Die Kinder, Die neue Familie
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So geht es nicht weiter

so geht es nicht weiter-Foto Stocksnap

Liebe Susanne, ich bin nun mit einem Mann zusammen, der bereits eine Tochter aus einem One-Night Stand hat. Sie ist vier Jahre alt. Ich habe von ihr erfahren, als wir bereits zusammen waren. Unsere gemeinsame Tochter ist 9 Monate alt, darüber hinaus habe ich noch einen fast siebenjährigen Sohn aus erster Ehe. Das Besucherkind war bis Ende April alle zwei Wochen bei uns, der Kontakt wurde mittels mehrerer Gerichtsverfahren erstritten. Ende April hat’s geknallt. Und zwar heftig. So geht es nicht weiter!

Ich dachte einmal, unser Patchwork hätte Zukunft

Aber erstmal von Anfang an: Ich habe meine Stieftochter kennen lernen dürfen, als sie bereits zwei Jahre alt war. Ich mochte sie sehr, von Anfang an hatten wir einen sehr guten Draht zueinander. Auch wenn ich erst später von ihr erfahren habe, fand ich, unsere Patchworkfamilie hätte Zukunft. Mein Sohn verstand sich immerhin auch von Beginn an mit ihr. Dieses gute Verhältnis änderte sich zusehends. Mein Mann hatte plötzlich den Anspruch an sich, allen, vor allem seiner Tochter, die eigentlich gar nichts verlangte, gerecht zu werden. Ich denke, hier hat seine Ex Affaire ganze Arbeit im Sinne von ’schlechtes Gewissen einreden‘ geleistet.

So wurde Umgang verschoben, abgesagt, gekürzt… das “übliche eben“ wie man mir im Jugendamt mitteilte. Anstatt, dass jemand der Mutter sagt: So geht es nicht, wurde mein Mann zum Spielball. Und ich hatte zu verstehen und zu respektieren. Es ginge ja um seine Tochter, um die er ja so lange gekämpft hat. Ich machte das Spiel also mit. Bedingungslos, ohne eine Miene zu verziehen, fing meinen Partner auf und tröstete ihn, als mal wieder “ das übliche“ geschah. Bis ich schwanger wurde, war seine Tochter trotz liebevollen und respektvollen Umgang, sehr abgeneigt, überhaupt noch zu uns zu kommen.

Der Wendepunkt

Woran es lag , kann ich nur vermuten. Fakt ist, die Kleine erzählte uns beim Frühstück beiläufig, dass die Mama mich, meine Mutter und den Bruder meines Partners nicht mag. Wir hätten angeblich alle kleine Kinder geschlagen. Mir blieb der Mund offen stehen. Mein Sohn schaute genauso entgeistert und wurde wütend, weil das gelogen ist. Mein Mann sagte dazu nichts – er wollte das Wort ihrer Mutter nicht in Frage stellen. Das war der Wendepunkt.

Ich weiß bis heute nicht, ob die Dinge tatsächlich so von der Mutter gesagt wurden. Die Kleine erzählte gerne mal Geschichten (was wohl auch dem Alter geschuldet sei). Wir entfremdeten uns immer mehr, ich hielt mich raus aus Diskussionen, ging nicht mehr mit zu Unternehmungen, schlussendlich, sagte ich gar nichts mehr, aus Angst, die Tochter würde der Mutter erzählen ich hätte geschimpft und die Mutter würde den Kontakt wieder absagen.

Mir wurden die Worte im Munde verdreht

Ich forderte von meinem Mann ein, mehr zu mir zu stehen, sich stark zu machen und nicht zur Marionette der Kindsmutter zu werden. Er traute sich mehr und mehr und nahm sogar in Kauf, den Umgang abgesagt zu bekommen. Das rechne ich ihm bis heute hoch an. Als unsere gemeinsame Tochter geboren wurde, wurde mir das Drama mit dem Besucherkind zu viel. So erzählte sie beispielsweise, ich würde sagen sie sei hässlich und mache alles kaputt. Tatsächlich habe ich gesagt, die Jacke die sie tragen würde sei nicht schön und mein Sohn solle doch bitte das Lego verräumen, da sie noch zu klein dafür ist und es kaputt machen würde. Das ist nur ein Beispiel, es verging kein Besuch ohne das mir meine Worte im Mund verdreht wurden. So geht es nicht, wirklich nicht.

Mein Mann und ich stritten sehr viel, jedes Mal betonte er , es sei seine Tochter und er wolle, dass hier Frieden herrscht. Aber einfach so geht das nicht, dafür müssen alle etwas tun. Er beschimpfte mich als böse Stiefmutter und mit anderen Nettigkeiten. Ende April dann der Knall – seine Tochter brüllte beim Abholen wie am Spieß und wollte nicht mehr mit. Seitdem sehen sie sich alle zwei Wochen und verbringen einen Tag zusammen. Mir ist es peinlich und ich schäme mich, es zu sagen: Aber seitdem geht es mir gut. Unendlich gut. Wir streiten nicht mehr. Alles wendete sich zum besseren. So leid es mir tut.

Einmal soll es auch um mich und unsere Familie gehen

Nun kam mein Partner am Wochenende wieder von seinem Papa-Tochter-Tag und eröffnete mir, seine Tochter könne sich nun wieder vorstellen, bei uns zu übernachten. In zwei Wochen will er das also wieder versuchen und dann einmal im Monat so beibehalten. ….und kann ich mir das wieder vorstellen???!!! Nein! Ich will das nicht. Ich finde die Lösung so optimal und auch mein Partner genießt die Zeit mit ihr allein. Warum also ändern? Nun, es sei der Wunsch der Kindsmutter. Sie braucht Erholung. Mein Partner hat demnächst Elternzeit und da solle er seine Tochter nehmen – damit die Kindsmutter entlastet ist. Das wünsche sie sich so sehr.

Entschuldigung?! Die Elternzeit ist für unsere Tochter gedacht. Das ICH mal entlastet werde. Was wünsche ich mir denn?? Ich wäre egoistisch und unfair, hätte mich ja auch nie um ein gutes Verhältnis mit seiner Tochter bemüht. Ich stehe kurz vor der Trennung. Ich will das ganze Drama nicht mehr, so geht es nicht. Und ich möchte dieses Kind nicht mehr hier haben. Ich möchte mich frei bewegen können und sagen dürfen was ich will, möchte schimpfen dürfen und meine Meinung äußern dürfen. Ich möchte geplantes durchführen. Ich möchte nicht das sie kommt. Gleichzeitig schäme ich mich so dafür.

So geht es nicht weiter!

Zwischen meinem Partner und mir herrscht seit dem Wochenende Schweigen. Ich habe das zu tolerieren, es gehe schließlich um seine Tochter. Es geht immer um seine Tochter. Ich kann nicht mehr. Ich möchte meine Ruhe. Vor der Mutter und dem Kind. Ich möchte, das unsere gemeinsame Tochter auch mal an erster Stelle steht. Das ICH mal an erster Stelle stehe. Nur einmal. Mag sein das ich egoistisch bin. Oder eifersüchtig. Oder beides.

Eine Erziehungsberatung wurde abgebrochen. Einmal, weil die Kindsmutter nicht kooperieren wollte und einmal, weil mein Partner meinte, es wäre nicht mehr nötig. Ich weiß, liebe Susanne, Sie werden sicherlich nicht sagen “Lauf weg so schnell du kannst!“ aber sehen Sie hier noch irgendwo eine Lösung? Einen Ansatz? Sie dürfen diese Zeilen auch veröffentlichen, auch wenn ich schon weiß, wie manche Reaktionen ausfallen werden…

Herzliche Grüße sendet Ihnen Nina

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In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap, Bethany Legg

44 Kommentare

  1. hotwheel sagt

    Ich kann deine Situation, deine Gefühle und Handlungen voll und Ganz nachvollziehen.
    Es ist eine sehr schwierige Situation für alle Beteiligten. Die Tochter deines Partners kann natürlich nichts dafür, schließlich möchte Sie nur Ihrer Mutter gefallen. Aber das macht das Ganze für dich nicht einfacher. Und Du bist auch ein Mensch, der Gefühle hat.
    Ich kann verstehen, dass allein der Gedanke, dass die Tochter wieder öfter bei euch ist, die schlimmsten Befürchtungen in dir auslösen. Schließlich hast du deine Erfahrungen gemacht und da sind ja noch zwei andere Kinder.
    Dein Partner steckt da auch in einer schwierigen Position, einerseits will er seiner Tochter jeden Wunsch erfüllen und mehr Zeit mit ihr verbringen, auf der anderen Seite bist du und die zwei anderen Kinder.
    Schade, dass er nicht mehr Verständnis für deine Situation aufbringt und auch mal darüber nachdenkt, was das Ganze in deinem Sohn auslöst. Er muss schließlich hören wie schlecht über seine Mutter geredet wird. Das ist auch nicht einfach auszuhalten.

    Der Beitrag ist schon ne Weile her. Ich hoffe Du hast für Dich und deine Familie eine gute Lösung gefunden. Mich würde interessieren, wie Du das geschafft hast.

    Da ich mich in einer ähnlichen Situation befinde und dringend Rat brauche

  2. Lini sagt

    @ Gerhard
    Es tut mir leid wenn sich hier und da evtl. ein Rechtschreibfehler einschleicht. Ich stehe meistens etwas unter Zeitdruck.
    Ich finde es schade, dass Du so frustriert bist und beleidigend werden musst.

