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Das Märchen von der bösen Stiefmutter

Böse Stiefmutter

Schneewittchen wurde im Auftrag ihrer eifersüchtigen Stiefmutter, der bösen Königin, mit einem Apfel vergiftet. So erzählt es jedenfalls das Märchen der Brüder Grimm. Von Caroline scheinen die Schweizer Behörden ähnlich schlimme Dinge zu denken. Sie bekam es sogar schriftlich: Die Kinder sollen nicht den gleichen Namen tragen müssen, wie sie, die (böse) Stiefmutter. Aber ist Caroline wirklich die Böse? Das Märchen von der bösen Stiefmutter.

Wer ist hier das Opfer, wer der Täter?

„Ich lernte meinen Mann just in dem Moment kennen, als er von seiner damaligen Frau aus der gemeinsamen Wohnung geworfen worden war. Das war auch noch an seinem Geburtstag. Im August 2006 hatte die Frau wohl einfach die Nase voll von einem Mann, der ihr nicht zu 100% diente und ihr die Befehle nicht von den Augen ablas. Es folgte ein zwei Jahre dauernder Krieg um Scheidung, Sorgerecht und viele weitere Details. In diesen Schlachten ging die Exfrau in den allermeisten Fällen als Siegerin heraus, weil sie es meisterlich verstand, Behörden und Ämter zu narren. In diesen zwei Jahren habe ich meinen Mann in nächtelangen Gesprächen kennen- und lieben gelernt. Bis wir im November 2008 endgültig zum Paar wurden.

Ich dachte damals noch, dass ich es auch ohne eigene Kinder schaffen würde, mich um zwei kleine Kinder zu kümmern. Hatte ich doch durch meine Babysitting-Aufgaben in der Jugend schon so einiges drauf in Sachen Erziehung. Doch niemand konnte mich auf das vorbereiten, was dann geschah. 2005 und 2007 kamen die Söhne meines Mannes zur Welt. Die Trennung erfolgte also während der zweiten Schwangerschaft der Mutter. So hatte ich es ab 2009, als wir zusammenzogen, mit einem drei- und einem fünfjährigen zu tun. Ich las zur Vorbereitung dutzende Erziehungsratgeber, sprach mit Müttern, wollte also nicht nur auf meine eigenen Jugenderfahrungen zurückgreifen.

Was tun, wenn Stiefkinder drohen und erpressen?

Schon im Sommer 2009 musste ich gegen Intrigen und Aktionen der Mutter kämpfen. Und ich bemerkte schon damals, dass die Kinder auf „Papa-Freundin-Hass“ getrimmt wurden. Richtig schlimm wurde es dann zwei Jahre später. Der Kleine war knappe viereinhalb Jahre alt, der grosse sechs. Da begann die Doktrin der Mutter zu wirken. Ich wurde zuerst nur beleidigt und beschimpft. Und das immer genau dann, wenn mein Mann, der Vater, nicht anwesend war. Der Kleine stiefelte zu mir ins Bad als ich mich kämmte und flüsterte: „Du bist eine Sauf***ze…“. Beim ersten Mal wusste ich nicht, was ich dazu sagen sollte. Dann wurde aber die Beleidigung erweitert mit „Du bist eine Sau, du bist eine Hure…. sagt Mami“. Somit wusste ich also schon mal, dass all die unfeinen Worte nicht von den Kindern selbst kamen, sondern von einer höheren Stelle. Da diese sehr farbigen Beleidigungen, Schubser, Schläge und ja sogar Bisse alle in Abwesenheit des Vaters der Kinder geschahen, wollte mir mein Mann nicht glauben! Im Gegenteil, er sagte mir oftmals „ach, du übertreibst. Meine Kinder sind doch keine Monster!“.

Kinder sind doch keine Monster!

