Partnerschaft & Zweite Familie, Politik
Kommentare 14

Wo bleibt die zweite Familie?

zweite Familie Stiefmutterblog

Manchmal stellen mir Stiefmütter Fragen bei Facebook. Meist geht es dabei um eine kurze Auskunft, es bleibt beim einmaligen Kontakt. In diesem Fall aber entwickelte sich eine Unterhaltung daraus, deren Verlauf mich immer wütender macht. Nicht wütend auf die Stiefmutter, aber wütend auf ein System, was die zweite Familie einfach nicht sehen will.

Eine Frage von Lena

So war es letzte Woche. Ich bekam eine PN mit dem Wortlaut: „Wie ist das mit Unterhalt? Ich bin zur Zeit die Alleinverdienerin, mein Mann Mario ist nach wie vor in der Ausbildung und verdient weit unter dem Selbstbehalt. Ich habe drei Kinder, eins davon mit ihm. Für meine Kinder bekomme ich keinen Unterhalt. Er hat zwei Kinder aus seiner ersten Ehe. Muss ich dann quasi für seine Kinder mit aufkommen“?

Eine Unterhaltung begann, in deren Verlauf herauskam, dass ihr drittes Kind behindert ist, viel Betreuung braucht. Vollzeit zu arbeiten gelingt ihr nur durch einen sehr strengen Tagesablauf, bei dem die beiden anderen Kinder sehr zurückstecken müssen. Nicht nur ein Problem der Alleinerziehenden, auch ein Zweite Familie Klassiker.

Lenas Mann ist in der Umschulung

Leider kann ihr Mann sie nicht wirklich unterstützen, da er in der Umschulung ebenfalls Vollzeit beschäftigt ist. Vor der Umschulung war er in ALG2 Bezug. Die Zeiten, in denen er als Handwerker gut verdient hat sind seit einem Unfall vorbei. 2010 hatte er einen Sportunfall und zog sich dabei einen Trümmerbruch des Sprunggelenks zu. Schweres körperliches Arbeiten war nicht mehr möglich. Er verlor seinen Job. Dann kamen Spätfolgen hinzu, Arthrose im Sprunggelenk und durch seine Schonhaltung ein Beckenschiefstand. Mario schult jetzt auf einen körperlich weniger fordernden Job um, musste die Umschulung aber schon zweimal unterbrechen wegen seiner körperlichen und psychischen Verfassung. Immer hat Lena ihn aufgefangen und das sei teilweise schlimmer als die Pflege eines Kindes.

Der Titel frisst die zweite Familie auf

Lena bestreitet von ihrem Job den Familienunterhalt. Mario verdient in der Umschulung 658 Euro. Davon muss zunächst einmal der Titel für seine Kinder aus erster Ehe bedient werden. 111 Euro zahlt er da. Somit bleiben ihm zum Leben und für sein drittes Kind 547 Euro. Lena verdient als Verkäuferin 8,50 Euro die Stunde. Die Warmmiete der Wohnung beträgt schon 710 Euro. Von einem Leben in Saus und Braus ist diese zweite Familie eit entfernt.

Lena und Mario hatten auf Aussetzung des Titels geklagt, sind aber nicht durch gekommen. „Unsere Situation war der Richterin egal. Wir haben sogar Beschwerde am Oberlandesgericht eingereicht, sind dort auch gescheitert. Die Richter sind der Auffassung, dass Mario viel mehr verdienen kann als Handwerker und akzeptieren nicht, dass er aufgrund seines Unfalls gar nicht mehr als Handwerker arbeiten darf. Er solle sich zwei Jobs suchen, zusätzlich zur Umschulung, die er ausführen könne, um den Unterhalt zu gewährleisten“.

Die zweite Familie ist dem Staat egal

„Für unsere Situation interessiert sich niemand. Es geht nur um die erste Familie. Dort verdient ein Stiefvater gutes Geld und hat keine Kinder aus erster Ehe zu versorgen. Hier wird meinem Mann abverlangt, einen Zweitjob zu nehmen. Trotz gesundheitlicher Probleme und trotz der Tatsache, dass unser gemeinsames Kind behindert ist. Wenn ich als Verkäuferin Spätdienst habe, muss mein Mann sich um ihn kümmern. Einen Babysitter können wir uns doch gar nicht leisten. Er kann dann nicht auch noch einen zweiten Job machen.

