Die neue Familie, Die Väter
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Vater, Stiefvater, entsorgter Vater

Vater Stiefvater entsorgter Vater

Ich heisse Thomas, bin noch 45 und entsorgter Vater, entsorgter Stiefvater und nun Wochenendpapa. In Personalunion. Doch der Reihe nach.

Von meiner Vaterschaft erfuhr ich per sms

Vor gut sechs Jahren wurde meine damalige Lebensgefährtin schwanger. Dummerweise gab es währenddessen Differenzen und sie trennte sich von mir. Es gab auch Fehler meinerseits, die Details sind unwichtig. Da wir aus verschiedenen Gründen über eine grössere Distanz lebten, habe ich versucht den Kontakt wenigstens per Telekommunikation ein wenig aufrecht zu erhalten. Das war nicht wirklich erfolgreich. Von der Geburt meines Sohnes wurde ich mittels SMS informiert.

Ich habe keine Adresse, keine Telefonnummer. Sehen konnte ich ihn noch nie. Die einzige Kontaktmöglichkeit für mich besteht per Email (ich nutzte sie zuletzt, als meine Mutter starb vor einigen Jahren. Die Antwort liess etwa 6 Wochen auf sich warten). Es gab auch mal zwei Telefonate. Aber da war er noch so klein, dass es keinen Sinn machte. Wie redet man mit einem fremden Jungen per Telefon, den man noch nie gesehen hat, den man nicht sehen kann und darf? Wenn man am Telefon lieber weinen als reden möchte? Innerlich habe ich schon vor einigen Jahren aufgegeben, auch wenn ich weiß, das da jemand ist, an den ich täglich denke. Irgendwann werde ich ihn mal sehen dürfen. Vielleicht.

Ich wurde Stiefvater – und erneut Vater

Das Leben geht aber weiter.  Ich ließ mich auf eine neue Frau ein, sie brachte zwei Kinder mit. Und so wurde ich Stiefvater. Ich versuchte, mich um diese zu kümmern. Um Fragen der Kinder auszuweichen verschwieg ich den eigenen Sohn den Kindern gegenüber. Meine Partnerin wusste Bescheid. Am Anfang war auch alles OK. Es kam sogar noch ein gemeinsames Kind. Doch dann änderte sich was.

Es war nur noch schwierig. Die Kinder sagten Mama, dass etwas zu reparieren sei. Die vergaß es mir zu sagen und ich, der Stiefvater, war der Buhmann, weil ich es nicht gemacht hatte. Die Kinder flüsterten mit ihr, während ich daneben saß. So laut, das ich natürlich mitbekam, was Sache war. Wenn ich sagte, dass ich das unhöflich fand… egal.

Regeln galten nur für mich, nicht für die Kinder

Im Wohnzimmer standen Dinge, die kaputt gehen können. Also war Ballspielen im Wohnzimmer verboten. Der Einzige, der sich daran hielt, war ich. So war es bei vielen Dingen. Ich regte mich auf, das die Kinder immer ihren Müll im Auto liegen ließen. Es wurde ignoriert. Drei gegen Einen. Das Auto ging kaputt, es war kein Geld für die Reparatur vorhanden. Warum nicht? Es war wichtiger 50 € mit den Kindern im Freizeitpark zu verprassen, als ein Ersatzteil zu für 30 € zu kaufen. Es war ja nur die Mechanik für die Fenster… also stand das Fenster über Wochen auch im Regen offen. Wenn ich was sagte wurde es ignoriert. Es sind Ihre Kinder. Basta! Ich durfte sie aber durch die Gegend kutschieren.

Mit dem gemeinsamen Zwerg war es ähnlich. Ich wickelte ihn, fütterte Ihn, nahm ihn mit, wo ich konnte. Dennoch war es IHRER. Der Spruch: „Er ist maximal der Erzeuger“ tat weh. Jedoch zeigte der Zwerg mir mit seinen wenigen Mitteln, das er mich mochte.

