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Trennungskinder und die Narben auf ihrer Seele

Bettina 2015

Bettina hat lange dafür gebraucht, ihre Erlebnisse und Gefühle nach der Trennung der Eltern für mich aufzuschreiben. Sie musste immer wieder Pausen machen, um ihre Gefühle zu verarbeiten. Bettina ist heute 50, eine gestandene Frau, aber die Trennung ihrer Eltern und was danach geschah, setzen ihr bis heute zu. Mir kamen die Tränen, als ich ihre Erinnerungen hörte. Trennungskinder haben oft unsichtbare Narben auf ihrer Seele.

Trennungskinder und die Narben auf ihrer Seele

Vor einiger Zeit kam ich in Kontakt mit Bettina, die Informationen zum Thema „Scheidungs-und Trennungskinder“ suchte. Wir tauschten uns aus und irgendwann fragte ich sie, ob sie mir ihre Geschichte für den Stiefmutterblog aufschreiben würde. Sie willigte ein.

Ich bin Jahrgang 1965, geboren in Leipzig. Ich wuchs bis zu meinem 16. Lebensjahr mit drei jüngeren Brüdern in einem recht ruhigen Elternhaus auf. Streitigkeiten meiner Eltern habe ich nie erlebt. Bis eines späten Nachmittags, im Dezember 1980, mein Vater auszog.

Bettina und ihr Vater

Bettina und ihr Vater, ca. 1967. Foto: privat

Meine Mutter schrie hysterisch und schmiss ihm ein Federbett hinterher. Ich wollte gerade mit meiner Gitarre in eine wöchentliche Singgruppe gehen. Meine Mutter schrie mir hinterher, dass ich doch da jetzt nicht hingehen könne, denn mein Vater ziehe aus. An das kann ich mich noch erinnern. Den Rest weiß ich nur noch lückenhaft. Mein Vater zog zu einer anderen Frau. Sie war seine Kollegin, ihre Tochter ging mit mir in die gleiche Schule. Wir wohnten damals in einem typischen DDR Wohngebiet in einem kleinen Ort in Sachsen. Ich sah also meinen Vater fast jeden Tag von meinem Fenster aus, wie er mit gesenktem Kopf in die andere Wohnung ging. Meine Mutter erzählte ab da nur noch schlecht über ihn, mit sehr bösen und erniedrigenden Worten.

Der Verlust des Vaters

Sie drohte mir, dass sie mich rausschmeißen würde, wenn ich Kontakt zu meinem Vater hätte. Meinem Vater drohte meine Mutter damit, dass er seine Kinder nie wieder sehen würde. (Das habe ich aber erst viele Jahre später erfahren.)

Ich kann mich noch erinnern, dass sie sich das Leben nehmen wollte, einen Tag vor meiner schriftlichen Matheprüfung. Ich konnte sie gerade noch davon abhalten. Ich musste seit dem Auszug meines Vaters immer mit bei ihr im Schlafzimmer schlafen. Ich konnte mich damals überhaupt nicht dagegen wehren. Ich kann mich an niemanden erinnern, der uns Kindern damals auch nur im Geringsten geholfen hat. Nur mein Opa mütterlicherseits kam öfter vorbei, ihn habe ich immer noch als sehr liebe Person in Erinnerung.

Als es zur Scheidung der Eltern kam musste ich auch einmal mit auf das Gericht, meine Mutter sagte mir vorher, was ich sagen sollte: dass „ich nicht zum Vater wollte“. Es wurde auch nur schlecht über ihn gesprochen, „Das A….., der Sch……hat die Frau mit 4 Kindern sitzen lassen“. Ich dachte in dieser Zeit eigentlich immer, dass alles bald wieder in Ordnung kommt, die Trennung bestimmt nur vorübergehend sei und er demnächst wieder käme. Meine Mutter hetzte derweilen uns Kinder auf, ihn weiter zu ärgern. Ich kann mich erinnern, dass wir mal Kieselsteine unter den Abtreter gelegt hatten.