Doch eines Tages erwischte mein Mann die Kinder. Der Grosse hatte mir grad voller Kraft seinen Ellbogen in die Hüfte gerammt, als mein Mann es sah und seinen Sohn sofort zur Rede stellte, warum er das mache. Die Antwort des Sohnes war verblüffend ehrlich „Mami sagte, ich muss böse Menschen hauen“. Gleichen Tags erwischte er den kleinen 5jährigen Sohn, wie dieser mich erpressen wollte! „Du kochst mir heute Abend Milchreis und räumst dieses scheiss Zimmer hier selber auf! Sonst mach ich mir blaue Flecken und sage Mami, dass du mich verprügelt hast“. Wäre mein Mann nicht in dem Moment kaum einen Meter weit weg gestanden, hätte er auch diese Aktion nicht mitbekommen! Die Mutter der Kinder jedoch spielte dann alles herunter. Lachend äusserte sie: „das müsst ihr euch eingebildet haben. Meine Goldschätzchen, meine Engelchen machen so was nicht!“

Was tun, wenn das Kind droht und erpresst? Klick um zu Tweeten

Nach unserer Hochzeit 2012, die Kinder waren mittlerweile sechs und acht Jahre alt, wurde es dann so krass, dass die Schläge, Tritte, Beleidigungen auch offen in Gegenwart des Vaters ausgeführt wurden. Egal, was ich kochte, es war scheußlich, egal, was wir mit den Kindern unternahmen, es war „laaaaaaangweilig“. Die Kinder zerschlugen mir auch reihenweise und ganz bewusst meine Sammelfiguren, meine Dekogegenstände. Auch ein Aquarium musste dran glauben, weil die Jungs mit voller Wucht Spielzeugautos dagegen warfen. Und zu allem Übel begannen die Kinder nicht nur mich zu belügen, sondern auch den eigenen Vater. Die Mutter liebte ihre „Goldschätzchen“ selbstverständlich und glaubte den Jungs alles… aber wirklich alles! Die Kinder fingen an zu behaupten, ich würde sie verprügeln und wiesen ihr dann blaue Flecken zum Beweis vor. Die Jungs behaupteten auch, mein Mann sei ständig besoffen beim Besuchswochenende. Die Besuchswochenenden wurden dadurch immer seltener, die Beziehung zu den Kindern immer schwieriger.

Ich selbst litt Höllenqualen. Denn ich bekam es ja sehr lang von beiden Seiten ab. Einerseits von den Jungs, auf der anderen Seite war da mein Mann, der mir nicht glauben wollte, was für fürchterliche Aktionen die Kinder bringen. Dabei hatte ich den Kindern niemals abverlangt „Mami“ genannt zu werden. Ich wollte niemals die Mutter ersetzen, niemals ihr die Stellung streitig machen. Das erklärte ich den Kindern mehrfach und sehr deutlich. Auch mit Hilfe kindgerechter Fachliteratur. Aber ich konnte die offensichtlichen Erziehungsfehler der leiblichen Mutter nicht ausbügeln an einzelnen Wochenenden. Und je älter die Kinder wurden, desto schlimmer wurde es für mich. Trotz allem hatte ich niemals ein schlechtes Wort über die leibliche Mutter gesagt in Gegenwart der Kinder. Ich schluckte alles herunter und liess mir so vieles gefallen.

„Sie sind halt keine Mutter…“

Das ganze Theater gipfelte dann darin, dass meinem Mann die Besuchswochenenden komplett verweigert wurden. Ab Januar 2014 war dann damit endgültig Schluss. Ich, die böse Stiefmutter, die angeblich Kinder misshandelt und geschlagen hat, sowie mein Mann, der angeblich ständig besoffene Trinker, durften die Kinder dann nicht mehr sehen. Bis HEUTE nicht! Die Schweizer Behörden waren uns da keine Hilfe. Im Gegenteil, meinem Mann und mir wurde sämtliche Schuld in die Schuhe geschoben. Und das, obwohl er als Sicherheitsangestellter niemals Alkohol trinkt. Ich sei als „Nicht-Mutter“ nicht fähig, mit Kindern umzugehen. „Ja wissen Sie, Sie sind halt keine Mutter…“, wurde mir an den Kopf geknallt.