    Ich wünsche Dir dennoch alles Gute !

    • Gerhard sagt

      Es geht nicht um den einen oder anderen Rechtschreibfehler. Mir Frustration vorzuwerfen und „Alles Gute“ hinterherzuschieben nennt man übrigens passiv-aggressiv.

  3. Lini sagt

    Hallo Gerhard,

    die Aussage dass mein Parnter kein Rückrat hat überschreitet für mich hier eine Grenze. Eine Grenze des Respekts. Mein Partner hat sehr viel Rückrat bewiesen und das seinem Sohn gegenüber. DENN er hat neben „der liebe Papa“ zu sein auch einen Erziehungsauftrag !!!!! Natürlich ist und war er immer lieber das Erstere aber er sah natürlich auch dass das Verhalten seines Sohnens mir gegenüber total unfair und vor allem unter der Gürtellinie war. Die beiden haben sich dann Außerhalb getroffen was sein Sohn erst sogar super fand ( Sportsbar , Pizzeria ect. . Seit Dezember kommt sein Sohn wieder regelmäßig zu uns. Es gab keine Diskussion , er kam nach 6 Monaten und hat dann verstanden worum es ging. Und das war die Lektion. Wie soll denn ein Teenager der sich so verhält später mit Arbeitskollegen oder dem Chef klar kommen die ihn gerade nerven ? Soll ein Teenager NICHT erzogen werden ? Hausarrest oder Fernsehverbot konnten wir ihm nicht geben . Mein Schwiegervater , also der Opa dieses Teenagers ist von Beruf Chefarzt in einer Psychiatrisches Klinik. ER hat uns diesen Vorschlag gemacht. Er sagte, es ist wichtig dass der Junge Grenzen aufgezeigt bekommt.Und das es für mich als Partnerin wichtig ist mal durchzuatmen. Es sagte wir sollten uns mal eine Weile aus dem Weg gehen. Hat mein Schwiegervater nun auch kein Rückrat ???

    • Daka sagt

      Liebe Lini,

      ich denke speziell für deinen Fall, war eure Lösung sinnvoll. Du hast ja nicht den Umgang mit dem Sohn verboten, sondern nach außen verlagert um die angespannte Lage ein wenig aufzulösen. Abstand ist manchmal sinnvoll um dem anderen (in dem Fall dem Sohn) zu zeigen, was wirklich wichtig ist. Und bei ihm hat es ja offensichtlich funktioniert, wenn er nach 6 Monaten gefragt hat ob er wieder kommen darf und sich seitdem auch respektvoller verhält. Ihr wart eine Einheit und der Sohn hat gemerkt, dass er euch nicht auseinander bringen kann. Das war wichtig und wird euch für die Zukunkft sicher helfen. Klar war das eine doofe Zeit, aber drastische Situationen erfordern drastische Maßnahmen.
      Mit einem kleineren Kind würde ich sowas nicht gut-heißen, denn es hat weder die Selbstkontrolle noch Selbstreflektion sein Handeln richtig einzuschätzen, aber einem „Puber-Tier“ kann man so schon mal die richtige Richtung weisen.
      Und ich finde dein Mann hat Rückgrat, gerade WEIL er den Umgang außerhalb gemacht hat und somit auch deine Gefühle und Bedürfnisse berücksichtigt hat…

      • Susanne Petermann sagt

        Per Mail:
        Pubertier 😉 ich sehe wir haben das gleiche Buch gelesen.

        Ja, bei einem kleineren Kind wäre das überhaupt nicht klug.

        Den Begriff “ Einheit “ sein und es zeigen, davon hat mein Schwiegervater auch immer geredet.
        Er sagte immer: “ Ihr müsst ihm zeigen, dass ihr eine Einheit seid . Das kann aber bei Dir mein Junge ein paar Tränen bedeuten, es geht aber nicht anders. In ein paar Monaten hat sich alles wieder eingespielt.“ Es ist genauso gekommen. Und wir sind alle total erleichtert.
        Das Pubertier hat letzte Woche sogar wieder meine Hummel Sneakers anprobiert, er findet sie so toll 😉

    • Gerhard sagt

      Hallo Lini,

      Deine Grenzen sind mir ehrlich gesagt an dieser Stelle ziemlich egal. Ich habe nur auf das reagiert, was Du geschrieben hast. Und da ich nicht mehr als das weiß, kenne ich Eure Situation natürlich nicht so gut wie Ihr und kann es folglich auch nicht besser entscheiden als Ihr. Ob wer bei Euch Rückgrat hat, kann ich so also auch nicht beurteilen. Stell mich also bitte nicht als jemanden hin, der Deine/Eure Grenzen überhaupt überschreiten kann, Deine Emotionalität ist hier völlig fehl am Platze.

      Es bleibt dabei: Solange ein Kind nicht in eine Erziehungsanstalt muß, ist es für mich komplett und völlig inakzeptabel ihm Hausverbot zu geben. Das habt Ihr doch gemacht, oder? Und es ist für mich auch völlig irrelevant ob es noch ein zweites, drittes oder viertes Zuhause hat. Ich kann mir keine Situation vorstellen, in der es sinnvoll sein kann, einem verwirrten Teenager das Gefühl zu geben, er sei bei seinen Eltern nicht willkommen. Schöne Lektion! Die fachliche Qualifikation des Opas ist für den Fall auch nicht relevant, ich würde jemand fragen, der sich damit auskennt.

      Wo Dir Respekt so wichtig erscheint: Ich würde es als ein Zeichen von Respekt halten, wenn Du Dir Mühe geben würdest, Deine Antwort an mich lesbarer zu gestalten. Danke!

      • Susanne Petermann sagt

        Lieber Gerhard,
        ich greife an dieser Stelle mal ein. In diesem Blog geht es fast ausschließlich um Emotionen. Um die Gefühle zum Kind und zum Vater, um die Schamgefühle, wenn man etwas fühlt, was so – laut Gesellschaft -nicht sein sollte, etc. Zu sagen, Emotionalität sei hier fehl am Platze, ist also definitiv falsch.

        Ich persönlich fand Linis Antwort an Dich sehr gut lesbar und würde auch dem Chefarzt einer psychiatrischen Klinik nicht für fachlich unqualifiziert halten, aber das ist wieder eine andere Sache.
        Liebe Grüße,
        Susanne

      • Ma sagt

        Hallo Gerhard. Du schreibst es ja im letzten Abschnitt: Der Text von Lini war dir unleserlich gestaltet. Deshalb hast du wohl über lesen, dass der Umgang weiterhin statt gefunden hat und es Vater und Sohn sehr gut getan hat, außerhalb und alleine miteinander zu reden. Das hab ich jedenfalls so verstanden. Deshalb liess ich die Sache so stehen. (Weil du schreibst, du verstehest nicht, dass andere Eltern das so stehen lassen könnten) Vielleicht hab ichs auch missverstanden?

      • Gerhard sagt

        Liebe Susanne,

        Emotionalität ist natürlich sehr wichtig — innerhalb der Situation. In der Diskussion mit Fremden auf einem Blog hat sie jedoch nichts zu suchen. Definitiv.

        Schön, daß Du es lesbar fandest aber es gibt doch einen gewaltigen Unterschied zB zu Deinem Schreibstil.

        Das mit der psychiatrischen Klinik habe ich tatsächlich überlesen. Das ist mir sehr peinlich und ich bitte freundlichst um Entschuldigung. Das Koryphäenetikett (Chefarzt!) zieht bei mir immer noch nicht, aber meine Bemerkung, sie hätten sich jemanden suchen sollen der sich auskennt möchte ich mit roten Ohren bitte zurückziehen.

  4. Hallo Gerhard,
    Ich antworte nun auf deine Aussagen, da du es komisches findet weshalb andere Eltern diese Aussagen so stehen lassen. Für mich gibt es hier zwei Gründe (und ich möchte dir nicht zu nahe treten, da ich deine Geschichte nicht kenne) :
    1. Es wirkt so als ob du sehr fest in deinem Standpunkt bist und es keine Luft nach rechts und links gibt. Für dich ist das Kind 100 % Nummer 1 und die Stiefmutter hat sich hier „unterzuordnen“ und muss alles was mit dem Umhang zu tun hat, aushalten, da klar ist, das Kind ist da. Für den Vater muss zudem das Kind absolute Priorität haben! So kommen deine Aussagen für mich rüber.
    2. Die Meinung anderer ist zunächst die Meinung aufgrund deren Erfahrungen. Und das es Ausmaße gibt, die zu extremen Reaktionen führen, kann ich nachvollziehen. Auch bei uns ist es soweit, dass ich mir innerlich teilweise wünsche, das erste Kind meines Mannes gäbe es nicht. Für mich ist der Weg dahin, dass ich sage nur noch ohne ihn oder zeitweise ohne ihn etc sehr weit weg, da ich zum einen weiß, es ist ein Kind und es kann nichts dafür und zum anderen,das es meinem Mann nicht fair Gegenüber fände. Aber denkst du nicht das wen es soweit geht, das Frauen/ Männer so etwas machen/sagen, soviel passiert sein muss, das das die echten Gefühle sind? Und ich persönlich finde es erwachsen dies zu äußern, klar zu stellen oder für sich fest zu stellen! Wie man es äußert etc ist alles noch ne zweite Geschichte aber das es jemandem so geht ist heftig und es ist einiges passiert!
    Und auch mein Mann hat schon mal gesagt, dass auch er überlegt hat, ob der Kontaktabbruch das richtige ist. Gründe sind hier die Fragen: macht es das für das Kind leichter? Kann sich das Kind Druckefreier entwickeln usw… Nicht ausschließlich passiert so etwas ohne das Kind im Mittelpunkt. Aber manche Geschichten sind heftig!

