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Mein Mann ist das Beste, was mir je passiert ist.

Was ist das Beste, was Ihnen je passiert ist? Jede Vizemutter weiß, dass eine Beziehung mit einem Mann, der Kinder hat, eine andere ist, als eine mit einem Mann, bei dem alles noch auf Anfang steht. Wer hier im Stiefmutterblog mitliest hat schon einiges zu den Schattenseiten dieser Liebeskonstellation gelesen. Warum entscheiden sich trotzdem so viele Frauen dafür, einen „gebrauchten Mann“ in ihr Leben zu lassen? Wie ist das bei Ihnen? Warum sind Sie Stiefmutter geworden? Was hat Ihr Mann, was andere nicht haben? Mein Mann ist das Beste, was mir passieren konnte.

MEIN MANN IST  DAS BESTE, WAS MIR JE PASSIERT IST!

 

ICH LIEBE DICH

Ohne Dich wäre mein Leben nur halb so schön. Du bist der Mann, nach dem ich immer gesucht habe. Dich gefunden zu haben ist für mich bis heute ein kleines Wunder!

Jetzt könnte ich eigentlich schon aufhören, mehr muss im Grunde genommen nicht gesagt werden. Aber ganz so einfach ist das bei Männern von Stiefmüttern nicht. Gut, vielleicht auch allgemein nicht bei Männern. Es gibt nämlich auch Momente, da würde ich Sigi, seines Zeichens der beste Ehemann von allen, am liebsten an die Wand klatschen. Aber das sind Ausnahmen. Und das geht ihm wahrscheinlich nicht anders.

Die Fotowand in unserer Küche

Die Fotowand in unserer Küche

Als ich ihn kennen lernte, war er geschieden und Vater von drei Kindern. Beim ersten Besuch in seinem Haus wurde mir schnell klar, dass Familie für ihn einen sehr großen Stellenwert hat. In seiner Küche hing eine riesige Fotowand, auf der seine Kinder in allen Lebenslagen zu sehen waren. Früh erzählte er mir, wie es sich damals für ihn angefühlt hatte, als seine Welt plötzlich zusammenbrach, weil es da einen anderen Mann gab. Diese Ehrlichkeit auch in Punkto Niederlagen hat mir gefallen.

Ein Mann mit Kind weiß, was Verantwortung bedeutet

Sigis Leben ist anstrengend. Er arbeitet in Belgien, lebt aber in Norddeutschland. Jeden Montag fährt er gegen vier Uhr morgens los, kommt Donnerstag spät abends zurück. Ein Umzug nach Belgien wäre für ihn nie in Frage gekommen. Dann wäre er ein Ferienpapa geworden, der seine Kinder nur noch selten sieht. Das wollte er nie sein. Also nimmt er viel Mühe auf sich, um Arbeit und Kinder miteinander zu vereinbaren. Der Aufwand, den er in Sachen Familie treibt, hat mir von Anfang an imponiert. Sigi ist ein Mann, der weiß, was Verantwortung ist. Einer, der sich kümmert. Er wusste bereits als wir uns kennen lernten, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als seine eigene Person. Er hatte sich bereits dafür entschieden, auch für andere Menschen zu sorgen. Er hatte bereits eine Welt entdeckt, die abseits von Fußballplatz und Kneipe lag (wobei ich überhaupt nichts gegen Fußball und Kneipen habe). Ein Mann mit Kindern ist bei der Suche nach dem Sinn des Lebens schon ein großes Stück weiter gekommen.

Er bestand den knallharten Eignungstest

Nach der ersten Nacht, die er bei mir verbrachte, stand er morgens in aller Herrgottsfrühe auf, weil er zum Flughafen musste. Er wollte auf dem Flur kein Licht anmachen, um mich nicht zu stören, tappte im Dunklen zur Haustür und…. quaaaatsch… trat in eine Hinterlassenschaft meines Hundes. Ich schwöre, seit seiner Welpenzeit hatte er das nicht mehr getan – aber in der Nacht, als Sigi das erste Mal bei mir schlief. Falls das also ein Eignungstest meines Hundes war, hat Sigi ihn bravourös bestanden. 