Es ist seltsam, aber wir haben als Geschwister auch nicht über diese Trennung gesprochen, wir „funktionierten“ einfach. Das Thema Trennungskinder wurde damals nicht reflektiert. Meine Brüder waren damals 14 und die Zwillinge 9 Jahre alt. Es war eigentlich nur ein Alptraum, bis mein Vater irgendwann weggezogen war. Das bekam ich auch nur zufällig mit, ich hatte ja keinen Kontakt mehr zu ihm und seiner Frau. Heute weiß ich, dass er sie geheiratet hatte, irgendwann nachdem meine Eltern geschieden waren.

Ich zog weg, begann mein eigenes Leben

Für mich war klar, dass ich nach der Schule eine Ausbildung zur Krankenschwester machen wollte. Darauf hab ich mich dann konzentriert und mein Ziel war es dann nur noch, weg in eine eigene Wohnung zu ziehen. Das war zu DDR- Zeiten sehr schwierig, solange man nicht verheiratet war oder Kinder hatte. Nach meiner Ausbildung 1984 wohnte ich also noch zu Hause, arbeitete in drei Schichten als Krankenschwester. Es war eine sehr anstrengende, konfliktreiche Zeit.

Bettina 1985

Bettina 1985. Foto: privat

Später in der Ausbildung hatte meine Mutter dann einen neuen Lebenspartner der dem Alkohol sehr zugewandt war. Irgendwann ist der auch wieder ausgezogen als es immer öfter zu Streitereien kam. Einen Freund, den ich dann mal hatte, hat meine Mutter auch nicht akzeptiert, so wie auch Privatsphäre immer ein Fremdwort für sie war. Zusammenfassend zu dieser Etappe kann ich nur sagen das ich mich sehr einsam gefühlt habe. Nur die Ausbildung beziehungsweise die Arbeit im Krankenhaus hat mir sehr viel Spaß gemacht und war das Wichtigste für mich. Ich wusste nicht, wo mein Vater lebte, hatte ihn auch einfach vergessen, verdrängt oder wie auch immer man das bezeichnen sollte.

1987 begann endlich mein selbstständiges Leben, ich zog nach Berlin und hatte ein kleines eigenes Zimmer, eine Art WG. Nach Berlin bin ich mit Hilfe einer Patentante gekommen die damals Ärztin war. Sie hat mir Berlin und die dortigen Krankenhäuser „schmackhaft“ gemacht. Im September 1987 begann ich, in der Charité zu arbeiten. Endlich hatte ich mein eigenes Reich. Ich wusste, dass ich mich niemals abhängig von einem Mann machen wollte, und so genoss ich erstmal meine Freiheit. Von meinem Vater und dessen Frau hörte ich nichts mehr.

Die Familie zerbrach, ich fühlte eine innere Leere

Irgendwann fiel die Mauer, auch meine Brüder hatten ihre Ausbildung beendet und waren weg gezogen. Den einen Bruder habe ich seit 1990 nicht mehr gesehen und gehört. Wir leben nun alle in Deutschland verstreut und haben keinen Kontakt untereinander, worunter ich heute noch mit am stärksten leide.

So lebte ich also vor mich hin, lernte irgendwann meinen jetzigen Mann kennen. 1993 wurde unser Wunschkind geboren. Die Jahre vergingen. Ich fühlte irgendwie eine „innere Leere“ in mir und eine unstillbare Sehnsucht meinen Vater zu finden. 2004 machte ich mich auf die Suche. Im Internet und Telefonbüchern fand ich ihn nicht. Aber dann bekam ich die Adresse über das Einwohnermeldeamt. (Wie einfach….) Also schrieb ich ihm einen langen Brief. Es kam keine Antwort, keine Reaktion. Ich war sehr traurig.

