in sich hineinfressen und vor dem Partner verstecken – das klappt nämlich auch nicht und führt nur zu anderweitigem Ärger. Ohnehin geht sie ja bisher sehr erwachsen und eben nicht eifersüchtig damit um.

    Warum ich schrieb, dass Pola „wachsam“ gegenüber der Exfrau sein sollte? Gebe zu, dass das komisch klingt 🙂 Hm, wie erkläre ich das…. also, ich finde, dass Männer manchmal etwas naiv sein können und diese Spielchen (sofern es denn nun tatsächlich solche sind) ganz oft nicht wirklich odet viel zu spät als solche erkennen. Sprich der Mann freut sich vielleicht einfach, dass die Ex jetzt scheinbar so nett und umgänglich ist und meint, er wäre auf einem guten Weg für die Scheidung, merkt aber nicht, dass sie Pola ganz anders behandelt und vielleicht noch andere Ziele verfolgt.
    Wie Pola ihm das dann vermitteln könnte, ohne übergriffig zu sein, ist natürlich eine andere Frage….

    Ich verstehe aber Deinen Punkt. Warum wachsam sein, wenn doch eigentlich alles super ist: Ihr Mann steht voll zu ihr, sie ist nicht eifersüchtig etc. Dennoch hat sie hier ihren Beitrag veröffentlicht und sich an uns gewandt – irgendetwas an der Situation beunruhigt Pola, sonst würde sich sich nicht so viele Gedanken um die Ex und ihr Verhalten machen. Es wäre ihr mehr oder weniger völlig egal. Hm, das ist schon etwas widersprüchlich.

    Sonnige Grüße
    Daniela

  8. Daniela sagt

    Liebe Pola,

    gegen die Missachtung dieser Frau kannst Du leider gar nichts tun – die ist einfach da, egal, wie vorbildlich Du Dich verhälst. Weil sie Dich einfach verachten will.
    Ich finde nicht, dass Du Dich völlig gegenüber der Ex zurückziehen solltest. Klar muss den beiden Gelegenheit gegeben werden, ihre Dinge zu regeln – in dem dafür erforderlichen Rahmen (und dabei dachte ich nicht an romantische Abendessen bei Kerzenlicht. 😉 ) Aber es ist völlig ok zu anderen Gelegenheiten auch der Ex gegenüber als Paar aufzutreten.
    Außerdem stellt sich für mich durchaus die Frage, in welchem Umfang diese Kommunikation zwischen den Beiden notwendigerweise zu erfolgen hat. Allabendliches Telefonieren, Chatten oder Mailen fände ich persönlich ziemlich grenzwertig – soooo viel zu klären kann da nach 4 Jahren Trennung auf einmal doch nicht mehr sein? Wobei ich mich schon frage, wieso sich das so lange hinzieht. Eigentlich genügt doch ein Trennungsjahr? Hat sich Dein Lebensgefährte möglicherweise doch noch nicht ganz von ihr gelöst und zögerte bis vor kurzem, den letzten Schritt zu tun?
    Jedenfalls ist es meiner Ansicht nach offensichtlich, dass sie ihn… zurück will. Was soll sonst dieses Gerede von den „guten, alten Zeiten“? Sie will frühere Gefühle wecken… nach dem Motto: „es war doch mal so toll zwischen uns“. „Wir sind doch eine Familie“. Klar, das fällt ihr zufällig erst jetzt alles auf.
    Wenn sie generell Frieden mit Euch wollen würde, ein gutes Miteinander, dann wäre sie ja auch zu Dir freundlich, nicht nur zu ihm.
    Nein, leider klingt das nach dem Versuch, in letzter Sekunde das Ruder rum zu reißen.
    Ich bewundere Dich da für Deine Gelassenheit und bin froh, dass Dein Partner keinen Zweifel lässt, dass er zu Dir steht.

    Bleib aber trotzdem auch ein bisschen wachsam… und präsent!