Er weckte mich nicht mit Gebrüll oder Flüchen. Er schimpfte still in sich hinein, ging ins Bad und säuberte, was zu säubern war. Dann, und das rechne ich ihm hoch an, brachte er sogar die Fußmatte ins Bad und putzte durch. Alles im Businesslook, mit Anzug und Krawatte, während das Taxi draußen auf ihn wartete. Als dreifacher Vater hatte er wahrscheinlich schon schlimmere Dinge erlebt.

Ein Vater denkt an die Zukunft

Sigi verdient gut, aber ihm bleibt nicht viel für seine persönlichen Bedürfnisse übrig. Ein großer Teil geht an seine Kinder. Dazu muss das Haus abbezahlt werden. Er hätte es verkaufen können, klar. Aber er wollte seinen Kindern ein Zuhause bieten, wenn sie an den Wochenenden bei ihm waren. Ein Singlemann mit seinem Gehalt hätte wahrscheinlich eine ausufernde Gitarren Sammlung und würde Urlaube an exotischen Plätzen verbringen – er steckt sein Geld in die Ausbildung seiner Kinder. Ein Vater denkt an die Zukunft, nicht nur an sich.

[993773]-1087Nach seiner Scheidung hatte Sigi sich geschworen, nie wieder zu heiraten. Er wollte nicht noch einmal eine traumatische Scheidung erleben, sich nie wieder fest an jemanden binden. Warum wir trotzdem geheiratet haben? Weil er gemerkt hatte, dass es mir ein wichtiges Bedürfnis war. Heute gefällt es ihm eigentlich auch ganz gut 🙂

Ein Vater sieht Bedürfnisse anderer Menschen auch stellt sie auch mal über die eigenen.

Mein Mann ist sehr großzügig seinen Kindern gegenüber. Er erfüllt ihnen jeden Wunsch. Gefällt mir das immer? Ich bin ehrlich – Ich frage mich manchmal, ob es nicht zuviel des Guten ist. Außerdem denke ich bei manchen Dingen, dass beide Eltern sich beteiligen sollten, nicht nur der Vater. Ein heikles Thema, viele von Ihnen werden es kennen. Auf der anderen Seite ist seine Großzügigkeit nicht auf die Kinder beschränkt. Er ist generell ein großzügiger Mann. Auch mir gegenüber. Er liebt es Gäste einzuladen, für andere zu kochen. Ich liebe diese großherzige Art, mit einem „Knieper“ würde ich unglücklich werden.

Im Grunde genommen, bin ich der Ex meines Mannes dankbar

Natürlich ist auch bei uns nicht alles Gold. Es gibt Diskussionen, auch große Konflikte. Seine älteste Tochter hat den Kontakt zu ihm abgebrochen. Ein sehr trauriges Kapitel, ein fortwährender Schmerz für ihn. Ich kenne die Hilflosigkeit, die man als Stiefmutter in vielen Momenten fühlt. Aber das gehört dazu. Auch wenn das Leben ohne diese Probleme schöner wäre.

Ich weiß, dass viele Vizemütter Schwierigkeiten mit der Mutter der Kinder haben. Ich kenne schlimme Geschichten voller Hass, Intrigen, Neid und Eifersucht. Ich weiß von dramatischen Machtspielen. Ich bin heilfroh, dass es bei uns nicht so ist. Die Ex meines Mannes ist nicht meine beste Freundin. Ich kenne sie, wir reden miteinander. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Sie kann keine schlechte Person sein. Mein Mann hat sie einmal geheiratet, die Kinder lieben sie.

Im Grunde genommen, bin ich der Ex meines Mannes dankbar. Wäre sie damals nicht gegangen, hätte ich die Liebe meines Lebens wahrscheinlich nie kennen gelernt. Es ist alles gut so, wie es ist.