Ich hatte dann Depressionen, Burnout, Essstörungen, wandte mich an eine Psychiaterin und es begann eine langwierige Therapie und 6-wöchige Reha-Maßnahme. Ok, dachte ich, das wird schon wieder. In meiner „Kernfamilie“ war ja alles in Ordnung, außer dass unser Sohn ADHS hatte und wir auch einige Hilfsangebote annahmen. 2006 startete ich einen zweiten Versuch meinem Vater zu kontaktieren. Diesmal schickte ich ihm Fotos von mir mit, und was soll ich sagen: ich bekam Antwort per Mail.

Als Erwachsene nahm ich Kontakt zum Vater auf

Das war schon sehr komisch. Wir mussten uns ja erstmal annähern und schrieben uns ca. vier bis fünf Monate bevor wir uns das erste Mal trafen. Die Mails waren zunächst sehr zurückhaltend, er hatte Angst wie er mir dann später sagte, dass er wieder an den „Pranger“ gestellt würde. Das erste Treffen war dann im Oktober 2006. Erst allein und dann auch gemeinsam mit seiner Frau. Es war sehr emotional. Wir telefonierten ab da regelmäßig und ab und zu trafen wir uns auch, bzw. lernte er auch meine Familie kennen. Zu seiner Frau fand und finde ich bis heute nicht den richtigen „Draht“ Es stellte sich dann heraus dass ihre Tochter aus 1.Ehe alkoholabhängig war und mehrere Therapien erfolglos blieben. So ist er sehr in seine zweite Familie eingebunden, und ich stehe irgendwo ziemlich weit hinten.

Nach einiger Zeit berichtete ich meiner Mutter davon, dass ich meinen Vater gefunden und auch mit ihm Kontakt habe. Sie flippte völlig aus. Wie ich ihr das nur antun könne, er hätte sie schließlich sitzen lassen mit 4 Kindern. Außerdem sei er ja wegen uns Kindern gegangen, weil ihm alles zu viel war. Sie ließ auch kein gutes Haar an seiner Frau. Nun hatte ich das nächste Problem. Ich habe versucht zu erklären, dass ich ein Recht auf meinen Vater hätte, das ich die ganze Zeit einen Vater gehabt hätte, ihn nur nicht hätte sehen dürfen und das es nun doch wohl meine Sache wäre.

Meine Mutter denkt, wir Kinder seien ihr Besitz

Daraufhin schickte sie mir nur das Scheidungsurteil von 1982. Ich solle doch mal lesen was mein Vater für ein A… sei. Ich schickte das Urteil ungelesen zurück. Seitdem ist das Verhältnis zu beiden Elternteilen sehr … ich sag mal … distanziert. Ich musste begreifen dass ich keine Eltern als Gemeinschaft habe, sondern Vater und Mutter als zwei verschiedene Paar Schuhe. Aber mit zwei verschiedenen Schuhen kann man nicht dauerhaft laufen.

Bettina

Bettina heute. Foto: privat

Im letzten halben Jahr habe ich mich verstärkt mit dem Thema „erwachsene Scheidungs- und Trennungskinder“ befasst. Dabei bin ich auf „PAS“ gestoßen. Ich nehme an, das sagt dir was, glaube auch, das in deinem Blog schon mal gelesen zu haben. Jedenfalls trifft meine Situation dieses Syndrom auf den Punkt und ich glaube meine Brüder leiden auch darunter. Nur wissen sie wohl nichts davon. Ich weiß heute, dass meine Eltern ihre Scheidung immer noch nicht verarbeitet haben, das meine Mutter denkt ihre Kinder seien „ihr Besitz“.

Ich glaube, meine Mutter versteht bis heute nicht was sie damit angerichtet hat. Sie sieht sich immer noch als Opfer. Mein Vater hatte damit abgeschlossen. Er hatte Angst, dass er wieder denunziert würde und sich eingeredet, die Kinder würden weit weg leben, aber es ginge ihnen gut. Er hat mir später nur gesagt, dass er sehr froh war, das ich ihn gesucht hätte.

Ich hab lange und sehr spät angefangen mich wirklich „abzunabeln“. Ich leide immer noch unter Verlustängsten, wie wohl viele Trennungskinder, schaffe es aber letztendlich meinen Alltag zu bewältigen. Ich hätte es gern anders gehabt, aber wie heißt es so schön? Das Leben ist kein Ponyhof…..

