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Brief an meinen Freund

Brief einer Next. Foto: Stocksnap

Ich bin eine Next. Am Wochenende habe ich einen Brief an meinen Freund geschrieben, den er zwar nicht bekommen hat, aber dennoch hat es sehr gut getan, ihm das zu schreiben. Den gesamten Tag habe ich dabei auf diesem Blog gelesen und all die Beiträge hier haben mir sehr viel Kraft gegeben. Derzeit ist meine Situation sehr schwierig.

Mein niemals abgeschickter Brief an meinen Freund

… den ich weinend und alleine Zuhause bei 27 Grad, während er mit seinem Sohn an unserem Lieblingsbadesee war, schrieb…

Lieber X,

Ich habe eine Entscheidung getroffen. Auch wenn sie grade noch weh tut: Du hast der Frau, die Du jetzt so hasst, das geschenkt, was ich mir so sehr wünsche – und was ich wegen ihr nicht bekomme. Deshalb kann ich nicht mehr mitkommen und „heile Familie“ spielen, wenn Dein Sohn zu Besuch ist. Deshalb kann ich nicht mehr hinterher vorbei kommen und Dich trösten, wenn er wieder weg ist. Auch wenn es Dir dann so schlecht geht, weil Du Dein Kind so vermisst. Deshalb sitze ich nun hier und weine mir die Augen aus dem Kopf, anstatt mit euch Zeit zu verbringen.

Es liegt überhaupt nicht an Deinem Kind

… und das weißt Du. Ich mag ihn sehr, wir haben uns von Anfang an gut verstanden und eine gute, freundschaftliche Beziehung aufgebaut. Keine Mutter-Ersatz-Situationen. Weder für ihn, noch für mich. Von seinem siebten bis zu seinem neunten Lebensjahr durfte ich ihn bis hierhin begleiten und an seiner Entwicklung teilhaben. Er hat mich akzeptiert und sich für Dich gefreut. Er möchte, dass Du glücklich bist und er freut sich, wenn ich Dich glücklich mache.

Es liegt auch überhaupt nicht an der gemeinsamen Zeit

… sie ist sicherlich der Grund, warum ich jetzt so weine. Wir haben wahnsinnig tolle Zeiten zusammen erlebt. Viele schöne Ausflüge gemacht, haben Freizeit, Sonne und Wasser genossen. Zu dritt viele Dinge, Orte, Erfahrungen erlebt und entdeckt. Festgehalten. Schöne Erinnerungen für die Zukunft produziert. Die gemeinsame Zeit war immer schön und es schmerzt mich sie aufzugeben. Sie fehlt mir. Das tut weh. Und deshalb weine ich.

Aber es gibt etwas, was noch mehr weh tut. Weswegen ich mich verabschiede von der gemeinsamen Zeit. Was noch mehr weh tut, sind die 3 Wochen und fünf Tage zwischen der gemeinsamen Zeit.

Du sagst, dass Du diese Frau nicht geliebt hast

Eigentlich hast Du nie viel von ihr gehalten. Dennoch hast Du Dich darauf eingelassen, als sie „aus Versehen“ schwanger von Dir wurde. Du hast sie geheiratet. Sie durfte Dein Kind austragen. Dieses Kind, das nicht mein Kind ist, auch wenn ich es sehr mag, ist das Kind dieser Frau. Die Dein Kind austragen durfte. Diese Frau hast Du geheiratet. Wegen dem Kind. Seinetwegen habt ihr zusammen gewohnt.

Du denkst sie ist nicht gut zu Deinem Kind. Sie hat Dir Dein Kind weggenommen. Ich kenne die Geschichte und Deine Schmerzen. Deine Trauer. Deine Verzweiflung. Deine Sehnsucht. All diese Gefühle, die Du hast, weil Du ein Kind hast. Und während ich mehr und mehr über diese, für Dich so schlimme Zeit erfuhr, baute ich diese freundschaftliche, liebevolle Beziehung zu diesem Kind auf. Ich durfte auch etwas über seine Gefühle und Erfahrungen lernen und verstehen.

Kennst Du eigentlich meine Gefühle dazu?

Dass Du ein Kind hast, mit einer Frau, die Du hasst, könnte ich wohl ertragen und auch damit umgehen. Aber dass Du mit dieser Frau zusammen gewohnt hast, wegen des Kindes – und mit mir nicht zusammen wohnen möchtest (ganz abgesehen davon, dass Du mit mir auch kein Kind möchtest), das tut mir sehr weh. Denn Du sagtest mir oft, dass Du nie Kinder wolltest. Aber sie, diese Frau die Du hasst, durfte Dein Kind bekommen. Und mit dieser Frau, die Du hasst, hast Du mal eine Zukunft geplant. Du denkst sie ist nicht gut zu Deinem Kind. Und oft sagtest Du mir, dass ich so toll bin zu Deinem Kind. Zu Kindern.

Du möchtest keine Zukunft mit mir planen. Nicht mit mir zusammen wohnen. Schon gar nicht mit mir Kinder haben oder irgendwas. Dabei sagst Du, dass ich toll bin zu Deinem Kind. Ich kann nur antworten, dass Dein Kind auch toll ist zu mir.

Du bist nicht toll zu uns

Du bist nicht toll zu der Beziehung zwischen Deinem Kind und mir. Diese fremde Frau hat mir etwas weggenommen, bevor ich überhaupt wusste, dass ich es haben möchte.

Diese Frau, diese eine verdammte Frau in Deinem Leben. Die nie mehr geht, egal wie sehr Du sie hasst. Weil sie die Mutter Deines Kindes ist, welches Du so liebst. Diese Frau hat auch Dir etwas weggenommen und Du bist nicht bereit, Dich damit auseinander zu setzen und es Dir zurück zu holen. Sie hat nicht nur Dein Kind genommen. Sie hat auch Deine Fähigkeit zu Lieben und zu Vertrauen mitgenommen. Du hast der Frau, die Du jetzt so hasst, das geschenkt, was ich mir so sehr wünsche – und wegen ihr nicht bekomme: Ein gemeinsames, partnerschaftliches Leben.

Ich hoffe Du hattest einen tollen Tag am See mit Deinem Kind, während ich weinend hier zu Hause saß. Ich wäre gerne dabei gewesen. Aber ich werde Dein Kind immer weniger vermissen und auch die gemeinsame Zeit, wenn ich sie nicht mehr mit euch teile und erlebe. Dann kann ich vielleicht wieder besser die 3 Wochen und fünf Tage mit Dir aushalten, während Dein Kind nicht da ist, weil ich nicht mehr emotional beteiligt bin. Mit Abstand drauf gucke. Dann geht es nur noch darum, dass Du Dein Kind vermisst. Dann brauche ich mich auch nicht mehr zurück gesetzt fühlen, weil Du meine Gefühle ignorierst. Denn dann habe ich keine mehr.

Deine Y

P.S. Das war mein Brief an meinen Freund. Gerne hätte ich dazu Austausch. Denn, wie Ihr sicher auch herauslesen könnt aus dem Brief, bin ich bei dieser Thematik inzwischen sehr emotional. Grundsätzlich weiß mein Freund, dass ich daher zurücktrete aus dem Kontakt zu seinem Kind. Dennoch ist der sachliche Dialog zwischen ihm und mir kaum noch möglich, wenn es um dieses Thema geht. Ständig höre ich Sätze darüber, was ich seinem Kind antue, wenn ich das Kind so hängen lasse und nicht mehr komme. Schließlich hätte es sich an mich gewöhnt, mag mich etc… Andererseits werde ich nicht gehört, wenn ich dann selber traurig bin, weil das Kind wieder fährt, oder weil wir keine eigene Familie gründen.


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Bitte E-Mail mit Stichwort „Brief an meinen Freund“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen. In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

49 Kommentare

  1. Sandra Feichtinger sagt

    Liebe Y. , danke für die tiefen Einblicke und den sehr privaten Brief. Ich kann deine Gefühle gut verstehen und ich verstehe nicht, warum manche hier es nicht schaffen, konstruktive Kritik zu üben. Ich sehe ein, dass du ein Kind mit deinem Mann haben möchtest und sein Kind irgendwann deine Muttergefühle geweckt hat, weil du ihn als Vater toll empfindest. Aber du solltest dich fragen, ob du ein Kind wirklich im täglichen Leben bei dir haben möchtest. Also jeden Tag ohne Einschränkungen. Manche Menschen wollen Kinder, vergessen aber darauf, wie anstrengend dies in den ersten Jahren auch sein kann. Wenn dein Partner nicht bereit ist, darauf einzugehen, dann gib ihm Zeit. Er möchte eben sein ungebundenes Leben noch genießen und findet dich aber toll, das signalisiert er dir ja auch. Bitte habe keine Selbstzweifel, sondern lass deinen Freund einfach reifen. Wenn du willst, kannst du in deinem bzw. seinem Jahreshoroskop auch nach günstigen Sternkonstellationen für ernste Gespräche suchen und diese dann starten. Die richtigen Worte zur richtigen Zeit wirken Wunder. Bitte sprich dich mit deinem Freund darüber aus, bevor du dir ohne seines Wissens darüber die Seele aus dem Leib weinst – Das hilft nämlich weder ihm noch dir. Liebe Grüße, Sandra

  2. Susanne Petermann sagt

    Per Mail von Y.

    Liebe Alle,

    dann will ich mich mal äußern und noch ein paar Erklärungen ergänzen.

    Aber zunächst einmal vielen Dank an alle, dass ihr hier so konstruktiv und nett miteinander diskutiert.

    Es ist sehr wohltuend eure Erfahrungen, Einschätzungen und Tipps zu lesen.

    Und von mir aus habe ich auch jemandens Tag „gemade“. 😉

    Noch eines Vorweg:

    Als ich von Susanne die Mail bekam, dass sie meinen Brief hier veröffentlicht hat, habe ich meinen Freund kontaktiert und informiert. Ich fand es komisch, wenn er es nicht weiß und ich wollte, dass er selber entscheidet, ob er hier mitlesen möchte, oder nicht. Ich hatte darin auch die Hoffnung (da meine Erfahrung mit diesem Blog ist, dass hier sehr liebevoll miteinander umgegangen wird), dass er auch lesen kann, wie andere auf „unsere Schwierigkeiten“ reagieren und was sie dazu sagen.

    Danke Susanne für das Veröffentlichen. 🙂

    Und ja, mein Freund liest hier nun tatsächlich mit. Er hat den „Brief“ also so nun bekommen.

    …und er hat mich gebeten zu erwähnen, dass ich am Anfang unserer Beziehung selber auch keine Kinder wollte.

    Und das stimmt auch. Ich war eigentlich immer sehr klar, dass ich keine eigenen Kinder möchte.

    Ich bringe mein eigenes Päkchen an Lebenserfahrung mit und ich hatte immer große Angst davor Mutter zu sein.

    Am Anfang unserer Beziehung war es allerdings auch so, dass mein Freund mir durchaus signalisiert hat, dass es schön wäre irgendwann zusammen zu wohnen.

    Und ich war am Anfang der Beziehung auch tatsächlich naiv und optimistisch, dass das gar nichts mit mir zu tun hat, wenn er ein Kind hat.

    Ich war sehr aufgeregt, als ich den Kleinen kennen lernen durfte und war lange sehr dankbar und zufrieden damit, dass ich das Kind mochte und das Kind mich.