Die Besuchsrechtsverweigerung war nur der Anfang. Der zweite Schritt im Plan „entferne den Vater und die Stiefmutter aus dem Leben der Kinder“ war es, den Familiennamen der Jungs zu ändern. Dieses Begehren wurde Mitte 2014 unter anderem mit Begründungen wie „die Kinder sollen nicht den gleichen Namen tragen wie die Stiefmutter“ (!!) versehen und… tatsächlich von den Schweizer Behörden gut geheissen! Sowohl für mich als auch meinen Mann brach eine Welt zusammen. Welche Behörde dieser Welt akzeptiert eine Begründung wie „nicht den gleichen Namen tragen wie die Stiefmutter“? Ganz so, als wär ich die böse Stiefmutter, wie sie im Märchen vorkommt!

Absurde Begründung für Namensänderung: Kinder sollen nicht heißen wie die Stiefmutter Klick um zu Tweeten

Die nächste Aktion war Ende 2014 und verunmöglichte uns dann endgültig die Kontaktaufnahme mit den beiden Jungs. Die leibliche Mutter verschwand mit den Kindern…. Wir wissen bis heute nicht, wo sie leben, wo sie sich befinden. Die Grosseltern, meine Schwiegereltern, berichteten uns noch, dass die Kinder Anfang 2015 mal telefonisch geäussert haben sollen, dass der Vater nur noch „Das Arschl…“ genannt wird und ich bin „die Saufo…“, Papa und Caroline waren aus dem Leben der Kinder verschwunden. Weder mein Mann noch ich, noch die Grosseltern haben noch Kontakt zu den Kindern. Sie sind verschwunden.

Jason, Brandon – Wir vermissen euch!“

Eure Stiefmutter, Caroline

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Foto: Stocksnap, Michael Duliba

19 Kommentare

  1. Indie sagt

    Es ist ein perfides Spiel in so einer Dreiecksbeziehung. Bei mir war es andersherum. Mein Vater leugnet bist heut die Misshandlung durch die damalige Stiefmutter, die ich als durch die Trennung eh schon traumarisiertes Kind durchmachen musste. Nur meine Großeltern, insbesondere mein Opa, retteten mich vor seiner Ignoranz und den kranken Übergriffen dieser Frau. Wenn mein Vater, so wie eigentlich immer, lieber mit seinen Kumpels unterwegs war und mich mit ihr alleine ließ wurde ich beim Abendbrot mit dem Stuhl weg vom Esstisch gesetzt. Ich dürfe nichts oder nur wenig essen. Ich hätte Essen nicht verdient, da ich genauso eine Sch***e wie meine Mutter sei und fett dazu. Wenn mir kalt war, wurden zuerst die Socken und Sachen ausgezogen, nachts die Bettdecke weggenommen damit ich mich selbst eines besseren belehren könne. Als mein Opa völlig unerwartet und jung an einem Herzinfarkt starb in dieser Zeit hatte sie dann freie Hand… und fand es lustig, wenn ihre Tochter mich schlug. Die wisse schließlich, was für eine wertlose Hure ich sei. Das erlebte ich von meinem fünften bis zehnten Lebensjahr. Sie hörte erst auf, als ich mich irgendwann zu wehren begann.
    Keiner will es heute hören, es störe den Frieden und läge so lange zurück. Solle man etwa jetzt nur deshalb irgendetwas anders machen?
    Mein Vater leugnet es und spricht es alkoholisiert doch immer wieder von selbst an. Solle er denn jetzt ewig ins Kissen heulen? Es reiche doch schon, dass ich den Opa immer mehr geliebt habe als ihn. Oh Wunder!!!
    Zurück bleiben in mir unendliche Wut und ein tiefgreifendes Misstrauen gepaart mit dem zimmerwährenden Drang, den Kontakt doch besser abzubrechen. Er hat heute eine andere Frau.
    Ich schätze in dem hier beschriebenen Fall ist es andersherum so. Und ich glaube durchaus, dass es auch andersrum gehen kann. Nur war hier an jeder Stelle der Autorin die Möglichkeit geboten aus der Sache auszusteigen gegeben. Diese hat man als Kind nicht, vor allem, wenn man seinen Vater trotz allem liebt. Ich weiß nur eines: Gutes und Schlechtes gibt es immer überall, von jeder Perspektive und an jeder Stelle. Manchmal hat man Pech und gerät an einen richtig miesen Menschen, der kriegt irgendwann seine Quittung.
    20 Jahre später tauchte diese Frau bei einem meiner Konzerte auf und kam danach auf mich zu mit einem Lächeln „Na, weißt du noch wer ich bin?“

