Allgemein, Die Stiefmütter, Partnerschaft & Zweite Familie
Kommentare 18

Haben Sie Verständnis für die Grenzen der Stiefmutter?

Grenzen der Stiefmutter.

Eine Frage beschäftigt mich seit geraumer Zeit. Kann eine Nicht-Stiefmutter die Situation der Stiefmutter jemals verstehen? So richtig verstehen, nicht nur oberflächlich. Oft steckt ja der Teufel im Detail. Außenstehende denken meist, es geht um Geld, um Kinder, die etwas zu laut sind, oder eine Ex, die einfach nur eine andere Erziehungsmethode hat, oder um zu nachgiebige Väter. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.  Die Abgründe sind feiner. Unauffälliger. Sie berühren oft das innere Ego. Zum Einen ist da die Fremdbestimmung, unter der fast alle Stiefmütter leiden.  Stiefmütter werden aber auch immer wieder mit Dingen konfrontiert, die in ihrer eigenen Erlebniswelt eigentlich nicht vorkommen würden, die aber – über die erste Familie – plötzlich importiert werden und als normal gesehen werden sollen.

Eine gute Freundin von mir, selbst Mutter von zwei Kindern, ist seit einem Jahr Stiefmutter. Wir reden nicht viel darüber, wahrscheinlich noch ein Relikt aus der Zeit, als sie meine Stiefmutterprobleme überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Nur ab und an bricht es aus ihr heraus.

Gestern war so ein Tag. Es ging um Handtücher. Keine große Sache, aber sie war innerlich derart aufgewühlt, dass es fast unheimlich war. Ich muss dazu etwas ausholen: Bei meiner Freundin ist es ordentlich. Sie ist nicht pingelig, aber sie braucht ihre Ordnung. Zur Beruhigung sozusagen. In ihrem Badezimmer hatten sie und ihre mittlerweile erwachsenen Kinder eigene Haken, an denen jeder seine Handtücher aufhängt. Soweit, so gut. Ich mache es daheim auch nicht anders.

Nun ist die Situation bei ihrem Freund eine gänzlich andere. Die Kinder leben bei ihm, er schaut nicht so genau hin und alle benutzen alles. Wild durcheinander. Ob es um Gläser geht, die Milchtüte aus der direkt getrunken wird, Kleidung oder eben um Handtücher, die von jedem frei Schnauze benutzt werden. Meine Freundin bebte geradezu als sie erzählte, sie würde es nicht mehr ertragen, dass ihr Gesichtshandtuch ständig von einem der Mädchen benutzt und entweder auf den Fußboden geschmissen oder wieder an irgendeinem Haken landen würde. Sie ginge morgens schon mit einer derart negativen Erwartungshaltung ins Bad, dass sie kaum noch dort übernachten möchte.

Ich fragte sie, warum sie nicht einfach immer ein frisches Handtuch mit ins Bad nähme. Dadurch wäre das Problem doch gelöst. Sie nickte, meinte, das sei eine gute Idee. Aber ich spürte, dass etwas aus ihr raus wollte. Also fragte ich, wo ihr eigentliches Problem liegen würde.

„Alle treten ständig über meine Grenzen und schauen mich dann abwertend an, wenn ich mich beschwere. Ich sei ja wohl oberpingelig, heißt es dann. Meine Bedürfnisse interessieren nicht, aber ich muss auf alle Rücksicht nehmen und soll immer Verständnis für alles haben. Ist es denn so schwer, sein eigenes Handtuch zu nutzen und es dann auch wieder an seinen Haken zu hängen? Bin ich denn unnormal, wenn ich das brauche? Gleichzeitig schäme ich mich dafür, dass ich mich wegen solcher Kleinigkeiten aufrege. Ich erkenne mich selbst nicht mehr. Ich weiß überhaupt nicht mehr, was richtig und was falsch ist.“

