Erste Hilfe, Unterstützung, Ratgeber
Kommentare 33

Verletzte Gefühle und enttäuschte Erwartungen

Verletzte Gefühle

Mein trauriger Geburtstag … Jetzt hab ich ungefähr 10 x überlegt, ob ich hier schreiben soll oder nicht. Ich bin teilweise stille Mitleserin in diesem Forum, teilweise kommentiere ich die Beiträge sehr wohl (wo ich halt mitsprechen kann). Aber aus aktuellem Anlass „wage“ ich es, denn ich bin kurz vorm Explodieren. Es geht um meinen Geburtstag, um verletzte Gefühle und enttäuschte Erwartungen. Und ich hab jetzt den schwarzen Peter.

Verletzte Gefühle und enttäuschte Erwartungen

Letzte Woche hatte ich meinen runden Geburtstag und habe mich Ende 2015 schon entschlossen, eine Party zu veranstalten – meine Erste, wohlgemerkt. Ich habe mir einen Termin ausgesucht, an dem die Kinder meines Lebensgefährten nicht das Wochenende bei uns verbringen, damit es hier keine Kollision gibt. Eingeladen wurden nur Kollegen aus meiner Firma, es war von der privaten Seite niemand dabei. Zwei Wochen vorher hat die Mutter der Kinder das Besuchswochenende wieder einmal umgedreht, meine Feier stand aber schon fest, daher hab ich sie auch nicht verschoben.

Kein Glückwunsch – das tat weh

Am Tag vor meinem Geburtstag haben die Kinder, fünfzehn und dreizehn, bei uns übernachtet, überall hingen schon die Geburtstagsschilder herum, es war also nicht zu übersehen. An meinem Geburtstag selbst hat es keines der Kids geschafft, mir zu gratulieren. Kein Anruf, keine Nachricht, nichts. Ich hab mir zwar meinen Teil gedacht (und zwar AUTSCH!), aber zu meinem Partner nichts gesagt. Dieser telefonierte am Tag nach meinem Geburtstag mit seiner Tochter und hat zu ihr gesagt, dass sie mich bitte noch anrufen mögen, weil das sich irgendwo doch gehört.

Daraufhin ist am Tag danach eine SMS von der Mutter gekommen, die Tochter sei jetzt beleidigt, und käme auf diese Bitte hin, nun aus ihrem Zimmer gar nicht mehr raus. Und überhaupt seien jetzt anscheinend beide Kinder böse auf mich, und fühlen sich nicht willkommen bei uns, weil sie auf meiner Party nicht eingeladen waren.

Das ist nun ein Vorwurf, bei dem sich die Katze in den Schwanz beißt. Als Stiefmutter darf ich kochen/putzen/waschen/Taxi spielen/etc. pp… Resonanz seitens der Kinder? NULL!! NJET! NADA! Papa ist (was ich auch verstehen kann) die Hauptperson. Ich werde freundlich gegrüßt und, wenn ich Glück habe, auch noch verabschiedet. Das Verhältnis ist oberflächlich gut, aber ich hab mich damit abgefunden und es akzeptiert, dass ich in ihrem Leben nur eine Nebenrolle spiele.

Jetzt habe ich den schwarzen Peter

Ich hab, ganz ehrlich, nicht mal drüber nachgedacht, sie einzuladen. Wir haben keine gemeinsamen Bekannten/Freunde (das sind alle noch die von der Mutter und dem Vater – quasi von früher). Da sie auch bei uns nicht wohnen und ich sie nur alle 14 Tage sehe, sind halt nicht soooo viele Berührungspunkte da. Ich bemühe mich stets, freundlich und neutral zu sein, helfe ihnen wenn Papa mal nicht da ist und sie was brauchen – ich kann und werde mir diesbezüglich keine Vorwürfe machen. Und ich habe auch noch zu meinem Partner gesagt, er solle sie ja nicht schimpfen, weil sie nicht angerufen hat, denn sonst hat mein Geburtstag ab jetzt jedes Jahr einen faden Beigeschmack. Man sieht es am Ende des Tages wieder, als Stiefmutter hast du immer den schwarzen Peter. Verletzte Gefühle dürfen nur die andern haben.

Danke fürs lesen und über eine Meinung wäre ich zusätzlich noch dankbar.

Bärbel

Bitte E-Mail mit Stichwort „verletzte Gefühle“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht  in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

Foto: Stocksnap, Sophia Valkova

33 Kommentare

  1. Hallo liebe Bärbel,
    Ähnlich wie im letzten Kommentar wunderbar geschrieben, habe ich mir ebenso die Frage gestellt, ob die Kinder evtl sich eine gewünschte Teilnahme an deinem Geburtstag gewünscht haben!? Vielleicht hatten sie auch Erwartungen als sie Luftballons etc gesehen haben und haben auf eine Einladung gewartet. Vielleicht habt ihr aber zuvor alles klar besprochen und die Kids wussten, dass sie eigentlich nur Arbeitskollegen kommen und es deshalb ohne Familie und Freunde statt findet?
    Letzlich fehlt häufig eine Kommunikation über das bevorstehende und somit auch über wünsche, Erwartungen und Hoffnungen. Falls die Kinder gerne dabei gewesen wären, wäre das ja eigentlich eine schöne Wertschätzung dir gegenüber, oder?

    Mein Bonuskind ist noch wesentlich jünger (4 Jahre) und als er mitbekam das ich Geburtstag habe und Kuchen backen muss etc, wollte er gerne helfen und sagte: “ vielleicht komme ich ja auch zum Kaffee, wenn Mama mich bringt. “ ich habe ihm natürlich dann erlaubt zu kommen, wenn es für die Mama ok ist, auch wenn ich dann neben den Gästen zwei kleine Kinder hier hatte. Für ihn war es wichtig.