  2. Sarah sagt

    Was bei euch vorgefallen ist, Caroline, ist schrecklich.

    Man liest, wie zermürbt und demütig Du geworden bist. Demütig, weil Du schreibst, ihr vermisst diese Rotznasen….da schliess ich mich der Meinung der anderen hier an.

    Du scheinst sehr lieb und fürsorglich zu sein. Warum bist Du nicht mal lieb und fürsorglich zu Dir selbst? Du scheinst Dich in diesem ganzen Chaos selbst verloren zu haben, tu Dir was Gutes! Und lass Dich nicht so behandeln! Du bist auch wer!

    Wo wir hier gerade bei Märchen sind: Wir alle kennen das Märchen vom Aschenputtel. Wie schlecht das Aschenputtel behandelt wird, und wie gemein alle zu ihr sind. Und wie sie dann ihrem Traumprinzen begegnet, ihn heiratet und alles wird gut. Wenn man sich in einen Mann mit Kind/Kindern verliebt, verläuft dieses Märchen revers (wenn man nicht höllisch aufpasst und sich nicht rechtzeitig wehrt!) Man findet seinen Traumprinzen, man heiratet ihn, man ist überglücklich. Und schleichend wird man von der Prinzessin zum Aschenputtel degradiert…..Möchtest Du das für Dich? Nein, oder? Vielleicht siehst Du das momentan nicht, aber Du kannst an allem was ändern, indem Du NEIN! sagst. NICHT MIT MIR! Deinen Text, den du geschrieben hast, würde ich Deinem Mann mal vorlegen, vielleicht hilft ihm das, zu verstehen.

    Und bitte: Gib Dir nicht die Schuld, dass das alles passiert ist! Egal mit welcher Frau er zusammen gewesen wäre, egal was die anders gemacht hätte als Du, das wäre trotzdem passiert. Das hat nichts mit Deiner Person zu tun, das wäre jeder Frau passiert, die das Stiefmutter-Schild umgelegt bekommen hätte. Eine andere Frau wäre eventuell viel früher gegangen und hätte diesen Mann verlassen. Das hast Du nicht gemacht. Deshalb verdienst Du einiges an seiner Wertschätzung!

  3. Ilona Resch sagt

    OMG. Ich weiß nicht ob ich die Tätlichkeiten der Kinder über Jahre hingenommen hätte. Nein, ich denke nicht. Man schlägt nicht, das ist Körperverletzung auch von einem Kind. Ein absolutes No-go. Das der Vater hier nicht sofort eingeschritten ist hat das Ganze nicht verhindert sondern gefördert. Die Mutter hatte zusätzlich freie Hand.
    Es ist völlig ausgeufert.
    Ich weiss nicht ob ich mir diesen Zustand zurückwünschen würde. Nein, bestimmt nicht.
    Natürlich ist es furchtbar für den Vater seine Kinder nicht zu sehen, das steht ausser Frage. Aber was wird hier erwartet wenn die Kinder wieder kommen? Teenager die die zwei Erwachsenen tyrannisieren erpressen schlagen???? Ich bin gerade ziemlich platt.