Irgendwann eskalierte die Situation. Ich war nur noch zum Arbeiten, Kinder kutschieren und zum Reparieren und Bauen irgendwelcher Sachen für sie zuständig. Wenn ich mir nur eine Zeitschrift zum Lesen holte, wurde ich schon schräg angesehen. Egal was die Kinder machten, wenn es mir nicht gefiel, war es mein Problem.

Die Hierarchie unserer Familie: Ich war der A… vom Dienst

Ich musste Rücksicht auf die Kinder nehmen, auch wenn ich sonntags von der Nachtschicht kam und tagsüber gerne ein paar Stunden schlafen wollte. Das Recht der Kinder, vor der Schlafzimmertür zu streiten, ging vor. Auch das Fernsehprogramm wurde von ihnen bestimmt, wenn ich mal etwas anderes sehen wollte – dumm gelaufen.

Meine Kraft verschwand, meine Nerven waren am Ende. Und nach einer ganzen Zeit des Mobbings konnte ich nur noch eines sagen: „Ich habe die Nase voll, ich gehe.“ Viel ist mir nicht geblieben. Ich habe kein Geld, das hat sie verbraucht. Bei der neuen Wohnung kam der erste Schock beim Energieversorger. Sie hatte 3500 € Stromschulden gemacht, aufgelaufen in 2 Jahren. WO WAR DIE KOHLE?

Aber das war nicht alles, bei dem sie mich hinterging. Seit Monaten war sie mit einem alten Freund zugange. Wollte wegziehen, in ein anderes Bundesland. Sie hat im Hintergrund also Spielchen getrieben. Und die Kinder waren eingeweiht. Die letzen Monate waren also bewusstes Mobbing. Ich zog die Notbremse und wies mich ins Krankenhaus ein.

Jetzt bin ich Wochenendpapa

Jetzt bin ich seit einem Jahr Wochenendpapa. Ich hole mir meinen Sohn, wann immer es Schicht und Kindergarten zulassen. Wir geniessen die Zeit und manchmal habe ich den Eindruck, das er es geniesst, weil er bei mir nicht mit seinen Halbgeschwistern streiten muss. Er kann machen was er will, wird nicht von ihnen benutzt. Hier ist er die einzige Nummer 1.

Mein Fazit: Als Vater war ich vor Gericht, Jugendamt und anderen Institutionen der letzte Dreck. Ein Gespräch in einem Satz zusammengefasst: „Sie sind der Vater, sie haben kein Recht ausser zu zahlen.“ Ich habe den Kontakt zu einigen Vätern hergestellt, die in ähnlichen und schlimmeren Situationen sind. Einige durften ihre Kinder seit Jahren nicht mehr sehen. Als Stiefvater ist es anders, schlimmer. In allen Fällen gilt eines: wenn man nicht zusammenarbeitet, egal ob es gemeinsame Kinder sind oder nicht, kann das nichts werden. Einer bleibt auf der Strecke. Und in der Regel ist es der Vater.

In vielen Fällen geht es soweit, dass man als Vater eines Kindes, das nicht mehr in der gleichen Wohnung lebt, durch die Ex Familie genauso eingespannt wird, wie vorher. Manchmal sogar schlimmer. Und manchmal… soll sich das Verhältnis danach auch bessern. Man kann sich ja nicht mehr täglich an die Gurgel gehen.

Für den Fall der Fälle habe ich Notfallpläne in der Schublade

Schön ist es, wenn man sich als Eltern zugunsten der Kinder irgendwie arrangiert. Aber was ist hinter den Kulissen? Ich werde mit meinem Zwerg möglichst nicht über bestimmte Dinge reden, die seine Mutter betreffen. Aber weiß ich, was sie tut? Ich weiß, dass viele Mütter ihre Kinder mit manipulativen Spielchen vom Vater entfremden. Solange bis ein Kind vom Papa nichts mehr wissen will.

Ich weiß, dass vielfach ein Krieg auf den Seelen (ich schreibe bewusst nicht Rücken) der Kinder ausgetragen wird. Ich versuche, das zu vermeiden. Aber weiß ich, was nach allem Vorgefallenen auf der anderen Seite abgeht? Nein. Ich bleibe wachsam und alarmbereit. Das geht soweit, das ich für den Fall, dass sie mit den Kindern von heute auf morgen wegzieht, sogar Alarmpläne in der Schublade liegen habe.

