Die Kinder
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Der Verlust des Vaters – Bettina bei Frau TV

Bettina

Haben Sie gestern Abend Frau TV gesehen und gedacht: Die Frau dort auf dem Bildschirm kenne ich doch? Wenn Sie ein regelmäßiger Leser auf dem Stiefmutterblog sind, kann das gut sein. Vor fast einem Jahr habe ich hier Bettinas Geschichte dokumentiert. Ihre Eltern trennten sich, als sie ein Teenager war und die Mutter hat den Vater anschließend systematisch aus dem Leben der Kinder entsorgt. Viele Menschen waren berührt von ihrem Schicksal, und davon, welche Wunden der Verlust des Vaters bei ihr bis heute hinterlassen haben. Jetzt hat Frau TV bei Bettina gedreht.

Bettina bei Frau TV im WDR

Im Sommer letzten Jahres kontaktierte mich Inga, eine Journalistin, die für Frau TV im WDR arbeitet. Sie wollte einen Beitrag über Stiefmütter drehen und fragte, ob ich Frauen wüsste, die vor der Kamera über ihr Leben als Stiefmutter erzählen. Herausgekommen ist der Film über die wunderbare Ilona, den ich hier bereits vorgestellt habe. Inga und ich sprachen auch lange über getrennte Eltern und welche Wunden es in den Seelen der Kinder hinterlassen kann, wenn die Trennung der Eltern den Verlust des Vaters  nach sich zieht. Inga wollte gerne einen TV Beitrag darüber drehen und suchte nach Trennungskindern, die vor der Kamera darüber erzählen würden. Ich erzählte ihr von Bettina, und den Konflikt, der bis heute in ihr tobt. Inga bat mich, ob ich nicht auch einen Kontakt zu Bettina machen könnte.

Ich fragte Bettina, sie zögerte, sagte erst zu, dann wieder ab. Für sie ist der Verlust des Vaters immer noch ein schweres Thema. Auch wenn sie ihn heute wieder gefunden hat, und sie ein gutes Verhältnis haben. Aber irgendwann sagte sie zu und Inga und Bettina trafen sich. Ein schöner Frau-TV-Filmbeitrag, berührend und mutig, entstand daraus. Hier können Sie ihn in der Mediathek sehen.

Der Verlust des Vaters schmerzt auch nach vielen Jahren

Als Bettina über die Trennung der Eltern, und den anschließenden Verlust des Vaters, spricht, ist sie sichtbar bewegt: „Beide Elternteile waren so voller Hass aufeinander, dass sie vergessen haben an die Bedürfnisse ihrer Kinder zu denken“. Die Mutter drohte sogar damit, Bettina aus dem Haus zu schmeißen, wenn sie Kontakt zum Vater suchen würde. „Ich hatte dann einfach Angst, auch meine Mutter zu verlieren. Sie sagte, er sei gegangen, weil ihm die Kinder zu viel geworden seien“. Eine Lüge, wie Bettina später heraus fand. Als sie ihren Vater nach vielen Jahren der Trennung wieder sah erzählte er ihr, „dass meine Mutter ihm persönlich ins Gesicht gesagt hatte, sie würde dafür sorgen, dass er die Kinder nie wieder sehen würde.“ Traurig, wenn Eltern es nicht schaffen ihre Trauer über den Verlust der Liebe und der Beziehung zu überwinden und nicht zulassen, dass die Kinder weiterhin beide Eltern lieben. Bettinas Geschichte können Sie hier gerne noch einmal nachlesen:

Trennungskinder und die Narben auf ihrer Seele

„Ich glaube, meine Mutter versteht bis heute nicht was sie damit angerichtet hat. Sie sieht sich immer noch als Opfer. Mein Vater hatte damit abgeschlossen. Er hatte Angst, dass er wieder denunziert würde und sich eingeredet, die Kinder würden weit weg leben, aber es ginge ihnen gut. Er hat mir später nur gesagt, dass er sehr froh war, das ich ihn gesucht hätte.“

Liebe Bettina, ich finde es ganz toll, dass Du nicht nur Deinen Vater gesucht und gefunden hast, sondern auch den Mut gefunden hast, darüber vor der Kamera zu berichten! Ich wünsche mir, dass viele Trennungseltern Deinen Beitrag gesehen haben.

Susanne

Foto: privat

1 Kommentare

  1. Hallo Susanne,

    drei Punkte aus diesem Beitrag, die ich genau so auch erlebt habe:

    „(…) Sie sagte, er sei gegangen, weil ihm die Kinder zu viel geworden seien.“

    —> Das behauptet die Mutter meiner Kinder auch seit Jahren. Gegenüber allen möglichen Leuten. Eine glatte Lüge.

    „(…) erzählte er ihr, „dass meine Mutter ihm persönlich ins Gesicht gesagt hatte, sie würde dafür sorgen, dass er die Kinder nie wieder sehen würde.““

    —> Das hat die Mutter meiner Kinder mir auch exakt so ins Gesicht gesagt – und zwar noch vor der Geburt unseres ersten Kindes! Und sie hat es tatsächlich geschafft…

    „(…) Mein Vater hatte damit abgeschlossen. Er hatte Angst, dass er wieder denunziert würde (…).“

    —> Das ist auch mein Umgang mit der Thematik. Thema beendet.

    Rainer (aka „Azon-Profi“)

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