Bettina

Bitte E-Mail mit Stichwort „Trennungskinder“ an: Stiefmutterblog@gmail.com oder einfach einen Kommentar hinterlassen.

In eigener Sache: Ich weise darauf hin, dass der Stiefmutterblog kein juristisches oder medizinisches Forum ist. Ratschläge, die hier gegeben werden, sollten ggf. von Ihrem Familienanwalt oder Arzt geprüft werden. Ich übernehme keine Haftung für die Ratschläge oder Links, auch nicht  in den Kommentaren, freue mich aber sehr über die vielen guten Tipps, die hier gegeben werden.

24 Kommentare

  1. Ich kann Personen nicht verstehe die aus Wut alles kaputt machen und es einfach nicht schaffen sich in sein gegenüber einzufühlen. Purer Egoismus macht alles kaputt und die Kinder müssen darunter leiden.

    Wenn dann noch die Kinder als Druckmittel eingesetzt werden Platz mir die Hutschnur.

    Eine Trennung ist für niemanden leicht, vor allem dann wenn Kinder mit im Spiel sind.

    Lg
    Dave

    • Bettina sagt

      Danke für Eure Kommentare
      Das Schlimme ist ja nach wie vor das meine Eltern es bis heute nicht geschafft haben , ihre Trennung irgendwie zu verarbeiten und ich bzw. wir 4 Kinder uns „entscheiden“ müssen zwischen Vater und Mutter. ( z.bsp. bei Feiern)
      Das Resultat ist nun, das ich seit der Veröffentlichung des TV- Beitrages den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen habe, und der Kontakt unter den Geschwistern auch nur zu einem Bruder besteht. Meine Mutter hat bis dahin keine Einsicht gezeigt, und mich noch verurteilt hat weil ich es öffentlich gemacht habe.

  2. Die Mütter die den Kindern ihre Väter entziehen und dann auch noch Geld kassieren (gekürzt, Susanne) betreiben psychische Kindesmisshandlung und gehören bestraft. Wenn die Mütter (Wort geändert, Susanne) dies wissen würden sie anders damit umgehen. Im übrigen sollte es den Unterstützerinnen genauso gehen denn die agieren wie eine kriminelle Bande, mafiös und verdienen sich dumm und dämlich daran. Nur so kann man Schaden abwenden.
    Kein sozialpädagogisches Rumgezicke. Handeln und bestrafen.
    Dazu kommt: Der Gesellschaft werden produktive Menschen genommen die als Erwachsene unsere Gesellschaft aufbauen können. Es geht also uns alle an. Es sind keine privaten Probleme, es sind gesellschaftliche.
    (Gekürzt, Susanne)

  3. S. Schubert sagt

    Vielen Dank für diesen Bericht, jetzt wird mir viele klar. Ich habe meine Kinder seit 1989 nicht mehr gesehen, im vorigen Jahr habe ich versucht Kontakt aufzunehmen, nach dem ich endlich ihren Wohnort ermittelt hatte. Der 1. Brief wurde positiv beantwortet, mir sogar die Mailadresse mitgeteilt. Nach 2-3 Mails änderte das sich. Mir wurde vorgeworfen, ich hätte ihnen nachspioniert (Adresse ermittelt) und ich hätte mich nicht geändert und der Kontakt wurde abgebrochen. Ich war wieder vor den Kopf gestoßen. Allerdings wohnt die Mutter noch in unmittelbarer Nähe (selbe Straße) und ich muss annehmen, dass sie ihr davon erzählt haben. Dank der Beschreibung kann ich nachvollziehen, was in meinen erwachsenen Kindern jetzt vorgeht. Ich werde also weiter abwarten müssen, ob die Kinder sich mal von allein melden, doch so lange die Räumliche Nähe und damit auch engere soziale Kontakte zur Mutter bestehen, sehe ich da keine Chance. Es tut nur weh, welche innere Zerissenheit sie ertragen müssen.