    Und insgesamt finde ich es eine schwierige Thematik. Wann sind Bonuskinder bei Ereignissen in der „zweiten Familie“ dabei? Wann ist es unpassend? Ist es überhaupt unpassend? Die Frage stellen wir uns noch häufig. Und ich denke werden es auch zukünftig tun. Und unsere ist noch so klein. Denke mit dem Alter wird es nicht leichter.
    Ich kann deine Empfindungen verstehen. Aber evtl helfen dir duese Gedanken ja dem doch auch was positives abzugewinnen…

    Alles Liebe
    A

    • Bärbel sagt

      Hallo A,

      ich unterscheide hier einfach ganz stark zwischen beruflich und privat. Hätte ich privat mit meiner Familie, meinen Freunden, meinen Schwiegereltern und was-weiß-ich-noch-wem gemacht und die Kids dann nicht eingeladen (hätte ich in diesem Fall nie gemacht!), versteh ich diese Reaktion komplett und hätte auch Unmut zwischen mir und meinem Lebensgefährten hervorgerufen (was ich auch verstehen würde, logo). Ist aber nicht so. Auch meine Kollegen haben Kinder – ich wollte jedoch auf dieser Feier nur Erwachsene…

      Aber im Endeffekt gebe ich dir recht, hier ist wohl auch fehlende Kommunikation das Übel gewesen. Da diese eigentlich seit Anfang an über meinen LG läuft, ist das leider etwas komplizierter. Ich bin meistens immer etwas verwirrt und reagiere zu spät, da zwischenmenschlich einfach nichts kommt von den Kindern und ich daher davon ausgehe, dass ich eben nicht wichtig bin und die Party daher auch nicht.

      Das für mich problematische ist, würde ich mit ihnen über diese Thematik unter 4 Augen reden, kommt dann ein „ist alles okay, kein Problem“ mit einem Lächeln von den Kids – und hinten rum sieht das alles ganz anders aus. Wir hatten das schon mal, ich habe einen Fehler gemacht, habe mich bei einem der Kids entschuldigt, habe mir tagelang Vorwürfe gemacht, und als ich mich dann entschuldigte, sah mich das Kind komplett entgeistert an und sagte nur „passt schon, passt schon“.

      Danke trotzdem für den Denkanstoss!

      • Dafür keinen Dank!
        Und gerade die Kommunikation in Patchwork – Familien ist einfach schwierig und doch so wichtig. Ich weiß für mich, dass ich lange gebraucht habe mich und meine Bedürfnisse in dem System auch ernst und wahrzunehmen. Das Verständnis für das Trennungskind, die leiblichen Eltern und wie schwer es für sie ist, war lange im Vordergrund. Ein Stück ist es das auch immer noch. Aber ich bin kein stiller Teilnehmer und muss alle Entscheidungen mit tragen, da sie ja auch mich berühren. Umgekehrt achte ich ja auch darauf, dass ich alle einbeziehe.

        Es ist schade, dass die Kinder dir gegenüber leider nicht offen und ehrlich sind. Das erschwert natürlich auch den Umgang.

        Ich finde den Beitrag von Jennifer auch sehr klasse. Dieser Weg ist vermutlich einer, der tatsächlich auf Dauer bestand hat und einfach nur durch eine selbst gelebt wird.

        Ich wünsche alles gute.

  2. Jasmin sagt

    Hallo Bärbel,

    also irgendwie habe ich das Gefühl, eigentlich geht’s gar nicht ums „Nicht-gratulieren“. Denn mal ganz ehrlich, so schlimm ist das nicht.
    Ich les da „ich koche putze wasche kümmer mich und bekomme nicht mal gratuliert“ Ergo: mangelnde Wertschätzung deiner. Dich stört, dass Dich die Kinder Deines Erachtens nach nicht wertschätzen. Verständlich, würde mich auch stören.

    Aber ich les da auch noch was anderes. Wenn Du Dich mal versuchst, in die Lage der Kinder zu versetzen. Die Mutter hat 2 Wochen vorher die Wochenenden getauscht. Aus welchem Grund auch immer, was auch immer sie vorhatte, die Kinder werden zum Vater verfrachtet. Dort sehen sie, wie Geburtstagsschilder und Luftballons für eine Party hängen. Sollen aber bitte nachhaus fahren und nicht dabei sein. Ergo: Sie fühlen sich ausgeschlossen. Das tut auch weh. Aus Trotz gratulieren sie Dir nicht (typisch Pubertät), und kassieren dafür noch Anpfiff vom Vater. Ich glaube, mit 13 hätte ich mich da auch in meinem Zimmer verschanzt und hätte Prass auf Dich gehabt.

    Dass man nicht immer und bei allem die Kinder dabei haben möchte, ist vollkommen verständlich, ich versteh Dich da echt. Aber ihr habt 2 Wochen vorher gewusst, dass die Party mit den Kindern kollidiert, wenn ihr euch vorher eine Lösung oder Kompromiss überlegt hättet, wäre das bestimmt nicht so eskaliert.

    Ich weiss es ist schwer, aber Du darfst Dich von Deinem Leid nicht so erschlagen lassen. Erst mal bisschen Wunden lecken is ok, aber versuche auch, die andere Seite zu sehen und zu verstehen.
    Stell Dir mal vor, Du kommst nachhaus und es hängen Luftballons und es läuft Musik, es ist ne kleine Party im Gange. Weil die Tochter, was weiss ich, ne 1 in ner wichtigen Klassenarbeit geschrieben hat. Und dann sagt Dir Dein Mann: „wir feiern das jetzt ein bisschen, wir haben uns Pizza bestellt, und wir möchten das gern unter uns machen. Geh Du doch derweil ins Kino.“ Würde Dir weh tun oder? Würdest Du dann der Tochter noch zur 1 gratulieren?

    Ich möchte Dir wirklich nicht vor den Kopf stoßen, ich kann Dir nur aus Erfahrung sagen, die Situation ist einfacher, wenn man auch offen und verständnisvoll für die andere Seite ist.

    LG

    • Bärbel sagt

      Hey Jasmin,

      Danke auch dir für deine Antwort. Klar versuche ich mich auch selbst zu reflektieren bzw. die Situation und ich habe DANK DIESES FORUMS 😉 sehr wohl gelernt, alle Seiten zu betrachten.

      Was ich trotzdem nicht verstehen kann und will ist einfach das, dass ich dann plötzlich „gesehen“ werde, wenn da eine Party veranstaltet wird, wo sie nicht dabei sind. Sonst spiele ich wie gesagt nur eine Nebenrolle in ihrem Leben, wenn überhaupt eine.