    Lieben Gruß
    Daniela

    • annette sagt

      Liebe Daniela,
      deine aus deinen Zeilen sprechenden eigenen Ängste kann ich gut verstehen – kenne ich sie doch auch.

      Ich glaube jedoch – weil gute Erfahrungen damit gemacht -, dass „Loslassen“ das heilsamere Konzept fürs eigene Wohlbefinden ist.

      Frage: Warum sollte sie wachsam sein, wenn sie ihrem Partner vertraut? Traut sie (oder du) dem Anderen nicht zu, seine Grenzen zu setzen? Oder geht es eher darum, dass er IHRE Grenzen durchsetzen soll? Denn wer stört sich hier gerade an den abendlichen Nachrichten? Soll sie doch…je weniger Pola sagt, umso eher wird es ihrem Partner auf den Senkel gehen. Er soll doch nicht Polas Tanzbär sein, sondern „darf“ selbst merken und entscheiden

      Und präsent sein, „um sich als Paar zu präsentieren“…ja, habe ich auch mal gedacht – und mich damit dermaßen vielen Unsicherheiten und Sticheleien ausgesetzt, dass es mir schlicht nicht gut tat. Und wofür war ich nun präsent?

      Vielleicht versteht auch jeder etwas anderes darunter, wenn ich sage „etwas zurück treten“. Es heißt ja nicht, sich zu verstecken. Aber vielleicht mal überprüfen, in wie vielen Situationen trete ich an seiner Seite auf „Um der Ex zu zeigen, wir sind ein Paar“ – zum Beispiel „Kinder abholen“ etc… Mehr auf sich schauen, was tut mir gut? Und den Rest lassen.

      Glaube mir, ich habe die Prozesse alle hinter mir – und weiß, welche Anteile ich selbst an so mancher Situation hatte. Genauso wie ich nicht perfekt bin, ist die Ex nicht perfekt und folgt einem Drehbuch. Wer sagt, dass sie nach einem Trennungsjahr „durch“ sein MUSS?

      Es hilft ungemein, gut für sich selbst zu sorgen – und sich selbst dabei natürlich die Wichtigste zu sein – sich aber gleichzeitig bewusst zu machen, dass man im Gesamtkontext nicht soooo wichtig ist.

      Herzlichst
      Annette

      • Liebe Annette,

        ich finde es faszinierend, wenn Du Dich so zurückziehen kannst. Genauso, wie ich die Haltung von Pola schon sehr beachtenswert finde. Wobei Du mit manchen Dingen Recht hast. Ich habe eine Zeit lang auch den kleinen jedesmal mit weggebracht, weil er es gerne so wollte. Allerdings hat es mir nicht gut getan, da ich mich immer wieder über die Mutter geärgert habe (war z.B. zum ausgemachten Zeitpunkt nicht da oder ähnliches). Irgendwann hatte sie dann einen neuen Freund und mein Mann meinte, ich solle besser Zuhause bleiben. Warum genau konnte oder wollte er mir nicht sagen, aber er meinte, es wäre besser. Jedenfalls bin ich seitdem nicht mehr mitgefahren und auch wenn ich mich anfangs gefragt habe was denn da wohl los ist, ist es für mich inzwischen gut so.
        Allerdings kann ich es auch hassen, wenn abends bzw. am Wochenende irgendwelche Nachrichten von der KM kommen, aber auch das hat sich in den letzten Monaten stark reduziert. Mein Mann erzählt mir auch, was in den Nachrichten steht oder gibt sie mir zu lesen, was ich gut finde. Zum einen fürs Vertrauen, zu anderen weil wir uns dann auch darüber austauschen können. Ich merke doch schließlich auch, wenn ihn etwas beschäftigt und das hat dann für mich auch etwas mit Interesse an meinem Mann zu tun.