Hier steckt für mich ein Grundproblem. Jede Familie hat ihre eigene Definition von „richtig“ oder „falsch“. Bei der einen Familie wird pünktlich um 13.00 Uhr gegessen und alle müssen am Tisch sitzen. Bei der anderen Familie schmiert sich jeder ein Brot, wenn er Hunger hat. Manche Familien legen viel Wert auf Bezug zur Natur, andere gar keinen. In einigen Familien gibt es eine Streitkultur, jedes Problem wird ausführlich besprochen und zerpflückt, bei anderen wird alles unter den Tisch gekehrt. Bei den einen wird Wert auf Tischmanieren gelegt, bei anderen stört es nicht, wenn die Füße auf dem Tisch sind. Innerhalb einer Familie wird das eigene Verhalten als normal empfunden. Mehr noch, ihr Verhalten fällt den Familienmitgliedern meist gar nicht auf, sie kennen es ja nicht anders.

Bis dann die Familie durch die Trennung der Eltern aufgelöst wird, und eine Stiefmutter dazu kommt, die einige Dinge bisher gänzlich anders gehandhabt hat. Mit ihrem neuen Partner findet sie vielleicht noch eine gemeinsame Basis, aber mit den Kindern der ersten Familie kommen eben auch deren Verhaltensweisen in ihr Haus. Die sind nicht immer identisch mit ihren und keineswegs leicht zu handhaben. Es ist schwer zu vermitteln, dass man grundsätzliche Dinge anders sieht, wenn die eigene Sichtweise die anderen nicht interessiert.

Es gibt heutzutage kein allgemein gültiges „richtig“ und kein „falsch“ in Sachen Familie – jedenfalls nicht außerhalb der gesetzten Normen, dass Kinder nicht missbraucht und geschlagen werden sollen. Versuchen Sie als Mama Landei einmal, der Latte Macchiato Mutter am Prenzlauer Berg zu erklären, dass es nervt, wenn ihre Kinder am Tisch jeden Redefluss der Erwachsenen stoppen. Die sind stolz auf den lärmenden, Entschuldigung, aufgeweckten Nachwuchs, der gerade das Café aufmischt und lästern ihrerseits über Mama Landei, die bei Feiern einen Kindertisch aufstellt, damit die Erwachsenen ihre Ruhe haben.

Das sind individuelle Erziehungsmodelle der Eltern und geht niemanden etwas an, lautet das moderne Credo. Wir dulden die Vielfalt, wir wünschen sie uns sogar. Aber es können schwere Konflikte entstehen, wenn die eigene Normalität in Frage gestellt wird, weil Familien neu zusammen gewürfelt wurden und Menschen, mit denen man dadurch eng zusammen wohnt, gänzlich andere Werte haben.

Was passiert, wenn eine Mama Landei Stiefmutter der Latte-Macchiato Kinder wird? Oder umgekehrt?

Hier steckt das eigentliche Problem. Stiefmütter sollen all das, was an fremden Werten von außen kommt hinnehmen; schweigend und nickend am besten. Die Marschroute der Mutter hat auch ihre zu sein, egal, was sie selbst denkt und fühlt. Der Standardkommentar, unter dem Stiefmütter leiden, lautet: „Du wusstest doch, dass er Kinder hat! Jetzt beschwer Dich nicht”. Haben Sie schon einmal erlebt, dass einer Mutter verständnislos gesagt wird: „Du hättest doch die Pille nehmen können! Jetzt beschwer Dich nicht”, wenn sie über ein Problem mit ihrem Kind berichtet? Wahrscheinlich nicht. Und das ist auch gut so. Jeder sollte sein Herz ausschütten können, ohne Vorhaltungen zu bekommen.

Klagt die Stiefmutter: „Sein Kind darf bei der Mutter bis in die Nacht am Computer spielen. Wenn ich bei uns Grenzen setzen will, gibt es großes Geschrei“, lautet der Kommentar der Freundin womöglich: „Wenn die Mutter das erlaubt, hast du dich nicht einzumischen. Reg dich nicht auf, du wusstest doch, dass er Kinder hat!” Beschwert sie sich: „Seine Ex ist mit den Kindern 300 Kilometer weit weggezogen, jetzt ist mein Mann jedes zweite Wochenende stundenlang auf der Autobahn unterwegs, um die Kinder zu holen. Das nervt total und kostet viel Geld.” antwortet die Freundin: „So ist das nun mal mit einem gebrauchten Mann. Warum hast du nicht einen Mann ohne Kinder genommen?” Würde man einer Mutter etwa sagen: „Warum hast du nicht abgetrieben?” Zu Recht wäre die dann entsetzt.