Man wird in solchen Fällen leicht paranoid. Beleuchtet jede Aktion des Gegenübers zunächst nach dem Motto: „Wie könnte es mir schaden?“, gefolgt von einem: „Wie kann ich es für mich einsetzen“ und dann irgendwann nach einem „Was könnte es sonst noch bedeuten?“ kommt erst das „OK“.

Die neue Beziehung

Ein großes Problem ist die neue Beziehung. Der neue Partner muss die alte Familie akzeptieren. Und manche können das nicht. Spannungen sind da vorprogrammiert. Als „entsorgter Vater“ oder auch als entsorgter Stiefvater ist man ein Zwischending zwischen Single und Familienvater. Man kann nicht mehr einfach wegen eines besseren Jobs oder einer neuen Beziehung die Stadt wechseln. Es hängt immer ein Stück Kind daran. Obwohl man keine Familie in dem Sinne mehr hat. Jede Entscheidung, die ein Single einfach so treffen könnte, ohne Rücksicht, ist bei mir auch eine Entscheidung, die das Kind betrifft. Auf der anderen Seite ist man in diesen Entscheidungen allein. Es gibt keinen Rückhalt in einer Familie. Auch die finanziellen Belastungen sind höher.

Würde ich wieder die Rolle des Stiefvaters übernehmen?  Es käme auf die Kinder an.
Würde ich wieder die Rolle des Vaters übernehmen? Jederzeit.
Würde ich mein Kind jemals im Stich lassen? NIEMALS!

Thomas


Wie geht Ihr damit um, wenn Ihr die Kinder nicht mehr sehen dürft? Wie habt Ihr das Problem in den Griff bekommen? Bitte E-Mail mit Stichwort „Vater, Stiefvater, entsorgter Vater“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

9 Kommentare

  1. Hallo Thomas
    Dein Bericht stimmt mich sehr traurig. Ich wünsche dir alles Gute mit deinem Kind. Glaube an eine neue Beziehung. Mit 45 kannst du schon noch mal eine Familie gründen und wer weiss, vielleicht findet sich ja eine Partnerin, die diesen Weg mit dir gehen möchte. Dann sei aber nicht misstrauisch ihr gegenüber! Sie ist eine andere, als deine Ex! Es sind nicht alle Frauen gleich!! Gib ihr eine Chance, indem sie DIE sein darf, die SIE ist! Kein Dauer-Argwöhnen! Das ist nämlich die Gefahr, wenn man mal so behandelt wurde. Ich wünsche dir, dass du nochmals einer Frau bedingungslos vertrauen kannst und dass ihr eine Familie gründen könnt, wenn das Euer beider Wunsch ist. Allerdings musst du damit rechnen, dass die Ex dann nochmals voll ihre Geschütze auffahren wird. Je besser sich dein Sohn mit deiner Freundin versteht, desto schlimmer. Es gibt Frauen, die sind zwar bestimmt nette Menschen, aber in der Beziehung zu Männern eben nicht. Versuch die Ex als Mutter deines Kindes zu schätzen, aber grenze dich ab vor den Handlungen, die mit dem Kind nichts zu tun haben. (ist manchmal schwierig herauszufinden, wo es ums Kind geht und wo es um Schikane geht- eine neue Partnerin wird das besser abschätzen können)
    Das Beste ist, dem Kind deine Qualitäten zu zeigen. Ich denke, es könnte schwierig werden, wenn du irgendwann eine Frau kennen lernst. Dann fühlt sich das Kind vielleicht von dir zurück gesetzt. Vielleicht nicht allzu überstürzen.. Und dem Kind halt erklären, dass du wieder einmal einen Erwachsenen an deiner Seite möchtest, und das mit der Liebe zu ihm nichts zu tun hat, dass du ihn immer lieb hast)

    Alles Liebe dir.