Ich frage mich wirklich, was der Staat eigentlich von uns will. Will der Staat, dass ich, als Alleinverdienerin mit drei Kindern, seine Kinder finanziell unterstütze? Muss ich die Interessen seiner Kinder über die Interessen meiner Kinder stellen? Will der Staat das wirklich? Dann verlangt der Staat, dass meine zweite Familie scheitert. Ich gebe seinen Kindern ja, wenn sie hier sind, bereits Naturalunterhalt. Ich kann nicht noch Geld zahlen. Seine Ex arbeitet übrigens nicht. Dort verlangt es auch niemand. Ich bin echt verzweifelt.

P.S. Ich bekomme übrigens keinen Unterhalt für die beiden Kinder von meinem Ex. Das stemme ich auch von meinem Verkäufergehalt. Auch das interessiert niemanden. Als Alleinerziehende war mein Leben einfacher“


Bitte E-Mail mit Stichwort „Zweite Familie“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Martin Vorel, Stocksnap

14 Kommentare

  1. Klaus sagt

    Das staatlich verordnete Prinzip, das finanziell auf Kante genähte Mütter und Väter keine materielle Grundlage für eine zweite Chance zum Familienglück haben, habe ich schon vor Jahren verstanden.
    Kritische Stimmen meinen auch, das führe sonst zur ungehemmten Fortpflanzung und zum Erstarken des Hartz IV Adels.
    Fakt ist, das Deutschland Unterhaltszahler braucht und keine Eltern. Das kann man bei den jüngsten Äußerungen von Maas, Schwesig und Gabriel prima nachlesen. Erziehung (Fremdbetreuung) ist Staatsaufgabe (KiTa, Hort). Der Erwerbsarbeit hat sich alles unterzuordnen. Nach spätestens drei Jahren am Kinderbett nimmt Mutter wieder die Schippe in die Hand und tritt auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zum Vater, was den Lohnpreis wieder nach unten drückt. Dann arbeiten beide zusammen für das Geld, was vorher einer alleine verdient hat.
    Bei den gegenwärtigen Zuständen im Familienrecht ist es schon fast verantwortungslos, als Durchschnittsverdiener, als Lohnabhängiger, ohne nennenswerten Vermögensstamm, an weiteren Nachwuchs zu denken.
    Ich habe in Vollzeit etwa 45.000 Euro im Jahr Brutto und nach Abzug von Kindesunterhalt für eine Mehrkindfamilie und Miete habe ich so viel übrig wie ein Erwerbsloser, der sich einen 100er anrechnungsfrei hinzuverdienen darf. Apropo Erwerbslos. Seit fünf Jahren muß ich auch noch über Hartz IV aufstocken, weil ich sonst nicht mal was im Kühlschrank für die Kinder hätte, die etwa 100 Tage im Jahr bei mir sind. Es liegt auf der Hand, daß ich einer Frau die Büchse der Pandora öffne, wenn die bei mir einzieht oder ich bei ihr. Die steckt man plötzlich sozialrechtlich oder unterhaltsrechtlich in der Sippenhaft.
    Wenn ich mal eine Frau näher kennenlerne, dann vermittele ich ihr das auch immer ganz deutlich, was das für sie bedeutet, bzw. bedeuten könnte. In der Regel ist das dann auch das letzte Gespräch, was ich mit der Frau führe. Ich habe ja nix dagegen, zu meiner Verantwortung zu stehen und das Rollenmodel des Alleinernährers fortzuleben. Aber das symbolische Schinkenbutterbrot und das Hemd am Leibe sollte man mir schon lassen. Die Eltern mit immer größeren Alimentierungsansprüchen langfristig zu Sozialfällen zu machen, ist respektlos. Ironischerweise ist erst mit all den Forderungen nach Geld dort Schluß, wo dann endlich alle in den Schoß der Grundsicherung gefallen sind.