      Das merkt man zwischenmenschlich und in der Kommunikation (wobei – da gehören immer Zwei dazu und ich nehme mich hier nicht raus, ich bin eher der passive Part bei uns!), dass es nicht tiefer geht und meiner Ansicht nach auf beide Seiten kein großes Interesse da ist. (Gestern habe ich nach 4 Jahren „Stiefmutterdasein“ von meinem LG das Resümee erhalten, nämlich dass ich laut den Kindern und der Ex (grob herabgebrochen) „desinteressiert aber nicht böse“ bin. Haha, ich bin NICHT böse, das ist ja schon mal was -was auch immer heißen mag, kann damit umgehen). 🙂

      Egal, ich versuche die andere Seite zu verstehen, aber da stoße ich teilweise auf meine Grenzen, vor allem da es ja immer über 3 Ecken läuft.

      Danke!
      LG Bärbel

      • Jasmin sagt

        „Was ich trotzdem nicht verstehen kann und will ist einfach das, dass ich dann plötzlich „gesehen“ werde, wenn da eine Party veranstaltet wird, wo sie nicht dabei sind. Sonst spiele ich wie gesagt nur eine Nebenrolle in ihrem Leben, wenn überhaupt eine. “

        Seh es doch einfach mal so: Bei Papa steigt ne Party, ich soll nicht dabei sein, find ich gemein. Genauso sehen die das. Die sehen nicht dich und wie du das geplant hast und was der eigentliche Gedanke war (nur Kollegen) und deshalb würde ich es an Deiner Stelle nicht persönlich nehmen.
        Nicht persönlich nehmen ist übrigens eine der Königsdisziplinen im Stiefmutterdasein 😉 Und echt nicht einfach, aber versuchen sollte man es

  3. Lini sagt

    Ist den die Beziehung zu den Kindern nur in deinem Empfinden oberflächlich oder auch von Seiten der Kinder ?
    Vielleicht erwarten sie von dir evtl mehr und merken deine oberflächliche Haltung ? Ich frage das deswegen, da ich eine sehr strenge Erziehung hatte und immer sehr höflich bin…das Verhalten des älteren Sohnes meines Partners nehme ich also immer sehr persönlich weil sie teilweise unhöflich ist….meine Haltung im gegenüber ist abweisend und teilweise stumm…er merkt das natürlich. Er fühlt sich bei uns etwas fremd, ich schätze durch meine steife Haltung. Ich bin oft enttäuscht.
    Mein Partner und ich haben am selben Tag Geburtstag was bedeutet, dass mein Partner immer ein kleines Geschenk bekommt und ich natürlich nicht….ich schenke den Jungs immer etwas ! Weihnachten das gleiche Spiel…..ihre Geschenke liegen von mir verpackt unter dem Weihnachtsbaum…Papa bekommt etwas und ich ????? Nix . Wenn ich könnte würde ich dann am liebsten den Mittelfinger ausfahren . Aber wenn ich nicht so eingeschnappt wäre sondern evtl einen lockeren Spruch bringen würde , würden sie es sich vielleicht merken…stattdessen bin ich eingeschnappt …und der größere merkt meine Haltung ihm gegenüber…
    lange Rede kurzer Sinn….. Geht alle zusammen Essen nachträglich zum Geburtstag…. der Vattter soll zusehen dass er mit den Bälgern eine Kleinigkeit zusammen für dich besorgt , dann sehen sie das du happy bist und der nächste Geburtstag wird dann bestimmt anders…… HOFFENTLICH 🙂

    • Bärbel sagt

      Hallo Lini,

      ja – das ist es, grob zusammengefasst. Nicht, weil ich sie nicht mag, es sind grundsätzlich tolle Kinder und ich hätte es wesentlich schlimmer erwischen können. Aber so richtig „warm“ werden wir halt nur phasenweise miteinander – üblicherweise wenn sie in den Ferien da sind, einfach weil man sich öfter sieht. Liegt an vielem, ihr kennt das ja.

      Ich tu mir mit diesen 14-tägigen Besuchswochenenden schwerer als wenn sie längere Zeit da sind, ich bin einfach ein Gewohnheitstier – und an den Wochenenden geht’s manchmal ziemlich rund.

      Ich erwarte bei Gott auch keine Geschenke, das mal vorweg. Ich habe zum Geburtstag bis auf dieses Jahr noch nichts bekommen, krieg aber Weihnachten immer eine Kleinigkeit, über die ich mich sehr freue. Sie bekommen von mir zu jedem Anlass etwas (auch bei Schulschluss für ein gutes Zeugnis), und ich erwarte hier keinerlei Gegenleistung. Freiwillig oder gar nicht ist hier die Devise – so wie eigentlich fast überall in meinem Privatleben.

      Danke für deine Antwort,
      LG Bärbel

  4. Jennifer sagt

    Liebe Bärbel,

    vieles ist ja bereits geschrieben worden. Dass du gewisse Erwartungen hattest ist dir auch bewusst und damit wohl auch, dass Erwartungen in den meisten Fällen nicht erfüllt werden. Und das müssen sie auch nicht. Wenn die Kinder keine Lust haben dir zu gratulieren, dann müssen sie das auch nicht. Wenn du keine Lust hast die Kinder einzuladen, dann musst du das auch nicht. Niemand muss irgendwas. Sie dürfen so sein und du auch. So lange ansonsten ein respektvoller Umgang möglich ist, seid froh und gefährdet es nicht unnötig.
    Es gibt weitaus schlimmeres…

    Wenn du sie nicht einlädtst heißt das auch nicht, dass du sie nicht magst und so lange dein Partner dich so akzeptiert ist die Sache aus meiner Sicht die ganze Energie gar nicht wert.
    Problematisch wird es, wenn dein Partner dich verurteilt und dir Vorwürfe macht, dass du sie nicht eingeladen hast. Im Idealfall bezieht dein Partner Stellung und erklärt seinen Kindern, mit oder ohne dir, was da genau passiert ist und dass es nichts mit den Kids zu tun hat.
    Aber das ist oft nicht praktikabel, weil die Väter meist nicht in der Position sind sondern eher Bittsteller sind und eh alles negativ ausgelegt wird.

