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10 Fragen an die Mutter, die ihr Kind nicht mehr will

10 Fragen an die Mutter, die ihr Kind nicht sehen will

Mona ist seit fast sechs Jahren Vollzeit-Vizemom eines kleinen Mädchens. Die leibliche Mutter kümmert sich nach Lust und Laune, eher selten als oft. 10 Fragen würde Mona der Mutter ihrer „Püppi“ gerne einmal stellen.

1. Wie kannst Du Deinem Kind Dinge versprechen, die Du nie erfüllen wirst?
Wieso sagst Du ihr, Du würdest sie mit nach Mallorca nehmen, wenn Du doch schon längst ohne sie gebucht hast?

2. Wie kannst Du Deinem Kind eintrichtern, es solle sich nichts von mir sagen lassen?
Vielleicht solltest Du beim nächsten Umgang  einmal darüber nachdenken, wenn Du sie schon am Samstag mittag wieder vor meiner Haustür abstellst, weil Du doch nicht das ganze Wochenende Zeit hast? Ich darf das Wochenende dann damit verbringen, das Kind zu trösten und zu beruhigen. Aber ich darf ihm nicht sagen, dass es den Tisch decken soll, weil ich ihm nichts zu sagen habe?

3. Wie kannst Du dem Kind erzählen, Papa hätte Mama für mich verlassen und ohne mich wärt ihr eine glückliche Familie? Erinnerst Du Dich nicht mehr an den Typen, mit dem Du meinen Mann betrogen hast und wegen dem Du ausgezogen bist? OK, er ist Geschichte, so wie all die Typen danach. Aber warum stellst Du Dich nicht Deiner Verantwortung?

10 Fragen an die Mutter, die ihr Kind nicht sehen will

Foto: Stocksnap,

4. Wie fühlst Du Dich, wenn Du mal wieder freitags gegen 18 Uhr absagst, während die Püppi bereits seit 16 Uhr auf Dich wartet? Ich nehme mal an prächtig, weil ich die Party-Fotos gesehen habe, die Du am nächsten Tag bei Facebook eingestellt hast.

5. Wie schaffst Du es eigentlich innerhalb von 24 Stunden alles auf den Kopf zu stellen? Schule ist nicht nötig, klaro! Hausaufgaben sind was für Streber, klaro! Horrorfilme mitten in der Nacht dagegen sind altersgerecht für eine Zehnjährige, klaro! Wie schaffst Du es nur, so viele Flausen in so kurzer Zeit in den Püppi-Kopf zu bekommen?

6. Wieso lügst Du Dein Kind ständig an? Sechs Mal in Folge hast Du den Umgang abgesagt oder bist einfach nicht gekommen. Immer waren andere Schuld, es lag nie an Dir. Unter anderem wir, weil wir angeblich die Umgangszeiten so blöde festlegen. Erinnerst Du Dich nicht mehr an die große Sause, die Du vor Gericht veranstaltet hast? Wegen genau dieser Umgangszeiten? Damals wurde vom Richter alles haarklein so festgelegt. Nach Deinen Wünschen. Wir zahlen übrigens heute noch die Raten für Anwalts- und Gerichtskosten ab.

7. Wieso lügst Du Dein ganzes Umfeld an? Du erzählst in der Familie herum, ich würde Dir Dein Kind entfremden. Du erzählst, ich würde PAS mit Deinem Kind betreiben. Du erzählst, ich würde Dein Kind manipulieren. Du erzählst, ich hätte mir Dein Kind in einem schwachen Moment „unter den Nagel“ gerissen. Du erzählst jedem, ob er es hören will oder nicht, dass Du alles für Dein Kind tun würdest. Prima – vielleicht fängst Du gleich morgen früh damit an und zahlst wenigstens Mindestunterhalt!