    Natürlich ist das verbieten oder durchsetzen von etwas, was einen erstmal nichts direkt angeht (gemeint damit ist, dass ich nicht eine Beziehung verbieten kann, die mit mir erstmal nichts zu tun hat und die Vater Kind Beziehung gibt es ohne mich ), sehr krass und auch nicht möglich. Hier gibt es immer wen der mitmacht. Das zu äußern passiert aber bestimmt nicht ohne Vorgeschichte oder nachdenken. es ist einfach tatsächlich hart in etwas involviert zu werden, Teil zu sein und dabei hilflos zu sein. Und wenn Kontaktabbruch gefordert wird, dann ist sehr viel passiert!!! Und Mensch sind wir doch alle! Mit Gefühlen, wünschen und auch Grenzen!
    Ich kann deine Sicht Gerhard verstehen, an sich Teile ich sie ein Stück weit, für mich liegt es im Bereich des unmöglichen meinem Mann zu verbieten seinen Sohn zu sehen, aber bis vor einigen Wochen lag es für mich auch im unmöglichen, dass ich mir das Kind teilweise weg wünsche… Einfach weil Kraft, Energie etc aufgebraucht sind. Deshalb bin ich vorsichtig!
    Wir suchen uns gerade Hilfe um nicht untereinander Situationen entstehen zu lassen, die etwas ganz kaputt machen.
    Liebe grüße A

    • Gerhard sagt

      A, zu 1. Ja. Jein. Der Rest ist mir zu diffus, das verstehe ich nicht so ganz. Die Stiefmutter (und ich meine das ganze natürlich auch mit vertauschten Rollen, also auch Stiefvater) muß sich nicht unterordnen. Es ist klar Sache des Vaters (Mutter…) beide Seiten zu bedienen. Seine Partnerin spielt aber natürlich die zweite Rolle.

      Es gibt wenn man will viele Möglichkeiten. Wie wäre zB ein räumliche Trennung? Ein Heim für beide und das Kind und eines ohne? Sowas machen auch Stief-lose Paare, um mal ein bisschen Druck aus der Situation zu nehmen. Nur eine Idee.

    • Schade das es unverständlich ist… Tut mir leid!
      Und danke für die Erklärung zu Punkt 1! Dem würde ich generell zu stimmen, da auch bei eigenen gemeinsamen Kinder meine Erfahrung ist, dass meine Kinder in bestimmten Situationen die Priorität vor dem Partner bekommen, demnach ist es natürlich bei dem Stiefkind und entsprechend Elternteil auch.
      Und ganz klar hat jeder selbst die Aufgabe seinem Patner und Kinder gerecht zu werden.

      Und ganz sicher gibt es viele Möglichkeiten. Danke auch für die Idee!

  5. Lini sagt

    Hallo Nina ( ich hatte so viel geschrieben und dann falsche Taste )
    jetzt also nochmal…

    was Gerhard schreibt finde ich ziemlich unsachlich.
    Hier geht es nicht um das Einschränken oder das Zurückfahren von Umgangszeiten. Es geht darum, dass ein Paar auch mal zur Ruhe kommen muss.
    So war es bei mir… Ich musste dem Teenager Sohn meines Partners leider für 6 Monate Hausverbot erteilen . Ich konnte einfach nicht mehr.
    Mein Partner verstand zwar, das sein Sohn mir gegebnüber wirklich ätzend war, hatte aber natürlich mit seinem schlechten Gewissen zu kämpfen.
    Die Mutter des Jungen hetzte ihn sehr lange gegen mich auf nachdem sie merkte, dass sie es nicht schaffte uns auseinander zu bringen. Also musste der Junge das erledigen. Fast hätte er es zusammen mit meinem Partner geschafft.
    Mein Partner hat sich nämlich anfänglich geweigert ihm aufzuzeigen wie man sich anderen gegenüber zu verhalten hat, das man Menschen die einem nichts getan haben NICHT mobbt , er hat sich auch geweigert seinem Sohn mal ordentlich die Meinung zu sagen wenn er wieder auf mir rumhackte. Für mich war das so als wenn mein Partner plötzlich mit seiner Ex und seinem Sohn an dem scheitern unserer Beziehung arbeitet.
    Also musste der Sohn erstmal aus meinem Dunstkreis, damit wir als Paar mal nach 3 Wochen ohne Streit ein vernünftiges Gespräch über das Problem führen konnten. Wir mussten erstmal aufatmen und das ging nur indem mein Partner seine Umgangszeiten mit dem Sohn alleine ausserhalb verbrachte. In dieser Zeit redete mein Partner sehr viel mit ihm. Dem Sohn imponierte meine Konsequente Haltung sehr. Nach 6 Monaten fragte er ob er wieder kommen dürfe. Heute behandelt mich der Sohn so wie ich ihn. Mit Respekt. So wie es sein soll. Es hat sich alles entspannt. Die EX hat anfänglich natürlich rumgemotzt sie hätte keine Zeit mehr für sich, aber mein Partner ließ sie wissen, dass dies das Ergebnis ihrer Manipulationen ist. Und Gerhard hat wohl überlesen, dass nicht dein Sohn den Unfrieden stiftet sondern die Tochter deines Partners. Typisch.

    • Angelika sagt

      # Kommentar bzw. Vergleich von Lini
      Ich kann verstehen, wenn Lini dem Teenagersohn die Grenzen aufzeichnet. (In gewissen Situationen braucht dies ein Teenager auch)

      Aber die Kleine ist 4 Jahre und sozial und emotional noch nicht in der Lage ein solches Verhalten zu zeigen.

      Un der Natur kleiner Kinder spiegelt sich das Verhalten von Erwachsenen wieder.

      Andersrum haben solch junge Wesen ganz sensible Antennen für die Stimmung die ihnen gegenüber herrscht.

      Was ein Kind in diese Richtung äussert, entspricht ihrem eigenen Eindruck und Gefühlen oder wurde von den Bezugspersonen zu impliziert.

      Als Erwachsene sollte Frau in der Lage sein dies richtig zu interpretieren und entsprechend zum Wohle der Kinder zu entscheiden.

      Zu Gerhard

      Es gibt hier auch noch ein gemeinsames Kind und ein Stiefkind.
      Eine Frau rausschmeißen, weil Sie mit der Situation Momentan überfordert ist?!
      Letztendlich liegt es am Ehemann, Vater und Stiefvater dafür zu sorgen, dass Ruhe und Frieden einkehrt.

      Er sollte seine Frau unterstützen indem er ihr Freiräume und Ruhe verschafft.

      Die kleine Maus aber auszuschließen wäre keine Lösung.

      Sobald diese Erwachsenen gelernt haben für alle Kinder an einem Strang zu ziehen. Ergibt sich das eine oder andere Problem.

  6. Kerstin sagt

    Ich könnte ja jetzt sagen: Gebt euch noch 2, 4, 6 Jahre Zeit und die Welt sieht ganz anders aus und alles wird super harmonisch und total easy laufen – aber es wäre leider gelogen.
    Es wird NIE einfacher, es wird immer nur anders. Anders aufgrund der Gespräche, die die Erwachsenen miteinander führen (und meist ohne das Zutun einer weiteren betroffenen Person – der Kindsmutter). Bestenfalls kommt man irgendwann in die Situation, dass der Parter vernünftige Gespräche über das Kind führen kann, ohne dass er alles als Angriff gegen dieses Kind sieht und der Drang sein Tun zu verteidigen und zu rechtfertigen etwas realistischer wird. Das auch der Mann in der Lage ist, dass er sieht, dass es hier nicht nur um die Bedürfnisse seines Kindes sondern um die Bedürfnisse aller beteiligten geht. Und je älter ein Kind so wird, desto begreift Mann auch, dass das Kind irgendwann ohnehin sein eigenes Leben führen wird und es ja eigentlich die Partnerin ist, mit der vor hat sein restliches Leben zu verbringen. Das verlagert dann noch mal ein wenig die Prioritäten.
    Dafür ist das Kind deines Partners eindeutig zu jung, als das er das so sehen könnte. Für ihn steht dieses schutzbedürftige Wesen im Vordergrund, weil er es eh „im Stich“ gelassen hat, dann muss er ja wenigstens…………. (da kannst du ALLES einsetzen, was dir seltsam erscheint 😉 ).

