Allgemein, Susanne Petermann
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Zwischenbilanz – Ein Jahr Stiefmutterblog

Wahnsinn! Ich kann es selbst kaum glauben. Als ich im Dezember 2014 mit dem Stiefmutterblog begann, wollte ich eigentlich nur Stiefmüttern zeigen, dass sie nicht allein sind. Dass es viele Frauen gibt, die ähnliche Konflikte haben und manchmal nicht weiter wissen. Ich wollte uns Vizemoms Mut machen. Mut, über unseren Alltag zu sprechen! Mut, auch einmal an uns zu denken! Mut, ein gesundes Gleichgewicht zwischen unseren eigenen Bedürfnissen und denen der Kinder zu finden. Das ist jetzt ein Jahr her, aber in diesem Jahr ist hier viel mehr gewachsen, als nur eine Plattform für Stiefmütter und Trennungsväter. Zeit für eine kleine Zwischenbilanz und ein großes Dankeschön!

Meine eigene Motivation in Sachen Stiefmütter zu recherchieren und zu schreiben, die Leser meines Buches „Du hast mir gar nichts zu sagen! Stiefmutter sein ist nichts für Feiglinge“ wissen es bereits, war der Kontaktabbruch der Tochter meines Mannes – an Heiligabend vor drei Jahren übrigens. Die erste Zeit war hart. Ich habe damals angefangen, Interviews mit Stiefmüttern zu führen. Ich wollte wissen, wie andere Frauen ihre familiären Probleme meistern. Aus diesen Gesprächen entstand im Dezember vor zwei Jahren die Idee für mein Buch. Und da ich noch viel mehr Ideen im Kopf habe als in ein Buch passen, entstand der Stiefmutterblog. Im Dezember vor einem Jahr.

Seither wurden hier 143 Beiträge von mir eingestellt, die insgesamt 264.000 Mal gelesen wurden! Der wuseligste Tag war der 6. August 2015, da hatte ich hier 2.569 Besucher. Bisher wurden 1.391 Kommentare geschrieben, 891 Menschen gefällt meine Seite Susanne Petermann bei Facebook, 120 Leser haben den Blog hier direkt per E-Mail abonniert. Und richtig toll: 140 Stiefmütter haben sich bereits auf der Kontaktliste eingetragen, 87 Kontakte sind dadurch entstanden. (Stand Dezember 2015). Danke an dieser Stelle übrigens für die netten Rückmeldungen. Ganz ehrlich – ich bin ein wenig stolz und klopfe mir jetzt auf die Schulter. Macht ja sonst keiner 😉

Aber der Stiefmutterblog hat noch viel mehr bewirkt. Ich habe mich mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten getroffen, war bisher zwei Mal im Bundestag zu Gast, und meine Anregungen zum Thema „Unterhaltstitel“, „Schulauskunft an beide Eltern“ und „Beratungsstellen für Stiefeltern“ wurden wiederholt in Ausschüssen diskutiert. Mal schauen, was noch so passiert.

Im Bundestag mit Dr. Katarina Barley, Susanne Mittag und Dr. Carola Reimann

Frau Dr. Katarina Barley, mit der ich mich schon mehrfach traf, wurde vor zwei Wochen zur Generalsekretärin der SPD gewählt. Glückwunsch, eine bessere Generalsekretärin hätte die SPD nicht finden können! Frau Dr. Barley wird sich jetzt überwiegend anderen Dingen widmen, hat unsere Sache aber in vertrauensvolle Hände gegeben, wie sie mir schrieb.

Sehr geehrte Frau Petermann,

seit Mai diesen Jahres haben wir mehrmals die rechtlichen Probleme 
von Stiefeltern und zweiten Familien, die Sie mir geschildert haben, 
beraten. 

Für Ihr Engagement und Ihre Anregungen möchte ich Ihnen ganz herzlich 
danken.  Da ich seit dieser Woche ein neues Amt übernommen habe, ist 
es mir leider nicht mehr möglich, mich weiterhin mit der Thematik 
ausführlich zu beschäftigen. Ich habe deshalb den Vorgang meiner 
Kollegin, die in der Arbeitsgruppe Recht für das Thema 
Familienrecht zuständig ist, übergeben. 