  2. Susanne Petermann sagt

    Liebe Susanne,
    eine Freundin von mir hat die gleiche (ähnliche) Geschichte wie Du. Vielleicht habt Ihr ja mal Lust, Euch kurz zu schließen.
    Herzlich,
    Susanne

  3. lilli819 sagt

    Ich finde es sehr schwierig mir hier ein Urteil zu bilden, finde es aber ein wenig voreilig hier den Schluss zu ziehen, dass Thomas grundsätzlich nur die Schuld bei sich suchen muss. Nicht bei sich, sondern bei seinem Muster der Partnerschaft. grundsätzlich ist nichts schlimmes daran, wenn jemand sich vielleicht nicht immer behaupten kann oder eben eher mal ja und Amen sagt, das sollte aber definitiv nicht immer der Fall sein. Aber umso wichtiger ist es da, einen Partner auf Augenhöhe zu haben der Dich so akzeptiert wie Du bist und ich denke da ist allein schon der Ursprung des Problems.

    Leider bekomme ich durch mein Umfeld, viele Freundinnen, die kürzlich Mutter geworden sind, mit, dass sich oft ein ähnliches Bild zeichnet; Die Mutter ist zu 100 Prozent für das Kind da und der Vater spielt eine Nebenrolle und hat nix zu melden. Sehr traurig heutzutage.

    Der Vater bekommt, selbst in „intakten“ Familien keine Chance, eine Beziehung zum Kind aufzubauen. Da wird Papa ständig das Kind aus der Hand gerissen weil es ein wenig quengelt oder Mama es ja eh besser kann und es dann schneller geht anstatt Papa mal selber lernen zu lassen mit dem Kind umzugehen, zu wickeln, zu beruhigen, ins Bett zu bringen. Die Väter werden bemängelt und kritisiert und haben oft keine Chance zu lernen! Wenn meine Freundin schon nach einer halben Stunde ganz nervös rumhibbelt und sagt „Der Vater passt heute auf das einjährige (!!!) Kind auf und das geht nicht lange gut…“ finde ich das schon alarmierend. Wobei ich den Begriff „Der Vater passt aufs Kind auf“ irgendwie schon komisch finde; es ist der Vater! Das kann es durchaus mal geben, das die Kinder fremdeln oder Mamaphasen haben aber leider ist es in meinem Umfeld oft die Regel.

    Mein Freund hat die gleiche Erfahrung gemacht und ich verstehe seine regelrechte Panik davor, dass sich das widerholt. Er war irgendwann nur noch der Depp vom Dienst und nur allein der Weg der Mutter war der Richtige. Und ich werde mir das hoffentlich immer vor Augen führen wenn wir eigenen Nachwuchs haben. Falls ich das mal nicht tue, dann soll er mich da freundlich und bestimmt drauf hinweisen (was er garantiert tun wird) denn das sollte in einer gleichwertigen Partnerschaft doch so sein, oder?

    Mein Vater musste notgedrungen die alleinige Erziehung übernehmen als ich in die Pubertät kam. Und seine Erziehung war schon sehr unkonventionell. Er hat es geschafft mich am Leben zu halten, zu „füttern“ von allzu groben Unfug abzuhalten und zur Schule zu zwingen und siehe da, aus mir ist was geworden. Trotz oder womöglich wegen der „Fehler“ die er als Mensch und Vater gemacht hat. Wir waren ein Team und das ohne das wir vorher ein besonders gutes Verhältnis hatten. Das funktioniert nicht immer, aber genauso funktioniert es bei perfekter Bemutterung nicht immer. man muss kein perfekter Vater/Mutter sein, aber man muss versuchen für seine Verhältnisse zu tun was man selber für gut und richtig hält ohne sich von Ängsten und Unsicherheit ausbremsen zu lassen.

    Man oder in diesem Fall Thomas sollte also nicht sich selber zu sehr in Frage stellen aber definitiv die Art Beziehung die er geführt hat und führen will.

    • EricU sagt

      In Schuldkategorien sollte man nicht denken. Familie ist eine systemische Veranstaltung, da greift Eins ins Andere, wer will da im Rahmen einer Autopsie nach Schuld suchen? Überspitzt ausgedrückt: „Meine Ex war ein Idiot“ bedeutet immer auch „ich war so blind/dumm, mich mit einem Idioten einzulassen“. Und umgekehrt. Was bringts?