    Eine Frage bezüglich des Erziehungsurlaubs habe ich aber. Gehst du in dieser Zeit wieder arbeiten (wie viel?)? WENN ich in dieser Lage wäre, dass ich wirklich nur diese Wochenenden dann für mich hätte, um mich von der Arbeit „zu erholen“, dann wäre mir jedes Wochenende mit Kind zu anstrengend. Das ist nicht der Sinn und Zweck – ich finde, dass er sich dann ggf. wirklich vermehrt mit UM SEIN KIND kümmert – aber eben „unter der Woche“, wenn es dich gar nicht betrifft und nicht in der freien Zeit, die du dann zu Hause mit deiner Familie verbringen möchtest.
    So spricht doch nichts dagegen, dass er das Kind vom Kindergarten abholt (mit Baby im Schlepptau) und anschließend in den Tierpark geht oder sonst was unternimmt. Das steht ihm ja alles frei – aber eben nicht ala: „In der Woche mache ich mir nen bunten, Frau kann schufften gehen und sich dann am Wochenende um alle und alles kümmern!“ So läuft das nicht gut. Das würde ich auch nicht gutheißen können.

  7. Gerhard sagt

    Danke Susanne für Deine Hinweise und Fragen an Nina, die genau in die richtige Richtung gehen. Ich lese den Blog hier seit einiger Zeit und ich fass mir in letzter Zeit nur noch an den Kopf angesichts sovieler Stiefmütter, die selbst noch geistig im Kindergarten sind.

    Und ich sehe so viel Asymmetrie in diesem Fall. Dein Sohn lebt selbstverständlich bei Euch. Übernimmt Dein Mann Veantwortung für ihn? Für Euch? Ganz typisch für so viele Stiefväter.

    Sein Kind war zuerst da. Es kann nichts dafür. Für gar nichts. Du hattest von Anfang an jederzeit damit zu rechnen, daß sie ganz bei ihrem Vater –bei Euch– lebt. So wie es für Deinen Sohn auch selbstverständlich war und ist. Was er auf sich genommen hat. Elternsein ist nichts, was man aufgibt wenn die Umstände nicht passen. Und es geht nicht um Dich. Genausowenig wie es um ihn gibt. Ihr beide habt Verantwortung. Werd erwachsen.

    Ich würde jede Frau rausschmeissen, die mir ernsthaft vorschlagen würde, ich solle den Umgang mit meinen Kind reduzieren/nicht ausbauen. So schnell wie möglich.

    • Susanne Petermann sagt

      Lieber Gerhard,
      Ich kenne viele Stiefväter die ebenfalls daran verzweifeln, wenn ihr Input und ihre Meinung nie gefragt sind. Wenn es nie um sie geht.

      Naja, nie ist übertrieben. Bei Dienstleistungen kommen sie dann wieder ins Spiel. Da ist meist der Unterschied, dass Stiefväter zahlen, während Stiefmütter Putz-oder Pflege-Dienstleistungen vollbringen.

      Nach all den vielen Briefen die ich bekommen und all den Gesprächen die ich geführt habe, bin ich ziemlich sicher, dass eine Beziehung nicht (nur) davon abhängt, wie sehr die Frau versucht das Kind des Mannes zu akzeptieren. Die Beziehung hängt viel mehr davon ab, wie sehr der Mann auch die Interessen der Frau im Blick hat. Wie sehr er sie in die Patchwork Familie integriert. Und, im anderen Beispiel, wie sehr die Mutter auch den Stiefvater und seine Bedürfnisse sieht. Ist man immer nur die zweite Geige, fühlt sich niemand in einer Beziehung glücklich und geliebt.

      My five cents..
      Susanne vom Stiefmutterblog

    • Nina sagt

      Lieber Gerhard,

      Schade das du in deinem Groll auf Stiefmütter nicht richtig gelesen hast.

      Ich habe erst relativ spät von meiner Stieftochter erzählt. Nachdem wir schon zusammen waren.Viele Frauen hätten da schon Adios gesagt. Ich nicht.

      Und auch habe ich nicht verlangt das die Kleine nicht mehr her kommt – das ist der Kindsmutter zuzuschreiben.

      Ich habe lediglich von meinem Mann erwartet, das er es vorerst so beibehalten solle, weil es für ALLE Beteiligten aktuell das Beste ist. Die Kleine genießt Exklusivzeit mit Papa, dieser freut sich, sie überhaupt sehen zu dürfen (seitens der Kindsmutter) und ich… ich freue mich über die Ruhe die hier herrscht. Was ist daran nicht erwachsen?

      Ich finde auch, man kann nicht ein Besuchskind mit einem Wohnkind vergleichen.

      Grüße, Nina

      • Gerhard sagt

        Liebe Susanne, Hallo Nina und Lini,

        ich wollte klarstellen, daß ich das nicht als Mann vs. Frau abhandeln will, auch wenn ich aus Sicht eines Mannes kommentiere. Und da fällt mir zB als erstes auf, daß die Stiefväter seltenst in der komfortableren Position sind, daß ihre Partnerin die alle-zwei-Wochenendmama ist. In meinem persönlichen Umfeld kenne ich aber insbesondere von Frauen die radikale Kind-Zuerst-Haltung. Und dann werden persönlich eine Menge Kompromisse gemacht um den Spagat zu meistern. Genau genommen kenne ich keine, die nicht so ist. Ich respektiere diese Haltung voll und ganz.

        Susanne schrieb: „Ist man immer nur die zweite Geige, fühlt sich niemand in einer Beziehung glücklich und geliebt.“

        Das ist durchaus wahr, gehört aber irgendwie zu einer Beziehung mit Stiefkind dazu. Mal mehr, mal weniger. Dies zu akzeptieren (oder einen Schlußstrich zu ziehen) unterscheidet den Erwachsenen vom Kind.

        Nina schrieb: „Ich finde auch, man kann nicht ein Besuchskind mit einem Wohnkind vergleichen.“

        Du vergleichst gerade zwei Kinder. Deins und Seins. Ich habe keinerlei Verständnis für eine solche Aussage.

        Lini hat dem Sohn ihres Partners 6 Monate Hausverbot erteilt? Wow. Einfach nur Wow. Machst Du das mit Deinem eigenen Kind auch? Schlimm genug, daß Dein Partner nicht das Rückgrat hat, sich gegen Dich durchzusetzen. Aber ihn auch noch in eine solche Lage zu bringen? Da fällt mir jetzt nichts höfliches zu ein.

        Ebenso kann ich es nicht verstehen, wie solche Aussagen unkommentiert von anderen Eltern stehen gelassen werden. Und ja, ich habe mehr Stieferfahrung als die allermeisten hier.

  8. Mila sagt

    Liebe Nina,

    Erst einmal vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Ich denke , unzählige Frauen finden sich darin wieder, auch ich. Und ich kann auch nur aus meiner Erfahrung sprechen , das Kind ist nie das Problem beziehungsweise der Verursacher! Egal was es tut und nicht tut ! Das Problem liegt immer im Verhalten des Partner in der Situation als Eltern. Warum ich das so hart sage ? Weil man als Paar auch immer noch funktionieren und sich respektieren sollte, egal wie die Umstände aussehen , weil man die oft eh nicht ändern kann. Deine Stieftochter mag vielleicht von Natur aus ein kleines Ekelpaket sein ( wobei ich momentan eher auf kindlicher Eifersucht tippen würde und Spielball der Mutter ) , es sollte sich dennoch nicht auf deine Partnernschaft auswirken . Dein Mann und du solltet dennoch ein glückliches Leben haben können . Ja die Betonung ist sollte , denn es wirklich zu leben ist schwer . Meine Stieftochter lebt bei uns und hat unser Leben und unsere Ehe fast zum scheitern gebracht . Auch mein Mann lebte Schuldgefühle aus , behauptete ich würde unsere Kinder anders behandeln und meinte bei normalen Erziehungsmethoden , ich meinte es nur nicht gut mit ihr . Dabei investierte ich unendlich viel Lieb und Kraft in das Kind , aber Erziehung besteht eben auch aus Konsequenzen und das kam bei Vater und Tochter nicht gut an . Und obwohl meine Stieftochter immer noch die schlimmste Pubertät durchlebt, eigentlich alles noch schwieriger geworden ist , meiner Ehe geht es mittlerweile gut . Wir haben es irgendwann geschafft , zu erkennen, das wir als Partner an erster Stelle stehen sollten , und dann die Kinder . Denn wenn es uns gut geht , sind auch die Kinder glücklich , oder man kann ihnen wenigstens ein glückliches Umfeld schaffen . Wir müssen zusammenhalten!!! Natürlich tue ich alles für meine Kinder , habe gerade schweren Herzen meinen Job aufgegeben um mehr Zeit für sie zu haben ,aber wir fällen keine Entscheidungen mehr, wo wir nicht als Partner uns wohl fühlen. Es war ein langer Weg ! Es war ein harter Weg und wir lernen immer noch jeden Tag ! Deshalb kann ich dir nur einen Ratschlag geben : versuche euch nicht in erster Linie als Eltern zu sehen , sondern als Liebespaar !! Überlegt was ihr an einander liebt und schätzt und versucht euch darüber Auch in einer gemeinsamen Elternrolle zu finden ! Ja du und nur du allein , solltest die Nummer Eins bei deinen Mann sein und das nicht nur einmal ! Und er sollte deine Nummer eins sein ! Und da ihr beide starke Liebende Eltern seid , wird dies nur dafür sorgen , das die Kinder noch Mehrheit Liebe und Zuneigung erfahren , weil es euch gut geht ! Sucht wirklich nach Wegen wo es euch gut geht ! Dann übersteht man auch einmal Übernachten der Stieftochter im Monat! Einmal Übernachten gegen einen Abend im Monat zusammen schick essen gehen und daheim nen Babysitter ! Ich wünsche Dir alle Kraft !