Ich danke Ihnen für die interessanten Gespräche und die Einblicke 
in das spannende Thema.

Alles Gute!

Dr. Katarina Barley, MdB

Im neuen Jahr werde ich wohl wieder nach Berlin fahren und die neue Dame in der Arbeitsgruppe Recht sprechen.

Neben meinen politischen Ausflügen habe ich mich zu einer Art Presseprecherin der Stiefmütter entwickelt. Ich habe Interviews gegeben, war im Radio und Fernsehen zu Besuch und habe viele Stiefmütter bewegen können, ebenfalls offen über ihre Situation zu sprechen. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass noch vor einem Jahr alle Frauen, mit denen ich sprach, unbedingte Anonymität voraussetzten. Aus all diesen Artikeln und TV-Beiträgen entstanden viele Diskussionen mit Müttern, Vätern, Trennungskindern, die sich bei mir meldeten. Im Januar wird übrigens wieder gedreht, für RTL EXTRA. Ich bin gespannt. Wer sich einige Artikel durchlesen möchte, kann das hier gerne machen.

Wo war ich? Besucher auf dem Blog, Kontakte, Politik, Presse … ach ja. Last, but not least. Mein Herzensthema, die Kontakte der Stiefmütter untereinander und die Selbsthilfegruppen für Stiefmütter, die in ganz Deutschland wachsen. In Münster, Berlin, Bremen/Delmenhorst, Mainz, Gera und München laufen die Gruppen bereits. In Korschenbroich und Memmingen geht es in 2016 los. Aktuelle Infos gibt es in der Kategorie Selbsthilfegruppen hier auf dem Stiefmutterblog. Wer mitmachen möchte, kann ganz unkompliziert vorbeischauen. Alle Kontaktdaten stehen bei den jeweiligen Gruppen. Übrigens – keine Sorge, dass ein Selbsthilfegruppentreffen ein tränenüberströmtes Zusammenkommen ausgelaugter Vizemoms ist. Ganz im Gegenteil, bei diesen Treffen wird viel gelacht. Es ist eben unglaublich erleichternd, mit Menschen zu sprechen, die genau wissen, wovon man redet.

Wenn ich damit Stiefmüttern, Trennungseltern und -kindern etwas Mut machen konnte, ist das erste Zwischenziel erreicht. Das nächste Etappenziel starte ich im neuen Jahr. Ich baue gerade eine Liste mit Coaches, Beratern und Therapeuten auf, die sich speziell mit der Problematik von Stiefmüttern und Trennungsvätern beschäftigen. Mal schauen, was daraus wachsen wird.

Ich freue mich auf 2016 mit Euch allen, wünsche Euch ein fantastisches neues Jahr und sage jedem einzelnen Leser und jeder einzelnen Stiefmutter DANKE. Das Vertrauen, das Ihr mir entgegen bringt, ist sensationell. Eure Geschichten, die Ihr mir anvertraut, zeigen die Realität in zweiten Familien, nicht die Wunschvorstellung. Und Eure hilfreichen Kommentare bringen Lichtblicke in die manchmal dunkle und traurige Seele der Schreiber – auch wenn ich mir durchaus etwas mehr positive Berichte wünschen würde. Ihr macht den Stiefmutterblog einzigartig.