Von Stiefmüttern erwartet man, dass sie eigene Vorstellungen, eigene Wünsche und eigene Regeln über den Haufen werfen, wenigstens hintenan stellen, sobald es um die erste Familie geht. Sie hatte schließlich die Wahl – und sich für einen Mann mit Kindern entschieden. Nun soll sie die Suppe -möglichst schweigend- auch auslöffeln. Äußert sie ihren Unmut trotzdem, kommt der Killersatz: „Wenn es soooo schlimm ist, musst Du Dich eben trennen.” Peng! Raten diese gutmeinenden Menschen einer Mutter auch, das Kind, mit dem es Probleme gibt, zur Adoption frei zu geben? Wohl eher nicht.

Ich würde ich mir wünschen, dass Stiefmütter offener mit ihren Problemen umgehen dürfen, dass sie nicht länger schweigen oder die Situation schönreden müssen, sondern sich gegenseitig stärken und stützen. Haben Sie eine Stiefmutter in Ihrem Bekanntenkreis? Fragen Sie sie doch einmal, wie es ihr geht. Wie es ihr wirklich geht. Bieten Sie Ihre Hilfe an, so wie Sie anderen Müttern Ihre Hilfe anbieten. Sie wird es Ihnen danken.

Herzlichst, Susanne

Foto: stocksnap, leroy

18 Kommentare

  1. kerstin sagt

    Meine persönlichen Grenzen, waren grade in der Anfangszeit überaus strapaziert worden. Dazu muss man sagen, dass ich mich grad in einem Umzug ins eigene Haus befand, als ich meinen Partner kennen lernte. Zu der Zeit war die Trennung grade durch und die Mutter verweigerte zunächst jeglichen Umgang mit seinen Kindern. Dies musste alles per Jugendamt und Gericht erst geregelt werden.

    So wohnten wir bereits im Haus, als der erste Besuch mit Übernachtungen richtig statt fand. Der Kleine war noch ein Baby, auch wenn er optisch nie diesen Eindruck machte (er kam mit über 5 kg auf die Welt).
    Plötzlich folgen da also volle Windeln rum und sollten es auch noch weitere 4 Jahre tun…. Ein Tumult sondergleichen…
    Ich erinnere mich dran, dass mein Maniküreset für SEINE Kinder benutzt wurde (aufgrund eines damals eingewachsenen Nagels hielt ich das STERIL und ich war auch die einzige, die dies benutzte – eigentlich). Meine Tasse (also eindeutig MEINE) wurde für die Kinder benutzt. Usw. und so fort.

    Eine ganze Weile nimmt man auch vieles hin, obwohl man innerlich bereits am Kochen ist. Und irgendwann habe ich es auch nicht mehr ganz so freundlich erfragt, WARUM ES denn Not tut, dass man immer MEINE PERSÖNLICHEN Dinge für seine Kinder nehmen muss?? Dinge, die ja er selbst für sich nicht und meine Kinder auch nicht nehmen würden. So eine wirkliche Erklärung gab es nicht, aber man hatte es verstanden, dass ich das definitiv nicht WILL und nicht mit mir machen lasse.
    Heute hat man das wohl verstanden und der Gatte hat begriffen, dass die Hello-Kitty-Handtücher und andere Dinge in rosa oder pink lediglich den Damen vorbehalten sind und niemals für JUNGEN benutzt werden … 😉