  9. Nina sagt

    Nochmal einen herzlichen dank an alle für ihre Lieben und aufschlussreiche Worte!

    Ich möchte nur zwei Dinge nochmal betonen: es geht mir nicht um “meine Meinung durchsetzen“ oder das ich die Kleine nicht mag. In der Vergangenheit habe ich glaube ich nur einfach viel zu viel gegeben,, so dass ich mir nun anmaße, diesem Ärger vorerst aus dem Weg zu gehen. Sicher keine Dauerlösung. Aber vielleicht wenn unsere Tochter größer ist…?!

    Mir tut sie leid das die Tochter meines Partners die leidtragende ist, aber genauso sehe ich mich als leidtragende.

    Mal ganz davon abgesehen das es mich nicht hindern würde mich zu trennen, nur weil ich zwei Kinder von zwei Vätern habe, möchte ich es schlichtweg nicht aufgeben.

    Das Verhältnis zu meinem Ex Mann ist sehr gut, ab und zu rauschen wir zwar aneinander, aber im Großen und ganzen würde ich es als sehr gut bezeichnen.

    • Angelika sagt

      Liebe Nina,

      ich kenne deine Situation ich bin Stiefmama von zwei Mädchen, sie sind 10 und 14 Jahre alt. Ich habe meinen Mann vor 6 Jahren kennengelernt, er hat sich aus diesem Grund von seiner Frau, ich mich von meinem damaligen Mann, getrennt. Aus erster Ehe bin ich Mama eines mittlerweile 16,5 jährigen Sohn (der bei mir lebt.) Unsere gemeinsame Tochter ist 3,5 Jahre, wir sind seit 2 Jahren verheiratet.

      Auch bei uns hat und tut es noch heute die Mama bestimmt, wie der Umgang und wann der Umgang zu erfolgen hat. Mein Mann hat uns oft vergessen, fuhr zu seinen Kindern sobald etwas nicht stimmte. Wir hatten Streit, Trennung, Drama usw. aber keiner hatte was davon schon gar nicht von der Trennung.
      Ich verlangte von meinem Mann das unmögliche. Entscheidung zwischen uns der neuen Familie und den Mädchen.
      Sobald ich wusste, dass die Kinder kommen wurde ich krank. Ich zog mich zurück.
      ich konnte nicht mehr , mein Mann fühlte sich allein gelassen, die schiere Gewalt der Kindesmutter war immer präsent.
      So hatte Sie vor drei Jahren das alleinige Sorgerecht beantragt, weil mein Mann während mein Mann 8 Wochen im Krankenhaus lag. Sie könne beweisen, daß wir die Kinder nicht richtig versorgen würden.
      Wir hätten keine Heizung, keine Nahrung und die Kinder wären verwahrlost jedesmal zu ihr zurückgekommen. Es folgte Jugendamt, Betreuter Umgang, Überprüfung meiner eigenen Kinder. Wir wurden begutachtet. Es war schrecklich. Alles stellte sich als Haltlos heraus.

      Die Kinder könnten dafür nichts, Kinder geben das zurück was Ihnen suggeriert wird.

      Ich musste mich umstellen! ich mag die Kinder meines Mannes, habe zu Ihnen eine besondere Beziehung.

      Klar, ist die Elternzeit die Zeit für deiner Tochter, gehst du arbeiten oder seit ihr beide Zuhause? Versorgst Du nicht auch in deiner Elternzeit deinen Sohn? Ein kleines Kind braucht das Elternteil, ja nicht 24 Stunden täglich. Was wäre, wenn die Mutter nicht mehr da wäre, und die Kleine bei euch leben sollte?

      Sie ist ein kleines Kind, welches natürlich übertreibt wenn es mal nicht passt. Warum sagtest Du zu ihr ihre Jacke wäre nicht schön, ist doch nicht wichtig, selbst wenn es mir nicht gefällt was die großen Tragen, ich sage dazu nichts. Auch die Legos deines Sohnes, ich verstehe es nicht, Wieso sollte eine 4jährige nicht mit den selben Sachen spielen wie ein fast 7jähriger.
      Von Deinem Mann dies zu verlangen, wäre das gleiche wie wenn dein Mann verlangt du solltest doch bitte deinen Sohn bei seinem Vater abgeben, weil er stört.

      Seit mir nicht böse, ich kenne das Gefühl und den Wunsch auch mal an erster Stelle zu stehen.
      Ist dein Mann jeden Tag mir seiner großen Tochter beschäftigt?

      Versuche doch in der Zeit wo er seine große Tochter hat, etwas für dich zu tun. Gib deine Tochter mit ab,
      er ist Papa zweier Mädchen, soll er auch zurecht kommen. Keinem Kinder schadet es.

      Wenn es mir zuviel wird, hole ich mir meine Auszeit mit klaren Worten. Sollten die Mädchen erzählen, das ich nicht nett war und geschimpft habe. Es ist mir egal, ich kenne die Wahrheit und mache mir darüber keine Sorgen mehr.
      Das Kind aus der Affäre ist genauso sein Kind wie eure gemeinsame Tochter, es ist vollkommen klar, daß er hier nicht sagen kann. Hier kommt das Kind zuerst und dann dieses Kind.
      Versöhnt euch damit. Ihr habt mit einer Patchworkfamilie immer einen oder sogar zwei Erwachsene die mit bestimmen werden. Es hängt daran, was ihr daraus macht.

      Ich würde mich nicht zum Affen machen aber auch nicht so radikal reagieren.

      Umgangsrecht heißt in erster Linie nicht ein bisschen Freizeit mit dem Vater bei vielen tollen und lustigen Unternehmungen zu begleiten sondern eine Beziehung zu dem Elternteil und der neuen Familie aufzubauen und zu vertiefen.
      Die kleine war zwei Jahre alt als du sie kennen gelernt hast. Mit jedem Jahr reift sie ein mehr und sieht Dich anstelle Ihrer Mama an der Seite des Vaters. Dann kommt noch ein neues Kind dazu auch ein Mädchen.
      Sie versteht die Welt nicht mehr. Weil es so sein sollte wie bei euch Papa, Mama und Kind. Das ist sicherlich nicht einfach für einen kleinen Menschen. Wo doch wir Erwachsene schon mit Wut und Eifersucht ob gegen die EX oder die Next zu kämpfen haben.
      Gib der Situation eine Chance, integriere Sie in deine Familie Sie ist auch ein Teil deiner Tochter und lass den Papa da sein für seine Kinder.

      Ich wünsche Dir alles Gute!

  10. Dani sagt

    Liebe Nina,

    darf ich vorab eine Frage stellen? Wie ist das Verhältnis zu deinem Ex-Mann und wie oft sieht er seinen Sohn?

    Deine Geschichte bzw. die Erfahrungen die du in letzter Zeit gemacht hast sind sehr traurig und es tut mir wirklich leid, dass du das durchleben musst. Seine Tochter ist (wie wohl die meisten Trennungskinder wo die Eltern das Wohl des Kindes aus den Augen verloren haben) innerlich zerrissen zwischen den Wünschen und Vorstellungen der Mutter und der Zuneigung zum Vater. Zuneigung zu dir lässt sie vermutlich gar nicht zu, weil dass ihre Mutter verletzen würde, und sie lästert dort über dich weil sie denkt, ihre Mutter erwartet das. Ich kann dich gut verstehen, dass du sie am liebsten nicht mehr bei euch haben möchtest, aber andererseits ist sie doch auch die große Schwester eures gemeinsamen Kindes. Habt ihr sie in die Schwangerschaft, Geburt etc. mit einbezogen oder fühlte sie sich vielleicht einfach nur „ent-thront“? Deine Bedürfnisse haben auch einen großen Stellenwert, aber du solltest nicht vergessen, dass sie ein Kind ist, was manipuliert wird und es somit sowieso schon absolut schwer hat authentisch gegenüber sich selbst zu sein.

    Auch dir kann ich nur das Buch von Jesper Juul: Aus Stiefeltern werden Bonuseltern vorschlagen und auch „Die Familienkonferenz“ von Thomas Gordon. Letzteres hilft generell unsere Kommunikation untereinander zu verbessern – nicht nur den Kindern sondern auch dem Partner gegenüber. Aktives Zuhören, Ich-Botschaften… all das verhindert es unterbewusst zu kritisieren (wie in deinem Beispiel). In einigen Städten gibt es auch Gordon-Familien-Trainings wo man das dann noch mit anderen Eltern diskutieren kann. Gerade in einer erstmal schwierigen Familie sicher eine gute Hilfe.