    Um so weniger sah ich ein Problem.

    Und dann sah ich meinen Freund ja nun auch als Vater in „Action“ – und ich vermute heute, dass daraus für mich der Wunsch für eine gemeinsame Familie erwachsen ist.

    Ich finde, dass mein Freund als Vater immer sein Bestes gibt und die Bindung zwischen ihm und seinem Sohn spricht Bände. Wirklich beeindruckend, dass die beiden mich daran haben teilhaben lassen und ich habe mich immer herzlich aufgenommen gefühlt in der Begegnung zu Dritt.

    Und grade weil die Zeiten, wenn sein Sohn da ist, immer eine ganze starke Zeit ist, mit viel Bindung – auch von beiden zu mir, kam in mir der Wunsch hoch, dass ich das gerne „immer“ möchte.

    Ich wollte dem Kind auch ein Zuhause bieten. Ich glaube, dass er ein ganz großartiger großer Bruder wäre. Aber auch unabhängig von einem eigenen Kind hätte ich diesem Kind gerne ein festes, stabiles Zuhause gemeinsam mit seinem Vater geboten.

    Aber als ich meinem Freund eröffnete (ich habe mich sehr damit gequält, weil ich befürchtete, dass er ablehnend reagieren wird), dass ich mir inzwischen ein gemeinsames Kind vorstellen kann und wünsche, hat er nicht nur darauf sehr ablehnend reagiert (was ich ja befürchtet hatte), sondern mir daraufhin noch eröffnet, dass er nicht mit mir zusammen ziehen möchte und auch sonst ist seit dem über eine gemeinsame Zukunft gar nicht mehr zu sprechen. Wir haben uns daraufhin hoch emotional „getrennt“, sind es aber nicht wirklich….

    Zu der Ex, auf die ich in dem Brief so emotional reagiere… also: ich kenne diese Frau nicht persönlich. Bis heute. Ich will hier auch nicht so tief einsteigen, um die Identitäten aller Beteiligten zu schützen. Aber ich kann euch sagen, dass mein Freund von ihr wirklich scheiße behandelt wurde und z.T. immer noch wird und dass da sehr viele böse Dinge abgelaufen sind.

    Nicht zuletzt deshalb bin ich ganz sicher, dass das Kind eines Tages, wenn alt genug, bei Papa auftauchen und wohnen wollen wird.

    Zwischen mir und dem Kind gibt es übrigens diesbezüglich überhaupt kein böses Wort. Im Gegenteil: am Anfang der Beziehung zwischen Kind und mir habe ich die Mutter einfach nicht erwähnt und klar gemacht, dass ich eine Freundin bin. Und irgendwann hat das Kind dann von sich aus angefangen ab und zu mal durchblicken zu lassen, dass da Probleme mit der Mutter und auch mit dem Freund der Mutter sind. Auch da bin ich nie parteiisch gewesen. Im Gegenteil, habe ich mich doch über das zaghafte Vertrauen des Kindes gefreut. Ich würde mich nie zwischen Mutter und Kind stellen wollen.

    Lediglich das Kind in seinen Wünschen, Stärken und seinem Wachstum unterstützen und bestärken.

    Das „Drama zwischen Vater und Mutter“ erlebe ich überwiegend nur im Kontakt mit meinem Freund – und da habe ich oft genug Partei für das Kind ergriffen und dass man nicht unterschätzen darf, was Kinder alles mitbekommen, auch wenn man denkt das nicht.

    Ich finde das ganz schlimm, wenn die Eltern so verhasst sind miteinander, dass sie kaum eine Sache gemeinsam für das Kind besprechen können. Das habe ich auch meinem Freund gegenüber immer wieder deutlich so formuliert. Und er weiß das auch und hat das auch oft so angenommen von mir und sich darüber Gedanken gemacht. Der „Hass“ auf die Ex-Frau in dem Brief ist wohl einfach meine Wut auf das Unvermögen der beiden Eltern und die Wut darauf, dass der Kampf meines Freundes immer wieder so viel Einfluss auf mein und unser Leben hat.

    Nun ist es also so, wie gesagt, dass wir getrennt sind, ohne getrennt zu sein und so kam es für mich dazu, dass ich mich aus dem Kontakt rausgezogen habe zu dem Kind. Mein Denken ist, dass, solange zwischen meinem Freund und mir keine gemeinsame Klarheit herrscht darüber, was wir miteiander sind und sein wollen, das Kind nicht erneut in der Schusslinie stehen sollte (was ja auch von einigen von euch irgendwie erkannt wird). Mein Freund hatte vor einigen Wochen dem Kind erzählt, dass wir uns getrennt haben, weil ich Kinder und eine gemeinsame Zukunft möchte und er nicht.

    Ich hatte mich in dem Aufenthalt auch von dem Kind „verabschiedet“ und ihm angeboten, dass er mir schreiben kann und obwohl der Abschied für uns beide sehr traurig war, denke ich, dass es vernünftig und reif war. Denn wie gesagt: mein Freund scheint sich überhaupt nicht auf mich zu zu bewegen und mit mir nach Kompromissen und Lösungen zu suchen und da möchte ich kein Kind zwischen haben… zwischen so viel ungeklärten erwachsenem Kindergarten.

    So kam es zu der Situation im Brief. Mein Freund fragte, ob ich nicht „als irgendeine Freundin von Papa“ mitkommen wollte und ich wollte nicht, weil ich ja genau das nicht will: irgendeine Freundin von Papa sein. Ich kann mir nichts Gutes vorstellen, was ein Kind daraus lernen könnte.

    Ich denke, wenn mein Freund eine Beziehung mit mir möchte, was er mir auf der einen Seite deutlich vermittelt durch sein Verhalten und auch seiner Zuneigung zu mir, dann sollte er auch auf der anderen Seite in den sauren Apfel beißen und zu mir stehen und mit mir eine Zukunftsplanung machen.

    Keine Ahnung, warum er das in letzter Konsequenz nicht will.

    Übrigens:

    Ich muss überhaupt nicht heiraten. Ich muss auch nicht sofort zusammen ziehen, ich hätte nur gerne gewusst, ob das überhaupt in Aussicht steht… und ich bin sehr hin- und her gerissen, da der Wunsch nach einem Kind sehr an meinem Freund hängt, weil ich ihn so gerne als Vater für „mein“ Kind hätte. Denn immer noch ist die Angst vor einem eigenen Kind sehr groß und ich bräuchte einen Mann, wo ich mich darauf verlassen kann, dass er sich für sein Kind einsetzt und es liebt. Und das konnte ich ja sehen, dass er das tut. Ein Ehevertrag wäre für mich überhaupt kein Problem.

    Bei meinem Freund gibt es eh überhaupt nichts zu holen (spätestens seit er ja dieses erste Kind hat).

    Ja. Soweit erst mal. Ist ja recht viel geworden. Ich hoffe, dass ich allen etwas Erklärung gegeben habe. Wenn noch weitere Fragen oder irgendwas unbeantwortet geblieben ist, macht mich doch einfach darauf aufmerksam.

    Liebe Grüße an alle,

    Y

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  4. Ein Vater sagt

    Ich kann Dich gut verstehen. Bin ein Vater bin wohl der der diesen Brief erhalten sollte. Zum Glück habe ich noch nicht so einen bekommen. Auch wenn ich all Deinen Schmerz verstehe und er sicherlich berechtigt ist, so würde ich unweigerlich denken das es nun wieder passiert ist ist. Jemand geht weil er nicht damit zurecht kommst was das Leben und diese Gesetze Dir antun. Nein man muss irgendwann aufhören zu leiden und von vorne beginnen sonst kann ein neuer Mensch es neben einem nicht aushalten. Aber das dauert… das dauert lange…… Das schlimme ist das Kind das du so magst aber nicht deins ist lernt auch einmal wieder das erwachsene nicht zusammenhalten. Ich wünschte du würdest mit ihm reden. Und warten. Es geschieht nicht sofort etwas aber es wird besser werden, aber das dauert. WEnn du das nicht kannst dann geh, aber schaue ihm dabei in die Augen.

  5. Linda sagt

    Wie gut, dass es die bööööösen Ex-Frauen gibt, auf die man als Next alles schieben kann, was im eigenen Leben schief geht oder nicht erfüllt wird. Aber so ein Bad im Selbstmitleid ist halt was tolles, da muss man sich nicht bemühen, sich zu reflektieren oder an sich selber und am eigenen Leben etwas zu ändern.

    „Diese fremde Frau hat mir etwas weggenommen, bevor ich überhaupt wusste, dass ich es haben möchte.“

    Made my Day & danke für diesen Lacher!

    • Tanja sagt

      Was stimmt denn mit dir net ?
      Fühlt man sich da selbst auf den Schlips ge retten ? Also soviel Empathielosigkeit und wirklich schon Unverschämtheit wenn jemand in einem Forum über etwas schreibt was ihn belastet ist schon krass .

  6. Dani sagt

    Liebe Y.,

    dein Brief macht mich sehr traurig. Hast du mal drüber nachgedacht, den Brief deinem Freund zu geben? Hast du mal so klar und deutlich mit ihm über deine Gefühle gesprochen?
    Leider schreibst du nicht wie alt du bist, aber dein Kinderwunsch scheint sehr stark zu sein und ich kann dir nur sagen, er wird auch mit der Zeit nicht schwächer werden oder gar verschwinden. Wenn dein Freund bei seiner Einstellung bleibt, kein gemeinsames Kind mehr zu wollen, dann solltest du den – vermutlich sehr schmerzhaften Schritt – gehen und dich trennen. Ich kann dir nur empfehlen Klartext zu reden und klare Entscheidungen von deinem Freund zu verlangen. Stelle die Fragen:
    Werden wir (innerhalb des nächsten Jahres/2 Jahren – dein max. Zeithorizont) zusammenziehen?
    Möchtest du noch ein Kind mit mir bekommen?
    Bitte Ihn ehrlich zu sein und dein Vertrauen nicht zu missbrauchen. Wenn er beides verneint, dann verabschiede dich von dieser Beziehung. Wenn du das nicht kannst und auf ein eigenes Kind verzichten kannst, dann lass dich aber bitte wieder voll auf sein Kind ein. Denn das ist hier tatsächlich zum zweiten Mal das Leidtragende an der Geschichte. Sag mal, sieht er sein Kind tatsächlich nur alle 4 Wochen???

    Ich liebe auch einen Mann mit Kind (8) und ich habe ihm von Anfang an gesagt, dass ich noch mindestens ein eigenes/gemeinsames Kind mit ihm haben möchte. Er war dahingehend auch zurückhaltend, aber hat sich letztendlich drauf eingelassen (wenn auch mit einigem Druck meinerseits – ich habe irgendwann einfach die Pille abgesetzt (er wusste aber davon) und ihm die Verhütung überlassen, ging genau 1 Monat lang gut). Unserer Tochter ist jetzt 3 und momentan „diskutieren“ wir gerade über ein weiteres Geschwisterkind. Ich wollte immer 2 Kinder und sein Kind ist nun mal nicht mein Kind (obwohl wir uns super verstehen). Auch ich komme hier an den Punkt mir folgende Frage zu stellen:
    Welches Bedürfnis wiegt eigentlich stärker? Das Bedürfnis kein Kind zu bekommen – der Mann setzt sich durch und die Frau muss mit einem unerfüllten Kinderwunsch leben? Oder aber der Kinderwunsch der Frau – Frau setzt sich durch und der Mann muss mit einem Kind leben, dass er letzten Endes trotzdem sehr lieben wird?
    Ich kenne übrigens auch den umgekehrten Fall… ein befreundetes Ehepaar (die zusammen waren seit ihrer Jugend) hat sich nach vielen Jahren getrennt, weil SIE keine Kinder wollte und er unbedingt Kinder wollte…Geht also durchaus auch andersrum

    Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit, egal wie du dich entscheidest. Aber entscheide dich, sonst gehst du innerlich kaputt.

