Die Väter
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Bist Du ein guter Patchworkvater? Der Schnelltest

Schnelltest Patchworkvater. Foto: Stocksnap,

Lieber Patchwork- oder Trennungsvater, du hat ein Kind aus einer vorherigen Beziehung, was du über alles liebst? Dem du jeden Wunsch von den Lippen abliest? Aber vielleicht hast du zusätzlich auch ein klitzekleines Problem mit deiner neuen Frau? Himmelt sie deinen Sonnenschein vielleicht nicht ganz so an wie du? Macht sie dir manchmal Vorwürfe, du wärst kein guter Patchworkvater? Ist sie der Meinung, euer gemeinsames Kind sollte ähnlich viel von seinem Vater haben, wie dein Erstgeborenes?  Ob du als Patchworkvater alles richtig machst – oder nicht, überprüfst du in diesem Schnelltest 🙂

Schnelltest für den Patchworkvater

1. Wie gut beschützt du dein Kind?
Schützt du dein Kind unbedingt? Auch vor deiner bösen, neuen Partnerin? Gibst du ihr niemals die Möglichkeit an der Seite deines Kindes zu stehen, sondern schottest sie total ab? Verteidigst du dein Kind sofort, wenn es über etwas meckert, was deine neue Partnerin betrifft und vernichtest sie umgehend mit Blicken?

  • Ja: 10 Punkte
  • Ab und an: 5 Punkte
  • Nie: 0 Punkte

2. Wie gut hast du deine gescheiterte Beziehung mit der Ex im Griff?
Führst du Dauerkrieg gegen die Ex-Frau? Wirfst du ihr Steine zwischen die Beine, wo immer es möglich ist? Ist sie sowieso an allem schuld? Tut es dir gut, kleine bissige Whats´s App Nachrichten zu schicken? Erzeugt es ein gutes Gefühl, es der Ex gezeigt zu haben?

  • Ja logo, jeden Tag aufs Neue gerne: 10 Punkte
  • OK, ab und an gehen die Pferde mit mir durch: 5 Punkte
  • Eigentlich nie, ich kneife mir in solchen Momenten in den Oberarm, denke an mein Kind und lasse es: 0 Punkte

3. Darf deine neue Partnerin eine eigene Beziehung zu deinem Kind aufbauen?
Gibst du deiner neuen Partnerin die Chance, sich mit deinem Kind zu verstehen, oder sogar zu verbünden? Notfalls auch mal gegen dich? Oder gehst du sofort dazwischen, wenn die beiden alleine etwas machen und sich dabei offensichtlich gut verstehen?

  • Hey, das ist mein Kind! Ich mach doch kein zweites Mal den Fehler, mir bei meinem Kind von einer Frau reinreden zu lassen! 10 Punkte
  • Ich mag es nicht, wenn meine neue Partnerin sich da einmischt. Ich sehe mein Kind sowieso so selten, da will ich auch 100% haben: 5 Punkte
  • Sorry, ich verstehe die Frage nicht: 0 Punkte

4. Setzt du Prioritäten bei deinen Kindern?
Zeigst du deinem erstgeborenen Kind unbedingt, dass du es viel mehr liebst als das Kind, was du mit deiner neuen Partnerin hast?

  • Logo, sonst kommt es doch vielleicht nicht mehr: 10 Punkte 
  • An den Umgangswochenenden widme ich mich schon überwiegend meinem ersten Kind, für die neue Familie bleibt ansonsten ja noch genügend Zeit: 5 Punkte
  • Wir haben ein Familienleben, meine neue Partnerin, unser gemeinsames Kind und ich. Wenn mein Erstgeborener kommt, leben wir das weiter und integrieren ihn liebevoll: 0 Punkte

5. Zeigst du unmissverständlich, wie wichtig dir dein Kind ist?
Setzt du Prioritäten und zeigst die auch? Teilst du deine Wochenenden folgendermaßen: am Umgangswochenende lässt du deine neue Partnerin und euer gemeinsames Kind links liegen. Für sie hast du erst dann wieder Augen, wenn dein Erstgeborenes weg ist. Somit bekommt jede Familie 50% von Dir. Wenn deine neue Partnerin dann meckert, hat sie selbst Schuld, schließlich wusste sie doch dass du ein Kind hast.