    Auch wenn du das nicht schreibst, so glaube ich, du liebst deinen Mann noch sehr und eine Trennung wäre für euch alle (inkl. eurer gemeinsamen Tochter) traurig bis traumatisch. Kämpfe um Euch.
    Lass seine Tochter wieder zu Euch kommen und verhalte dich wenn sie dann da ist genau so wie du bist. Verstelle dich nicht um ihr alles Recht zu machen (Kinder merken ganz schnell wenn wir nicht authentisch sind und sind es dann selbst nicht), zeige ruhig auch deine Gefühle, mache ihr aber keine Vorwürfe… beziehe sie ganz selbstverständlich mit ein, das sollte doch gerade mit der kleinen Schwester gut gehen… Lass sie helfen beim Windeln wechseln, baden, Kinderwagen schieben, füttern… natürlich nicht als Aufforderung, sondern als Frage ala: „Hast du nicht Lust, deine kleine Schwester mal zu füttern/baden/schieben?“ Vielleicht sagt sie nicht beim ersten Mal ja, aber vielleicht beim 2./3. oder 4. mal… auch wenn es schwer ist, bleib geduldig, sie macht das nicht um dich zu ärgern (auch wenn dir das ganz sicher so vorkommt) sondern zeigt damit, dass sie ein anderes wichtiges Bedürfnis (vermutlich das nach Liebe und Zuneigung) hat. Vielleicht bietest du ihr in kleinen Schritten an, dass ihr mal zu zweit was unternehmt (z.B. ein Eis essen gehen oder ins Kino), damit sie dich auch mal anders kennen lernt. Auch wird sie hier vielleicht nicht beim ersten Mal zusagen, aber auch da wird – wenn du authentisch bist und das selbst auch wirklich willst – sie es irgendwann probieren.
    Die Liebe zu deinem Partner geht nun mal auch über seine Kinder. Wenn du es nicht schaffst eine zumindest neutrale Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen (und Besuchskontakte sowie ggf. gemeinsame Urlaube zu meistern), dann wird es womöglich wirklich schwer mit einer gemeinsamen Patchwork-Zukunft.
    Nimm eurer Tochter nicht die große Schwester und dir selbst nicht deine eigene Familie. Möchtest du wirklich mit 2 Kindern (von unterschiedlichen Männern) alleinerziehend sein???

    Lies mal die Bücher (glaub mir, die helfen unser eigenes Tun kräftig zu überdenken) und lasse zu, dass seine Tochter wieder bei euch übernachtet. Das ist auch ein Zeichen für deinen Mann. Anfangs kann er ja trotzdem noch tagsüber viel mit ihr alleine (oder auch mit der gemeinsamen Tochter – du hättest dann exklusiv Zeit für deinen Sohn!) unternehmen und ihr trefft euch zum Mittag/Abendessen. Die ins Bettbring Routine übernimmt dann der Papa. Und so könnt ihr euch vielleicht Schritt für Schritt annehmen.

    Spring über deinen Schatten, du tust es für deine Familie (und da gehört auch die Tochter deines Mannes dazu – sie ist nämlich die Schwester deiner Tochter!!!). Allein, dass du das hier alles aufgeschrieben hast, zeigt, dass du noch nicht abgeschlossen hast und eigentlich gerne eine positive Lösung hättest! Versuche es, ihr schafft das!

    Ich wünsche dir viel Kraft!!!

    • Sehr toll geschrieben. Und der Aspekt es ist nicht nur Tochter des Vaters, sondern auch Schwester etc regt mich nochmal sehr zum nachdenken an. Das steht häufig im Hintergrund.
      Danke dafür

  11. Vielen lieben Dank an Nachtluft und Bettina. So Handhabe es mittlerweile auch so. Da wir den Sohn jedoch vom Kindergarten holen und montags auch wieder dorthin bringen, ist es manchmal so, dass wir es nicht aushalten ihn in komplett kaputten Hosen, Sandalen und T-Shirt bei 17 Grad gehen zu lassen. Von der entsprechenden Kleidung sehen wir natürlich nichts mehr wieder. Und zudem läuft er ja auch unabhängig von unseren Wochenende in zu großen Schuhen etc rum. Mir tut das für ihn so leid, einfach weil er ja auch gesundheitlich darunter leidet (gangbild etc). Vermutlich ist die einzige Lösung über Quittungen für die Kleidung die sie einbehält. Sehe es eben auch so so wenig Energie wie möglich dahin zu stecken, aber iwie ohne ärgern etc klappt es nicht 🙁
    Vielen Dank euch!

  12. Eine Frage an Nachtluft :
    Hey… Erstmal Respekt davor, dass du es so schaffst klar zu kommen und es gemeinsam klappt. Die ex Frau kann man nun mal nicht ändern nur sich selbst.
    Du hast mit den Schuhen ein Beispiel angesprochen, welches ich neben vielen anderen kenne. Was habt ihr da gemacht? Habt ihr ne Lösung gefunden? Wir sind in solchen Themen ratlos. Zu kleine, zu große Kleidung oder total kaputt oder Wetter unpassende oder, oder, oder…
    Wäre für einen Tipp dankbar.

    • Nachtluft sagt

      Moin A,
      eine Lösung? Jein. Wir haben inzwischen eigentlich alles bei uns, was die Kleine so braucht. Dazu aber die Vorgeschichte: Wir sind Nichtraucher und die Mama raucht. Sie raucht in der Wohnung, im Auto, überall. Entsprechend „stinkt“ unsere Wohnung jedesmal, wenn die Kleine da ist und die Kleine auch. Zuhause angekommen, geht sie dann erstmal duschen und bekommt dann frische Kleidung an. Die Kleidung, mit der sie von Mama kam, zieht sie dann am Sonntag für den Rückweg wieder an. Wir hatten resgniert und haben alles selber gekauft. Wir werden nun aber (das haben wir lange nicht gemacht, weil das Ergebnis einige Male erschreckend war) wieder dazu über gehen, die Tasche, welche MEISTENS zu Papa-Wochenenden mit in die Kita gegeben wird, durchzugucken, weil ständig neu kaufen echt teuer wird. Schließlich wird ja auch Unterhalt gezahlt.

      Ich habe aber auch schon darüber nachgedacht, was man manchmal so liest, der Mutter mitzuteilen, dass die Sachen einfach nicht ausreichend sind und im Zweifel mal eine Liste mitzugeben, die es Online gibt. Ein Richter hat sich da wirklich mal die Mühe gemacht aufzulisten, was ein Kind dabeihaben muss, wenn es am Wochenende zu Papa fährt. Und wenn das auch nicht fruchtet, werden wir ihr wohl sagen müssen, dass wir alle Quittungen aufbewahren und die Unterhaltszahlungen entsprechend kürzen. Davor würde ich mir allerdings Rat bei einem Fachanwalt holen. Ich komme zwar „aus der Ecke“, aber das ist nicht mein Gebiet.

      Auch da kann man wieder nur darauf hoffen, dass die Gegenseite es „schnallt“. Wobei ich denke, dass man ab einem gewissen Alter auch mit dem Kind darüber sprechen kann. Bei uns ist sie leider erst 4. Aber wir versuchen sie zu einem selbstbewussten und freundlichen Kind zu erziehen, so dass sie vielleicht ihre Tasche irgendwann selber einpackt und somit selbst bestimmt, was sie dabei hat.

    • Bettina sagt

      Ich bin zwar nicht Nachtluft, aber wir haben ähnliche Probleme gelöst, indem wir für alle drei Kinder einen Grundstock an Kleidung und Schuhen angeschafft haben (viel occasion oder Ausverkauf, das kostet nicht viel). Natürlich dürfen Sonnenhüte und -brillen nicht fehlen, da Packlisten sowieso ignoriert werden.
      Die Kinder gehen nach dem Besuch wieder in ihren Mama-Kleidern heim. Es lohnt sich! Und das Umziehen ist für die Kinder sicher weniger stressig als die Kleiderkonflikte.
      Man muss sich immer fragen, in welche Kämpfe man wieviel Energie inverstieren will 🙂

    • Dani sagt

      Auch wir haben einen kompletten zweiten Satz Klamotten da. Wenn er die Sachen am ersten Tag abends auszieht (umziehen lassen wir ihn am Ankunftstag nicht), zieht er am nächsten Tag dann unsere Sachen an. Für ihn ist das kein Problem, bei uns hat er leider auch oft die besseren Sachen (z.B. vernünftige Schuhe), da sie den Höchstsatz an Unterhalt definitiv nicht für SEINE Klamotten oder gar Schuhe ausgibt…Er hat aber meist wenn er zu uns kommt, seine schlechtesten Sachen an (auch wenn es noch geht) und in den Urlaub kriegen wir auch nur die „ollen“ Sachen mit. Es wurde auch schon behauptet, dass er z.B. keine Regenhose hat und als ich ihm das dann erzählt habe (er wollte durch die Pfützen) meint er „Klar habe ich bei Mama eine Regenhose“. Nun haben wir auch eine Regenhose und mittlerweile so viele Klamotten, dass wir auch für den Urlaub nichts mehr anfragen und dann lieber Waschen zwischendrin. Ich habe noch zwei kleinere Neffen, die die Sachen dann auftragen können, was in dem Fall praktisch ist…
      Am letzten Tag zieht er dann wieder seine zu Hause Sachen an. Aber auch bei uns kommen Sachen die aus versehen mal zu ihr gekommen sind, nicht zurück…aber da lächeln wir nur noch müde drüber.
      Als sie früher noch alles mitgegeben hat (da war die Stimmung noch besser und sie hat „vernünftige Sachen“ mitgegeben) durfte ich mir von meinem Bonuskind anhören, ich darf seine Sachen nicht in den Trockner stecken, dann schimpft Mama…
      So ist es jedenfalls für alle Seiten angenehmer und ich sehe es so wie Bettina, das ist definitiv kein Kampf, in den man viel Kraft investieren muss.