    LG Dani.

  7. Liebe Y,
    ich finde deine Zeilen so traurig und würde dir wünschen das du die Kraft findest, dich für das zu entscheiden, was für DICH, und allein für DICH richtig und gut ist. Egal was du tust, es wird schwer sein. Bleibst du bei ihm, wirst du alle deine Wünsche in Bezug auf eine eigene kleine Familie begraben müssen, ist es das wert?
    Wenn du gehst, wird es weh tun, aber nicht für immer. Mit Sicherheit findest du einen Mann, der mit dir eine Familie gründen möchte.

    Du musst dir im Klaren sein, das eure Situation nicht leichter werden wird, und dein Herz auch nicht.

    Ich bin mit meinem Mann jetzt 6 Jahre verheiratet, haben ein gemeinsames Kind und sind verheiratet. Die Worte: „Ich habe diese Frau nie geliebt“ kenne ich auch, und ich weiß das sie wahr sind, trotz alledem hat sie ihm zumindest 1 Kind angehängt. Danach ist noch eins entstanden….aus welchen Gründen wissen nur die beiden. Aber was ich weiß, mein Mann liebt mich wirklich, und die Frau davor ist Geschichte, aber leider immer präsent, da sie uns viel Ärger macht und viel Nerven und Geld kostet.
    Ich würde alles wieder auf mich nehmen, für meinen Mann , aber ich hätte es nie zu dem Preis gemacht, den du jetzt zahlst.

    Ich wünsche dir alles Gute

  8. Ivonne G. sagt

    Ja dann trenne dich halt von deinem Freund. Willst du nur wegen ihm auf Kinder und Zusammenwohnen versichten? Stell ihn vor die Wahl.

  9. Klaus sagt

    Also selbst als Trennungsvater habe ich da ein bisschen Mitgefühl. Nicht wenige Stiefmütter nehmen da recht gutgläubig oder gar kämpferisch ihre Stellung als Zweitfrau auf. Dann folgt oft die Ernüchterung und den Schmetterlingen im Bauch folgen Magenschmerzen oder gar Magengeschwüre.

    Mittlerweile bin ich ja davon abgerückt, mein Leben als Hagestolz bis ins hohe Alter fortzuführen, weil ich es bei der hiesigen Familienrechtsproblematik einfach nicht für zumutbar hielt, eine Partnerin damit zu belasten.

    Erfreulicherweise konnte ich zwischenzeitlich aber feststellen, das es doch noch ein paar menschliche Wesen gibt, die sowohl ein selbstbestimmtes Leben als auch eine partnerschaftliche Beziehung zu führen gewillt sind. Meinen Haushalt als Teilzeitalleinerziehender kann ich auch prima alleine schmeissen.

    @Manuel:

    Die meisten Eheverträge sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen und werden spätestens im Scheidungsverbund genüsslich vom Richter auseinander genommen, wenn sie im Ergebnis die öffentlichen Kassen belasten würden.

  10. Silvia sagt

    Lieber Michael,
    (leider kann ich nicht direkt unter deinen Zeilen antworten. Der Antwort Button ist nicht vorhanden)

    ich weiß sehr wohl wie es einem Vater ergeht nach einer Trennung. Ich habe miterleben müssen wie meinem Partner das Herz gebrochen wurde bzw. immer noch wird im Bezug auf seinen Sohn u ich habe erlebt wie berechnend, unfair und entschuldige den Ausdruck, aber asozial sich ein Mensch beim Thema Scheidung, Unterhalt, nachehelicher Unterhalt u Kindesunterhalt verhalten kann. U das über Jahre hinweg.
    Im Bezug auf solche Themen steh ich bei Jedem, der so etwas durchmachen o miterleben musste.

    Ich kenne aber auch die andere Seite. Auch ich habe eine Trennung mit Kind hinter mir. Das hier nicht einmal Interesse am Kind durch den ‚Kindsvater‘ besteht, ist das Eine. Das Andere ist aber, das nicht einmal der Mindestunterhalt fürs Kind gezahlt wird, obwohl die locker möglich wäre. Aber, ich habe dies so hingenommen, diesbezüglich nie Streit begonnen o Sonstiges. Für mich persönlich das Vernünftigste.
    Ich hätte mich nun auch hinter meiner negativ Erfahrung verstecken können, oder aber einfach, wie ich es getan habe, nach vorn zu blicken u offen zu sein dafür, was kommt u kommen könnte. So wie ich es auch war, als ich meinen Ex kennenlernte. Warum sollte eine neue Begegnung nicht auch das Recht haben mich genau so kennenzulernen, wie der Ex es getan hat. Fazit: sehr glückliche Beziehung, ein gemeinsames Kind u Haus. Wäre alles nicht, wenn ich mich aufgrund meiner Vergangenheit verschlossen hätte.

    Was die Väter im Allgemeinen anbelangt bin ich die Letzte die nicht dafür ist, das sich hier in der Gesetzgebung ganz dringend etwas ändern muss. jeder Elternteil sollte gleichen Teilen an zb Umgängen u Unterhalt( finanziell, nicht nur Betreuungsbedingt) aufkommen. Für jedes entstanden Kind sollte jeder Elternteil das Sorgerecht automatisch erhalten, sofern Interesse am Kind vorhanden ist usw…nur ein paar kleine Auszüge meiner Gedanken dazu.

    Abschließend möchte ich sagen, dass eine Frau, die sich während einer Trennung so verhält, was finanzielle Aspekte anbelangt, hat ihren Charakter nicht erst seit diesem Ereignis. Jede die etwas auf sich hält, ihr Leben allein stämmen und richten kann, wird dies auch während u nach einer Trennung tun.

  11. Dana sagt

    Liebe Y,
    dein Brief machte mich ganz traurig. Ich fragte mich auch die ganze Zeit ob diese Liebe denn beidseitig sein kann? Ich verstehe, dass ein Mann vorsichtig wird, wenn eine Beziehung mit Kind einmal in die Brüche gegangen ist, aber BITTE, du musst nicht alles davon abkriegen und auf deinem Selbstwert rumtrampeln lassen. Liebst du ihn so sehr, dass du auf einige deiner Träume verzichten kannst? Ist er es wert? Ich habe meinem Partner (er hat 2 Kinder aus erster Ehe) auch von Anfang an gesagt, dass ich mir ein Leben ohne eigene Kinder nicht vorstellen kann. Das hat er auch verstanden und ich bin ihm heute noch dankbar, dass er dieses „Risiko“ noch mal eingegangen ist (wir haben nochmal 2 Kinder bekommen). Aber es wird sich nie ganz normal anfühlen Patchwork. Nur wenn die Stiefkinder nicht da sind ist es für mich normal. Für ihn logisch umgekehrt. Ganz verstanden habe ich nicht weshalb du nun die gemeinsame Zeit mit Kind ganz verwehrst…ist die Botschaft dahinter: gemeinsames Kind oder ich verbringe keine mehr mit deinem? oder willst du ihm damit klar machen, dass du es nicht mehr erträgst Zeit mit seinem Kind zu verbringen ohne immer an ein nicht vorhandenes eigenes denken zu müssen? Geh tief in dich, sei ehrlich zu dir und auch zu ihm. Du hast nur dieses eine Leben..Alles Liebe und Gute

  12. Manuel sagt

    Mal ganz allgemein in die Runde gerufen:
    Nennt mir doch mal gute Gründe warum ich oder jeder andere Mann (ein zweites, vielleicht sogar drittes Mal) heiraten sollte.

    Wegen dem Stückchen Papier?
    Wegen den Ringen?
    Wegen der Außendarstellung?
    Wegen der Veranstaltung an sich?
    Wegen der Flitterwochen?
    Wegen den paar Euro mehr Nettoeinkommen?
    Wegen einem Kind?
    Um wenn es doch (wieder) nicht klappt im Alter ggf. von Grundsicherung leben zu dürfen obwohl man immer gearbeitet und gut verdient hat?
    Um wenn es dumm läuft für viele Jahre einen Großteil des Monats für andere Leute Geld zu erwirtschaften?

    Ich kann keinen rational fassbaren Grund für dieses deutlich erhöhte Zukunftsrisiko erkennen. Und schon gar nicht ohne entsprechende Vorkehrungen getroffen zu haben. Und schon gar nicht wenn die Wahrscheinlichkeit dafür das es nicht klappt laut Statistik bei knapp 50% liegt.

    BTW:
    Was denken Männer und Frauen vor einer Heirat?
    Er: „Sie wird sich niemals ändern.“
    Sie: „Er wird sich schon noch ändern.“
    Beide irren sich.

    • Silvia sagt

      Auch wenns zu naiv u romantisch klingt, aber einzig u allein aus Liebe.

      Ein lebenslanges rationales Denken macht auf Dauer auch nicht glücklich.

    • Dana sagt

      Heutzutage passiert es doch noch häufig, dass erst nach Kindern geheiratet wird. Und stell dir vor, mein gebrauchter, geschiedener Mann redet viel häufiger vom Heiraten als ich!! Ich bin eher die Skeptische, weil ich auch Angst davor habe, dass es dann mit den Stiefkindern noch schlimmer wird (weil eine Ehe ist ja dann schon etwas Endgültigeres, was den Kindern vermittelt die bleibt und dann ist man ganz offiziell gute/böse Stiefmutter). Also warten wir noch bis die gemeinsamen Kinder größer sind. Eine Ehe verbindet noch mehr und geschieht hoffentlich aus LIEBE. Man will dem Partner damit sagen: ich will dich immer an meiner Seite! Und das ist ein großes Kompliment. Vielleicht das Größte neben einem gemeinsamem Kind. Schon mal gehört: Liebe? Und Liebe schließt von mir aus auch keinen Ehevertrag aus. Lass sie mal los, die Verbitterung und so ganz egal ist dir die Ex sicher nicht was du so von dir abgibst an Kommentaren. lg

      • Manuel sagt

        Aus einem derart irrationalen Grund kann sich das leider nur eine Frau erlauben, da sie dabei außer ggf Lebenszeit nichts zu verlieren hat. Männer hingegen verlieren zusätzlich zur Lebenszeit noch so einiges andere bei einer Scheidung. Angefangen beim monatlichen Einkommen über das Dach über Kopf und die Altersvorsorge bis hin zu den Kindern für die der Vater fortan primär oft nur noch lebender Geldbeutel und Bespaßungsonkel ist. Wobei man den Kindern zugute halten muss, dass sie diese Haltung meist nicht von alleine entwickeln sondern es ihnen so vermittelt wird.

      • Silvia sagt

        @Manuel, rational betrachtet könnte sich jeder Geringverdiener diesen Grund erlauben. Schade das es ein Mensch geschafft hat, das du so verbittert bist. Als deine Freundin würde ich mich jetzt schon fragen, ob du auch abwägst wann jemand geliebt werden kann o ob da auch zu viel in der Vergangenheit passiert ist.
        Alles Gute für Dich.

