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Seine Tochter ignoriert mich

Tochter-ignoriert-mich-stiefmutterblog. Foto: Stocksnap

Hallo an alle. Auch ich habe zur Zeit ein Stiefmutter Problem und hoffe, Ihr könnt mir helfen. Eigentlich sind es sogar zwei Probleme.  Zum einen schweigt mein Partner das Thema Kinder plötzlich tot. Dazu kommt: Seine Tochter ignoriert mich neuerdings und übergeht mich. Ich bin etwas ratlos.

Seine Tochter ignoriert mich

Die Kinder meines Lebensgefährten sind alle drei Wochen am Wochenende bei uns. Das war ja bis vor einem Jahr auch noch alles ganz gut, jetzt ändert sich das. Die älteste Tochter ist jetzt elf Jahre alt. An Weihnachten und Ostern merke ich, dass ich nicht mehr so erwünscht bin. Es sind subtile Dinge, aber auch auffälligeres. Alle Feiertagsgäste haben an Weihnachten zum Beispiel kleine Geschenke bekommen. Der Papa, die Oma,Opa, Uroma, auch die Tante, also die Schwester von meinen Lebensgefährten und ihr Mann. Nur ich wurde ausgelassen. Ostern war es wieder das Gleiche. Alle bekamen etwas, nur ich nicht. Seine Tochter ignoriert mich. Es geht mir nicht um das Geschenk an sich, sondern nur um die Geste! Vor einem Jahr hab ich noch was bekommen. Wir sind jetzt vier Jahre zusammen. Wie soll ich reagieren?

Ich wünsche mir noch ein Kind, mein Partner schweigt

Das zweite Problem ist, dass ich mit 36 Jahren wirklich noch ein Kind möchte. Mein Lebensgefährte hat mir auch bestätigt, bevor ich mich von meinen Ex-Partner getrennt habe, dass er noch Kinder will. Jetzt schweigt er das Thema tot. Da ich nicht mehr die Jüngste bin wäre das ein sehr wichtiges Thema! Denn eins ist für mich definitiv sicher: Ich will noch ein Kind haben. Was soll ich tun? Vielleicht eine Trennung auf Probe, damit er nachdenken kann?
Ich hoffe ihr könnt mir etwas helfen!

Thea


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Foto: Foto: Stocksnap, Jens Johnsson

6 Kommentare

  1. Lini sagt

    Ja, super! Alle bekommen was und Du nicht.Kenn ich! Ich finde das mega Assi. So hätte ich mein Stiefvater mal behandeln sollen, meine Mutter hätte mir Hausarrest verpasst! Sorry aber das geht gar nicht! Null Manieren!!! Also, ich hab meinem Freund gesagt, dass er bitte nächstes Weihnachten zusammen mit seinem Pubertier los ziehen soll um etwas für mich zu besorgen. Dann können sie mir ja was zusammen schenken falls es dem Jungen egal oder vielleicht zu peinlich ist. Ansonsten werde ich dieses Jahr tatsächlich die Bombe platzen lassen und zwar in der Form das ich sehr klar und deutlich sagen werde wie ich das finde, dann ist es mit der Harmonie vorbei, dann können se alleine feiern und ich geh dann in eine Sportsbar, schau Fussball und trink mir einen. Das ist nämlich mobbing und für so einen Mist stehe ich nicht zur Verfügung! NICHT MEHR!

  2. Kerstin sagt

    Zu den „Geschenken“. Ich nehme mal an, dass es hier um klitze kleine Kleinigkeiten geht. In dem ähnlichen Wert würde ich mir das nächste Mal selbst etwas besorgen (aber halt was richtig schönes – keine Ahnung, um welchen Wert es geht). Z.B. Lieblingstrüffel, einen 5-Euro-Buchgutschein, besonderen Tee/Kaffee… Und wenn alle ausgepackt haben, greifst du zu deinem Päckchen: „Da ich mir schon gedacht habe, dass ich nicht bedacht werde, da habe ich mir doch glatt selbst ein nettes Geschenk gemacht *auspack*!“ Man könnte noch einen drauf setzten und zur Oma/Tante (wer auch immer die Problematik kennt) dann noch sagen: „Gucke mal, da war ich aber wieder gut zu mir selbst!“ – Der peinliche Moment machts… – Noch besser kommt das natürlich, wenn Tante/Oma oder wer auch immer selbst was raus kramen und sagen: „Da du ja mal wieder nicht von deinen Stiefkindern bedacht wirst, da hab ich dir eine Kleinigkeit besorgt…!“
    Muss man halt schauen, wer für die Problematik empfänglich wäre.
    Und ja, normalerweise wäre es an deinem LG die Problematik zu erkennen und entsprechend gegen zu steuern. Da dies aber offensichtlich nicht von ihm aus kommt, würde ich ihn sicherlich nicht in die Richtung „drängen“, da ein Wort zu verlieren…..

    Zum Kinderthema: Sprich den LG klar an. „Du, ich bin 36 Jahre alt – ich habe ja auch noch einen Kinderwunsch, wie du weist!“ Dann muss ja von ihm irgendwas kommen… Und wenn er rumschwafelt, von wegen, dass du doch „seine“ Kinder hast, ich glaube, das wäre der Moment, wo ich mal auf die Geschenke-Geschichte hinweisen würde und ihn wirklich fragen würde, ob das jetzt sein ernst wäre und wirklich alles, was er dazu sagen möchte, denn du hattest dir für dich dein Leben sicher anders geplant….