    Ich selbst erwarte keine Glückwünsche zum Geburtstag. Ich gratuliere von mir aus bzw. wir gratulieren, aber wenn von ihm nichts kommt, mach ich mir da keinen Kopf.

    Wenn es dich sehr verletzt hat, dann gibt es wohl etwas was du mit dir vielleicht noch klären solltest. Frage dich: Wie kann es überhaupt dazu kommen? Was kann ich an mir ändern, dass es mir nicht mehr so geht?
    Wir sind die Erwachsenen, keine Opfer. Wie können die Kinder unserer Partner so eine Macht über unsere Gefühlswelt haben? Wir können lernen, dass kein anderer unsere Gefühlswelt kontrolliert außer wir selbst. Das ist ein Prozess, eine persönliche Entwicklung die mit Arbeit an uns selbst verbunden ist.
    Eine Arbeit die sich lohnt. Wir kommen immer besser mit den Umständen klar und wachsen an dieser Aufgabe über uns hinaus.

    • Bärbel sagt

      Hallo Jennifer,

      Danke für deinen Beitrag.

      Mein Partner hat hier Gott sei Dank Stellung genommen und ihnen das nochmals erklärt, was ich ihm hoch anrechne. Ja, du hast recht, ich denke, das ich hier noch einen weiten Weg vor mir hab, meine innere Ausgeglichenheit auch in solchen Situationen zu wahren, mich selbst und meine Gefühle unter Kontrolle zu haben. Ich habe bereits schon Arbeit in diese Entwicklung investiert (Sachen, wo ich mich früher grün und blau geärgert habe, tangieren mich heute nicht mehr), aber es sind die Neuen Sachen, mit denen ich einfach noch zu kämpfen habe. Aber ich bin absolut deiner Meinung, dass es sich zu meinen Gunsten absolut auszahlen wird. Irgendwelche Buchtipps zum Thema?

      LG Bärbel

      • Jennifer sagt

        Liebe Bärbel,

        ich kann absolut nachvollziehen was du erlebst. Gerade der Gedanke „man macht und tut und gibt und was bekommt man zurück?“, den kenne ich zu gut. Ich aber lernen zum einen solche Gedanken nicht mehr zu haben und wenn doch positiv damit umzugehen.
        Jedes Mal wenn mir nun solche Gedanken bekommen nehme ich das achtsam war, beobachte mich selbst, reflektiere und frage mich woher der Gedanke, das Gefühl kommt. Manchmal mach ich das Tage später erst, wenn ich dafür Zeit hab.
        Ich mache mir bewusst, das hat in Wirklichkeit nur etwas mit mir zu tun. Mit meinem gekränkten Ego. Ich übernehme Verantwortung für meine Gefühlswelt.
        Ich beobachte und kümmere mich um mich selbst ohne mich mit diesen Gedanken und Gefühlen komplett zu identifizieren. Es sind „nur“ meine Gedanken und Gefühle.
        Sie sind aus einem guten Grund da, aber ich gebe ihnen nicht so viel Macht. Ich erfahre dadurch etwas über mich selbst und wo ich in meiner Entwicklung stehe.
        Sie sind nicht „Ich“ sondern nur ein Teil von mir. Das ist eine Technik die auf sämtliche Lebensbereiche und Situationen anwendbar ist. Wann immer ich mich nicht davon beherrschen lassen will, weil ich meine Energie für andere Dinge nutzen möchte wende ich die Achtsamkeit an. Ich beschreibe das etwas oberflächlich, weil das sonst den Rahmen sprengt.
        Zum Thema Achtsamkeit gibt es einige Bücher. Wenn es dich näher interessiert findest du sicher etwas im Internet.
        Im Moment befasse ich mich mit ACT (Acceptance and Commitment Therapie). Traditionell spielt Achtsamkeit aber auch im Buddhismus oder im Yoga eine zentrale Rolle.

        Mir geht es auch so, dass „neue“ Situationen erst mal irritieren und ich mich mehr sortieren muss als in Situationen die mir bekannt vorkommen. Das ist absolut menschlich. Du bist vollkommen in Ordnung, wenn es dir auch so geht.

        Ich hab auch Themen die an mir manchmal mehr, manchmal weniger nagen. Mein Bonuskind hat einen Halbbruder, der mich bei Treffen demonstrativ nicht grüßt und er möchte auch nicht mehr zu uns kommen. Aus diesem Grund will mein Bonussohn nicht mehr so oft zu uns kommen usw. Du kannst dir denken wie belastend das sein kann, zumal wenn der Partner stellenweise die Verantwortung allein der „Stiefmutter“ gibt. Da haben wir uns aber gut entwickelt und mein Partner hat da auch viel erkannt und geändert, sonst wären wir nicht mehr zusammen. Das war eine schlimme Zeit unter der ich sehr gelitten habe, aber es ist überstanden und ich habe so viel gelernt und bin dankbar für die Erfahrung.

        Ich habe jedenfalls auch gelernt nichts mehr persönlich zu nehmen. Ich habe ihm nichts getan, im Gegenteil. Ich bin selbst als Stiefkind aufgewachsen und kann besser als jeder andere Erwachsene in dieser Konstellation verstehen was die Jungs (14 und 17 Jahre) erleben. Ich sehe was der Halbbruder durchmacht und warum er es macht und ich weiß es hat in Wirklichkeit nichts mit mir zu tun. Er hat seine Themen die ihn beeinflussen und das kann nur er klären. Ich bin ihm wohl gesonnen und mehr kann ich nicht tun.

        Und was den Frust angeht:
        Sobald uns solche Gedanken, wie du beschrieben hast, kommen muss uns klar sein, das wir das alles zwar tun oder getan haben, aber unbewusst eine Gegenleistung erwartet haben und frustriert sind weil sie ausbleibt. Das ist das gekränkte Ego. Nicht mehr und nicht weniger.

        Wenn wir aus Liebe handeln, handeln wir ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Ich weiß, das klingt alles philosophisch, aber es ist wahr und es macht das Leben einfacher.
        Deshalb mach ich es wie du: Entweder freiwillig (aus Liebe/Güte/Zuneigung ohne Gegenleistung, weil ich geben kann und will) oder eben nicht. Alles andere ist nicht authentisch und das wiederum spüren unsere Mitmenschen und Kinder sowieso.
        Die wissen genau wann man nicht authentisch ist.
        Abgesehen davon schaden wir uns dabei am meisten.