      Am Expartner kann man nichts ändern. Entwickeln und ändern kann man sich aber selbst. Erkennen, wo man sich verloren hat und somit auch in Zukunft spüren, wenn es wieder in diese Richtung geht, sonst wiederholt sich die Geschichte nur. Kein Zahnrad mehr sein, das sich nur für andere dreht und deshalb selbst nicht vorankommt. Sich nicht einzwängen lassen in Dogmen, in Rollenbilder, sie sind das Ergebnis des Denkens anderer Menschen. Gehe den eigenen Weg.

  4. Susanne sagt

    Einerseits kann ich Dich verstehen, andererseits muss ich sagen, wie naiv und vertrauensselig, ja teilweise sogar dumm warst du, dich so ausnutzen zu lassen.

    Sie macht mit Dir den Affen, Du funktionierst. Warum habt ihr überhaupt noch ein Kind zusammen, wenn du vorher schon nur als „Trottel“ gedient hast?

    Ich denke, Du wolltest es endlich gut machen, es schaffen, auch eine Familie zu haben. Doch Du bist nicht stark genug, dies auch durchzusetzen – nach Deinen Vorstellungen und Wünschen.

    Merkst du nicht, dass ALLE Frauen in deinem Leben Dich nur ausnutzen, mit Dir spielen, Dich zahlen lassen? Klar, auch unterstützt von der Gesellschaft und den Gerichten, aber das ist wieder eine andere, traurige Geschichte. Vordergründig hast Du Dir hier viel (zu viel) zuzuschreiben.

    DU musst dich wehren, es Dir nicht mehr gefallen lassen. Doch Deine letzten Sätze sprechen eine eindeutige Sprache – Du würdest wieder ALLES tun, nur um zu gefallen.

    Solange Du genau so reagierst und funktionierst, wird Dich jede neue Frau erneut ausnehmen und ausnutzen. Arbeite an Deinem Selbstbewusstsein und werde endlich authentisch.

    Sorry für die harten Worte, aber sonst sehe ich wirklich schwarz für Dein weiteres Leben mit / ohne Frauen und Kindern

    LG Susanne

    • Susanne sagt

      Hallo Martin,

      ich weiß, dass es harte Worte sind. Aber einfach „bleib ein lieber Vater“ ist zu wenig, um etwas zu erreichen.

      Wer mich kennt weiß, ich bin absoluter Befürworter für das Wechselmodell und ich kämpfe für Männer und Väter an der Seite von Männern und Väter.

      Daher bin ich die falsche Ansprechperson für deinen Groll. Ich weiß sehr wohl, wie es sich als Zweitfrau anfühlt, wenn der eigene, langjährige wunderbare Partner und Vater durch eine narzisstische Exfrau und Mutter die Kinder verliert, weil sie selbst im Teenageralter manipuliert werden und die Mutter die Macht ausübt. Ein Kind konnten wir hoffentlich retten, das andere Kind haben wir wegen extremer Mutterhörigkeit verloren.

      Gerade deshalb bin ich so hart in meinen Worten – denn das was wir von Thomas erfahren ist nur, dass er immer lieb sein wollte, es immer allen recht machen wollte. Damit kommt kein Mann weiter. Die Mutter zieht ihr Ding durch und der Vater zahlt und hat die Kinder verloren.

      Manchmal muss man die Fakten beim Namen nennen, damit es klar und deutlich wird. Aber wer es nicht verträgt, dann sorry, für die offenen Worte.