  2. Silke sagt

    Hallo,
    Ich lebe mit meinem jetzigen Mann und seinen 2 Töchtern und mit meinen beiden eigenen Kindern zusammen. Unsere Kids sind zwischen 14 und 19 Jahren alt. Zwei von unsren Kindern sind besondere Kinder. Mein Sohn ist Autiste, seine Tochter hat das Down Syndrom.
    Wir sind seit 3 Jahren ein tolles Team, kommen aber durch unsere Kids stark an unsere Grenzen. Wir haben als Paar unsere Grenzen viel zu spät gesetzt und müssen diese jetzt langsam wiedet durchsetzen.
    Die Mama von den Kids meines Mannes ist verstorben, sodass sie oft bemitleidet werden,wegen ihres Schicksales.
    Ich komme mir dann oft hart und herzlos vor,wenn ich meine eigenen Interessen durchsetzen möchte. Es geht darum hauptsächlich um Umgang miteinander, Wertschätzung und Aufgabenteilung im Haushalt. Man braucht schon viel Durchhaltevermögen und eine große Portion Optimismus, Gottvertrauen und Viel Humor um das alles stemmen zu können. LG Silke ?

  3. Susanne Petermann sagt

    Liebe Soisses,
    der Hilfeschrei ist laut und wird offensichtlich nicht gehört. Weder Ihrer, noch der der Stieftochter. Himmel! Ich verstehe die Männer nicht. Steht Ihrer denn sonst hinter Ihnen?
    Und ist die Tochter in psychologischer Behandlung?
    Liebe Grüße, Susanne

    • soisses sagt

      Er stand zumindest immer hinter mir wenn ich die Kinder zur Ordnung rief- nasse Handtücher aufräumen, täglich duschen , Wäsche wechseln. Das war vor meiner Zeit nicht geordnet und mein Lebensgefährte fand es nun auch besser das jemand darauf achtet. Ich darf aber nichts mit Ihm vor den Kindern diskutieren. Er steht nicht hinter meiner Forderung das die Kinder nichts im Bett der Erwachsenen zu suchen haben. Mal so mal so… Die Eltern haben sich gegen professionelle Hilfe entschieden. Sie würde dadurch nur verwirrt werden .

  4. Melanie sagt

    Liebe Frau Petermann, da ich keine Stiefmütter in meinem Freundeskreis habe mit denen ich mich austauschen könnte, bin ich sehr froh ihren Blog gefunden zu haben.
    Ich, Stiefmutter zweier Mädchen ohne eigene Kinder, tue mich auch sehr schwer mit diesem Thema. Unsere Kinder leben in zwei völlig unterschiedlichen Familien. So schwer es auch ist, es hat mich als Person toleranter gemacht. Natürlich verstehe ich die andere Familie manchmal gar nicht, aber der Ex-Frau wird es wahrscheinlich genauso gehen. Ich bin sehr involviert in die Erziehung, muss mich aber auch immer wieder zurücknehmen, da es mich sonst zu sehr aufregt bzw. ich meine Grenzen überschreite. Ich fühle mich auch sehr oft fremdbestimmt. Manchmal geht es besser manchmal schlechter.
    Mein Mann und ich reden ganz viel über unsere Probleme. Auch wenn man sie nicht lösen kann, hilft es sehr einen verständnisvollen (meistens aber auch nicht immer) Partner zu haben. Wir sind Gott sei Dank auch in der Situation, dass wir uns ganz gut mit der Ex-Frau und ihrem neuen Mann verstehen. Ich denke, es ist wichtig, auch wenn ich das selbst noch lernen muss, sich nicht alles zu Herzen gehen lassen und für sich seine Grenzen zu definieren.

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Melanie,
      haben Sie schon die Kontaktliste hier auf dem Blog gesehen? Veilleicht wohnt ja eine Stiefmutter bei Ihnen in der Nähe. Sie können sich auch selbst gerne eintragen.
      Herzliche Grüße,
      Susanne

  5. Eileen sagt

    Anfangs gab es bei uns auch den Konflikt mit den Handtüchern, dem Müll, Tischdecken und Abräumen, Müll runter bringen usw. Mittlerweile verlangen WIR von ALLEN Kindern ein Miteinander. Das war Anfangs nicht leicht, aber nach langer Arbeit konnte ich mich durchsetzen, dass es nur gemeinsam funktioniert und ich nicht die Haushälterin bin!