        Alles Liebe, Jennifer

  5. Klaus sagt

    Also, ich habe jetzt als Vater nicht zwingend eine pessimistische Grundhaltung, aber ich bin der Meinung, das man einfach nicht so viel vom Leben erwarten darf. Das hält die Enttäuschung gering und man erlebt eher noch eine positive Überraschung. Ich könnte ja jetzt ganz gramgebeugt sein, weil mir im Dezember keines meiner Kinder mir ein Weihnachtsgeschenk gemacht hat. Nicht einmal ein selbstgemaltes Bild. Für mich ist aber die Zeit viel wertvoller, die mir meine Kinder schenken. Wir haben einen respektvollen und liebevollen Umgang miteinander. Was soll ich die Kinder schelten, nur weil sie an meinem Ehrentag, einmal im Jahr, keine Respektsbezeugung in Form von materieller Zuwendung oder übersteigerter Aufmerksamkeit erbringen?

    Diese Zeit, welche die Kinder deines Partners sonst mit ihrem Vater exklusiv hätten, müssen sie aber nun einmal mit dir teilen. Ihr habt also viel mehr Berührungspunkte, als du denkst. Kinder sind aber keine Gegenstände wie Weingläser, die man nach Belieben und Gebrauch in die Vitrine stellt und bei Bedarf wieder herausholt.

    Das was du schilderst, kenne ich aus der Kinderperspektive. Mein Vater hat zwei Ehen hinter sich gelassen. Weil ich das als Kind alles selber erlebt habe, habe ich selber auch keine Lust auf Patchwork. Ich habe ja jetzt schon kaum Zeit für mich selber und wenn ich dann auch noch ständig zwischen den Kindern, neuem Partner und der (H)Ex vermitteln muß, dann bin ich mehr belastet, als das mir das irgendeinen persönlichen Gewinn bringen würde. Aber ich schweife ab.

    Hängt doch bitte diese Geburtstagsfeierlichkeiten gegenüber den Kindern nicht so hoch. Freut euch lieber über die restlichen 364 Tage, die ihr hoffentlich gut mit den Kindern zurecht kommt. Aus Teenagersicht sind Geburtstagsfeste von Erwachsenen, gerade wenn die Gästeliste eher wie ein Arbeitsmeeting gestaltet ist, langweilig und doof. Wenn man als Kind nicht einmal zu einer langweiligen und doofen Party eingeladen wird, sorgt das Unmut. Das nächste mal vorab als Ausgleich schon mal Sitzplatzreservierungen für einen angesagten Kinofilm im hiesigen Leinwandtheater besorgen und den Kindern per Post zuschicken. Können Papa und Kinder Popcorn futtern und du ganz entspannt ohne Klüngel Geburtstag feiern. Bei der Gästeliste ist das ja auch mehr ein Arbeitsessen als eine Geburtstagsfeier. Tritt deinem Partner auch weiterhin vor das Schienenbein (bitte nicht im wörtlichen Sinne), er möchte sich einmal vor Augen halten, daß er sich als Wochenendvater mit hinterhertelegrafiertem Tadel bei seinen pupertierenden Kindern keinen Gefallen tut, wenn er sich seine (schwache) Position als Erziehungsberechtigter nicht völlig verderben will.

    Also, macht den Pubis ihre veränderte Wahrnehmung nicht zum Vorwurf und um Himmels willen keine Staatsaffäre aus einem Geburtstag ohne „Dankeschöns“ oder „Ich denke heute an dich“. „Dankeschöns“ gehen jederzeit, auch ohne Geburtstag.

    Trotz alledem, meinen Respekt hast du für deine Einstellung zu seinen Kindern. Meine Stiefmutter hat meine Allüren damals auch meistenteils geduldig ertragen. Und wenn sie sich von mir ungerecht behandelt gefühlt hat, dann hat sie mir das sofort und direkt gesagt und nicht meinen alten Herrn dafür vorgeschickt. Dafür bin ich ihr heute noch unendlich dankbar und wir haben nach über 30 Jahren immer noch einen sehr guten und familiären Kontakt (obwohl sie längst wieder jemand anderen geheiratet hat).

    • Susanne Petermann sagt

      Toll, dass Du immer noch Kontakt zu der ehemaligen Stiefmutter hast. Meist bricht das nach eine Trennung schlagartig ab.

    • Kerstin sagt

      „Können Papa und Kinder Popcorn futtern und du ganz entspannt ohne Klüngel Geburtstag feiern“.

      Die Einstellung finde ich mit Verlaub gesagt SEHR befremdlich… Wenn mein Mann meinen Geburtstag nicht mit mir verbringen wollte, dann bräuchte ich ihn an den restlichen 364 Tagen im Jahr auch irgendwie eher nicht…

      Und auch die Aussage gab mir irgendwie zu denken:
      „Diese Zeit, welche die Kinder deines Partners sonst mit ihrem Vater exklusiv hätten, müssen sie aber nun einmal mit dir teilen.“
      Hmm – wieviel Zeit beansprucht denn ein Kind „exklusiv“ in einer „normalen“ Familie von seinem Vater?? Ich glaube, mein Mann fände es auch befremdlich, wenn ich dann zu ihm alle 14 Tage (das ist ja keine AUSNAHME, sondern fester Lebensbestandteil) sagen würde, dass ich mir jetzt erst mal 72 Stunden Exklusiv-Zeit für mich und MEINE Kinder nehmen MÜSSTE und er doch bitte seinen Geburtag (Weihnachten/Ostern.. etc. pp.) allein zu feiern hätte, damit ich meinen kleinen Engeln in der Zeit „was bieten“ kann…
      Sorry, Klaus, aber du muss ich wirklich sagen, dass es zumindest für dich eine sehr vernünftige Entscheidung war, dass du auf diese „Patchwork“-Sache keine Lust (mehr) hast. 😉 Und das ist jetzt wirklich nicht böse gemeint, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das wirklich ganz schwierig geworden wäre.