Du würdest alles für Dein Kind tun? Prima - fang gleich morgen früh an und zahl Mindestunterhalt Klick um zu Tweeten

8. Merkst Du eigentlich nicht, wie sehr Du Dein Kind verletzt? Sie hat in der letzten Zeit immer wieder gesagt, dass sie nicht mehr zu Dir will. Du beziehst das natürlich überhaupt nicht auf Dein Verhalten, sondern unterstellst uns, wir würden die Püppi manipulieren.

9. Warum weigerst Du Dich, wichtige Papiere zu unterschreiben, willst mir aber auch keine Vollmacht geben? Eine medizinische Vollmacht für mich ist unnötig, ich gehe ja nur regelmäßig mit Deinem Kind zum Arzt. Eine Vollmacht für die Schule? Quatsch, irgendwann im nächsten oder übernächsten Jahr wirst Du schon Zeit für eine Unterschrift haben. Du hast schließlich das Sorgerecht für Dein Kind, Du bist die Mama, also weißt Du auch am besten, was für Dein Kind gut ist. Logo. Du hast es ja auch vor drei Monaten erst gesehen. Ganze 10 Stunden.

10. Warum erwartest Du Respekt von mir? Schlampe, Fette Kuh, Trottel sind noch die netteren Ausdrücke, die Du vor der Püppi für mich übrig hast.  Ich weiß das, weil sie mich so nennt, wenn sie wieder daheim ist, oder nachdem Ihr telefoniert habt (kommt ja selten genug vor, und die Ausdrücke benutzt sie sonst nicht). Du hast weder Respekt für das, was ich für Dein Kind tue noch für mich als Person. Aber ich soll Dir mit Ehrfurcht begegnen, weil „Du ja die Mutter bist“. Sorry, Respekt muss man sich zwar nicht immer verdienen, aber Respekt kann man sehr wohl verlieren.

Liebe Grüße, Mona

(aka die fette Schlampe, so nennst Du mich ja überwiegend), die es tatsächlich schafft, bis heute nicht ein einziges Mal vor Deinem Kind schlecht über Dich geredet zu haben.

P.S. Und liebe Grüße auch von Mama-Mona (so nennt mich die Püppi), die Dein Kind von Herzen liebt und nichts lieber möchte, als dass es der Kleinen gut geht.


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9 Kommentare

  1. sei_kreativ sagt

    Ich bin gerade so unfassbar glücklich über dieses Forum, weil ich bisher nicht eine Sache gelesen habe, die nicht haargenau auf mein eigenes Leben zutrifft. Hier merke ich endlich mal, nach fast sechs Jahren, dass ich nicht mit all meinen Emotionen und Meinungen und Tatsachen und Fakten und meiner kompletten Einstellung gestört bin, weil es so unglaublich vielen Stiefmüttern genauso ergeht, wie mir! Der Blödmann für alle mitverantwortlichen Personen, die, die die Schuld für das ganze Ausmaß des Disasters ist, schuldig für alles, was falsch läuft! Danke! Balsam für meine Seele!

  2. Marieke sagt

    Weitere Fragen aus eigener Erfahrung:

    1. Wie schaffst Du es, es vor Dir selbst zu rechtfertigen, dass Du Deine Tochter am Telefon verbal demütigst, beschimpfst, sie anschreist, sie in Tränen aufgelöst zurück läßt und dann einfach auflegst?

    2. Und wie schaffst Du es, beim nächsten Anruf/Treffen so zu tun, als wäre nie etwas geschehen?

    3. Warum machst Du meinen Mann immer noch vor den Kindern zum schlechten Menschen und mich zum Trennungsgrund, wo Du Dich doch in diesen anderen Typen verliebt hattest und ich erst Jahre später auf der Bildfläche erschien?

    4. Warum denkst Du sollen die Kinder Mitverantwortung für Deine Beziehungsunfähigkeit übernehmen und sich schuldig fühlen, weil Du nicht in der Lage bist, eine glückliche Partnerschaft zu führen?

    5. Warum nötigst Du Deinen Sohn emotional als Ersatzpartner herhalten zu müssen, was ihn völlig überfordert?

    6. Warum erachtest Du es als selbstverständlich für Deine zu 100% von uns betreute Tochter keinen Cent Unterhalt zu zahlen?