    Wer unterhaltsrechtlich übergebührlich in Anspruch genommen wird, dem kann ich nur raten, da keine falsche Scham zu haben und den Staat daran teilhaben zu lassen. Da stockt man dann über das Jobcenter das Familienbudget wieder auf, weil titulierter Unterhalt auf Leistungen nach dem SGB II nicht angerechnet wird. Damit erzeugt man auch einen Kostendruck, den die Administration wahrnimmt.
    Das dies wahrgenommen wird, schlägt sich auch in den Empfehlungen der Fachkommissionen bei den regelmässig stattfindenden Familiengerichtstagen in Brühl nieder:

    „Werden ein Wohnvorteil oder ein Sachbezug (Dienstwagen) als Einkommenspositionen angesetzt, müssen dem Pflichtigen mindestens die nach dem SGB II gewährten Barbeträge als liquide Mittel verbleiben.“

    und

    „Beim Kindesunterhalt orientiert sich dieser Betrag an dem Einkommen, welches einem Empfänger von Sozialleistungen zumindest zur Verfügung steht (notwendiger Unterhalt). Der Unterhaltspflichtige darf durch die Unterhaltszahlung nicht selbst auf ergänzende Leistungen der Sozialhilfe angewiesen sein. “ (sic!)

    Das ignorieren die Familienrichter, die den Unterhalt festsetzen, in der Praxis aber regelmässig und gekonnt. Das Ergebnis muß dann der Sozialdezernent der Kommune ausbaden, in der der Pflichtige wohnt. Das ist den Richtern aber egal, weil es ihnen vermutlich zu anstrengend ist, sich auch noch in das Sozialrecht einzuarbeiten.

    Und Erziehungsarbeit hat nach Auffassung der Richter auch keinerlei messbaren wirtschaftlichen Wert:

    Hier beschließt ein OLG, das der Vater für Unterhalt am Wochenende noch mehr Stunden kloppen muß und Umgangsvereinbarungen mit anderen Elternteilen dahinter anzustehen haben. So viel zum justiziablen Verständnis an Familiengerichten zum Thema Artikel 6 Abs. 1 und Artikel 3 des Grundgesetzes.

    Unterhalt wichtiger als Kindeswohl. Ein Urteil vom OLG Koblenz

    https://www.fischundfleisch.com/thomas-f…lenz-16876

  2. DAS zu lesen macht mich sprachlos…Und es macht mir noch mehr Angst. Mein Partner hat ein Kind aus erster Ehe,wir sind nicht verheiratet da er Angst hat das ich dann „verpflichtet“ werde. Aber ich habe auch schon von genug Fällen gehört wo es keine Rolle spielte und man als Stiefmutter trotzdem die angears…war,auch ohne Ehe!
    Ich versuche mich nicht stets und ständig verrückt zu machen und sage mir immer wieder “ wir schaffen das und ziehen an einem Strang“! Aber dennoch kommen oft „Magenschmerzen“ auf. Wir wollen uns eine größere gemeinsame Wohnung nehmen da wir gern ein gemeinsames Kind hätten (ein eigenes Kind habe ich nicht) und auch sein Sohn soll bei uns natürlich endlich sein eigenes Reich,einen Rückzugsort bekommen. Mein Partner verdient nicht viel und wird auf Grund einer Erkrankung höchstwahrscheinlich eine Umschulung machen müssen. Und an mir wird durch seine Erkrankungen früher oder später auch vieles hängen bleiben. Da brodelt in mir oft die Frage: Was wird da finanziell alles auf uns zukommen?
    Ich befürchte das ich ihm,auch ohne Ehe,zu einem „Taschengeld“ verpflichtet werde,welches an die erste Familie geht. Und ich sehe mich da in folgender Situation: Ich muss hauptsächlich für unsere Familie allein aufkommen.Sprich für sein Kind,unser gemeinsames und uns beide. Während seine Ex selbstständig ist und „nur“ sich und 1 Kind finanzieren muss und keine 4-köpfige Familie. Und ich habe mich schon so oft gefragt (bei dem was man hier ihm Blog so liest) : Wer denkt an die Kinder der „neuen“ Familie und an die neuen Partner? Das es Trennungskinder nicht immer leicht haben ist klar.Das diese nicht leiden sollen…Es ihnen finanziell etc. an nichts fehlen soll…klar. Aber wo bitte interessiert es diesen Staat ob es einem neuen Kind an etwas fehlt bzw gut geht. Allein von Luft und Liebe kann dieses genauso wenig leben wie das Kind aus erster Familie.
    Meinem Stiefsohn wird es nie an etwas mangeln…Weder an Kleidung,Nahrung,Spielzeug…Bildung usw. Er hat das Glück in den Sommerferien mehrfach in den Urlaub fahren zu können…
    Es soll ihm natürlich auch an nichts wichtigen mangeln. Aber wo ist bitte der Staat in bestimmten bzw besonderen Fällen. Wenn dem neuen kind ein Mangel droht?Warum wird da nicht differenziert und genauer hingeschaut frage ich mich.