      • Bärbel sagt

        Hallo Kerstin,

        der Beitrag von Klaus fand ich auch etwas befremdlich. Ich möchte meinen LG ja natürlich bei meiner Feier dabei haben, da schick ich ihn doch nicht ins Kino. Vor allem dauert ja eine Geburtstagsfeier doch etwas länger als eine Filmvorführung, dann ist es 22 Uhr und…. dann??? Nö, meine Variante ist mir lieber gewesen.

      • Klaus sagt

        Wenn Äpfel mit Birnen vergleicht, wie z. B. intakte Familien und getrennte (Patchworker), dann kann man alles Mögliche befremdlich finden. Wenn ich also meinen Kleinen Zeit exklusiv biete, ist das dann auch befremdlich?

        Und ja, es ist die richtige Entscheidung für mich und die Kinder und aus Rücksicht auf den potentiellen Partner, nicht zu patchworken. Wohl die wenigsten Partner sind dauerhaft in der Rolle der 2. oder 3. Geige zufrieden. Ein Teil dieser Tatsachenbeschreibungen füllt doch diesen ganzen Blog. „Hurra, ich bin Stiefmutter! Eine Erfolgsgeschichte in drei Akten.“, liest man hier sehr selten.

      • Klaus sagt

        „Ich möchte meinen LG ja natürlich bei meiner Feier dabei haben, da schick ich ihn doch nicht ins Kino.“

        Das war ja nur ein Vorschlag. Wenn es für dich nicht vorstellbar ist, ihn nur 22 von 24 Stunden an deinem Wiegenfest dabei zu haben, geht das natürlich nicht.

      • Kerstin sagt

        Nee Klaus, ich glaube Bärbel meinte nicht 22 von 24 Stunden… Sondern eben zur „Haupt-Party-Zeit“ – dann, wenn eben auch die Gäste kommen. Das ist doch unschön, wenn Frau dann da steht, alle fragen nach dem Gatten und man sagt: „Nee, der ist nicht da, er ist mit SEINEN Kindern im Kino!“ Öhm – ja…
        Ist ein bisschen wie: „Heiligabend habe ich von 18 bis 21 Uhr etwas mit MEINEN Kindern vor!“

        Ich finde sehr wohl, dass man „Patchwork-Kinder“ mit Familien aus „normalen“ Familien vergleichen können sollte. Den Umgang mit und Untereinander. Dabei geht es nicht darum, dass man Stiefmutti liebt „wie eine echte Mami“ und umgekehrt, sondern einfach dass man akzeptiert, dass das Gegenüber genau so einen Platz in der Familie hat, wie man selbst.
        Und das bedeutet, dass man sich eben in manchen Situationen auch mal als Person zurücknehmen muss mit seinen Bedürfnissen. Ein Geburtstag geht halt manchmal „vor“ (egal aus welcher Richtung gesehen, es ist das Gleiche, wenn das Kind Geburtstag hat). Und insbesondere und erst Recht, wenn lange darauf hin geplant wurde und dann eine Kindsmutter alias Ex meint, dass sie sich dazwischen drängen kann – mit welcher Absicht auch immer und um was auch immer zu beweisen.

    • Klaus sagt

      „Nee Klaus, ich glaube Bärbel meinte nicht 22 von 24 Stunden… Sondern eben zur „Haupt-Party-Zeit“

      Das habe ich durchaus verstanden, Kerstin. Ich sehe da selber aber kein Problem. Das lässt sich durchaus in den verschiedensten Lebensentwürfen miteinander vereinbaren. Was andere darüber denken, wie ich alleine oder verpartnert meine Feiertage gestalte, muß mich nicht scheren. Niemand ist zur Erhaltung seines Seelenfriedens gezwungen, ständig zu hinterfragen, wie sein Verhalten auf andere wirkt.

      „sondern einfach dass man akzeptiert, dass das Gegenüber genau so einen Platz in der Familie hat, wie man selbst.“

      In einer intakten Familie aber würde man sich im Vorfeld auch darüber Gedanken machen, wie die Kinder untergebracht oder beschäftigt werden, wenn man diese nicht in die Feierlichkeiten einbeziehen möchte und wie man ihnen das vermittelt. Einfach deshalb, weil diese Familienmitglieder, anders als in Patchworkfamilien, die meiste Zeit gegenwärtig sind. Das hat ganz genauso mit Anstand und Sitte zu tun, die ich nicht nur andern abverlangen kann, sondern auch selber aufbieten und vorleben muß.

      Ist ein bisschen wie: „Heiligabend habe ich von 18 bis 21 Uhr etwas mit MEINEN Kindern vor!“

      Mir sind, wie gesagt, auch Lebensentwürfe bekannt, wo das kein Problem ist. Da feiern die Elternteile doch tatsächlich Weihnachten nur mit IHREN Kindern und finden erst danach wieder als Paar zusammen. Aber das kann ja jeder selber für sich entscheiden. Das Weihnachtsfest dauert jedenfalls drei Tage, der heilige Abend ist nur einer davon.

      Heiligabend ist früher unser Vater mit uns in die Messe gegangen, damit unsere Mutter uns nicht am Rockzipfel hatte.
      Nicht nur wegen der Festvorbereitungen, sondern, damit sie auch mal Luft holen und eine Zeit lang in entspannter Atmosphäre mit der Nachbarin klönen konnte. Sicherlich hätte sie ihren Mann auch gerne dabei gehabt, aber der war eben wegen der geschuldeten Notwendigkeit verhindert. Der konnte ja schlecht sagen, „was habe ich denn mit DEINEN Kindern zu tun?“.

      Wenn man schon eine Patchworkfamilie auf die gleiche Stufe mit einer intakten stellt, dann muß man auch die Gesamtumstände würdigen. Rosinenpickerei geht nicht.

      • Susanne Petermann sagt

        Klaus,
        Zum Thema Rosinenpickerei:
        Dein Vater hat dann aber sicher den Heiligen abend MIT Eurer Mutter und Euch Kindern gefeiert, oder? Dass die Mutter den Braten vorbereitet, während der Vater mit den Kindern etwas unternahm, war normal. Gegessen wurde aber ZUSAMMEN.

        Genauso wie auch eine Geburtstagsfeier in einer intakten Familie nicht gefeiert wird, indem Papa mit Kindern an Mamas Geburtstag verschwindet und Mama mit den Kindern an Papas Geburtstag, sondern entweder alle gemeinsam feiern oder die Kinder eben zu Oma gebracht wurden.