Herzlichen Dank dafür,

Susanne

6 Kommentare

  1. Janine sagt

    Liebe Susanne… das letzte Jahr war wirklich turbulent für uns als Patchworkfamilie. Nachdem mein Stiefsohn im Sommer 2014 ganz überraschend zu uns zog und mich von heute auf morgen zur Vollzeitstiefmutter machte, standen wir als Eltern und vor allem ich vor einem riesen Haufen Herausforderungen und Problemen. Unzählige Male hatte ich das Bedürfnis, mich mit jemandem darüber auszutauschen. Im Sommer entdeckte dann ich zufällig Ihren Blog. Es tut immer wieder gut an den Erfahrungen anderer Stiefmütter teilzuhaben und sich auch mal mitteilen zu können.
    Vor 4 Wochen teilte L. uns dann auf einmal mit, dass er jetzt wieder zurück zu seiner Mutter ziehen möchte. Nach 15 Monaten des Zusammenraufens…nach unzähligen Kämpfen mit der Ex und deren Familie …Erfolgen und Rückschlägen, verschwand er so schnell wie er damals kam. Er hat sich in den letzten 4 Wochen nur ein einziges Mal gemeldet. Zwischen Wut und Enttäuschung sind alle Gefühle dabei. .sogar etwas Freude wenn ich ehrlich bin. Denn jetzt kehrt endlich Ruhe ein und wir können eine normale Familie sein. Ich weiß, das hört sich hart an und manchmal schäme ich mich für diese Gedanken. Aber auch mein Mann und ich haben ein Recht auf etwas Normalität..das habe ich aus den vielen Beiträgen hier gelernt. Ich bin mir aber trotz allem sicher, dass es die Anstrengungen wert war und ich L. mit seinen 13 Jahren etwas mit auf den Weg geben konnte.
    Ich finde deinen Blog super…du leistest Großes! Ich bin gespannt auf viele weitere Beiträge.
    In diesem Sinne…ein erfolgreiches Jahr 2016 und liebe Grüße

    • Sue sagt

      Moin Janine. Ich kann dich absolut verstehen. Wir sind seit 4J. im elendigen niemals endenden Rechtsstreit wegen Unterhalt,Mehrbedarf usw. Wir haben des öfteren in dieser Zeit versucht die Tochter meines Mannes zu uns zu holen, um dass das Kind endlich zur Ruhe(die Mutter führt ein sehr unstrukturiertes und bewegtes Leben ) kommt. Doch wie so oft, steht das „Gesetz“ nicht auf unserer Seite. Meine Befürchtungen sind aber dass die Mutter spätestens mit 10-12J völlig überfordert sein wird und dann erfreut ist uns das herangezüchtete Häufchen Elend zu übergeben. Und dann wird es bestimmt so ein unerfreuliches Hin und Her wie bei euch. Obwohl ich jetzt noch den Standpunkt vertrete, entweder oder. Ein ewiges Hin und Her soll es nicht geben. Schauen wir mal was die Zukunft bringt…

      • Bianca Zehentbauer sagt

        Liebe Susanne,
        ein gesegnetes und gesundes neues Jahr für Dich und all die Leser! Viel Gesundheit und Glück und viele ruhige und schöne Stunden!