      • Ja… Vermutlich steht einem hier der eigene Kopf „ich möchte nicht ständig Kleidung für sie zahlen“, “ das sind unsere Sachen “ etc im weg.
        Unterm Strich geht es um Geld… Hier hat sicherlich niemand zuviel… Aber ist ein Pullover der Stress wert? Klar iwann sind es evtl 5 Pullover oder so… Aber ich glaube, hier liegt es an mir, es zu schaffen auch müde darüber zu lächeln. Wird aber noch ein kleiner Weg für mich werden. Sowie auch die Tatsache, daß ich an der Kleidung die er bei ihr bekommt nichts ändern kann.
        Ich werde nun noch häufiger überdenken wofür es sich lohnt sich aufzuregen oder ähnliches.
        Danke das ihr mir hier eure Erfahrungen mit geteilt habt.

    • Dani sagt

      Wir haben übrigens sogar ein zweites Fahrrad, denn er durfte seines an den Besuchs Wochenenden nicht mitbringen, dazu muss man vielleicht noch sagen, wir wohnen im gleichen Ort…

      • Nachtluft sagt

        …bei uns hat sie wenigstens ein Fahrrad. Bei Mama hat sie keins. Aber sie mag aktuell noch nicht Fahrrad fahren, weil sie bei Mama auch das Laufrad, welches vorhanden war, nie nutzen konnte und sie so die „Abläufe“ nie gelernt hat. Jetzt verliert sie schnell die Lust an Herausforderungen.

  13. Susanne sagt

    Dass die Erziehungsberatung abgebrochen wurde sehe ich für alle Seiten als großen Fehler. Jeder versucht hier auf dem Rücken des Kindes seine Interessen durchzusetzen, das kann nicht gut gehen.

    Welche Rolle nimmt Dein erster Sohn ein? Und der Vater dazu? Immerhin muss Dein Ehemann und Vater der gemeinsamen Tochter auch Deinen Erstgeborenen akzeptieren. Und wenn ich das richtig deute, sogar mehr als nur zwei Tage oder zwei Wochenenden im Monat.

    Ich kann Deine Gedankengänge nachvollziehen und kann Dir auch bestätigen, es wird in der Zukunft nicht einfacher. Wenn noch die Pubertät mit ins Spiel kommt, kommen noch ganz andere Kämpfe auf Euch zu.

    Andererseits solltest Du überlegen, dass Du, so Du Dich trennst, nun zwei Kinder von zwei verschiedenen Männern hast. Welcher neue Mann (ohne Kinder) wird sein Leben freiwillig mit Dir teilen? Welchen Mann (mit Kindern) wirst Du in Dein Leben lassen, wenn Du ihn dann ebenfalls mit seinen Kindern teilen musst?

    Dann kannst Du auch versuchen Eure Familie wieder auf eine normale Basis zu bekommen.

    Ich sehe es als elementar an, dass ihr als Familie – dein Mann und Du – eine Therapie macht, um gemeinsam Lösungen zu finden. Derzeit kämpft jeder gegen jeden und das ist für keines der Kinder und auch für Euch nicht gut.

    Die Ex und Mutter der Tochter werdet ihr hier nicht einbinden können, aber ihr könnt Euch gemeinsam abgrenzen. Und dabei zählt dann nicht nur Deine Meinung, auch wenn es schwerfällt.

    Ich weiß, dass man als Zweitfrau im Vorfeld überhaupt nicht abschätzen kann, was da auf einen zukommt. Aber mal schnell wegrennen ändert vorrangig nichts daran.

  14. Annette sagt

    Ohjee, ohjee, du hast mein ganzes Mitgefühl.
    Ihr braucht dringend externe Beratung. Die Situation ist so verfahren, dass ihr das mit ein „bisschen drehen an der ein oder anderen Stellschraube“ nicht hinbekommt.
    Man könnte jetzt eure gesamte Situation zerpflücken, aber das führt zu weit und ist auch viel zu komplex für einen Blog.
    Ihr als Paar habt euch verloren – eure Kommunikation braucht Hilfe. Wirklich, meiner Meinung nach benötigt ihr Paarberatung/-Therapie.

    • Nina sagt

      Liebe Annette,

      Ich bin für so etwas ja offen.
      Nur mein Partner leider nicht.

      Was soll ich da tun?
      Als Paar verloren- ganz bestimmt, allein schon wegen unseres gemeinsamen Kindes…. aber was tun, wenn sich einer dagegen verwehrt?

      • Annette sagt

        Hast du das denn schon mal vorgeschlagen?
        Und was war sein Argument dagegen?

  15. Nachtluft sagt

    Liebe Nina,

    ich kenne das Gefühl auch. Wir haben allerdings noch keine gemeinsamen Kinder und ich habe auch noch keine. Es gibt also nur dieses eine Kind, 4 Jahre alt und (zum Glück) nur die eine Ex.
    Und auch bei uns gibt es Intrigen und Gesabbel und die Ex denkt sich alle zwei Wochen (immer Donnerstags) bevor das Kind Freitag abgeholt wird, ständig neue Sachen aus. Mein Freund ließ das (bevor ich dann in sein Leben trat) alles über sich ergehen. Er hatte in seinem Leben nur sein Kind und seine Arbeit. Sich selbst hatte er aufgegeben und seine Ex hat das komplett auszunutzen gewusst. Sie hat ALLES bestimmt. Wann er die Kleine bekommt, wann genau er sie abholt, wann er sie wiederbringt, wie lange er bei der Übergabe in ihrer Wohnung bleiben MUSS, anfangs auch noch in der ehemals gemeinsamen Wohnung, die ersten Monate nach der Trennung. Sie hat ihn kaputtgemacht.

    Und auch als wir dann zusammenkamen. Immer dieses schlechte Gewissen. Dabei hatte sie ihn verlassen und rausgeschmissen. Ich habe eine ganze Weile gekämpft und das Ganze scheint ein gutes Ende zu nehmen. Wir sind ein paar Kilometer weggezogen. Dagegen hat er sich anfangs mit Händen und Füßen gewehrt, weil er sein Kind dann nur noch jedes zweite Wochenende sehen kann und nicht mehr unter der Woche. Aber es ist ein wenig Ruhe eingekehrt.

    Es gibt und gab bei uns ständig „Missverständnisse“, weil die Kleine einfach keine Erziehung mitbekommen hatte…bis ich sie kennenlernte mit 2 3/4 Jahren. Und alles, was ich sagte wurde gegen mich verwendet. Es ist aber auch ständig etwas. Das eine Wochenende sind die Schuhe drei Nummern zu groß, so dass das Kind die Füße nicht heben kann beim Laufen, weil sie ständig die Schuhe verlieren würde. Das nächste Wochenende kommt sie heulend aus der Kita. Ihre Füße tun weh. Nachgeschaut. Die Schuhe sind zwar zwei Nummern zu groß, aber viel zu eng für die kleinen, aber kräftigen Füße. Dann zupft sie ständig an ihrer Strumphose…. kein Wunder, wenn der Schritt nur bis in die Knie reicht. Sie erzählt dann ihrer Mama natürlich, dass ich gesagt habe, dass die Schuhe zu klein….zu groß….die Strumphose zu klein etc. ist. Natürlich hab ICH das gesagt. Papa sagt sowas ja nicht. Und dann kommen Droh-Nachrichten auf das Handy meines Freundes: „“Wenn deine Freundin unserer Tochter ständig ihre Sachen madig macht, müssen wir wirklich mal ein ernstes Wort miteinander reden.“ Falls sie mich meint? Ich habs im Rücken. Wenn es mir wieder gut geht, lasse ich mich dann gern auf das Niveau runter. Und er? Er hatte Angst. Sie könnte ihm das Kind wegnehmen. Vielleicht will die Kleine irgendwann nicht mehr zu uns… Alles denkbar. Aber ich hab ihm in ganz aufwendiger Kleinstarbeit deutlich gemacht, dass die Mutter, wenn sie es dann wirklich will, es eh so machen wird. Darauf hat er doch gar keinen Einfluss. Wann denn? An 2,5 von 14 Tagen? Lächerlich! Und darum sollte er zumindest in der Zeit, die ihm bleibt versuchen, seinem Kind vernünftige Werte mitzugeben. Ich glaube nämlich, dass sich Kinder (ganz bestimmt nicht die ersten Jahre) irgendwann eher an grundsätzliche Dinge erinnern und nicht an die Tatsache, dass Papa ständig am Wochenende das Entertainment-Programm aufgefahren hat. Und wenn doch, habe ich die Hoffnung, dass Kinder das irgendwann hinterfragen.

    Ich kann dich, liebe Nina, so gut verstehen und ich glaube, wenn du ansonsten das Gefühl hättest bei deinem Partner zumindest zeitweise die Nummer 1 zu sein, hättest du diese Probleme nicht und die Gedanken wären nicht ganz so erdrückend. Ich lese die tiefe Verzweiflung aus deinen Zeilen. Ich würde mir, wenn ich an deiner Stelle wäre, und lass dir sagen, dass ich es auch so gemacht habe, eine Deadline setzen. Lass es noch auf einen Versuch ankommen. Aber mit klaren Regeln. Jeder ist wichtig! Und wenn du dann merkst, dass dein Mann weiter absolut kein Verständnis für dich und deine Situation hat, musst du (als eine Art Selbstschutz) irgendwann Konsequenzen ziehen.

    Ich könnte noch unendlich so weiter schreiben von den ganzen Erfahrungen, aber das würde zu weit führen. Du kannst dir aber gern von Susanne meine Mail-Adresse geben lassen.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und dass du die (für dich und deine Kinder) richtige Entscheidung treffen kannst. Fühl dich gedrückt!