  • So, genau so mache ich es: 10 Punkte
  • Ich ertappe mich schon oft dabei, dass ich am Umgangswochenende viel mehr Zeit und Energie in mein erstes Kind als in den Rest der Familie stecke: 5 Punkte
  • Hä? 0 Punkte

6. Bist du deinem Trennungskind gegenüber absolut loyal?
Wenn dein Erstgeborenes über deine neue Partnerin oder über seine leibliche Mutter schimpft, hat es dann sofort Recht? Hinterfragst du das nicht und besprichst es auch nicht mit den Frauen, bevor du reagierst? Dein Motto ist: Alles Schlampen, außer Papa.

  • Logo. Zwischen mein Kind und mich passt kein Blatt Papier: 10 Punkt
  • Ich ertappe mich manchmal dabei, versuche aber darüber zu sprechen: 5 Punkte
  • Was ist eine Schlampe? 0 Punkte

7. Ist montags dein Trauer-Tag?
Fällst du an jedem Montag nach einem Umgangswochenende in komplette Lethargie und erwartest absolutes Verständnis dafür von deiner neuen Familie? Schließlich hast du dich das komplette Wochenende doch um dein erstgeborenes Kind gekümmert, es womöglich noch vor deiner neuen Familie verteidigen müssen. Da kannst du ja wohl jetzt erst einmal etwas Aufmerksamkeit und Rücksicht verlangen.

  • Ich verstehe die Frage nicht. Ich erwarte jeden Tag Rücksicht für meinen Trennungsschmerz: 10 Punkte
  • Ich falle tatsächlich oft in ein Loch, wenn mein Kind wieder weg ist. Ich muss unbedingt einmal darüber nachdenken, wie ich das in den Griff bekomme: 5 Punkte
  • Manchmal, aber ich weiß ja, dass es bei seiner Mutter sehr gut aufgehoben ist und habe auch oft zwischendurch Kontakt, telefoniere oder skype mit meinem Kind: 0 Punkte

8. Familienregeln gelten nur außerhalb der Umgangswochenenden!
Vergisst du sämtliche, gemeinsam mit deiner neuen Partnerin abgemachte Familienregeln, wenn dein erstgeborenes Kind kommt? Gelten die Regeln aber weiterhin für ihre Erstgeborenen und euer gemeinsames Kind und die Ausnahmen nur für das Trennungskind?

  • Hey, scheiß auf Vorschriften, die wollte meine Ex mir schon immer machen. Außerdem kann ich meinem Ältesten prima zeigen, wie wichtig er mir ist, wenn ich sein kleines Stiefgeschwisterchen ausschimpfe: 10 Punkte
  • Wenn ich es genau überlege bin ich zu den Kindern meiner Frau und auch zu unserem gemeinsamen Zwerg strenger als zum ersten Kind. Daran sollte ich arbeiten: 5 Punkte
  • Mal so, mal so, je nach Situation. Regeln können auch mal ausgeweitet werden, aber wenn, dann für alle: 0 Punkte

9. Was kostet die Welt?
Erfüllst du deinem erstgeborenen Kind sämtliche Wünsche, egal auf welcher finanziellen Ebene sie sich abspielen? Erwartest du von deiner neuen Familie dafür Verständnis?

  • Er braucht doch ein IPhone 6s. Wie soll er mich denn sonst erreichen? 10 Punkte
  • Er ist ja älter und hat es auch schwerer, darum bekommt er auch manchmal teurere Geschenke. Aber ich spreche das vorher mit seiner Mutter und manchmal auch mit meiner neuen Partnerin ab: 5 Punkte
  • Wir haben für alle Kinder den gleichen finanziellen Rahmen festgelegt: 0 Punkte

10. Wer ist deine Nummer 1?
Hast du eine klare Hierarchie in der Familie? Also stellst du völlig klar, wo wessen Platz ist und wer in deiner Familie das Sagen hat?