    Derweil warten wir auf die Fortsetzung…. denn noch hast du gar kein Problem (da der LG ja noch keine Chance hatte irgendwas zu thematisieren, sondern sich erfolgreich – genau wie du – um dieses Gespräch gedrückt hat und bei den Kindern hast du deine Enttäuschung wohl auch noch nicht offensichtlich durchblicken lassen). Dazu hätte ich vermutlich die nächste sich bietende Chance längst genutzt und das gar nicht erst so zum Thema werden lassen… Da gibt’s gleich nen Spruch: „Wie, ICH soll dir jetzt ein Stück Kuchen auf tun??? Och nö, ich esse grad selbst – frag doch einfach jemanden, dem du etwas geschenkt hast…..“)

  3. Jasmin sagt

    Ich finde den Tipp von EU sehr gut, das Kind ganz unverblümt darauf anzusprechen, im Beisein anderer. Ist leichter gesagt als getan ich weiss. In solchen Momenten verfällt man ja gern in Schockstarre und Schlagfertigkeit ist etwas, was einem auf dem Nachhauseweg einfällt. Aber so unterbindest Du prepubertäre Spielchen.

    Was den Kinderwunsch angeht, müsst ihr auch drüber sprechen. Sprich ihn am Besten darauf an, wann und wie er sich das denn vorstellt. Vielleicht auch fragen, ob er sich das evtl anders überlegt hat, weil er dir das Gefühl gibt. Einfach abwarten und hoffen, dass es sich von selbst erledigt, wird denke ich nicht klappen.

  4. Tamy sagt

    Zum ersten Thema, du fragst wie du reagieren sollst? Ich seh hier jemand anderen in der Pflicht, nämlich deinen LG. Wenn er sieht, dass du so offen ausgegrenzt wirst, ist es seine Aufgabe hier zu reagieren und zu vermitteln. Mit dem Kind das Gespräch suchen, klar machen das es auch ihn verletzt wenn du ausgegrenzt wirst (was ja hoffentlich der Fall ist).

    Zum Thema Kinderwunsch, hier würde ich ihn zumindest zu einem Gespräch zwingen, versuchen zu ergründen welche Ängste er hat und wie man da dran arbeiten kann. Und natürlich musst du rausfinden, ob das Thema denn tatsächlich für ihn durch ist und dann gegebenenfalls Konsequenzen ziehen.

  5. Sandra sagt

    Hallo liebe Thea,

    ich kann mich EU nur anschließen. Diese Ausgrenzung alle 3 Wochen ist besser als Ausgrenzung jeden Tag mit Türen zuschlagen, wenn man vorbeigeht und Giftigkeiten jeden Tag. Das Kinderthema hatte für mich auch oberste Prio. Und ich habe mit meinem Partner auch darüber gesprochen. Als wir dann ein gemeinsames Kind bekamen, war ich fast 38, mein LP bereits 2-facher Opa und seine jüngere lebte noch bei uns, war aber schon 14, d.h. in ein paar Jahren aus dem Haus. Und so war auch der Plan: Die große schon raus, die kleine fast raus und wir fingen – wenn man das so nennen konnte – neu an. Ähnlich würde ich es Dir auch raten. Sprich mit deinem Partner über die Bedingungen, wann ein weiteres Kind möglich wäre, frage nicht ob, sondern wann. Entschäft die Situation ungemein. VG Sandra

  6. Es ist völlig normal, dass Stiefkinder im Laufe ihrer Entwicklung Stiefeltern mal leise, mal lauter ausgrenzen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, Sorgen würde ich mir darüber nicht machen. Lass das so langsam reifer werdende Töchterlein seine Spielchen machen und lächle darüber. Je nach dem wie du selbst gestrickt bist, kannst du ihr zeigen, dass manche Spiele auch interessante Wendungen nehmen können, wenn du sie zum Beispiel ganz unverblümt vor versammelter Mannschaft fragst, wieso sie so selektiv Geschenke ausstreut. Alt genug für so eine Frage sit sie.

    Mehr Sorge solltest du dich um deinen Kinderwunsch machen. Wenn das für dich ein zentraler Punkt ist und ihr seid euch darüber nicht einig, dann fehlt der Beziehung eine wichtige Basis, die sich auch nicht kompensieren lässt. Besprich das mit deinem Partner statt darauf zu warten, dass er sich von selbst wieder zu Kindern äussert. Vermeide aber unter allen Umständen, ihn (unwillentlich) unter Druck zu setzen. „Kinder oder ich gehe“ bringt nichts. Es geht nur darum, zu ergründen wie er weiteren Kindern gegenüber jetzt steht. Die Schlüsse daraus musst du selbst ziehen.

    Dir muss klar sein, dass die Negativerfahrung einer zerbrochenen Ehe, dem Abschied vom Alltag der Kinder, den aberwitzigen Anforderungen des Unterhaltsrechts nicht gerade neue Kinderwünsche befeuert. Was sich am Anfang im Rausch einer neuen Beziehung noch schwungvoll dahersagt, trocknet ziemlich leicht wieder aus. Vielleicht hat er jetzt Gründe, skeptischer zu sein, vielleicht sind neue Ängste entstanden. Kläre das offen und warte nicht darauf, dass es sich von selbst klärt.

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