  4. Kerstin sagt

    Ich schließ mich mal der Mehrheit an!! Es ist unbegreiflich, wie man das aushalten und ertragen kann und noch beim Mann bleibt, der nichts besseres zu tun hat, als einem nicht zu glauben.
    NEIN – niemals hätte ich mir das angetan.

    Ich würde an des Mannes stellte schön brav meinen Unterhalt weiter zahlen und hoffen von den 3 Herzchen (inkl. Mami) nichts zu hören, zu sehen oder sonst irgendwie mit zu bekommen. DAS GEHT GAR NICHT. Nicht auszudenken, wie da leider nur noch eine Steigerung des Verhaltens gemessen am Alter hätte fortschreiten können. Das wünscht man doch niemandem!! Und schon gar nicht darf man sich selbst bewusst solchen untragbaren Situationen aussetzen – erst Recht nicht , wenn man offensichtlich nicht in der Lage ist, ganz deutliche und klare Grenzen zu setzen, sondern sich noch auf Erpressung und Beleidigungen einlässt.

    Und ich bin „schon“ bei anderen Verhaltensweisen (ignorieren, unkontrollierter Verlust der Magensäfte, Dummschwätzerei) so angenervt, dass ich für jedes entfallene Besuchswochenende dankbar bin und mein Mann weis das auch, dass es genau so ist und wirft mir das ganz sicherlich nicht als „Übertreibung“ vor.

    • Lini sagt

      Bei mir reicht schon wenn der 14jährige schmollend auf der Couch sitzt und sagt : Papa Durst.
      Wenn ich ignoriert werde und nicht gegrüßt, dann starre ich ihn so lange und penetrant an bis dann mal ein „Hallo“ kommt.

      Die letzte Konsequenz war Hausverbot, über 4 Monate. Jetzt kommt das Pubertier wieder und benimmt sich tatsächlich höflich und vernünftig. Er holt sich sogar selber etwas zu trinken. Unglaublich, oder ? 😉

      • Kerstin sagt

        – „Papa Durst“ – ist ja auch cool…. für nen 14-jährigen…. *lach*

        Ich muss immer aufpassen, dass der GöGa sich nicht in diese Masche verstricken lässt und ernsthaft davon überzeugt ist, dass seine Kinder im Alter von einem und 3 Jahren „stehen geblieben“ sind… („Ähm, auch für sie sind weitere 8 Jahre vergangen… Also BITTE… „) Richtig tragisch fand ich das eigentlich erst, als seine Kinder genau so alt waren, wie meine, als wir uns kennen lernten. Du merkst du mit jedem Satz dann, wenn etwas irgendwie „schräg“ läuft.

  5. Kerstin sagt

    Ich persönlich hätte niemanden geheiratet, der nicht zu 100 Prozent hinter mir steht und meinen Aussagen vertraut. Undenkbar.
    Überhaupt hätte ich mich da schwer von der Besuchs-Nummer und der Verantwortlichkeit distanziert. Das hätte der Herr Papa schön selbst „genießen“ dürfen.

    Ganz ehrlich? Ich würde weder suchen, noch den Unterhalt einstellen. Einfach weiter zahlen und hoffen nichts zu hören, sehen oder sonst irgendwelche Kontaktaufnahme in die Wege leiten. Man kann sich nämlich sehr einfach ausmalen, wie sich dieses Verhalten noch steigern lässt und dann wird es sehr schnell äußerst unschön (für Vater und Stiefmutter).