    • Manuel sagt

      Hier habe ich eine gute Quelle der „Bundeszentrale für politische Bildung“ (also eine offizielle Quelle) gefunden. Nach allem was da steht befinde ich mich mit einem großen Teil unserer Bevölkerung in guter Gesellschaft.

      http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verhaeltnisse-eine-sozialkunde/138030/die-familiendemografische-entwicklung-in-deutschland?p=all

      Auszugsweise hier ein paar markante Zitate:

      „Mit einer Scheidung sind zumeist erhebliche Kosten und eine Verschlechterung der ökonomischen Situation sowie, zumindest kurzfristig, psychische und emotionale Belastungen verbunden.“

      „Der Rückgang der Heiratshäufigkeit ist zum Teil Folge demografischer Veränderungen […], basiert aber auch auf einem Absinken der Heiratsneigung. Darauf deutet der Anstieg dauerhaft lediger Personen hin.“

      „Innerhalb der letzten dreißig Jahre hat sich der Anteil dauerhaft lediger Männer verdreifacht, während der Anteil der ledigen Frauen im selben Zeitraum nur geringfügig angestiegen ist. Zurückgegangen ist auch die Wiederheiratswahrscheinlichkeit geschiedener und verwitweter Personen im Zeitverlauf.“

      „Die reine Liebesheirat ist entgegen gängigen Vorstellungen nicht sehr weit verbreitet. Nur etwa jede siebte Eheschließung erfolgt als reine Liebesheirat. Weit häufiger sind dagegen traditionelle und wertbezogene, aber auch nutzenorientierte Heiratsmotive.“

    • Kerstin sagt

      Oh Manuel… *seufz*

      All die von dir genannten Gründe sind natürlich keine Grundlage für eine Heirat.
      Sollte man sich in ganz jungen Jahren aus einem dieser Motive heraus dafür entschieden haben, dann wird das wohl bitter geendet haben.

      Einen Grund möchtest du und Liebe scheint nicht dein Leitmotiv sein zu können. Sehe ich übrigens auch so. Wäre ja kein „MUSS“. Unsere Motivation bestand darin, dass wir unser Leben gemeinsam verbringen möchten und auch keinen Bock mehr auf irgendwelchen Beziehungsstress haben. Wir beide wollen- unsere Ziele – unsere Aufgaben – unseren Weg – GEMEINSAM bestreiten. Und natürlich auch (wenn einem das gegönnt ist) im Alter für einander da sein, sich um den bedürftigeren kümmern.

      Im übrigen habe ich mal gehört, dass es auch so sein kann, dass einer Frau das Haus gehört, weil sie es mitgebracht hat (nein – nicht von einem anderen Mann…. ). Und bei nicht vorhandenen oder geplanten GEMEINSAMEN Kindern, hat Frau weder von dem Mann was zu erwarten (weil sie die jenige mit den super wertvollen Rentenpunkten ist…. ), noch ist sie drauf bedacht sich sein vermeintliches Vermögen unter den Nagel zu reißen (DAS haben andere schon vorher gemacht 😉 und tun es noch immer). Du, manchmal muss man auch einfach mal den Gedanken zulassen, dass nicht jede Frau auf dein Geld aus ist (ich bin der festen Überzeugung, dass solche Damen grundsätzlich auch ein anderes Klientel in die engere Wahl ziehen).

      • Manuel sagt

        In deinem kompletten zweiten Absatz finde ich nicht einen einzigen Umstand der zwingend eine Heirat voraussetzt. Das geht alles auch ohne.

        Und was das Haus der Frau angeht: Das bleibt natürlich ihr Eigentum (umgekehrt genauso). Ohne irgendwelches Zutun gilt seit einigen Jahren in Deutschland die Zugewinngemeinschaft. Es erfolgt im Falle einer Scheidung also lediglich ein Ausgleich des Vermögenszuwachses beider Seiten. Wenn also das Haus vor der Ehe 100.000€ wert war und nach der Ehe 200.000€ (egal warum), dann stehen jedem der ehemals verheirateten 50.000€ zu. Da die niemand mal eben so rum liegen hat ist so ein Häuschen dann halt auch mal schnell weg wenn es der andere drauf anlegt.
        Genauso verhält es sich mit Aktien, Fonds und sonstigen Anlagen. Auch ein bspw. ein Oldtimer der an Wert zulegt gehört dazu. Usw usw usw.
        Verhindern lässt sich das nur indem per Ehevertrag (das ist er wieder) Gütertrennung oder für die ganz Verrückten Gütergemeinschaft vereinbart wird.

        „muss man auch einfach mal den Gedanken zulassen, dass nicht jede Frau auf dein Geld aus ist“

        Ich habe es schon woanders geschrieben:
        Ich traue diese Einstellung meiner Freundin tatsächlich zu. Ich habe nämlich durchaus mitbekommen wie fair sie mit ihrem Ex-Mann umgegangen ist obwohl er sie betrogen hat. Das gibt es also tatsächlich.
        Alle Fairness und der Wille dazu nützt aber nun mal gar nichts wenn die entsprechende Person, egal ob Mann oder Frau, nicht mehr Herr der Lage ist, weil öffentliche Kassen mit im Spiel sind (ALG2, Grundsicherung,…). Das ist nun mal leider so.

      • Sehr wahr. Auch ich arbeite wieder seitdem unsere Tochter 5 Monate alt ist. Und nicht wegen der finanziellen Notwendigkeit, sondern weil ich es anders vermissen würde. In der Zeit passt der Papa auf.
        Und neben den für Manuel banalen Grund der Liebe, haben wir auch geheiratet um einen Familiennamen zu haben. Um noch mehr eine Einheit zu sein.
        Im übrigen habe ich vor der Hochzeit vor einem Monat meinen Mann mehrmals auf einen EV angesprochen, da er vor 6 Jahren genauso wie Manuel geredet hat.
        Er wollte nicht.
        Mal von dem allen abgesehen. Wenn eine Frau auf das Geld eines Mannes spekuliert, wieso in aller Welt sollte sie sich einen „gebrauchten“ Mann antun?
        Der muss mindestens bis zum 18. Lebensjahr seinen Anhang unterhalten. Dazu der Stress mit Umgängen, Urlaub, der Ex, Gerichtsverfahren usw, usw.
        Lieber Manuel, eine Frau die sich für dich entschieden hat, die bei dir bleibt, trotz deiner Vergangenheit, die immer ein Teil ihrer Gegenwart und Zukunft sein wird, solltest du ganz fest halten. Denn ich sage dir etwas. Der größte Teil aller ungebundener Frauen würde sich diesen Stress nicht antun.
        Zweitfrauen sind immer tolle Frauen. Oder kennst du einen Mann, dem solche Geschichten zweimal hintereinander passiert sind?
        Ich hoffe das du deine Partnerin gehen lässt. Weil sie kann nichts für deine Einstellung und erst recht nichts für das was dir passiert ist. Sie hat ein Recht genauso unvoreingenommen zu heiraten und Kinder zu bekommen wie du es einst getan hast.
        Gönn ihr einen Mann der weniger verbittert ist und bleib doch allein, wenn für dich jede Frau gleich ist.
        Alles Gute

      • Susanne Petermann sagt

        Liebe M.
        Herzlichen Glückwunsch nachträglich und alles Gute für Euch!
        Susanne

    • Manuel sagt

      @M.
      „Zweitfrauen sind immer tolle Frauen. Oder kennst du einen Mann, dem solche Geschichten zweimal hintereinander passiert sind?“

      Hm … mein Vater ist 2x geschieden; meine Schwiegermutter 2x, mein Schwager 3x

      siehe auch: http://www.focus.de/panorama/boulevard/gesellschaft-welche-ehe-haelt-wie-lange_aid_194737.html
      „Je länger die Suche, desto höher die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Partner zu finden. Bei einer zweiten Ehe gilt dieses Prinzip jedoch nicht mehr: Diese ist wackliger. Salopp gesagt: Die erste Scheidung ist immer die schwerste – danach wirds Routine.“

      Glaube versetzt Berge … denken zumindest viele.

      • Klaus sagt

        Mein Bruder ist auch 2x geschieden und es war beim 2. Mal für ihn schlimmer. Dagegen war die 1. Scheidung ein Kindergarten. Eine weitere Beziehung später hat ihn seine neue Flamme die komplette Wohnung renovieren lassen, weil darin lebt es sich zu zweit ja dann schöner. Bloß war er in „zu zweit“ wohl nie vorgesehen gewesen und als er damit fertig war, konnte er gehen. Danach hat er sich chirurgisch behandeln lassen, Kinder sind für ihn kein Thema mehr und heiraten ist auch gegessen.

        Die Zweitfrau, bzw. Stiefmutter hat häufig das Problem, das sie nichts richtig machen kann, egal was sie macht. Zum Einen ist sie nicht die „richtige“ Mutter und zum anderen ist sie ihrem Partner gegenüber plötzlich ein grober Klotz, wenn sie sich mal von dem zermürbenden Störfeuer der Ex abgrenzen möchte. Ich habe den größten Respekt vor der Frustrationstoleranz solcher Frauen. Und es kann wirklich sehr lange dauern, bis man(n) nach dem Zerbrechen der eigenen Familie wieder Vertrauen in die Zukunft haben kann.

    • Ich wollte es mir verkneifen, aber da du ja immer mit Statistiken kommst:
      https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Ehescheidungen/Ehescheidungen.html
      Ich will hier auch gar niemanden zum heiraten überreden. Man kann sehr wohl glücklich ohne Trauschein leben.
      Aber deine Einstellung gegenüber Frauen ist einfach unfair.
      Es ist nicht die Mehrheit aller Frauen, die ihren Mann verlassen und ihn danach ausbluten lassen und das Kind entfremden. Auch wenn sich das für dich so anfühlt.
      Meine Eltern sind seit 35 Jahren verheiratet, meine Schwester seit 13 und meine Oma hat es 53 Jahre geschafft, bevor sie ihren Mann gehen lassen musste.
      Es gibt keine Garantie. Auch nicht das du bei einem Autounfall stirbst. Fährst du deshalb kein Auto mehr?
      Das Leben ist nun mal so. Man weiß nie was die Zukunft bringt. Aber wegen schlechter Erfahrungen alle Frauen über einen Kamm zu scheren und nie wieder vertrauen zu fassen finde ich einfach traurig. Nicht nur für deine Partnerin, sondern auch für dich.
      Kinder werden groß. Irgendwann müssen sie vielleicht weit weg ziehen, weil es der Job verlangt.
      Und du? Bist du dann ganz allein, weil du niemanden mehr vertraust?
      Das ist doch traurig.
      Aber vielleicht brauchst du einfach noch Zeit. Ich kenne all diese Reden von meinem Mann. Ich hab es ausgehalten, sinnlos argumentiert und schlussendlich gelernt damit zu leben. Aber ich hätte es nicht ewig gekonnt.
      Ich hätte niemals auf die eigenen Erfahrungen einer Familie und einer „normalen“ Beziehung verzichtet, nur weil er nie aufhört mit seiner Vergangenheit abzuschließen.
      Damit meine ich nicht seinen Sohn, den sieht er regelmäßig und zahlt natürlich auch fleißig.
      Aber er hat abgeschlossen mit der Ex und wie er nach der Arbeit eine leere Wohnung vorgefunden hat.
      Wie bei einen Fahrradunfall. Man erinnert sich, ist vielleicht beim nächsten mal etwas vorsichtiger, aber man steigt wieder auf und fährt los.
      Ganz ohne dem Fahrrad die Schuld zu geben. 🙂

      • Manuel sagt

        „Aber wegen schlechter Erfahrungen alle Frauen über einen Kamm zu scheren und nie wieder vertrauen zu fassen finde ich einfach traurig.“

        Mache ich doch gar nicht. Ich sehe aber auch überhaupt keinen Grund warum ich mich ohne Not in Gefahr begeben sollte. Deswegen mache ich beispielsweise auch kein Bungeejumping oder Fallschirmspringen. Das ist Rechnen mit zu vielen Unbekannten.