  6. Karin sagt

    Ich lebe als Vollzeitstiefmutter, mit einem gemeinsamen Kind mit meinem Partner zusammen.
    Es ist mittlerweile einfach die Hölle. Ich bin sehr naiv in die Beziehung gegangen. Habe ihn bewundert, weil er 2 kleine Kinder (damals 2 und 3 Jahre) ganz allein versorgt, und begonnen ihn zu unterstützen.
    Die Mutter der Kinder war untergetaucht und zahlte nichts. Sie haben sich schnell an mich gewöhnt, und ich fand es schön. Nach 3 Jahren wurde ich schwanger und wir zogen zusammen.
    Ab da ging es bergab. Es war plötzlich selbstverständlich das ich die Kinder in Kindergarten und Schule bringe, auch hochschwanger und 2 Wochen nach der Geburt. Er hat mich allein gelassen mit Säugling, seinen Kindern, dem Haushalt. Weiters begann er am Wochenende mit Freunden wegzugehen, ich war gratis Babysitter…und irgendwann begann ich ihn und seinen Anhang zu hassen…
    Ich hätte von Anfang an Grenzen setzen müssen…für meine Arbeitsleistung..und meine Gefühle. Jetzt fühle ich mich nur ausgebeutet, und unsere Beziehung wurde zur WG…

    • Susanne Petermann sagt

      Karin, das klingt gar nciht gut. Haben Sie Hilfe? Jemanden, mit dem Sie reden können? So, wie Sie es schildern sollte es nicht weiter gehen. Susanne

  7. Martina sagt

    Ja, bei uns ist das auch so… Ich finde manches ganz unvorstellbar – zum Beispiel den legeren Umgang mit Aufrichtigkeit und Wahrheit.
    Und wie im Artikel beschrieben: Ich bin gewohnt, JEDES Problem rationell und kommunikativ zu lösen. Die Ursache und Wurzel gemeinsam zu erforschen und mit zT auch gern mal nem Kompromiss oder eben einer allen angepassten Lösung zu beseitigen.
    Meine Stieffamilie hingegen lügen, hintergehen, betrügen (in ihren Augen ist das natürlich nicht so!) die ganze Zeit. Was echte Ehrlichkeit ist, wissen die scheinbar garnicht.
    Probleme werden nie angesprochen, wenn ich das versuche, eskaliert es komplett bis hin zum „totaaaal ernst gemeinten“ Schlussmachen – was nach ein paar Stunden einfach „vergessen“ wird.
    Und es gibt noch mehr: Ich habegelernt und meinen Kindern beigebracht, dass IMMER die Höflichkeit zu wahren ist. Schlimme Worte, oder Dinge, die man so nicht meint, dürfen auch in der Wut nicht gesagt werden.
    Seelische Wunden des Gegenüber sind im Streit absolut TABU.
    Meine Stieffamilie das genaue Gegenteil…Schlimm. Die können vielleicht über die dann entstehenden Verletzungen hinwegsehen. Ich nicht.
    Bei uns hat das nach nun 2,5 Jahren schon zum wiederholten Male zu „ich kann das nicht mehr ertragen“ geführt. Und diesmal habe auch ich das gesagt.
    Und wenn ich das mal sage, ist es ernst gemeint.
    Es ist wirklich sehr traurig – ansonsten waren wir nämlich ne tolle Patchworkfamilie. Alles hätte so schön werden können.
    Und wer leidet MAL WIEDER am meisten drunter? Die Kinder… die Patchwork-Kinder und unsere gemeinsame kleine Tochter.
    Aber auch wir Erwachsenen….
    Aber so wenig wie ich von meinen Prinzipien der Aufrichtigkeit und der offenen Diskussion weichen möchte, so wenig ist er in der Lage, diese zu erlernen. Nicht nur in der Lage – auch nicht willens…

    :-((((((

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Martina, für mich klaing das so, als ob zwei Erwachsene auf ihrer jeweils „richtigen“ Sicht der Dinge beharren und die Stiefkinder sich die bequemere Version aussuchen. Das verletzt ungemein. Waren Sie schon einmal gemeinsam bei einer Erziehungsberatung? Susanne