    Puuuh, eigentlich unglaublich, dass es überhaupt so weit kommen konnte und die Kinder nicht früher im Kleinstkindalter in irgend eine andere Richtung halbwegs vernünftig prägbar waren, so dass sie in der Lage gewesen wären zu begreifen, dass sie beim Vater „zu Gast sind“ und sich gefälligst an die dort geltenden Regeln zu halten haben. Es fällt mir schwer zu glauben, dass solche „Goldschätzchen“ wirklich wie „Goldschätzchen“ aufführen können und nicht auch in anderen Situationen extrem „auffällig“ aggieren. Kann man nur schwer nachvollziehen, dass das wirklich schon so umgesetzt werden konnte ala: „Da dürft ihr euch aufführen wie Schweine, aber ansonsten seid ihr kleine Engelchen…!“

    • Tatsächlich können die Kinder nichts dafür. Sie verhalten sich exakt so, wie das Kinder von emotional missbrauchenden und erzieherisch defizitären Elternteilen verhalten. Sie MÜSSEN sich so verhalten. Das beschriebene Szenario ist geradezu typisch und kommt besonders oft vor, wenn Borderline-Problematiken bei der betreuenden Mutter eine Rolle spielen. Die Erkenntnis bringt den Beteiligten nur nichts. Diagnose ist eben nicht das Heilmittel.

      Solche Fälle sind aber auch komplexer wie es den ersten Anschein hat. Zu einem Borderliner mit Kindern gehört ein passendes Gegenstück, nämlich der Partner. Manches an der Schilderung lässt anklingen, dass der Vater tatsächlich ein Gegenstück war. Hier typische Probleme: http://www.borderline-plattform.de/index.php/borderline-partner . Oder wie kam es zum Beispiel zu einem Kind 2007, wenn die Mutti die Nase voll von ihm hatte und 2006 sogar endgültig?
      Im Rahmen der Blogkommentare kann man nicht mehr dazu sagen, das wären nur unfundierte Vermutungen, aber es wäre sinnvoll, dass sich auch der Vater psychologisch beraten lässt.

    • Nicole sagt

      Ich glaube, dieses pauschale „das wäre mir nie passiert“ hat jede „Bonusmutter“ schon mal gedacht…und ist dann doch in Situationen gerutscht, die man ehemals weit von sich gewiesen hätte. Anfangs, im ersten Verliebtheitstaumel glaubt man ja immer, aller gewuppt zu bekommen. Und man denkt sich, alles schlechte, was man hört, kann einem selbst nie passieren. Ich finde den beschriebenen Fall schon sehr extrem und wäre wohl nicht so leidensfähig gewesen. Mir tun die Kinder leid, die leibliche Mutter weiß gar nicht, wie viel Schaden sie mit ihrem Psycho – Terror anrichtet….und das nicht nur bei den Kindern….

  6. Nandalicios sagt

    Ich lese hier deinen Blog und die Gastbeiträge immer fleißig mit, muss jedoch sagen, dass es mir immer mehr sauer aufstößt.. Ich will niemandem seine Erfahrungen madig reden, aber das ist nur eine Sicht. Es gibt aber mindestens immer zwei. Wie die Mutter hier teilweise verteufelt wird, ist für mich auf gleicher Ebene wie wenn sie die ‚Neue‘ ihren Kindern gegenüber verteufelt.

    • Susanne Petermann sagt

      Ich freue mich immer über Bericht aus Familien, in denen es gut läuft. Hättest Du Lust, mir etwas zu schreiben? Meist entlädt sich ja ein Mail an mich in dem Moment, in dem man sauer auf die Ex, das Kind, den Partner oder die Situation an sich ist. Ich bin immer auch über Berichte aus anderen Positionen dankbar. Also – wenn Du magst, schreib doch einmal etwas über die andere Seite, oder über das gute Gelingen. Stiefmutterblog@gmail.com. Herzlich, Susanne

  7. Tamy sagt

    Es tut mir leid das schreiben zu müssen, aber ist es so im Endeffekt nicht besser? Wenn hier so intrigiert und die Kinder gezielt gegen den Vater und vor allem die Stiefmutter abgerichtet wurden, auch von den Behörden keine Unterstützung kommt, sollte man den Kontaktabbruch als Chance für einen Neuanfang sehen, auch wenn es noch so schmerzt. Irgendwann wenn die Jungs älter sind, kommt vielleicht der Wunsch den Vater wieder zu sehen und herauszufinden was damals schief lief. Aber ich würd mich jetzt erst mal um die Beziehung kümmern, zur Ruhe kommen, einfach leben.