Mein Mann ist das beste, was mir je passiert ist. Und vielleicht liegt das zu einem Teil auch daran, dass seine Kinder das beste sind, was ihm je geschenkt wurde. Er ist ein guter Vater, er ist ein toller Ehemann. Der Siginator! Er macht es mir leicht, Stiefmutterprobleme durchzustehen.

Wie ist es bei Ihnen? Warum lieben Sie Ihren Mann? Was macht ihn besonders? Das würde mich wirklich interessieren.

Ihre

Susanne vom Stiefmutterblog

5 Kommentare

  1. Jennifer sagt

    Liebe Susanne,

    ich liebe meinen Mann, weil wir unheimlich gut zusammen passen. Er hat mein Herz im Sturm erobert. Wir haben Parallelen in unserer Geschichte, sodass wir uns gegenseitig sehr gut verstehen können, in einer Weise wie wir uns noch nie von unseren Ex-Partnern verstanden gefühlt haben.
    Unser Leben hat uns beide zu starken aber dennoch sensiblen, mitfühlenden, liebevollen Menschen gemacht. Wir können über die gleichen Dinge lachen und über die gleichen Dinge weinen. Wir haben ähnliche Interessen und in vielerlei Hinsicht ist er mein männliches Pendant. Wir haben die gleiche Einstellung zu Leben. Er ist mein Seelenpartner, weil er genau der Mensch ist den ich gebraucht habe. Durch ihn und die Umstände musste und durfte ich mich mit meiner eigenen Geschichte aktiv und bewusst auseinandersetzen. Dadurch konnte ich wachsen und viel lernen, was mich zu einem „besseren“ Menschen macht. Ich kann dadurch ein Potential entfalten, dass für mich vorher verborgen blieb. Ich bin im Gegenzug die Frau, die er gebraucht hat um zu wachsen und neues zu lernen. Ich kann ihm Stabilität und Struktur bieten, etwas das er nie wirklich kannte.

    Im Laufe der letzten 3 Jahre mussten wir so einige Prüfungen bestehen. Mein Partner ist Vater (36) von einem Sohn (14). Außerdem hat der Sohn einen Halbbruder (16). Beide leben Vollzeit bei der Mutter und beide haben seit der Trennung den Vater des 14-jährigen immer gemeinsam besucht.

    Gleich nach dem ersten Kennenlernen hat die Mutter den Grundstein gelegt für eine komplizierte Entwicklung in den folgenden 3 Jahren.
    Nachdem wir freudig von unserem ersten Treffen ein Gruppenfoto geschossen haben, das die Mutter zu Gesicht bekam, verbot sie dem Vater den Kontakt und erzählte den Jungs, dass der Vater sie nicht sehen wolle. Ich stand ihm in dieser Zeit bei und nach einer Weile legte sich die Sache. Sowas kann man aber nicht ungeschehen machen und als Scheidungskind weiß ich, was diese Dinge nachhaltig bewirken.

    Nachdem der Kontakt wieder hergestellt war, lief alles gut. Erst als mein Partner bei mir einzog wurde es wieder komplizierter. Zunächst ging der leibliche Sohn etwas in den Widerstand, was vom Vater aber strikt unterbunden wurde. Nachdem ein paar Wochenenden nicht reibungslos abliefen hat das bei mir etwas verändert. Ich bemerkte die Veränderung, die mein Partner macht, sobald die Kids da waren. Das war für mich gewöhnungsbedürftig. Zunächst war ich überfordert mit der neuen „Rolle“ und recht schnell war mir klar, dass ich meine Zeit als Stiefkind/Außenseiter gefühlt noch einmal durchmachte. Heute weiß ich, dass die Situation einen Auslöser darstellte und ich unter posttraumatischer Störung litt.
    Ich ging zu einer Therapeutin mit der Überzeugung, dass ich allein das Problem bin. Ich fand eine wunderbare Therapeutin, die mit mir arbeitete und ich konnte meine alten Wunden verarzten. Das machte mir und meinem Partner das Leben bedeutend leichter. Ich war wesentlich stärker und stabiler und konnte ihn besser in seiner Aufgabe unterstützen. Er hatte viel Verständnis dafür und Geduld.
    So weit so gut.