        „Es ist nicht die Mehrheit aller Frauen, die ihren Mann verlassen und ihn danach ausbluten lassen und das Kind entfremden. Auch wenn sich das für dich so anfühlt.“

        Sorry, aber das sehe ich anders.

        „und einer „normalen“ Beziehung“

        Also ist nur die Ehe eine normale Beziehung?

        „Ich wollte es mir verkneifen, aber da du ja immer mit Statistiken kommst“

        Auf der verlinkten Seite steht es nochmal schwarz auf weiß. In 2014 stehen 385.952 Eheschließungen 166.199 Scheidungen gegenüber. Es werden also 43% der Ehen geschieden. In 2013 steht es 373.655 zu 169.833 also 45%

        „Es gibt keine Garantie. Auch nicht das du bei einem Autounfall stirbst. Fährst du deshalb kein Auto mehr?“

        Doch. Und weil ich MUSS sogar sehr viel. Und ich fahre sogar Motorrad. Das ist aber alles meine freie Entscheidung. Genauso wie die nicht mehr vorbehaltlos zu heiraten. Vielleicht fahre ich auch kein Motorrad mehr wenn ich mich mal hingelegt habe. Weiß man nicht.
        In Bezug auf die statistischen Werte oben würde das bedeuten, dass 43% aller Autofahrer einmal im Leben einen schweren oder tödlichen Autounfall haben müssten.

        „Wie bei einen Fahrradunfall. Man erinnert sich, ist vielleicht beim nächsten mal etwas vorsichtiger, aber man steigt wieder auf und fährt los.“

        Oder halt auch nicht wenn man fest genug auf die Schnauze gefallen ist.

        Ich persönlich kann nur jedem (jungen) Mann raten bloß nicht zu heiraten. Es gibt einfach keinen Grund dazu. Ich selbst hätte damals auch besser auf meinen Vorgesetzten gehört, der gesagt hat „Lass es besser sein.“.

  13. Liebe Y
    Ich verstehe deine Zeilen sehr gut und kann mir gut vorstellen welche Qualen du durchstehst.
    Die zweite Partnerin eines geschiedenen und auch noch Vaters zu sein ist eine sehr schwierige Aufgabe und müsste ganz genau vorher überlegt werden. Du bist diese Beziehung freiwillig eingegangen und wenn ich dir einen Rat geben kann dann beende die Partnerschaft und finde einen Partner der auch deine Wünsche wahrnimmt, so schlimm diese Worte auf diech wirken.

  14. Susanne sagt

    Lieber Manuel,

    hast Du eine Ahnung, wie schmerzhaft dieser Satz ist: „Hab ich seinerzeit auch gemacht. Es war der größte Fehler meines Lebens und ich mache Fehler nie zweimal.“

    Als Zweitfrau fühlst du dich IMMER als Fehler. Nur die ERSTE darf alles haben, sie war es sogar wert, geheiratet zu werden. Du als Next bist zweite Wahl, daher stehen dir gewisse Privilegien nicht mehr zu.

    Naja, Pech gehabt, aber das muss Frau doch verstehen. Und nein, das will Frau nicht verstehen, weil Frau dich abgelegten Vater und Exmann liebt, sich mit Dir eine Zukunft vorstellen kann und mindestens genau so viel wert ist, wenn nicht sogar mehr als die Ex, die dich schließlich betrogen und verlassen hat!!

    Liebe Y,

    ich kann Dich sehr gut verstehen, da ich jedoch schon älter bin, selbst ein Kind habe, hatte ich kein Bedürfnis mehr, weitere, gemeinsame Kinder zu bekommen.

    Aber wie ich schon Manuel mitgeteilt habe, ich habe viel erdulden und ertragen müssen. Bei meinem LG, der ebenfalls betrogen und verlassen wurde, der wie Manuel gezahlt hat ohne Ende und zum Dank, hat die Ex ihm die Kinder entfremdet. Wir sind jetzt schon im Erwachsenenalter der Kinder angelangt, was es nicht besser macht.

    Ich habe durchgehalten, weil ich ihn liebe und eine gemeinsame Zukunft sehe, die wir nach und nach leben. Wenngleich es sechs Jahre gedauert hat, bis wir zusammenzogen. Ich bin finanziell unabhängig, das macht mich natürlich besonders interessant für einen Vater und Exmann, der extreme Summen erwirtschaften musste, um diese direkt an die Ex weiterzuleiten.

    Es ist ungerecht und schmerzhaft, wenn Frau sieht, wie die andere einfach alles bekam, man selbst hart für ein klein bißchen kämpfen muss, um es manchmal doch nicht zu erhalten.

    Liebe Y, ich kann Dir nur empfehlen, halte durch und kämpfe weiter, wenn Du Licht siehst am Ende des Tunnels. Wenn nicht, lass es. Es kostet Nerven, Lebenszeit und Lebensqualität, die dir niemand – weder das Kind noch der Vater zurück geben. Möglicherweise wirst du, wenn das Kind nicht mehr da ist, abgesägt, selbst wenn du gut funktioniert hast. Wer weiß.

    Überlege Dir, was DIR wichtig ist. Eine Beziehung auf Trotz und Groll aufzubauen geht nicht, ohne sein Kind geht auch nicht.

    Viel Glück und die Kraft für eine für Dich richtige Entscheidung wünscht Dir
    Susanne

    • Manuel sagt

      „Nur die ERSTE darf alles haben, sie war es sogar wert, geheiratet zu werden. Du als Next bist zweite Wahl, daher stehen dir gewisse Privilegien nicht mehr zu.“

      Sie war es eben nicht wert wie sich leider erst im Nachhinein herausgestellt hat. Deswegen war es auch der größte Fehler meines Lebens in Tateinheit mit dem Verzicht auf einen entsprechenden Ehevertrag. Wie das halt so ist: Hinterher ist man immer schlauer.

      „Du als Next bist zweite Wahl, daher stehen dir gewisse Privilegien nicht mehr zu.“

      Zweite Wahl ist ja nicht richtig. Das würde voraussetzen, dass man die zweite Frau schon gekannt hat als man die erste kennengelernt hat. Das ist wohl nur bei den wenigsten der Fall.
      Zweite Chance trifft es vielleicht eher. Und wie ich schon schrieb würde ich durchaus evtl noch einmal heiraten. Eventuell. Aber ganz sicher nur mit Ehevertrag.

      Leider kann nämlich niemand – weder Frau noch Mann – in einen anderen Menschen hinein oder gar in die Zukunft blicken und damit sehen wie sich die Dinge entwickeln.
      Nur ein Beispiel: Hätte ich irgendwie ahnen können, dass meine Ex mich irgendwann mal vor den Kindern als Versager tituliert, mir von ihrem Neuen Schläge androhen lässt und Lügen über mich verbreitet? Nein, hätte ich nicht. Und ganz sicher auch niemand anders hier.
      Im Gegensatz zum Freund der Verfasserin des Briefes hier im Beitrag hasse ich meine Ex aber nicht. Hass ist nämlich ein Gefühl. Mir hingegen ist sie völlig egal.

  15. Stephi sagt

    Ich kann Dich sehr gut verstehen. Bei uns ist die Grundsituation eine ganz ähnliche: Mein Mann hat einen Sohn, inzwischen 7, der bei der Mutter lebt, sie waren ein halbes Jahr zusammen als sie ungewollt schwanger wurde. Eigentlich standen sie zu diesem Zeitpunkt vor der Trennung. Wegen des Kindes sind sie zusammengeblieben, sie ist zu ihm gezogen und haben noch etwa 2 Jahre zusammengelebt (inkl. Fremdgehen ihrerseits etc.) ehe er sie rausgeworfen hat. In dieser Zeit hat er sich noch sehr mit seinem Vater überworfen, mußte deshalb umziehen und ähnliche Geschichten. Ihr kam es auch ganz gelegen, dass sie erstmal nicht arbeiten mußte (und bis heute ist das auch eher die Ausnahme). Zum Glück war mein Mann so clever nicht zu heiraten!
    Ich kenne meinen Mann schon mehr als mein halbes Leben und habe daher die ganze Story ziemlich hautnah mitbekommen und ihn immer sehr dafür bewundert, wie toll er mit seinem Sohn umgeht. Vor dreieinhalb Jahren ist dann aus unserer Freundschaft mehr geworden. Allerdings bin recht schnell zu ihm gezogen, da seine Wohnung größer war als meine und es dort ein Zimmer für den Sohn gab. Allerdings hatte er hier auch mit der Ex gelebt und das hat mir oftmals sehr zu schaffen gemacht. Zudem bin ich zwei Jahre älter als er und war an dem Punkt, an dem ich auch gerne ein eigenes Kind hätte und mich nicht nur um ein Kind kümmern wollte, mit dem ich mich zwar gut verstehe, das unser Leben aber auch ziemlich schwer macht. Ich erinnere mich gut an einen Abend im August vor drei Jahren: Wir saßen auf der Terasse der Wohnung, haben ein Bier getrunken und kamen irgendwann auf das Thema Kinder. Mein Mann hat mir damals gesagt, dass er so etwas wie mit seinem Sohn nicht noch einmal erleben möchte, dass er eigentlich immer zwei Kinder gewollt hätte, aber das es ihm eben auch sehr schwer fallen würde zu vertrauen. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich gerne ein eigenes Kind hätte und das auch lieber heute als morgen. Aber dass das eben etwas ist, was man zusammen entscheidet und dass wir das eben auch zusammen tun würden, wenn er so weit ist.
    Einige Monate später hatten wir dann Diskussionen (eher spaßiger Natur) ob wir nun erst ein Haus bauen, heiraten oder ein Kind bekommen. Inzwischen wohnen wir in unserem Haus, haben am Sonntag den ersten Hochzeitstag und wenn alles gut geht sind wir bald zu dritt bzw. viert.
    Was ich damit sagen möchte: Reden hilft. Auch wenn es schwer ist. Aber wenn jeder seinen Standpunkt und seine Gefühle äußert, kann der andere auch sagen, damit kann ich umgehen, darauf kann ich mich vielleicht einlassen oder eben nicht. Allerdings würde ich es bald machen und mir dann auch überlegen, ob ich wirklich auf ein eigenes Kind verzichten könnte und das vor allem mit seinem Kind vor der Nase, denn: das wird immer da sein und Du kannst Dich nicht immer zurückziehen (mal ganz abgesehen davon, ob man das wirklich will).
    Mein Mann und ich haben auch schon viele Gespräche geführt, in denen es um das Kind ging und immer, wenn ich ihm meine Gefühle geschildert habe, hat er gesagt, dass er mich versteht und wir konnten dann besser damit umgehen bzw. eine gemeinsame Lösung finden.
    Ich wünsche Dir alles Gute.