  8. Susanne Petermann sagt

    Vermissen würde ich die Kinder wahrscheinlich auch nicht. Aber würde ich mich erleichtert fühlen? Ich denke nicht. Das Problem ist doch oft, dass man sich schuldig fühlt, auch wenn man keine Schuld trägt. Ohne Caroline hätte die Kinder vielleicht noch Kontakt zum Vater.

  9. Wenn der Vater den Unterhalt einstellt, erfährt er sehr schnell, wo die Goldschätzchen mit ihrer Mutti abgeblieben sind. Angesichts der Verhaltensentwicklung der Kinder sollte er aber ein Wiedersehen nicht allzusehr herbeisehnen.

    Unerklärlich bleibt, wieso Stiefmutter und Vater sich jahrelang zum Affen machen liessen. Der Vater zeigte sehr wenig Vertrauen in seine neue Frau und hat auch die überaus negative Entwicklung der Kinder hingenommen. Vermutlich hatte er Angst, dass sie nicht wieder kommen, wenn er erzieherisch korrekt handelt und sich wie ein Elternteil benimmt, statt die stetig wachsenden Probleme zu ignorieren. Das hinzunehmen ist aber weit schlimmer wie ein Kontaktabbruch, denn der Kontaktabbruch kommt auch beim Hinnehmen, nur etwas später, zusätzlich ruiniert man sich selber und die Umgebung.

    Die verursachenden Defizite der Mutter kann er natürlich nicht beheben, sie handelt wie jemand aus der untersten sozialen Schicht und von beschränkten emotional-intellektuellen Fähigkeiten. Recht und Staat gibt solchen defizitären Elternteilen trotzdem Universalmacht über die Kinder, wenn es die Mutter ist. Man kann eine Zeitlang versuchen, etwas dagegen zu tun, muss aber bald eine Selbstschutzlinie für sich und seine Lieben einziehen, wenn das misslingt. Das habt ihr versäumt, am Ende hat es die Stiefmutter aufgerieben und die völlig zerrissenen Kinder sind trotzdem weg.

    • Susanne Petermann sagt

      Funktioniert das in der Schweiz auch so wie in Deutschland? Ich weiß es nicht.

      Die Frage nach der Elternfunktion des Vaters ist gerechtfertigt. Blind vor Kinderliebe in rosa Wolken gehüllt ist da keine Entschuldigung. Warum Stiefmütter manche Dinge jahrelang mitmachen frage ich mich übrigens häufig.

      • Zunächst kommt es darauf an, was im Unterhaltsvertrag steht, der sicherlich bei der rechtlichen Scheidung erstellt wurde. Hört die Zahlung auf, geht die Mutter wahrscheinlich zur „staatliche Alimentenhilfe“ wie es in der Schweiz heisst. Die schickt eine Mahnung, mit dieser Behörde kann man den Aufenthalt der der Mutter erfahren.

        Es könnte auch sein, dass sie gar nicht mehr in der Schweiz ist. Dem gilt es nachzugehen, das würde auch den Unterhalt ändern.

  10. Lini sagt

    Warum vermisst ihr die Kinder. Ob sie etwas dafür können oder nicht. Aber Du solltest dich befreit fühlen.

  11. Bitte? Ganz ehrlich. .. Hut ab… aber das hätte ich nicht mitgemacht. Spätestens wenn dein Mann dir nicht glaubt, obwohl er sie in Aktion erlebt hat. Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied. Aber bei Dir merke ich von keinem Fünkchen Glück… so hart es klingt aber nach all solchen Aktionen hätte ich die Reissleine gezogen und wäre gegangen. Denn du hast doch kein Leben, zumal dein Partner nicht mal hinter dir steht… sorry aber das ist meine Meinung…
    P.s was vermisst man selbst wenn sie dazu intrigiert wurden an „solchen“ 2Jungs?

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