  8. Diana sagt

    Jahrelang dachte ich, ich sei zu pingelig. Was ich auch oft zu hören bekomme. Als meine Stiefmädchen nur am Wochenende oder in den Ferien bei uns waren, konnte ich einigermaßen drüber hinweg schauen. Sobald sie weg waren, habe ich aufgeräumt und alle Handtücher gewaschen. Seit 2 Jahren wohnt eine bei uns und es traf mich wie ein Tornado. Sogar meinen Rasierer benutzt sie, wenn ich mal vergessen habe ihn zu verstecken. jeden Tag kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Und meine aufgestaute Wut macht mich mittlerweile krank.

  9. Annett sagt

    Ich habe es aufgegeben diverse Grenzen zu setzen, um des Friedens Willen. Von meinem neuen Lebenspartner der Sohn ist aller 14 Tage bei uns und nutzt das Kinderzimmer von meinem Sohn mit, wobei das für mich bis dato alles okay und selbstverständlich ist. Leider hat der Sohn meines Lebensgefährten so seine eigene Nutzungsweise von Möbeln und Gegenständen. Das heißt, hin und wieder kommt es schon mal vor, dass etwas zu Bruch geht. Kann ja auch mal passieren. … Daraufhin bitte ich dann jedesmal meinen Ziehsohn mit den Sachen und Möbeln meines Sohnes vorsichtiger umzugehen. Hier stoßen ich und mein Lebensgefährte offensichtlich auf taube Ohren bei ihm. Um nicht als die „immer“ meckernde Stiefmutter abgestempelt zu werden, habe ich was diese Sache betrifft, es aufgegeben Grenzen zu setzen.

  10. M. sagt

    Dass mit dem eigenen Handtuch für jeden hatte ich schon in erster Ehe eingeführt. Und auch mit meinem neuen Mann und dessen Kinder weitergeführt. Sie leben ja ständig bei uns und haben sich recht schnell damit abgefunden und finden es auch gut, dass jeder sein eigenes hat. Mein Mann zieht da voll mit, wenn ich Grenzen setzen möchte.

  11. Janine sagt

    Anfangs war es irrsinnig schwer für mich aber mittlerweile setze ich meine Grenzen und für die Kinder ist das alles auch normal! Wir legen wert drauf, dass wir alle gemeinsam am Tisch sitzen bis wir alle fertig sind mit dem Essen! Man metkt auch den Kindern tut Struktur sehr gut ..

    • Susanne Petermann sagt

      Du schreibst „wir“ legen Wert darauf. Und hier ist wohl der Knackpunkt vieler Stiefmütter. Wenn der Mann nicht mitzieht, wird die zweite Frau das Nachsehen haben. Freut mich, dass es bei Euch gut läuft.

  12. Yvonne sagt

    Ich finde mich in der Situation wieder. Die Tochter meines Mannes lebt bei uns. Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass ihr Besuch das Gästebad nutzen soll. Vor zwei Wochen kam ich nach Hause, ging ins Bad und musste feststellen, dass ihr Freund mein Handtuch benutzt hat. Mein Ausraster war vorprogrammiert. Ich bekam von meinem Mann nur zu hören „mein Gott, ist doch egal“. Nein, ist es nicht. Es war ja nicht sein Handtuch! Bevor seine Tochter zu uns zog hat er mich w/ meiner „Ordnung“ nie kritisiert. Jetzt sieht er die Dinge nur noch wie seine Tochter. Es ist soweit gekommen, dass ich die Toilette in unserem Bad nicht mehr benutze. Und ich sage, früher hätte mein Mann so eine Toilette auch nicht benutzt!

    • Susanne Petermann sagt

      Das ist sicherlich sehr individuell. Mir persönlich wäre es auch nicht egal. Problematisch wird es, wenn die eigenen Befindlichkeiten mit Füßen getreten werden. Auch wenn es Deinem Mann persönlich egal ist, sollte er so viel Respekt vor Deinen Grenzen haben, dass er sie stehen läßt und auch seine Tochter darum bittet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.