  16. Liebe Y.,
    Ich kann dich so sehr verstehen. Es ist so verdammt ungerecht, wenn man als Frau für eine Vergangenheit leidet, mit der man absolut nichts zu tun hat.
    Ich kenne das alles. Auch mein Mann wollte nie mit mir zusammen ziehen, nie heiraten und um Gottes Willen niemals Kinder haben. 2 Jahre hat es gedauert, bis wir zusammen gezogen sind, 4 Jahre bis ich schwanger wurde und wie du meinem letzten Satz entnehmen kannst haben wir letzten Monat geheiratet.
    Es war ein so schwieriger Weg bis dahin. Ich habe mir furchtbare Dinge angehört. Habe mehr als einmal den Frust abbekommen, der eigentlich der Ex galt.
    Ich habe so oft geweint, so oft meine Koffer gepackt, so oft voller Verzweiflung geschrien und geflucht.
    Was soll ich sagen? Ich liebe diesen Mann und bin keine Frau die ohne Kampf alles hinschmeisst.
    Glaube mir, ich habe bis zu einem gewissen Grad verstehen können warum er solche Angst vor einer erneuten Bindung hat. Aber ich bin nicht seine Ex und ich bin auch ein Mensch mit Gefühlen. Wir haben viel geredet. Naja, eigentlich habe ich geredet und er hat abgeblockt. Aber irgendwas an meinen Worten scheint doch hängengeblieben zu sein.
    Zeige ihm immer wieder das du anders bist. Lasse dir trotzdem nicht alles gefallen. Glaube an euch. Und wenn noch etwas Zeit ins Land gegangen ist, sage ihm klipp und klar das du einen Kinderwunsch hast und diesen eben zur Not ohne ihn erfüllen wirst.
    Kein Mann kann so naiv sein zu glauben, dass eine junge Frau ihm zuliebe auf Kinder verzichtet wenn sie einen Kinderwunsch hat. Das weiß auch dein Partner.
    Ich habe nicht aufgegeben und vor mir spielt gerade meine 8 Monate alte Tochter. Und weißt du was? Der Papa, der keine Kinder mehr wollte ist heute wieder ein glücklicher Ehemann, der seine Vergangenheit akzeptiert hat.
    Alles Gute

  17. Claudi sagt

    Liebe Y.,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Auch ich war vier Jahre in einer Beziehung und es gab schon ein Kind. Auch ich habe von Anfang an gesagt, dass ich ein eigenes Kind möchte. Auch ich habe mich sehr gut mit seinem Kind verstanden und es sogar irgendwie auch geliebt.

    Auch bei uns kam es zu keiner gemeinsamen Wohnung, geschweige denn zu irgendeiner Zukunftsplanung.

    In alle Kürze: Seine Ex ist nicht Schuld an der ganzen Situation. Dein Freund hat sich immerhin halbwegs klar positioniert, er will kein weiteres Kind. Es liegt nun an dir zu entscheiden, ob eure Zeit zu zweit so ist, wie du dir das wünscht und du damit deinen Kinderwunsch zurückstellen kannst. Überlege gut, denn es ist vielleicht die Entscheidung deines Lebens.

    Ich habe mich schlussendlich getrennt, eben weil ich meine eigenen Lebensträume komplett hätte aufgeben müssen. Kein Kind, keine Reisen, kein Haus… nichts, was einen aufgegebenen eigenen Kinderwunsch hätte aufgewogen. Die Entscheidung hat lange gebraucht und tat weh, sehr weh, aber man fühlt sich schneller wohl damit, als man vorher glaubt 😉

    • Amanda sagt

      Wie lange ist deine Trennung nun her und wie ging dein Leben weiter? Würdest du dich noch mal auf einen Partner mit Kind einlassen?

  18. Martin sagt

    Liebe Y,
    was Du ertragen musst, ist sicherlich ungerecht und sehr schmerzhaft. Ich möchte Dir trotzdem die Sicht eines getrennten Vaters übermitteln.

    Väter sind durch eine Trennung zum Kind oft sehr verletzt. Wir leben nicht mehr in einer Gesellschaft wo ein Vater nur der Geldverdiener und die Frau Hausfrau ist. Vorm Familienrecht hingegen wird es fast immer noch so klassisch alt verteilt gesehen, wie vermutlich auch im Falle Deines Partners. Wenn eine Mutter heute so gut wie alles bestimmen kann was das Kind betrifft, dann reißt es so manchem Vater den Boden unter den Füßen weg.

    Das mag noch keine Erklärung sein, warum er nicht mit Dir zusammenziehen möchte, doch vielleicht hat er einfach nur Angst. Meine Sicht Frauen gegenüber war bei dem was ich erlebt habe sehr lange extrem skeptisch. Ein Vater möchte diesen Trennungsschmerz nicht noch einmal erleben, zumal er ja ein Leben lang anhält. Er kann das Kind nie durch den Alltag begleiten, nie für es so sorgen, dass das Kind den Vater als normales Elternteil ansehen könnte. Er bleibt wie ein Onkel, ein Opa, ein Freund mit dem man Spaß hat. Das zu erleben ist der Horror. Die Gedanken kreisen tagtäglich in Sorge um das eigene Kind. Das möchte man wohl nicht noch einmal erleben. Auch wenn immer häufiger die Kinder im Schul- oder pubertären Alter dann zum Vater ziehen wollen und auch gerichtlich dürfen, so bleiben die Kinder doch einfach ein Opfer unreifer Eltern.

    Ich kann mir vorstellen, dass das viele getrennte Väter davon abhält sich neu zu binden. Doch das ist auch keine Lösung. Eine 100%-ige Sicherheit wird es nie geben. Eine gewisse Sicherheit gäbe es für mich erst, wenn der Staat endlich wie in anderen Ländern üblich nach einer Trennung dafür sorgt, dass die getrennten Kinder zu gleichen Teilen ihre Eltern erleben dürfen. Bis dahin bleiben Kinder allzuoft Spielbälle verletzter und machtgesteuerter Eltern. Sehr furchtbar. Dies verletzt gerade das Elternteil, welches viel zu geringen Umgang mit dem Kind hat, also zu 90% die Väter. Vielleicht trägt auch Dein Partner diese Ängste in sich.

    Vielleicht hilft es Dir, Deine Verletzungen nicht so darauf zu beziehen, dass Dein Partner mit der Mutter seines Kindes mal zusammenlebte obwohl er meinte, sie nie geliebt zu haben. Letztendlich ist es auch ein Stück Verantwortungsbewusstsein dem Kind gegenüber. Ich habe erschreckend viele Väter kennengelernt, die nur wegen dem Kind mit der Mutter zusammengeblieben sind. Wenn Du Dich nicht so viel auf die Vergangenheit und die nicht vorhandenen Parallelen konzentrierst, sondern Dich auf das „Jetzt“ beziehst, dann kann ich mir vorstellen, dass dies für Euch vielleicht hilfreich wäre.

    Vielleicht habt ihr schon über die Gründe des „Nichtzusammenziehen’s“ gesprochen, wenn nicht, wäre es wohl höchste Zeit. Die Ängste, Sorgen und Bedenken müssen wohl von beiden Seiten ausgesprochen und geklärt werden.

    Es ist doch wirklich schön, dass Du Deinen Brief noch nicht abgeschickt hast. Das zeigt doch, dass Du noch Liebe Deinem Partner gegenüber in Dir trägst. Ich wünsche Dir und Euch viel Kraft, dass ihr ruhig und gefühlvoll diese Probleme klären könnt.

    Lieben Gruß Martin

  19. Der Brief ist so toll geschrieben. Mir erging es ähnlich. Mein Lebensgefährte hat auch lange gebraucht um mit mir zusammen zu ziehen. Er hat lange gebraucht um mir einen Antrag zu machen. Ich wurde auch ausversehen schwanger. Leider blieb es nicht. Doch nun ist unser Kinderwunsch groß.
    Eigentlich wollte er das alles nicht nochmal machen, heiraten oder Kinder. Doch jetzt schon. Aber ich muss sagen das ich eher der ungeduldige Typ bin. Und er mir für alles zu lange braucht. Eben aus dem gleichen Grund wie dein Freund. Die Ex hatte ihm ein Kind angedreht um nicht arbeiten zu müssen. Er hat sie dann geheiratet weil man das ja so macht wenn man eine Frau schwängert (im Geiste hat er wahrscheinlich 1950 gelebt). Nur wegen dem Kind zusammen geblieben. 4 Jahre unglücklich dann Scheidung. Seit 6 Jahren haben wir uns und es war nicht immer einfach. ABER: wir schaffen das. Und er sieht das ich ein ganz anderer Typ bin. Nämlich nicht jemand der gern vom Mann abhängig ist und nur ein Kind will weil man dann nicht arbeiten gehen kann. Ich stehe gern auf eigenen Beinen.
    Ich finde auch du solltest ihm den Brief geben oder zumindest drüber sprechen. So wie ich das raus lese bist du auch ein ganz gegensätzlicher Typ zu seiner Ex. Ich wünsche dir viel Kraft

  20. Manuel sagt

    „Gerne hätte ich dazu Austausch.“

    Ok, du hast es so gewollt…

    „Ständig höre ich Sätze darüber, was ich seinem Kind antue, wenn ich das Kind so hängen lasse und nicht mehr komme. Schließlich hätte es sich an mich gewöhnt, mag mich etc“

    Naja, das Kind kann nichts dafür, dass du – mit was auch immer – nicht oder nicht mehr klar kommst. Ihr hattet einen guten Draht zueinander und von einem Tag auf den anderen ist alles anders. Erklär‘ das mal einem Kind. Ich finde dein Freund hat mit dem Satz nicht ganz unrecht.

    „Du hast sie geheiratet.“

    Hab ich seinerzeit auch gemacht. Es war der größte Fehler meines Lebens und ich mache Fehler nie zweimal. Meiner Freundin habe ich gesagt, dass wir gerne irgendwann heiraten können, aber nur mit Ehevertrag. Ich habe nämlich keine Lust nach ein paar Jahren nochmal ohne alles dazustehen und von vorne anzufangen. Man wird ja auch nicht jünger…

    „Aber sie, diese Frau die Du hasst, durfte Dein Kind bekommen.“

    Was hätte er denn deiner Meinung nach dagegen tun sollen? Sie war nun mal schwanger ob ihm das gepasst hat oder nicht. Und ich denke man muss eigentlich den Hut vor ihm ziehen, dass er dem Kind zuliebe dann eine Frau geheiratet hat die er nie heiraten wollte. Andere hätten vielleicht das Weite gesucht. Er dagegen hat sich seiner Verantwortung gestellt.