    • Liebe Anna!
      Ich verstehe deine Gedanken. Genau das ist was mir Kopfzerbrechen verursacht.
      1 ehe und daraus Kinder stehen auf ein Mauerwerk. Alles was danach kommt ist zweitrangig.
      Das macht einen wütend.
      Staat streitet darüber wie man Väter allgemein zur Verantwortung und noch mehr Unterhalt zieht! Aber keine schaut hin was ist mit Väter, Zweitfamilien passiert und die Ex ’s haben high life.
      Mütter mit Kind die von Exehemänner leben haben Persil Schein . Warum schaut man nicht hin genau. Welche Standard und Kosten zu bewältigen haben und vorallem auch ex’S müssen auf Eigenverantwortlichkeit gezwungen werden. Alle zweitfrauen und Mütter ohne Zuschuss der Vätern müssen das selbstverständlich tun.
      Ich darf nicht mehr hier lesen denn ich drehe im Kreis und man denkt soviel nach dass man vom Angst garnicht leben kann.
      Bei mir ist das schon so dass wir nicht heiraten weil… Keine Kinder haben weil…. Wie es mir und mein Partner geht dabei kann man nur Waage vorstellen . Dabei sind wir länger zusammen als er verheiratet war.

      Traurig und entmutigend.
      Ich wünsche allen von uns Glück in allen Belangen

  3. Maria sagt

    Liebe Lena,

    Ich habe ein SG Urteil gesehen in dem auch Stiefväter an Unterhalt herangezogen werden können. D.h.der gut verdienender Stiefvater müsste evtl. mit aufkommen auf Dauer der Umschulung zumindest.
    Evtl . RA konsultieren. Diesbezüglich . Das is was ich gefunden habe.

    „Verschärfend wirkt sich die sozialrechtliche Regelung des § 7 Abs.3 Ziff.4 SGB II aus. Danach gehören die unverheirateten Kinder eines Ehegatten mit zur Bedarfsgemeinschaft bei der Berechnung des ALG II. Dieses führt dazu, dass der Bedarf der Eltern und aller Kinder berechnet wird und dem das erzielte Einkommen der Eltern gegenübergestellt wird. Im Ergebnis führt dieses dazu, dass der neu hinzugekommene Stiefvater mit seinem Einkommen auch für den Unterhalt der Stiefkinder mit aufkommen muss, wenn der leibliche Vater nicht zahlt.

    • annette sagt

      Meiner Erfahrung nach ist hier entscheidend; „…, wenn der leibliche Vater nicht zahlt.“

      Er zahlt aber. Das „wie“ ist nicht entscheidend. Er (bzw. die Stiefmutter) macht es möglich – also ist doch alles „tutti paletti“. (Vorsicht Ironie)

  4. Daka sagt

    Liebe Lena,

    es ist traurig und schockierend das zu Lesen, vor allem dass die Gerichte sich nicht die komplette Lebenssituation anschauen. Unabhängig von den Gerichten, ist es vor allem aber auch traurig, dass die Ex nicht – wenigstens für die Zeit der Umschulung – freiwillig auf den Unterhalt verzichtet.
    Warum bekommst du keinen Unterhalt für deine beiden Kinder? Wenn der Vater kein Geld hat, müsste doch der Staat den Unterhaltsvorschuss zahlen? Ich weiß, das ist ganz sicher kein schöner Weg, aber vielleicht solltest auch du, bei dem Vater deiner Kinder den Unterhalt einfordern – und wenn nötig einklagen – damit ihr zumindest minimal eine Entspannung der Situation hin bekommt? Ich würde vermutlich auch lieber auf Unterhalt verzichten als eine Klage anzuzetteln, aber wenn eure zweite Familie existenziell bedroht ist, solltest du das auf jeden Fall in Erwägung ziehen!
    Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Kraft.