        Ich habe Dein Buch im vergangenen Frühjahr gelesen und bin so dankbar dafür.
        Ich bin selbst Stiefmutter und habe einen „Arschengel“ als Exfrau bekommen,…
        Ich wusste nicht, dass es solche Frauen gibt.
        Als ich meinen Mann kennenlernen durfte, war er bereits geschieden. Sie hatte ihn wegen einem anderen Mann verlassen.
        Als ich jedoch auf der Bildfläche erschien, ging das Machtspiel richtig los.
        Doch, die beiden Kinder und ich haben eine gute Basis, mit meiner Stieftochter verstehe ich mich wirklich sehr gut, was am Anfang anders war. Mein Stiefsohn ist leider seiner Mutter oft sehr ähnlich und da kommt es schon öfter mal zum Krach.
        Aber, ich habe beide in mein Herz geschlossen und bin froh das ich die Beiden habe.
        Mein Mann war die ersten Jahre oft in der Zwickmühle, aber er hat irgendwann die Kurve bekommen und stand hinter mir.
        Dadurch wurde unsere Beziehung ernst und seit vergangenen August sind wir verheiratet.
        Aber, seit Bekanntgabe der Hochzeit gab die Exfrau Gas,…. und jetzt möchte Sie fordert sie wieder mehr Geld und mehr Beteiligung an den sogenannten Sonderausgaben. Obwohl ihre Aussagen über unsere Hochzeit solche waren: “ diese Scheiß Hochzeit, muss man in dem Alter noch heiraten?! „Ich muss die Interessen der ersten Kinder wahren, Euer Papa sucht sich eine neue Frau und macht sicher noch ein neues Kind und ihr seid dann abgeschrieben!“ und noch vieles mehr. Beleidigungen bei den Kindern, der alte geizige Sack, Schlappschwanz, Arschloch.
        Beleidigungen über SMS, bei meinem Mann.
        Mich beschimpfte sie auch, mittlerweile lese ich keine SMS mehr und gehe nicht mehr ans Telefon wenn sie anruft,“ Böse Hexe, Arschloch, Tussi, Diva, unterbemittelt, blöde Kosmetikerin“,….das sind nur kleine Auszüge über den Wortschatz dieser Frau.
        Aber, wir bekommen es mit den Kindern gut hin, meine Mann und ich besprechen unsere Dinge nur unter 4 Augen und die Kinder beruhigen wir,…. kostet viel Kraft und Energie. Die Hochzeit war ihr so ein Dorn im Auge und jetzt profitiert sie vielleicht davon, weil die Gesetzlage echt zum Wünschen übrig lässt.
        Mein Mann hat sich im Dezember beraten lassen, weil sie nun wieder mehr Geld möchte. Diesbezüglich hat er die Anwältin auch gefragt, was man bei diesen Beleidigungen tun kann.
        Das geht nur über das Jugendamt und dann müssen die Kinder befragt werden.
        Und das wollen wir ihnen nicht an tun.
        Also, vertrauen wir einfach darauf, dass sie irgendwann einfach Ruhe gibt.
        Dein Buch hat mir so gut getan und mir schon in vielen Dingen geholfen.
        Danke, an die Stiefmütter die ihre Geschichte an Dich weitergegeben haben!
        Danke, dass Du Dich für uns Zweitfamilien so einsetzt!
        Wir müssen und ständig anhören“ Euer Papa fährt nur mit seiner Tussi in den Urlaub und mit Euch hat er keine Lust!“, wir fahren immer mit Gutscheinen die ich ersteigere, 2 Nächte mehr sind nicht drin.
        Und mit den Kindern waren wir auch schon 1 Woche im Sommerurlaub in einer sehr schönen Ferienwohnung. Aber, sie fährt nur in 4-5 Sterne Hotels und das erwartet sie von uns.
        Sie fährt jede Ferien weg mit den Kindern und ihrem Lebensgefährten, Rom, Venedig, 10 Tage Spanien, Berlin, 1 Woche Kitzbühl zum Skifahren dieses Jahr über Silvester mit den Kindern,….
        Weihnachtsgeschenke werden von ihr übertrumpft, neues IPhone für die 11 Jahre alte Tochter und einen neuen MAC PC für den 14 Jahre alten Sohn.
        Tja, unsere Geschenke waren mit Liebe ausgesucht.
        Aber, die Kinder sind natürlich von ihren absolut begeistert.
        Wir hatten vergangenes Jahr beschlossen, diesen Konsum nicht mehr mit zu machen und zwei kleine Geschenke und ein Patchworkfamilien Geschenk.
        Vergangenes Jahr gingen wir zu 4 in die „Schöne und das Biest“ war toll.
        Dieses Jahr fahren wir mit einem Busunternehmen nach Stuttgart zu Tarzan.
        Aber, was ist das gegen Traumgeschenke?
        Ich hoffe sehr, dass die Zweitfamilien mehr unterstützt werden und das es ein Umdenken gibt.
        Manche Exfrauen bereichern sich so sehr an ihrem Exmann und lassen doch kein gutes Haar in ihm.
        Wir hoffen, dass wir den Kindern einfach andere Werte mitgeben können, wir leben ihnen etwas anderes vor.
        Meine Oma sagte immer auf bayrisch: „Es hängt net ois 100 Joahr auf oa Seitn, es hängt nicht alles 100 Jahre auf eine Seite :-)“
        In diesem Sinne, vielen lieben Dank für Deine Power!
        Herzliche Grüße
        Bianca

      • Susanne Petermann sagt

        Auch Euch ein gutes neues Jahr. Lass Dich nicht runterziehen. Liebe Grüße Susanne

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