    Trotz meiner guten Entwicklung durch die Arbeit an mir selbst, blieb nicht aus, dass es aber auch Baustellen auf seiner Seite gibt, die die Harmonie im Bezug auf die Kinderzeit einschränken und dass Konflikte einfach nicht ausbleiben. Die Komplikationen zu Beginn haben auch bei ihm Spuren hinterlassen und so schnell wie ich mich entwickelt und verändert habe, konnte sich seine Wahrnehmung in Bezug auf mich nicht ändern.
    Wenn ich mir heute immer wieder wünsche, dass er mich in die Planung mehr mit einbezieht, wird er direkt sauer und versteht es so als ob ich mich zwischen ihn und die Kinder stellen wolle. Da kann ich noch so sehr beteuern worum es mir in Wirklichkeit geht und aufzeigen, dass es doch nur Schwierigkeiten gibt, wenn er mir nicht den Respekt erweist, den ich mir wünsche, es ist in seiner „Welt“ dennoch so, dass ich immernoch das Problem bin. Das geht so weit, dass er beherrscht von solchen Gedanken manche Situationen überbewertet und sich dann aus Rache gleich trennen will, obwohl er sich eigentlich nicht trennen will.
    Es ist als wenn bei ihm eine Platte immer an der gleichen Stelle hängen bleibt.

    Wir haben in zwei Tagen einen Paartermin bei einer Therapeutin und ich hoffe, dass uns das weiterhilft. Wir sind beide recht jung mit 36 und 29 und ich als Stiefmutter sehr unerfahren. Laut meiner Therapeutin wüsste sie aber nicht was ich noch besser machen könnte. Ich denke es gibt immer etwas das man besser machen kann, aber ich muss mir auch sagen, dass ich nicht alleine Verantwortlich bin für Gelingen oder Mislingen.

    Wäre mein Mann nicht so toll, hätte ich das alles schon lange nicht mehr mitgemacht.

    Alles Liebe, Jennifer

    • Susanne Petermann sagt

      Liebe Jennifer, ich arbeite hier hinter den Kulissen seit einiger Zeit an einer Rubrik „Coaching/ Therapie“ in der ich genau diese Dinge aufgreifen werde und Fachfrauen/männer einbeziehen werde

  2. Eileen sagt

    Liebe Susanne,
    ich liebe meinen Mann, weil er mein Leben ist. Er ist eine toller Vater für meine (Stief)Kinder und unsere gemeinsame kleine Maus. Wir sind einfach Seelenverwandte. Oft schauen wir uns an und keiner muss mehr was sagen. Wir verstehen uns blind, und ebenso blind können wir uns aufeinander verlassen. Wir haben viele schöne und viele schwere Momente als Patchworkfamilie durchlebt, aber aus jeder Situation gehen wir noch stärker heraus.

    Ich lese so gern deinen Blog, dass ich immer ganz gespannt auf die nächsten Beiträge bin

    Liebe Grüße, Eileen

  3. Liebe Susanne,
    von der Thematik des Stiefmutter Blogs bin ich persönlich unberührt. Ich bin durch Zufall auf der Seite gelandet und verfolge ihn seitdem interessiert. Sicherlich auch deshalb, weil ich die Offenheit und Ehrlichkeit der geschriebenen Zeilen spüre. Natürlich kenne ich Familien, in denen es nach Trennungen mit Kindern zu weiteren Ehegemeinschaften gekommen ist. Auch deshalb lese ich hier, weil sich manches Verhalten der Beteiligten dadurch besser erklären läßt.
    Warum ich meinen Mann liebe? Ohne groß zu überlegen würde ich sagen, weil ich gut mit ihm sein kann. Wir können miteinander lachen und weinen, reden und schweigen. Wir genießen unser gemeinsames Leben mit unseren Kindern, können aber auch gut für uns alleine sein. Es ist ein so großes Geschenk, jemanden zu haben, mit dem man durch das Leben gehen mag – in guten, wie auch in schlechten Zeiten.

    Liebe Grüße.

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