  4. Bernd sagt

    Danke für deinen Bericht. Da man seine Tochter über alles liebt wird einem das Herz zerbrochen wenn man sie nicht sehen kann. Wenn man es heilt muß man loslassen wie beim Tod und kann später keine tiefe Beziehung mehr aufbauen weil es nochmal brechen könnte. Aber parallel dazu gibt es ein feines unausgesprochenes Band, du hast ihn gesucht und es war viel mehr für ihn als er dir zeigen kann.

    • Bettina sagt

      Danke Bernd für das Feedback, es war für mich nicht einfach,aber sehr befreiend darüber zu schreiben.
      Aber genau diese Worte von Dir beschreiben die Situation mit meinem Vater.

  5. Sandra Cugier sagt

    Liebe Bettina,
    lieben Dank dafür, dass wir an Deiner Lebensgeschichte teilhaben dürfen. Das war sicherlich ein großer Schritt für Dich.

    Ich bin psychologische Beraterin und höre fast täglich ähnliche Lebensgeschichten. Es berührt mich jedes Mal wieder. Dieses innere verletzte Kind – ungeliebt, alleingelassen, einsam… wen wundern da noch Depressionen und Essstörungen?

    Dennoch bist Du eine wunderbare und tolle Persönlichkeit mit viel innerer Stärke. Ich würde gerne diese Lebensgeschichte mit kurzen Worten auf meinem Blog kommentieren und hier her verlinken wenn ich darf?

    Von Herzen liebe Grüße
    Sandra Cugier

    • Bettina sagt

      Liebe Sandra, erst heute habe ich deinen Kommentar gelesen. Du darfst gern die Geschichte auf deinem Blog kommentieren.
      Liebe Grüße Bettina.

  6. @Bettina (die Quasi-Autorin)

    Es ist erschütternd zu lesen, wie sehr sich die Geschichten gleichen. Ich bin auch so ein Trennungskind, das eine PAS-ende Mutter hatte. Sie ‚arbeitete‘ viel mit dem s.g. „Double Bind“ bzw. Polarisierungen und so manches wurde mir erst klar, nachdem ich Alice Millers „Das Drama des begabten Kindes“ gelesen hatte.

    Leider war ich wohl zu begabt …

    Und es dauerte viele Jahre, diesen Mechanismus zu durchschauen. Sehr lange Jahre, nebenbei bemerkt. Und es sind sehr subtile Zahnräder, die da ineinander greifen und denen man als quasi junger Erwachsener noch längst nicht standhalten konnte.

    Ich war der Älteste von mehreren Geschwistern und zog auch als erster (und so schnell wie möglich) aus. Letztendlich war es eine Fluch, und meine Brüder und Schwestern folgten diesem Beispiel – quer durchs Land.

    Es besteht immerhin noch ein loser Kontakt, welcher allerdings sehr fragil ist. Und letztendlich ist diese Zerbrechlichkeit wohl auch kein Wunder.

    Dir alles Liebe, Bettina – und danke für deine Offenheit

    • bettina sagt

      Danke; für die Resonanz u das Mitgefühl. Damit hätte ich dann nicht gerechnet. Ja mich hat es von einer unheimlichern Last befreit darüber mal zu schreiben. Ich sehe es jetzt alles etwas entspannter. Das es eben so ist wie es ist. Ich kann meine Mutter u meinen vater nicht mehr ändern. Der Kontakt zu den brüdern schläft immer mehr ein. Zur mutter hat auch nur noch einer kontakt.
      Schlimm finde ich nur das zu meinem Geburtstag (ein runder dieses jahr) nicht meine Eltern kommen sondern nur meine Mutter.