        Für mich stellt sich hier also auch die Frage, warum der Vater überhaupt einwilligte, das Umgangswochenende zu tauschen. Er wusste doch, dass eine große Feier bevor stand.

        Die Formel der Familie lautet Mama+Papa+Kind = Familie.
        Bei „harmonisch getrennten“ Familien dann (Mama+Kind) + (Papa+Kind) = getrennt erziehend. Kommen neue Partner hinzu gelingt es so am besten: (Mama+Stiefvater+Kind) + (Papa+Stiefmutter+Kind) = Patchwork.
        Wer das auf (Papa+Kind) / Stiefmutter runterbricht, oder auch (Mama+Kind) / Stiefvater, wird größere Probleme bekommen. Genauso wie das leider beliebte Modell (Mama+Kind) / Papa oder (Papa+Kind) / Mama immer Probleme bereitet. Mit dem (Ex) Partner UND dem Kind. Ist jedenfalls meine Meinung.
        Liebe Grüße, Susanne

    • Klaus sagt

      Hallo Susanne,

      klar haben wir dann zusammen in der familiären Runde den Weihnachtsbraten vertilgt.

      Ich bin in der Provinz aufgewachsen und bin in einer religiös-/politisch konservativ geprägten Umgebung groß geworden.

      Auch für den Mißmut der Stiefmutter zu den Überschattungen an ihrer eigenen Geburtstagsfeier habe ich Verständnis. Mir wurde auch schon einmal meine eigene lang geplante Geburtstagsparty über den langen Arm der Mutter verdorben.

      Was ich eigentlich sagen wollte, ist, daß in einer Familie eben niemand gerne das 5. Rad am Wagen sein möchte, ob es in dieser oder in der anderen Familie ist. Das gilt natürlich für die Kinder genau so wie für die Eltern und neue Partner.

      „Für mich stellt sich hier also auch die Frage, warum der Vater überhaupt einwilligte, das Umgangswochenende zu tauschen. Er wusste doch, dass eine große Feier bevor stand.“

      Das sehe ich ähnlich. Die Kommunikation für die Belange der Kinder übernimmt ja der Geschichte nach ja schon immer der Vater. Aber ich mutmaße mal, daß bei dem Tausch sowohl der Vater als auch die Themenstarterin da zähneknirschend den (vermeintlichen) Weg des geringsten Widerstands gegenüber der Mutter gegangen sind. Das man sich so verhält, ist nachvollziehbar. Im Ergebnis kann das, wie man sieht, eben dazu führen, daß man durch die Vermeidung von Auseinandersetzungen mit der Mutter dann eine andere Baustelle bekommt. Für das wohlgemeinte „Entgegenkommen“ gibt es dann gefühltermaßen auch noch den „Schlag in den Nacken.“

      • Bärbel sagt

        Lieber Klaus, liebe Susanne,

        der Kandidat hat 100 Punkte – es wird IMMER von meinem LG der Weg des geringsten Widerstandes gegangen – einfach weil er nach x Jahren Terror in der Ehe ihrerseits (seine Worte) einfach die Schnauze voll hat, lieber das tut was SIE möchte, damit er seine Ruhe hat, anstatt sich auf die Füße zu stellen und halt mal etwas zu sagen, das ist jetzt aber nicht nur bei der Party so gewesen, das ist leider „normal“ bei uns.

        Auslöser war für den Wochenend-Wechsel im Übrigen, dass die Ex mit dem 14-Tagesrythmus IHRES Stiefkindes sonst nicht mehr mit unserem übereinstimmt, also ging es von der Ex des Mannes unserer Ex aus. Puh… das zum Thema Fremdbestimmung durch Dritte. 😉

        Danke euch trotzdem für die Anregungen, werde mir das alles nochmals durch den Kopf gehen lassen, in Zukunft Ruhe bewahren und versuchen, es anders zu kommunizieren.

        LG Bärbel

      • Kerstin sagt

        Erst mal schönen Dank an Susanne, für die anschauliche Erklärung!! Genau so, wie sie es beschrieben hat, funktioniert Patchwork – in den anderen Fällen dauerhaft eher nicht.

        @Klaus – ganz kurzes Fazit, weil es wirklich ausschweift, wer wie und wann seine Feiertage gestaltet und welches „gemeinsame“ Tage sind und was Veranstaltungen sind, die man doch besser für sich selbst regelt. Natürlich kann man Beziehungen führen, wo man die Frau grundsätzlich aus der Mann/Kind-Geschichte raus hält. Kein Ding. Selbstverständlich denkbar. ABER spätestens, wenn es um eine Ehe mit ggf. noch weiteren Kindern geht, dann kann man nicht immer die Kinder auf ein Podest heben, die „zuerst“ da waren. Nur denen „Exklusivzeit“ bieten – nur denen alles terminlich, geschenketechnisch und überhaupt alles Recht machen wollen… Damit vermittelt man nicht nur seiner Frau, sondern auch jüngeren Kindern etwas sehr, sehr böses. Und dem Charakter der leiblichen aus früherer Beziehung/Ehe vorhandenen Kindern dürfte das dauerhaft auch eher nicht so ganz gut tun.

        @Bärbel: Ein guter Weg. An der Kommunikation muss man lebenslänglich immer wieder arbeiten. Das ist ganz wichtig. Nicht in Form von Anschuldigungen, sondern eben so, wie man selbst eine Situation erlebt hat und wie man sich damit gefühlt hat. „Wie siehst du das? So sehe ich das… Was können wir in Zukunft anders machen?“ So lang man in einem (vernünftigen) Gespräch bleiben kann, ist alles in Ordnung und es besteht immer Hoffnung auf Besserung.
        Es ist wie in der Kindererziehung, wenn man völlig verzweifelt ist, dann hilft einem nur: „Es ist nur eine Phase, das geht vorbei!“ Und ganz ähnlich sind auch die Phasen, die in der Trennungssituation auftreten. Ich bin mir sehr sicher, dass es deinem Mann irgendwann gelingt, dass er ab und an auch eure gemeinsamen Interessen vertreten wird und sich nicht lebenslänglich mit dem Weg des geringsten Widerstandes abfinden wird.