    Nur mal so die ersten spontanen Gedanken.

  3. Mo sagt

    Bei uns leben die Kinder bei der Mama. Aber wir hatten nun schon öfter den Fall das sie sie einfach nicht abgeholt hat sondern ganz abgebrüht ne SMS geschickt hat.
    Beim ersten mal war es: Sorry du musst die Kinder behalten, ich habe ein privates Problem.
    Beim zweiten mal hat sie sie einfach nach dem Wochenende nicht abgeholt das in den Ferien lag mit der Begründung sie braucht auch mal ne Auszeit.
    Die Kinder standen da, wir mussten arbeiten. ICH habe großzügerweise einen Tag Urlaub genommen und auf die Kinder aufgepasst und die restlichen Tage konnten wir sie vormittags gott sei dank zu Oma und Opa tun.
    Sie bei beiden Vorfällen nicht mehr ans Handy. Es kam immer nur ne SMS. Und dann war sie nicht mehr erreichbar.
    Ich weiß nicht wie man sowas als Mutter machen kann. Ich habe auch ein Kind und mir würde nie im Traum einfallen ihn einfach irgendwo zu lassen. Also ohne Absprache.

  4. Melanie sagt

    Meine beiden Stiefkinder leben auch bei Ihrem Vater.
    Die Mutter hat seit über drei Jahren nichts von sich hören lassen.
    Wir haben Sie mal zufällig getroffen, da hat sie sich als liebende, fürsorgliche Mutter gegebeb. Die Kinder haben so getan, als würden sie Sie nicht kennen.

  5. Samy sagt

    Hart, aber in zahlreichen Fällen wohl knallharte Realität.
    Wirklich sehr bildhaft und ehrlich geschrieben. Wahnsinnig gut.
    Da fragt man sich, woher du und die anderen „Stiefmütter“ diese Kraft nehmen, sich dem eifach entgegen zu setzen und nicht jedes Mal auszuflippen.
    Ihr habt meinen höchsten Respekt!

    XO Samy

  6. Sternlein sagt

    Kommt mir auch bekannt vor…
    Meine Steiftochter hat keinerlei Kontakt zur Mutter seit die Trennung vor 3 Jahren war. Ich bin ihr seit ich mit ihrem Vater zusammen bin (ca. knapp 2 Jahre) mehr Mutter als sie die 12 Jahre davor jemals war.

  7. Jessica sagt

    Einer der seltenen Fälle, bei denen das Kind nicht bei der Mutter lebt. Ich finde viel von dem Schmerz wieder, den man als Vizemom eines solchen Kindes für und mit dem Kind empfindet. Bei uns hat die Mutter Püppi mit 1,5 Jahren zum Vater gegeben. Seitdem verpasst sie jegliche Kontaktversuche und auch alle Versuche der Annäherung Ihrer Tochter. Dadurch wirkt Sie zwar nur passiv negativ auf uns ein, das Schlimmste sind aber die „Meine Kinder gehen mir über alles“-Sprüche, die sie in sozialen Netzverken tönt. Wie kann man sich dermaßen selbst etwas vormachen?

  8. Holly Shit…. Ich dachte mein Leben, mein Leben als Wochenendmom seit 4.5J hat es in sich aber da wäre mein Boden schon überspannt…. aber so traurig es ist, ich finde mich in deinen Aufzählungen oft wieder… und das erschreckende-wir können nicht einfach das Handtuch werfen, weil da ein Häufchen Elend dran hängt. Aber was ich von mir aus sagen kann, ist dass ich seit ende des letzten Jahres ruhiger werde und vieles was ich eh nicht ändern kann an mir leichter (nicht immer) abgleitet. Ich würde mir von den „Müttern“ einen hellen Moment in Ihren selbstbestimmten, egoistischen Leben wünschen-> um das sie mal sehen was Sie anrichten oder schon angerichtet haben.

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