  5. annette sagt

    Habe ich sehr ähnlich so erlebt mit Mann (wie sind nicht mal verheiratet), der große gesundheitliche Probleme hat und deshalb Stunden reduziert hatte. Dann kam unsere gemeinsame Tochter…Ist einige Jahre her. Ich habe damals mit 2 Jobs 7 Tage/Woche gearbeitet, um diese Familie über Wasser zu halten. Wir haben es vor Gericht ähnlich wie oben beschrieben erfahren – nie in meinem Leben war ich so fassungslos, als er dann sogar noch rückwirkend 5.000€ nachzahlen sollte. Für mein großes Kind aus früherer Beziehung bekam ich auch überhaupt keinen Unterhalt.
    Wir haben die Jahre nur finanziell überstanden mit Schulden machen und Hilfe aus dem familiären Umfeld.

    Das Gefühl der emotionalen Vergewaltigung durch den Staat hat mich nie ganz verlassen.

    • Kerstin sagt

      „Emotionale Vergewaltigung durch den Staat“ – das finde ich ja mal genial ausgedrückt.

      Einmal war ich so genervt, dass ich dann im Streit dem Gatten vorhielt, dass seine Kinder doch „nichts besseres sein könnten und das 4-fache Kosten würden, von dem, was ich für meine Kinder zur Verfügung habe“. Das das doch wirklich alles einfach nur krank ist.
      Und ganz paradoxer Weise war es dann auch so, dass ich für meine Kinder, nur einen Kindergeldzuschuss auf Widerruf bekommen HÄTTE. Denn da zählte plötzlich sein Einkommen (Selbständig), obwohl er meinen Jungs gegenüber theoretisch nicht zu Unterhalt verpflichtet ist. Fazit: „Hätte ER wider Erwarten nach geleistetem Unterhalt für seine 3 Kinder zu viel verdient, hätte ICH einen kompletten Jahreszuschuss zurückzahlen müssen!“ So dass ich auf die Gefahr hin lieber gleich „freiwillig“ verzichtet habe. Allein die ganzen Unterlagen, die ich vom Gatten einreichen musste inkl. erstellter Prognosen waren irre.
      In dem Moment fühlte ich mich wirklich wie „unterste Schublade“ und aller „letzte Klasse“ – für meine Kinder. Alle anderen kriegen natürlich brav ihren Unterhalt und wir kriegen vielleicht den Zusschuss, vielleicht zahlen wir den aber auch zurück, wenn wir nicht imstande sind jeden gezahlten Cent korrekt nach zu weisen und fahren uns dadurch selbst ins „Minus“. (weil ggf. Rückzahlung des Kindergeldzuschlags + trotzdem zu leistender Unterhalt).
      Mein Tag beginnt morgens um 5 Uhr. Ich habe einen eigenen Job, nach meiner Rückkehr (zwischen 14.30 Uhr und 16 Uhr) helfe ich dem Gatten noch im Betrieb. Mitunter zieht sich das auch bis 21 Uhr hin. Meine Jungs helfen entsprechend viel im Haushalt und bei der Tierversorgung, sind ggf. fürs Abendbrot bereiten zuständig.
      Und andere üben sich im fleißigen Nichtstun und haben genau so viel bzw. für die Kinder letztendlich sogar noch mehr Geld (und natürlich auch Zeit) zur Verfügung. Da fragt man sich mitunter schon, ob das der Stolz sein eigenes Leben selbständig zu finanzieren und nicht auf andere angewiesen zu sein alles einfach so wieder ausgleicht…. Spätestens wenn der Wecker erbarmungslos wieder um 5 Uhr zuschlägt.