  6. Kerstin sagt

    Also erst mal: Ich hätte sie auch nicht eingeladen!!

    Das kann man finden, wie man will – aber das ganze war ja nun nicht als Kindergeburtstag angedacht – sondern dein Ehrentag. Den du so feierst, wie und mit wem du möchtest. Da gibt’s auch keinen Grund „beleidigt“ zu sein. Ich vermute mal, dass du auch nicht daheim bei ihnen aufschlägst, wenn sie Geburtstag haben.

    So weit so gut. Ansonsten kann ich nur sagen, dass wir genau EINMAL die Kinder an meinem Geburtstag hier hatten, weil die Mutter mal wieder verschoben hatte. Ich habe später nur meinen Mann angeguckt und gesagt: „DAS findet in der Form NIE wieder HIER statt – das war MEIN Geburtstag mit MEINEN Gästen!“

    Später hat sich raus kristallisiert, dass sie persönlich weder an Gattes-Geburtstag, noch an unserer Hochzeit geschweige denn sonstigen Feierlichkeiten teilnehmen MÖCHTEN. Daraufhin hat der Gatte auch ganz klar Stellung bezogen, ala „wer es nicht für nötig hält zu unserer Hochzeit zu erscheinen….“ bla bla.ba

    • Bärbel sagt

      Hallo Kerstin,

      Danke für deine Meinung – nein ich schlage natürlich nicht auf den Geburtstagsfeiern der Kids auf – und beschwer mich auch nicht, wenn ich nicht eingeladen bin 😉

      LG Bärbel

  7. Ich kann dich so gut verstehen u bin auch ein Mensch der sich dann zwar vornimmt sich keinen Vorwurf machen zu lassen da nicht du den Plan umgeworfen hast …., aus deinen Worten liest man heraus dass es dir dennoch sehr nahe geht. Hier ist das leider auch immer so u zwar nach wie vor die Kinder meines Mannes sind 17 (dieses Jahr 18) 23 und 24 u es ist nach wie vor so…. ich dachte immer die Zeit arbeitet für uns aber anscheinend ist das nicht so. Als unsere gemeinsame Tochter auf die Welt kam u ich gerade aus der Klinik kam genau an dem Tag wir fahren gerade zuhause vors Haus bringt die Mutter den damals 15 jaehrigen mit Rucksack vorbei obwohl das nicht das kinderwochenende war ich wegen Kaiserschnitt einfach nur Hinliegen wollte u Hebamme u arzt sagten wir sollen uns nun ersteinmal ausruhen u an das kleine Menschlein gewöhnen. Fakt war nun dass ich mich kaum Regen könnte mein Mann mit dem großen unten war gekocht hat film geschaut kaum dass er hoch kam hat der Sohn unten nach ihm gerufen …. U er hat das auch das komplette Wochenende so durchgezogen u mein mann mitgemacht. Die Mutter war Zuhause also keine Notsituation ….. Wie es mir u dem baby ging war nebensächlich …,, alles nicht einfach ich versteh dich so gut ! Freu dich an dem schoenen abend mit Deinen Kollegen du hast nichts falsch gemacht !

    • Bärbel sagt

      … ich hoffe so läuft es bei uns mal nicht ab – da kann ich glaub ich für nichts mehr garantieren…

      Danke Miri!

  8. Liebe Bärbel,
    beim lesen deiner Zeilen habe ich andauernd mit dem Kopf genickt. Ja, so war es bei mir auch und ja, so auch und so und so auch! Du bist Aldi schon mal nicht alleine. Vielleicht hilft dieses Gefühl ein wenig. Ich habe mir angewöhnt, Königin zu sein. Dieses innere Gefühl, auch mit dem nötigen Abstand die Situationen zu betrachten hilft mir dann. Ich stelle mir dann tatsächlich Queen Mum vor. Wie hätte diese sich jetzt verhalten? Wie hätte die geschaut, wie wäre ihre körperliche Haltung? Ich sage mir dann, dass ich nicht auf allen Kriegsschauplätze kämpfen muss, die ich eh schon gewonnen habe – den Partner, den ich liebe, hab ich ja. Ich wünsche dir für die Zukunft eine Gelassenheit einer Königin.

    • Jennifer sagt

      Das ist ein wunderbares Bild. Die Gelassenheit, Weisheit und Güte einer Königin. Eine Haltung die ich auch anstrebe und die mir immer besser gelingt.

    • Bärbel sagt

      Hallo Ines,

      schön zu lesen, dass ich nicht alleine bin und du andauernd mit dem Kopf nicken musstest, hab das echt nicht geglaubt, dass manche Sachen bei anderen Patchworkfamilien so dermaßen gleich ablaufen. Das mit der Queen Mum werde ich mir auf jeden Fall merken 🙂

    • Bärbel sagt

      Hallo Ines,

      verwundert und erschreckt bin ich, dass so viele Sachen in anderen Patchworksituationen quasi fast parallel oder ähnlich laufen wie bei uns. Das mit der Queen Mum hat mir gut gefallen, kann mir das relativ gut vorstellen – Danke dafür 🙂

      lg Bärbel

  9. Ksthyw sagt

    Hey,ich verstehe dich da voll und ganz. Wenn von den Mädels nichts kommt “ zwischenmenschlich“ hätte ich sie auch nicht eingeladen. Ich meine sie sind in einen alter wo man echt bissel mehr erwarten kann. Ich habe dass zu meinen 30.aus so gemacht.nicht weil ich kein gutes Verhältnis zu mein freund sein Sohn(12J.)sondern weil ich es persönlich haben wollte ohne Spion der Mutter. Du kannst zu den Kindern ja im Gespräch begründen dass sie bisher nie Interesse deiner Seits gezeigt haben und du auf kein Interesse von ihnen an deiner Person gerechnet hast. So können sie vielleicht auch mal überleg wie sie so rüber kommen…

    • Bärbel sagt

      Danke, seh ich grob auch so. Das mit dem Reden kann halt auch immer nach hinten los gehen, sprich es wird an die KM kommuniziert und dann kann es schon passieren, das ich eine auf den Deckel krieg. Das hab ich schon gelernt weil erlebt, und das spar ich mir, löst aber rein gar nichts, das ist mir bewusst…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.