    „Nicht mit mir zusammen wohnen. Schon gar nicht mit mir Kinder haben oder irgendwas.“

    Ersteres kann ich ehrlich gesagt auch nicht ganz nachvollziehen; letzteres schon.
    Wir Väter sind grundsätzlich die gekniffenen, wenn eine Beziehung (erst recht bei einer Ehe) auseinander geht. Wenn wir nicht das Glück haben, dass der Mietvertrag auf underen Namen läuft sind wir es die im Streitfall eine neue Wohnung suchen dürfen obwohl evtl. die Frau Schluss gemacht hat oder sogar fremd gegangen ist.
    Im Fall einer Ehe sind wir es die zum Dank für die aufgesetzten Hörner für lange Zeit Unterhalt an die Ex zahlen dürfen (Versorgungsausgleich natürlich auch).
    Nicht zuletzt sind wir es, die ihre Kinder fortan nur noch alle 14 Tage für zwei Tage sehen.
    Wir sind es auch, die im Falle von Kindesunterhalt alles erdenkliche zu tun haben um diesen sicherzustellen. Wenn es sein muss ans andere Ende der Republik ziehen um dort ein paar Kröten mehr zu verdienen (und unser Kind noch weniger zu sehen).
    Diese Aufzählung könnte ich noch ein Weilchen fortsetzen. Ich kann jeden Mann verstehen, der, wenn es das alles einmal erlebt hat, das nicht nochmal riskieren oder gar erleben will.

    • Silvia sagt

      Hallo Manuel,

      in einigen Punkten geh ich mit.

      ABER du verallgemeinerst mir zu sehr. Was wenn die Frauen auch immer noch den Next mit dem Ex vergleichen würden?! Denn nichts anderes zählst du ja hier auf. Ich denke mir das wäre, wenn du erneut wahrhaftig liebst, auch nicht gerade angenehm für dich, zu hören was alles nicht geht nur weil die neue Partnerin vorab schlechte Erfahrungen gemacht hat.

      Ehevertrag schön und gut- hat in meinen Augen leider nichts mehr mit dem Ursprung u der Emotion einer Heirat zu tun. Somit weder mit Liebe noch mit Vertrauen. U auch hier würde die neue Partnerin mit der Ex verglichen werden. Nur weil sie finanzielle Ausbeute betrieben hat, muss das nicht auch erneut zutreffen.

      Erwähnen möchte ich das man nicht explizit sagen kann, das hier immer nur die Väter die Gehörnten bei einer Trennung sind. Es sind die Mehrverdiener. Also Geschlechterunspezifisch.

      U um mal deine Frage, was er hätte gegen die Schwangerschaft tun sollen, von einem anderen Blickwinkel zu betrachten; wieso kommt es mit einer Person die man hasst überhaupt zu einer Schwangerschaft?! U wenn diese dann aus der Lust u Laune heraus entsteht, wieso ist man dann noch so unvernünftig, zieht zusammen u heiratet?!

      Und zum Abschluss möchte ich gern erwähnen, für Fehler die man selbst hat entstehen lassen o einfach plump gemacht hat, sollte man selbst gerade stehen und nicht andere dafür „büßen“ lassen. Jeder Mensch hat seine Chance verdient. Umso mehr der neue Partner den man liebt. Dieser sollte wertfrei behandelt werden und nicht mit Vorurteilen o Vorhaltungen.

      • Manuel sagt

        „du verallgemeinerst mir zu sehr. Was wenn die Frauen auch immer noch den Next mit dem Ex vergleichen würden?! Denn nichts anderes zählst du ja hier auf.“

        Was ich aufgezählt habe ist lediglich die Rechtslage bzw. gängige Rechtsprechung.

        „Ehevertrag schön und gut- hat in meinen Augen leider nichts mehr mit dem Ursprung u der Emotion einer Heirat zu tun. Somit weder mit Liebe noch mit Vertrauen.“

        Darauf antworte ich dir dann einfach mal das gleiche was ich meiner Freundin antworte:
        Es spielt absolut keine Rolle, ob die dann Ex-Frau bspw. so fair ist und keinen Unterhalt will. Sobald ihr Einkommen, durch welche Umstände auch immer, nicht ausreicht und sie staatliche Unterstützung beantragt steht das Jobcenter bzw. Sozialamt vor der Tür des Ex-Mannes und hält die Hand auf, weil er ihr dem Grundsatz nach zum Unterhalt (oder zum Versorgungsausgleich) verpflichtet ist. Einzig ein Ehevertrag kann dafür ggf. schützen.
        Es gibt bspw. für einen ALG2-Bezieher keine Möglichkeit zu sagen „Ich will aber nichts von ihm“. Das ist nun mal Fakt.

        „Erwähnen möchte ich das man nicht explizit sagen kann, das hier immer nur die Väter die Gehörnten bei einer Trennung sind.“

        Das habe ich auch nicht behauptet. Aber wir sind es, die zum Dank für die Hörner auch noch bezahlen dürfen in Form von vielen Jahren Unterhaltszahlungen und um einige Punkte weniger Rente. Der größte Fehler in Sachen Familienrecht war die Abschaffung der Schuldfrage irgendwann in den 70ern.

        „wieso kommt es mit einer Person die man hasst überhaupt zu einer Schwangerschaft?!“

        Aus dem Text geht das nicht ganz klar hervor, aber ich habe es so verstanden, dass er sie INZWISCHEN hasst für das was sie ihm scheinbar angetan hat.

        „Jeder Mensch hat seine Chance verdient.“

        Stimmt. Wenn der Schuss aber dann nochmal nach hinten los geht sind wir Männer wie schon aufgezählt diejenigen die es ausbaden müssen.

        Um nochmal auf den EV zurück zu kommen:
        Zunächst einmal ist es ja so, dass dieser ja überhaupt nicht zum Tragen kommt, wenn der wünschenswerte Optimalfall eintritt und man tatsächlich zusammen bleibt ‚bis das der Tod uns scheidet‘. In dem Fall ist völlig egal, was dort mal vereinbart wurde.
        Für alle anderen Fälle kann man diesen EV ja innerhalb der rechtlichen Grenzen so gestalten wie es beiden Vertragspartnern beliebt. So könnte etwa drin stehen, das eine etwaige Unterhaltszahlung und Versorgungsausgleich für denjenigen ausgeschlossen ist, der eine außereheliche Beziehung beginnt oder führt.

        Oder es könnte drin stehen, dass ein Versorgungsausgleich nur stattfindet für Ehejahre in denen Kinder betreut wurden, eine Vollzeitbeschäftigung ausgeübt wurde, unverschuldet keine Arbeit ausgeübt wurde oder im gegenseitigen Einvernehmen nicht oder weniger gearbeitet wurde.
        Es gibt schließlich keinerlei Handhabe, wenn einer der beiden Ehepartner sich morgen oder übermorgen überlegt „Du, ich habe mir überlegt ich bleibe ab jetzt zu Hause und kümmere mich um den Haushalt. Du verdienst ja genug für uns beide.“ Zum arbeiten zwingen geht nicht.

        Und nochmal: Wer nicht vor hat den anderen zu gegebener Zeit „bluten“ zu lassen kann sich doch durchaus auf einen EV einlassen. Angenommen meine Freundin wäre vermögend und würde per EV regeln wollen, dass mir in keiner Form etwas von diesem Vermögen oder dem damit erzielten Einkommen zusteht. Ich hätte kein Problem das zu unterschreiben. Ich habe nämlich nicht vor mich von ihr zu trennen.

      • Michael sagt

        Hallo Silvia,
        ich habe zwei Trennungen mit Kind hinter mir, eine vernünftig, eine extrem ekelhaft. Beide waren die schwersten Krisen meines Lebens. Dir wird das Herz rausgerissen und Du sollst dafür noch zahlen (und zwar bis es kracht). Dass das die Betroffenen Männer sehr häufig schwer traumatisiert sollte nachvollziehbar sein. Der Weg für eine Herausforderung, wie im Brief beschrieben ist, sich selbst klar machen, ob man weiter in die Beziehung investieren will. Wenn ja, dann Gespräche, Gespräche, Gespräch, gerne auch unter Beteiligung von Dritten (Familienberater, Paartherapeuten, Psychotherapeuten, Pfarrer, etc.), womit ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Inzwischen habe ich eine neue Partnerin, die mich sehr glücklich macht und mein Trauma besser verstehen kann, weil sie selber eine Trennung mit Kind hinter sich hat. Persönlicher Tipp: Ich hab sie über Parship kennen gelernt, wo man schön auswählen kann, dass man nur Interesse an Frauen hat, welche bereits ein Kind haben. Denn eine neue Beziehung mit einer Frau, die ihren Kinderwunsch noch nie ausleben konnte?? Nach dem totalen Horror einer Trennung mit Kind als Vater? Never ever ever!
        Ach und sorry, weil Du es noch relativ diplomatisch ausgedrückt hast, aber es bringt mich zur Weißglut, wenn ich höre bei Trennungen mit Kind sei etwas nicht geschlechtsspezifisch. Die meisten Frauen erwarten, dass der Mann viel verdient und einen mindestens gleichen sozialen Status hat. Der Vater hat weder so etwas, wie „Mutterschutz“, noch die gleichen biologischen Vorraussetzungen, die Hauptbindungsperson für das Kind zu sein. Der Vater bekommt die elterliche Sorge nicht ganz selbstverständlich, weil er halt der Vater ist, sondern nur durch Unterschrift der Mutter (und wenn es die Heiratsurkunde beim Standesamt ist) oder er darf sie für viele Tausend Euro einklagen. Ca. 95% der „Alleinerziehenden“ sind Mütter, die anderen fünf Prozent sind Witwer oder die Mutter ist schwerst-psychisch krank oder im Knast oder ganz, ganz, ganz selten die Ausnahme. Ich denke bei einer 95%-Quote kann man sich selbst verzeihen, wenn man „immer“ sagt. Die Quote bewegt sich übrigens auch nicht irgendwie in eine Richtung von Geschlechterparität, sondern im Gegenteil, in den Siebzigern waren 15% der „Alleinerziehenden“ Väter.

        Zum Ehevertrag, der nichts mit Liebe und Vertrauen zu tun hat. Ja, richtig, er hat etwas mit dem sehr, sehr gesunden Misstrauen gegenüber dem dritten Vertragspartner jeder Ehe zu tun. Derselbe Vertragspartner, der dafür Sorge trägt, dass Du als Vater nach einer Trennung eben gerade nicht die Chance hast für Deine „Fehler“ gerade zu stehen. Die gelebte Elternschaft eines Trennungsvaters wird nicht nur nicht vom Staat gefördert, sondern aktiv bekämpft, denn Du hast zu zahlen bis die Schwarte kracht und zwar so viel, als ob die Vollzeit arbeiten würdest, auch wenn Du reduzieren möchtest, weil es mit der Neuen anders sein soll oder weil Du mehr Betreuungsleistung gegenüber Deinem Kind leisten möchtest.

        Der Horror einer Trennung mit Kind in Deutschland ist nicht die Trennung als Paar, sondern die staatlich gewollte Beendigung der Vaterrolle.

        Also, Du willst als Trennungsvater eine neue Familie gründen? Gerne! Werde aber vorher Staatsbürger von Belgien, Schweden, Frankreich oder anderen Ländern mit einem Kindschaftsrecht, dass nicht seit 16 Jahren zwei Verurteilungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte PRO JAHR bekommt. Ja, dass macht 32(!) in diesem Jahrtausend, exakt ein Urteil davon hat eine Mutter erstritten.