  6. Maria sagt

    Das ist mal Schlag ins Gesicht . Da weiß man/ Frau am besten. Wenn als mann Kinder hast schaffe keine zweite Frau an. Aber wir Frauen können so oft wir wollen Männer tauschen Kinder haben mit ein wenig Glück sind wir versorgt.
    Finde es sehr ungerecht. Und bin sprachlos über die Gerichtsurteile! Was sind das für Richter ? Wo Leben sie den. Mir kommt schon jetzt die Freude auf, denn Ehegattenunterhalt läuft zum Ende des Jahres aus. Mein Partner ist auch Handwwerker wenn ihm was passiert muss ich alles Stämmen sogar ihre unterhalt . Sie arbeitet natürlich nicht wohnt mietfrei im Haus von ersten exmann ! Und sie hat schon eine neuen Partner der wohnt auch dort. Trotzdem bekommt sie monatlich 1000 Euro nur für sich von uns + kindesunterhalt. Leben in Saus und Braus . Mein Partner arbeitet als Handwerker 60-70 Stunden die Woche aber das ist ihr egal. Ach ja ganz vergessen das Kind muss ja auch auf private montesorri Schule. Mir kommt die Galle hoch bei so ein Irrsinn aber die Richter sind m schlimmsten.
    Bin voll dafür dass beide Seiten und lebensverhältnisse angesehen werden müssen und nicht pauschal urteilen.
    Wenn ich vorher wüsste was auf mich zukommt würde sagen Damen der Welt nimmt bitte keinen Mann der verheiratet war und Kind/ – er hat.
    Ärger sowohl seelisch als auch finanziell ein lebenslang.
    Schade dass es es so ist aber deutsche System lässt es zu. Okay man muss auch die Frauen erwähnen die alleine erziehen oder nichts bekommen auch keine unterstützung . In diesem Sinne durchhalten .

  7. Peter Hennings sagt

    (Nur) Alleinerziehende haben halt die größere Lobby (=Wähler) . Gerechtigkeit und Kindeswohl sind sind da unerheblich. Die Stiefmütter werden in den Sog der Diskriminierung der Zahlesel (Väter) mit reingezogen.

  8. Kerstin sagt

    Starke Stücke, ich habe auch schon so viel unfassbares erlebt, dass ich vor Wut schon geheult habe. Die Dinge sind oft einfach nur unfair und sehr ungerecht. Ich habe für meine Zwlinge nie einen Cent Unterhalt bekommen, war immer arbeiten. Und ja es gab auch harte Zeiten. Und wenn ich heute erlebe, wie andere permanent die Hand aufhalten und immer mehr raffen ohne selbst irgend etwas dafür zu tun, dann habe ich da manchmal schwer mit zu tun. Eine ist jetzt raus aus der Unterhalts Nummer, weil der Gatte es hat konsequent berechnen lassen als sie die Schule kurz vorm Abi geschmissen hat. Die Frau vom Jugendamt sagte konsequent: Sie ist raus alle jüngeren Kinder gingen vor. sagt sie uns eiskalt: wie unfair einer muss mir ja Geld geben….. Tolle Einstellung, geh arbeiten….der Gatte hätte ewig weiter gezahlt, aber nicht für eine die ja offensichtlich keine Schule und Arbeit nötig hat. .

  9. Sternlein sagt

    Das macht mich sprachlos und fassungslos. Das ist so ungerecht und einseitig von der Justiz betrachtet.

  10. Prnny sagt

    Es ist schon ein Wahnsinn! Ich finde man sollte auch immer die neue Situation der Familie die den Unterhalt bezieht mit beurteilen.
    Es kann ja nicht sein das eine Familie am Existenz Minimum leben muss und die den Unterhalt beziehen in Saus und Braus leben.
    Warum kann der Staat nicht das gesamt Paket beurteilen !? Warum wird immer nur der zahlende gesehen ?
    Bei uns wird es auch darauf hinauslaufen ich kriege nicht viel Unterhalt aus meiner ersten Ehe aber wir müssen bald Unterhalt fürs zweite Kind zahlen von meinem Lebensgefährten . Und das wird mehr sein als ich Unterhalt für drei bekomme. Tja und ob wir klar kommen fragt auch keiner … Aber so ist das Leben ???

  11. Hut ab… Ich weiss Mitleid bringt niemanden weiter aber das ist schon ein starkes Stück….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.