  16. Na klar gibt es da noch andere Ansätze. Einen hast du ja schon begonnen: Dich beim Vater-Tochter Tag zurückzuziehen.

    Es gibt aber auch Grenzen, die du akzeptieren musst oder eben gehen. Zum Beispiel der Übernachtung der Tochter: Das ist essentieller Bestandteil einer Elter-Kind Beziehung. Die Tochter soll beim Vater übernachten können, ein wichtiger Schritt und etwas, das immer der Normalzustand sein sollte. Der Vater akzeptiert ja auch dein älteres Kind und dass du auch für das da bist. Ist das eigentlich auch mal weg, bei seinem Vater?

    Lass Vater-Tochter weiterhin machen und gönn dir in dieser Zeit eigene Freiheiten. Versuche nicht, vor dem Vater die Nummer 1 zu sein, sondern sei mindestens in dieser Zeit due Nummer 1 für dich selbst.

    Was bedeutet der Satz dass er in der Elterntzeit „er seine Tochter nehmen“ solle? Soll das Kind bei euch einziehen? Oder ist damit die geplante Übernachtung gemeint? Oder zusätzliche Umgangstage?

    Noch etwas zu den befremdlichen Aussagen des Kindes über dich: Ich weiss, wie sehr das Viele in der Seele kratzt, aber so etwas ist in strittigen Trennungssituationen der Standardfall. Egal ob die Ex das so gesagt hat oder das Kind mit Erfindungen und Überhöhungen seine kindliche Solidarität mit ihr ausdrückt, nimm es wie das unvermeidliche Symptom einer längst bestehenden Situation und nicht als etwas, das mit dir oder deinem tatsächlichen Verhalten zu tun hat. Zeigst du Betroffenheit, wirst du damit alles noch verschlimmern. Kind und Ex sehen, dass es dich getroffen hat, dass sie damit Aufmerksamkeit erreichen können – gönne das niemand.

    • Nina sagt

      Vielen dank für eure unerwartet verständnisvoll Kommentare.

      Mein Sohn aus erster Ehe lebt bei uns, den Vater sieht er alle 14 Tage. Dieser hat eine Partnerin, die mein Sohn mag. Ich finde es mittlerweile schön, das es dort noch eine weibliche Bezugspersonen gibt. Vielleicht sehe ich deshalb vieles vielleicht zu empfindlich?
      Mein neuer Partner ist sein Held. Ohne großes zutun seinerseits. Ich genieße es den beiden bei alltäglichen Dingen wie Fußball spielen zu zu sehen und wünschte, wir würden uns alle so gut verstehen.

      Die Kindsmutter möchte das mein Partner in seiner Elternzeit die Kleine wöchentlich nimmt. Also jedes Wochenende. Für mich ist der Gedanke daran schon unerträglich.

      Ich habe wieder eine Streitwelle hinter mir… Mir wird wieder vorgeworfen, ich sei herzlos und würde nicht auf die Bedürfnisse seiner Tochter und auf seine eingehen. Warum kann ich denn nicht einfach so toll mit seiner Tochter umgehen wie er mit meinem Sohn? Er ist geschockt wie ich nur so sein kann! Wieso bestrafe ich ihn und seine Tochter denn nur mit solchen Wörtern?

      Nur weil ich ihn gebeten hatte, mir noch etwas Zeit zu lassen, da ich es mir eben noch nicht vorstellen kann, dass sie wieder her kommt. Nicht für immer. Nur vorübergehend. Wie lange? Keine Ahnung.

      • Der Wochenendaufenthalt der Tochter hätte aber auch Chancen. Das Verhältnis zum Vater und ihre Zeit bei Euch würde alltäglicher, gewöhnlicher werden, würde mehr Richtung Normalität gehen. Das Kind würde weniger unter Druck sein und würde weniger als Verkünderin deiner angeblichen Gemeinheiten auftreten müssen.

        Ich würde es mit einer Probezeit versuchen. Vereinbaren, dass man sich nach vier Wochenenden zusammensetzt und über die Erfahrungen spricht. Nicht vorher, sonst heizt es nur Streit und vorschnelle Urteile an. In diesen vier Wochen probierst du, das Kind als Kind deines Partners zu akzeptieren. Das heisst nicht, dass du dich um es aktiv bemühen musst und wieder in eine Spirale von Verschleiss und Bestätigungsmangel gerätst. Höflich, aber mit etwas Abstand bleiben.

  17. Hallo liebe Nina,
    Ich kann dich gut verstehen. Das Gefühl es ist unkomplizierter, leichter, entspannter und ruhiger wenn das Kind aus erster Ehe nicht da ist, kenne ich. Auch der Wunsch er wäre gar nicht hier, ist mir bekannt. Allerdings weiß ich unterm Strich, dass es mir dabei eher um den Wunsch geht die erste Frau mit ihren Intrigen, Geschichten und machtspielen nicht mehr ertragen zu müssen. Und hier kann das Kind nichts für. Es ist eh schon das das leid tragende und wird ungewollt benutzt etc. Ich weiß das viele sagen, dass Kind kann nicht immer als „das Opfer“ gesehen werden, da es iwann auch eine eigene Meinung hat. Ich sehe es so, dass ein Kind was früh benutzt und beeinflusst wurde nicht wirkliche eine reale Chance hatte sich eine eigene Meinung zu bilden und sich auch entsprechend verhält, wenn es älter ist. Iwie bekommt es durch dieses Verhalten meistens iwo Bestätigung. Z.b. Bemerkt sie die Freude der Mutter wenn so was war, und das reicht evtl schon aus. Letzlich weiß ich es natürlich nicht.
    Dein Mann ist vermutlich noch sehe gefangen in seinen eigenen schuldgefühlen, auch wenn das keine Entschuldigung ist. Kennt er deine Gedanken, sind ihm die „Spiele“ der Kindesmutter bewusst? Erlebt er bewusst wie es bei deinem erstgeborenen und dessen kindsvater ist? Sofern hier Kontakt ist?
    Ich habe mit meinen Mann mittlerweile zwei gemeinsame Kinder und es liegt ein langer Weg hinter uns. Von Ängsten meinerseits, Trauer auf seiner Seite und sich bewusst machen, was andere versuchen. Auch Überlegungen sich zu trennen kenne ich. Letzlich bin ich aber immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass es für alle Beteiligten eine blöde Situationen ist. Weder mein Mann noch sein Kind kann etwas für die Dinge der Mutter. Und zusammen schaffen wir es mittlerweile die ex mit ihren versuchen blöd stehen zu lassen, in dem wir überhaupt nicht darauf eingehen wenn sie etwas versucht etc. Letzte Aktion war, dass sie mich angegriffen ha,t ich hätte nichts zu sagen etc (bis dahin hat sie gerne meine Hilfe und Tips wenn sie es brauche genutzt) und dabei war sie wirklich böse. Resultat ist, ich habe einmal etwa dazu gesagt, mit meinem Mann gesprochen und zusammen haben wir entschieden, das es dann nicht mehr über mich auch mal läuft bzw ich ihr helfe. Alles dann nun über meinen Mann natürlich bin ich für das Kind wie gewohnt da, wenn es hier ist. Aber die Mutter darf einfach nun auch erleben, was sie damit erreicht. Trotzdem ist es auch nach wie vor so, dass ich Zeiten ohne das Kind entspannter finde. Hier denke ich muss ich aber einen Weg finden, da das Kind dies nicht spüren sollte und mein Mann sein Kind natürlich sehen soll.
    Ich wünsche dir, euch, das ihr ganz offen sprechen könnt und jeder seine Gefühle und ängste verständlich machen kann. Und das ihr einen Weg findet der zusammenhalten stärken kann…
    Ich drücke die Daumen!

  18. Sue sagt

    Danke für deine Ehrlichkeit. .. Ich kann dich verstehen. Seit ich den Stiefmutter Blog kennengelernt habe, weiss ich wir sind nicht allein. Deine Aufzählungen kommen mir zum Teil sehr bekannt vor. Leider habe ich auch keine Lösung. Ich weiss nur, im nächsten Leben kein gebrauchter Mann mit Kind mehr… vielleicht tut euch ein wenig Abstand ganz gut. Ich fahre unter anderem wegen diesem Stress morgen zur Kur und mein Mann packt endlich mal die Angst…

    • Susanne sagt

      Im nächsten Leben kein gebrauchter Mann mit Kind mehr …

      kann ich nachvollziehen, so denkt sicherlich jede Next mal, wenn es wieder Stress und Ärger mit diesen Kind(ern) und der Ex gibt. Diesen Gedanken hatte ich auch.

      Nur wenn du, wie Nina, bereits ein Kind hast, erwartest Du vom Mann genauso, dass er das Kind eines anderen akzeptiert. Und in den Fällen der Mutter sogar oftmals den ganzen Monat (außer zwei WEs) und nicht nur 2 – 4 Tage monatlich.

      Womit soll das gerechtfertigt sein?

      Zustimmen kann ich Dir, Sue, dass ich auch froh bin, den Stiefmutter Blog nun gefunden zu haben, ich hätte mir diesen einige Jahre zuvor (mache das schon über neun Jahre mit) gewünscht, um festzustellen, ich /wir sind nicht allein.

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