      Gruß Susanne

    • Susanne Petermann sagt

      Lieber Martin,
      Die Opferrolle verlassen ist wirklich wichtig. Nur wenn ich aufrecht gehe und versuche Dinge zu ändern, kann ich etwas erreichen. Jammern hilft eher selten. Kämpfen hilft auch nicht immer aber immerhin bin ich dann aktiv.
      An Susanne: Habt Ihr euer Stiefkind durch Entfremdung verloren?
      Herzlich,
      Susanne
      P.S. Ist verwirrend mit den vielen Susannes…

    • Susanne sagt

      Hallo Martin,

      genau, es ist erschreckend, was heute noch möglich ist, den Kindern von Mütterseite anzutun. Und was ich viel, viel schlimmer finde ist, dass es die Gesellschaft (insbesondere andere Mütter) kommentar- und diskussionslos akzeptiert. Im Gegenteil, sie bestätigen die manipulierende Mutter noch in ihren Entscheidungen und Machenschaften.

      Als Stiefmutter stehst du dabei, fragst dich, was du falsch gemacht hast, siehst Deinen Partner leiden. Die Partnerschaft leidet, man muss hart kämpfen, um nicht irgendwann zu gehen, weil man das Leid des Partners nicht mehr mit ansehen kann und auch, weil man die Machenschaften der Mutter so hart verurteilt, sie aber nicht ändern kann.

      Gerade ich, die ich freundschaftlich mit meinem Exmann verbunden bin und das Wechselmodell lebe, leide besonders, wenn ich das sehe. Es ist auch für das Teenagerkind extrem schlimm, weil es eher der Mutter gefallen will, bzw. gefühlt muss, da es dort wohnt.

      @Susanne Petermann – ja, wir haben das zweite Stiefkind durch Entfremdung verloren und mein Partner wurde sogar von ihm vor Gericht gezerrt – alles inszeniert von der Mutter.

      Mein anderen Stiefkind wissen wir noch nicht wie es ausgeht – ist eine schwierige Situation.

      Lieben Gruß
      Susanne

  5. EricU sagt

    Familiäre Rollen zu finden, Rollen loszulassen die einen selbst schädigen fällt vielen Vätern sehr, sehr schwer und gelingt oft erst mit langer Verzögerung – dann aber heftig und mit Krach. Bei dir war das wohl die Einweisung ins Krankenhaus.

    Massive Hilfe gebraucht hättest du aber schon Jahre vorher beim ersten Kind. Da wäre es wichtig gewesen, mit anderen Trennungseltern ins Gespräch zu kommen, etwas über mögliche Wege oder Nichtwege zum Kind zu lernen, auch sich selbst zu hinterfragen. Nun ist dir das durch die Finger geglitten und nach Jahren lässt sich auch nur noch sehr schwer etwas daran ändern. Die Wälle und Widerstände werden immer nur höher.

    Beim zweiten Kind in der neuen Familie hast du nicht nur die typische Stiefelternproblematik erlebt wie sie hier im Blog sehr oft Thema ist, sondern auch in der Partnerschaft keinen echten Platz gefunden. Deine Rolle war von Anfang an fragil und reduzierte sich schnell auf den „nützlichen Idioten“, den Versorger und Reparierer. Die macht auch den Hauptteil deiner Beschreibung aus, während du über deine Partnerschaft, deine Erwartungen an sie, deine Versuche Grenzen zu ziehen, über Kommunikation etwas zu lösen, sich bei anderen Vätern zu informieren nichts sagst. Heraus kommt nur die frühe Respektlosigkeit deiner Expartnerin. Eine Respektlosigkeit, die eigentlich sofort nach einem sehr ernsten Gespräch verlangt und nach Trennungsvorbereitungen deinerseits, wenn dieses Gespräch und Massnahmen wie eine Paarberatung nichts Substantielles ändert. Wenn du nicht selbst handelst, wirst du behandelt, das solltest du als Vater schon länger gemerkt haben.

    Lies deine eigenen Schlußsätze noch einmal. Du schreibst zweimal von „Rollen übernehmen“. Wieder das nützliche Zahnrad, das sich einpasst. Übernimm weniger Rollen, gestalte sie selbst. Dazu gehört auch, etwas deutlich zu verlangen, Nein zu sagen, etwas abzulehnen.

    Schliesslich der letzte Satz „Kind jemals im Stich lassen“. Starkes Schlagwort, aber der Inhalt? Dein erstes Kind ist bereits weg, der Kontakt gar nicht erst entstanden. Ein Schlagwort kann daran nichts ändern.

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