    • Sue sagt

      ?alles richtig… aber dennoch sollte man, wenn man nicht vereinsamt, traurig,verbittert irgendwann sterben möchte die Hoffnung auf ein besseres schöneres Leben nicht aufgeben. .. die Hoffnung stirbt zuletzt…

      Ich würde den Brief abgeben und in den Urlaub fahren… So haben beide Seiten Zeit, runter zu kommen und über die Dinge nachzudenken.

      Denn irgendwann versteht der Empfänger nicht mehr, wenn der Sender sendet…

      • Bärbel sagt

        „Und nochmal: Wer nicht vor hat den anderen zu gegebener Zeit „bluten“ zu lassen kann sich doch durchaus auf einen EV einlassen“

        Da gehe ich komplett konform mit Manuel. Ist offtopic, aber auch ich als Frau sehe definitiv Sinn in einem EV. Mein LG ist auch so ein „gebranntes Kind“ und möchte die Schlammschlacht, etc. finanzielle „Aufteilung“ nach einer Scheidung nicht nochmals erleben müssen. Klar ist die Romantik irgendwo beim Teufel. Aber ich hab vor kurzem gelesen, man kann es ja mit einer Versicherung vergleichen. Ich habe eine KFZ-Versicherung, obwohl ich nicht vorhabe mein Auto zu schrotten – und ich habe auch eine Eigenheimversicherung, obwohl ich nicht vorhabe, das Haus abzufackeln“. Man ist einfach abgesichert für die Zukunft.

        „Lieber vorher reden (oder in dem Fall notariell festlegen) als nachher drüber streiten“…. ist ein altes Sprichwort.

    • Kerstin sagt

      Puh – Manuel – echt ey, manchmal muss ich schwer schlucken, wenn ich deine Antworten so lese.

      Ein EV ist ja ne prima Sache, aber irgendwie sollte man ja den Menschen, den man vor hat zu heiraten auch entsprechend einschätzen können und kennen. So ala: Bleibt jetzt zu Hause und kümmert sich um den Haushalt und ich zahle den Versorgungsausgleich, wenns dumm läuft.

      Unwahrscheinlich, dass jemand der Job oder Selbständigkeit liebt so einen Entschluss von heute auf morgen fasst, wenn er die letzten Jahrzehnte seines Lebens ganz gut für sich selbst (und ggf. Kinder) gesorgt hat.

      „Naja, das Kind kann nichts dafür, dass du – mit was auch immer – nicht oder nicht mehr klar kommst. Ihr hattet einen guten Draht zueinander und von einem Tag auf den anderen ist alles anders. Erklär‘ das mal einem Kind. Ich finde dein Freund hat mit dem Satz nicht ganz unrecht.“

      DAS wieder rum kann ich echt nicht fassen. ER verhält sich so seltsam, dass kaum eine richtige Beziehung zu Stande kommt, aber sie ist für das Seelenheil dieses Kindes verantwortlich?? Also bitte – Kindergärtnerinnen äh Erzieherinnen und Lehrerinnen kommen und gehen… Das ist der Lauf der Dinge und wenn eine Frau, die eh niemals wirklich Stiefmutter sein sollte, sich dann aus der Nummer raus zieht, dann ist sie die böse, die dem armen Kind damit sonst was antut?? Was tut er Typ ihr denn an? Oder was würde sie sich selbst damit antun?? Sie ist nicht die verantwortliche Person für dieses Kind und von dem Ex eine ganz miese Nummer ihr so einen Spruch zu drücken..

      Und ich finde es ehrlich gesagt auch nicht sonderlich ehrenhaft irgendwo einzuziehen und zu heiraten, „nur“ weil eine Frau schwanger ist, wenn man vorher schon weis, dass es nicht hinhaut, einfach weil die Grundlage und die entsprechenden Gefühle überhaupt nicht stimmen. Das geht wirklich gaaaaar nicht. Btw kennst du irgend einen Menschen, bei dem auf der Grundlage KIND plötzlich innige Gefühle erwachten und man fortan die nächsten 20, 30, 40 – 60 Jahre glücklich miteinander lebte, ohne sich mächtig einen in die Tasche zu lügen? Klar, ist blöd gelaufen für die beiden, vernünftiger wäre es aber gewesen in der Schwangerschaft sowas wie eine freundschaftliche Elternbasis zu finden – dann hätte man sich den Teil mit dem Hass vielleicht ersparen können.

      • Amanda sagt

        Die „Schuldfrage“ ist nicht ohne Grund abgeschafft worden und davon mal abgesehen, gibt es genügend Gründe, eine Ehe zu beenden, zu denen beide letztlich beigetragen haben. Nur weil einer dann aus vorangegangenen Problemen heraus die Reißleine zieht, heißt es nicht, dass die Verantwortung des Aus automatisch nur bei dieser Person liegt. Das geht in der Mehrheit der Fälle doch sehr an der Realität vorbei.

        Davon abgesehen ist es nicht nur so, dass immer der Unterhaltspflichtige gekniffen ist, sondern auch dessen neuer Partner im Fall einer Eheschließung, da dessen Einkommen zur Berechnung des zahlbaren Unterhaltes herangezogen werden kann. Ist natürlich eine zusätzliche Klatsche, wenn man sich auf eine Stieffamilie einlässt und seine Zeit, Gefühle und oft genug auch Geld (Urlaube, Ausflüge, Geschenke, Ersatzkleidung etc.) investiert, dann aber auch noch dem Ex-Partner des Partners Geld „geben“ darf.

      • Michael sagt

        Wenn die Schwangere nach der Geburt nicht zulässt, dass der Vater eine Bindung zum Kind aufbaut, dann bleibt er Erzeuger. Es kann also durchaus vernünftig sein, auf heile Welt zu machen, wenigstens bis eine Bindung zum Kind entstanden ist.
        Und natürlich kann man mit 20 oder 30 NICHT beurteilen, wie die Verlobte oder man selber sich in 10 Jahren verändert haben wird.
        Die Nummer der „Stiefmutter“ Vorwürfe zu machen, ist allerdings echt nicht in Ordnung.

    • Niegel sagt

      Lieber Manuel,
      Deine Schilderung ist so krass, weil sie leider so war ist.
      Ich bewundere diese Frau und ihren Blog, auch für dermassen toll geschriebene Texte, wie diesen Brief.
      Vor allem hat es mir die Augen dafür geöffnet, dass eben auch Frauen (sekundäre) Opfer dieses Familien(un)rechts sind.
      Diesen Fakt dem Gesetzgeber klar zu machen, erhöht die Chance auf Verbesserung meiner Meinung nach erheblich.

    • Tanja sagt

      Oh man Manuel dir muss es ja ziemlich übel ergangen sein , wenn du so schreibst. Aber deine Meinung ist auch ziemlich abgedreht. Wo stellt man sich denn seiner Verantwortung wenn man jemanden heiratet der Schwanger ist ? Das eine hat doch mit dem anderen rein garnichts zu tun ! Ich gebe dir recht das du als geschiedener Mann definitiv mehr Schwierigkeiten hast als als Frau aber dies muss doch auch eine zweite Frau mittragen und auch finanziell ! Ein Ehevertrag in Deutschland macht rechtlich nur Sinn wenn du Inhaber einer großen Firma oder großer Einkünfte bist sonst ist die normale Gütergemeinschaft eine gerechte Sache ( wir sind ja schließlich nicht in den Staaten ) , Vorsorgeausgleich verstehe ich bis heute nicht die Höhe und den Sinn dahinter aber all das muss eine zweite Frau doch so oder so mit tragen, also sind es doch nicht nur die Männer die das tragen sondern auch die neuen Partner mit ( und glaub mir da weiß ich auch wovon ich spreche ! )
      Die Liebe Y hätte leider einige Dinge vorher klären müssen, bzw am Anfang der Beziehung. Wenn man nunmal unterschiedliche Lebensplanungen hat, kann es nicht funktionieren. Traurig aber so ist es nunmal

  21. Liebe Y,
    Ich finde Deinen Brief sehr mutig und authentisch. Doch in einem Punkt möchte ich ein bisschen widersprechen. Nicht die Ex hat das alles weggenommen. Sie ist hier nicht die Schuldige für die fehlende Bereitschaft Deines Freundes, zu Eurer Beziehung zu stehen. Ich glaube übrigens nicht einmal, dass er sie letzten Endes wirklich hasst, denn sie hat ihm etwas geschenkt, das er liebt. Und oft ist es so, dass wir unter all den negativen Gefühlen etwas finden, das verdächtig nach Liebe schmeckt.
    Ich habe auch einmal geglaubt, dass ich meinen ersten Mann nie wirklich geliebt hatte, das ich nie wirklich ehrlich zu ihm und unserer Beziehung war, aus der ich zwei Kinder habe. Mit meinem zweiten Mann war es so anders, die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Wir haben vier weitere gemeinsame Kinder und lieben uns. Es gibt hier keine Halbgeschwister, auch wenn klar ist, wessen Kinder meine beiden Erstgeborenen sind. Leider ist ihr Vater vor fünf Jahren gestorben, lange nach unserer Trennung und während der Zeit, in der mir klar wurde, wie sehr ich auch diesen Mann liebe. Es hat Jahre gedauert, die Liebe zu meinem ersten Mann und Vater meiner Kinder zuzulassen. Heute fühle ich nur noch Dankbarkeit für unsere gemeinsame und schwere Zeit. Dankbarkeit dafür, dass er mir diese wundervollen Kinder geschenkt hat, die mein Leben bereichern. Mein jetziger und tief geliebter Mann weiß, dass ich auch diesen Mann geliebt habe und er noch immer einen festen Platz in meinem Herzen hat, den er wohl niemals verlieren wird können.
    Seit ich diese Liebe zulasse, hat sich meine Beziehung zwischen meinem Mann und mir noch viel mehr intensiviert und ist schöner und echter geworden. Denn die Liebe zu meinem ersten Mann zu spüren, hat mir auch gezeigt, zu wieviel Liebe ich in der Lage bin, wieviel ich gleichzeitig empfinden kann, ohne irgendein unangenehmes Gefühl verleugnen zu müssen.

    Dein Mann darf seine Liebe und Dankbarkeit für seine erste Frau und Mutter seines Sohnens spüren lernen, dann kann er auch seine Liebe zu Dir neu erschaffen und zulassen. Dann erst ist er frei für eine zweite Beziehung.

    Alles Liebe zu Dir
    Beatrice

  22. Hallo, ich würde ihm diesen Brief zukommen lassen. Entweder ganz direkt oder dass er ihn rein zufällig findet. Wenn ihr nicht mehr offen reden könnt, dann ist das vielleicht eine Möglichkeit. Und vielleicht antwortet er dir ja auch schriftlich zurück. Ein Versuch ist es Wert.

    • Martin sagt

      Wenn das Y ihr erster Brief ist, dann ist sie sicher gut beraten ihn nicht „zuzustellen“, schon gar nicht so, dass er ihn rein zufällig findet. Dafür ist das Thema viel zu ernst. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei Y durch die Kommentare und Sichtweisen hier einiges angeregt wird. Ein zweiter oder dritter Brief sieht wahrscheinlich schon anders aus. Ich lese aus dem Brief heraus, dass Y noch nicht ganz abgeschlossen hat, denn eigentlich wünscht sie es sich anders als fern zu bleiben. Ich denke es ist möglich einen Brief zu verfassen, der sich mehr auf Y und ihren Partner konzentriert und ohne die Sachen mit der Mutter des Kindes.

      Lieben Gruß Martin

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