        Klar gibt es gewisse Sachen besprochen werden müssen, aber bei einem gemeinsamen Essen? Da würden bei mir auch Alarmglocken läuten. Mal abgesehen davon, dass mein Mann das ganz klar ablehnen würde. Bei nem Kaffee ok, aber mehr…
        Und wir treten auch als Paar auf. Schließlich sind wir eine Familie, was mein Mann und seine Ex jedenfalls rechtlich nie waren. Zur Einschulung seines Sohnes im letzten Jahr beispielsweise. Ich wußte auch im Vorfeld, dass das nicht leicht werden würde und wir hatten auch beide absolut keine Lust auf diese Veranstaltung. Aber was tut man nicht für das Kind. Ich habe meinem Mann die Wahl gelassen zu sagen, ob ich ihn begleiten soll oder nicht und er wollte, dass ich dabei bin. Ich glaube auch, dass es richtig war, obwohl es schon hart war.

        Also, ich denke Patentrezepte gibt es eh nicht und jeder muß den Weg finden, der für ihn bzw. sie richtig ist, aber ich denke auch Pola ist da schon ziemlich weit, da es keine Eifersucht ihrerseits gibt und ihr Freund auch voll hinter ihr steht. Und das Andere wird sich auch von sich aus regeln. Vor allem wenn der Mann seiner Ex zu verstehen gibt, dass sie keine Chance mehr bei ihm hat.

        LG Stephi

  9. annette sagt

    Liebe Pola,
    ja, damit bist du wahrlich nicht allein – und ich habe kein Patentrezept..leider.

    Allerdings ein paar Lösungsansätze, die zumindest mir auf Dauer geholfen haben:

    Du selbst solltest, soweit wie es irgend geht, aus der Schusslinie heraus. Das wird sich natürlich nie ganz vermeiden lassen, vor allem an den Stellen, wo das Kind die Schnittstelle ist. Aber alle anderen Bereiche, wo ihr Berührungspunkte habt, solltest du meiden.
    Bedenke: Letztendlich geht es nicht um dich als Person – du bist einfach da und das allein genügt, um eine wunderbare Projektionsfläche abzugeben. Daher: Biete diese Fläche nicht mehr.

    Ich weiß natürlich nicht, wie ihr euer Leben konkret gestaltet, an welchen Stellschrauben du daher Möglichkeiten hast zu drehen. Aber bei genauem Hinsehen wirst du sie finden. Ich habe damals gemerkt, wie schwer es mir anfangs fiel, Kontrolle abzugeben – nicht mehr genau zu wissen, was sich auf manchen Ebenen mit der Ex abspielte…gefühlt in den Hintergrund zu treten, nicht mehr so präsent zu sein. Aber genau das waren die Ansatzpunkte – und mir hat es auch sehr den Spiegel vorgehalten, wo ich vielleicht in diesem Konstrukt ZU präsent war.

    Entscheidend war auch fürs eigene Gefühl: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Es liest sich für mich so, dass dein Partner dir die Nachrichten seiner Ex zu lesen gibt. Ich schätze, das sollen vertrauenbildende Maßnahmen sein. Besser wäre, wenn du für dich entscheidest, diese Nachrichten nicht mehr zu lesen. Wichtige (sachliche) Infos wie „wir treffen uns zum Essen, um über Tochters Entwicklung in der Schule in Ruhe zu sprechen“ sind dann das einzige, was er dir mitteilen sollte.

    Sie ist SEINE Ex, die Mutter seiner Tochter. Aus diesem Beziehungsgeflecht solltest du dich komplett heraushalten, umso „freier“ kann dein Partner einen Weg mit ihr finden. Wenn du aufgrund der Sticheleien und anderer Dinge verletzt und verunsichert und genervt bist, fängt er schon an, zwischen den Stühlen zu sitzen – dich so zu erleben, will er bestimmt nicht – aber „vom Hof jagen“ kann er sie ja auch nicht.

    Meine 2 ct dazu…

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