  • Na ich. Wer sonst? Ach so, und mein Erstgeborener natürlich: 10 Punkte
  • Also ich entscheide Dinge gemeinsam mit meiner Ex-Frau. Meiner neuen Frau teile ich das Ergebnis dann mit: 5 Punkte
  • Meine neue Partnerin und ich entscheiden Dinge gemeinsam. Wir sprechen mit allen Kindern, auch mit unseren Ex-Partnern, hören uns deren Wünsche z.B. für eine Urlaubsplanung an, und entscheiden dann im Team. Jeder kommt mit seinen Wünschen mal dran: 0 Punkte

Auswertung vom Schnelltest für den Trennungs- und – Patchworkvater

Zähle doch bitte alle Punkte zusammen, die du bei den 10 Fragen erreicht hast. Hier findest du das Ergebnis:

Ergebnis: 100-75 Punkte
Kann es sein, dass deine neue Frau mit eurem gemeinsamen Kind schon seit einigen Wochen bei ihrer Mutter wohnt? Klar, hat das nichts mit dir zu tun. Ist eben typisch Frau. Die zickt mal wieder und kommt schon zurück.
Mein Tipp: Nach spätestens drei Jahren wird sich deine zweite Familie erledigt haben. Dann hast du natürlich die Chance, einen dritten Versuch zu starten. Und danach einen vierten Versuch, und einen fünften. Arbeite vielleicht einmal an deinem Motto „Alles Schlampen außer Papa“. Da ist deutlich Luft nach oben.

Ergebnis: 70-40 Punkte
Ich nehme mal an, es gibt ab und an richtig Ärger in deiner Patchworkfamilie. Du verstehst dann eigentlich gar nicht so richtig, warum. Schließlich versuchst du wirklich dein Bestes. Im Grunde genommen willst du, dass es einfach gut läuft.
Mein Tipp: Versuche dich vielleicht mehr in deine neue Partnerin zu versetzen. Wie würdest du dich fühlen, wenn sie Dinge so angehen würde, wie du? Ginge es dir damit gut? Falls du nicht weißt, wie du etwas ändern könntest, lies doch zukünftig einfach hier auf dem Blog mit.

Ergebnis: 0-40 Punkte
Du bist nur zufällig auf dem Stiefmutterblog gelandet, oder? Du wunderst dich beim Lesen der Geschichten hier, wie es in anderen Patchworkfamilien aussehen kann? Für dich ist es ein komplettes Rätsel, wie man seine eigenen Trennungsbefindlichkeiten auf dem Rücken der Kinder austragen kann?
Mein Tipp: Frag doch bitte mal deine Frau, ob sie mir nicht etwas für den Stiefmutterblog schreiben möchte. Stichpunkt: Wie erkenne ich den perfekten Trennungsvater.

P.S. Hat sich jemand wieder erkannt? Natürlich nicht, oder?  😉 Ich arbeite jetzt besser schnell an einem Schnelltest für die Stiefmutter. Hat wer Input für die Fragen?

Bitte E-Mail mit Stichwort „Schnelltest Patchworkvater“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden

Foto: Stocksnap, Freestocks.org

14 Kommentare

  1. Bei uns ist das ganz anders. Laut Test wäre mein Partner ein Superpatchworkpapa.
    In der Realität… kein Trennungsschmerz, eher lautes Aufatmen, wenn das Kind (40-60 Wechselmodell) wieder weg ist, oft das Suchen nach einem Grund, warum man es jetzt doch nicht nehmen kann oder eher abgeben muss, der ständige Versuch, mich in alles, aber auch alles mit einzubeziehen und Verantwortlichkeiten an mich abzuschieben, weil alleine Entscheidungen zu treffen und dann auch die Konsequenzen zu tragen, doof ist (Ratschläge werden dennoch oft abgelehnt), die Klage darüber, dass er es allein mit seinem Kind ja so anstrengend findet (er hat sich getrennt und will auch das Modell aus Unterhaltsgründen so) und die Pflicht allein zu schultern eben lästig ist. Ansonsten ist die Beziehung zur Ex sehr gut, auch wir kennen und mögen uns. Manchmal wünschte ich mir mehr, er würde sein Kind an erste Stelle setzen und mehr Zeit mit ihm allein einfordern und schön finden. Und das Kind ist wirklich nicht super kompliziert, ganz normal eben und ich mag es auch sehr. Ich will nur eben nicht gezwungen werden, eine Situation mit auszubaden, für die ich gar nichts kann. Da wir zusammen wohnen, ist das natürlich besonders anstrengend. Aber es könnte auch schlimmer sein. Naja.

