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Im Tagesgespräch bei Bayern 2: Stiefmütter

agesgespräch bei Bayern 2

Vielleicht hat es ja die eine oder andere von Euch gehört. Heute Mittag war ich Studiogast in der Sendung Tagesgespräch bei Bayern 2. Thema war: Von Stiefmüttern und Stiefvätern: Warum ist es für die Familien oft so schwer?

Tagesgespräch bei Bayern 2: Stiefmütter und Stiefväter

Am Mittwoch bekam ich einen Anruf vom Bayerischen Rundfunk. Am Freitag, also genau zwischen Vatertag und Muttertag, plante die Redaktion vom Bayerischen Rundfunk, eine Call-In-Sendung über Stiefmütter und Stiefväter zu machen. Jeder Hörer, der Erfahrungen mit Patchwork hat, kann dort anrufen, seine Geschichte erzählen und Fragen stellen. Ich sollte als Studiogast dabei sein und die Fragen beantworten. Keine Frage, dass ich mich natürlich bereit erklärt habe, mitzumachen.

Jetzt lebe ich am anderen Ende Deutschlands, aber die moderne Technik macht alles möglich. Bei Radio Bremen, hier bei mir um die Ecke, wurde ein Studio gebucht, dann wurde eine Liveschaltung gemacht und so wirkte es auf die Hörer heute Mittag während der Live-Sendung, als ob ich direkt neben dem Moderato Achim Bogdahn in München sitzen würde. Spannende Sache.

Warum ist es für Stiefmütter und -Väter oft so schwer?

 „Sie sind “ die Neuen“ in der Familie und müssen ihren Platz noch finden. Und dazu haben Stiefeltern auch erzieherische Aufgaben – sie müssen ihren nicht-leiblichen Kindern auch mal Grenzen setzen. Konflikte sind da vorprogrammiert. Warum ist es für zweite Familien oft so schwer und warum haben Stiefmütter so oft ein schlechtes Image“, fragte Achim Bogdahn und forderte Stiefmütter und Stiefväter, die es schwer haben auf anzurufen.

Es riefen sehr viele Menschen an, etliche schilderten auch Probleme aus lang vergangenen Tagen. Aber niemand, der aktuell in einer problematischen Situation steckte, meldete sich.

Warum? Gibt es tatsächlich so wenig Stiefmütter oder Stiefväter, die es schwer haben? Nein, die Erklärung ist eine andere. Die, die aktuelle Probleme haben, trauen sich nicht, diese öffentlich auszusprechen. Umso interessanter waren die Mails, SMS und What´s App Nachrichten, die mich nach der Sendung erreichten. Da waren sie plötzlich, die Problemfälle – aber alle mit dem Vermerk, dass sie sich nicht getraut hätten in der Sendung anzurufen, da sie Angst davor hatten, erkannt zu werden.

Die Trennung der Eltern – viele Jahre später

Die Sendung über Stiefmütter und Stiefväter beim Tagesgespräch bei Bayern 2 war trotzdem ungeheuer interessant. Es meldeten sich zum Beispiel erwachsene Trennungskinder, die damals von ihrer Mutter am Kontakt mit dem Vater gehindert wurden. Ein Herr schilderte, wie er zwischen seinem achten und vierzehnten Lebensjahr um den Kontakt zum Vater kämpfen musste, bis er letzten Endes sogar zu ihm zog. Sein Verhältnis zu Mutter und Stiefvater, die diesen Umzug verhindern wollten, ist heute mehr schlecht als recht.

Ein anderer Herr schilderte, wie sich die Vaterlosigkeit durch mehrere Generationen in seiner Familie zog. Immer waren die Kinder die „Partner“. Das ging so weit, dass seine Mutter seine Ehe torpedieren wollte. Er hatte Glück, hat es gemeinsam mit seiner Frau geschafft, diese Familiengeschichte zu brechen, ist heute zufriedener Vater und Großvater.

Wer die Sendung hören möchte kann dies hier jederzeit über den Podcast vom Bayerischen Rundfunk machen. Viel Spaß dabei.

Susanne


Vom 8. bis 10. Juli 2016 findet der erste PatchWorkshop für zweite Familien, Stiefmütter und Trennungsväter statt. Gastgeber sind Christine Tietz und ich. Wir bieten: Konkrete Hilfestellung in Form eines Wochenendseminars mit Familienaufstellungen, Vorträgen und Einzelgesprächen. Mehr über den PatchWorkshop, die Inhalte und die Kosten erfahrt Ihr hier. Wir freuen uns auf Euch!


Habt Ihr die Sendung gehört?  Bitte E-Mail mit Stichwort „Tagesgespräch bei Bayern 2“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: stocksnap, Kai Oberhäuser

4 Kommentare

  1. Lini sagt

    Ich habe es leider auch nicht gewusst, ich war im Urlaub und lebe auch nicht in Bayern. Aber ich hätte trotzdem angerufen, ich habe auch keine Angst mehr vor Terror von X !!!!!!!!!

    Tschakka !!!!!!!!!! 🙂

  2. Bärbel sagt

    Hallo Susanne,

    habe mir auf einen Samstagvormittag einen Kaffee gegönnt, mich in Ruhe hingesetzt und gespannt die 50 Minuten Podcast gelauscht.

    Toll gemacht, ich finde du hast eine sehr angenehme Stimme und hast es toll gemacht. Am krassesten fand ich auch die Geschichte mit dem Mann, der bei seiner Mutter + Großmutter aufgewachsen ist, weil die schlechte Erfahrungen mit den Stiefvätern gemacht haben – und der dieses Ritual mit 42 Jahre Ehe gebrochen hat.

    Danke für diese 50 Minuten!

    liebe Grüße
    Bärbel

  3. Bianca Zehentbauer sagt

    Liebe Susanne,

    leider wusste ich nichts davon ich hätte angerufen.
    Weil, einer muss anfangen und ich habe keine Angst mehr vor der Exfrau meines Mannes.
    Werde mir die Sendung anhören, danke das Du Dich so für uns einsetzt!

    Liebe Grüße
    Bianca Zehentbauer

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