  7. Danke für diesen Artikel die Offenheit von Bettina, welches ich u.a. auch aus persönlichen Gründen gerne hier verlinkt habe: Persönliches: Trauerfall

    Auch ich kenne diese PAS-Thematik und stelle fest, dass es auch ältere Kinder, jenseits der Pubertät noch erwischen kann. Und ich habe selbst erlebt, wie mein Mutter ihren Hass auf meinen Vater jahrzehntelang wie eine Bugwelle vor sich herschob. Ihre Anwürfe, “Wie kannst du mit diesem Schw… noch reden?” gellen mir heute noch in den Ohren.

    • Susanne Petermann sagt

      Viel mehr Kinder, die solche oder ähnliche Geschichten erlebt haben, sollten darüber sprechen. Vielleicht hilft es ihnen zu verarbeiten und bringt den einen oder anderen getrennten Elternteil zum nachdenken. Im Grunde genommen wollen doch alle Eltern das Beste für ihr Kind. Sie merken nur manchnal nicht, wenn ihr Handeln das Schlechteste ergibt. Liebe Grüße, Susanne

      • Ja, Susanne, das wäre gut. Ich denke, den meisten ist das erlebte Trauma nicht mal bewusst; leider.

        Viele sprechen wohl deshalb auch nicht darüber, eben, weil sie es nicht besser wissen (können). Insofern finde ich solche Artikel wie diesen von dir/Bettina eben auch wichtig.

        „Im Grunde genommen wollen doch alle Eltern das Beste für ihr Kind. Sie merken nur manchmal nicht, wenn ihr Handeln das Schlechteste ergibt.“

        Das denke ich auch; in alle Richtungen. Manchmal ist es wohl ein Trost sich dieses zu denken und zu meinen:

        Sie/Er konnte es halt nicht besser.

  8. bettina sagt

    Ich verstehe ja auch nicht wieso damals alle sogenannten Patentanten, oder auch Lehrer weggeschaut haben. Bis auf eine patentante die mir damals den „weg „nach Berlin zeigte. Ganz schlimm finde ich das ich bis heute nicht mit meiner Mutter darüber reden kann.

    • Susanne Petermann sagt

      Man will sich nicht einmischen. In der Regel hört man auch nur die Version einer Seite, denkt sich vielleicht seinen Teil, sagt aber nichts. Die Narben auf den Kinderseelen sind ja auch nicht sofort sichtbar, es ist ja keine offene Wunde, auf die sofort ein Pfalster geklebt wird.

    • Erika sagt

      Liebe Bettina,

      ich kann Ihnen nur zustimmen, ich war 11 Jahre alt bei der Scheidung meiner Eltern. Unsere Familie ist zerfallen. Ich fühle heute noch eine Leere in mir, die ich mit nichts auffüllen kann…

      • Susanne Petermann sagt

        Liebe Erika, sehr traurig. Wie gehen Sie mit der Leere um? Herzliche Grüße, Susanne

    • Susanne Petermann sagt

      Sie können, weil sie in ihrer eigenen Wut gefangen sind und nicht merken, wie die Kinder leiden. Aus den eigenen negativen Gefühlen (Der Kerl hat mich betrogen, ich hasse ihn) wird geschlußfolgert, dass auch das Kind ihn hassen muss. Richtig traurig ist auch, dass die Mutter bis heute nicht versteht, wie sich das für die Kinder angefühlt haben muss. Susanne

      • Ich weiß und trotzdem bin ich immer wieder über die Menschen erschüttert…

      • Susanne Petermann sagt

        Und niemand hat den Kindern geholfen. Bettina sagte mir, sie hätte sich absolut allein und hilflos gefühlt. Es hätten doch alle sehen müssen, was passiert und trotzdem hätte niemand etwas unternommen.

    • Und auch das sehe ich leider immer wieder. Scheiße. Ein bisschen Nachdenken und Emphatie sind oft zu viel verlangt. Ich sage es nochmal: Scheiße. Menschen können so Scheiße sein…

      • Susanne Petermann sagt

        und sollten sich vielleicht auch nicht immer raushalten, wenn sie sehen, dass in ihrer Familie so etwas passiert.

      • Ja. Aber das macht ja Angst & ist schwierig. Lieber seine Ruhe haben…

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