    • Susanne Petermann sagt

      Das klingt kompliziert. Wechselmodel aus Gründen der Unterhaltsvermeidung ist eh ein schwieriges Thema.

      • Danke für die Antwort, liebe Susanne! Ja, es ist leider auch kompliziert. Auch wenn es mit dem Kind schöne und süße Momente gibt (er ist auch noch nicht ganz 4), würde ich mir doch einiges anders wünschen. Es ist schon frustrierend, wenn man merkt, wie schnell man an Grenzen stößt. Aber wir versuchen trotzdem das Beste draus zu machen.

  2. Kerstin sagt

    Lustiger Test – obwohls eigentlich ja wirklich traurige Antworten sind, die bei dem ein oder anderen da bei raus kommen.
    Gefragt habe ich mich allerdings bei Frage Nr. 9, ob das wirklich fair ist, um die „Top-Antwort“ zu erzielen.

    „Für alle Kinder das gleiche Budget z.B. zu Weihnachten/Geburtstag?“ Ich fände es äußerst unfair. Die Stiefkinder haben ja nicht nur Vater und noch mal die Mutter extra, die dann entsprechend „schenken“, sondern auch noch (*rechne* in dem Fall: 3 paar Großeltern als „Schenker“).
    Meine eigenen Kinder hätten dann „nur“ mich+Gatten und einmal Großeltern. Sprich – grad mal 2/5 von dem, was seine mind. bekommen würden. Mein Mann hatte schon mal so seltsame Anwandlungen, dass er wirklich für alle das gleiche (finanziell) machen wollte. Da hab ich nicht „mit gespielt“. Das gibt’s bei uns nicht – nicht vor ihm und nicht mit ihm und überhaupt gar nicht. 😉

    • Susanne Petermann sagt

      Die Geschenkefrage ist tatsächlich sehr schwer zu lösen und zu regeln. Ich denke, dass Kinder es auf alle Fälle ungerecht finden, wenn sie sehen das ein Geschwister ein ganz teures Geschenk bekommt und die anderen Geschwister alle eines in der ungefähr gleichen -wesentlich niedrigeren – Preislage. Generell sollte es beim schenken ja nicht so sehr auf den Preis, sondern mehr auf das Geschenk ankommen, aber Kinder können schon genau zwischen einem iPhone und einem Taschentuch unterscheiden.

  3. Marie sagt

    Ich habe den Test mal.alleine gemacht. Mein Partner ist grad aich gar nicht zu Hause.
    Wir haben 0-40 Punkte. Aber nur Harmonisch läuft es bei uns auch nicht. Aber wir behandeln alle Kinder gleich. 2 hat er mit in die Beziehung gebracht und jetzt ist unser gemeinsames auf dem Weg.
    Nur mit der Mutter der Kinder gibt es immer wieder Streit und Stress. Sie weiß auch noch nichts von unserem Familien zuwachs…
    Aber zwischen uns und den Kindern läuft alles sehr super ?

  4. Gisela sagt

    Ich wäre für einen Test auch für die Situation, bevor es zum Zusammenziehen und ein gemeinsames Kind zwischen der neuen Partnerin und dem Vater ins Spiel kommt – so nach dem Motto: bin ich überhaupt reif für eine neue Beziehung mit meinem/n Kind/ern??? Ich kenne da Geschichten…!

    Aber auch dieser, der hier vorgestellt wird, ist super und wichtig, kommt aber erst später dran…
    Freu mich auf den Stiefmuttertest.
    Gisela

  5. Die Kinder meines Mannes aus erster Ehe leben bei uns. Da funktioniert dieser Test nicht ganz.

    • Susanne Petermann sagt

      Ach, das würde ich so nicht sagen. Ich kenne da Geschichten…. 😉 Für dich freut es mich!

    • Marie sagt

      Ja das Problem habe ich auch. Als Vollzeitstiefmutter und Vollzeitpapa passen nicht alle Fragen. Außer man denkt sich die im Kopf ein wenig um. Wie z.B. der Trennungsschmerzmontag. Das ist bei und das Mama-Wochenende. Also wenn die Kinder zur Mutter fahren

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